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Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Rauschende Ballnacht & Wiener Musik

Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Rauschende Ballnacht & Wiener Musik

Der alljährlich im Wiener Musikverein stattfindende Ball der Wiener Philharmoniker gehört gewiss zu den edlen Höhepunkten der Wiener Ball-Saison. Beim Ball der Wiener Philharmoniker am 18. Jänner 2018 gab es auch diesmal wieder Musik vom Feinsten.  

Ein glanzvoller Ball in historischem Ambiente

Am 18. Jänner 2018 verwandelte sich der Goldene Saal des Wiener Musikvereins wieder in einen der schönsten Ballsäle der Welt. Bereits zum 77. Mal luden die Wiener Philharmoniker zu ihrem Ball – den edelsten Ball der Wiener Saison – ein, der diesmal unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen stand.

„Der glanzvolle und elegante Saal, der zahlreiche Erinnerungen an große Momente der Musikgeschichte weckt, verleiht diesem Ereignis seine unvergleichliche Note und lässt es zu einem außergewöhnlichen Fest werden – ein Fest der Musik, des Tanzes und der Konversation, auf dem sich jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie Ballgäste, die mit unserem Orchester eng verbunden sind, in ungezwungener Atmosphäre begegnen.“ Mit diesen Worten im Vorwort zum Ballprogramm wenden sich Prof. Daniel Froschauer (1. Violine / Vorstand der Wiener Philharmoniker) und Prof. Mag. Paul Halwax (Solotuba / Ballorganisation) an die Ballgäste und Freunde der Wiener Philharmoniker.

Wer könnte dieser vielversprechenden Einladung wohl widerstehen? Als Autorin war es auch für mich eine große Ehre, bei diesem Ereignis einmal live dabei sein zu können. Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins hat in der Tat ein einzigartiges, glanzvolles Ambiente. In diesem historischen, eleganten Rahmen fühlt man sich als Gast beinahe in die Zeit der k.u.k. Monarchie zurückversetzt.

Das Ballkomitee bestand auch diesmal wieder aus namhaften Personen aus Kultur, Politik und Wirtschaft: Rotraud Konrad (schon seit vielen Jahren Mitglied des Ballkomitees und Ehefrau des ehemaligen Raiffeisen-Generalanwalts Christian Konrad), Madeleine Rohla-Strauss (Urenkelin des Komponisten Richard Strauss), Rudolf Hundstorfer (ehemaliger Sozialminister) und Dominique Meyer (Direktor der Wiener Staatsoper).

Mit der Ballorganisation wurden Prof. Mag. Paul Halwax (Solotubist der Wiener Philharmoniker), Mag. Michaela Brenneis (MAS), Mag. Dr. Silvia Kargl, MMag. Georgina Schenner sowie Elke Manner-Prochart betraut.

Die Wiener Philharmoniker und Plácido Domingo
Wiener Klang beim Ball der Wiener Philharmoniker 2018 – mit Plácido Domingo als Dirigent. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Musik vom Feinsten: Wiener Klang mit den Philharmonikern und Plácido Domingo als Dirigent

Schon im Rahmenprogramm des Balls konnten sich die musikalischen Leistungen der verschiedenen Kammermusik- und Salon-Ensembles hören lassen. Zur Begrüßung musizierten ab 21 Uhr im Foyer des Wiener Musikvereins die jungen Musiker/innen des IOIA (Internationales Orchesterinstitut Attergau). Die jungen Musiker und Musikerinnen spielten Werke für Streichorchester aus dem klassischen und romantischen Repertoire – und das schon jetzt auf sehr hohem Niveau!

Das IOIA, ein Projekt der Wiener Philharmoniker, das von Rainer Honeck und Johannes Wildner geleitet wird, widmet sich – in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wiener Klangstil der Universität für Musik Wien – der Förderung des Orchesternachwuchses. In diesem Projekt vermitteln die Mitglieder des Orchesters als Dozenten den Studenten ein Gefühl für die besonderen Merkmale jener einzigartigen Klangvorstellung, welche unter dem Namen ,,Wiener Klang“ weltberühmt geworden ist.

Zur Balleröffnung im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins konnten die Wiener Philharmoniker in diesem Jahr einen besonderen Gast begrüßen: Kein Geringerer als Plácido Domingo wirkte bei der Eröffnung des Balls mit – diesmal jedoch nicht als Sänger, sondern (wie schon beim Philharmoniker-Ball 1984) als Dirigent.

Zum feierlichen Einzug der Gäste erklangen zunächst die Ausseer Fanfare von Gottfried Ritter von Freiberg und die Wiener Philharmoniker-Fanfare von Richard Strauss. Es spielten Mitglieder der Wiener Philharmoniker, zunächst unter der Leitung von Anton Mittermayr. Anschließend dirigierte Plácido Domingo die Walzerfolge „Ballsirenen“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Léhar sowie den Walzer aus „Divertimento“ von Leonard Bernstein.

Ausstellung Leonard Bernstein
Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Bernstein-Austellung. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein

Im Zusammenhang mit Leonard Bernstein, dem anlässlich seines 100. Geburtstages im PORR-Spiegelsaal des Musikvereins eine Ausstellung gewidmet war, sei an dieser Stelle an einen historischen Moment in der Musikgeschichte Wiens erinnert: In einer Aufführung der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven unter Bernsteins Leitung feierte KS Plácido Domingo im Jahre 1970 als Sänger sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Im Jahre 1984 hatte Plácido Domingo schon einmal zur Eröffnung des Philharmoniker-Balls den Taktstock geschwungen.

Doch nun zurück zum Jahr 2018 und dem Ball der Wiener Philharmoniker. Mit ihrem unvergleichlich sanglichen, typischen Wiener Klang, der für dieses Orchester so charakteristisch und auf der Welt einzigartig ist, ließen die Ensemblemitglieder der Wiener Philharmoniker den Einzug der Gäste zu einem besonderen Erlebnis werden.

Plácido Domingo & die Wiener Philharmoniker
Eröffnung des Philharmoniker-Balls durch das Jungdamen- und Jungherren-Komitee. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Alles Walzer: Tanzeröffnung mit dem Großen Ballorchester und dem Jungdamen- und Jungherren-Komitee

Anschließend eröffnete das Jungdamen- und Jungherren-Komitee den Ball. Für die Einstudierung der Tänze zeichnete – nach bewährter Tradition – auch diesmal wieder Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer von der Tanzschule Willy Elmayer-Vestenbrugg verantwortlich. Zur Tanzeröffnung erklangen der Walzer „Weana Madln“ op. 388 von Carl Michael Ziehrer und der Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel. Von nun an übernahm das Große Ballorchester unter der Leitung von Prof. Helmut Steubl die musikalische Gestaltung des Abends. Alternierend spielte Tom Henkes Danceband.

Um 22.40 hieß es endlich: ‚Alles Walzer’! Dies ist auf jedem Wiener Ball der Aufruf an die Ballgäste, das Parkett zu erobern und das Tanzbein zu schwingen. Und so wurde noch bis in die frühen Morgenstunden hinein getanzt. Die Publikums-Quadrillen um Mitternacht und um 2.00 Uhr früh – ebenfalls unter der Leitung von Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer – gehören in Wien stets zu den Höhepunkten einer rauschenden Ballnacht.

Eine Hommage an Wien mit philharmonischen Ensembles

Auch die anderen Säle des Wiener Musikvereins waren erfüllt mit Musik. Das diesjährige Musikprogramm wartete mit zahlreichen abwechslungsreichen Darbietungen ausgewählter philharmonischer Ensembles und besonderer Gäste auf. Unter dem Motto „Eine Hommage an Wien“, das sich wie ein Leitthema durch den Abend zog, würdigten die Wiener Philharmoniker ihre Stadt als Musikmetropole der Welt.

Im Makart-Atelier (im Gläsernen Saal), im Brahms-Saal sowie im Metallenen Saal des Musikvereins präsentierten sich ab 22.30 zahlreiche Ensembles in verschiedenen Besetzungen und Stilrichtungen, von Salonmusik über Wiener Schrammeln bis hin zu diversen Jazzformationen.

Im Brahmssaal spielte ab 23 Uhr das Orchester Divertimento Viennese unter der Leitung von Vinzenz Praxmarer Tanzmusik der 1920er und 30er Jahre. Auch beim Heurigen in der Orchestergarderobe ging es echt wienerisch zu – mit Stephan Ander (Zither), den Tanzgeigern, den 16er Buam, Hans Hindler und seinen fidelen Oberkrainern sowie den Philharmonia Schrammeln.

Im Makart-Atelier, wo der Abend von Barbara Rett und Andreas Láng moderiert wurde, gab es am Ballabend zahlreiche Beiträge diverser Ensembles. Es spielten unter anderem das Salonorchester des Musikgymnasiums Wien, das Wiener Grabenensemble, die Philharmonic Five, die Philharmonia Schrammeln, Nikola Djoric (Akkordeon), das Ensemble 1 + 3, das Duo Bartholomey-Bittmann, die Vienna Clarinet Connection, die Eddie Luis Jazzbanditen sowie Wilfer & Wilfer Consort.

Einer der vielen musikalischen Höhepunkte des Abends war der Auftritt der Camerata Wien 1900 mit ihrem Programm „Wien bleibt Wien – Mayseder bleibt Mayseder“. Es spielten Thomas Christian (1. Violine), Raimund Lissy (2. Violine), Robert Bauerstatter (Viola), Bernhard Naoki Hedenborg (Violoncello) und Christoph Wimmer (Kontrabass). Zusammen mit der Camerata Wien sang der Bariton Clemens Unterreiner (Mitglied im Solistenensemble der Wiener Staatsoper) als Gast Wiener Lieder. Mit seinen gelungenen Interpretationen versprühte Clemens Unterreiner echtes Wiener Flair und animierte die Gäste zum Mitsingen.

Die rauschende Ballnacht endete offiziell gegen 5 Uhr in der Früh. Der Ball der Wiener Philharmoniker, der wohl zu Recht als „edelster“ Ball im Wiener Ballkalender bezeichnet wird, war auch in diesem Jahr wieder ein besonderes „Fest der Musik, des Tanzes und der Konversation“ – sowohl für die Musikerinnen und Musiker als auch für die Ballgäste – einschließlich der Autorin dieses Beitrages.

Ein eindrucksvolles Video von der Eröffnung des Philharmoniker-Balls gibt es auf der Website der Wiener Philharmoniker:

https://www.wienerphilharmoniker.at/ball/philharmonikerball-main

Neujahr 2018: Wiener Klang & Wiener Schmäh

Neujahr 2018: Wiener Klang & Wiener Schmäh 

Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“. Am Abend gab es in der Wiener Staatsoper noch eine Vorstellung der „Fledermaus“ von Johann Strauss, die auch auf den Herbert-von-Karajan-Platz übertragen wurde. 

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Das neue Jahr hat in Wien gut angefangen – mit viel Kultur und Musik. Zunächst fand im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker statt – diesmal unter der Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Muti, den eine langjährige Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern verbindet.

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bildete heuer den Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“ und stand ganz im Zeichen des 650-Jahr-Jubiläums der Österreichischen Nationalbibliothek sowie der Wiener Moderne.

Das Programm des Neujahrskonzerts war auch diesmal wieder vom Feinsten und enthielt zahlreiche „Schmankerln“ der Wiener Musik. Die beiden Konzertwalzer „Geschichten aus dem Wienerwald“ (mit dem schönen Zither-Solo) und „Rosen aus dem Süden“ gehörten zu den Höhepunkten des diesjährigen Programms.

Neben den Werken der Strauss-Dynastie gab es auch in diesem Jahr wieder einige Titel, die zuvor noch nie im Neujahrskonzert gespielt worden waren: von Josef Strauß der Walzer »Wiener Fresken«, von Johann Strauß (Sohn) die Polka »Brautschau« sowie der Walzer »Myrthenblüten« und von Johann Strauß (Vater) der »Marienwalzer« sowie der »Wilhelm-Tell-Galopp«. Die Ouvertüre zu Franz von Suppés Operette »Boccaccio, oder Der Prinz von Palermo« und die »Stephanie-Gavotte« des österreichisch-ungarischen Militärkapellmeisters und Komponisten Alfons Czibulka gehören ebenfalls zu den Neuheiten.

Den krönenden Abschluss bildeten wie immer der Walzer „An der schönen blauen Donau“ und der Radetzky-Marsch.

Eine Aufnahme des Neujahrskonzerts ist auf 2 CDs erschienen und im Handel sowie über Shop24Direct erhältlich:

https://www.shop24direct.at/produkt/neujahrskonzert-2018-2020692

Die DVD des Neujahrskonzerts erscheint am 26. Jänner 2018 und kann bereits jetzt über Shop24Direct vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/neujahrskonzert-2018-2021105 

Die Fledermaus in der Wiener Staatsoper

 Nach bewährter Tradition wird an der Wiener Staatsoper am Silvesterabend und auch am Neujahrstag die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß aufgeführt. Schon seit ein paar Jahren wird die Vorstellung auch live auf den Herbert-von-Karajan-Platz übertragen, wo die Zuschauer auf einer Großleinwand die Operette anschauen können.

Die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper haben sich bereits seit vielen Jahren als Highlight im sommerlichen Wiener Kulturkalender etabliert. Die Veranstaltungsreihe, die alljährlich in den Monaten April – Juni und im September unter dem Titel „Oper live am Platz“ stattfindet, ist in Wien bereits seit vielen Jahren eine bewährte und beliebte Tradition.

Bei sommerlichen Temperaturen ist so ein Opernabend, ausgestattet mit einem Picknick und einer Flasche Wein – womöglich noch mit einem Klavierauszug im Gepäck und in Begleitung eines Hundes – eine äußerst nette und kurzweilige Angelegenheit! Als Autorin dieses Artikels besuche ich schon seit vielen Jahren die Veranstaltung „Oper live am Platz“ und zelebriere dabei genüsslich mein Opernpicknick!

Bei winterlichen Temperaturen – so wie jetzt am 1. Jänner – ist eine solche Open-Air-Veranstaltung allerdings doch ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man nicht gerade eine warme Decke dabei hat, in die man sich einhüllen kann. Doch es gibt ja noch eine Option, wo man sich zwischendurch aufwärmen und stärken kann: nämlich im Café Oper (direkt in der Staatsoper) – zum Beispiel bei einem Würstelteller mit der kuriosen Bezeichnung „Drei Tenöre“ oder bei einem g’schmackigen Salat mit so klangvollen Namen wie „Rossini“, „Puccini“, „Walküre“, „Don Carlo“, „Rigoletto“, „Othello“ oder „Romeo und Julia“.

Von dieser kulinarischen Möglichkeit machten meine Freundin und ich am Neujahrstag Gebrauch, als es uns dann doch irgendwann zu kalt wurde. Das Schönste an einem solchen Kaffeehausbesuch direkt in der Oper ist aber, dass man sogar drinnen im Café die Opernvorstellung auf einem Monitor verfolgen kann – ohne frieren zu müssen! Diese Gelegenheit nutzten wir auch am Neujahrstag bei der „Fledermaus“.

Die dreiaktige Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, deren Textbuch von Carl Haffner und Richard Genée stammt, ist kompositorisch ein Meisterwerk und mit ihrer etwas turbulenten Handlung etwas Ur-Wienerisches! Mit seiner aus drei Teilen bestehenden Handlung spiegelt das Werk die Gesellschaft und das Charakterbild der Menschen des zu Ende gehenden Kaiserreiches wider: Vorbereitung auf das Fest (1. Akt) – rauschende Ballnacht (2. Akt) – Katzenjammer am nächsten Morgen (3. Akt).

Die äußerst gelungene und witzige Wiener Inszenierung der Operette „Die Fledermaus“ geht auf Otto Schenk zurück. Das Bühnenbild stammt von Günther Schneider-Siemssen, die Kostüme von Milena Canonero. Die Aufführung am Neujahrstag stand unter der Leitung des Dirigenten Cornelius Meister. Die Chorleitung hatte an diesem Abend Martin Schebesta. Mit der Choreographie wurde Gerlinde Dill betraut.

Die Ausführenden der Vorstellung am 1. Jänner 2018 waren: Herbert Lippert (Gabriel von Eisenstein), Laura Aikin (Rosalinde), Hans Peter Kammerer (Gefängnisdirektor Frank), Zoryana Kushpler (Prinz Orlofsky), Benjamin Bruns (Alfred), Rafael Fingerlos (Dr. Falke), Peter Jelosits (Dr. Blind), Maria Nazarova (Adele), Lydia Rathkolb (Ida), Jaroslav Pehal (Iwan) und last but not least: Peter Simonischek (eine bewährte Besetzung als Frosch). Im 2. Akt tanzte das Corps de ballet zu den Klängen der Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“. – Das Wiener Staatsopernorchester (die Wiener Philharmoniker) präsentierte sich auch an diesem Abend wieder in künstlerischer Hochform.

Das Jahr 2018 begann in Wien also wie immer mit viel Kultur, einer Operette voll Wiener Schmäh und einem „Strauss“ voll Wiener Musik!

