150 Jahre Wiener Staatsoper – Jubiläumskonzert vor der Oper

150 Jahre Wiener Staatsoper

Jubiläumskonzert vor der Oper

150 Jahre Wiener Staatsoper – das wäre eigentlich ein würdiger Anlass, der Wiener Staatsoper zu ihrem Jubiläum eine ausführliche Berichterstattung zu widmen. Gern hätte ich zu den wichtigsten Festvorstellungen Rezensionen verfasst und an dieser Stelle veröffentlicht. Aber leider sollte es anders kommen…

150 Jahre Wiener Staatsoper – die Festvorstellungen zum Jubiläum

Der Besuch einiger Festvorstellungen zum 150-jährigen Jubiläum der Wiener Staatsoper (zwecks ausführlicher Berichterstattung auf Lingua & Musica) war bereits eingeplant. Zur Auswahl standen zunächst folgende Vorstellungen:

  • Andrea Chénier von Umberto Giordano (20., 24. oder 28. Mai)
  • Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (25. oder 30. Mai)
  • Jubiläumskonzert vor der Oper (26. Mai)
  • Geburtstagsmatinee (25. Mai)

Leider jedoch wurde meine Anfrage nach Pressekarten negativ beantwortet. Am 13. Mai erhielt ich von der Presseabteilung der Wiener Staatsoper eine enttäuschende Rückmeldung:

Sehr geehrte Frau Kreye,

vielen Dank für Ihre Nachricht – bitte entschuldigen Sie die sehr späte Antwort!

Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen leider keine Pressekarten zur Verfügung stellen können. Unsere Kapazitäten für Pressekarten sind sehr eingeschränkt und die Anfragen überschreiten diese bei Weitem, weshalb wir gezwungen sind, aus dieser Vielzahl an Anfragen eine Auswahl zu treffen.

Von meinem ursprünglichen Vorhaben einer ausführlichen Berichterstattung musste ich also bedauerlicherweise Abstand nehmen, denn ohne Pressekarten ist nun einmal keine fachlich fundierte Berichterstattung möglich! Aus besagtem Grund muss ich mich also auf ein paar Impressionen vom Jubiläumskonzert vor der Wiener Staatsoper beschränken.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Bei freiem Eintritt konnte das Publikum den Darbietungen der Wiener Staatsoper lauschen. – Foto: Sylvia Kreye

Das Jubiläumskonzert vor der Oper

Zum 150jährigen Geburtstag hatte die Wiener Staatsoper Opernfreund/innen, Wiener Bürger/innen und Wien-Besucher/innen bei freiem Eintritt zum Konzert auf den Platz vor der Oper eingeladen. Auf dem Platz war eine große Freilicht-Bühne installiert worden, auf der Orchester und Chor der Wiener Staatsoper und natürlich die Solisten Platz hatten.

Die Überraschung: Einige Solisten sangen aus luftiger Höhe – direkt von der Empore am Dach der Wiener Staatsoper beziehungsweise von den Balkonen des gegenüberliegenden Hotels Bristol.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Von der Empore am Dach der Wiener Staatsoper sang der koreanische Bassist Jongmin Park die Arie „Come dal ciel precipita“ (Wie vom Himmel stürzt herab…) aus der Oper „Macbeth“ von Giuseppe Verdi. – Foto: Sylvia Kreye

Die Mitwirkenden

Die Liste der Gesangssolist/innen konnte sich sehen und hören lassen: Nina Stemme, Thomas Konieczny, Jongmin Park, Olga Bezsmertna, Erwin Schrott, Valentina Naforniţă, Benjamin Bernheim, Camilla Nylund, Ferruccio Furlanetto, Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Stephanie Houtzeel, Chen Reiss, Sonya Yoncheva und Günther Groissböck. Am Dirigentenpult stand Marco Armiliato.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Aus luftiger Höhe sang die Sopranistin Valentina Naforniţă das „Lied an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvořák . – Foto: Sylvia Kreye

Das Programm

Auf dem Programm standen berühmte Opernarien, Duette und Ensembles aus dem umfangreichen Repertoire der Wiener Staatsoper:

Richard Wagner | „Dich teure Halle …“ aus Tannhäuser
(Nina Stemme)

Ludwig van Beethoven | „Ha, welch ein Augenblick“ aus Fidelio
(Tomasz Konieczny)

Giuseppe Verdi | „Come dal ciel precipita“ aus Macbeth
(Jongmin Park)

Giuseppe Verdi | „Va, pensiero“ aus Nabucco
(Chor der Wiener Staatsoper)

Wolfgang A. Mozart | „Dove sono“ aus Le nozze di Figaro
(Olga Bezsmertna)

Wolfgang A. Mozart | „Fin ch’an dal vino“ aus Don Giovanni
(Erwin Schrott)

Wolfgang A. Mozart | „Là ci darem la mano“ aus Don Giovanni
(Valentina Naforniţă, Erwin Schrott)

Jules Massenet | „Pourquoi me réveiller“ aus Werther
(Benjamin Bernheim)

Erich W. Korngold | „Glück, das mir verblieb“ aus Die tote Stadt
(Camilla Nylund)

Giuseppe Verdi | „O tu Palermo“ aus I vespri siciliani
(Ferruccio Furlanetto)

Giuseppe Verdi | Duett „Già nella notte densa“ aus Otello 
(Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak)

Antonín Dvořák | „Lied an den Mond“ aus Rusalka
(Valentina Naforniţă)

Richard Strauss | Schlussterzett aus Der Rosenkavalier
(Nina Stemme, Stephanie Houtzeel, Chen Reiss)

Piotr I. Tschaikowsky | Arie des Gremin aus Eugen Onegin
(Günther Groissböck)

Charles Gounod | „Je veux vivre“ aus Roméo et Juliette
(Aleksandra Kurzak)

Jacques F. Halévy | „Rachel, quand au Seigneur“ aus La Juive
(Roberto Alagna)

Giacomo Puccini | „Un bel dì“ aus Madama Butterfly
(Sonya Yoncheva)

Mit dem berühmten „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ als Zugabe verabschiedeten sich die Mitwirkenden vom Publikum.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Das Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Marco Armiliato musizierte wie immer auf hohem Niveau. – Foto: Sylvia Kreye

Ein unvergesslicher Abend

Es war ein unvergesslicher Abend mit einer einzigartigen Stimmung. Die Gesangssolist/innen boten allesamt eindrucksvolle Leistungen. Chor und Orchester der Wiener Staatsoper musizierten auf hohem Niveau. Marco Armiliato erwies sich als erfahrener und souveräner Dirigent. Das Wiener Publikum reagierte begeistert auf die musikalischen Darbietungen „ihres“ Opernhauses. Nach jeder Arie gab es viel Applaus und Bravo-Rufe. Man kann geradezu süchtig werden nach dieser wunderbaren Musik! Auch Petrus hatte ein Einsehen: Bis auf ein paar Regentropfen blieb das Wetter stabil.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Viel Applaus für die Mitwirkenden des Jubiläumskonzerts. Als Zugabe durfte das berühmte „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ natürlich nicht fehlen! – Foto: Sylvia Kreye

Geschichte der Wiener Staatsoper

Das „Haus am Ring“, wie die Wiener Staatsoper auch genannt wird, hat im Laufe seiner 150-jährigen Geschichte viele Sternstunden der Oper, aber auch dunkle Kapitel erlebt. Es lohnt sich daher, an dieser Stelle mal einen Rückblick auf die Geschichte der Wiener Staatsoper zu werfen.

Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August Sicard von Sicardsburg (1813-1868) und Eduard van der Nüll (1812-1868). August Sicard von Sicardsburg entwarf den Grundplan, Eduard van der Nüll gestaltete die Innendekoration. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Moritz von Schwind malte die Fresken im Foyer und den berühmten „Zauberflöten“-Freskenzyklus in der Loggia. Tragischerweise durften die beiden Architekten die Eröffnung „ihres“ Opernhauses nicht mehr erleben. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag nur zwei Monate später einem Schlaganfall. (Anmerkung: Als Todesursache wird in vielen Quellen aber auch Herzversagen bzw. Tuberkulose angegeben.)

Die Wiener Staatsoper wurde in den ersten Jahren nach ihrem Bau in der Öffentlichkeit heftig kritisiert. Kaiser Franz Joseph nannte die damalige Hofoper verächtlich „die versunkene Kiste“. Diesen Spitznamen erhielt das Bauwerk durch den Umstand, dass das Niveau der Wiener Ringstraße nach Baubeginn des Opernhauses um einige Meter angehoben wurde, wodurch das Opernhaus „versunken“ zu sein schien. In Zeitungsberichten wurde die Oper auch als „Königgrätz der Baukunst“ bezeichnet – in Anspielung an die Schlacht von Königgrätz von 1866, welche für die damalige Monarchie eine folgenschwere militärische Niederlage und tiefe Demütigung war. Die harte Kritik an seinem Bauwerk hatte vermutlich auch zum Freitod van der Nülls beigetragen.

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts Oper Don Juan (Don Giovanni) in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet. Den künstlerischen Leistungen der ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn ist es zu verdanken, dass auch die Popularität des Bauwerks in der Bevölkerung allmählich zunahm. Unter dem Direktor und Komponisten Gustav Mahler erlebte die Wiener Oper einen ersten Höhepunkt. Mahler erneuerte das veraltete Aufführungssystem, stärkte Präzision und Ensemblegeist und reformierte die Bühnenästhetik.

