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Spanische Hofreitschule: Piber meets Vienna

Stuten und Fohlen aus Piber
Piber meets Vienna 2017: Die Stuten mit ihren Fohlen aus Piber erobern die Winterreitschule. (c)_Stefan Seelig / SRS

Spanische Hofreitschule:
Piber meets Vienna

Nachwuchs der Spanischen Hofreitschule erobert Wien

Es ist wieder soweit! Im Rahmen der Veranstaltung „Piber meets Vienna“ erobern auch in diesem Sommer wieder die Stuten und Fohlen des Lipizzanergestüts Piber die Winterreitschule der Wiener Hofburg.

Unter dem Motto „Kürbis, Wein und Lipizzaner“ startete die Spanische Hofreitschule vor wenigen Tagen zusammen mit dem Tourismusregionalverband Süd- & Weststeiermark ihr Sommerprogramm.

Die reiche, fruchtbare Südweststeiermark präsentierte im Rahmen der diesjähri­gen Auftaktveranstaltung „Piber meets Vienna“ ein erlesenes Angebot regiona­ler Köstlichkeiten in der Spanischen Hofreitschule.

Wie jedes Jahr kommen die quirligen Fohlen und ihre Mütter aus dem Lipizzanergestüt Piber in die Bundes­hauptstadt. Während die berühmten Väter und Schulhengste ihren Sommerurlaub auf dem Land genießen, wird die barocke Winterreitschule der Wiener Hofburg zum prunkvollen Spielplatz des hoffnungsvollen Pferdenachwuchses der Spanischen Hofreitschule.

Ebenfalls auf dem Programm des diesjährigen Gastspiels aus Piber stehen elegante Gespann­vorführungen mit historischen Kutschen und traditionellen Uniformen sowie Darbietun­gen der Gestütsreiter. Das Sommerprogramm „Piber meets Vienna“ bietet die Möglichkeit, den Pferden aus der Südweststeier­mark auch in Wien ganz nah zu sein.

„Piber meets Vienna ist nicht nur eine schöne Gelegenheit, unsere nur wenige Monate alten Fohlen mit ihren Mutterstuten aus nächster Nähe zu erleben, sondern bietet allen unseren Gästen auch einen guten Einblick in die wichtige Arbeit im Lipizzanergestüt in Piber,“ erklärt Generaldirektorin Dkfm. Elisabeth Gürtler. Weitere Programmpunkte sind etwa die eleganten Kutschendarbietungen in verschiedenen Anspannungen sowie Auftritte der Jungpferde aus dem Lipizzanergestüt Piber.

Bei Schönwetter können die Besucherinnen und Besucher die Fohlen und ihre Mütter von 17 bis 18 Uhr in ihrem „grünen Kinderzimmer“ im Burggarten bei freiem Eintritt besuchen. Dieses ca. 500 m² große Wiesenstück wird von den Österreichischen Bundesgärten zur Verfügung gestellt. Die jüngsten Nachkommen und ihre Mütter aus dem Gestüt haben so einen täglichen zusätzlichen Auslauf an der frischen Luft.

Das Programm „Piber meets Vienna“ findet heuer von 4. bis 29. Juli in der Spanischen Hofreitschule Wien statt (jeweils Dienstag bis Sonntag von 11 bis 12 Uhr, Karten ab EUR 12,- bis EUR 45,- über 01/533 90 31–0 oder www.srs.at).

Programm Piber meets Vienna

KUTSCHEN PAS DE DEUX

Vor den Einspänner ist Pluto Theoda eingespannt, er wird von Erwin Movia gefahren.

Thomas Seidler fährt den Zweispänner mit den Pferden Pluto Capra und Pluto Wanda.

JUNGSTUTEN

7 Jungstuten aus dem Jahrgang 2012 – die sich in der schönsten Reithalle der Welt zeigen dürfen! Aus einer Gruppe von ursprünglich insgesamt etwa 20 Stuten dieses Jahrganges wurden letztes Jahr im Herbst die besten als künftige Zuchtstuten für das Lipizzanergestüt in Piber auserwählt.

DRESSUR PAS DE DEUX

Zwei Stuten aus dem Bundesgestüt Piber, welche ihre Leistungsprüfung im Reiten und Fahren in Vorjahren erfolgreich abgeschlossen haben.

Kerka und Gropina: Beide Stuten haben die Reitausbildung mit sehr guten Noten in der Abschlussprüfung absolviert, sodass sie noch einige Zeit auf ein höheres Niveau ausgebildet und als Repräsentationspferd im Gestüt in Piber eingesetzt werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird Gropina zur Zucht eingesetzt werden.

Gropina und Kerka werden von Rene Legat/Piber und Paula Behrens/Wien geritten.

MUTTERSTUTEN UND FOHLEN

Die Kronjuwelen des Lipizzanergestüts Piber sind die Zuchtstuten. In Piber werden derzeit rund 70 Stuten mit ihren heuer insgesamt 38 Fohlen gehalten. 6 Mutterstuten mit ihren erst wenige Monate alten Fohlen sind nach Wien gereist.

KAISERQUADRILLE

Der Lipizzaner wurde in seiner über 430-jährigen Tradition nicht nur als ideales Reitpferd für die Hohe Schule der Klassischen Reitkunst, sondern stets auch als klassisches Fahrpferd gezüchtet. Traditionell wurde die Kaiserquadrille vierspännig gefahren und von Reitern begleitet. Einer der vor den Vierspänner gespannten Wallache ist der Rappe Pluto Theoda.

Die Namen der Stuten und Fohlen, die in diesem Sommer die Winterreitschule der Wiener Hofburg erobern, sind dem PDF im Anhang zu entnehmen:

Piber meets Vienna 2017 – Stuten und Fohlen

Quelle: Presseaussendung der Spanischen Hofreitschule, 3. Juli 2017

Das verspricht ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zu werden. Pferdefreunde kommen in Wien also auch in diesem Sommer auf ihre Kosten! Wien ist eben nicht nur eine Stadt der Musik, sondern auch der Pferde – vor allem der Lipizzaner, der ältesten Kulturpferderasse Europas.

Spanische Hofreitschule: Gastspiel Monty Roberts

Monty Roberts in der SRS
Monty Roberts in der Winterreitschule der Spanischen Hofreitschule: Join-Up® mit einem seiner Schützlinge. Foto: © Debbie Roberts Loucks.

Spanische Hofreitschule:
Gastspiel Monty Roberts

Der „Pferdeflüsterer“ aus Kalifornien war zu Gast in der Winterreitschule

Während die Lipizzanerhengste längst ihren wohlverdienten Sommerurlaub auf dem Land verbringen, begann der Juli in der Spanischen Hofreitschule mit einem besonderen Ereignis: In den „heiligen Hallen“ der Winterreitschule, wo sonst das Ballett der weißen Hengste zu bewundern ist, präsentierte Monty Roberts, der weltbekannte „Pferdeflüsterer“ aus Kalifornien, seine Kunst der Kommunikation mit den Pferden.

Mit der Vorführung in der Winterreitschule wurde ein Ereignis verwirklicht, das sich wohl viele Pferdefreunde (einschließlich der Autorin) schon lange insgeheim gewünscht hatten: Monty Roberts – bekannt als „der Mann, der mit den Pferden spricht“ („the man who listens to the horses“) – präsentierte seine Methode des „Join-Up®“ in der Spanischen Hofreitschule, dem Zentrum der klassischen Reitkunst mit einer mehr als 450-jährigen Tradition.

Zwar hatte es im Vorfeld der Veranstaltung auch kritische Stimmen gegeben, die offen fragten, was denn wohl ein „Cowboy“ wie Monty Roberts in der Spanischen Hofreitschule zu suchen hätte. Jedoch gibt es zwischen der klassischen Reitkunst und den Trainingsmethoden von Monty Roberts, der mit Pferden aller Disziplinen arbeitet, durchaus ein paar Anknüpfungspunkte – auch wenn Monty Roberts aus einem anderen Kulturkreis stammt und die Ansätze sich unterscheiden.

Während die Bereiter der Spanischen Hofreitschule ihr Fachwissen über die klassische Reitkunst mündlich von Generation zu Generation weitergeben und sich im Wesentlichen an den alten Reitmeistern der Renaissance und des Barock (Antoine de Pluvinel, François Robichon de la Guérinière) orientieren, stützt Monty Roberts seine Methode des “Join-Up“ auf seine eigenen Beobachtungen, welche er bereits im jugendlichen Alter in der Wüste von Nevada gemacht hatte. Bereits im Teenager-Alter hatte Monty Roberts mehrere Tage und Nächte in der Bergwüste von Nevada verbracht und das Verhalten der wilden Mustangs ausgiebig studiert. Die ausgedehnten Ausflüge mit seinem damaligen Pferd Brownie waren auch eine Möglichkeit, um sich selbst und sein Pferd vor den Gewaltattacken seines Vaters zu schützen. Die schmerzlichen Erfahrungen, die Monty Roberts mit seinem gewaltbereiten Vater machen musste, ließen ihn mehr und mehr zu der Erkenntnis gelangen, die er immer wieder in seinen Büchern und Vorführungen betont: „Violence is never the answer!“ („Gewalt ist niemals die Antwort!“)

Die lautlose Körpersprache der Pferde, die Monty Roberts bei den wilden Mustangs in der Bergwüste von Nevada studiert hatte und die er später „Equus“ nannte, wurde zur Grundlage seiner Trainingsmethode, welche unter dem Namen „Join-Up“ weltbekannt geworden ist.

Die Vorführung in der Winterreitschule

„Is this a dream – or not?“ (Ist dies ein Traum oder nicht?), fragte Monty Roberts zu Beginn der Vorführung in der Winterreitschule und lobte die mehr als 450-jährige Tradition der Spanischen Hofreitschule: „This has been the center of horsemanship for more than 450 years!“ (Dies ist das Zentrum der Reitkunst seit mehr als 450 Jahren!) Einmal mehr verwies der Pferdekenner auf den Fluchtinstinkt der Pferde. „Horses are flight animals, we are predators.“ (Pferde sind Fluchttiere, wir sind Raubtiere.)

Für die Vorführung in der Winterreitschule waren fünf Pferde mit diversen Problemstellungen ausgewählt worden. Jeweils zu Beginn eines Programmpunkts führte Monty Roberts entweder selbst das Join-Up durch oder betraute einen seiner Instructors mit dieser Aufgabe. Danach begann er mit dem eigentlichen Training des Pferdes. Für seine Arbeit mit den Pferden benutzte Monty Roberts wie immer einen Round Pen, einen Longierring von etwa 16 Metern Durchmesser.