Von der „Fledermaus“ gibt es einige Video-Aufnahmen, die auch über Shop24Direct bezogen werden können. Die schöne Wiener Inszenierung von Otto Schenk ist zwar auf Shop24Direct zurzeit nicht verfügbar, kann jedoch über den folgenden Link vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/sku/21361

Es gibt auch eine DVD mit Joan Sutherland und Luciano Pavarotti:

https://www.shop24direct.at/produkt/johann-strauss-die-fledermaus-40410

Doch noch viel schöner ist ein Besuch in der Wiener Staatsoper! Es lohnt sich! Tickets können auch online bestellt werden unter:

https://www.wiener-staatsoper.at/ihr-besuch/karten-abos-zyklen/informationen-zum-kartenkauf/

https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/kalender/

Einen kleinen Vorgeschmack auf die „Fledermaus“ vermittelt das folgende Video:


Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, Oper live am Platz, 1. Januar 2018. – Ein Video von Sylvia Kreye.

Quellen & Literatur:

Website der Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert:

https://www.wienerphilharmoniker.at/neujahrskonzert/das-neujahrskonzert

Website der Wiener Staatsoper – Archiv – Die Fledermaus:

https://archiv.wiener-staatsoper.at/performances/45091       

Dieter Zöchling, Die Oper – Westermanns farbiger Führer durch Oper, Operette, Musical (mit einem Vorwort von Plácido Domingo), Westermann, Braunschweig 1981, Seite 504-507: Johann Strauss, Die Fledermaus.

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Das Jahr 2017 stand musikalisch im Zeichen zweier Jubilare aus Klassik bzw. Unterhaltung, die bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne stehen.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Placido Domingo an der Wiener Staatsoper

Im Mai 2017 feierte KS Placido Domingo sein 50-jähriges Bühnenjubiläum an der Wiener Staatsoper. Der am 21. Januar 1941 in Madrid geborene Opernsänger begann seine Karriere zunächst als Bariton in spanischen Zarzuelas und wechselte später ins Tenorfach. Am 19. Mai 1967 absolvierte er als Don Carlo in Verdis gleichnamiger Oper seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper.

Am 19. Mai 2017 – genau 50 Jahre nach seinem Debut an der Wiener Staatsoper – gab der spanische Tenor und Kammersänger zunächst ein umjubeltes Galakonzert im „Haus am Ring“ (wie die Staatsoper bei den Wienern gern genannt wird). In einer konzertanten Aufführung mit Ausschnitten aus Nabucco, La traviata, Un ballo in maschera und Simon Boccanegra präsentierte Domingo sich diesmal in den großen Baritonrollen als Germont, Boccanegra und Ankarström.

Im Juni stand Domingo erneut auf der Bühne der Wiener Staatsoper, und zwar in Verdis Oper „Don Carlo“ – diesmal aber nicht in der Titelpartie, sondern abermals in einer Baritonrolle: als Rodrigo, Marquis von Posa.

Sowohl die Galavorstellung als auch die Don Carlo-Serie an der Wiener Staatsoper waren ein großer Erfolg für den Jubilar Placido Domingo – jenes „Urgestein“ der Opernwelt.

Bekanntlich war Domingo – zusammen mit Luciano Pavarotti und José Carreras – auch Teil der berühmten 3 Tenöre (Carreras – Domingo – Pavarotti). Eine Auswahl an CDs und DVDs mit Placido Domingo bzw. mit den 3 Tenören ist bei Shop24Direct erhältlich:

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Eine Aufnahme des legendären Konzerts der drei Tenöre in Los Angeles (anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 1994 in den USA) ist ebenfalls bei Shop24Direct zu beziehen:

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Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum, CD-Cover Heintje und Ich
50-jähriges Bühnenjubiläum: Cover des Duett-Albums „Heintje und Ich“. – Foto: ©Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons  

Im Dezember 2017 konnte noch ein anderer bekannter Sänger sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern – wenn auch nicht im Bereich der Oper. Auch er steht bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Eigentlich wollte er (nach eigener Aussage) immer singen wie Caruso. Trotz seiner auch nach dem Stimmwechsel immer noch sehr schönen Stimme hat er sich dann aber doch auf Schlager und Unterhaltung spezialisiert: Hein Simons – besser bekannt als Heintje.

Der am 12. August 1955 in Holland geborene ehemalige Kinderstar hatte seinen ersten Fernsehauftritt in der ZDF-Fernsehshow „Der Goldene Schuss“ am 21. Dezember 1967. Sein Auftritt mit der deutschen Version von „Mama“ dauerte nur 55 Sekunden! Das reichte aus, um ihn über Nacht berühmt zu machen. (Lingua & Musica berichtete.)

Aus Anlass seines Jubiläums erschien am 1. Dezember bei Telamo eine musikalische Rarität: ein neues, äußerst professionell gelungenes Album, auf dem Hein Simons im Duett mit dem kleinen Heintje – seinem jüngeren Ich – singt.

Rechtzeitig zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons ist im Giger Verlag auch ein sehr lesenswertes, interessantes Buch unter dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen.

Das Album „Heintje und Ich“ ist als CD, DVD und sogar als Fan-Box im Handel oder online über Shop24Direct erhältlich:

CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Bereits im Dezember hatte Lingua & Musica dem Sänger und seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum einige Artikel gewidmet. Wer die Beiträge im Dezember verpasst hat, kann sie hier noch einmal nachlesen:

Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

21. Dezember: Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons
http://linguamusica.eu/21-dezember-2017-das-50-jaehrige-buehnenjubilaeum-von-heintje-simons/

Als kleinen Vorgeschmack auf das neue Album „Heintje und Ich“, das sowohl als CD wie auch DVD erhältlich ist, möchte ich den Leser/innen dieses Artikels das folgende Video (ein Medley aus der aktuellen DVD) ans Herz legen, das ich soeben auf YouTube entdeckt habe und hiermit gern teile:


Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein Simons: Auszug aus dem neuen Duett-Album „Heintje und Ich“, erschienen am 01.12.2017 bei Telamo. www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
http://telamo.click/Hein_Simons_Heintje_und_ichFA

Ausblick 2018: 100 Jahre Republik Österreich

Nach einem halben Jahrhundert Musik mit großartigen Künstlern wie Placido Domingo und Hein(tje) Simons – jeder auf seine Weise, so unterschiedlich ihre Musikrichtungen und die Geschmäcker der Hörer auch sein mögen – dürfen wir gespannt sein, was das neue Jahr an musikalischen Überraschungen und Jubiläen für uns bereit hält.

Das Jahr 2018 wird abermals ein bedeutendes Jubiläumsjahr – wenn auch in ganz anderer Hinsicht: das 100-jährige Bestehen der Republik Österreich! Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie wurde am 12. November 1918 durch Staatskanzler Karl Renner die erste Republik Österreich ausgerufen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Lingua & Musica wird weiter berichten.

21. Dezember 2017: Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons

21. Dezember 2017:
Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons

Der 21. Dezember 2017 ist ein denkwürdiges Datum: Der heutige Tag steht ganz im Zeichen des 50-jährigen Bühnenjubiläums von Hein(tje) Simons. Zurzeit befindet sich der Sänger auf einer großen Weihnachtstournee durch Ostdeutschland. – Leider ist der 21. Dezember 2017 aber auch mit einem traurigen Ereignis verbunden, denn heute ist der 3-jährige Todestag von Udo Jürgens. Doch wenden wir uns zunächst dem erfreulichen Anlass zu.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons 

21. Dezember 1967: Heintje wird über Nacht zum Star

Heute vor genau 50 Jahren, am 21. Dezember 1967, hatte Heintje seinen ersten Fernsehauftritt in der ZDF-Show „Der goldene Schuss“ mit Vico Torriani. Heintje sang sein berühmtes Lied „Mama“. Sein Auftritt mit der (gekürzten) deutschen Fassung des italienischen Liedes „Mamma“ (mit zwei „m“) dauerte nur 55 Sekunden! 55 Sekunden, die alles entscheiden und sein Leben verändern sollten. Nach seinem kurzen Auftritt in der Sendung „Der goldene Schuss“ wurde Heintje über Nacht zum Star. In den folgenden Jahren folgte ein Hit nach dem anderen: „Du sollst nicht weinen“, „Ich bau dir ein Schloss“, „Oma so lieb“, „Mamatschi“, „Ich sing ein Lied für dich“, „Schneeglöckchen im Februar“ – um nur einige zu nennen.

50 Jahre ist das alles nun her. – „Der Kandidat hat 100 Punkte!“ Dieses Zitat von Vico Torrianis Assistentin aus der Fernsehshow „Der goldene Schuss“ ist längst zu einem geflügelten Wort geworden und trifft in diesem Zusammenhang auch auf Hein(tje) Simons zu.

Zurzeit befindet sich Hein(tje) Simons zusammen mit Maximilian Arland und Fernando Express auf einer großen Weihnachtstournee durch Ostdeutschland. Heute gastiert er im sächsischen Marienberg, wo am Abend wohl noch eine ausgelassene After-Show-Party steigen wird. Denn so ein 50-jähriges Bühnenjubiläum ist wahrlich ein Grund zum Feiern!

Rechtzeitig zum Jubiläum ist zum 1. Dezember unter dem Label TELAMO auch ein neues Album von Hein(tje) Simons erschienen. Die CD mit dem Titel „Heintje und Ich“ ist schon jetzt ein Renner und belegt bereits Platz 2 der deutschen Charts. Auf diesem neuen Album singt Hein Simons erstmals im Duett mit seinem jüngeren Ich – eine Weltsensation!

Bereits am 15. November ist im Giger Verlag das Buch „Ich war Heintje“ von Jan Adriaan Zwarteween erschienen. Man erfährt darin auch viele interessante Details, die sich damals hinter den Kulissen so abgespielt haben.

Das Album „Heintje und Ich“ ist als CD, DVD und sogar als Fan-Box im Handel oder online über Shop24Direct erhältlich:

CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Hein(tje) Simons hat Lingua & Musica dem Künstler bereits Anfang Dezember einen ausführlichen Artikel in zwei Teilen gewidmet:

Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

Ein 50-jähriges Bühnenjubiläum ist doch ein denkwürdiges Ereignis, das nicht allen Künstlern zuteil wird. Es verdient daher auch eine entsprechende Würdigung in dem sonst eher klassisch ausgerichteten Online-Magazin von Lingua & Musica.

Der sympathische Holländer Hein(tje) Simons hat sich inzwischen vom Kinderstar zum reifen Mann und einem „Urgestein“ der deutschen Unterhaltungsmusik entwickelt. Wir wollen ihm zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum alles Gute wünschen und heben das Glas auf Hein(tje)s Wohl: „Der Kandidat hat 100 Punkte“!

Soweit zum erfreulichen Teil dieses Beitrags. Doch wie bereits erwähnt, ist das heutige Datum auch mit einem traurigen Ereignis verbunden: dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens vor drei Jahren.

Der 3-jährige Todestag von Udo Jürgens

21. Dezember 2014: Udo Jürgens verstirbt unerwartet in der Schweiz

Heute vor genau drei Jahren, am 21. Dezember 2014, hat einer der ganz Großen im Musik- und Showbusiness die Bühne der Welt für immer verlassen: Udo Jürgens, der in Österreich geborene deutschsprachige Sänger, Komponist, Pianist und Entertainer, verstarb am 21. Dezember 2014 in Münsterlingen (Schweiz) ganz unerwartet an einem Herzinfarkt. Zwei Wochen zuvor, am 7. Dezember 2014, hatte er noch ein umjubeltes Konzert im Hallenstadion in Zürich gegeben.

„Mitten im Leben“ (so auch der Titel seiner letzten CD und Tournee) brach Udo Jürgens während eines Spazierganges in Gottlieben, Schweiz, plötzlich bewusstlos zusammen. Sein langjähriger Chauffeur und Freund Billy Todzo hatte noch versucht, ihn zu reanimieren und im nahegelegenen Gemeindeamt einen Defibrillator zu organisieren, um das Leben des Künstlers zu retten, doch seine Bemühungen und selbst die Wiederbelebungsversuche des sofort verständigten Notarztes blieben leider vergeblich. Um 16.25 verstarb Udo Jürgens im Spital in Münsterling.

Zum Gedenken an Udo Jürgens ist im Oktober 2017 auch eine CD-Kollektion mit dem Titel „Danke Udo!“ erschienen. Die Sammlung von fünf CDs ist im Handel und über Shop24Direct erhältlich:

https://www.shop24direct.at/produkt/danke-udo-2020278

Der heutige 21. Dezember steht also ganz im Zeichen dieser beiden bedeutenden Künstler. In drei Tagen ist Weihnachten. Wer noch ein passendes Weihnachtsgeschenk sucht, muss sich nun ein wenig sputen und findet hier vielleicht ein paar Anregungen!

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum

Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“

Hein Simons alias „Heintje“ feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Auf seiner neuen CD „Heintje und Ich“ singt er erstmals im Duett mit seinem jüngeren Ich – eine Weltsensation. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum ist soeben auch ein Buch mit dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen. Mit einer Weihnachtstournee meldet sich der sympathische, mittlerweile 62-jährige Holländer bei seinen Fans zurück.

Das Album „Heintje und Ich“ ist am 1. Dezember unter dem Label TELAMO erschienen und als CD, als DVD und sogar als Fan-Box im Handel oder online über Shop24Direct erhältlich:

CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox

Das Buch „Ich war Heintje“ ist im Giger Verlag erschienen und ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Stimmbruch und Entwicklungspause

Erst mit etwa 16 Jahren kam Heintje in den „Stimmbruch“, der allerdings bei ihm nie eine Mutation im üblichen Sinne war. Vielmehr veränderte sich seine Stimme ganz allmählich. Hein Simons erinnert sich: „Einen Stimmbruch im üblichen Sinne – also mit Kieksern und Überschlag – habe ich niemals gehabt. Ich habe aufgehört, weil ich schließlich als 16jähriger nicht mehr ‚Mama’ singen konnte. Weil sich die Themen der Lieder mit zunehmendem Alter zwangsläufig ändern müssen. Und weil ich auch selbst in so eine Art Entwicklungskrise geriet.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 6. Folge, 17.05.1979)

Dass seine Stimme langsam dunkler wurde, ist auf den letzten Aufnahmen des Kinderstars aus den Jahren 1971-1972 (besonders auf der Langspielplatte „Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n“ und der Weihnachtsplatte „Fröhliche Weihnacht überall“) deutlich zu hören. Es wurden also damals keine Aufnahmen als sog. „Konserven“ auf Eis gelegt, auch wenn seinerzeit solche Gerüchte im Umlauf waren.

1972 entschlossen sich Heintje und seine Manager zu einer sog. Entwicklungspause, damit der Kinderstar sich ganz in Ruhe, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, zu einem erwachsenen Sänger entwickeln und auch in körperlicher wie psychischer Hinsicht zu einem Mann heranreifen konnte.

Bereits während der Zeit seiner Entwicklungspause reifte in ihm der Plan, im belgischen Moresnet einen Reiterhof zu kaufen und sich mit dem Reitsport und der Pferdezucht ein zweites Standbein zu schaffen. Bereits einige Jahre zuvor war der gebürtige Holländer mit seinen Eltern ins belgische Neu-Moresnet gezogen. Dort hatte die Familie Simons die Villa „O sole mio“ erbauen lassen, wo Heins betagte Mutter Johanna Simons bis heute wohnt. Vater Hendrik Simons starb im Oktober 1988 (im Alter von nur 66 Jahren) an Lungenkrebs – als Folge einer Staublunge, die er sich durch seine langjährige und schwere Arbeit als Bergmann unter Tage zugezogen hatte.

Mitte der Siebziger Jahre konnte Hein Simons seinen Plan in die Tat umsetzen und kaufte im belgischen Ort Moresnet, einer Teilgemeinde von Plombières, das Gut Schimper, das er bis heute bewohnt und wo er einen Reitstall und Einstellbetrieb unterhält. Gut Schimper, dessen Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, ist auch Sitz des dortigen Reitvereins und bietet zahlreiche Einstellplätze mit Weidegang, nicht nur für Hein Simons’ eigene Pferde, sondern auch für etwa 50 – 60 weitere Pferde anderer Besitzer.

Vorbereitungen auf das Comeback  

Während seiner Entwicklungspause widmete sich Hein(tje) vorwiegend seinen Pferden und dem Reitsport. Im Sommer 1973 nahm er sogar einige Trainingsstunden bei dem bekannten deutschen Springreiter Alwin Schockemöhle.

Daneben „bastelte“ er zusammen mit seinem Manager Addy Kleijngeld und seinem Produzenten Wolfgang Roloff an seiner zweiten Karriere als Sänger.