Das wohl dunkelste Kapitel in der bisherigen Geschichte des Hauses am Ring waren die Jahre von 1938 bis 1945, als während des Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden und zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften. Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch einen Bombenangriff der Amerikaner weitgehend zerstört. Lediglich die Eingangshalle, die Feststiege, das Vestibül mit dem Schwind-Foyer und dem Teesalon blieben beinahe unversehrt. Bereits am 1. Mai 1945 wurde der Betrieb der Wiener Staatsoper unter dem Namen „Staatsoper in der Volksoper“ mit einer Aufführung von Mozarts Die Hochzeit des Figaro wieder aufgenommen. Am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens Fidelio. Mit der Volksoper und dem Theater an der Wien standen für die folgenden zehn Jahre zwei Spielstätten zur Verfügung, in denen die Aufführungen der Wiener Staatsoper stattfanden. Während dieser Zeit wurde das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet.  Bereits am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwind-Foyer waren von den Bomben verschont geblieben.  Am 5. November 1955 fand mit Beethovens Fidelio unter der musikalischen Leitung von Karl Böhm die glanzvolle Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper statt. Im Zuge des Wiederaufbaus waren auch der Zuschauerraum erneuert und die Technik modernisiert worden. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neu erstandenen Zweiten Republik verstanden.

Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt. Vor allem hat sich die Wiener Staatsoper als das Haus mit dem größten Repertoire einen Namen gemacht. Hier werden allabendlich Opern auf höchstem Niveau aufgeführt. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer, Ballettdirektor Manuel Legris.

Die Wiener Staatsoper ist heute eines der Wahrzeichen und wichtigstes Symbol der Musikmetropole Wien.

Quellen

Programm des Jubiläumskonzerts:

Programmheft 150 Jahre Wiener Staatsoper

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/150-jahre/

Geschichte der Wiener Staatsoper:

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/das-haus/geschichte/

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Staatsoper

https://kurier.at/chronik/wien/das-drama-um-die-wiener-oper/753.200

https://derstandard.at/2231980/Die-Geschichte-einer-versunkenen-Kiste

https://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4682089/Vor-70-Jahren_Die-Zerstoerung-der-Wiener-Staatsoper

https://www.habsburger.net/de/kapitel/die-versunkene-kiste-der-bau-der-wiener-hofoper-am-ring

https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Sicard-Sicardsburg_August_1813_1868.xml

 

José Carreras The Grand Prix – Preisträgerkonzert

José Carreras The Grand Prix – Preisträgerkonzert

Musikverein, Brahms-Saal, 24. Mai 2019

José Carreras The Grand Prix ist der Titel des Internationalen Opernwettbewerbs, der im September 2018 in Moskau ausgetragen wurde. Das Preisträgerkonzert fand jetzt im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins statt.

José Carreras The Grand Prix

Im wunderschönen Brahms-Saal des Wiener Musikvereins präsentierte Kammersänger José Carreras die Preisträger des Internationalen Opernwettbewerbs José Carreras The Grand Prix. Es handelt sich dabei um einen internationalen Tenor-Wettbewerb der Elena Obraztsova Stiftung in Moskau. Nun erhielten die Preisträger des letzten Opernwettbewerbs die Chance, im Brahms-Saal des Musikvereins ihr gesangliches Können zu demonstrieren.

Die Interpreten

Die Interpreten waren die vier Gewinner-Tenöre des letzten Internationalen Opernwettbewerbs José Carreras The Grand Prix in Moskau:
• Andrey Danilov, Tenor
• Shota Chibirov, Tenor
• Evgeny Liberman, Tenor
• Michail Pirogov, Tenor
Am Klavier wurden sie begleitet durch Lorenzo Bavaj, der sich schon seit vielen Jahren als zuverlässiger und einfühlsamer Begleiter von José Carreras bewährt hat.

Das Programm

Auf dem Programm standen Arien und Kanzonen von Gioacchino Rossini, Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Peter Iljitsch Tschaikowskij, Francesco Cileà, Ruggero Leoncavallo, Ernesto de Curtis, Pablo Sorozábal, Rudolfo Falvo, Salvatore Cardillo, Furno de Curtis und Enrico Cannio. Hier die genaue Programmabfolge:

Gioacchino Rossini
Valse lugubre
Giuseppe Verdi
Arie des Riccardo aus der Oper „Un ballo in maschera“
Giacomo Puccini
Arie des Cavardossi aus der Oper „Tosca”
Giuseppe Verdi
Arie des Macduff aus der Oper „Macbeth“
Peter Iljitsch Tschaikowskij
Arie des Lenskij aus der Oper „Eugen Onegin”
Giuseppe Verdi
Arie des Herzogs aus der Oper „Rigoletto”
Peter Iljitsch Tschaikowskij
Arioso des Hermann aus „Pique Dame”
Francesco Cilèa
Lamento di Federico aus der Oper „L´Arlesiana”
Giacomo Puccini
Arie des Roberto aus der Oper „Le Villi“

— Pause —

Astor Piazzolla
Milonga del Angel
Ruggero Leoncavallo
Mattinata
Ernesto de Curtis
Tu, ca nun chiagne
Torna a Sorriento
Pablo Sorozábal
Romanze des Leandro aus der Zarzuela „La taberna del puerto”
Rodolfo Falvo
Dicitencello vuje
Salvatore Cardillo
Core n’grato
Ernesto de Curtis
Non ti scordar di me
Enrico Cannio
O surdato ’nnammurato

Zugaben
N.N.
Ach, ty duschetschka
Spanisches Volkslied
Giacomo Puccini
Nessun dorma. Arie des Principe aus der Oper „Turandot“

Stimmliche Brillianz

Die vier jungen Tenöre begeisterten das Wiener Publikum und überzeugten durch ihre großen, tragfähigen Stimmen sowie ihre ausdrucksstarke Interpretation der Opernarien und Kanzonen. Dank ihrer durchgebildeten Belcanto-Technik, welche sich durch perfekte Legato-Kultur und korrekte Positionierung der Stimme (unter optimaler Ausnutzung der Sinusresonanzen) auszeichnet, zeigten die vier Preisträger eine stimmliche Brillianz, mit der sie auch den Goldenen Saal des Musikvereins locker hätten ausfüllen können. Auch an Ausdrucksstärke blieben die vier Tenöre nichts schuldig – wenngleich das mezza voce und die Piano-Kultur – die Kunst der leisen Töne – auch hier und da noch ausbaufähig sind.

Die vier Tenöre ernteten für ihre gesanglichen Darbietungen frenetischen Applaus und bedankten sich beim Wiener Publikum mit drei Zugaben.

José Carreras und Wien

Einziger Wermutstropfen: Maestro José Carreras hat an diesem Abend lediglich präsentiert, aber nicht gesungen. Er hat sich in seiner vornehmen und bescheidenen Art bewusst zurückgehalten und dem sängerischen Nachwuchs die Bühne überlassen. Natürlich ist es auch verständlich, dass er sich im Alter nun allmählich von der Bühne zurückziehen möchte, aber dennoch werden er und seine Gesangskunst hier in Wien, vor allem an der Wiener Staatsoper, schmerzlich vermisst.

José Carreras The Grand Prix
In der Pause nahm sich Maestro José Carreras Zeit für das Publikum. – Foto: Sylvia Kreye

An dem Abend im Brahms-Saal nutzte ich während der Pause die Chance, Herrn KS José Carreras kurz zu begrüßen. Bei dieser Gelegenheit fragte ich ihn, ob er am Sonntag beim Jubiläumskonzert „150 Jahre Wiener Staatsoper“ singen würde. José Carreras musste meine Frage leider verneinen und sagte, dass er bereits am Samstag nach Barcelona zurückfahren würde. Er habe stattdessen ein Video mit Glückwünschen geschickt. Das Video wurde am Abend des Jubiläumskonzerts vor der Oper auf der Video-Wand gezeigt und ist auch auf der Facebook-Seite der Wiener Staatsoper veröffentlicht. Dies ist wenigstens ein kleiner Trost für alle Wiener Opernfreunde und Carreras-Fans. Hier geht’s zum Video mit Carreras’ Glückwünschen auf Facebook:

Berührende Jubiläumswünsche von José Carreras! #wso150 #jubilaeum #happybirthday @josecarrerastenor

Gepostet von Wiener Staatsoper am Donnerstag, 23. Mai 2019

Quellen

Programm José Carreras The Grand Prix, Musikverein, 24. Mai 2019
https://www.musikverein.at/konzert/eventid/41405

Nachlese: Duo Sogno d’Or im Wiener Theaterkeller

Nachlese: Duo Sogno d’Or im Wiener Theaterkeller, 3. und 24. April 2019

Eine musikalische Reise durch Europa – mit Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier)

Am 3. und 24. April 2019 traten wir, das Duo Sogno d’Or, im Wiener Theaterkeller auf und nahmen unsere Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Europa.

Mit Freude und Dankbarkeit blicken wir auf unsere zwei Auftritte am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller zurück. Unsere beiden musikalischen Abende standen unter dem Motto „Eine musikalische Reise durch Europa“. Für unser buntes Crossover-Programm hatten wir schöne und beliebte Melodien aus Operette und Musical, Wiener Lieder, französische Chansons, italienische und spanische Kanzonen, Evergreens und Schlager ausgesucht.

Wiener Theaterkeller - Duo Sogno d'Or
Duo Sogno d’Or im Wiener Theaterkeller: Die musikalische Reise durch Europa führte zunächst von Ungarn nach Italien.

Die beiden Auftritte im Wiener Theaterkeller waren für uns eine sehr schöne Erfahrung und haben uns viel Spaß gemacht. Über die tolle Stimmung und das nette Publikum haben wir uns sehr gefreut.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei allen bedanken, die an diesem Projekt beteiligt waren: bei dem Ehepaar Helene Schmidt-Levar und Dr. Hans-Otto Schmidt für die wunderbare Organisation und das Catering, bei Peter Seif für seine hervorragende Beleuchtungstechnik – und letztlich bei Frau Anna für ihre ausgezeichneten Kochkünste. (Gemüsesuppe, Spaghetti und Sandwiches waren phantastisch – ebenso der Wein!) Es war ein Genuss!

Wiener Theaterkeller - Duo Sogno d'Or
Duo Sogno d’Or im Wiener Theaterkeller: Auf der musikalischen Reise durch Europa durfte natürlich auch Frankreich nicht fehlen.