Join-Up und Follow-Up

Zu Beginn der Vorführung demonstrierte Monty Roberts mit einem Rappen seine Methode des Join-Up mit anschließendem Follow-Up. In einem Interview, das die Autorin mit Monty Roberts im Mai 2016 anlässlich einer Vorführung in Ebreichsdorf führte, beschrieb Roberts das Join-Up mit folgenden Worten:

“Join-Up” can be defined as that moment when the horse wants to be with you – instead of away from you. It’s against their nature. I use four gestures of theirs – and there is a lot more… But people can see the four: one is the ear turning to me, another one is licking and chewing, another one is dropping the head down by the soil, and another one is making a smaller circle around me to come close.”  (“Join-Up” lässt sich definieren als jener Moment, wenn das Pferd bei Ihnen sein möchte – anstatt von Ihnen entfernt zu sein. Das ist [eigentlich] gegen seine Natur. Ich benutze vier ihrer Gesten – und es gibt noch viele mehr… Aber man kann vier Signale erkennen: eines davon ist das Ohr, das sich zu mir dreht, ein anderes ist Lecken und Kauen, ein weiteres ist das Senken des Kopfes zum Boden hin, und ein anderes ist das Verkleinern des Zirkels um mich herum, um näher zu kommen.)

In der Tat waren diese Signale des Pferdes auch während der Vorführung in der Winterreitschule deutlich wahrzunehmen. Dem Join-Up folgte dann eine Belohnung des Pferdes durch leichtes Reiben der Stirn zwischen den Augen und schließlich das “Follow-Up” – jener Moment, wo das Pferd dem Trainer folgt, weil es sich bei ihm sicher und gut aufgehoben fühlt. Im Anschluss an das Follow-Up werden die Hufe des Pferdes stets vorsichtig angehoben.

Das Starten eines „rohen“ Pferdes

Den zweiten Programmpunkt bildete das Starten eines „rohen“ Pferdes, das noch nie zuvor einen Sattel – geschweige denn einen Reiter – getragen hatte. Zunächst ließ Monty Roberts das junge Pferd einige Runden durch den Longierring traben. Dabei wandte er seine Methode des „advance and retreat“ (Vorstoß und Rückzug) an, die in seinen Büchern ausführlich beschrieben ist und sich besonders im Training mit noch rohen, problematischen oder traumatisierten Pferden bewährt hat: Dabei geht es ihm darum, das Tier in der Fluchtbewegung zu halten und das Join-Up nicht zu früh zu erzwingen, um ein mögliches Bocken zu verhindern.

Nach erfolgtem Join-Up wurde vorsichtig ein Sattel aufgelegt. Dann ließ Monty Roberts das junge Pferd ein paar Runden an der Longe laufen, damit es sich an den Sattel gewöhnen konnte. Wenig später wurde ein Dummie auf den Sattel gesetzt, um das Pferd langsam an das Reitergewicht zu gewöhnen. Dazwischen gab es Belohnungen durch Streichen der Stirn. Schließlich war das Pferd soweit, dass es einen Reiter akzeptieren konnte. Die junge Reiterin Joanna Lowes aus dem Team von Monty Roberts bewies in diesem Punkt viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung. Zunächst wurde die Reiterin von Monty Roberts vorsichtig auf das Pferd gehoben. Dabei legte sie sich mit dem Bauch über den Pferderücken, rieb Hals und Flanken des Pferdes. Nur etwa 5 Sekunden lang verweilte sie auf seinem Rücken, um dann wieder hinunterzugleiten. Dieser Vorgang wurde mehrmals wiederholt, bis das junge Pferd die Reiterin ohne Probleme akzeptierte.

Ein „unreitbarer“ Noriker-Wallach

Ein kräftiger brauner Noriker-Wallach stand im Mittelpunkt des dritten Programmpunkts. Es handelte sich um ein “Problem”-Pferd, denn es ließ keinen Reiter auf seinen Rücken. Zu Beginn der Trainingseinheit erläuterte Monty Roberts das Problem, das es nach Angaben des Besitzers mit dem störrischen Wallach gab: “It’s impossible to get on his back – there is no chance!” (Es ist unmöglich, auf seinen Rücken zu gelangen – es gibt keine Chance!)

Nach dem Join-Up durch einen seiner Instructors bediente sich Monty Roberts einer Methode, mit der er bereits gute Erfahrungen gemacht hatte: Mit einem Stock, an dessen Ende ein Plastiksackerl befestigt war, berührte er den Körper des braunen Wallachs und rieb mit dem Plastiksackerl den Bauch und Rücken des Tieres. Dabei nahm er das von ihm entwickelte Dually-Halfter zu Hilfe: Bockte das kräftige Pferd, erfolgte ein Zug auf den Nasenriemen des Halfters (negative effects); stand es still, erfolgte stets eine Belohnung (positive effects).

Im weiteren Verlauf des Trainings wurde das Plastiksackerl durch den Dummie ersetzt: Jetzt wurde der Pferdeleib wiederholt mit dem Dummie berührt und abgerieben, damit sich das Tier langsam an den fremden Gegenstand gewöhnen konnte.

Es dauerte eine Weile, bis der Noriker-Wallach Sattel und Reiter akzeptierte. Als die Reiterin hinzutrat, berührte sie zunächst vorsichtig den Pferderücken. Dann sprang sie mehrmals an der Seite des Pferdes hoch und runter, entfernte sich dann wieder. Es dauerte etwa 40 – 45 Minuten, bis die Reiterin endlich auf das Pferd gehoben werden konnte. Wieder legte sie sich nur kurz mit dem Bauch auf seinen Rücken und streichte dem Pferd über Hals, Bauch und Flanken, um nach wenigen Sekunden wieder hinabzugleiten. Monty Roberts belohnte den Wallach durch Reiben der Stirn (positive effects).

“He is so strong!” seufzte selbst der erfahrene Monty Roberts beim Training mit diesem kräftigen Noriker-Wallach. Doch das ausgiebige Training und die Geduld hatten sich gelohnt: Zum guten Schluss konnte die Reiterin den Wallach einige Runden durch den Round Pen reiten.

A “spooky” horse

Nach der Pause kehrte Monty Roberts mit einem sogenannten “spooky” horse – einem schreckhaften Pferd – wieder in den Round Pen zurück. Zunächst wurde das Vertrauen des ängstlichen Pferdes durch das Join-Up und Follow-Up gewonnen. Dann kam erneut der Stock mit dem Plastiksackerl zum Einsatz. Zunächst wurde das Pferd am Widerrist, dann über den Rücken bis zu den Hinterbeinen mit dem Plastiksackerl abgerieben. Nach anfänglichem Scheuen akzeptierte das Pferd die “Massagen” mit dem fremden Gegenstand. Schließlich wurde auf dem Boden der Reitbahn eine Plastikplane ausgebreitet, über die das Pferd geführt wurde. Allmählich verlor das Tier seine Angst vor dem ungewohnten Untergrund. Diese Methode wird von Monty Roberts gerade bei ängstlichen Pferden seit vielen Jahren erfolgreich angewandt. Während der Vorführung betonte Roberts immer wieder, wie wichtig es sei, ein ängstliches Pferd nicht in diesem Zustand der Angst zu belassen.

Verladen eines ängstlichen Pferdes

Zu Monty Roberts’ Expertisen gehört das Verladen ängstlicher Pferde auf den Hänger – ebenso wie das Führen von Rennpferden in die Startbox. Beides kann zu großen Problemen führen, denn viele Pferde scheinen vor dem Hänger (oder vor dem engen Raum einer Startbox) geradezu eine Klaustrophobie zu entwickeln. Sie bocken und wehren sich gegen das Betreten des für sie ungewohnten Terrains. Gegen diese Angst hat Monty Roberts ebenfalls eine wirksame Trainingsmethode entwickelt, die er auch an diesem Abend in der Winterreitschule demonstrierte: Nach dem Join-Up wurde das Pferd außerhalb des Round Pen mehrmals über ein Brett geführt, das auf den Boden der Reitbahn gelegt worden war. Anschließend wurde es wiederholt über eine Plastikplane geführt. Dann folgte das Heranführen an den Hänger: Zunächst wurde das Pferd von Monty Roberts mehrere Male in den Trailer hinein und dann vorn durch eine Seitentür wieder hinaus geführt. Dies wurde so oft wiederholt, bis das Pferd seine Angst verlor und den Hänger akzeptierte. Zum Schluss ging es wie selbstverständlich auf den Hänger. Es erweckte fast den Anschein, als würde es dies gern tun.

Persönliche Eindrücke

Für seine Vorführung in der Spanischen Hofreitschule erntete Monty Roberts viel Anerkennung und Applaus. Auch für die Autorin war es ein einzigartiges Erlebnis, den „Pferdeflüsterer“ in den „heiligen Hallen“ der Spanischen Hofreitschule live zu erleben.

Auch wenn Monty Roberts aus einem anderen Kulturkreis stammt und seine Trainingsmethoden sich in manchen Punkten von jenen der klassischen Reitkunst unterscheiden, so gibt es doch auch ein paar Anknüpfungspunkte, welche Anlass zu einem regen Austausch zwischen dem kalifornischen „Pferdeflüsterer“ und den Bereitern der Spanischen Hofreitschule geben könnten.

Seine Methode des Startens „roher“ Pferde erinnert in vielen Punkten an das Starten junger Lipizzaner-Hengste, wie es die Autorin in einem Video beim Besuch des Lipizzaner-Gestüts in Piber gesehen hatte: das allmähliche Heranführen an Sattel und Zaumzeug, das behutsame Heraufheben des Reiters – zunächst nur für einen kurzen Moment – dann das geduldige Wiederholen dieser Übung, bis das junge Pferd seinen Reiter akzeptiert, das Belohnen des Pferdes nach einer gelungenen Übung. Da gibt es doch einige Parallelen, die an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollten.

Jedoch gibt es natürlich auch Unterschiede: Während Monty Roberts zunächst versucht, das Pferd in der Fluchtbewegung zu halten, um ein mögliches Bocken durch ein zu rasches Join-Up zu vermeiden, scheint dieses von-sich-weg-Treiben bei den jungen Lipizzanern der Spanischen Hofreitschule gar nicht notwendig zu sein. Dies liegt offenbar daran, dass die in Piber gezüchteten Pferde schon von Geburt an sehr stark auf den Menschen geprägt sind und von ihren Betreuern auch eingeritten werden. Durch das Vertrauen, das sich durch den engen Kontakt schon im Fohlenalter aufgebaut hat, kommt ein Bocken des Pferdes beim Starten hier nur selten vor.