Im Frühjahr 1973 begab er sich auf eine Tournee nach Indonesien, die für den nun fast erwachsenen Sänger zu einem umjubelten Erfolg wurde. Die Konzertreise diente quasi als Test, wie seine nun gereifte Stimme von den Fans wohl angenommen würde. Die Tournee durch Indonesien wurde ein triumphaler Erfolg für den nun fast erwachsenen Sänger. Allein zum Konzert im Fußballstadion von Djakarta kamen 20.000 Menschen! Schon bei seiner Ankunft am Flughafen wurde er von einer begeisterten Menge empfangen: „Ich war fast 18, noch kein Mann und auch kein Kind mehr. Um zu testen, welche Chancen ich als halb Erwachsener beim Publikum habe, machten wir eine Tournee durch Indonesien. Zwar wusste ich, dass ich dort nicht ganz unbekannt war. Aber mit einem solchen Empfang hatte ich niemals gerechnet. Auf dem Flughafen von Djakarta waren schon Tausende von Menschen versammelt. Im offenen Wagen wurde ich durch die Stadt gefahren, überall waren Transparente gespannt, überall jubelten die Menschen. Ich schaute mich immer um, ob nicht doch irgendein ‚hohes Tier’ gemeint wäre. Aber nein, der ganze Trubel galt mir allein. Es wurde sogar ein ganzes Hotel für uns angemietet, das aber Tag und Nacht von Fans umlagert war. Ich musste über den Balkon klettern, wenn ich zum Auftritt wollte.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Der Erfolg seiner Auftritte im fernen Osten bestärkte den jungen Sänger, im Herbst des Jahres 1973 unter dem Namen Heintje Simons ein Comeback zu wagen.

Und wieder war es Peter Alexander, der dem erwachsenen Sänger im Dezember 1973 in seinem vorweihnachtlichen Wunschkonzert den Weg für sein Comeback ebnete. Das Lied, mit dem sich Heintje Simons damals in der Peter-Alexander-Show präsentierte, hieß „Ich denk an dich“. Es handelte sich dabei um die deutsche Version des altirischen Volksliedes „Londonderry Air“, auch bekannt als „Danny Boy“. „Ich denk an dich“ war auch der Titel seiner ersten Langspielplatte als erwachsener Sänger. Bereits ein Jahr darauf erschien seine LP „Junger Mann mit 19“. Beide Alben waren eigentlich sehr ansprechend gelungen; die Texte waren dem Alter entsprechend, und die eher volkstümlich angelegten Melodien passten durchweg sehr gut zu der schönen, jetzt baritonal gefärbten  Stimme des jungen Sängers, die eine gewisse Tendenz zum Tenor erkennen ließ.

Die zweite Karriere des Hein(tje) Simons

Trotz seiner immer noch sehr schönen Stimme wurde es in den folgenden Jahren für Hein Simons immer schwieriger, an seine früheren Erfolge anzuknüpfen. Von der LP „Ich denk an dich“ wurden rund 280.000 Exemplare verkauft – was ja im Grunde schon eine ganz beachtliche Zahl ist. Doch leider wurde dieses Ergebnis immer wieder an Heintjes früheren Erfolgen und den 60 Millionen verkauften Tonträgern seiner Zeit als Kinderstar gemessen und – unfairerweise – nur noch als mäßiger Erfolg gewertet. Vermutlich war diese Entwicklung auch eine Folge der zunehmenden anglo-amerikanischen Einflüsse auf dem deutschen Schlagermarkt.

Hein Simons selbst sagte dazu einmal in seiner bodenständigen Art: „Vielleicht haben wir damals den Fehler gemacht, nur einen halben Schritt zu machen und nicht einen ganzen. Vielleicht hatte ich zu spät aufgehört und zu früh wieder angefangen. Vielleicht waren die Lieder falsch ausgewählt. Vielleicht und noch mal vielleicht. Erfolg lässt sich nicht programmieren und auch nicht manipulieren. Was wohl auch ganz gut ist. Die Krise jedenfalls, von der ich geglaubt hatte, sie überwunden zu haben, begann jetzt erst. Im Fernsehen bekam ich nicht einen einzigen Auftritt mehr. Von meiner Plattenfirma kam auch keine Unterstützung. Dabei hatte ich gerade von denen noch Sätze im Ohr wie: ‚Wir sind doch alle eine große Familie.’ Nur, als ich sie brauchte, war keiner da. Auch keiner von den sogenannten Freunden, die zu meiner erfolgreichen Zeit immer so zahlreich zur Stelle waren.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Höhen und Tiefen

Im März 1974 musste der junge Sänger einen schweren Rückschlag verkraften: Auf Einladung von Radio Luxemburg sollte er in der Dortmunder Westfalenhalle auftreten, doch wegen einer starken Erkältung konnte er leider nicht singen. Der wohlwollende, spontane Applaus des Publikums überwältigte den sensiblen Künstler derart, dass er seine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Hein Simons äußerte sich einmal selbst zu diesem Erlebnis, das damals leider auch böse Schlagzeilen auslöste: „Ich erinnere mich noch gut an eine Löwen-Verleihung. Radio Luxemburg hatte mich eingeladen, im Rahmenprogramm in der Dortmunder Westfalenhalle aufzutreten. Ausgerechnet da bekam ich eine schwere Erkältung. Ich konnte nur krächzen, so heiser war ich. Dass damit der Auftritt ins Wasser fiel, war klar. Frank Elstner holte mich trotzdem auf die Bühne, um mich wenigstens dem Publikum vorzustellen. Zehntausend Menschen klatschten und trampelten mit den Füßen. Aber ich konnte nicht für sie singen. Ich konnte mich auch nicht beherrschen und habe geweint. Doch man darf seine Gefühle wohl nicht zeigen. Angeblich hatte jeder Verständnis, aber am nächsten Tag lauteten die Schlagzeilen: „Heintje versagte die Stimme – Das Goldkehlchen ist verstummt.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Dies ist leider ein trauriges, aber auch typisches Beispiel dafür, wie in der Presse Tatsachen verdreht werden und Gerüchte entstehen!

Damals, als die Schlagerbranche Hein Simons allmählich fallen ließ, machte der junge Sänger aus der Not eine Tugend und trat vermehrt in Volksmusiksendungen auf. Im Herbst 1974 ging er zusammen mit den „Lustigen Musikanten“ (benannt nach der gleichnamigen Radiosendung im Deutschlandfunk) auf Tournee. Diese Konzertreise verlief für den jungen Sänger – allen Unkenrufen zum Trotz – recht erfolgreich und führte ihn auch in den westfälischen Ort Kaunitz, wo die Autorin dieses Artikels das Glück hatte, ihn erstmals live zu erleben.

Im Frühjahr 1975 folgte eine Tournee durch Südafrika. Auf dieser Konzertreise trug Hein Simons Lieder in mehreren Sprachen vor (Englisch, Deutsch, Holländisch und Afrikaans). Aus diesem Anlass erschienen im selben Jahr auch zwei Alben in Afrikaans.

Auf einer Deutschland-Tournee mit Freddy Brock im Jahre 1976 zeigte Hein Simons noch eine weitere Seite seines künstlerischen Talents: Mit gelungenen Parodien bekannter Sänger-Kollegen wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Karel Gott und Rudi Carrell konnte er nicht nur als Sänger, sondern auch als Entertainer überzeugen.

Dann musste der junge Sänger erneut einen schweren Schlag verkraften: Heintjes Manager Addy Kleijngeld starb 1977 mit nur 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Sein viel zu früher Tod traf Hein Simons in einer wichtigen Phase seiner Karriere als erwachsener Sänger. Nun war er quasi auf sich allein gestellt und musste sich neu orientieren.

In den späten 70er Jahren trat Hein Simons vermehrt auf Kaffeefahrten auf. Diese Auftritte fanden vorwiegend auf seinem Reiterhof, aber auch im norddeutschen Raum statt, wo die Autorin ihn 1977 zweimal erleben konnte (in Schneverdingen und Fallingbostel).

1978 war Hein Simons zu Gast in der Fernsehshow „Glück und Glas“. Hans Hubberten hatte ihn eingeladen, in der von ihm produzierten Show seine Parodien zum Besten zu geben. Im selben Jahr gelangte Hein Simons mit seinem Titel „Und das alles nur, weil wir uns lieben“ sogar in die Hitparade von Dieter Thomas Heck. Im Juni 1979 hatte Hein Simons erneut zwei größere Fernsehauftritte: in der Galasendung der Fernsehlotterie und in Gisela Schlüters „Zwischenmahlzeit“, wo er zusammen mit Andrea Jürgens im Duett sang.

In den Jahren 1979 – 1980 war Hein Simons auch als Rundfunk-Moderator tätig: Beim holländischen Sender Hilversum 3 präsentierte er regelmäßig montags seine Sendung „Showparade“. Dazu lud er auch Studiogäste ein und machte Interviews mit anderen Künstlern. Hein Simons über sein Interview mit Udo Jürgens: „Mein erster Partner war Udo Jürgens. Wir trafen uns in Wien bei einer Gala. Ausgerüstet mit meinem Tonband ging ich auf ihn zu und bat ihn um ein Interview. Erst dachte Udo, ich wollte ihn auf den Arm nehmen. Schließlich ist es ja sehr ungewöhnlich, wenn ein Sänger den anderen interviewt. Doch dann haben wir ein hervorragendes Gespräch über Musik im Besonderen und im Allgemeinen geführt.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 8. Folge, 31.05.1979)

Auf seiner LP „Ich habe Freunde“ aus dem Jahre 1979 erschienen erstmals auch zwei von ihm selbst komponierte Titel: „So schön könnt’s immer sein“ und „Mädchen“. Auch in den folgenden Jahren brachte der erwachsene Hein Simons unermüdlich neue Schallplatten-Produktionen heraus, komponierte sogar selbst Songs und tingelte durch größere und kleinere Städte. – 1980 begab er sich noch einmal über den großen Teich: Bei seinen Konzerten in Kanada und Amerika wurde er vom Publikum begeistert aufgenommen.

Seit den 1990er Jahren trat Hein Simons wieder häufig in Volksmusiksendungen auf und erreichte so abermals eine große Fan-Gemeinde. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eröffneten sich dem längst erwachsenen Sänger und Familienvater ungeahnt neue Perspektiven: In der ehemaligen DDR wurden seine Schallplatten ein Renner. Nun konnte er auch in den neuen Bundesländern an seine großen Erfolge anknüpfen.

Immer wieder zog es ihn auf die Bühne – jene Bretter, die die Welt bedeuten. Bei seinen Auftritten – wenn auch jetzt in kleinerem Rahmen – ist der Sänger nach wie vor erfolgreich und begeistert seine Fans bis heute – mittlerweile sogar generationenübergreifend. Jedes Jahr im August veranstaltet er auf seinem Reiterhof eine Art Hoffest mit Live-Musik und Reitvorführungen. Das lassen sich seine zahlreichen Fans nicht nehmen: Aus allen Teilen Deutschlands und der Niederlande reisen sie an, um ihren Lieblingssänger hautnah zu erleben. Auch die Mitglieder des Internationalen Hein Simons Fanclubs nutzen die Gelegenheit, ihren Hein(tje) persönlich zu treffen.

Hein Simons, der Familienmensch

Trotz seiner großen Erfolge ist Hein Simons stets bescheiden und bodenständig geblieben. Nach eigener Aussage ist er ein richtiger Familienmensch.

Am 11. Dezember 1981 heiratete Hein Simons die Kosmetikerin Doris Uhl aus Aachen. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Pascal Hendrik Georg (*1982), Gina Silvana (*1989) und Hendrik (*1992). Der Familienvater hat stets Wert darauf gelegt, dass seine Kinder ganz normal aufwachsen konnten.

Was das Singen angeht, sind seine Kinder nicht in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters getreten – bis auf eine Ausnahme im April 1998: In der Show „Das Frühlingsfest der Volksmusik“ sang Hein Simons erstmals mit seiner Tochter Gina im Duett („Ein bisschen Sonnenschein“).

Hein Simons’ Kinder sind ebenfalls begeisterte Reiter, der jüngste Sohn Hendrik arbeitet sogar als Hufschmied. Der älteste Sohn Pascal ist Bauschlosser und Tochter Gina Bankkauffrau.

Leider ist die Ehe des Familienmenschen Hein Simons doch nicht so glücklich verlaufen, wie er sich das erhofft hatte: Im Jahre 2014 – nach 33 Ehejahren! – trennte sich Ehefrau Doris von Hein Simons (angeblich wegen eines anderen Mannes). Auf die Frage, was denn wohl seine größte Niederlage gewesen sei, antwortete der inzwischen 62-Jährige kürzlich in einem Interview: „Das Scheitern meiner Ehe.“ Bis zu seiner Scheidung 2014 wohnte Hein Simons gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf Gut Schimper. Nach wie vor wohnen die beiden Söhne auf dem Gut, und Tochter Gina wohnt mit ihrer Familie im Nachbarort.

Im Sommer 2015 – pünktlich zu seinem 60. Geburtstag – ist Hein Simons Opa geworden und wird schon sehr bald dreifacher Großvater sein: Zu seinen beiden Enkelkindern Romy (von Tochter Gina) und Collin (von Sohn Hendrik) wird sich bald ein drittes gesellen, denn voraussichtlich im Februar 2018 wird seine Tochter Gina ihr zweites Kind zur Welt bringen.

Zwangspause durch gesundheitliche Probleme

In den vergangenen Jahrzehnten meinte es das Schicksal offenbar nicht immer so gut mit Hein Simons. Zunächst musste der einst begeisterte Fußballer wegen eines Kreuzbandrisses das Fußballspielen (sein zweites großes Hobby neben dem Reiten) aufgeben. Vor einigen Jahren erkrankte Hein Simons an einer Lungenembolie, die sein Leben ernsthaft gefährdete, von der er sich aber Gott sei dank inzwischen gut erholt hat.

Vor einiger Zeit zwangen ihn gesundheitliche Probleme erneut zu einer längeren Bühnenabstinenz: Infolge akuter Herzrhythmusstörungen musste sich Hein Simons einer Herzoperation unterziehen; dabei wurde dem Sänger ein Defibrillator eingesetzt. Gott sei dank ist der Eingriff gut verlaufen, und der Sänger hat sich inzwischen soweit erholt, dass er nun wieder Auftritte absolvieren und sogar auf Tournee gehen kann. Er kann das Singen einfach nicht lassen – und das ist auch gut so!

Die runden Geburtstage 2005 und 2015

Anlässlich des 50. Geburtstages von Hein Simons am 12. August 2005 entstand das Album „Ich sag’ Danke“, das damals viel Beachtung fand. Eine besondere Rarität ist die im Jahre 2006 gemeinsam mit dem damals 102-jährigen Johannes Heesters aufgenommene CD mit den beiden Nummern „Plaisir d’amour“ und „Bunte Tulpen“. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Hein Simons 51 Jahre und damit gerade einmal halb so alt wie sein holländischer Landsmann. (Die beiden Titel sind auch auf der CD „Männer sind einfach zu gut“ erschienen.)

Im Jahr 2014 veröffentlichte Hein Simons unter dem Titel „Thuis“ (Zu Haus) nach vielen Jahren wieder ein Album in holländischer Sprache, das von seinen Landsleuten begeistert aufgenommen wurde. Anlässlich seines 60. Geburtstages erschien im September 2015 seine CD „Vertrau auf dein Herz“.

Das Jubiläumsjahr 2017

Zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum haben Hein und seine Produzenten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Auf seiner neuen CD „Heintje und ich“ singt der erwachsene Hein Simons mit dem Kinderstar Heintje im Duett! – Eine Weltsensation, denn es ist das erste Mal, dass ein Sänger mit sich selbst – mit seinem jüngeren Ich – im Duett singt. Die moderne Technik macht dies möglich.

Produzent Christian Geller über das aufwändige Verfahren: Da die vierspurigen Tonbänder mit den alten Aufnahmen im Laufe der Zeit verkleben, mussten sie zunächst in einem speziellen Backofen aufbereitet werden. Danach konnten die Bänder nur ein einziges Mal abgespielt werden. Dieses aufwändige Verfahren birgt natürlich auch das Risiko einer Zerstörung der alten Tonbänder. Um für die Nachwelt erhalten zu bleiben, mussten die Aufnahmen also gleich während des Abspielens digitalisiert werden. Die Spuren mit dem ursprünglichen Orchester und Chor wurden im Zuge der Neueinspielung durch einen neuen Orchestersound ersetzt. Dazu wurde die Stimme des erwachsenen Hein Simons im Studio neu eingespielt. Die Texte wurden von Textdichter Tobias Reitz neu bearbeitet und so adaptiert, dass sie den Inhalt aus der Sicht des erwachsenen Sängers wiedergeben. Die Arrangements sind sehr gut gelungen, und Hein Simons’ angenehmes Timbre kommt bei diesen alten Nummern – gerade auch in der etwas höheren Baritonlage – sehr gut zur Geltung. Es handelt sich also um eine Rarität, die im Schallplattenarchiv eines echten Heintje-Fans nicht fehlen sollte!

Rechtzeitig zum Jubiläum ist im Giger Verlag am 15. November auch das Buch „Ich war Heintje“ von Jan Adriaan Zwarteween erschienen. Man erfährt darin auch viele interessante Details, die sich damals hinter den Kulissen so abgespielt haben.

Vom 1. bis 27. Dezember 2017 geht Hein Simons zusammen mit Maximilian Arland und Fernando Express auf eine Weihnachtstournee, die ihn in verschiedene Städte der neuen Bundesländer führt.