Ganz herzlichen Dank auch an die fleißigen Fotografen, denen es gelungen ist, die schönsten Momente unserer beiden Auftritte auf ihren Kameras festzuhalten.

Wir werden gern wiederkommen und (vielleicht schon im Herbst) erneut im Wiener Theaterkeller auftreten. Die nächsten musikalischen Aktivitäten sind bereits in Planung. Über unsere kommenden Projekte werden wir Sie an dieser Stelle rechtzeitig informieren.

Wiener Theaterkeller - Duo Sogno d'Or
Über die Niederlande und Spanien ging’s zurück nach Österreich – mit dem Schwipslied von Johann Strauss: „Fast könnt das ein Schwipserl sein, doch es ist kein Schwips……….. o nein!“

Programmablauf, Texte und Übersetzungen

Auf Anfrage einiger Zuhörer teilen wir hier gern noch einmal den Programmablauf unserer musikalischen Reise durch Europa:

Duo Sogno d’Or_WTK_Programm

Die musikalischen Beiträge aus den verschiedenen Ländern Europas wurden in sechs Sprachen vorgetragen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch. Zu jedem dieser Lieder habe ich (Sylvia) eine deutsche Übersetzung angefertigt. Hier geht’s zu den Originaltexten mit den jeweiligen deutschen Übersetzungen:

WTK_Fremdsprachl.Texte & Übersetzungen

Weitere Informationen zu unseren Auftritten und zum Wiener Theaterkeller finden Sie auf Lingua & Musica sowie auf Ciarivari:

http://linguamusica.eu/duo-sogno-dor-eine-musikalische-reise-durch-europa/

https://www.ciarivari.at/

 

 

Neapolitano Nima I. – Der weiße Diamant

Neapolitano Nima I. – Der weiße Diamant

Zum 40. Geburtstag des Jahrhundert-Hengstes Neapolitano Nima I. wurde gestern in Piber eine neue Buchpublikation vorgestellt: Neapolitano Nima I. – Der weiße Diamant. Der Buchautor ist Rudolf Kuzmicki.

Aus dem Pressebüro der Spanischen Hofreitschule erreichte mich heute diese interessante Presseinformation zum 40. Geburtstag von Neapolitano Nima I.

Piber, 10. April 2019
Presseinfo Buch

Neapolitano Nima I. – Der weiße Diamant

Neapolitano Nima I. - Der weiße Diamant
Buchautor Rudi Kuzmicki mit Neapolitano Nima I – © Sabrina Mallik

Methusalem und Jahrhundert-Hengst

Neapolitano Nima I. wurde am 11. April 1979 um 02.40 Uhr geboren und ist mit nunmehr 40 Jahren der älteste bei der LIF (Lipizzan International Federation) registrierte Lipizzanerhengst. In Menschenjahre umgerechnet sind das weit über 120 Lebensjahre.

Zu seinem 40. Geburtstag brachte Rudolf Kuzmicki das Buch „Neapolitano Nima I. – Der weiße Diamant“ als Würdigung dieses Methusalem und Jahrhundert-Hengstes heraus.

Mit diesem Buch über den legendären Neapolitano Nima I., soll dieses außergewöhnliche Pferd, der älteste bei der LIF (Lipizzan International Fedeation) registrierte Lipizzanerhengst der Welt, eine ihm zustehende Würdigung erfahren. Für den Autor ist Neapolitano Nima I. der Inbegriff des genetischen Codes der Lipizzaner. Robustheit, Ausdauer, Langlebigkeit, Intelligenz, Können und Adel prägt die Lipizzaner aus Piber, und in Neapoliano Nima I. haben sie ein weltweit bekanntes Aushängeschild gefunden.

Bis ins Alter von 26 Jahren begeisterte er Menschen auf der ganzen Welt mit seinen Auftritten und ganz besonders mit seinen außergewöhnlichen, einzigartigen Levaden. Das war seine Spezialität – er ist ein Großmeister der Levade. Seit nunmehr 14 Jahren verbringt er nun schon seinen verdienten Lebensabend wieder in seiner alten Heimat in Piber.

In diesem Buch wird anhand von Erzählungen und Zeitzeugen die Einzigartigkeit seines Könnens und auch seines Charakters dargestellt und unter welchen Bedingungen Lipizzanerhengste aufgezogen und ausgebildet werden.

Der Buchautor Rudolf Kuzmicki: Das Ausnahmepferd Neapolitano Nima I verkörpert das Ideal unserer Lipizzanerzucht. Langlebig, hart, ausdauernd, leistungsbereit, stark im Charakter und ausdrucksvoll in der Darbietung seiner Künste unter dem Reiter in der Spanischen Hofreitschule.

Ein großes Kapitel gehört jenem Menschen, der diesen Diamanten ausgebildet und geformt hat: Bereiter Andreas Harrer, der leider allzu früh im Alter von 44 Jahren im Jahr 2000 verstorben ist. Dem Gedenken an ihn ist auch dieses Buch gewidmet.

Bereiter Rudolf Rostek, der Nima 12 Jahre lang geritten hat, schildert authentisch an Hand von Episoden und Erzählungen, wie schwierig, starrköpfig und genial zugleich Nima war und ist.

Gestütsmeister Erwin Movia gibt einen Eindruck über die einzigartigen Aufzuchtbedingungen der jungen Lipizzaner und die tolle Arbeit der Mitarbeiter in Piber.

Bereiter Helmut Oberhauser verrät einige der über 450 Jahre alten Geheimnisse der Spanischen Hofreitschule und lässt am einzigartigen Ausbildungsweg eines Lipizzanerhengstes teilhaben.

Bereiter Florian Zimmermann erzählt, welche Charakterzüge Neapolitano Madera, der Sohn des legendären Nima, vom Vater vererbt hat, und dass es einige hoffnungsvolle Nachkommen in den Ställen der Spanischen Hofreitschule gibt.

Aus seinen 30jährigen Erfahrungen als Oberstallmeister weiß Johannes Hamminger unglaubliche Geschichten, u.a., dass sich der Vater Nimas, Sohn Nima selber und dann dessen Sohn Madera in bestimmten Situationen völlig gleich verhalten haben und die Pfleger zur Verzweiflung gebracht haben bzw. noch bringen

Ein Tag mit Nima und dem stv. Gestütsmeister Herbert Friessnegg bei einer Herbstparade schildert beeindruckend, wie sehr Nima I. noch immer den Auftritt und den Applaus liebt und wie er dabei aufblüht.

LH Hermann Schützenhöfer, Lipizzaner Neapolitano Nima l und Sonja Klima, Geschäftsführerin Spanische Hofreitschule – Foto: © Robert Cescutti

Geschäftsführerin Sonja Klima: „Dieses wunderbare Buch von Rudi Kuzmicki brachte mich auf die Idee, eine Seniorenresidenz für unsere Pensionshengste hier in Piber zu errichten. Die Hengste, die hier aufgewachsen sind, kehren somit zu ihrer Geburtsstätte und ihren Wurzeln zurück und sie können in der schönsten Umgebung, die wir Ihnen anbieten können, noch wunderbare Jahre genießen“.

Geschäftsführer Erwin Klissenbauer weiter: „Wir sind stolz darauf und dankbar, dass mit Neapolitano Nima der älteste Lipizzanerhengst der Welt aus unserer Zucht kommt und freuen uns, dass er durch dieses Buch zu Ehren seines 40. Geburtstag eine ihm zustehende Würdigung erfährt“.

Erwin Klissenbauer (Geschäftsführer Spanische Hofreitschule), LH Hermann Schützenhöfer, Neapolitano Nima I, Sonja Klima (Geschäftsführerin Spanische Hofreitschule), Buchautor Rudi Kuzmicki, Gestütsmeister Erwin Movia – Foto: © Robert Cescutti

Erhältlich ist das Buch exklusiv

  • in den Shops in Piber und der Spanischen Hofreitschule sowie
  • im Online-Shop shop.srs.at

Fotos

Foto: honorarfrei für redaktionelle Berichterstattung, © Robert Cescutti © Sabrina Mallik

Beitragsbild: Neapolitano Nima I
© Sabrina Mallik

Bild 1 – Bildtext:
Buchautor Rudi Kuzmicki
Neapolitano Nima I
© Sabrina Mallik

Bild 2 – Bildtext: LH Hermann Schützenhöfer
Lipizzaner Neapolitano Nima l
Sonja Klima, Geschäftsführerin Spanische Hofreitschule
Copyright: Foto: © Robert Cescutti

Bild 3 – Bildtext:
Erwin Klissenbauer, Geschäftsführer Spanische Hofreitschule
LH Hermann Schützenhöfer
Neapolitano Nima I
Buchautor: Rudi Kuzmicki
Gestütsmeister Erwin Movia
© Robert Cescutti

Vielen Dank an die Spanische Hofreitschule für das honorarfreie Zurverfügungstellen der schönen Fotos im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung.

Weitere Informationen für Medienvertreter:

Sascha Koszednar, Leitung Marketing Lipizzanergestüt Piber, +43 664 253 80 38, sascha.koszednar@piber.com

Neapolitano Nima I – Lipizzaner-Legende in Piber wird 40

Neapolitano Nima I – Lipizzaner-Legende in Piber wird 40

Der Lipizzaner-Hengst Neapolitano Nima I vollendet heute seinen 40. Geburtstag! Er ist der älteste bei der LIF (Lipizzan International Federation) registrierte Lipizzanerhengst der Welt! Im Lipizzanergestüt Piber gab es zu seinen Ehren bereits am 10. April ein Geburtstagsfest, auf dem auch eine interessante Buchpublikation vorgestellt wurde.