Über die verschiedenen Ansätze könnte man selbstverständlich diskutieren. Daher wäre es nach Meinung der Autorin auch gar kein so schlechter Gedanke, wenn durch das Gastspiel von Monty Roberts in der Spanischen Hofreitschule möglicherweise sogar ein Austausch zwischen den Bereitern und dem Pferdeflüsterer zustande käme. Mögen die Ansätze auch recht unterschiedlich sein, so ist es sicher – auch im Interesse von Equus, dem Fluchttier – kein Nachteil, wenn sich Pferdekenner verschiedener Herkunft untereinander austauschen und ihre Erfahrungen teilen.

Wie die klassischen Reitmeister, so betont auch Monty Roberts in seinen Publikationen immer wieder, wie wichtig es ist, dem Pferd ausreichend Zeit zu lassen. In seinem Buch „Der mit den Pferden spricht“ (The Man Who Listens to the Horses“) heißt es:

„Spielen Sie nicht den Helden. Hat Ihr Pferd heute keine Lust, einen Reiter zu tragen, dann probieren Sie es am nächsten oder übernächsten Tag noch einmal. Bedenken Sie, dass ich bei meinen Vorführungen nur deshalb das gesamte Programm auf einmal durchexerziere, weil die Zuschauer alles sehen wollen. Das heißt aber nicht, daß auch Sie ein solches Tempo vorlegen müssen. Mit meiner Methode sparen Sie so viel Zeit, daß Sie es sich leisten können, sich Zeit zu lassen. Das Wichtigste ist die Qualität Ihrer Arbeit, nicht das Tempo. Am Ende wollen wir alle ein gut erzogenes, zufriedenes und williges Pferd haben; danach wird man Ihre Arbeit beurteilen.“ (Monty Roberts, Der mit den Pferden spricht, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach 1997, Seite 365.)

Diese Einstellung gegenüber dem Partner Pferd erinnert an die Thesen des großen Reitmeisters Antoine de Pluvinel (1555-1620), zu seiner Zeit einer der wichtigsten Vorreiter gewaltfreier Trainingsmethoden:

„Das Pferd muss selber Freude an der Reitbahn haben, sonst wird dem Reiter nichts mit Anmut gelingen.“

„Wir sollten besorgt sein, das Pferd nicht zu verdrießen und seine natürliche Anmut zu erhalten, sie gleicht dem Blütenduft der Früchte, der niemals wiederkehrt, wenn er einmal verflogen ist.“

(Antoine de Pluvinel, Le Manège Royal, postum 1623 erschienen)

Die Parallelen zwischen diesen Zitaten sind auffällig – auch wenn beinahe 400 Jahre und einige tausend Kilometer dazwischen liegen! Umso bedauerlicher ist es, dass diese freundliche und respektvolle Einstellung gegenüber dem Partner Pferd über so viele Jahrhunderte offenbar in Vergessenheit geriet!

Bereits im Mai 2016 hatte die Autorin das Glück, Monty Roberts im Magna Racino in Ebreichsdorf zu treffen und eine seiner Vorführungen zu besuchen. Dabei ergab sich auch die Gelegenheit zu einem Interview, das im Magazin EQUUS Arabian, Heft 4.2016, erschienen ist.

Die Worte, mit denen Monty Roberts sich damals zu seiner Methode und zu seinen Beobachtungen bezüglich der Sprache der Pferde äußerte, zeugen von Bescheidenheit und Demut vor der Schöpfung: I didn’t create it! God created it! I just see it. I didn’t develop it, I only learn more about it. All these things were already there in nature. And maybe I only see a little bit, the next generation will make it better.” (Ich habe es nicht erschaffen! Gott hat es erschaffen. Ich habe es nur gesehen. Ich habe es auch nicht entwickelt, ich habe nur mehr darüber gelernt. All diese Dinge waren in der Natur schon vorhanden. Und vielleicht habe ich nur ein bisschen davon gesehen, die nächste Generation wird es besser machen.)

Er hat gewiss sehr viel gesehen, damals in der Bergwüste von Nevada – und eines ist sicher: Dass im Pferdesport allmählich ein Umdenken stattfindet, ist – nach den großartigen Errungenschaften in der klassischen Reitmeister – zu einem Teil auch Monty Roberts und seiner Mission des gewaltfreien Umgangs mit Pferden zu verdanken. Daher soll dieser Artikel auch mit einem bekannten Zitat von Monty Roberts enden: “My goal is to leave the world a better place than I found it, for horses and for people, too.” (Mein Ziel ist es, dass die Welt, wenn ich sie eines Tages verlasse, besser ist als ich sie vorgefunden habe, für Pferde und auch für Menschen.)

                                                                                                                        Sylvia Kreye

Foto: mit freundlicher Genehmigung von Debbie Roberts Loucks.

A Life in Music – José Carreras im Wiener Konzerthaus

José Carreras im Wiener Konzerthaus
A Life in Music. Im Rahmen seiner Final World Tour trat José Carreras noch einmal im Wiener Konzerthaus auf und verabschiedete sich von seinem Wiener Publikum. 016 © G. Lembergh – mit freundlicher Genehmigung von Kupfer Kultur & Media, EAI GmbH.

A Life in Music – José Carreras im Wiener Konzerthaus

A Life in Music. Im Rahmen seiner Final World Tour trat José Carreras im Wiener Konzerthaus auf und erntete viel Applaus beim Wiener Publikum.

A Life in Music – José Carreras auf Welt-Tournee

„A Life in Music“ ist das Motto der Final World Tour, mit der sich der katalanische Startenor José Carreras (mit bürgerlichem Namen Josep Carreras) nach und nach von seinem Publikum verabschieden möchte. Im Rahmen seiner Abschiedstournee möchte Carreras noch einmal in allen Städten dieser Welt auftreten, in denen er im Laufe seiner langen Karriere so große Erfolge feiern durfte. Wie er jedoch selbst einräumte, kann sich diese Abschiedstournee durchaus noch über etwa zwei Jahre hinziehen.

Laut Ankündigung sollte der Auftritt des Tenors im Wiener Konzerthaus nun auch der Abschied von seinem treuen Wiener Publikum sein. Doch war es tatsächlich der endgültige Abschied von Wien? Nach einem „Abschied“ im wahrsten Sinne des Wortes fühlte sich die Stimmung im Konzertsaal eigentlich nicht an. Wie auch immer – an diesem Abend im Wiener Konzerthaus lief Carreras noch einmal zu Hochform auf. Die Stimme klang ausgeruht und kraftvoll, so dass man allein von der stimmlichen Disposition her nicht auf das wahre Alter des Sängers schließen würde. Nach wie vor verfügt Carreras über eine sehr schöne Mittellage, für die ihn nicht nur seine Fans, sondern auch Fachleute immer schon bewundert haben. In der oberen Mittellage haben seine Töne immer noch Strahlkraft und Präsenz – auch wenn er in seinen Konzertprogrammen die extremen „acuti“ (jene exponierten Hochtöne, wie jeder Sänger sie aus den italienischen Belcanto-Opern kennt und fürchtet) lieber vermeidet.

Während der Darbietungen des Tenors, der an diesem Abend von zwei Sängerinnen und einem großen Orchester begleitet wurde, wurden auf einer großen Leinwand über der Bühne die verschiedenen Stationen seiner Karriere eingeblendet. Dabei wurde auch sein 66 Bühnenwerke umfassendes Opernschaffen in wechselnden Szenenfotos gewürdigt.

Mediterrane Passion

Das Programm für sein Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus hatte José Carreras wie immer klug und mit viel Bedacht zusammengestellt. Dabei hatte er bewusst jene Arien und Kanzonen ausgewählt, in denen seine mediterranen Wurzeln und seine stimmlichen Möglichkeiten besonders gut zur Geltung kommen. Bereits im ersten Teil seines Programms wurde klar, dass Carreras’ wohlklingende Stimme nach wie vor über Nuancenreichtum und Ausdrucksstärke, aber auch Geschmeidigkeit und Flexibilität verfügt.

In „Canción Húngara“ aus der Zarzuela „Alma de Dios“ von José Serrano und „Eco de tu voz“ von Isaac Albéniz überzeugte Carreras mit guter Stimmpräsenz und energiegeladenem Vortrag. Die Übergänge zwischen dramatischer Diktion und zartem Piano gestaltete er mit der gewohnten Intensität und Ausdrucksstärke. Eine gute Wahl war auch die weniger bekannte Kanzone „Serenata sincera“ von Alessandro Derevitsky im zweiten Teil des Programms. Die italienische Romanze, die bereits von Carlo Bergonzi und Giuseppe di Stefano eingespielt wurde, ist auch für Carreras’ Stimme bestens geeignet. Das „Singen mit der Seele“ und mediterraner Leidenschaft ist nach wie vor das besondere Geheimnis der langen und erfolgreichen Karriere von José Carreras. Dies zeigte sich einmal mehr im Lied „T’estimo“ von Edvard Grieg (der katalanischen Version von „Ich liebe dich“).

Eine besondere Überraschung hielt José Carreras für das Wiener Publikum zum Ende des ersten Teils bereit: Nachdem der Tenor sich in den vergangenen Jahren verstärkt den dramatischeren Partien – dem sogenannten „Spinto“-Fach – gewidmet hatte, wagte er sich noch einmal an das klassische italienische Belcanto-Repertoire heran. Mit der schwierigen Arie „O come il fosco impetuoso nembo – Quell’alme pupille“ aus der Oper „La pietra del paragone“ (Der Prüfstein) von Gioacchino Rossini – im wahrsten Sinne des Wortes ein Prüfstein für jeden Tenor – demonstrierte Carreras, wie wichtig die italienische Belcanto-Technik für eine lange Karriere und die Gesunderhaltung der Stimme ist.

Angesichts der Tatsache, dass Carreras mit dieser Rossini-Arie bereits in jungen Jahren brilliert hatte, wusste man zunächst nicht, was von diesem späten „Ausflug“ ins Reich des klassischen italienischen Belcanto zu erwarten war. Doch Carreras strafte wieder mal alle Skeptiker Lügen: Seine Stimme ist auch mit 70 noch flexibel genug, um selbst diese Herausforderung zu meistern! Das Rezitativ gestaltete er mit der für ihn so charakteristischen Intensität und Leidenschaft, aber auch die schwierigen Koloraturen in der großen Arie bewältigte er mit Geschmeidigkeit und guter Atemkontrolle – was für einen Spinto-Tenor keineswegs selbstverständlich ist. Kein Wunder also, dass Carreras nach dieser Arie beim opernkundigen Wiener Publikum begeisterten Applaus erntete!