Gute Wünsche zum 50-jährigen Jubiläum

Nach sage und schreibe 50 Jahren im Showgeschäft kann man Hein Simons mit Recht als „Urgestein“ der deutschen Unterhaltungsmusik bezeichnen. Nach all den großen Erfolgen, aber auch Rückschlägen, die Hein Simons in letzter Zeit durchlebt hat, bleibt mir als Autorin dieses Artikels nur noch, dem Sänger alles Gute zum 50-jährigen Jubiläum und viel Erfolg für die Weihnachtstournee zu wünschen.

Möge der sympathische Sänger, der trotz seiner Erfolge stets bodenständig und bescheiden geblieben ist, noch viele Jahre seine Fans mit seinen Liedern erfreuen! Und möge es nun zum Jubiläum auch gesundheitlich und privat wieder aufwärts gehen!

Sylvia Kreye, Wien

Hier geht’s zum Teil 1:

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

Neuerscheinungen zum 50-jährigen Jubiläum

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei Telamo erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
Als DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Als Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox

http://telamo.click/Hein_Simons_Heintje_und_ichFA

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel, über Shop24Direct oder amazon zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

https://www.amazon.de/Ich-war-HEINTJE-Kinderstar-unvergesslichsten/dp/3906872416

Karten für die Weihnachtstournee sind bei Eventim erhältlich:

http://www.eventim.de/Tickets.html?affiliate=EVE&doc=artistPages%2Ftickets&fun=artist&action=tickets&erid=1932428&includeOnlybookable=true&xtmc=hein_simons&xtnp=1&xtcr=1

Diskographie

1967 Dit is Heintje
1968 Heintje
1969 Ich sing’ ein Lied für Dich
auch bekannt als: Liebe Sonne, lach doch wieder
1970 Dein schönster Tag
auch bekannt als: Ein Strauß voll bunter Blumen
Herzlichst Heintje
1971 Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n
1973 Ich denk’ an dich
auch bekannt als: Ik denk aan jou (Niederländische Version)
1974 Junger Mann mit 19
1975 Suid-Afrika, Jou Hart Is Weer Myne
Heintje sing van liefde en verlange
1978 Ich habe Freunde
1989 Herzensmelodie
1992 Ich hab’ so lange gesucht nach dir
1994 Die Heimat darfst du nie vergessen
1996 Mein zweites Leben
1998 Ich schenk’ dir meine Liebe
1999 Noch einmal mit Gefühl
2001 Heute und ein bisschen gestern
2002 Rück ein Stückchen näher
2003 Von Herz zu Herz
2004 Frauen sind was Wunderbares
2005 Ich sag’ Danke
2006 Männer sind einfach zu gut
2008 Träum’ mit mir
2009 Alles halb so schlimm
2011 Leb deinen Traum
2014 Thuis
2015 Vertrau auf dein Herz
2017 Heintje und Ich

Quellen

  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje – vom Lausbub zum Star. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1969, 54321 (Bestell-Nr. 6961), 1969.
  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje und sein großer Freund Peter Alexander. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1970, 54321 (Bestell-Nr. 8488).
  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje: Alle meine Tiere. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1971.
  • Hans-Joachim Eberwein: Heintje. Lizenzausgabe für die Neue Schweizer Bibliothek, Sonderdruck der BUNTEN ILLUSTRIERTEN, Hrsg. Dr. Franz Burda, Burda Druck und Verlag, Offenburg/Baden 1971.
  • „Heintje – Jetzt rede ich“, Serie in 8 Teilen, aufgezeichnet von Heidemarie Lammert, „Frau mit Herz“, 12.04.-31.05.1979
  • Wikipedia, Heintje: https://de.wikipedia.org/wiki/Heintje
  • Internationaler Hein Simons Fanclub, Biographie: http://www.heinsimons.com/html/biography.html
  • Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje – Zum 50-jährigen Jubiläum, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer, Giger Verlag, CH-Altendorf, 1. Auflage 2017
  • Heintje und Ich – das TV Spezial 2017, Deutsches Musikfernsehen, Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer, auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=S55A_twlfEA

Bildquellen

Teil 1: Coverfoto der CD „Heintje und Ich“ und des Buches „Ich war Heintje“. © Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Teil 2: Pressefoto Hein Simons (20170517 Telamo45653) Fotocredit: German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

 Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum


Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

Hein Simons alias „Heintje“ feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Auf seiner neuen CD „Heintje und Ich“ singt er erstmals im Duett mit seinem jüngeren Ich – eine Weltsensation. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum ist soeben auch ein Buch mit dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen. Mit einer Weihnachtstournee meldet sich der sympathische, mittlerweile 62-jährige Holländer bei seinen Fans zurück.

Das Album „Heintje und Ich“ ist am 1. Dezember unter dem Label TELAMO erschienen und als CD, DVD und sogar als Fan-Box im Handel oder online über Shop24Direct erhältlich:

CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox

Das Buch „Ich war Heintje“ ist im Giger Verlag, Schweiz, erschienen und ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

50 Jahre Hein(tje) Simons

Wie schnell die Zeit vergeht! Am 12. August 2015 konnte Hein Simons alias „Heintje“, der vielen von uns noch als Kinderstar und kleiner Lausbub mit großer Stimme in Erinnerung ist, seinen 60. Geburtstag vollenden. Das ist nun schon wieder mehr als zwei Jahre her!

In diesem Jahr gibt es wieder einen Grund zum Feiern: das 50-jährige Jubiläum von Hein(tje) Simons! Bereits am 25. November vor 50 Jahren kam Heintjes erste Single „Mama“ heraus. Und am 21. Dezember, genau vor 50 Jahren, hatte der 12-jährige Heintje seinen ersten Fernsehauftritt in Vico Torrianis Show „Der Goldene Schuss“. Er sang „Mama“, sein Auftritt dauerte nur 55 Sekunden – 55 Sekunden, die alles entscheiden sollten und den Kinderstar über Nacht berühmt machten!

Obwohl sich Lingua & Musica in erster Linie mit klassischer Musik und Oper befasst, habe ich mich als Autorin entschlossen, das 50-jährige Jubiläum zum Anlass zu nehmen und dem Sänger Hein Simons an dieser Stelle einen ausführlichen Artikel zu widmen – hat er doch meine Generation und die Popularmusik der 60er und 70er Jahre wesentlich mitbestimmt.

Ein 50-jähriges Jubiläum ist – gerade in unserer schnelllebigen Zeit – ein besonderes Ereignis, das nur wenigen Künstlern zuteil wird. Immerhin hat der einstige Kinderstar mit seiner Musik nicht nur meine Jugend entscheidend geprägt, sondern auch damals schon mein Interesse am Gesang geweckt. Lang, lang ist’s her! Damals – noch lange bevor ich meine Liebe zur Oper und zur klassischen Musik entdeckte – da hatte der kleine Junge mit der großen Stimme aus Holland auch mein Herz im Sturm erobert!

Wir erinnern uns…

Es war in den wilden 60ern und frühen 70ern: Ich war fast im Teenager-Alter, als die Studentenunruhen das bürgerliche Deutschland in Aufruhr versetzten, als die berüchtigte Baader-Meinhof-Bande (die spätere RAF) mit ihren Anschlägen Angst und Schrecken verbreitete.

Zu jener Zeit stürmten die Beatles gerade die Hitlisten und sorgten für Aufregung in den biederen deutschen Familien. Während die echten „68er“ auf die Beatles und die Rolling Stones geradezu „abfuhren“, wurde ich auf einen holländischen Jungen aufmerksam, der gerade einmal vier Jahre älter war als ich und mit glockenheller, klarer und kräftiger Stimme Lieder sang, die einfach zu Herzen gingen: „Mama“, „Zwei kleine Sterne“, „Du sollst nicht weinen“, „Ich bau dir ein Schloss“. Nicht zu vergessen das berühmte „Mamatschi, schenke mir ein Pferdchen“, das mich als Pferdefreundin schon damals sehr angerührt hat.

Der Kinderstar Heintje, der sich binnen kurzer Zeit in die Herzen von Millionen sang, verstand es nicht nur, die Mamas und Omas zu Tränen zu rühren, sondern auch einem kleinen Mädchen wie mir gehörig den Kopf zu verdrehen! Künstler wie Peter Alexander und Udo Jürgens bewunderte ich, aber Heintje verehrte ich, für ihn schwärmte ich – und das viele Jahre lang! Dann hatte ich diesen Künstler ein wenig aus den Augen verloren. Doch jetzt, zum 50-jährigen Bühnenjubiläum des Hein(tje) Simons, werden diese Ereignisse plötzlich wieder lebendig. Als ich im Zuge meiner Recherchen für diesen Artikel das beinahe schon vergessene und verstaubte Heintje-Archiv wieder hervorkramte, wurden die alten Erinnerungen wieder geweckt, als wenn das alles erst gestern gewesen wäre! Doch wenden wir uns zunächst seiner Biographie zu.

Caruso und Robertino als Vorbilder

Heintje wurde am 12. August 1955 unter dem bürgerlichen Namen Hendrik Nikolaas Theodoor Simons im holländischen Heerlen geboren. Sein Vater Heinrich war Bergmann und wurde wegen einer Staublunge schon sehr früh pensioniert. Damit die Familie einigermaßen über die Runden kam, eröffnete Heintjes Mutter Johanna eine kleine Gastwirtschaft in Bleijerheide bei Kerkrade: die „Hanny-Bar“. In dieser Bar gab es eine Jukebox, die neben den gängigen Schlagern auch Aufnahmen von den großen Tenören spielte. Besonders Caruso und der italienische Kinderstar Robertino Loreti haben es dem kleinen Heintje angetan. Er sang die Lieder von Robertino nach und konnte „Mamma“ (italienische Versio) und „O sole mio“ innerhalb kurzer Zeit auswendig. Schon bald wurden die Gäste auf die Stimme des kleinen Holländers aufmerksam, und Heintje verdiente sich seine erste Gage in Form von drei Tafeln Schokolade!

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Heintje damals – ebenso wie der spanische Tenor José Carreras – durch den Film „Der große Caruso“ wesentlich dazu inspiriert wurde, Sänger zu werden. Der Film mit Mario Lanza in der Hauptrolle muss seinerzeit eingeschlagen haben wie eine Bombe und hatte offenbar gerade für junge Sänger eine unglaublich starke Wirkung. Heintje war von dem Film über das Leben Carusos tief beeindruckt: „Ich war elf Jahre alt, als ich zum ersten Mal einen Film über ihn sah. Als ich aus dem Kino herauskam, wusste ich: so wie Caruso, so wollte ich werden. So schön singen können, so großen Erfolg haben, überall so gefeiert werden. Nachts in meinen Träumen sah ich das ständig vor mir und durchlebte es regelrecht.“ (Zitat von Heintje aus der Serie: Jetzt rede ich! 3. Folge, Frau mit Herz, 26.04.1979)

Eine Stimme, die zu großen Hoffnungen berechtigt

Heintje sang damals nicht nur in der elterlichen Gaststätte, der Hanny-Bar, sondern ab und zu auch in der Nachbar-Gaststätte eines Bekannten namens Jo Austen: „Mit elf Jahren hab ich sogar schon getingelt. In die Nachbar-Gaststätte von Jo Austen. Jo war es auch, der zu mir sagte: ‚Heintje, du hast eine tolle Stimme. Geh doch mal zum Professor Kukelkorn.’ Das war der Chorleiter von den ‚Maastricher Stars’, einem ganz bekannten Kinderchor. Doch als meine Eltern mit mir hinfuhren, war der Professor gar nicht so begeistert. Er meinte, ich sollte erstmal Gesangsunterricht nehmen. Da war ich vielleicht unglücklich! Aber meine Mutter tröstete mich und meinte: ‚Dann gehst du eben mal zum Talentwettbewerb.’ Und schon strahlte ich wieder, denn ich habe wirklich gern gesungen.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 2. Folge, 19.04.1979)

Es ist nur allzu verständlich, dass die Reaktion des Chorleiters den jungen Sänger zunächst entmutigt hatte. Als ausgebildete Sängerin bringt es mich auf die Palme, wenn ich lese, wie engstirnig und ablehnend einige Gesangsprofessoren doch sein können und welche Konsequenzen es für einen jungen Sänger haben kann, wenn durch den „Tunnelblick“ gewisser Lehrer (meist ohnehin keine richtigen Sänger) ein solches Talent nicht erkannt wird! Nun ja, Heintje hat trotzdem seine Karriere gemacht! Aber wie viele andere werden durch die Inkompetenz und das mangelnde Einfühlungsvermögen gewisser „Experten“ kaputt gemacht?

Diese Geschichte mag auch erklären, warum der erwachsene Sänger Hein Simons nach seinem Stimmbruch von einer klassischen Gesangsausbildung Abstand nahm und es letztlich doch vorzog, der Schlagerbranche treu zu bleiben – was eigentlich sehr schade ist, wenn man bedenkt, dass selbst avancierte Opernsänger/innen ihm damals eine große Karriere voraussagten. Viele meinten sogar, er könne ein „zweiter Caruso“ werden. In den großen Fernsehshows der 70er Jahre sah man den Kinderstar immer wieder auch an der Seite von großen Opernsängern und Opernsängerinnen.

Wenn ich mich recht erinnere, war es die Sopranistin Erna Berger, die über den Kinderstar einmal sagte: „Heintje hat eine Stimme, die auch nach der Mutation noch zu großen Hoffnungen berechtigt“. Und keine Geringere als Anneliese Rothenberger war damals des Lobes voll: „Du bist also der kleine Junge, der so eine große Stimme hat!“ (Serie: Jetzt rede ich! 3. Folge, Frau mit Herz, 26.04.1979) 

Operettenkönig Robert Stolz sah bereits 1970 bei dem Kinderstar Heintje eine „Revolution ohne Stimmbruch“ voraus. Schon damals war Professor Robert Stolz der Meinung, Heintje habe seinen Stimmbruch bereits „übersungen“, und hörte ihn als zukünftigen Bariton. Anlässlich der Gala zu seinem 90. Geburtstag komponierte Robert Stolz sogar zwei Lieder für Heintje: „Mondlicht geht durch alle Bäume“ und „Bei uns zu Haus ist es schön.“

Im Frühjahr 1971 war Heintje an der Seite des Tenors Rudolf Schock in der Fernsehshow „Wünsch dir was“ mit Vivi Bach und Dietmar Schönherr zu sehen. Ich erinnere mich noch gut an jenes Interview, das Heintje damals in dieser Fernsehshow gab: Als er nach seinen Zukunftsplänen gefragt wurde, antwortete der damals 15-Jährige, er könne es sich gut vorstellen, nach dem Stimmbruch eine Laufbahn als Opernsänger wie Rudolf Schock einzuschlagen. Diese Aussage hatte mich schon damals als Kind sehr beeindruckt. Er schien genau zu wissen, was er wollte. Das passte ja auch zu dem Umfeld, das den holländischen Kinderstar geprägt hatte, als er in der Gaststätte seiner Eltern die Lieder der großen italienischen Tenöre wie Benjamino Gigli und Enrico Caruso schmetterte.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was wäre wohl aus dem ehemaligen Kinderstar Heintje geworden, wenn er damals nach dem Stimmbruch einen wohlwollenden Mentor gefunden hätte, der es verstanden hätte, seine kräftige, nach der Mutation baritonal gefärbte Stimme im Belcanto auszubilden?

Vermutlich wäre er ein lyrischer Bariton (oder gar Tenor?) geworden und hätte – wie seine großen Vorbilder – als Opern- oder Operettensänger Karriere machen können. Vielleicht wäre seine zweite Karriere mit einer klassisch ausgebildeten Stimme sogar noch erfolgreicher verlaufen als die erste. Zumindest aber hätten sich ihm dadurch ganz andere Möglichkeiten eröffnet. Eigentlich hätte dieser begabte Sänger mit seiner Stimme doch viel mehr erreichen können, als sich nur allein auf Schlager zu beschränken. So verständlich es auch ist, dass Hein Simons sich nach dem Stimmwechsel wieder in der Branche etablieren wollte, die er ja schon in- und auswendig kannte, so ist es dennoch schade, dass er die Option einer klassischen Gesangsausbildung (und somit die Chance, ein „zweiter Caruso“ zu werden) offensichtlich gar nicht mehr in Betracht gezogen hat.

Große Schallplattenerfolge

Doch zurück zur Biographie: Wie bereits erwähnt, war es vor allem seine Mutter, die Heintje dazu ermutigt hatte, im Jahre 1966 an einem Talentwettbewerb im holländischen Schaesberg teilzunehmen. Dort sang er das Lied „Mamma“ (sogar auf Italienisch!) und gewann prompt den ersten Preis.

Daraufhin wurde Addy Kleijngeld, ein niederländischer Musiker und Produzent, auf ihn aufmerksam. Addy Kleijngeld wurde Heintjes Manager und komponierte auch die meisten Titel für ihn. Addy Kleijngeld, der unter dem Künstlernamen „Ronny“ bekannte Sänger und Produzent Wolfgang Roloff und der Textdichter Hans Hee bildeten damals jenes einzigartige Team, das Heintje während seiner gesamten Karriere beratend zur Seite stand. Nach eigenen Aussagen von Hein Simons ging es damals stets sehr familiär zu, und er wurde zu nichts gezwungen. Mit Addy Kleijngeld hatte er nicht einmal einen offiziellen Vertrag. Addy Kleijngeld sorgte jedoch seinerseits dafür, dass seinem Schützling stets faire Verträge angeboten wurden.