11. April 1979, 2.40 Uhr: Die Geburtsstunde eines besonderen Pferdes

An diesem Tag und genau zu dieser Stunde vor 40 Jahren erblickte im Lipizzanergestüt Piber (Bundesgestüt Piber, Steiermark) ein ganz besonderes Pferd das Licht der Welt: Neapolitano Nima I. Mit seinen 40 Lenzen ist Nima der älteste bei der LIF (Lipizzan International Federation) registrierte Lipizzanerhengst der Welt! 40 Jahre – das ist für ein Pferd ein wahrhaft biblisches Alter! Dies zeigt aber auch, was liebevolle Pflege und Zuwendung sowie ein behutsames, pferdegerechtes Training bei Pferden bewirken können! Es kann also nicht so falsch gewesen sein, was die Fachkräfte im Lipizzanergestüt Piber und in der Spanischen Hofreitschule in all den Jahren geleistet haben! Da fällt mir doch gleich ein Spruch ein, der gern von den Mitarbeitern des Lipizzanergestüts Piber und den Bereitern der Spanischen Hofreitschule zitiert wird:

„Piber ist ein Königreich, und ringsherum ist Österreich!“

Kein Wunder, dass die Lipizzaner in Piber so gut gedeihen!

Neapolitano Nima I – legendärer Levadeur der Spanischen Hofreitschule

Nach seiner unbeschwerten Kinderstube in Piber kam Neapolitano Nima I an die Spanische Hofreitschule, wo er von Bereiter Andreas Harrer zum Schulhengst ausgebildet und auch von Bereiter Rudolf Rostek in zahlreichen Vorführungen erfolgreich präsentiert wurde. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2006 war Neapolitano Nima ein begabter Levadeur der Spanischen Hofreitschule. Ein „Levadeur“ ist ein Hengst, der für die schwierige Levade besonders geeignet ist. In der Hohen Schule der klassischen Reitkunst gehört die Levade zu den sogenannten „Schulen über der Erde“. Bei der Levade ist die Hinterhand des Pferdes tiefgesetzt. Der Körper des Pferdes ist auf die gebeugte Hinterhand gestützt, während sich die Vorderhand in einem Winkel von etwa 35 Grad hoch über den Boden erhebt und das Pferd einige Sekunden lang in dieser Stellung verharrt. Neapolitano Nima I. war ein Meister auf diesem Gebiet. Seit 2006 genießt Neapolitano Nima I nun seinen wohlverdienten Ruhestand im Bundesgestüt Piber, wo ich ihn anlässlich einer Pressefahrt der Spanischen Hofreitschule im Juni 2015 kennenlernen durfte.

Neapolitano Nima I
Pressefahrt nach Piber am 25. Juni 2015: Neugierig beäugt der betagte Lipizzanerhengst Neapolitano Nima I die Gäste. – Foto: Sylvia Kreye

11. April 2018: Neapolitano Nimas 39. Geburtstag

Bereits vor einem Jahr habe ich dem Jahrhundert-Hengst Neapolitano Nima über Facebook meine Glückwünsche zum 39. Geburtstag übermittelt:

Ich freue mich sehr, dass Neapolitano Nima, ehemaliger Levadeur der Spanischen Hofreitschule, am 11. April seinen 39. Geburtstag feiern konnte! Als weltweit ältester registrierter Lipizzanerhengst verdient er einen Eintrag ins Guiness Buch der Rekorde! Anlässlich seines biblischen Alters hat er sich eine Extraportion Karotten verdient! Vielleicht haben wir ja Glück und können im nächsten Jahr noch seinen 40. Geburtstag feiern. Hoffen wir, dass er gesund bleibt und es ihm in Piber weiterhin so gut geht! Alles Gute für dich, Neapolitano Nima!“

Vom Lipizzanergestüt Piber erhielt ich daraufhin eine sehr nette Rückmeldung:

Liebe Frau Kreye, vielen herzlichen Dank für Ihre nette Mitteilung an unseren Neapolitano Nima. Wir sind auch sehr stolz, dass es unserem Nima seinem Alter noch entsprechend gut geht und er seinen Lebensabend bei uns in Piber in vollen Zügen genießen kann. Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen bei uns im Gestüt Piber. Liebe Grüße“

11. April 2019, 2.40 Uhr: Die Stunde zum 40. Geburtstag hat geschlagen

Neapolitano Nima I
Neapolitano Nima I im Pensionistenstall im Bundesgestüt Piber – Foto: Sylvia Kreye, 25.06.2015

Nun ist es soweit: Neapolitano Nima I, der älteste bei der LIF registrierte Lipizzanerhengst der Welt, feiert seinen 40. Geburtstag. Wie schön, dass der betagte Lipizzanerhengst seinen 40. Geburtstag noch erleben darf! Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

Aus diesem Anlass fand bereits gestern, am 10. April, im Lipizzanergestüt Piber eine Geburtstagsfeier statt, auf der auch eine interessante Buchpublikation von Rudolf Kuzmicki vorgestellt wurde: „Neapolitano Nima I – der weiße Diamant“. Herausgeber sind die SRS und der RFV Piber. In seinem Buch würdigt Pferdeexperte Rudolf Kuzmicki Nima als „Jahrhunderthengst“. Das Buch ist ab sofort in den Shops des Lipizzanergestüts Piber und der Spanischen Hofreitschule sowie im Online-Shop der SRS erhältlich.

Geburtstagsgrüße an Nima von Lingua & Musica

Leider konnte Lingua & Musica bei der offiziellen Geburtstagsfeier am 10. April in Piber nicht anwesend sein. Deshalb gibt es an dieser Stelle zunächst nur einen persönlichen Beitrag als Geburtstagsgruß – eine Hommage an den Jahrhunderthengst Neapolitano Nima I.

Zu seinem 40. Geburtstag möchte Lingua & Musica dem legendären Lipizzanerhengst herzlich gratulieren und übermittelt auf diesem Wege ein virtuelles Leckerli an Neapolitano Nima I.

Leckerli für Neapolitano Nima I
Ein virtuelles Leckerli für Neapolitano Nima I – Foto: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Auch den Mitarbeitern des Lipizzanergestüts Piber gratuliere ich herzlich zu ihrer großartigen Leistung bei der Aufzucht und Betreuung der Lipizzaner. Denn dass dieses Pferd ein so biblisches Alter erreichen konnte, ist in hohem Maße dem unermüdlichen Einsatz und der liebevollen Zuwendung der Betreuer zu verdanken! – Das sollte als ein Musterbeispiel für alle Pferdefreunde, Pferdehalter und Reiter dienen.

Ein ausführlicher Bericht über die offizielle Geburtstagsfeier und die Buchpräsentation am 10. April im Bundesgestüt Piber erfolgt im Rahmen einer gesonderten Presseinformation der Spanischen Hofreitschule. Diese wird noch im Laufe des Tages auf Lingua & Musica veröffentlicht.

Quellen

Spanische Hofreitschule auf Facebook

https://www.facebook.com/SpanischeHofreitschule/

Lipizzanergestüt Piber auf Facebook

https://www.facebook.com/spanischehofreitschule.bundesgestutpiber/

KRONENZEITUNG, 09.04.2019: Jahrhundert-Hengst „Nima I.“ feiert 40. Geburtstag

https://www.krone.at/1899884

Bildquellen

Beitragsbild: Neapolitano Nima I – (C) Spanische Hofreitschule / Bundesgestüt Piber

Fotos im Text: Neapolitano Nima I – (C) Sylvia Kreye, 25.06.2015

Karotte als Leckerli: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Das Duo Sogno d’Or, mit Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier), tritt am 3. und 24. April 2019 im Wiener Theaterkeller auf. Das Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa.

Was?

Konzert: Eine musikalische Reise durch Europa

Wer?

Duo Sogno d’Or – Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier)

Wann?

3. und 24. April, jeweils um 19.30 Uhr

Wo?

Wiener Theaterkeller, Hegergasse 9, 1030 Wien

Eine musikalische Reise durch Europa

Unser buntes Crossover-Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa. Für unsere beiden Konzerte am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen sowie Evergreens & Schlager ausgewählt.

Die kulturelle Vielfalt Europas äußert sich vor allem in den verschiedenen Musikstilen und Sprachen der einzelnen Länder. Damit die Zuhörer einen lebendigen Eindruck von der klanglichen und sprachlichen Diversität der verschiedenen Länder Europas bekommen, werden wir die Lieder in der jeweiligen Originalsprache vortragen. Auch deshalb, weil die Originalsprache in der Regel schöner klingt als die deutschen Übersetzungen, die sich inhaltlich meist sehr weit vom fremdsprachlichen Originaltext entfernen. Die Lieder, Chansons und Kanzonen werden in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch) vorgetragen.

Kommen Sie mit auf unsere musikalische Reise durch Europa. Es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Karten

Vorverkauf: € 15,–
Abendkassa: € 17,–
Kartenbestellungen unter Tel.: 0043 664 38 12 074
oder per E-Mail an: levar@villapannonica.at

Weitere Informationen

CIARIVARI – Verein zur Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft
Programm Wiener Theaterkeller

https://www.ciarivari.at/

Seit Ende August 2018 trifft sich das Duo Sogno d’Or regelmäßig zu intensiven Proben und freut sich auf weitere musikalische Engagements. Weitere Auftritte sind bereits in Planung.

Wenn Sie das Duo Sogno d’Or buchen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage:

http://linguamusica.eu/kontakt/

www.event-piano.com

Ausblick 2019: Duo Sogno d’Or und interessante Konzertprojekte

Ausblick 2019: Duo Sogno d’Or und interessante Konzertprojekte

Duo Sogno d’Or – neu gegründetes Duo mit Sylvia Kreye (Gesang) & Edmund Hauswirth (Klavier)

Das Jahr 2019 bringt in musikalischer Hinsicht neue Perspektiven: Zusammen mit dem Pianisten Edmund Hauswirth habe ich kürzlich das Duo Sogno d’Or gegründet und erarbeite zurzeit ein neues, interessantes Repertoire. Unser buntes Crossover-Programm steht unter dem Motto „Eine musikalische Reise durch Europa“. Für unser Konzertprojekt haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen sowie Evergreens & Schlager ausgewählt. Für 2019 stehen schon zwei Konzerttermine fest: 3. und 24. April, jeweils um 19.30 Uhr, im Wiener Theaterkeller, Hegergasse 9, 1030 Wien.