Im Terzett mit zwei Sängerinnen

Die Gesangsdarbietungen von José Carreras wurden an diesem Abend ergänzt durch Valentina Nafornita (Sopran) und Lena Belkina (Mezzosopran). Beide Sängerinnen sind dem Wiener Publikum bereits durch ihre Auftritte an der Wiener Staatsoper bekannt. Im Duett „Je te veux“ von Eric Satie harmonierte Valentina Nafornitas Sopran sehr gut mit Carreras’ Tenorstimme. Die Sopranistin überzeugte außerdem mit der lyrischen Arie „Song to the moon“ (Lied an den Mond) aus der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvořák sowie mit der Koloraturarie „Les filles de Cadiz“ von Leo Delibes.

Mühelos und geschmeidig bewältigte die ukrainische Mezzosopranistin Lena Belkina die schwierigen Koloraturen in den beiden Arien „Naqui all’affanno – Non più mesta“ aus der Oper „La Cenerentola“ von Gioacchino Rossini und „Carceleras“ aus der Zarzuela „Las hijas del Zebedeo“ von Ruperto Chapí. Bei einer solchen Besetzung – mit Sopran und Mezzo – durfte natürlich auch die berühmte Barcarole aus „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach nicht fehlen! Das beschwingte Duett der beiden Sängerinnen war eine schöne Abwechslung im Programm.

Zum krönenden Abschluss präsentierte sich José Carreras zusammen mit den beiden Sängerinnen im Terzett: In einem großen Klassik-Medley begeisterten die drei Interpreten mit berühmten Opernarien und Romanzen aus dem mediterranen Sprachraum. Nach der Arie „Vesti la giubba“ aus der Verismo-Oper „I Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo gab es viel Zwischenapplaus für José Carreras. Den Höhepunkt des Medleys bildete das von den drei Interpreten gemeinsam gesungene „Brindisi“, das berühmte Trinklied aus „La Traviata“ von Giuseppe Verdi.

José Carreras mit den Sängerinnen Valentina Nafornita und Lena Belkina sowie Dirigent David Giménez
Von links: Dirigent David Giménez, Valentina Nafornita (Sopran), Lena Belkina (Mezzosopran) und José Carreras nach dem erfolgreichen Abend im Wiener Konzerthaus. 02 © G. Lembergh – mit freundlicher Genehmigung von Kupfer Kultur & Media, EAI GmbH.

Dirigent und Orchester

Begleitet wurden Carreras und die beiden Sängerinnen vom Ambassade Orchester Wien unter der Leitung von David Giménez. Der Dirigent und das Ensemble hatten den Tenor bereits in früheren Konzerten begleitet und erwiesen sich auch an diesem Abend als kompetente, zuverlässige Partner. Ein paar leichte Divergenzen im Zusammenspiel zwischen Sänger und Orchester (so zum Beispiel am Anfang von „T’estimo“) waren vermutlich auf die akustischen Verhältnisse im Saal zurückzuführen und hatten auf den Gesamteindruck keinen wesentlichen Einfluss.

Mit der Farandole aus der Arlésienne-Suite von Georges Bizet, dem Intermezzo aus der Oper „Manon Lescaut“ von Giacomo Puccini und dem Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite von Dmitri Shostakovich sorgte das Ambassade Orchester Wien unter der Leitung von David Giménez für orchestrale Höhepunkte.

Der Tenor und sein Wiener Publikum

Die große Zuneigung zwischen José Carreras und seinem Wiener Publikum war auch an diesem Abend im Konzerthaus wieder hautnah zu spüren. Die Wiener lieben „ihren“ Carreras wie kaum einen anderen Sänger und belohnten ihn wie immer mit enthusiastischem Applaus und standing ovations.

Die Veranstaltung war restlos ausverkauft. Dennoch vermisste man im Publikum einige der langjährigen und besonders treuen Carreras-Fans. Dies lag vermutlich daran, dass sich viele Fans (vor allem die älteren, von denen ein Großteil bereits in Pension ist) die hohen Eintrittspreise schlicht und einfach nicht mehr leisten können. Es ist schade, dass durch die überhöhten Kartenpreise (bis über 200 Euro!) nicht nur junge Leute, sondern teilweise auch die echten Appassionati vom Konzertbesuch abgehalten wurden. Ein zusätzliches Angebot an günstigen Sitz- oder Stehplätzen – wie etwa in der Staatsoper oder im Musikverein – hätte hier vielleicht Abhilfe schaffen können.

Ein Leben für den Gesang

Bei seinem Abschiedskonzert im Wiener Konzerthaus zog José Carreras noch einmal alle Register seiner Gesangskunst und zeigte, dass mit seiner schönen Stimme immer noch zu rechnen ist. Mit 70 Jahren noch ein solches Programm zu absolvieren und über eine derartige stimmliche Präsenz zu verfügen, ist eine beachtliche Leistung, die selbst manch einen jüngeren Sänger in den Schatten stellt! Das Wiener Publikum wusste es jedenfalls zu schätzen. José Carreras bedankte sich bei seinen Fans mit einem Extraprogramm aus vielen Zugaben, die er sich jedoch in seiner bescheidenen Art mit seinen beiden Sängerkolleginnen Valentina Nafornita und Lena Belkina teilte.

Wer José Carreras an diesem Abend im Konzerthaus erlebte, wird sich mit Recht fragen, ob dies tatsächlich der letzte Auftritt des Tenors in Wien gewesen sein soll. Denn der beliebte Sänger präsentierte sich in einer Verfassung, die den Gedanken an einen Abschied noch nicht so recht aufkommen lassen wollte. Hier gewann man einmal mehr den Eindruck, dass der leidenschaftliche Katalane Josep Carreras, der sein Leben dem Gesang verschrieben hat, es einfach noch nicht lassen kann. Das Wort „Abschied“ ist also – speziell im Falle Carreras – mit einem gewissen Vorbehalt zu benutzen!

Doch naturgemäß hat alles einmal ein Ende – das ist der Lauf der Dinge! Ein Sprichwort sagt: Wenn es am schönsten ist, sollte man aufhören. Und natürlich darf auch ein José Carreras, der für die Opernwelt so Großartiges geleistet hat, irgendwann einmal in den wohlverdienten Ruhestand gehen! – Doch was auch immer kommen mag: Der Abend im Wiener Konzerthaus war geprägt von einer besonderen Atmosphäre, von dem gewissen Etwas, wie man es nur bei ganz großen Sängern erlebt – ein Ereignis, das man nicht so schnell vergessen wird.

                                                                                              Sylvia Kreye

Big Screen: Danke, Wien!
Großleinwand für José Carreras im Konzerthaus: Danke, Wien! – Foto: Sylvia Kreye (22.03.2017)

Vorführung Spanische Hofreitschule

Vorführung in der Winterreitschule: Bereiter auf Schulhengsten. (c) Spanische Hofreitschule, Stefan Seelig. Mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

Spanische Hofreitschule

Vorführung am 4. März 2017

Eine Vorführung in der Spanischen Hofreitschule ist nicht nur für Wien-Touristen, sondern auch für Freunde und Kenner der klassischen Reitkunst ein Muss. Zu den „Klassikern“, die zum Standardprogramm der Spanischen Hofreitschule gehören, zählte auch die Vorführung am 4. März 2017 – im Grunde eine ganz „normale“ Vorführung, bei der man sich jedoch davon überzeugen konnte, dass die „Spanische“ lebt und (allen Unkenrufen zum Trotz) keineswegs vom Untergang bedroht ist.

Junge Hengste

Zu Beginn der Vorstellung wurden sechs junge Hengste dem Publikum vorgestellt. Dabei wurde das teilweise noch recht stürmische Temperament der Junghengste von den Bereitern souverän aufgefangen. Neben den erfahrenen Bereitern wurde in dieser Abteilung auch der Reiternachwuchs der Spanischen Hofreitschule vorgestellt. An der Seite von Siglavy Melodia I mit Bereiter Oberhauser, Siglavy Alma mit Bereiter Bacher und Pluto Fantasca mit Bereiter E. Zimmermann präsentierten sich Pluto Amena mit Bereiterin Zeitlhofer, Favory Bonasera mit Bereiter-Anwärter Egger sowie Favory Wanda II mit Bereiter-Anwärterin Stefan.

Alle Gänge und Touren der Hohen Schule – Teil I

Im zweiten Programmpunkt wurden ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, fliegende Galoppwechsel, Pirouetten. In dieser Abteilung mit vier Hengsten präsentierten sich der braune Lipizzanerhengst Pluto Bellornata und Erster Oberbereiter Eder, Neapolitano Gaetana und Bereiter Rothleitner, Maestoso Beja mit Bereiter Nowotny und Siglavy Batosta mit Bereiterin Zeitlhofer. (Siglavy Batosta ist jener Hengst, den die kürzlich zur Bereiterin ernannte Hannah Zeitlhofer selbst ausgebildet hat.)

Arbeit an der Hand & Schulen über der Erde

Im Programmpunkt ARBEIT AN DER HAND & SCHULEN ÜBER DER ERDE wurden die berühmten Schulsprünge sowohl an der Hand als auch unter dem Reiter präsentiert. Diese Sprünge, welche bereits in der Natur der Hengste angelegt sind und früher auch in Kriegen zum Einsatz kamen, wurden durch die klassische Reitkunst immer mehr verfeinert. In der klassischen Ausbildung dient die Arbeit an der Hand stets als Vorbereitung auf die später unter dem Reiter ausgeführten „Schulen über der Erde“. Für diese schwierigen Sprünge, die viel Temperament, Mut und Kraft erfordern, sind nur wenige Hengste geeignet. Nach wie vor verfügt die Spanische Hofreitschule auch diesbezüglich über hervorragend ausgebildeten Pferdenachwuchs und ein kompetentes, erfahrenes Bereiter-Team, das imstande ist, die Hengste auf die schwierigen Schulen über der Erde vorzubereiten.

Levade

Mit seinem Hengst Conversano Bonavoja überzeugte der erfahrene Bereiter Radnetter auch diesmal wieder mit seinen Levaden, die er nach eigenen Worten besonders gern zeigt. Die Levade, welche auch im Wappen der „Spanischen“ verewigt ist, ist eine Übung, bei welcher die Hinterhand des Pferdes tiefgesetzt ist und die Vorhand sich für ein paar Sekunden in einem Winkel von 30 – 35 Grad über dem Boden erhebt. Hier kommt es besonders darauf an, beim Pferd die nötige Kraft auf der Hinterhand zu entwickeln und die Balance einige Sekunden lang zu halten. Wie sich schon im Jubiläumsjahr 2015 zeigte, ist die Levade nach wie vor eine besondere Spezialität der Spanischen Hofreitschule.

Courbette

Zu den schwierigsten Sprüngen der klassischen Reitkunst gehört – neben der Kapriole – auch die Courbette, bei welcher der Hengst mehrere Sprünge hintereinander auf der Hinterhand ausführen muss. Mit dem Lipizzanerhengst Siglavy Malina I vollführte Bereiter Bachinger mehrere Courbetten. Die beiden zeigten bereits in der Jubiläumsgala 2015, dass die Courbette ihre besondere Domäne ist.