Am 14. August 1967 nahm Heintje seine erste Schallplatte auf Niederländisch auf: „Mama“ und „Ik vergeet je niet“ („Ich vergess dich nicht“, die holländische Version der neapolitanischen Kanzone „Non ti scordar di me“ von Ernesto de Curtis). An seine erste Plattenaufnahme im Bavohuis in der Sumatrastraat in Amsterdam kann sich Hein Simons noch gut erinnern: „Da sah ich zum ersten Mal in meinem Leben ein großes Orchester, eine Harfe, die Streicher, die Cellos, die Bläser und das Schlagzeug. Ich war ein bisschen verwirrt durch diesen Anblick. Hinter dem Technikpult saß Luc Ludolph, ein Ass in Sachen Ton. Er hatte seine eigene Apparatur im Bavohuis aufgestellt, weil er hier für verschiedene Plattenfirmen, so auch für CNR, Aufnahmen machte. Vor dem Orchester stand Addy Kleijngeld, dirigierte und gab Anweisungen. Ich fühlte mich wie eine kleine Maus in einem Käseladen und eigentlich auch etwas verloren.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer,  1. Auflage 2017, © Giger Verlag, CH-8852 Altendorf, S. 57-58)

1967 erschien die deutsche Version des Liedes „Mama“, zunächst als Single in Kombination mit „Zwei kleine Sterne“. Der Titel „Mama“ hielt sich fast ein ganzes Jahr lang in den Charts und war 1968 die meistverkaufte Single in Deutschland. Schon wenig später kam eine weitere Single heraus: „Du sollst nicht weinen“ (eine Neuinterpretation des mexikanischen Titels La Golondrina) und „Ich bau dir ein Schloss“.

In der steilen Karriere des Kinderstars Heintje folgte in den darauffolgenden Jahren ein Hit nach dem anderen: „Oma so lieb“, „Ich sing ein Lied für dich“, „Liebe Sonne, lach doch wieder“, „Eine kleine Abschiedsträne“, „Kleine Kinder, kleine Sorgen“, „Scheiden tut so weh“, „Der schönste Tag in deinem Leben“, „Geh deinen Weg“, „Schneeglöckchen im Februar“ und viele andere mehr. Auch die beiden Weihnachtsalben „Weihnachten mit Heintje“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ waren ein großer Erfolg. Viele seiner Titel, ganz besonders sein berühmtes „Mama“, wurden zu Ohrwürmern, welche – ungeachtet der historischen und gesellschaftlichen Ereignisse – inzwischen ein halbes Jahrhundert überdauert haben!

Selbst die im Deutschland der Nachkriegszeit von vielen verschmähten und beinahe schon vergessenen deutschen Volkslieder wurden durch Heintje wieder populär: „Mamatschi“, „Heidschi Bumbeidschi“, „Guter Mond du gehst so stille“, „Die Blümelein, sie schlafen“. Besonders in den besinnlichen Volksliedern wie „Der Mond ist aufgegangen“, „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“ sowie „Letzte Rose in unserm Garten“ (einer Bearbeitung der gleichnamigen Arie aus der Oper Martha von Friedrich von Flotow) beeindrucken seine klare Stimme, seine reine Intonation und schlichte Interpretation bis heute. Es ist daher mehr als verwunderlich, warum viele dieser schönen alten Volkslieder damals so lange in der Schublade liegen blieben und zunächst nur teilweise auf Schallplatten veröffentlicht wurden.

Erst im Jahre 2013 erschien im Rahmen der Sammlung „Heintje – Das Beste – 80 unvergessliche Erfolge“ eine zusätzliche CD mit 16 bisher unveröffentlichten Aufnahmen seiner schönsten Volkslieder, was selbst für mich als „alten“ Heintje-Fan eine wahre Überraschung war!

Neben den zahlreichen Schallplatteneinspielungen in deutscher Sprache gab es auch drei Alben in englischer Sprache, darunter das Album „I’m Your Little Boy“. Für die englischen Produktionen erhielt Heintje ebenfalls goldene Schallplatten. In späteren Jahren folgten noch zwei LPs in Afrikaans sowie einige Veröffentlichungen in holländischer Sprache. Anlässlich einiger Auftritte in China hat der erwachsene Sänger Hein Simons sogar einige Lieder auf Chinesisch eingespielt! In China wurde Heintje zunächst durch seine Filme bekannt. Erst daraufhin wurde das chinesische Publikum auch auf seine Lieder aufmerksam.

Die Kinofilme

Schon bald wurde auch das schauspielerische Talent des Kinderstars Heintje entdeckt. In den späten 60er und frühen 70er Jahren wirkte Heintje in sechs Kinofilmen mit:
1968: Zum Teufel mit der Penne (Die Lümmel von der ersten Bank 2. Teil)
1969: Heintje – Ein Herz geht auf Reisen
1969: Hurra, die Schule brennt (Die Lümmel von der ersten Bank 4. Teil)
1970: Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen
1970: Heintje – Mein bester Freund
1971: Morgen fällt die Schule aus (Die Lümmel von der ersten Bank 6. Teil)

Da waren zunächst die sog. „Lümmel-Filme“ (Die Lümmel von der ersten Bank) mit Hansi Kraus als Partner:
Zum Teufel mit der Penne (Die Lümmel von der ersten Bank 2. Teil)
Hurra, die Schule brennt (Die Lümmel von der ersten Bank 4. Teil)
Morgen fällt die Schule aus (Die Lümmel von der ersten Bank 6. Teil)

Doch vor allem die etwas ernsteren Spielfilme mit Heintje in der Hauptrolle gingen so richtig zu Herzen:
Heintje – Ein Herz geht auf Reisen (mit Heinz Reincke und Gerlinde Locker)
Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen (unter anderem mit Heinz Reincke, Gerlinde Locker, Paul Dahlke, Agnes Windeck, Martin Jente und Ralf Wolter)
Heintje – Mein bester Freund (unter anderem mit Heinz Reincke, Gudrun Thielemann, Ralf Wolter, Shmuel Rodensky und dem Don-Kosaken-Chor unter Serge Jaroff)

Auszeichnungen

In den wenigen Jahren seiner großen Karriere als Kinderstar wurde Heintje mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: So erhielt er zweimal (1968 und 1969) den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg, die Goldene Europa (1969), den Bambi und den Edison Award (1970) sowie für seine Kinofilme die Goldene Leinwand (1970). Es folgten weitere Auszeichnungen.

Für seine zahlreichen verkauften Schallplatten erhielt Heintje 40 Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte. Stolz bewahrte er diese Trophäen all die Jahre in seinem Elternhaus in Neu-Moresnet (Belgien) auf.

Stammgast in den großen Fernsehshows

Wie bereits erwähnt, dauerte Heintjes erster Auftritt im deutschen Fernsehen nur 55 Sekunden: In der Vico-Torriani-Show „Der Goldene Schuss“ am 21.12.1967 sang er sein „Mama“-Lied. Sein Auftritt schlug ein wie eine Bombe und bescherte ihm über Nacht den Durchbruch zu einer einzigartigen internationalen Karriere, wie sie bis dato von keinem anderen Kinderstar mehr erreicht werden konnte. Spätestens von diesem Datum an war sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Ein Jahr später, zu Weihnachten 1968, war er erneut zu Gast in Vico Torrianis Show, diesmal zusammen mit Udo Jürgens und Caterina Valente.

In der Peter-Alexander-Show war Heintje immer wieder ein gern gesehener Gast. Mit „Peter dem Großen“ verband ihn sogar eine jahrelange Freundschaft. Peter Alexander wurde für Heintje (neben Caruso und Robertino) zum großen Idol und Vorbild.

Auch in den anderen großen Shows von ZDF und ARD war Heintje häufig zu Gast, so unter anderem in der Rudi-Carrell-Show, in „Vergissmeinnicht“ mit Peter Frankenfeld und „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff (1969).

Im September 1970 trat Heintje – neben anderen Stars aus Klassik und Unterhaltung – in der großen Gala zum 90. Geburtstag von Robert Stolz auf.

Im März 1971 war Heintje in der Show „Drei mal neun“ mit Wim Thoelke zu Gast, und im Juni desselben Jahres in der bereits erwähnten Show „Wünsch dir was“ mit Dietmar Schönherr. Dies sind jedoch nur wenige Beispiele. Die Liste seiner Fernsehauftritte ist lang und kann hier nur ansatzweise wiedergegeben werden.

Ein Ruf aus Amerika 

1970 erhielt Heintje ein verlockendes Angebot aus Amerika: Nachdem der Kinderstar in den USA mit „Mama“ und „A Mother’s Tears“ große Erfolge feiern konnte und in mehreren Fernsehshows aufgetreten war, wurde ihm vom Plattenlabel MGM ein Vertrag angeboten. Dieser Vertrag hätte ihn jedoch verpflichtet, sich sieben Jahre an die Plattenfirma zu binden. Dies bedeutete auch, monatelang von zu Hause weg zu sein, was Heintje damals ablehnte. Hein Simons erinnert sich: „Ich weiß noch, wie ich Addy Kleijngeld angefleht habe, das trotz der Aussicht auf weitere Erfolge nicht zu unterzeichnen. Mein Vater hat sich dann durchgesetzt: ‚Wir haben immer zum Wohle des Jungen entschieden.’ Damit war klar, dass wir dieses lukrative Angebot ausschlagen würden. Außerdem hatte ich Heimweh nach meinem Zuhause und meinen Pferden und auch mit der ungeliebten fremden Sprache konnte ich mich nicht anfreunden. Als die Tournee endete, sagten wir MGM, dass wir den Vertrag nicht unterschreiben würden. Das war eine der wenigen Entscheidungen, die ich später bereut habe. Wer weiß, was daraus noch hätte werden können.“ Aber Heintjes Heimweh war einfach stärker: „Ich dachte nur noch an meine Ponys Addy und Bubi, die zu Hause auf mich warteten. Keiner hätte mich damals daran hindern können, so bald als möglich nach Hause zu fliegen.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer,  1. Auflage 2017, © Giger Verlag, CH-8852 Altendorf, S. 120-121.) – Diese Episode zeugt einmal mehr von der Bodenständigkeit des Künstlers. Trotz seines Ruhmes ist er stets ein netter und bescheidener Junge geblieben, der auch gelegentlich zu Streichen aufgelegt war!

Lausbubenstreiche

Hein Simons wird in Interviews nicht müde, sein positives Image als Kinderstar und Mustersöhnchen in Frage zu stellen: „Aber ein idealer Sohn bin ich nie gewesen, ich war ein Durchschnittskind mit allen guten und schlechten Eigenschaften.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, Giger Verlag, S. 103)

Bekanntlich war er auch derben Späßen und Lausbubenstreichen nicht abgeneigt – besonders während der Dreharbeiten zu den „Lümmel-Filmen“, wenn er mit Hansi Kraus zusammen war. Bereits als Erwachsener mit 23 Jahren erzählte er gern Anekdoten aus dieser Zeit: „Im piekfeinen Frühstücksraum vom Nobelhotel Vier Jahreszeiten in Hamburg hab ich mal Knallfrösche losgelassen. Dem Ober ist das Tablett runtergefallen, eine Dame goss sich den Kaffee übers Kleid. Ein voller Erfolg, nur Papa fand das nicht lustig. Aber alles, was Krach machte, fand ich riesig. Knallkorken zum Beispiel ließen sich hervorragend zwischen Fahrstuhltüren klemmen. Ging die Tür dann zu, fielen die Leute in den Hotelhallen von den Stühlen. Auch Niespulver hat eine hübsche Wirkung, wenn man es zwischen die Anmeldezettel im Hotel streut oder über die Blumenvasen auf den Tischen. In den Fernsehstudios war ich als ‚Horror-Heintje’ berühmt. Was blieb mir auch anderes übrig, als Fußball zwischen den Kulissen zu spielen oder auf Entdeckungsreisen zu gehen. […] Als wir unseren nächsten Film ‚Hurra, die Schule brennt’ drehten, ließ ich im Hotel mal wieder meine Glanznummer los: die Knallfrösche im Frühstücksraum. Ich sehe Theo Lingen noch vor mir. Er zog die linke Augenbraue hoch und sagte trocken: ‚Wir sollten vielleicht den Filmtitel ändern – in Hurra, das Hotel brennt!“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 5. Folge, 10.05.1979)

Fest im Sattel – auch als Reiter, Pferdenarr und Tierfreund

Schon seit seiner frühesten Kindheit war Heintje ein begeisterter Reiter, Pferdenarr und Tierfreund. Um den kleinen Jungen mit dem großen Herz für Tiere ranken sich lustige Anekdoten. Hein Simons selbst berichtete einmal: „Die ersten Kindheitserinnerungen sind nur mit Tieren verbunden. Jedes Mal, wenn ich vom Spielen wieder in die Wohnung kam, fragte meine Mutter schon voller Vorahnungen: ‚Heintje, was hast du wieder in der Tasche?’ Ich hatte ihr nämlich schon ein paar Mal Kröten und Mäuse angeschleppt. Das hatte sie nicht so gerne. Vor allem nicht, seit die letzte Maus zwei Wochen zu Gast war.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 2. Folge, 19.04.1979)

Schon als kleiner Knirps wünschte sich Heintje nichts sehnlicher als ein Pony. Für seine erste LP hatte ihm Addy Kleijngeld ein Pony versprochen: „Pass auf, wir nehmen jetzt eine Langspielplatte auf. Dafür musst du zwölf Lieder lernen. Wenn du das geschafft hast, schenk ich dir ein Pony!“ So erklärt es sich auch, warum Heintje sein erstes Album damals in Rekordzeit eingesungen hat. Hein Simons erinnert sich: „Ich glaube, so schnell ist auf der ganzen Welt noch keine Langspielplatte aufgenommen worden. Bevor wir ins Studio mussten, fuhr Addy mit mir nach Asten zu einer Ponyfarm. Doch der große Augenblick war noch nicht gekommen, Addy sagte nur: ‚Schau mal, das ist der Vater von deinem Pony.’ Ich stand neben ihm, so ein bisschen auf Abstand, denn Respekt hatte ich schon vor diesem ‚Riesentier’. Auf einmal wieherte es – und ich rannte um mein Leben! Addy lachte: ‚Du möchtest wohl doch lieber eine Katze?’ Nein, ich wollte mein Pony. Nun erst recht. Innerhalb von zwei Tagen war die gesamte Langspielplatte dann fertig. Nach jedem Lied sagte dann Addy: ‚So jetzt hast du ein Ohr.’ Dann: ‚Nun ein Bein.’ ‚Noch ein Bein, jetzt den Rumpf.’ Beim Gongschlag 16 Uhr war das Pony komplett. Zwei Tage später stand ich ihm dann leibhaftig gegenüber. Da war es nun, mein Pony, mein Wirklichkeit gewordener Traum. Diesmal rannte ich nicht weg. Nur geheult hab ich vor lauter Freude. Ich habe es ‚Addy’ genannt und noch heute steht es auf meinem Reiterhof, munter und kerngesund.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 4. Folge, 03.05.1979) – Inzwischen ist das Pony „Addy“ leider längst im Pferdehimmel!

Schon bald gesellten sich noch weitere vierbeinige Freunde hinzu: Neben „Bubi“, einem weiteren Pony, bewohnten noch Spitzhündin „Sonja“, Schäferhündin „Cira“ und eine Katze sein Anwesen im belgischen Neu-Moresnet. Später kamen noch „Elegant“, „Exquisit“ und weitere Reitpferde hinzu. In jungen Jahren war Hein(tje) Simons ein begeisterter Springreiter und nahm auch aktiv an Turnieren teil. Außerdem spielte er leidenschaftlich gern Fußball.

Während der Kinderstar ganz allmählich zum erwachsenen Sänger heranreifte, wurde in den Medien immer häufiger über seinen Stimmbruch spekuliert. Doch dieser ließ zunächst noch auf sich warten!