Die Vorgeschichte

Bereits im Sommer 2018 haben wir, mein Pianist Edmund Hauswirth und ich, uns zusammengesetzt und uns über ein geeignetes Programm Gedanken gemacht. Auch für unsere Besetzung wurde schon bald ein Name gefunden: Duo Sogno d’Or. „Sogno d’Or“ (Kurzform für „sogno d’oro“) ist Italienisch und bedeutet auf Deutsch „Goldener Traum“. Zur Namensgebung unseres Duos wurde ich inspiriert durch eine Textzeile aus der berühmten Serenade von Enrico Toselli: „Come un sogno d’or scolpito nel core…“ („Wie ein goldener Traum, eingemeißelt ins Herz…“).

Im August 2018 habe ich in meinem Notenarchiv herumgewühlt und aus meinem populären Repertoire einige schöne und beliebte Melodien ausgewählt, die für meine Stimme geeignet erschienen. Dabei wurde mein umfangreiches Notenarchiv noch um einige interessante Ausgaben erweitert.

Das Programm

Inzwischen ist das Programm so gut wie fix. Es steht unter dem Motto „Eine musikalische Reise durch Europa“. Für unser bevorstehendes Konzertprojekt haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen sowie Evergreens & Schlager ausgewählt. Im Rahmen unseres bunten Crossover-Programms werden wir Lieder in fünf Sprachen zu Gehör bringen.

Nun geht es mit großen Schritten auf das bevorstehende Konzertprojekt zu. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Jetzt heißt es: Ärmel hochkrämpeln, proben, üben und lernen, Körper und Stimme trainieren, Kondition aufbauen! Es gilt, etwa 30 Lieder in fünf Sprachen auswendig zu lernen! Grundsätzlich bevorzuge ich in meinen Konzerten die Originalsprache, da diese in der Regel schöner klingt als die Übersetzungen.

Außerdem müssen Noten kopiert und eingescannt, in einem Fall sogar umgeschrieben (zwei Töne höher transponiert) werden. Daneben warten noch zahlreiche organisatorische Dinge auf ihre Erledigung. Es gibt viel zu tun – packen wir’s an!

Konzerttermine

Für 2019 stehen inzwischen schon zwei Konzerttermine fest:

Wann?

  •   3. April 2019, 19.30 Uhr
  • 24. April 2019, 19.30 Uhr

Wo?

Wiener Theaterkeller, Hegergasse 9, 1030 Wien.

Kartenvorverkauf

Tel.: 0043 664 38 12 074 – E-Mail: levar@villapannonica.at

Kartenpreise

Vorverkauf: € 15,– / Abendkassa: € 17,00

Nähere Informationen

Ciarivari – Verein zur Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft:

https://www.ciarivari.at/

Weitere Auftritte sind in Planung. Wenn Sie das Duo Sogno d’Or buchen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage:

http://linguamusica.eu/kontakt/

www.event-piano.com

Unseren Folder sowie unsere Repertoireliste finden Sie hier:

Duo Sogno d’Or_Folder

Duo Sogno d’Or_Repertoireliste

Gesang zu Hochzeiten und anderen Festen – Klassik-Programm mit Opernarien und geistlichen Werken

Neben dem Crossover-Programm wird selbstverständlich auch das klassisch-romantische Repertoire mit Opernarien und geistlichen Werken weiterhin gepflegt.

Mein Repertoire umfasst Arien aus klassischen und romantischen Opern sowie geistliche Werke aus Barock, Klassik und Romantik. Die Vokalwerke werden in sechs verschiedenen Sprachen (Deutsch, Lateinisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Englisch) vorgetragen. Nach Möglichkeit bevorzuge ich die Originalsprache, da diese in der Regel schöner klingt als die Übersetzungen.

Durch klassische Musik erhalten Ihre feierlichen Veranstaltungen einen besonders festlichen Rahmen. Daher eignen sich meine Gesangsdarbietungen insbesondere für kirchliche Feste, aber auch andere Feierlichkeiten. Wenn Sie für eine Hochzeit, einen Geburtstag, ein Jubiläum oder einen anderen Anlass eine klassische Sängerin suchen, freue ich mich auf Ihre Anfrage.

Weitere Informationen zu meinen Gesangsauftritten finden Sie unter:

http://linguamusica.eu/musikalische-dienstleistungen/gesangsauftritte-musikalische-umrahmungen/

Eine intensive Konzerttätigkeit mit weiteren professionellen Gesangsauftritten wird für das Jahr 2019 angestrebt. Anfragen werden ab sofort gern  entgegengenommen:

Kontakt

FROHES NEUES JAHR!

FROHES NEUES JAHR!

 

Kaum zu glauben, doch es ist wahr:
Schon ist vorüber das alte Jahr!
Sylvia von Lingua & Musica

wünscht ein FROHES NEUES JAHR!

 

Auf dass in diesem neuen Jahr

manche Träume werden wahr.

Auf dass es endlich Frieden werde
hier auf unserer schönen Erde.

 

Ein Jahr voll Freude, ohne Schmerzen,
dies wünsch’ ich euch von ganzem Herzen.

Ein Jahr voll Gesundheit, Erfolg und Glück

und vom Business-Kuchen ein gutes Stück.

 

FROHES NEUES JAHR - Viel Schwein!

Für 2019 wünsch’ ich viel Schwein!

Auf das es gelinge und möge gedeih’n!

Ich hebe mein Glas und sprech’ einen Toast:
Aufs neue Jahr stoß ich an: PROST!

ALLES GUTE FÜR 2019!

FROHES NEUES JAHR! - Sylvia von Lingua & Musica
Lingua & Musica wünscht ein FROHES NEUES JAHR! – Foto: Sylvia Kreye (01.01.2017)

 

Lingua & Musica bietet auch im neuen Jahr qualifizierte musikalische und sprachliche Dienstleistungen an:

Bildquellen

Beitragsbild

Neujahrskonzert 2017. Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Neujahrskonzert_2017_(2).jpg

Helenenthal [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Viel Schwein!

Pixabay (skeeze)

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

In nur wenigen Stunden geht das Jahr 2018 zu Ende. Heute möchte ich noch einmal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken. In Teil 1 meiner Story berichtete ich, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Heute geht es weiter mit Teil 2. Auch in diesem Teil spielen Hein Simons, Josep Carreras und die 8er Jahre eine wichtige Rolle.

Dezember 1988 – vor 30 Jahren: Klassische Musik & Oper – mit José Carreras

Im Frühjahr 1988 hatte ich mein Violoncello-Studium am Wiesbadener Konservatorium abgeschlossen und meine Staatliche Prüfung für Musiklehrer erfolgreich abgelegt. Nun war ich freiberuflich als Musiklehrerin an diversen Musikschulen tätig. Daneben spielte ich im Wiesbadener Orchesterverein und wirkte als Sopran im Konzertchor Darmstadt mit.

Durch die Medien hatte ich erfahren, dass der katalanische Tenor Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – soeben von seiner schweren Leukämie-Erkrankung genesen und nach erfolgreicher Behandlung in Seattle (USA) wieder in seine Heimatstadt Barcelona zurückgekehrt sei. Die Nachricht von seiner schweren Erkrankung hatte mich tief betroffen gemacht. Ich fühlte eine große Empathie mit dem Tenor und freute mich sehr über seine Genesung. Schon einige Jahre zuvor hatte ich seine schöne Stimme kennen und lieben gelernt.

Sein legendäres Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in Barcelona am 21. Juli 1988 erregte damals großes Aufsehen – ebenso wie die von ihm präsentierte „Grande notte a Verona“ am 8. August 1988. Wenn ich auch leider bei diesen Ereignissen nicht live dabei sein konnte, so verfolgte ich doch mit großem Interesse alle Berichte zu Carreras’ großartigem Comeback in den Medien. Auch an seinem umjubelten Comeback-Konzert in der Wiener Staatsoper am 16. September 1988 nahm ich großen Anteil – wenn auch zunächst nur über die Medien.

2018 - Die 8er Jahre - 1988 - José Carreras
José Carreras: Cover der LP „José Carreras live“ aus der Wiener Staatsoper (links) und Cover der LP „Misa criolla“ (rechts). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Dezember 1988 hörte ich zum ersten Mal die Aufnahme der „Misa criolla“ von Ariel Ramirez, welche José Carreras noch im Sommer 1987, kurz vor Ausbruch seiner Leukämie-Erkrankung, aufgenommen hatte. Ich war begeistert von Carreras’ Ausdrucksstärke, seiner Piano- und Legatokultur. Der Blitz hatte eingeschlagen! Spätestens jetzt wurde aus mir ein echter Carreras-Fan!

In den 90er Jahren fuhr ich, wann auch immer meine Finanzen es erlaubten, nach Wien, um Opernvorstellungen in der Wiener Staatsoper zu besuchen – vor allem natürlich, wenn José Carreras in einer Vorstellung sang. Dabei stellte ich mich mit besonderer Vorliebe für einen Stehplatz an. Das Anstellen für einen Stehplatz – bisweilen sogar das nächtliche „Anliegen“ unter den Arkaden der Wiener Staatsoper – „bewaffnet“ mit Stockerl (Hocker), Iso-Matte, einem Imbiss und einer Flasche Wein im Gepäck, das war immer ein lustiges, kurzweiliges Abenteuer! Vom Stehplatz aus erlebte ich auch die beiden anderen der drei Tenöre: Plácido Domingo (in „Walküre“, „Simone Boccanegra“) und Luciano Pavarotti (in „Andrea Chénier“). Für sagenhafte 20 Schilling (später 3 Euro) konnte man damals einen Stehplatz erwerben und die größten Opernstimmen des 20. Jahrhunderts in der Wiener Staatsoper live erleben!