Kapriole

Die schwierige Kapriole, bei welcher der Hengst mit seinen Hinterbeinen ausstreicht und für einen kurzen Moment waagerecht in der Luft schwebt, wurde dargeboten von den Hengsten Neapolitano Dubovina und Bereiter Rothleitner, Conversano Kitty II und Bereiter Nowotny sowie Maestoso Theodorosta und Bereiter Bacher. Da die Hengste sich noch in der Entwicklung befinden, kann auch in der klassischen Reitkunst das Ideal des waagerechten Schwebens mit ausgestreckten Hinterbeinen nicht bei jeder Kapriole als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Umso spektakulärer ist es, wenn es einem Hengst tatsächlich gelingt, für eine Weile waagerecht in der Luft zu verharren.

Für ihre Sprünge wurden die Kaprioleure, Courbetteure, Levadeure und ihre Bereiter vom Publikum mit viel Applaus belohnt.

Marcus Nowotny auf Favory Aquileja
Bereiter Marcus Nowotny auf Favory Aquileja: Piaffe. © Photo: Rene van Bakel/ASAblanca.com/Spanish Riding School. Mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

Alle Gänge und Touren der Hohen Schule – Teil II

Solo für einen Glücksbringer

In der großen Solo-Nummer des zweiten Teils wurden abermals ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, Seitengänge, fliegende Galoppwechsel und Pirouetten. Nach alter Tradition wird dieses Solo stets einhändig auf blanker Kandare geritten, was eine hervorragende Ausbildung des Hengstes und hohes Feingefühl des Reiters erfordert. Dabei wird der Kandarenzügel in der linken Hand und die Birkengerte (so wie in früheren Zeiten das Schwert) in der rechten Hand gehalten.

Wie schon in der Jubiläumsvorführung am Heldenplatz im Sommer 2015, so war das große Solo mit einem braunen Lipizzaner als „Glücksbringer“ der Spanischen Hofreitschule auch diesmal wieder ein eindrucksvoller Höhepunkt: Souverän, mit ruhiger Hand und feinen Hilfen, führte Bereiter Marcus Nowotny den braunen Lipizzanerhengst Favory Aquileja durch die Reitbahn. Die beiden sind ein hervorragend eingespieltes Team!

Schulquadrille

Am Ende der Vorstellung steht traditionsgemäß die SCHULQUADRILLE. Das berühmte Ballett der weißen Pferde mit acht Hengsten ist natürlich der Höhepunkt einer jeden Vorführung. Die Choreographie, bei der es auf äußerste Präzision und Gleichmaß ankommt, wird traditionell zu berühmten Werken der klassischen Musikliteratur ausgeführt: Auch diesmal erklang im ersten Teil die Arlésienne-Suite Nr. 2 von Georges Bizet, gefolgt von der Polonaise Nr. 1 in A-dur von Frédéric Chopin. Im zweiten Teil bewegten sich die Hengste zu den Klängen der Symphonie Nr. 101 (Die Uhr) von Joseph Haydn. Zum feierlichen Ausklang der Schulquadrille erklang traditionsgemäß der Österreichische Grenadiermarsch (1784).

Das Ballett der weißen Hengste wurde routiniert dargeboten von Conversano Sessana mit dem Ersten Oberbereiter Eder, Neapolitano Aga mit Oberbereiter Hausberger, Pluto Sambata mit Bereiter Radnetter, Conversano Patrizia mit Bereiter Bachinger, Conversano Belladona mit Bereiter Nowotny, Pluto Theodorosta mit Bereiter Oberhauser, Maestoso Malina mit Bereiter E. Zimmermann, Maestoso Fantasca mit Bereiterin Zeitlhofer. Die Hengste und ihre Bereiter waren präzise aufeinander abgestimmt.

Hoffnungsvoller Reiternachwuchs

Der Reiternachwuchs an der „Spanischen“ scheint hoch motiviert zu sein und berechtigt zu Hoffnungen: Schon seit dem 450-Jahr-Jubiläum ist Hannah Zeitlhofer, die im September 2016 – als erste Frau in der Geschichte der Spanischen Hofreitschule – zur Bereiterin angelobt wurde, regelmäßig in der Schulquadrille zu sehen. Mit ihren feinen Hilfen ist die Pferdekennerin, die bereits vor ihrem Eintritt in die Spanische Hofreitschule ein Bachelor-Studium in Pferdewissenschaft absolviert hatte, gewiss eine Bereicherung für den Traditionsbetrieb.

Ebenfalls im Jahre 2016 wurden die einstigen Eleven Theresa Stefan und Georg Sattler zu Bereiter-Anwärtern ernannt. Zusammen mit dem im Jahre 2012 zum Bereiter-Anwärter beförderten Christopher Egger komplettieren sie das Team der Spanischen Hofreitschule. Bereiter-Anwärterin Theresa Stefan und Bereiter-Anwärter Christopher Egger dürfen sogar schon in der Abteilung der jungen Hengste mitreiten.

Die „Spanische“ auf dem Weg ins 21. Jahrhundert

Zusammenfassend kann man festhalten, dass die Spanische Hofreitschule ganz offensichtlich nicht auf so einem schlechten Wege ist, wie in den Medien bisweilen behauptet wird – mag es (aus der Sicht gewisser Ex-Bereiter und diverser Fachleute) auch hier und da noch Verbesserungsbedarf geben. In der Vorführung selbst wie auch in den beim anschließenden Presse-Empfang geführten Gesprächen gewinnt man durchweg den Eindruck, dass es sich hier um ein hochmotiviertes Team von Bereiter/innen und Bereiter-Anwärter/innen handelt, die ihr Leben den weißen Pferden verschrieben haben, die mit viel Enthusiasmus „ihr Ding“ machen und sich von den Medien – Gott sei dank – nicht beirren lassen!

Hier ist viel Begeisterung und vor allem auch eine gesunde Portion Pferdeverstand zu spüren – der „Pferdevirus“ ist direkt ansteckend und springt auch auf die Gesprächspartner über! Was sie sagen, klingt authentisch, es gibt keine Spur von Überheblichkeit oder gar Hochnäsigkeit – zumindest nicht bei jenen Bereitern und Bereiterinnen, die ich bisher kennenlernen durfte.

Für die Zukunft bleibt nur zu wünschen, dass die Grundsätze der klassischen Reitkunst an der Spanischen Hofreitschule weiterhin gepflegt werden und für künftige Generationen erhalten bleiben. Daher mein Rat an das Team der „Spanischen“: Achten Sie auch künftig stets auf das Wohl Ihrer erstklassigen Partner, der Lipizzaner! Machen Sie weiter im Sinne der klassischen Reitkunst! Lassen Sie sich nicht beirren von den negativen Einflüssen des modernen Dressursports – aber auch nicht von der destruktiven Stimmungsmache diverser Medien! Freuen Sie sich über Ihre Erfolge mit den wunderbaren Lipizzanern, aber nehmen Sie auch konstruktive Kritik ernst, sofern diese wohlwollend gemeint ist. Beraten Sie sich gegenseitig und suchen Sie den Austausch, auch mit den ehemaligen Bereitern der Spanischen Hofreitschule, damit das beinahe fünf Jahrhunderte alte Wissen auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt. So sind Sie sicher auf einem guten Weg – gerade auch in unsicheren Zeiten wie diesen!

Ich danke Generaldirektorin Dkfm. Frau Elisabeth Gürtler und Pressesprecherin Frau Andrea Kerssenbrock für die Einladung zur Vorführung am 4. März. Es hat mich sehr beeindruckt, und ich werde sicher wiederkommen!

Nähere Informationen über das Jahresprogramm der Spanischen Hofreitschule finden Sie auf: http://www.srs.at

Weitere Fachartikel über Pferde & klassische Reitkunst gibt es auf: http://linguamusica.eu/kulturberichterstattung-fachartikel/pferde-reitkunst/

 

Wien, im März 2017                                                      Sylvia Kreye

Spanische Hofreitschule – Jahresprogramm 2017

A Tribute To Vienna
Ein Höhepunkt im Jahresprogramm: A TRIBUTE TO VIENNA. (c)_SRS, Stefan Seelig, mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

Spanische Hofreitschule

Jahresprogramm 2017

Im Anschluss an eine öffentliche Vorführung, zu der auch diverse Medienvertreter eingeladen waren, präsentierte die Spanische Hofreitschule am 4. März ihr Jahresprogramm für 2017. Neben den „Klassikern“ stehen auch in diesem Jahr wieder interessante Themen auf dem Programm.

  1. KLASSIKER

Zu den „Klassikern“, bei der die Musik zu den einzelnen Programmpunkten vom Tonband kommt, zählen die regulären Vorführungen, die Galavorstellungen und die moderierte Morgenarbeit.

Jeweils zu Beginn der Vorführung werden die jungen Hengste dem Publikum vorgestellt.

Anschließend werden ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, fliegende Galoppwechsel, Pirouetten.

Im Programmpunkt ARBEIT AN DER HAND & SCHULEN ÜBER DER ERDE werden die berühmten Schulsprünge sowohl an der Hand als auch unter dem Reiter präsentiert: Levaden, Kapriolen und Courbetten.

In der großen Solo-Nummer des zweiten Teils werden abermals ALLE GÄNGE UND TOUREN DER HOHEN SCHULE gezeigt: Piaffe, Passage, Seitengänge, fliegende Galoppwechsel und Pirouetten.

Am Ende einer klassischen Vorführung steht traditionsgemäß die SCHULQUADRILLE. Das berühmte Ballett der Weißen Pferde mit acht Hengsten ist natürlich der Höhepunkt einer jeden Vorführung.

TERMINE Klassiker:

  • 4., 5., 12., 18., 19., 25. und 26. März
  • 1., 2., 8., 9., 15., 16., 23., 29. und 30. April
  • 6., 7., 13., 14., 20., 21., 27. und 28. Mai
  • 3., 4., 10., 11., 17. und 18. Juni
  • 12., 13., 19., 20., 26. und 27. August
  • 2., 3., 9., 10., 16., 17., 23., 24. und 30. September
  • 1., 7., 8., 14., 15., 21., 22., 28. und 29. Oktober
  • 4., 5., 11., 12., 19., 25. und 26. November
  • 2., 3., 9., 10., 16., 17. und 23. Dezember

Die Vorführungen beginnen jeweils um 11.00 Uhr.

Wie in jedem Jahr, so gibt es auch zum Ende des Jahres 2017 wieder festliche Galavorführungen in der Winterreitschule.

TERMINE Galavorführungen:

28., 30. und 31. Dezember, jeweils um 19.00 Uhr.