Sylvia Kreye, Wien

Morgen geht’s weiter mit Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“

Hier geht’s zum Teil 2:

http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-teil-2/

Neuerscheinungen zum 50-jährigen Jubiläum

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei Telamo erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsCD
Als DVD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsDVD
Als Fan-Kollektion: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsBox
http://telamo.click/Hein_Simons_Heintje_und_ichFA

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel, über Shop24Direct oder amazon zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

https://www.amazon.de/Ich-war-HEINTJE-Kinderstar-unvergesslichsten/dp/3906872416

Karten für die Weihnachtstournee sind bei Eventim erhältlich:

http://www.eventim.de/Tickets.html?affiliate=EVE&doc=artistPages%2Ftickets&fun=artist&action=tickets&erid=1932428&includeOnlybookable=true&xtmc=hein_simons&xtnp=1&xtcr=1

Diskographie

1967 Dit is Heintje
1968 Heintje
1969 Ich sing’ ein Lied für Dich
auch bekannt als: Liebe Sonne, lach doch wieder
1970 Dein schönster Tag
auch bekannt als: Ein Strauß voll bunter Blumen
Herzlichst Heintje
1971 Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n
1973 Ich denk’ an dich
auch bekannt als: Ik denk aan jou (Niederländische Version)
1974 Junger Mann mit 19
1975 Suid-Afrika, Jou Hart Is Weer Myne
Heintje sing van liefde en verlange
1978 Ich habe Freunde
1989 Herzensmelodie
1992 Ich hab’ so lange gesucht nach dir
1994 Die Heimat darfst du nie vergessen
1996 Mein zweites Leben
1998 Ich schenk’ dir meine Liebe
1999 Noch einmal mit Gefühl
2001 Heute und ein bisschen gestern
2002 Rück ein Stückchen näher
2003 Von Herz zu Herz
2004 Frauen sind was Wunderbares
2005 Ich sag’ Danke
2006 Männer sind einfach zu gut
2008 Träum’ mit mir
2009 Alles halb so schlimm
2011 Leb deinen Traum
2014 Thuis
2015 Vertrau auf dein Herz
2017 Heintje und Ich

Quellen

• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje – vom Lausbub zum Star. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1969, 54321 (Bestell-Nr. 6961), 1969.
• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje und sein großer Freund Peter Alexander. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1970, 54321 (Bestell-Nr. 8488).
• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje: Alle meine Tiere. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1971.
• Hans-Joachim Eberwein: Heintje. Lizenzausgabe für die Neue Schweizer Bibliothek, Sonderdruck der BUNTEN ILLUSTRIERTEN, Hrsg. Dr. Franz Burda, Burda Druck und Verlag, Offenburg/Baden 1971.
• „Heintje – Jetzt rede ich“, Serie in 8 Teilen, aufgezeichnet von Heidemarie Lammert, „Frau mit Herz“, 12.04.-31.05.1979
• Wikipedia, Heintje: https://de.wikipedia.org/wiki/Heintje
• Internationaler Hein Simons Fanclub, Biographie: http://www.heinsimons.com/html/biography.html
• Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje – Zum 50-jährigen Jubiläum, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer, Giger Verlag, CH-Altendorf, 1. Auflage 2017
• Heintje und Ich – das TV Spezial 2017, Deutsches Musikfernsehen, Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer, auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=S55A_twlfEA

Bildquellen

Teil 1: Coverfoto der CD „Heintje und Ich“ und des Buches „Ich war Heintje“. © Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Teil 2: Pressefoto Hein Simons (20170517 Telamo45653) Fotocredit: German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Spanische Hofreitschule: Piber meets Vienna

Spanische Hofreitschule:
Piber meets Vienna

Nachwuchs der Spanischen Hofreitschule erobert Wien

Es ist wieder soweit! Im Rahmen der Veranstaltung „Piber meets Vienna“ erobern auch in diesem Sommer wieder die Stuten und Fohlen des Lipizzanergestüts Piber die Winterreitschule der Wiener Hofburg.

Unter dem Motto „Kürbis, Wein und Lipizzaner“ startete die Spanische Hofreitschule vor wenigen Tagen zusammen mit dem Tourismusregionalverband Süd- & Weststeiermark ihr Sommerprogramm.

Die reiche, fruchtbare Südweststeiermark präsentierte im Rahmen der diesjähri­gen Auftaktveranstaltung „Piber meets Vienna“ ein erlesenes Angebot regiona­ler Köstlichkeiten in der Spanischen Hofreitschule.

Wie jedes Jahr kommen die quirligen Fohlen und ihre Mütter aus dem Lipizzanergestüt Piber in die Bundes­hauptstadt. Während die berühmten Väter und Schulhengste ihren Sommerurlaub auf dem Land genießen, wird die barocke Winterreitschule der Wiener Hofburg zum prunkvollen Spielplatz des hoffnungsvollen Pferdenachwuchses der Spanischen Hofreitschule.

Ebenfalls auf dem Programm des diesjährigen Gastspiels aus Piber stehen elegante Gespann­vorführungen mit historischen Kutschen und traditionellen Uniformen sowie Darbietun­gen der Gestütsreiter. Das Sommerprogramm „Piber meets Vienna“ bietet die Möglichkeit, den Pferden aus der Südweststeier­mark auch in Wien ganz nah zu sein.

„Piber meets Vienna ist nicht nur eine schöne Gelegenheit, unsere nur wenige Monate alten Fohlen mit ihren Mutterstuten aus nächster Nähe zu erleben, sondern bietet allen unseren Gästen auch einen guten Einblick in die wichtige Arbeit im Lipizzanergestüt in Piber,“ erklärt Generaldirektorin Dkfm. Elisabeth Gürtler. Weitere Programmpunkte sind etwa die eleganten Kutschendarbietungen in verschiedenen Anspannungen sowie Auftritte der Jungpferde aus dem Lipizzanergestüt Piber.

Bei Schönwetter können die Besucherinnen und Besucher die Fohlen und ihre Mütter von 17 bis 18 Uhr in ihrem „grünen Kinderzimmer“ im Burggarten bei freiem Eintritt besuchen. Dieses ca. 500 m² große Wiesenstück wird von den Österreichischen Bundesgärten zur Verfügung gestellt. Die jüngsten Nachkommen und ihre Mütter aus dem Gestüt haben so einen täglichen zusätzlichen Auslauf an der frischen Luft.

Das Programm „Piber meets Vienna“ findet heuer von 4. bis 29. Juli in der Spanischen Hofreitschule Wien statt (jeweils Dienstag bis Sonntag von 11 bis 12 Uhr, Karten ab EUR 12,- bis EUR 45,- über 01/533 90 31–0 oder www.srs.at).

Programm Piber meets Vienna

KUTSCHEN PAS DE DEUX

Vor den Einspänner ist Pluto Theoda eingespannt, er wird von Erwin Movia gefahren.

Thomas Seidler fährt den Zweispänner mit den Pferden Pluto Capra und Pluto Wanda.

JUNGSTUTEN

7 Jungstuten aus dem Jahrgang 2012 – die sich in der schönsten Reithalle der Welt zeigen dürfen! Aus einer Gruppe von ursprünglich insgesamt etwa 20 Stuten dieses Jahrganges wurden letztes Jahr im Herbst die besten als künftige Zuchtstuten für das Lipizzanergestüt in Piber auserwählt.

DRESSUR PAS DE DEUX

Zwei Stuten aus dem Bundesgestüt Piber, welche ihre Leistungsprüfung im Reiten und Fahren in Vorjahren erfolgreich abgeschlossen haben.

Kerka und Gropina: Beide Stuten haben die Reitausbildung mit sehr guten Noten in der Abschlussprüfung absolviert, sodass sie noch einige Zeit auf ein höheres Niveau ausgebildet und als Repräsentationspferd im Gestüt in Piber eingesetzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird Gropina zur Zucht eingesetzt werden.

Gropina und Kerka werden von Rene Legat/Piber und Paula Behrens/Wien geritten.

MUTTERSTUTEN UND FOHLEN

Die Kronjuwelen des Lipizzanergestüts Piber sind die Zuchtstuten. In Piber werden derzeit rund 70 Stuten mit ihren heuer insgesamt 38 Fohlen gehalten. 6 Mutterstuten mit ihren erst wenige Monate alten Fohlen sind nach Wien gereist.

KAISERQUADRILLE

Der Lipizzaner wurde in seiner über 430-jährigen Tradition nicht nur als ideales Reitpferd für die Hohe Schule der Klassischen Reitkunst, sondern stets auch als klassisches Fahrpferd gezüchtet. Traditionell wurde die Kaiserquadrille vierspännig gefahren und von Reitern begleitet. Einer der vor den Vierspänner gespannten Wallache ist der Rappe Pluto Theoda.

Die Namen der Stuten und Fohlen, die in diesem Sommer die Winterreitschule der Wiener Hofburg erobern, sind dem PDF im Anhang zu entnehmen:

Piber meets Vienna 2017 – Stuten und Fohlen

Quelle: Presseaussendung der Spanischen Hofreitschule, 3. Juli 2017

Das verspricht ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zu werden. Pferdefreunde kommen in Wien also auch in diesem Sommer auf ihre Kosten! Wien ist eben nicht nur eine Stadt der Musik, sondern auch der Pferde – vor allem der Lipizzaner, der ältesten Kulturpferderasse Europas.

Spanische Hofreitschule: Gastspiel Monty Roberts

Spanische Hofreitschule:
Gastspiel Monty Roberts

Der „Pferdeflüsterer“ aus Kalifornien war zu Gast in der Winterreitschule

Während die Lipizzanerhengste längst ihren wohlverdienten Sommerurlaub auf dem Land verbringen, begann der Juli in der Spanischen Hofreitschule mit einem besonderen Ereignis: In den „heiligen Hallen“ der Winterreitschule, wo sonst das Ballett der weißen Hengste zu bewundern ist, präsentierte Monty Roberts, der weltbekannte „Pferdeflüsterer“ aus Kalifornien, seine Kunst der Kommunikation mit den Pferden.

Mit der Vorführung in der Winterreitschule wurde ein Ereignis verwirklicht, das sich wohl viele Pferdefreunde (einschließlich der Autorin) schon lange insgeheim gewünscht hatten: Monty Roberts – bekannt als „der Mann, der mit den Pferden spricht“ („the man who listens to the horses“) – präsentierte seine Methode des „Join-Up®“ in der Spanischen Hofreitschule, dem Zentrum der klassischen Reitkunst mit einer mehr als 450-jährigen Tradition.

Zwar hatte es im Vorfeld der Veranstaltung auch kritische Stimmen gegeben, die offen fragten, was denn wohl ein „Cowboy“ wie Monty Roberts in der Spanischen Hofreitschule zu suchen hätte. Jedoch gibt es zwischen der klassischen Reitkunst und den Trainingsmethoden von Monty Roberts, der mit Pferden aller Disziplinen arbeitet, durchaus ein paar Anknüpfungspunkte – auch wenn Monty Roberts aus einem anderen Kulturkreis stammt und die Ansätze sich unterscheiden.

Während die Bereiter der Spanischen Hofreitschule ihr Fachwissen über die klassische Reitkunst mündlich von Generation zu Generation weitergeben und sich im Wesentlichen an den alten Reitmeistern der Renaissance und des Barock (Antoine de Pluvinel, François Robichon de la Guérinière) orientieren, stützt Monty Roberts seine Methode des “Join-Up“ auf seine eigenen Beobachtungen, welche er bereits im jugendlichen Alter in der Wüste von Nevada gemacht hatte. Bereits im Teenager-Alter hatte Monty Roberts mehrere Tage und Nächte in der Bergwüste von Nevada verbracht und das Verhalten der wilden Mustangs ausgiebig studiert. Die ausgedehnten Ausflüge mit seinem damaligen Pferd Brownie waren auch eine Möglichkeit, um sich selbst und sein Pferd vor den Gewaltattacken seines Vaters zu schützen. Die schmerzlichen Erfahrungen, die Monty Roberts mit seinem gewaltbereiten Vater machen musste, ließen ihn mehr und mehr zu der Erkenntnis gelangen, die er immer wieder in seinen Büchern und Vorführungen betont: „Violence is never the answer!“ („Gewalt ist niemals die Antwort!“)

Die lautlose Körpersprache der Pferde, die Monty Roberts bei den wilden Mustangs in der Bergwüste von Nevada studiert hatte und die er später „Equus“ nannte, wurde zur Grundlage seiner Trainingsmethode, welche unter dem Namen „Join-Up“ weltbekannt geworden ist.

Die Vorführung in der Winterreitschule

„Is this a dream – or not?“ (Ist dies ein Traum oder nicht?), fragte Monty Roberts zu Beginn der Vorführung in der Winterreitschule und lobte die mehr als 450-jährige Tradition der Spanischen Hofreitschule: „This has been the center of horsemanship for more than 450 years!“ (Dies ist das Zentrum der Reitkunst seit mehr als 450 Jahren!) Einmal mehr verwies der Pferdekenner auf den Fluchtinstinkt der Pferde. „Horses are flight animals, we are predators.“ (Pferde sind Fluchttiere, wir sind Raubtiere.)

Für die Vorführung in der Winterreitschule waren fünf Pferde mit diversen Problemstellungen ausgewählt worden. Jeweils zu Beginn eines Programmpunkts führte Monty Roberts entweder selbst das Join-Up durch oder betraute einen seiner Instructors mit dieser Aufgabe. Danach begann er mit dem eigentlichen Training des Pferdes. Für seine Arbeit mit den Pferden benutzte Monty Roberts wie immer einen Round Pen, einen Longierring von etwa 16 Metern Durchmesser.

Join-Up und Follow-Up

Zu Beginn der Vorführung demonstrierte Monty Roberts mit einem Rappen seine Methode des Join-Up mit anschließendem Follow-Up. In einem Interview, das die Autorin mit Monty Roberts im Mai 2016 anlässlich einer Vorführung in Ebreichsdorf führte, beschrieb Roberts das Join-Up mit folgenden Worten:

“Join-Up” can be defined as that moment when the horse wants to be with you – instead of away from you. It’s against their nature. I use four gestures of theirs – and there is a lot more… But people can see the four: one is the ear turning to me, another one is licking and chewing, another one is dropping the head down by the soil, and another one is making a smaller circle around me to come close.”  (“Join-Up” lässt sich definieren als jener Moment, wenn das Pferd bei Ihnen sein möchte – anstatt von Ihnen entfernt zu sein. Das ist [eigentlich] gegen seine Natur. Ich benutze vier ihrer Gesten – und es gibt noch viele mehr… Aber man kann vier Signale erkennen: eines davon ist das Ohr, das sich zu mir dreht, ein anderes ist Lecken und Kauen, ein weiteres ist das Senken des Kopfes zum Boden hin, und ein anderes ist das Verkleinern des Zirkels um mich herum, um näher zu kommen.)

In der Tat waren diese Signale des Pferdes auch während der Vorführung in der Winterreitschule deutlich wahrzunehmen. Dem Join-Up folgte dann eine Belohnung des Pferdes durch leichtes Reiben der Stirn zwischen den Augen und schließlich das “Follow-Up” – jener Moment, wo das Pferd dem Trainer folgt, weil es sich bei ihm sicher und gut aufgehoben fühlt. Im Anschluss an das Follow-Up werden die Hufe des Pferdes stets vorsichtig angehoben.

Das Starten eines „rohen“ Pferdes

Den zweiten Programmpunkt bildete das Starten eines „rohen“ Pferdes, das noch nie zuvor einen Sattel – geschweige denn einen Reiter – getragen hatte. Zunächst ließ Monty Roberts das junge Pferd einige Runden durch den Longierring traben. Dabei wandte er seine Methode des „advance and retreat“ (Vorstoß und Rückzug) an, die in seinen Büchern ausführlich beschrieben ist und sich besonders im Training mit noch rohen, problematischen oder traumatisierten Pferden bewährt hat: Dabei geht es ihm darum, das Tier in der Fluchtbewegung zu halten und das Join-Up nicht zu früh zu erzwingen, um ein mögliches Bocken zu verhindern.

Nach erfolgtem Join-Up wurde vorsichtig ein Sattel aufgelegt. Dann ließ Monty Roberts das junge Pferd ein paar Runden an der Longe laufen, damit es sich an den Sattel gewöhnen konnte. Wenig später wurde ein Dummie auf den Sattel gesetzt, um das Pferd langsam an das Reitergewicht zu gewöhnen. Dazwischen gab es Belohnungen durch Streichen der Stirn. Schließlich war das Pferd soweit, dass es einen Reiter akzeptieren konnte. Die junge Reiterin Joanna Lowes aus dem Team von Monty Roberts bewies in diesem Punkt viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung. Zunächst wurde die Reiterin von Monty Roberts vorsichtig auf das Pferd gehoben. Dabei legte sie sich mit dem Bauch über den Pferderücken, rieb Hals und Flanken des Pferdes. Nur etwa 5 Sekunden lang verweilte sie auf seinem Rücken, um dann wieder hinunterzugleiten. Dieser Vorgang wurde mehrmals wiederholt, bis das junge Pferd die Reiterin ohne Probleme akzeptierte.

Ein „unreitbarer“ Noriker-Wallach

Ein kräftiger brauner Noriker-Wallach stand im Mittelpunkt des dritten Programmpunkts. Es handelte sich um ein “Problem”-Pferd, denn es ließ keinen Reiter auf seinen Rücken. Zu Beginn der Trainingseinheit erläuterte Monty Roberts das Problem, das es nach Angaben des Besitzers mit dem störrischen Wallach gab: “It’s impossible to get on his back – there is no chance!” (Es ist unmöglich, auf seinen Rücken zu gelangen – es gibt keine Chance!)

Nach dem Join-Up durch einen seiner Instructors bediente sich Monty Roberts einer Methode, mit der er bereits gute Erfahrungen gemacht hatte: Mit einem Stock, an dessen Ende ein Plastiksackerl befestigt war, berührte er den Körper des braunen Wallachs und rieb mit dem Plastiksackerl den Bauch und Rücken des Tieres. Dabei nahm er das von ihm entwickelte Dually-Halfter zu Hilfe: Bockte das kräftige Pferd, erfolgte ein Zug auf den Nasenriemen des Halfters (negative effects); stand es still, erfolgte stets eine Belohnung (positive effects).