Vor einigen Jahren wurde auch noch die sommerliche Veranstaltung „Oper live am Platz“ eingeführt. Dort kann man die Opernabende sogar gratis unter freiem Himmel genießen. Man kann kommen und gehen, wann man will, Picknick machen und sogar einen Hund mitbringen! Bis heute zelebriere ich das Opern-Picknick bei der Wiener Staatsoper, wenn es wieder Sommer wird und „Oper live am Platz“ auf dem Programm steht.

Dezember 1998 – vor 20 Jahren: Musikschuldozentin & private Gesangsausbildung

Seit Anfang der 90er Jahre arbeitete ich als Musikschuldozentin an der Musikschule Kelsterbach und am Gutenberg-Gymnasium in Wiesbaden. Viele Jahre lang schlug ich mich als Musikpädagogin mit einer halben Stelle in Kelsterbach und ein paar Privatschülern in Wiesbaden durch. Erst jetzt, im Erwachsenenalter, konnte ich mir Gesangsstunden leisten, jedoch musste ich mir auch diese noch vom Munde absparen.

Bereits um diese Zeit hegte ich immer wieder diesen einen Traum: Ich wollte nach Italien oder nach Wien gehen, um noch ein professionelles Gesangsstudium zu absolvieren. Infolge der prekären Jobsituation und entbehrungsreicher Jahre hatte ich die Altersgrenze für ein Studium an einer deutschen Musikhochschule inzwischen überschritten. Jedoch hatte ich herausgefunden, dass es in Wien einige private Konservatorien gibt, die auch bereit waren, ältere Student/innen aufzunehmen. Die Institute hatten sogar Öffentlichkeitsrecht, das heißt ihre Abschlussdiplome waren staatlich anerkannt.

Bis ich mir endlich diesen lang ersehnten Traum erfüllen konnte, vergingen jedoch noch einige Jahre. Es war eine Zeit der Unsicherheit und Unzufriedenheit, die von fehlenden beruflichen Perspektiven und Zukunftsängsten geprägt war und mir zunehmend aufs Gemüt schlug. Viele Tage und Nächte vergingen, bis ich endlich – nach langem Hin und Her – den Sprung ins kalte Wasser wagte, um mir den lang ersehnten Traum zu erfüllen. Im Jahre 2004 musste ich mich entscheiden: Entweder in Kelsterbach bleiben und den Job als Musikschuldozentin behalten – mit nur einer halben Stelle und ohne berufliche Perspektiven – oder den Sprung ins kalte Wasser wagen und meinen Traum leben! Im Oktober 2004 war es endlich soweit: Ich hatte mich für Wien entschieden und wagte den Schritt in eine unsichere, aber nicht perspektivlose Zukunft!

Dezember 2008 – vor 10 Jahren: Die Opernklasse am Vienna Konservatorium

Seit Oktober 2004 lebte ich nun schon in Wien. Jedoch ging es zunächst nur schleppend voran. In der Musikstadt musste ich mich immer wieder mit schlecht bezahlten Sprachkursen und prekären Arbeitsverhältnissen über Wasser halten, was mein angestrebtes Studium immer weiter hinauszögerte.

Trotz allem war ich aber auch musikalisch aktiv: Zusammen mit einigen Kollegen gründete ich das Salonmusikorchester „Wiener Capriolen“, in dem ich als Cellistin und Sängerin tätig war. Im Mai 2005 hatte ich einen ganz tollen Auftritt: Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Carreras Clubs Wien spielte unser Ensemble zunächst Werke der Strauss-Dynastie (mit mir am Cello). Zum Schluss gab es noch eine „sorpresa“ – eine Überraschung: Ich sang ein Ständchen für den von mir sehr geschätzten José Carreras. Dazu verwendete ich die Melodie des Liedes „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczyński und unterlegte sie mit einem selbst gedichteten, auf José Carreras abgestimmten Text. Dies war bisher der absolute Höhepunkt meiner musikalischen Aktivitäten in Wien.

Das Jahr 2018 - Sylvia Kreye und José Carreras, 2005
Mit KS José Carreras nach dem Auftritt der „Wiener Capriolen“, 29.05.2005. – Foto: Andreas Haunold (Scan aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye).

Doch nach wie vor hatte ich den Wunsch, an einem öffentlich-rechtlichen Konservatorium mein Gesangsstudium abzuschließen und ein staatlich anerkanntes Gesangsdiplom zu erwerben. Im Frühjahr 2006 meldete ich mich endlich zum Studium im Fach Sologesang am Vienna Konservatorium an, welches ich jedoch aus finanziellen Gründen vorübergehend unterbrechen musste. Wieder einmal befand ich mich in einer prekären Lage, die mein Studium ernsthaft gefährdete. – Bis ein Bildungskredit im Jahre 2008 mir endlich die Fortsetzung meines Gesangsstudiums ermöglichte.

Obwohl es mir am Konservatorium (wegen meines schon etwas fortgeschrittenen Alters) nicht gerade leicht gemacht wurde, genoss ich meine Studienzeit in der Opernklasse. Wir waren eine lustige, internationale Truppe. Meine Mitstudenten kamen aus aller Herren Länder und waren ebenso begeistert für das Genre Oper wie ich. Mein damaliger Gesangsprofessor Agim Hushi stammt aus Albanien und ist mit einer sehr schönen Tenorstimme ausgestattet. Er hat sogar einige Zeit in der Meisterklasse bei Franco Corelli studiert und sich auf die italienische Belcanto-Technik spezialisiert. In diesem Umfeld machte mir das Singen wieder richtig Spaß. Mein Enthusiasmus und meine Energie kehrten zurück.

Ein langer Weg mit vielen Entbehrungen und großen persönlichen Opfern lag hinter mir. Im Dezember 2010 konnte ich endlich mein Diplom im Fach Sologesang (Fachrichtung Opernrepertoire) in Händen halten. Doch wie heißt es so schön: Besser spät als nie!

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade wieder dieser schöne Witz ein! Fragt ein Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der andere: „Üben, üben, üben!“ – Das lässt sich auch im Italienischen auf den Gesang übertragen: „Come si arriva alla Scala di Milano?“ (Wie kommt man zur Mailänder Scala?) – „Voce, voce, voce!“ (Stimme, Stimme, Stimme!)

Noch heute denke ich gern an meine Studienzeit am Vienna Konservatorium zurück – an die intensiven Proben und die schönen Konzerte, aber auch an die lustigen Partys, die wir mit unserer Opernklasse feierten. Da wurde gegessen und genossen, getrunken und getanzt, gesungen und oft noch zur Geisterstunde das hohe C geschmettert! Wir waren wohl die verrückteste Klasse am ganzen Institut!

Endlich durfte ich auch die Früchte meines Studiums ernten und kann mittlerweile auf einige schöne Gesangsauftritte zurückblicken. Unvergesslich sind zum Beispiel die Konzerte im Rheingau und in Thüringen mit dem Kammerorchester „Varpelis“ aus Kaunas, Litauen, sowie meine Gastauftritte in der Opernklasse meines ehemaligen Gesangsprofessors im Jahre 2015 – mit Opernarien von Verdi und Wagner.

Gesangsauftritte - 2015 - Das Jahr 2018
Gesangsauftritt in Wien, 17.04.2015. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Dezember 2017 – vor einem Jahr: Ein Wiederhören mit Heintje & Hein Simons – und eine verrückte Idee

Viele Jahre waren vergangen, nachdem ich Hein Simons (besser bekannt als „Heintje“) das letzte Mal gehört hatte. Mehr als 30 Jahre war ich nur noch „klassisch“ unterwegs gewesen und hatte mein früheres Idol Hein Simons irgendwie aus den Augen verloren.

Vor einem Jahr, im Dezember 2017, feierte Hein Simons sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Dies nahm ich zum Anlass, dem Sänger in meinem Online-Magazin Lingua & Musica einen ausführlichen Artikel zu widmen. Mitte Dezember 2017: Ich schaute gerade die 23. Carreras Gala zugunsten der José Carreras Leukämie-Stiftung, als mir eine verrückte Idee, die ich schon länger mit mir herumgetragen hatte, erneut durch den Kopf schoss! José Carreras und Hein(tje) Simons haben doch einiges gemeinsam: Sie sind beide durch den Film „Der große Caruso“ inspiriert worden, Sänger zu werden! Bei beiden hat gerade dieser Film mit Mario Lanza in der Hauptrolle eingeschlagen wie der Blitz! Beide haben schon als Kinder mit 11 Jahren auf der Bühne gestanden! Beide haben schon als Knaben mit einer Brillianz und einem Strahl gesungen wie die großen Tenöre! Auch wenn sie sich später ganz unterschiedlich entwickelt haben (der eine ist Opernsänger geworden, der andere ist der Schlagerbranche treu geblieben), lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los: Wäre es nicht spannend, beide Sänger mal in einer Fernsehshow (vielleicht sogar in der Carreras-Gala) zu erleben? Wäre das nicht mal eine tolle, wenn auch etwas verrückte Idee?

Das war 2018: Eine interessante Wiederbegegnung

Nun ist schon wieder ein Jahr vorüber. Und ich denke immer noch über diese verrückte Idee nach: Wie spannend wäre es, wenn sich José Carreras und Hein Simons mal musikalisch begegnen und gemeinsam in einer Fernsehshow auftreten würden. Sie hätten sich sicher auch einiges zu erzählen! Zudem sind beide Fußball-Fans! Caruso, Gesang und Fußball – ist es wohl ein Zufall, dass meine beiden Lieblingssänger so vieles gemeinsam haben? Leider ließ sich die Idee eines gemeinsamen Auftritts beider Sänger bisher nicht realisieren. Verstehe ich zwar nicht, denn bekanntlich treten ja in der Carreras-Gala auch viele Popsänger auf, die einem Sänger wie Hein Simons nicht das Wasser reichen können – und schon gar nicht einem Tenor wie José Carreras! Inzwischen habe ich diesbezüglich schon einige Adressen angeschrieben, aber leider kam von den TV-Redaktionen bisher keine Antwort! Doch wer weiß: Vielleicht kommt da ja doch noch etwas… Warten wir’s ab!