Darüber hinaus findet an 4 – 5 Tagen pro Woche (außer während der Sommerpause), jeweils von 10.00 – 12.00 Uhr, die moderierte Morgenarbeit statt. Hier können sich Freunde der klassischen Reitkunst einen Einblick in das tägliche Training der weißen Hengste verschaffen.

  1. A TRIBUTE TO VIENNA

Zu den Höhepunkten im Jahresprogramm zählen auch die unter dem Motto A TRIBUTE TO VIENNA stehenden Vorführungen mit Live-Musik. Dabei werden die Höhepunkte des Balletts der Weißen Hengste abwechselnd mit musikalischen Darbietungen der Wiener Sängerknaben bzw. mit Prof. Seifert (Mitglied der Wiener Philharmoniker) und seinen philharmonischen Kollegen, präsentiert. Die Vorführungen werden live auf Deutsch und Englisch moderiert.

TERMINE A Tribute to Vienna:

  • 14. April & 2. Juni (mit Prof. Seifert & philharmonischen Kollegen)
  • 5. & 26. Mai, 16. Juni (mit den Wiener Sängerknaben)
  • 1. & 15. September (mit Prof. Seifert & philharmonischen Kollegen)
  • 22. & 29. September (mit den Wiener Sängerknaben)
  • 13. Oktober (mit den Wiener Sängerknaben)
  • 8. Dezember (mit Prof. Seifert & philharmonischen Kollegen)

Die Vorstellungen finden jeweils freitags um 19.00 Uhr statt.

  1. PIBER MEETS VIENNA

Im Rahmen der Veranstaltung PIBER MEETS VIENNA, welche während der Sommerpause der Schulhengste stattfindet, gewährt die Spanische Hofreitschule dem Publikum einen Einblick in das Gestütsleben des Lipizzanergestüts Piber. Hier sind die Zuchtstuten mit ihren Fohlen die Stars der Vorführung. Außerdem werden historische Gespanne gezeigt. Für Pferdefreunde gibt es während des Sommerprogramms noch ein besonderes Schmankerl: Im Juli, täglich zwischen 17 und 18 Uhr, sind die Stuten mit ihren Fohlen im Wiener Burggarten zu bewundern!

TERMINE Piber Meets Vienna:

  • 4. – 30. Juli, jeweils 11.00 Uhr, täglich außer montags
  1. FÊTE IMPÉRIALE

Die FÊTE IMPÉRIALE, das glanzvolle Sommer-Highlight der Spanischen Hofreitschule, findet in diesem Jahr am 23. Juni 2017 statt. Zum Abschluss der Saison, wenn die Hengste bereits ihre wohlverdiente Sommerpause antreten, veranstaltet die Spanische Hofreitschule alljährlich den „schönsten Sommerball Österreichs“. „Tanzen unter dem Sternenhimmel, damit die Lipizzaner weiter tanzen können“, lautet das Motto dieses Sommerballs, welcher ganz in der Tradition der Damenkarusselle von Kaiserin Maria Theresia steht.

TERMIN Fête Impériale:

  • 23. Juni (Einlass ab 20.15 Uhr)
  1. NEU: Sonderführungen für Kinder

Neu im Jahresprogramm sind die Sonderführungen für Kinder, bei denen die Kinder und ihre Begleitung alles über die weißen Hengste und ihre Reiter erfahren. Im Zuge des Rundgangs werfen die Kinder auch einen Blick hinter die Kulissen der Spanischen Hofreitschule, besuchen die Sattelkammer und die Pferde im Stall. Pädagogen begleiten die Gruppe und erzählen zum Beispiel, was es mit den dunklen Hengsten auf sich hat und warum sie Glücksbringer sind, wie eine Pferdewaage aussieht und warum manche Hengste Diät halten müssen. Ganz nebenbei gibt es viel Wissenswertes über die Geschichte, Reittradition und die Stars der „Spanischen“ – die Pferde.

  1. NEU: Sonderführungen Fotografie

Ab Sommer 2017 bietet die Spanische Hofreitschule auch Sonderführungen für Hobbyfotografen an, die „ihren“ Lipizzaner im rechten Licht verewigen wollen. Die Führungen beinhalten eine Stallbesichtigung und Tipps rund um die Pferdefotografie.

Ein Besuch der Spanischen Hofreitschule lohnt sich also in jedem Fall, ganz besonders für Pferdeliebhaber und Freunde der klassischen Reitkunst!

Weitere Termine, Preise und nähere Informationen zum Jahresprogramm sind auf der Homepage der Spanischen Hofreitschule zu finden: www.srs.at, E-Mail: office@srs.at, Tel.: +43 1 533 90 31-0.

Lipizzanergestüt Piber: Das erste Fohlen des Jahres 2017

Stute & Stutfohlen 2017
Lipizzanergestüt Piber: Das erste Fohlen 2017 – Photocredit: © Spanische Hofreitschule – Bundesgestüt Piber GöR

Lipizzanergestüt Piber: Das erste Fohlen des Jahres 2017

Ein freudiges Ereignis gibt es im Lipizzanergestüt Piber zu feiern: Das erste Fohlen des Jahres 2017 hat am 1. Februar das Licht der Welt erblickt. Die freudige Nachricht: Es ist ein Mädchen! Fohlen und Mutterstute sind wohlauf.

Die erste Geburt eines Fohlens ist auch im Lipizzanergestüt Piber jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Am 1. Februar um 00:30 Uhr hat im Lipizzanergestüt Piber das erste Fohlen des Jahres 2017 das Licht der Welt erblickt. Es ist ein entzückendes, kerngesundes Stutfohlen aus der Stutenfamilie Capriola.

Wie die Spanische Hofreitschule in einer Presseaussendung mitteilte, verlief die Geburt (die ja beim Fluchttier Pferd üblicherweise nachts stattfindet) problemlos. Beide, das Fohlen und seine Mutter Danesia sind wohlauf. Die Kleine muss es wohl recht eilig gehabt haben und kam einige Tage früher als errechnet zur Welt. Einen Namen hat das süße Stutfohlen noch nicht. Entsprechend der Gestütstradition wird es erst im Alter von etwa 6 Monaten einen Namen erhalten, wenn es von der Mutter abgesetzt wird. Doch so viel steht von vornherein fest: Es wird einen traditionellen Namen aus der Stutenfamilie Capriola bekommen.

Die Stammfamilie des Fohlens

Das kleine vierbeinige Madl ist das fünfte Fohlen der Stute Danesia. Der Vater ist der Schulhengst Maestoso Beja I, der von Bereiter Marcus Nowotny an der Spanischen Hofreitschule in Wien ausgebildet und geritten wird. Wie es an der Spanischen Hofreitschule Tradition ist, kehren die besten Schulhengste immer wieder ins Lipizzanergestüt Piber zurück, um als sogenannte „Beschäler“ – als Deckhengste – ihre guten Anlagen an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Die Farbe der Lipizzaner

Wie alle Lipizzaner, ist auch dieses kleine Stutfohlen bei der Geburt schwarz und wird seine typische Schimmelfarbe erst sehr viel später – mit etwa vier bis zehn Jahren – bekommen. Nur selten werden Lipizzaner-Fohlen braun oder mausgrau geboren, und nur ganz wenige von ihnen bleiben braun.

Jene, die auch als ausgewachsene Lipizzaner braun bleiben, sind die „Glücksbringer“ der Spanischen Hofreitschule! Denn es heißt: Solange ein brauner Lipizzaner im Stall steht, wird die Spanische Hofreitschule weiterbestehen, und das Glück wird ihr hold sein! Zurzeit stehen im Stall der „Spanischen“ drei dieser hübschen braunen „Glücksbringer“: Favory Aquileja, Maestoso Alma und Pluto Bellornata.

Ob das erste Fohlen des Jahres 2017 wohl auch einmal ein brauner „Glücksbringer“ werden wird? Nun, braun wird es wohl eher nicht, denn die leichte mausgraue Schattierung deutet bereits jetzt darauf hin, dass auch dieses Stutfohlen – wie seine Mutter – einmal ein Schimmel werden wird. Aber ein „Glücksbringer“ ist es in jedem Falle, dieses erste süße Fohlen des Jahres 2017!

Stutfohlen 2017
Lipizzanergestüt Piber: Stutfohlen 2017 – Photocredit: © Spanische Hofreitschule – Bundesgestüt Piber GöR

Die Kinderstube der Lipizzaner

Rund 40 Fohlen werden in diesem Frühjahr im Bundesgestüt Piber erwartet. Die ersten 6 Monate verbringen die Kleinen an der Seite ihrer Mutterstuten, in der „Kinderstube“ des Lipizzanergestüts Piber. Mit etwa 6 Monaten sind die Kleinen schon recht selbstständig und werden von ihren Müttern „abgespänt“. Dann wachsen sie – getrennt nach Hengstfohlen und Stutfohlen – in zwei verschiedenen Herden auf.

Fohlenpatenschaften

Für Pferdefreunde, die eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs unterstützen und gleichzeitig mehr über das Pferdekind und seine Familie erfahren möchten, bietet sich eine der beliebten Fohlenpatenschaften an. Privatpersonen wie auch Unternehmen können eine Patenschaft oder Patronanz für einen der kleinen Schützlinge aus dem Lipizzanergestüt Piber übernehmen. Die Paten erhalten regelmäßige Informationen über das Patenfohlen sowie weitere attraktive Möglichkeiten, eine ganz persönliche Beziehung zu einem Lipizzaner aufzubauen.

Fohlenerlebnistage und Führungen

Auch heuer kann man die Neuankömmlinge im Bundesgestüt Piber wieder im Rahmen der Fohlenerlebnistage im März 2017 hautnah erleben. Bei diesem speziellen Programm werden die Fohlen zusammen mit ihren Mutterstuten dem Publikum präsentiert. Anschließend können die Besucher an einer Führung durch das Gestüt teilnehmen. Obergestütsmeister Harald Neukam weiß viel Interessantes und Launiges aus dem Alltag des Pferdenachwuchses zu berichten. Beginn dieser moderierten Veranstaltungen ist jeweils um 14:00 Uhr. Das gesamte Programm dauert ca. 2 bis 2,5 Stunden. Tickets sind vor Ort im Souvenirshop des Lipizzanergestüts Piber erhältlich.

Erstmals finden in diesem Jahr die Fohlenerlebnistage auch an zwei Samstagen im März statt. Außerdem können Besucher während der Wintersaison täglich um 11:00 Uhr und um 14:00 Uhr eine Gestütsführung genießen.

Die Fohlenerlebnistage finden im Lipizzanergestüt Piber zu folgenden Terminen statt:

Donnerstag, 2. März, 9. März, 16. März und 23. März 2017

Samstag, 18. März und 25. März 2017

Mehr Informationen:

www.piber.com, +43-3144 33 23 oder office@piber.com.