Im weiteren Verlauf des Trainings wurde das Plastiksackerl durch den Dummie ersetzt: Jetzt wurde der Pferdeleib wiederholt mit dem Dummie berührt und abgerieben, damit sich das Tier langsam an den fremden Gegenstand gewöhnen konnte.

Es dauerte eine Weile, bis der Noriker-Wallach Sattel und Reiter akzeptierte. Als die Reiterin hinzutrat, berührte sie zunächst vorsichtig den Pferderücken. Dann sprang sie mehrmals an der Seite des Pferdes hoch und runter, entfernte sich dann wieder. Es dauerte etwa 40 – 45 Minuten, bis die Reiterin endlich auf das Pferd gehoben werden konnte. Wieder legte sie sich nur kurz mit dem Bauch auf seinen Rücken und streichte dem Pferd über Hals, Bauch und Flanken, um nach wenigen Sekunden wieder hinabzugleiten. Monty Roberts belohnte den Wallach durch Reiben der Stirn (positive effects).

“He is so strong!” seufzte selbst der erfahrene Monty Roberts beim Training mit diesem kräftigen Noriker-Wallach. Doch das ausgiebige Training und die Geduld hatten sich gelohnt: Zum guten Schluss konnte die Reiterin den Wallach einige Runden durch den Round Pen reiten.

A “spooky” horse

Nach der Pause kehrte Monty Roberts mit einem sogenannten “spooky” horse – einem schreckhaften Pferd – wieder in den Round Pen zurück. Zunächst wurde das Vertrauen des ängstlichen Pferdes durch das Join-Up und Follow-Up gewonnen. Dann kam erneut der Stock mit dem Plastiksackerl zum Einsatz. Zunächst wurde das Pferd am Widerrist, dann über den Rücken bis zu den Hinterbeinen mit dem Plastiksackerl abgerieben. Nach anfänglichem Scheuen akzeptierte das Pferd die “Massagen” mit dem fremden Gegenstand. Schließlich wurde auf dem Boden der Reitbahn eine Plastikplane ausgebreitet, über die das Pferd geführt wurde. Allmählich verlor das Tier seine Angst vor dem ungewohnten Untergrund. Diese Methode wird von Monty Roberts gerade bei ängstlichen Pferden seit vielen Jahren erfolgreich angewandt. Während der Vorführung betonte Roberts immer wieder, wie wichtig es sei, ein ängstliches Pferd nicht in diesem Zustand der Angst zu belassen.

Verladen eines ängstlichen Pferdes

Zu Monty Roberts’ Expertisen gehört das Verladen ängstlicher Pferde auf den Hänger – ebenso wie das Führen von Rennpferden in die Startbox. Beides kann zu großen Problemen führen, denn viele Pferde scheinen vor dem Hänger (oder vor dem engen Raum einer Startbox) geradezu eine Klaustrophobie zu entwickeln. Sie bocken und wehren sich gegen das Betreten des für sie ungewohnten Terrains. Gegen diese Angst hat Monty Roberts ebenfalls eine wirksame Trainingsmethode entwickelt, die er auch an diesem Abend in der Winterreitschule demonstrierte: Nach dem Join-Up wurde das Pferd außerhalb des Round Pen mehrmals über ein Brett geführt, das auf den Boden der Reitbahn gelegt worden war. Anschließend wurde es wiederholt über eine Plastikplane geführt. Dann folgte das Heranführen an den Hänger: Zunächst wurde das Pferd von Monty Roberts mehrere Male in den Trailer hinein und dann vorn durch eine Seitentür wieder hinaus geführt. Dies wurde so oft wiederholt, bis das Pferd seine Angst verlor und den Hänger akzeptierte. Zum Schluss ging es wie selbstverständlich auf den Hänger. Es erweckte fast den Anschein, als würde es dies gern tun.

Persönliche Eindrücke

Für seine Vorführung in der Spanischen Hofreitschule erntete Monty Roberts viel Anerkennung und Applaus. Auch für die Autorin war es ein einzigartiges Erlebnis, den „Pferdeflüsterer“ in den „heiligen Hallen“ der Spanischen Hofreitschule live zu erleben.

Auch wenn Monty Roberts aus einem anderen Kulturkreis stammt und seine Trainingsmethoden sich in manchen Punkten von jenen der klassischen Reitkunst unterscheiden, so gibt es doch auch ein paar Anknüpfungspunkte, welche Anlass zu einem regen Austausch zwischen dem kalifornischen „Pferdeflüsterer“ und den Bereitern der Spanischen Hofreitschule geben könnten.

Seine Methode des Startens „roher“ Pferde erinnert in vielen Punkten an das Starten junger Lipizzaner-Hengste, wie es die Autorin in einem Video beim Besuch des Lipizzaner-Gestüts in Piber gesehen hatte: das allmähliche Heranführen an Sattel und Zaumzeug, das behutsame Heraufheben des Reiters – zunächst nur für einen kurzen Moment – dann das geduldige Wiederholen dieser Übung, bis das junge Pferd seinen Reiter akzeptiert, das Belohnen des Pferdes nach einer gelungenen Übung. Da gibt es doch einige Parallelen, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollten.

Jedoch gibt es natürlich auch Unterschiede: Während Monty Roberts zunächst versucht, das Pferd in der Fluchtbewegung zu halten, um ein mögliches Bocken durch ein zu rasches Join-Up zu vermeiden, scheint dieses von-sich-weg-Treiben bei den jungen Lipizzanern der Spanischen Hofreitschule gar nicht notwendig zu sein. Dies liegt offenbar daran, dass die in Piber gezüchteten Pferde schon von Geburt an sehr stark auf den Menschen geprägt sind und von ihren Betreuern auch eingeritten werden. Durch das Vertrauen, das sich durch den engen Kontakt schon im Fohlenalter aufgebaut hat, kommt ein Bocken des Pferdes beim Starten hier nur selten vor.

Über die verschiedenen Ansätze könnte man selbstverständlich diskutieren. Daher wäre es nach Meinung der Autorin auch gar kein so schlechter Gedanke, wenn durch das Gastspiel von Monty Roberts in der Spanischen Hofreitschule möglicherweise sogar ein Austausch zwischen den Bereitern und dem Pferdeflüsterer zustande käme. Mögen die Ansätze auch recht unterschiedlich sein, so ist es sicher – auch im Interesse von Equus, dem Fluchttier – kein Nachteil, wenn sich Pferdekenner verschiedener Herkunft untereinander austauschen und ihre Erfahrungen teilen.

Wie die klassischen Reitmeister, so betont auch Monty Roberts in seinen Publikationen immer wieder, wie wichtig es ist, dem Pferd ausreichend Zeit zu lassen. In seinem Buch „Der mit den Pferden spricht“ (The Man Who Listens to the Horses“) heißt es:

„Spielen Sie nicht den Helden. Hat Ihr Pferd heute keine Lust, einen Reiter zu tragen, dann probieren Sie es am nächsten oder übernächsten Tag noch einmal. Bedenken Sie, dass ich bei meinen Vorführungen nur deshalb das gesamte Programm auf einmal durchexerziere, weil die Zuschauer alles sehen wollen. Das heißt aber nicht, daß auch Sie ein solches Tempo vorlegen müssen. Mit meiner Methode sparen Sie so viel Zeit, daß Sie es sich leisten können, sich Zeit zu lassen. Das Wichtigste ist die Qualität Ihrer Arbeit, nicht das Tempo. Am Ende wollen wir alle ein gut erzogenes, zufriedenes und williges Pferd haben; danach wird man Ihre Arbeit beurteilen.“ (Monty Roberts, Der mit den Pferden spricht, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1997, Seite 365.)

Diese Einstellung gegenüber dem Partner Pferd erinnert an die Thesen des großen Reitmeisters Antoine de Pluvinel (1555-1620), zu seiner Zeit einer der wichtigsten Vorreiter gewaltfreier Trainingsmethoden:

„Das Pferd muss selber Freude an der Reitbahn haben, sonst wird dem Reiter nichts mit Anmut gelingen.“

„Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft der Früchte, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist.“

(Antoine de Pluvinel, Le Manège Royal, postum 1623 erschienen)

Die Parallelen zwischen diesen Zitaten sind auffällig – auch wenn beinahe 400 Jahre und einige tausend Kilometer dazwischen liegen! Umso bedauerlicher ist es, dass diese freundliche und respektvolle Einstellung gegenüber dem Partner Pferd über so viele Jahrhunderte offenbar in Vergessenheit geriet!

Bereits im Mai 2016 hatte die Autorin das Glück, Monty Roberts im Magna Racino in Ebreichsdorf zu treffen und eine seiner Vorführungen zu besuchen. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit zu einem Interview, das im Magazin EQUUS Arabian, Heft 4.2016, erschienen ist.

Die Worte, mit denen Monty Roberts sich damals zu seiner Methode und zu seinen Beobachtungen bezüglich der Sprache der Pferde äußerte, zeugen von Bescheidenheit und Demut vor der Schöpfung: I didn’t create it! God created it! I just see it. I didn’t develop it, I only learn more about it. All these things were already there in nature. And maybe I only see a little bit, the next generation will make it better.” (Ich habe es nicht erschaffen! Gott hat es erschaffen. Ich habe es nur gesehen. Ich habe es auch nicht entwickelt, ich habe nur mehr darüber gelernt. All diese Dinge waren in der Natur schon vorhanden. Und vielleicht habe ich nur ein bisschen davon gesehen, die nächste Generation wird es besser machen.)

Er hat gewiss sehr viel gesehen, damals in der Bergwüste von Nevada – und eines ist sicher: Dass im Pferdesport allmählich ein Umdenken stattfindet, ist – nach den großartigen Errungenschaften in der klassischen Reitmeister – zu einem Teil auch Monty Roberts und seiner Mission des gewaltfreien Umgangs mit Pferden zu verdanken. Daher soll dieser Artikel auch mit einem bekannten Zitat von Monty Roberts enden: “My goal is to leave the world a better place than I found it, for horses and for people, too.” (Mein Ziel ist es, dass die Welt, wenn ich sie eines Tages verlasse, besser ist als ich sie vorgefunden habe, für Pferde und auch für Menschen.)

                                                                                                                        Sylvia Kreye

Foto: mit freundlicher Genehmigung von Debbie Roberts Loucks.

A Life in Music – José Carreras im Wiener Konzerthaus

A Life in Music: José Carreras im Wiener Konzerthaus. Foto: © G. Lembergh. Mit freundlicher Genehmigung von Kupfer Kultur Media EAI GmbH

A Life in Music – José Carreras im Wiener Konzerthaus

A Life in Music. Im Rahmen seiner Final World Tour trat José Carreras im Wiener Konzerthaus auf und erntete viel Applaus beim Wiener Publikum.

A Life in Music – José Carreras auf Welt-Tournee

„A Life in Music“ ist das Motto der Final World Tour, mit der sich der katalanische Startenor José Carreras (mit bürgerlichem Namen Josep Carreras) nach und nach von seinem Publikum verabschieden möchte. Im Rahmen seiner Abschiedstournee möchte Carreras noch einmal in allen Städten dieser Welt auftreten, in denen er im Laufe seiner langen Karriere so große Erfolge feiern durfte. Wie er jedoch selbst einräumte, kann sich diese Abschiedstournee durchaus noch über etwa zwei Jahre hinziehen.

Laut Ankündigung sollte der Auftritt des Tenors im Wiener Konzerthaus nun auch der Abschied von seinem treuen Wiener Publikum sein. Doch war es tatsächlich der endgültige Abschied von Wien? Nach einem „Abschied“ im wahrsten Sinne des Wortes fühlte sich die Stimmung im Konzertsaal eigentlich nicht an. Wie auch immer – an diesem Abend im Wiener Konzerthaus lief Carreras noch einmal zu Hochform auf. Die Stimme klang ausgeruht und kraftvoll, so dass man allein von der stimmlichen Disposition her nicht auf das wahre Alter des Sängers schließen würde. Nach wie vor verfügt Carreras über eine sehr schöne Mittellage, für die ihn nicht nur seine Fans, sondern auch Fachleute immer schon bewundert haben. In der oberen Mittellage haben seine Töne immer noch Strahlkraft und Präsenz – auch wenn er in seinen Konzertprogrammen die extremen „acuti“ (jene exponierten Hochtöne, wie jeder Sänger sie aus den italienischen Belcanto-Opern kennt und fürchtet) lieber vermeidet.

Während der Darbietungen des Tenors, der an diesem Abend von zwei Sängerinnen und einem großen Orchester begleitet wurde, wurden auf einer großen Leinwand über der Bühne die verschiedenen Stationen seiner Karriere eingeblendet. Dabei wurde auch sein 66 Bühnenwerke umfassendes Opernschaffen in wechselnden Szenenfotos gewürdigt.

Mediterrane Passion

Das Programm für sein Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus hatte José Carreras wie immer klug und mit viel Bedacht zusammengestellt. Dabei hatte er bewusst jene Arien und Kanzonen ausgewählt, in denen seine mediterranen Wurzeln und seine stimmlichen Möglichkeiten besonders gut zur Geltung kommen. Bereits im ersten Teil seines Programms wurde klar, dass Carreras’ wohlklingende Stimme nach wie vor über Nuancenreichtum und Ausdrucksstärke, aber auch Geschmeidigkeit und Flexibilität verfügt.

In „Canción Húngara“ aus der Zarzuela „Alma de Dios“ von José Serrano und „Eco de tu voz“ von Isaac Albéniz überzeugte Carreras mit guter Stimmpräsenz und energiegeladenem Vortrag. Die Übergänge zwischen dramatischer Diktion und zartem Piano gestaltete er mit der gewohnten Intensität und Ausdrucksstärke. Eine gute Wahl war auch die weniger bekannte Kanzone „Serenata sincera“ von Alessandro Derevitsky im zweiten Teil des Programms. Die italienische Romanze, die bereits von Carlo Bergonzi und Giuseppe di Stefano eingespielt wurde, ist auch für Carreras’ Stimme bestens geeignet. Das „Singen mit der Seele“ und mediterraner Leidenschaft ist nach wie vor das besondere Geheimnis der langen und erfolgreichen Karriere von José Carreras. Dies zeigte sich einmal mehr im Lied „T’estimo“ von Edvard Grieg (der katalanischen Version von „Ich liebe dich“).

Eine besondere Überraschung hielt José Carreras für das Wiener Publikum zum Ende des ersten Teils bereit: Nachdem der Tenor sich in den vergangenen Jahren verstärkt den dramatischeren Partien – dem sogenannten „Spinto“-Fach – gewidmet hatte, wagte er sich noch einmal an das klassische italienische Belcanto-Repertoire heran. Mit der schwierigen Arie „O come il fosco impetuoso nembo – Quell’alme pupille“ aus der Oper „La pietra del paragone“ (Der Prüfstein) von Gioacchino Rossini – im wahrsten Sinne des Wortes ein Prüfstein für jeden Tenor – demonstrierte Carreras, wie wichtig die italienische Belcanto-Technik für eine lange Karriere und die Gesunderhaltung der Stimme ist.

Angesichts der Tatsache, dass Carreras mit dieser Rossini-Arie bereits in jungen Jahren brilliert hatte, wusste man zunächst nicht, was von diesem späten „Ausflug“ ins Reich des klassischen italienischen Belcanto zu erwarten war. Doch Carreras strafte wieder mal alle Skeptiker Lügen: Seine Stimme ist auch mit 70 noch flexibel genug, um selbst diese Herausforderung zu meistern! Das Rezitativ gestaltete er mit der für ihn so charakteristischen Intensität und Leidenschaft, aber auch die schwierigen Koloraturen in der großen Arie bewältigte er mit Geschmeidigkeit und guter Atemkontrolle – was für einen Spinto-Tenor keineswegs selbstverständlich ist. Kein Wunder also, dass Carreras nach dieser Arie beim opernkundigen Wiener Publikum begeisterten Applaus erntete!

Im Terzett mit zwei Sängerinnen

Die Gesangsdarbietungen von José Carreras wurden an diesem Abend ergänzt durch Valentina Nafornita (Sopran) und Lena Belkina (Mezzosopran). Beide Sängerinnen sind dem Wiener Publikum bereits durch ihre Auftritte an der Wiener Staatsoper bekannt. Im Duett „Je te veux“ von Eric Satie harmonierte Valentina Nafornitas Sopran sehr gut mit Carreras’ Tenorstimme. Die Sopranistin überzeugte außerdem mit der lyrischen Arie „Song to the moon“ (Lied an den Mond) aus der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvořák sowie mit der Koloraturarie „Les filles de Cadiz“ von Leo Delibes.

Mühelos und geschmeidig bewältigte die ukrainische Mezzosopranistin Lena Belkina die schwierigen Koloraturen in den beiden Arien „Naqui all’affanno – Non più mesta“ aus der Oper „La Cenerentola“ von Gioacchino Rossini und „Carceleras“ aus der Zarzuela „Las hijas del Zebedeo“ von Ruperto Chapí. Bei einer solchen Besetzung – mit Sopran und Mezzo – durfte natürlich auch die berühmte Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach nicht fehlen! Das beschwingte Duett der beiden Sängerinnen war eine schöne Abwechslung im Programm.