Signierstunde mit Hein Simons - 2018
Signierstunde mit Hein Simons: Auch für Autorin Sylvia gab es eine persönliche Widmung! – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Das Jahr 2018 brachte auch eine erfreuliche Wiederbegegnung: Anlässlich einer Signierstunde mit Hein Simons hier in Wien ergab sich sogar die Gelegenheit zu einem Interview mit dem Sänger, über das ich mich sehr gefreut habe. Der Bericht mit dem Interview wurde auf Lingua & Musica veröffentlicht. – Und im November kam auch noch die Weihnachts-CD „Heintje und Ich – Weihnachten“ heraus, die sehr erfolgreich ist. Meine CD-Rezension ist ebenfalls auf Lingua & Musica erschienen:

Heintje und Ich – Weihnachten | Erfreuliche Neuigkeiten von Hein Simons

Meine CD-Rezension ist auch auf Schlagerprofis.de erschienen. Ich freue mich, dass mein Kollege Stephan Imming meinen Beitrag für sein Online-Magazin übernommen hat:

„Heintje und ich“: CD-Rezension von Sylvia Kreye

Auch in gesanglicher Hinsicht brachte das Jahr 2018 neue Perspektiven: Als Sängerin kann ich auf eine intensive Probenphase zurückblicken. Ein neues Konzertprojekt ist zurzeit in Vorbereitung, und ich freue mich schon sehr darauf.

Das verspricht 2019: Crossover – ein neues Gesangsprogramm

Die Wiederbegegnung mit Hein Simons führte auch gesanglich zu einer neuen Inspiration in Richtung Unterhaltungsmusik, auch Evergreens und Schlager. Zusammen mit meinem Pianisten erarbeite ich zurzeit ein neues Repertoire. Es handelt sich um ein Crossover-Programm, eine bunte Mischung aus Operette & Musical, italienischen & spanischen Kanzonen, französischen Chansons & Wiener Liedern, Evergreens & Schlagern. Bereits im Sommer wurde im Notenarchiv herumgewühlt und geeignete Nummern herausgesucht. Inzwischen steht das Programm so gut wie fest. Immerhin stehen für 2019 schon zwei Konzerttermine fest: am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller, im 3. Wiener Bezirk.

Das Jahr 2018 - Noten für 2019
Notenauswahl für das neue Crossover-Programm. – Foto: Sylvia Kreye (Olympus Diginal Camera).

Selbstverständlich wird auch das klassisch-romantische Repertoire mit Opernarien und geistlichen Werken weiterhin gepflegt.

Eine intensive Konzerttätigkeit mit weiteren professionellen Gesangsauftritten wird zurzeit angestrebt. Harren wir also der Dinge, die da noch kommen werden! Entsprechende Anfragen werden gern über das Kontaktformular entgegengenommen.

Soweit meine Story, wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein Simons und Josep Carreras damit zu tun haben.

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 1

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er-Jahre, Teil 1: 1968 und 1978

 

Das Jahr 2018 geht langsam zu Ende. Oft werde ich nach meiner Story, nach meinem Werdegang gefragt, wie ich eigentlich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. So möchte ich heute mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Gerade die 8er Jahre spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Dezember 1968 – vor 50 Jahren: Wie alles begann… – mit einem Malwettbewerb und Heintje

Wir schreiben heuer das Jahr 2018, und wenn ich 50 Jahre zurückblicke, werden Erinnerungen an das das Jahr 1968 wach. Es war die Zeit der Studentenunruhen, der Beatles und der Rolling Stones. Aber schon damals tickte ich irgendwie anders als die meisten meiner Altersgenossen. Mit dieser Beat- und Rockmusik konnte ich mich einfach nicht so recht anfreunden – wenngleich ich einige Titel der Beatles, wie zum Beispiel „Yesterday“, heute durchaus gern höre.

Dass ich damals meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte, das hat tatsächlich auch mit Heintje zu tun! Schon damals mit meinen 8 Lenzen mochte ich Gesang und schöne Stimmen! So ist es kein Wunder, dass ich vor 50 Jahren (es muss im Frühjahr 1968 gewesen sein) erstmals auf die schöne Stimme eines holländischen Jungen namens Heintje aufmerksam wurde. Das verdankte ich zunächst meiner größeren Schwester Gabriele. Sie hatte mich mit ihrer Bewunderung für Heintje sofort angesteckt! (Aber ich bin dabei geblieben, während meine Schwester sich später abgewandt hat.) Im Frühjahr 1968 wurden gleich zwei Singles von Heintje angeschafft: Mama / Zwei kleine Sterne und Du sollst nicht weinen / Ich bau dir ein Schloss. Es dauerte nicht lange, und ich wurde zu einem enthusiastischen Heintje-Fan. Ihn bewunderte ich, für ihn schwärmte ich. Nie zuvor hatte mich eine Stimme so sehr berührt.

Noch im selben Jahr – es war im Dezember 1968 – wurde an den Grundschulen meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen und des Kreises Minden ein Malwettbewerb zum Thema Verkehrssicherheit ausgeschrieben, an dem auch ich teilnahm. Kurz vor Weihnachten fragte mich meine Lehrerin, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche. Da musste ich nicht lange überlegen und antwortete ganz spontan: „Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Platte von Heintje.“ Eines Tages kam der Direktor unserer Schule in unsere Klasse und fragte meine Lehrerin, ob es in dieser Klasse ein Mädchen namens Sylvia ‚Krege’ gäbe. (Das y in meinem Nachnamen hatte offensichtlich jemand falsch geschrieben, oder es war schlecht lesbar.) Meine Lehrerin deutete auf mich und stellte mich dem Schulleiter vor. Zu meiner großen Überraschung verkündete unser Direktor, dass ich den 1. Preis im Malwettbewerb des Kreises Minden zum Thema Verkehrssicherheit gewonnen hatte. Die Preisverleihung sollte wenige Tage später in der Tonhalle Minden stattfinden. Das war im Dezember 1968 (wenn ich mich recht erinnere, an einem Nachmittag zwischen dem 3. und 4. Advent). Unsere ganze Klasse fuhr damals mit dem Bus von Bad Oeynhausen nach Minden, wo wir alle zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren. Dann kam der große Moment der Preisverleihung. Und das Schönste daran war: Als 1. Preis für meine Leistung im Malwettbewerb wurde mir eine Platte von Heintje überreicht! Es war seine erste Langspielplatte in deutscher Sprache, die damals zu einem Verkaufsrenner wurde. (Jetzt wurde mir auch klar, warum mich meine Lehrerin gefragt hatte, was ich mir zu Weihnachten wünschte.)

Das Jahr 2018 & 1968 (vor 50 Jahren)
Als 1. Preis im Malwettbewerb gab’s eine Heintje-Platte: Es war sein erstes deutschsprachiges Album (links im Bild). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Neben Heintjes „Weltmeistertitel“, der deutschen Version des italienischen Liedes „Mamma“, waren auf der LP noch elf weitere schöne Titel zu hören, unter anderem auch das Lied „Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen“, das zu einem meiner Favoriten wurde. Es handelte sich dabei um jene LP, für die Heintje damals sein erstes Pony geschenkt bekam. Er nannte das Pony „Addy“ (nach seinem damaligen Manager Addy Kleijngeld). Mit meinen 8 Lenzen war ich fasziniert von Heintje, seiner tollen Stimme und seiner Persönlichkeit – zumal ich wie er schon immer eine große Pferdefreundin war. So hat das deutsche Debüt-Album des Kinderstars nicht nur Heintje, sondern auch mir Glück gebracht: ihm sein erstes Pony – und mir seine erste LP als 1. Preis im Malwettbewerb!

Für mich als damals sehr schüchternes Mädchen war diese Preisverleihung in der Mindener Tonhalle ein ganz großer Moment, den ich nie vergessen werde! Voller Stolz und mit glänzenden Augen zeigte ich meinen Eltern die Heintje-Platte, die ich soeben gewonnen hatte! Das war etwas ganz Besonderes für mich! Ich sehe das alles noch vor mir, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

Seit dieser Zeit bin ich ein Fan von Heintje & Hein Simons – und das ist bis heute geblieben. Auch wenn ich mittlerweile als Sängerin vorwiegend im klassisch-romantischen Bereich unterwegs bin, mag ich den schönen, weich timbrierten Bariton von Hein Simons ebenso wie die einst glockenhelle Stimme des jungen Heintje. (Wenn ich es auch manchmal bedauere, dass Hein Simons sich bisher an das klassisch-romantische Repertoire noch nicht so recht herangewagt hat. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen… Wer weiß?)

Musikalisch bin ich anfangs durch Heintje, später durch José Carreras, sehr stark inspiriert worden. Mit seinen damals 11 Lenzen hat Heintje auch nicht so gesungen wie normalerweise ein Kind singt. Vielmehr hat er schon als Knabe die großen Tenöre imitiert. – So hat es übrigens auch José Carreras gemacht, als er mit 11 Jahren auf der Bühne des Teatre del Liceu stand. Carreras’ Kinderstimme klang damals sogar ganz ähnlich wie Heintjes „Knabentenor“. Beide haben schon als Kinder mit einer Brillanz und einem Strahl gesungen, wie es sonst nur die großen Tenöre tun, von der Tonlage her jedoch waren beide eher Knabenalt.

Interessant ist auch die Tatsache, dass beide schon im Knabenalter durch den Film „Der große Caruso“ (mit Mario Lanza in der Hauptrolle) inspiriert wurden, Sänger zu werden!