 

Quelle: Presseaussendung der Spanischen Hofreitschule

PA-Spanische Hofreitschule-Bundesgestüt Piber- 1.Fohlen 2017

Photocredit:    © Spanische Hofreitschule – Bundesgestüt Piber GöR

Happy Birthday! Zum 1. Geburtstag von Lingua & Musica

Happy Birthday! Clipart
Happy Birthday Lingua & Musica! Clipart, CC0 Public Domain, Pixabay

Happy Birthday Lingua & Musica!

Zum 1. Geburtstag von Lingua & Musica

Happy Birthday Lingua & Musica! Heute, am 1. Februar 2017, wird Lingua & Musica ein Jahr alt! Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Vor genau einem Jahr, am 1. Februar 2016, habe ich das Einzelunternehmen Lingua & Musica gegründet. Viele Monate sind seitdem vergangen. Es gab schöne und bewegende Ereignisse.

Vor allem im Bereich der Kulturberichterstattung markierten einige wunderbare Höhepunkte das Jahr 2016. So gab es in der Kategorie Pferde & klassische Reitkunst eine interessante Begegnung mit dem Pferdeflüsterer Monty Roberts in Ebreichsdorf, die Verleihung der UNESCO-Urkunde an die Spanische Hofreitschule im Wiener Burggarten und den Lipizzaner-Almabtrieb in Köflach-Piber.

Auch in der Kategorie Oper & klassische Musik gab es Interessantes zu berichten: Ein besonderes Ereignis war die Rückkehr des Tenors José Carreras auf die Opernbühne in Wien. In der Oper EL JUEZ (Der Richter) von Christian Kolonovits verkörperte der katalanische Tenor die Titelrolle des Richters und wurde im Theater an der Wien mit standing ovations gefeiert. (Der Bericht ist auf Opernnetz.de erschienen.) Zudem beging José Carreras am 5. Dezember 2016 seinen 70. Geburtstag. Auch dieses Ereignis wurde von Lingua & Musica im Rahmen des musikalischen Adventskalenders (unter „Aktuelles/News“, 5. Dezember 2016) sowie in einem ausführlichen Bericht auf meinbezirk.at gewürdigt.

Ein musikalischer Adventskalender begleitete die Besucher der Website von Lingua & Musica durch die Adventszeit (unter „Aktuelles/News“) und brachte täglich interessante Details zu verschiedenen Weihnachtsliedern sowie zu Weihnachtsbräuchen aus anderen Ländern.

Die verschiedenen Beiträge sind auf der Unterseite „Kulturberichterstattung“ (Oper & Musik / Pferde & Reitkunst) bzw. unter „Aktuelles/News“ zu finden:

http://linguamusica.eu/kulturberichterstattung-fachartikel/oper-musik/

http://linguamusica.eu/kulturberichterstattung-fachartikel/pferde-reitkunst/

http://linguamusica.eu/news/

Aber auch in den anderen Fachbereichen war das Gründungsjahr ausgefüllt mit zahlreichen Aktivitäten, vor allem mit Sprachkursen im Fach Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache.

Die Migrationsbewegungen, ausgelöst durch schockierende Ereignisse wie Krieg und Terror, Flucht und Vertreibung sowie unsichere politische Verhältnisse in vielen Ländern dieser Erde – wie beispielsweise in Syrien, im Irak, in Afghanistan und einigen Ländern Afrikas (um nur einige zu nennen), haben natürlich auch in Wien ihre Spuren hinterlassen. So war im Gründungsjahr vor allem auch im sprachlichen und sprachdidaktischen Bereich die fachliche Kompetenz von Lingua & Musica gefragt.

Auch bei den Sprachdienstleistungen gab es bereits die ersten Aufträge, so zum Beispiel die Übersetzung einer Website von Pasta-Spezialitäten ins Französische und einige Schreiben juristischen Inhalts ins Englische.

Für das Jahr 2017 gibt es noch freie Kapazitäten in allen Fachbereichen: von der Kulturberichterstattung über die Textredaktion, von Sprachkursen bis zum Gesangsunterricht (einschließlich der sprachlichen und musikalischen Erwachsenenbildung), von Sprachdienstleistungen wie Übersetzungen und internationale Korrespondenz bis hin zu musikalischen Umrahmungen mit Opernarien und klassischer Musik. Lingua & Musica freut sich auf Ihre Anfrage!

Jedoch gibt es am 1. Februar 2017 gleich einen doppelten Grund zum Feiern. Denn neben dem 1. Geburtstag von Lingua & Musica gibt es an diesem Datum noch ein freudiges Ereignis zu begießen: die Geburt des 1. Fohlens des Jahres 2017 im Lipizzanergestüt Piber! Freuen Sie sich mit mir auf den Bericht – mit einem zuckersüßen Bild vom neugeborenen Fohlen!

Lingua & Musica wünscht EIN FROHES NEUES JAHR

Neujahrsgruß von Lingua & Musica

Lingua & Musica wünscht EIN FROHES NEUES JAHR!  Sylvia Kreye, 01.01.2017, OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Lingua & Musica wünscht

EIN FROHES NEUES JAHR!

Neujahrsgruß von Lingua & Musica – P1010003

Hoffentlich hatten Sie ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und sind gut ins neue Jahr gerutscht!  

Lingua & Musica wünscht allen Kunden & Kundinnen, allen Besucher/innen dieser Website, allen Musik- und Opernfreunden, allen Kultur- und Sprachbegeisterten sowie allen Schüler/innen und Student/innen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr und alles Gute für 2017! 

Mögen alle Ihre Wünsche und guten Vorsätze in Erfüllung gehen! Möge uns das neue Jahr Gesundheit, Erfolg und vor allem Frieden bescheren!

Selbstverständlich steht Ihnen Lingua & Musica auch im neuen Jahr mit sprachlichen und musikalischen Dienstleistungen zur Verfügung und würde sich freuen, Sie weiterhin als Kund/innen begrüßen zu dürfen.

Ob Sie nun Musikunterricht oder einen Sprachkurs buchen möchten, ob Sie gerade eine Übersetzung, einen Text oder einen Fachartikel benötigen, Lingua & Musica freut sich auf Ihre Anfrage und berät Sie gern in sprachlichen und musikalischen Fragen.

Weitere Informationen finden Sie unter den entsprechenden Links dieser Website: 

Musikunterricht – Musikalische Erwachsenenbildung

Sprachtraining – Sprachliche Erwachsenenbildung 

Sprachliche Dienstleistungen 

Übersetzungen 

Deutsche und fremdsprachliche Korrespondenz

Textredaktion und Lektorat

Kulturberichterstattung, Fachartikel 

Nochmals alles Gute für 2017 und PROSIT NEUJAHR wünscht

Sylvia Kreye von Lingua & Musica

Lingua & Musica wünscht FROHE WEIHNACHTEN

Wiener Stephansdom zur Weihnachtszeit

Lingua & Musica wünscht FROHE WEIHNACHTEN! Bild: Der Wiener Stephansdom zur Weihnachtszeit, Foto: Sylvia Kreye, 23.12.2016 

Lingua & Musica wünscht allen Besuchern dieser Website, allen Kundinnen & Kunden, allen Musik- und Opernfreunden sowie Sprachbegeisterten

FROHE WEIHNACHTEN! 

Ich hoffe, dass Ihnen der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica gefallen und vielleicht auch ein wenig zum Singen und Musizieren angeregt hat. 

Nachdem im musikalischen Adventskalender vom 23. und 24. Dezember die beiden bekannten Weihnachtslieder O du fröhliche und Stille Nacht präsentiert wurden, kommt hier noch ein spezieller Weihnachtsgruß vom Wiener Stephansplatz. 

Am 23. Dezember zwischen 17 und 18 Uhr konnte man dort den weihnachtlichen Klängen eines Bläserensembles lauschen. Das Ensemble musizierte bei winterlichen Temperaturen am Dach des Wiener Stephansdoms und sorgte in der Hektik des letzten Werktages vor dem Fest für weihnachtliche Stimmung!  

Dabei entstand der folgende Videoclip:

Stille Nacht 

https://www.youtube.com/watch?v=JxOcdMXwZXs

Viel Freude beim Anhören der weihnachtlichen Bläserklänge!

Lingua & Musica wünscht Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage sowie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2017! 

Lingua & Musica freut sich, Sie auch im neuen Jahr als Kund/innen begrüßen zu dürfen. Ob Sie nun Musikunterricht oder einen Sprachkurs buchen möchten oder ob Sie gerade eine Übersetzung, einen Text oder einen Fachartikel benötigen, Lingua & Musica freut sich auf Ihre Anfrage und berät Sie gern in musikalischen und sprachlichen Fragen.

Weitere Informationen finden Sie unter den entsprechenden Links dieser Website: 

Musikunterricht – Musikalische Erwachsenenbildung

Sprachtraining – Sprachliche Erwachsenenbildung

Übersetzungen

Deutsche und fremdsprachliche Korrespondenz

Textredaktion und Lektorat

Kulturberichterstattung, Fachartikel

 

Stille Nacht, heilige Nacht | Adventskalender

Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf
Die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg, Foto von Gakuro, 03.12.2005, Wikimedia Commons, license CC BY-SA 3.0

Der musikalische Adventskalender

24. Dezember 2016 

Stille Nacht, heilige Nacht

Zum krönenden Abschluss des musikalischen Adventskalenders präsentiert Lingua & Musica das berühmte und beliebte Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht. Es wurde zu Heiligabend 1818 in der ehemaligen Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg erstmals aufgeführt. Ausführende waren damals der Komponist Franz Xaver Gruber (1787 – 1863) und der Textdichter Joseph Mohr (1792 – 1848). 

Legenden und Quellenlage 

Stille Nacht, heilige Nacht ist wohl das bekannteste und beliebteste Weihnachtslied im deutschsprachigen Raum überhaupt. Um die Uraufführung des Liedes ranken sich viele Legenden und auch Anekdoten. Es gibt jedoch zwei zuverlässige historische Quellen, welche die Entstehungsgeschichte und die Uraufführung des Liedes belegen: 

  • Die authentische Veranlassung, die vom Komponisten Franz Xaver Gruber im Jahre 1854 in Hallein niedergeschrieben wurde.
  • Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, das erst im Jahre 1995 in Salzburg aufgefunden wurde. 

Diese beiden Quellen ergänzen und bestätigen sich gegenseitig in Bezug auf die Entstehung des Liedes. 

Entstehung 

Im Jahre 1816 verfasste Joseph Mohr, seinerzeit Hilfspfarrer in Mariapfarr im Lungau, den Text zu Stille Nacht in Form eines Gedichts. Auf diesen Umstand weist der Vermerk mpria = manu propria (links unten im Autograph) hin. 