Zum krönenden Abschluss präsentierte sich José Carreras zusammen mit den beiden Sängerinnen im Terzett: In einem großen Klassik-Medley begeisterten die drei Interpreten mit berühmten Opernarien und Romanzen aus dem mediterranen Sprachraum. Nach der Arie „Vesti la giubba“ aus der Verismo-Oper „I Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo gab es viel Zwischenapplaus für José Carreras. Den Höhepunkt des Medleys bildete das von den drei Interpreten gemeinsam gesungene „Brindisi“, das berühmte Trinklied aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi.

José Carreras mit den Sängerinnen Valentina Nafornita und Lena Belkina sowie Dirigent David Giménez
Von links: Dirigent David Giménez, Valentina Nafornita (Sopran), Lena Belkina (Mezzosopran) und José Carreras nach dem erfolgreichen Abend im Wiener Konzerthaus. 02 © G. Lembergh – mit freundlicher Genehmigung von Kupfer Kultur & Media, EAI GmbH.

Dirigent und Orchester

Begleitet wurden Carreras und die beiden Sängerinnen vom Ambassade Orchester Wien unter der Leitung von David Giménez. Der Dirigent und das Ensemble hatten den Tenor bereits in früheren Konzerten begleitet und erwiesen sich auch an diesem Abend als kompetente, zuverlässige Partner. Ein paar leichte Divergenzen im Zusammenspiel zwischen Sänger und Orchester (so zum Beispiel am Anfang von „T’estimo“) waren vermutlich auf die akustischen Verhältnisse im Saal zurückzuführen und hatten auf den Gesamteindruck keinen wesentlichen Einfluss.

Mit der Farandole aus der Arlésienne-Suite von Georges Bizet, dem Intermezzo aus der Oper „Manon Lescaut“ von Giacomo Puccini und dem Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite von Dmitri Shostakovich sorgte das Ambassade Orchester Wien unter der Leitung von David Giménez für orchestrale Höhepunkte.

Der Tenor und sein Wiener Publikum

Die große Zuneigung zwischen José Carreras und seinem Wiener Publikum war auch an diesem Abend im Konzerthaus wieder hautnah zu spüren. Die Wiener lieben „ihren“ Carreras wie kaum einen anderen Sänger und belohnten ihn wie immer mit enthusiastischem Applaus und standing ovations.

Die Veranstaltung war restlos ausverkauft. Dennoch vermisste man im Publikum einige der langjährigen und besonders treuen Carreras-Fans. Dies lag vermutlich daran, dass sich viele Fans (vor allem die älteren, von denen ein Großteil bereits in Pension ist) die hohen Eintrittspreise schlicht und einfach nicht mehr leisten können. Es ist schade, dass durch die überhöhten Kartenpreise (bis über 200 Euro!) nicht nur junge Leute, sondern teilweise auch die echten Appassionati vom Konzertbesuch abgehalten wurden. Ein zusätzliches Angebot an günstigen Sitz- oder Stehplätzen – wie etwa in der Staatsoper oder im Musikverein – hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können.

Ein Leben für den Gesang

Bei seinem Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus zog José Carreras noch einmal alle Register seiner Gesangskunst und zeigte, dass mit seiner schönen Stimme immer noch zu rechnen ist. Mit 70 Jahren noch ein solches Programm zu absolvieren und über eine derartige stimmliche Präsenz zu verfügen, ist eine beachtliche Leistung, die selbst manch einen jüngeren Sänger in den Schatten stellt! Das Wiener Publikum wusste es jedenfalls zu schätzen. José Carreras bedankte sich bei seinen Fans mit einem Extraprogramm aus vielen Zugaben, die er sich jedoch in seiner bescheidenen Art mit seinen beiden Sängerkolleginnen Valentina Nafornita und Lena Belkina teilte.

Wer José Carreras an diesem Abend im Konzerthaus erlebte, wird sich mit Recht fragen, ob dies tatsächlich der letzte Auftritt des Tenors in Wien gewesen sein soll. Denn der beliebte Sänger präsentierte sich in einer Verfassung, die den Gedanken an einen Abschied noch nicht so recht aufkommen lassen wollte. Hier gewann man einmal mehr den Eindruck, dass der leidenschaftliche Katalane Josep Carreras, der sein Leben dem Gesang verschrieben hat, es einfach noch nicht lassen kann. Das Wort „Abschied“ ist also – speziell im Falle Carreras – mit einem gewissen Vorbehalt zu benutzen!

Doch naturgemäß hat alles einmal ein Ende – das ist der Lauf der Dinge! Ein Sprichwort sagt: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Und natürlich darf auch ein José Carreras, der für die Opernwelt so Großartiges geleistet hat, irgendwann einmal in den wohlverdienten Ruhestand gehen! – Doch was auch immer kommen mag: Der Abend im Wiener Konzerthaus war geprägt von einer besonderen Atmosphäre, von dem gewissen Etwas, wie man es nur bei ganz großen Sängern erlebt – ein Ereignis, das man nicht so schnell vergessen wird.

                                                                                              Sylvia Kreye

Big Screen: Danke, Wien!
Großleinwand für José Carreras im Konzerthaus: Danke, Wien! – Foto: Sylvia Kreye (22.03.2017)

Vorführung Spanische Hofreitschule

Spanische Hofreitschule

Vorführung am 4. März 2017

Eine Vorführung in der Spanischen Hofreitschule ist nicht nur für Wien-Touristen, sondern auch für Freunde und Kenner der klassischen Reitkunst ein Muss. Zu den „Klassikern“, die zum Standardprogramm der Spanischen Hofreitschule gehören, zählte auch die Vorführung am 4. März 2017 – im Grunde eine ganz „normale“ Vorführung, bei der man sich jedoch davon überzeugen konnte, dass die „Spanische“ lebt und (allen Unkenrufen zum Trotz) keineswegs vom Untergang bedroht ist.

Junge Hengste

Zu Beginn der Vorstellung wurden sechs junge Hengste dem Publikum vorgestellt. Dabei wurde das teilweise noch recht stürmische Temperament der Junghengste von den Bereitern souverän aufgefangen. Neben den erfahrenen Bereitern wurde in dieser Abteilung auch der Reiternachwuchs der Spanischen Hofreitschule vorgestellt. An der Seite von Siglavy Melodia I mit Bereiter Oberhauser, Siglavy Alma mit Bereiter Bacher und Pluto Fantasca mit Bereiter E. Zimmermann präsentierten sich Pluto Amena mit Bereiterin Zeitlhofer, Favory Bonasera mit Bereiter-Anwärter Egger sowie Favory Wanda II mit Bereiter-Anwärterin Stefan.

Alle Gänge und Touren der Hohen Schule – Teil I

Im zweiten Programmpunkt wurden ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, fliegende Galoppwechsel, Pirouetten. In dieser Abteilung mit vier Hengsten präsentierten sich der braune Lipizzanerhengst Pluto Bellornata und Erster Oberbereiter Eder, Neapolitano Gaetana und Bereiter Rothleitner, Maestoso Beja mit Bereiter Nowotny und Siglavy Batosta mit Bereiterin Zeitlhofer. (Siglavy Batosta ist jener Hengst, den die kürzlich zur Bereiterin ernannte Hannah Zeitlhofer selbst ausgebildet hat.)

Arbeit an der Hand & Schulen über der Erde

Im Programmpunkt ARBEIT AN DER HAND & SCHULEN ÜBER DER ERDE wurden die berühmten Schulsprünge sowohl an der Hand als auch unter dem Reiter präsentiert. Diese Sprünge, welche bereits in der Natur der Hengste angelegt sind und früher auch in Kriegen zum Einsatz kamen, wurden durch die klassische Reitkunst immer mehr verfeinert. In der klassischen Ausbildung dient die Arbeit an der Hand stets als Vorbereitung auf die später unter dem Reiter ausgeführten „Schulen über der Erde“. Für diese schwierigen Sprünge, die viel Temperament, Mut und Kraft erfordern, sind nur wenige Hengste geeignet. Nach wie vor verfügt die Spanische Hofreitschule auch diesbezüglich über hervorragend ausgebildeten Pferdenachwuchs und ein kompetentes, erfahrenes Bereiter-Team, das imstande ist, die Hengste auf die schwierigen Schulen über der Erde vorzubereiten.

Levade

Mit seinem Hengst Conversano Bonavoja überzeugte der erfahrene Bereiter Radnetter auch diesmal wieder mit seinen Levaden, die er nach eigenen Worten besonders gern zeigt. Die Levade, welche auch im Wappen der „Spanischen“ verewigt ist, ist eine Übung, bei welcher die Hinterhand des Pferdes tiefgesetzt ist und die Vorhand sich für ein paar Sekunden in einem Winkel von 30 – 35 Grad über dem Boden erhebt. Hier kommt es besonders darauf an, beim Pferd die nötige Kraft auf der Hinterhand zu entwickeln und die Balance einige Sekunden lang zu halten. Wie sich schon im Jubiläumsjahr 2015 zeigte, ist die Levade nach wie vor eine besondere Spezialität der Spanischen Hofreitschule.

Courbette

Zu den schwierigsten Sprüngen der klassischen Reitkunst gehört – neben der Kapriole – auch die Courbette, bei welcher der Hengst mehrere Sprünge hintereinander auf der Hinterhand ausführen muss. Mit dem Lipizzanerhengst Siglavy Malina I vollführte Bereiter Bachinger mehrere Courbetten. Die beiden zeigten bereits in der Jubiläumsgala 2015, dass die Courbette ihre besondere Domäne ist.

Kapriole

Die schwierige Kapriole, bei welcher der Hengst mit seinen Hinterbeinen ausstreicht und für einen kurzen Moment waagerecht in der Luft schwebt, wurde dargeboten von den Hengsten Neapolitano Dubovina und Bereiter Rothleitner, Conversano Kitty II und Bereiter Nowotny sowie Maestoso Theodorosta und Bereiter Bacher. Da die Hengste sich noch in der Entwicklung befinden, kann auch in der klassischen Reitkunst das Ideal des waagerechten Schwebens mit ausgestreckten Hinterbeinen nicht bei jeder Kapriole als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Umso spektakulärer ist es, wenn es einem Hengst tatsächlich gelingt, für eine Weile waagerecht in der Luft zu verharren.

Für ihre Sprünge wurden die Kaprioleure, Courbetteure, Levadeure und ihre Bereiter vom Publikum mit viel Applaus belohnt.

Marcus Nowotny auf Favory Aquileja
Bereiter Marcus Nowotny auf Favory Aquileja: Piaffe. © Photo: Rene van Bakel/ASAblanca.com/Spanish Riding School. Mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

Alle Gänge und Touren der Hohen Schule – Teil II

Solo für einen Glücksbringer

In der großen Solo-Nummer des zweiten Teils wurden abermals ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, Seitengänge, fliegende Galoppwechsel und Pirouetten. Nach alter Tradition wird dieses Solo stets einhändig auf blanker Kandare geritten, was eine hervorragende Ausbildung des Hengstes und hohes Feingefühl des Reiters erfordert. Dabei wird der Kandarenzügel in der linken Hand und die Birkengerte (so wie in früheren Zeiten das Schwert) in der rechten Hand gehalten.

Wie schon in der Jubiläumsvorführung am Heldenplatz im Sommer 2015, so war das große Solo mit einem braunen Lipizzaner als „Glücksbringer“ der Spanischen Hofreitschule auch diesmal wieder ein eindrucksvoller Höhepunkt: Souverän, mit ruhiger Hand und feinen Hilfen, führte Bereiter Marcus Nowotny den braunen Lipizzanerhengst Favory Aquileja durch die Reitbahn. Die beiden sind ein hervorragend eingespieltes Team!

Schulquadrille

Am Ende der Vorstellung steht traditionsgemäß die SCHULQUADRILLE. Das berühmte Ballett der weißen Pferde mit acht Hengsten ist natürlich der Höhepunkt einer jeden Vorführung. Die Choreographie, bei der es auf äußerste Präzision und Gleichmaß ankommt, wird traditionell zu berühmten Werken der klassischen Musikliteratur ausgeführt: Auch diesmal erklang im ersten Teil die Arlésienne-Suite Nr. 2 von Georges Bizet, gefolgt von der Polonaise Nr. 1 in A-dur von Frédéric Chopin. Im zweiten Teil bewegten sich die Hengste zu den Klängen der Symphonie Nr. 101 (Die Uhr) von Joseph Haydn. Zum feierlichen Ausklang der Schulquadrille erklang traditionsgemäß der Österreichische Grenadiermarsch (1784).

Das Ballett der weißen Hengste wurde routiniert dargeboten von Conversano Sessana mit dem Ersten Oberbereiter Eder, Neapolitano Aga mit Oberbereiter Hausberger, Pluto Sambata mit Bereiter Radnetter, Conversano Patrizia mit Bereiter Bachinger, Conversano Belladona mit Bereiter Nowotny, Pluto Theodorosta mit Bereiter Oberhauser, Maestoso Malina mit Bereiter E. Zimmermann, Maestoso Fantasca mit Bereiterin Zeitlhofer. Die Hengste und ihre Bereiter waren präzise aufeinander abgestimmt.

Hoffnungsvoller Reiternachwuchs

Der Reiternachwuchs an der „Spanischen“ scheint hoch motiviert zu sein und berechtigt zu Hoffnungen: Schon seit dem 450-Jahr-Jubiläum ist Hannah Zeitlhofer, die im September 2016 – als erste Frau in der Geschichte der Spanischen Hofreitschule – zur Bereiterin angelobt wurde, regelmäßig in der Schulquadrille zu sehen. Mit ihren feinen Hilfen ist die Pferdekennerin, die bereits vor ihrem Eintritt in die Spanische Hofreitschule ein Bachelor-Studium in Pferdewissenschaft absolviert hatte, gewiss eine Bereicherung für den Traditionsbetrieb.

Ebenfalls im Jahre 2016 wurden die einstigen Eleven Theresa Stefan und Georg Sattler zu Bereiter-Anwärtern ernannt. Zusammen mit dem im Jahre 2012 zum Bereiter-Anwärter beförderten Christopher Egger komplettieren sie das Team der Spanischen Hofreitschule. Bereiter-Anwärterin Theresa Stefan und Bereiter-Anwärter Christopher Egger dürfen sogar schon in der Abteilung der jungen Hengste mitreiten.

Die „Spanische“ auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Spanische Hofreitschule ganz offensichtlich nicht auf so einem schlechten Wege ist, wie in den Medien bisweilen behauptet wird – mag es (aus der Sicht gewisser Ex-Bereiter und diverser Fachleute) auch hier und da noch Verbesserungsbedarf geben. In der Vorführung selbst wie auch in den beim anschließenden Presse-Empfang geführten Gesprächen gewinnt man durchweg den Eindruck, dass es sich hier um ein hochmotiviertes Team von Bereiter/innen und Bereiter-Anwärter/innen handelt, die ihr Leben den weißen Pferden verschrieben haben, die mit viel Enthusiasmus „ihr Ding“ machen und sich von den Medien – Gott sei dank – nicht beirren lassen!

Hier ist viel Begeisterung und vor allem auch eine gesunde Portion Pferdeverstand zu spüren – der „Pferdevirus“ ist direkt ansteckend und springt auch auf die Gesprächspartner über! Was sie sagen, klingt authentisch, es gibt keine Spur von Überheblichkeit oder gar Hochnäsigkeit – zumindest nicht bei jenen Bereitern und Bereiterinnen, die ich bisher kennenlernen durfte.

Für die Zukunft bleibt nur zu wünschen, dass die Grundsätze der klassischen Reitkunst an der Spanischen Hofreitschule weiterhin gepflegt werden und für künftige Generationen erhalten bleiben. Daher mein Rat an das Team der „Spanischen“: Achten Sie auch künftig stets auf das Wohl Ihrer erstklassigen Partner, der Lipizzaner! Machen Sie weiter im Sinne der klassischen Reitkunst! Lassen Sie sich nicht beirren von den negativen Einflüssen des modernen Dressursports – aber auch nicht von der destruktiven Stimmungsmache diverser Medien! Freuen Sie sich über Ihre Erfolge mit den wunderbaren Lipizzanern, aber nehmen Sie auch konstruktive Kritik ernst, sofern diese wohlwollend gemeint ist. Beraten Sie sich gegenseitig und suchen Sie den Austausch, auch mit den ehemaligen Bereitern der Spanischen Hofreitschule, damit das beinahe fünf Jahrhunderte alte Wissen auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt. So sind Sie sicher auf einem guten Weg – gerade auch in unsicheren Zeiten wie diesen!

Ich danke Generaldirektorin Dkfm. Frau Elisabeth Gürtler und Pressesprecherin Frau Andrea Kerssenbrock für die Einladung zur Vorführung am 4. März. Es hat mich sehr beeindruckt, und ich werde sicher wiederkommen!

Nähere Informationen über das Jahresprogramm der Spanischen Hofreitschule finden Sie auf: http://www.srs.at

Weitere Fachartikel über Pferde & klassische Reitkunst gibt es auf: http://linguamusica.eu/kulturberichterstattung-fachartikel/pferde-reitkunst/

Wien, im März 2017                                                                          Sylvia Kreye