Heintje hat damals auch keine Kinderlieder im eigentlichen Sinne gesungen. Es waren eher Volkslieder oder volkstümliche Lieder; viele von ihnen würde ich nicht einmal dem Genre „Schlager“ zuordnen. Wie wir bereits wissen, ist „Mama“ ein uraltes italienisches Lied (komponiert 1938), das erst später zum Schlager wurde. „Heidschi bumbeidschi“ ist ein Wiegenlied in bayerisch-österreichischer Mundart, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts überliefert ist. „Letzte Rose“ ist ein irisches Volkslied, das Friedrich von Flotow im 19. Jahrhundert für seine Oper „Martha“ bearbeitet hat. – Auch nach den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit klassischer Musik befasse, muss ich feststellen, dass alle diese Lieder für ein 11-jähriges Kind schon recht anspruchsvoll sind! Und Heintje, der kleine Bub aus Holland, sang das alles damals schon mit einem Strahl in der Stimme, wie ihn sonst nur italienische Tenöre haben!

Es war auch die Zeit der großen Fernsehshows, die damals noch ein ganz anderes Format hatten als heute. Neben Schlagern und Evergreens wurden auch Operettenmelodien und Opernarien vorgetragen. Es gab Tanzeinlagen des Fernsehballetts, und die großen Unterhaltungsorchester spielten damals noch live! In den großen Shows mit Peter Alexander, Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Frankenfeld, Vico Torriani, Rudi Carrell (und wie sie alle hießen) traten auch häufig Opern- und Operettensänger auf. Oftmals waren sie gerade auf dem Weg zu irgendwelchen Opernhäusern oder Festspielen, um so ganz „nebenbei“ noch ihre Arien in einer Fernsehshow einem größeren Publikum vorzustellen. Großartige Sänger/innen wie Anneliese Rothenberger, Anna Moffo, Rudolf Schock, Hermann Prey, Peter Minich (um nur einige zu nennen) und einige Jahre später auch José Carreras habe ich durch diese Fernsehshows kennengelernt. Auch das hat mich schon damals geprägt.

Wenige Jahre später entdeckte ich auch meine Liebe zur klassischen Musik und zur Oper. Und daran ist unter anderem Enrico Caruso, aber vor allem auch Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – schuld!

Dezember 1978 – vor 40 Jahren: E-Musik & U-Musik – mit Wagner, Caruso und Hein Simons

Im Jahre 1978 war ich bereits „klassisch“ unterwegs und befasste mich intensiv mit der sogenannten „ernsten“ Musik, auch E-Musik genannt. Ich lernte Cello und bereitete mich langsam auf mein späteres Musikstudium vor. Um diese Zeit besuchte ich auch häufig klassische Konzerte und Opernvorstellungen. Da ich ziemlich spät mit dem Cellospielen begonnen hatte, musste ich auf meinem Instrument viele Stunden täglich üben.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein schöner Witz ein! Ein Tourist fragt einen Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der Musiker: „Üben, üben, üben!“

Während meiner gesamten Schulzeit im Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen – und auch später, während meines Cello-Studiums am Wiesbadener Konservatorium – sang ich mit Begeisterung im Chor und spielte in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles. Doch als Gesangssolistin aufzutreten, das traute ich mir damals noch nicht zu – auch deshalb, weil ich einfach zu schüchtern war. Ich traute mich auch nicht, zu einem Vorsingen zu gehen. Heute frage ich mich oft, warum ich den mutigen Schritt damals nicht gewagt und mich nicht gleich für den Gesang entschieden habe. Denn eigentlich habe ich schon immer innerlich gespürt, dass der Gesang mein eigentliches Hauptfach ist.

Dass ich gegen Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper entdeckte, das verdanke ich unter anderem Enrico Caruso, vor allem aber Josep Carreras – seinerzeit besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras!

Meine Story - Das Jahr 2018 - 1978 (vor 40 Jahren)
Durch Caruso & Carreras entdeckte ich meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Jahre 1978 kaufte ich mir eine Vinyl-Schallplatte mit dem legendären Caruso. Seine Interpretation der großen italienischen Opernarien machte bereits damals einen großen Eindruck auf mich. Er hatte dieses gewisse Etwas, diese „Träne des Gesangs“, die mich faszinierte. Von den großen Sopranstimmen gefiel mir am besten Mirella Freni. Ihr schöner lyrischer Sopran, ihre Technik des italienischen Belcanto und ihr rundes, niemals unruhiges Vibrato haben mich schon damals stark beeindruckt. Ihre Interpretation der berühmten Arie „Mi chiamano Mimì“ aus der Oper „La Bohème“ von Puccini berührte mich ganz besonders. Auch Montserrat Caballé habe ich immer bewundert. Sie verfügte über eine wunderschöne Sopranstimme und eine unvergleichliche Atemkontrolle, die es ihr ermöglichte, ellenlange Phrasen auf einem Atem zu singen.

Ein weiteres prägendes Erlebnis war im Sommer 1978 eine Fernsehübertragung der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner aus der Bayerischen Staatsoper München (damals noch mit Peter Hofmann als Lohengrin). Der romantische Stoff dieser Oper und die herrliche Musik Richard Wagners – ganz besonders das Vorspiel, Elsas Traum und die Gralserzählung – hatten es mir sofort angetan und mich tief berührt. Langsam entwickelte ich mich zu einer echten „Wagnerianerin“! Elsas Traum, die Arie „Einsam in trüben Tagen“, ist inzwischen auch Teil meines Repertoires.

Trotzdem war ich immer noch ein Fan von Heintje, der sich jetzt Hein Simons nannte. Neben der klassischen Musik hörte ich ab und zu auch ganz gern Unterhaltungsmusik, auch wenn mir der Schlager allmählich zu technisch wurde.

Nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin trat ich im Oktober 1981 meine erste Stelle an: bei Breitkopf & Härtel – dem ältesten Musikverlag der Welt! Dafür stand erst einmal ein Umzug nach Wiesbaden an. Nun war für mich die Zeit gekommen, mein Elternhaus zu verlassen. Der Wechsel vom kleinen westfälischen Kurort Bad Oeynhausen in die hessische Landeshauptstadt – weit weg von zu Hause – das war anfangs natürlich eine riesige Umstellung. Aber schon bald wurde ich für diesen Schritt belohnt: Denn in Wiesbaden gab es ein Staatstheater, ein Opernhaus – und das sollte für mich in den folgenden Jahren von großer Bedeutung werden! In meiner Freizeit spielte ich Cello im Wiesbadener Orchesterverein und sang im Kirchenchor.

In den 80er Jahren besuchte ich häufig Opernvorstellungen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Zu den herausragenden Erlebnissen gehörten eine Vorstellung von Wagners „Tannhäuser“ (1982) und ein Abonnement von Wagners „Ring der Nibelungen“ (1983). So durfte ich kurz hintereinander alle vier Opern von Wagners „Ring“ hintereinander erleben: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung. Auch eine Vorstellung von Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ hat mich damals sehr beeindruckt.

Am Karfreitag des Jahres 1982 sah ich im Fernsehen eine Bayreuther Aufführung des Bühnenweihfestspiels „Parsifal“ von Richard Wagner. Sofort war ich ergriffen von der wunderbaren Musik Richard Wagners sowie von dem Stoff dieser Oper, der auf Wolfram von Eschenbachs mittelalterliche Dichtung „Parzival“ und die Philosophie Arthur Schopenhauers zurückgeht.

Als ich dann eines Tages (es muss so Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er Jahre gewesen sein) den Tenor Josep Carreras hörte, da war es endgültig um mich geschehen! Von nun an wurde ich zu einem enthusiastischen Carreras-Fan und echten Opern-Freak! Zu meinen Lieblingskomponisten gehörten – neben Richard Wagner – nun auch Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini sowie die französischen Opernkomponisten Charles Gounod und Jules Massenet. Die Oper und die klassische Musik – oder besser gesagt: das klassisch-romantische Repertoire – berührten mich einfach tiefer als die sogenannte U-Musik.

Im Herbst 1983 nahm ich ein musikpädagogisches Studium am Wiesbadener Konservatorium auf. Es war das erste Mal, das ich eine sichere Stelle aufgab, um mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen: nämlich Musik zu studieren. Jedoch wählte ich zunächst Violoncello als Hauptfach, da ich in diesem Fach ja schon einige Jahre Unterricht und auch Orchestererfahrung hatte. Während der gesamten Studienzeit spielte ich in diversen Orchestern und sang im Chor des Wiesbadener Konservatoriums. Bis zum Frühjahr 1988 hieß es nun: Ran an die Buletten, üben und lernen! Schließlich musste ich mich intensiv auf mein Abschluss-Examen am Wiesbadener Konservatorium vorbereiten. Und so ganz „nebenbei“ galt es auch noch, eine Examensarbeit zu schreiben! Als Thema wählte ich – wie könnte es anders sein: „Die Idee des Gesamtkunstwerks am Beispiel von Richard Wagners ‚Parsifal’“. Das sollte sich später als die richtige Entscheidung herausstellen: Meine Examensarbeit im Fach Musikgeschichte wurde ein voller Erfolg, und ich erhielt sogar die Note 1+! Es war, wie mir mein Musikgeschichtsprofessor später mitteilte, die beste Arbeit des Jahrgangs.

Vom Heintje-Fan zum Opern-Freak, vom „Wagnerianer“ zum „Verdianer“ und „Carrerasianer“ – das mag wohl für Außenstehende ein wenig kurios klingen. Puristen mögen meinen Musikgeschmack womöglich als ein wenig „schrullig“, wenn nicht gar als dekadent empfinden! Aber dazu stehe ich bis heute. Das war (und ist) nun einmal meine Geschichte, wie ich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. Und das war (ist) auch die Musik, mit der ich groß geworden bin und die mich immer berührt hat.

Man könnte meine Story mit einem kurzen Vers auf den Punkt bringen:

Durch Heintje wurde mein Interesse an Musik und Gesang geweckt –
durch Caruso und Carreras hab’ ich meine Liebe zur Oper entdeckt!
Aber es muss ja auch nicht immer nur E-Musik sein –
ein „Ausflug“ in die U-Musik ist auch mal ganz fein!

(c) Sylvia Kreye

Und morgen geht’s weiter mit dem zweiten Teil meiner Story.