Im Jahre 1818 bat Joseph Mohr Franz Xaver Gruber um die Vertonung seines Gedichts. Dieser Umstand wird belegt durch die Authentische Veranlassung, welche der Komponist Franz Xaver Gruber selbst im Jahre 1854 niederschrieb: 

„Es war am 24. Dezember des Jahres 1818, als der damalige Hilfspriester Herr Joseph Mohr bei der neu errichteten Pfarre St. Nicola in Oberndorf dem Organistendienst vertretenden Franz Gruber (damals zugleich auch Schullehrer in Arnsdorf) ein Gedicht überreichte, mit dem Ansuchen eine hierauf passende Melodie für 2 Solostimmen sammt Chor und für eine Guitarre-Begleitung schreiben zu wollen.“  

Joseph Mohr war also nicht nur der Dichter, sondern auch der Initiator des Liedes. 

Die Autorschaft Franz Xaver Grubers ist außerdem durch einen Hinweis im Autograph bestätigt: Melodie von Franz Xaver Gruber.

Das Weihnachtslied wurde an Heiligabend des Jahres 1818 in der Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg erstmals aufgeführt. Bei der Erstaufführung wirkte neben Franz Xaver Gruber auch der Dichter Joseph Mohr als Sänger und Gitarrist mit. 

Zu jener Zeit herrschte infolge der Napoleonischen Kriege große Armut und Hunger in der Bevölkerung. Der Legende nach war die Orgel in der Kirche St. Nikola wegen ihres schlechten Zustandes nicht mehr bespielbar. Für die notwendigen Reparaturen war jedoch kein Geld vorhanden. Es wird vermutet, dass dieser Umstand der Hauptgrund dafür gewesen war, warum das Lied Stille Nacht, heilige Nacht in der Fassung für zwei Solostimmen, Chor und Gitarrenbegleitung uraufgeführt wurde. 

Verbreitung 

Bei den Besuchern der Messe in der Kirche St. Nikola in Oberndorf fand das Lied auf Anhieb sehr viel Anklang. Bereits ein Jahr später, an Heiligabend des Jahres 1819, wurde das Lied in Fügen gesungen. Dieser Umstand ist vermutlich dem Orgelbaumeister Karl Mauracher (1789 – 1844) zu verdanken: Als Karl Mauracher die desolate Orgel der Kirche St. Nikola reparierte, hörte er auch das Lied Stille Nacht und brachte es nach Fügen. Dort übernahmen es die Geschwister Rainer, die in Fügen im Kirchenchor sangen. 1822 trugen die Geschwister Rainer das Lied auf Schloss Fügen dem Habsburger Kaiser Franz I. von Österreich und dem Zaren Alexander I. von Russland vor. Die Rainer-Geschwister gaben das Lied schließlich weiter an die Geschwister Strasser, eine Gesangsfamilie aus dem Tiroler Zillertal, die es im Jahre 1832 in Leipzig vortrug und es weiter verbreitete.

Der Erstdruck erschien 1833 in Dresden, zusammen mit drei anderen Liedern, unter dem Titel Vier ächte Tirolerlieder. 1840 wurde es in einer Liedersammlung mit dem Titel Vier ächte Tiroler Lieder veröffentlicht. Infolge der Verbreitung von Stille Nacht als Tiroler Volksweise gerieten die wahren Urheber zunächst in Vergessenheit. Das Lied Stille Nacht wurde sogar fälschlicherweise für ein Werk Michael Haydns (1737 – 1806) gehalten. 

Dass der Komponist Franz Xaver Gruber doch noch zu Ehren kam, ist dem König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795 – 1861) zu verdanken, der das Lied besonders gern hörte: Die Hofkapelle des preußischen Königs wandte sich 1854 an das Stift Sankt Peter in Salzburg mit der Bitte um eine Abschrift des Liedes. Dabei stieß man mehr oder weniger zufällig auf den Komponisten Franz Xaver Gruber, der daraufhin seine Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes ‚Stille Nacht, Heilige Nacht’  verfasste.

Um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) wurde das Lied durch katholische und protestantische Missionare auf allen Kontinenten verbreitet. Inzwischen wurde Stille Nacht in mehr als 300 Sprachen übersetzt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg durch Überflutung so stark beschädigt, dass sie zwischen 1906 und 1913 abgerissen werden musste. An ihrer Stelle steht heute die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf, die zu einer Touristenattraktion geworden ist. 

Die Dorfschule in Arnsdorf, in der Franz Xaver Gruber einst als Lehrer tätig war, beherbergt heute das Stille-Nacht-Museum. In Hochburg-Ach, dem Geburtsort Franz Xaver Grubers, befindet sich das Gruberhäusl, in dem noch alte Haushaltsgegenstände der Familie Gruber zu sehen sind. Auch im Wallfahrtsort Mariapfarr gibt es ein Wallfahrts- und Stille-Nacht-Museum mit Dokumenten zum Leben von Joseph Mohr. 

Im März 2011 wurde das Lied unter dem Titel Stille Nacht – das Lied zur Weihnacht in die Liste des Immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen und auch für die Gesamtliste des Internationalen UNESCO-Kulturerbes vorgeschlagen. 

Text und Musik   

Das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht besteht aus 6 Strophen, von denen jedoch meist nur die 1., 2. und 6. Strophe gesungen werden: 

Originaltext Gebräuchliche Fassung  
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!
Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh,
Schlaf in himmlischer Ruh.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt!
Jesus! in deiner Geburt!
Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“
Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da!
Stille Nacht in der Originalfassung mit 6 Strophen und in der heute gebräuchlichen Fassung mit 3 Strophen.

Inzwischen ist das Lied in über 300 Sprachen übersetzt worden, von denen hier aus Platzgründen nur die englische, französische, italienische und spanische Version wiedergegeben wird: 

Englisch: Silent night, holy night

Silent night, holy night,
All is calm, all is bright
Round yon virgin mother and child.
Holy infant, so tender and mild,
Sleep in heavenly peace,
Sleep in heavenly peace.

Silent night, holy night,
Shepherds quake at the sight;
Glories stream from heaven afar,
Heavenly hosts sing Alleluia!
Christ the Savior is born,
Christ the Savior is born!

Silent night, holy night,
Son of God, love’s pure light;
Radiant beams from thy holy face
With the dawn of redeeming grace,
Jesus, Lord, at thy birth,
Jesus, Lord, at thy birth.

Französisch: Douce nuit, sainte nuit

Tranquille nuit, sainte nuit,
Profond sommeil, il est Minuit
Le saint couple, seul, est en éveil
Doux bambin aux beaux cheveux vermeils
Dans le silence du ciel, dore,
dans le silence, dors.

Tranquille nuit, sainte nuit
Tous les pasteurs sont avertis
Par les anges qui chantent leurs chœurs
Et partout monte un chant de bonheur :
Jésus Christ le Sauveur est là
Christ le Sauveur est là

Tranquille nuit, sainte nuit
Enfant de Dieu, l’amour sourit
Sur la bouche aux contours harmonieux
Alors sonne ce jour merveilleux,
Jésus par son avènement !
Par son avènement

Italienisch: Astro del ciel 

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu che I Vati da lungi sognar,
Tu che angeliche voci nunziar,
Luce dona alle genti
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu di stirpe regale decor,
Tu virgineo, mistico fior,
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu disceso a scontare l’error,
Tu sol nato a parlare d’amor,
Luce dona alle menti,
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Spanisch: Noche de paz, noche de amor

Noche de paz, noche de amor,
Todo duerme alrededor
entre los astros que esparcen su luz
viene anunciando al niño Jesús
Brilla la estrella de paz
Brilla la estrella de paz.

Noche de paz, noche de amor,
Todo duerme alrededor,
Sólo velan en la oscuridad
Los pastores que en el campo están;
Y la estrella de Belén
Y la estrella de Belén.

Noche de paz, noche de amor;
Todo duerme alrededor;
sobre el Santo Niñito Jesús
Una estrella esparce su luz,
Brilla sobre el Rey,
Brilla sobre el Rey.

Stille Nacht, Autograph
Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, aufgefunden in Salzburg 1995

Autograph VII in der Handschrift Franz Xaver Grubers (ca. 1860), gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

Stille Nacht, Autograph
Autograph VII in der Handschrift Franz Xaver Grubers (ca. 1860), von de:Benutzer:Mezzofortist., gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

 Die Melodie von Stille Nacht steht im sogenannten Siziliano-Rhythmus, also im Sechs-Achtel-Takt mit punktierten Achtel- und Sechzehntel-Noten bzw. Viertel- und Achtelnoten im Wechsel. Somit steht das Lied in der Tradition einer Hirtenmusik (Pastorale). 

Aufnahmen 

Auf der Website von SalzburgerLand Tourismus bzw. auf YouTube gibt es ein paar schöne Aufnahmen des traditionellen Weihnachtsliedes Stille Nacht in der originalen Fassung mit Gitarrenbegleitung:

http://magazin.salzburgerland.com/das-geheimnis-um-die-stille-nacht/  

Die sechsstrophige Originalversion mit der Liedertafel Oberndorf ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/noten.asp?dat=index&id=220&title=Stille+Nacht+Noten        

In diesem Zusammenhang darf natürlich die Stille-Nacht-Feier nicht vergessen werden, die alljährlich am 24. Dezember um 17 Uhr per Webcam ins Internet übertragen wird und am heimischen Computer live verfolgt werden kann:

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/feier.asp 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Nacht,_heilige_Nacht        

http://magazin.salzburgerland.com/das-geheimnis-um-die-stille-nacht/

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/entstehung.asp?dat=index&id=215&title=Stille+Nacht+Entstehung+und+Verbreitung  

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/oberndorf-salzburg.asp?dat=index&id=218&title=Oberndorf+bei+Salzburg+-+Uraufführung+Stille+Nacht       

http://magazin.salzburgerland.com/weltberuehmt-die-stille-nacht-kapelle-oberndorf/

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/text.asp?dat=index&id=217&title=Stille+Nacht+Text    

https://en.wikipedia.org/wiki/Silent_Night#/media/File:Chapel2.jpg 

Notenquellen: 

Originalquelle: Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, aufgefunden in Salzburg 1995.        

Autograph VII in der Handschrift Franz Xaver Grubers (ca. 1860), von de:Benutzer:Mezzofortist., gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons 

Singen im Advent, Noten von über 50 Weihnachtsliedern

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/noten.asp?dat=index&id=220&title=Stille+Nacht+Noten                 

Bildquellen: 

Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg, Foto von Gakuro, 03.12.2005, Wikimedia Commons, license

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AChapel2.jpg      

By No machine-readable author provided. Gakuro assumed (based on copyright claims). [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons