José Carreras zum 75. Geburtstag am 5. Dezember 2021

José Carreras zum 75. Geburtstag

Ein Leben für die Musik

Am 5. Dezember 2021 begeht der Tenor Josep Carreras seinen 75. Geburtstag. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um dem Sänger einen ausführlichen Beitrag zu widmen. Das ist auch eine gute Gelegenheit, jenen Artikel, den ich vor 5 Jahren zum 70. Geburtstag des Tenors auf meinbezirk.at veröffentlicht habe, nochmals zu überarbeiten und auf Lingua & Musica zu publizieren. 

Kindheit und Debüt mit elf Jahren

José Carreras, mit bürgerlichem Namen Josep Maria Carreras-Coll, wurde am 5. Dezember 1946 in Barcelona, im Stadtviertel Sants, als drittes Kind von José Carreras-Soler und Antonia Coll-Saigi, geboren. Es war die Zeit der Franco-Diktatur. Zur Zeit Francos war die katalanische Sprache verboten – die offizielle Staatssprache war Kastilisch. Dies war auch der Grund, warum José Carreras seinen katalanischen Vornamen „Josep“ offiziell nicht führen durfte.
Nachdem Carreras’ Vater im spanischen Bürgerkrieg an der Seite der Republikaner gegen das Franco-Regime gekämpft hatte, bekam auch die Familie Carreras die Repressalien des Regimes zu spüren. Josés Vater, José Carreras-Soler, durfte nach dem Bürgerkrieg seinen Beruf als Französischlehrer nicht mehr ausüben und arbeitete von nun an als Verkehrspolizist bei der „Guardia Urban“. Wegen der wirtschaftlichen und politischen Situation beschloss die Familie Carreras im Herbst 1951 (der kleine José war damals nicht einmal fünf Jahre alt), nach Argentinien auszuwandern. Jedoch kehrte die Familie schon nach elf Monaten wieder nach Katalonien zurück, denn auch in Argentinien war keine Besserung der Lebensumstände zu erwarten.

Wieder daheim in Barcelona, nahm der Vater seine Arbeit als Verkehrspolizist wieder auf. Die Mutter, Antonia Coll-Saigi, führte einen kleinen Friseursalon. Ein Kinobesuch der Familie Carreras sollte schon bald zu einem besonderen Erlebnis werden: Als eines Tages im Kino der Film Der große Caruso mit Mario Lanza gespielt wurde, änderte sich das Leben des kleinen Josep schlagartig. Von nun an schmetterte der knapp sechsjährige Josep alle Arien, die er im Film gehört hatte, nach. Tagaus, tagein sang er zu Hause die Arien rauf und runter. Sein Favorit war die Arie des Herzogs aus der Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi – was ihm in der Schule schon bald den Spitznamen Rigoletto einbrachte! Er sang und sang; seine Eltern und Geschwister trugen es mit Geduld und Fassung! – „Can you imagine my poor family“, sagte José Carreras selbst einmal humorvoll in einem Interview!

Ansonsten jedoch verlief das Leben des kleinen Josep völlig normal. Er ging zur Schule wie alle anderen Jungen seines Alters, spielte Fußball und Handball, vor allem aber Basketball. Bald darauf erhielt der kleine Josep seinen ersten Musikunterricht bei Magda Prunera, einer Freundin seiner Mutter, im „Orfeon de Sants“, der örtlichen Musikschule. Schon nach einem Jahr konnte er an das städtische Konservatorium der Stadt Barcelona wechseln. Sein erster Opernbesuch im Teatro del Liceo von Barcelona wurde für den achtjährigen Josep zu einem unvergesslichen Erlebnis. Schon bald darauf – es war in der Weihnachtszeit – trat der Achtjährige in einer Benefizsendung des Radio Nacional d’Espana auf. Er sang ein katalanisches Weihnachtslied und – wie könnte es anders sein – die Arie des Herzogs aus Rigoletto: La donna è mobile! Am 3. Januar 1958 – mit gerade einmal 11 Jahren – trat Josep Carreras zum ersten Mal im Teatro del Liceo auf: In der Oper El Retablo del Maese Pedro von Manuel de Falla sang er die Knabenrolle. Der Pianist und Dirigent José Iturbi dirigierte die Vorstellung. Der Auftritt wurde für den Elfjährigen zu einem großen Erfolg. Für die Saison 1959/60 erhielt Josep ein weiteres Angebot des Liceo: Als nächstes sollte er den Hänsel in Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel singen, jedoch machte der Stimmbruch ihm einen Strich durch die Rechnung. Mit dem Gesang musste er nun eine Weile pausieren. Während dieser Zeit besuchte er jedoch regelmäßig Opernvorstellungen im Teatre del Liceo.

Die Ausbildung

Im Jahre 1964 begann José Carreras mit der Gesangsausbildung, zunächst bei Francisco Puig – jenem Gesangslehrer, der auch seinen Landsmann Jaime (Giacomo) Aragall unterrichtet hatte.

Im Herbst 1965 – nur ein Jahr, nachdem José Carreras sein Gesangsstudium aufgenommen hatte, erkrankte seine Mutter an Krebs und starb im Alter von nur 51 Jahren. Der damals 18jährige José hat sehr unter diesem Verlust gelitten und diesen Schicksalsschlag lange Zeit nicht überwunden.

Nach dem Tod seiner Mutter nahm José Carreras zunächst ein Chemie-Studium an der Universität von Barcelona auf, da sein Bruder und sein Schwager gerade dabei waren, eine Kosmetikfirma aufzubauen. Neben dem Studium nahm er weiterhin Gesangsunterricht und half im Betrieb seines Bruders und Schwagers. Nach dem Studienjahr 1967/68 jedoch entschied sich José Carreras endgültig für die Welt der Oper und gab das Chemie-Studium auf. – Da kommt unwillkürlich die Frage auf: Was wäre wohl aus Carreras geworden, wenn er nicht Sänger geworden wäre und das Chemie-Studium fortgesetzt hätte? Nicht auszudenken!

Nachdem José Carreras etwa drei Jahre lang bei Francisco Puig studiert hatte, spürte er, dass er etwas brauchte, was ihm Maestro Puig nicht geben konnte. In dieser Zeit lernte er Juan Ruax kennen, einen Mann mit einer schönen Tenorstimme, der jedoch nach einer Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselt war. Juan Ruax war von Beruf Zahntechniker und widmete sich der Ausbildung des jungen Tenors mit großem Einsatz. Er hatte einen untrüglichen Instinkt für die Stimme seines Schützlings und wusste genau, was dieser gerade brauchte. José Carreras über seinen Lehrer Juan Ruax: „Das Faszinierende an dem Unterricht bei ihm war, dass er mehr mit mir über das Singen sprach, als dass er mit mir das Singen übte. Es war auch so, dass er weniger versuchte, mir beizubringen, wie man singen muss, sondern wesentlich mehr darüber sprach, wie man es n i c h t tun soll. Er war immer bemüht, meinen natürlichen Instinkt für das Singen und mein Talent weiterzuentwickeln. Natürlich korrigierte er mich, wenn ich etwas falsch machte. […] Sein Grundsatz lautete: Folge dem, was deine Intuition dir sagt, und opfere niemals einen Ausdruck, einen Akzent oder eine Note der Technik. Er war das klassische Gegenbeispiel zu jenen sturen Gesangslehrern, die ihren Schützlingen eine bestimmte Methode aufzwingen.“

Debüt im Liceo

Im Frühjahr 1969 ging José Carreras – ermuntert durch seinen Lehrer Juan Ruax – zu einem Vorsingen ins Teatro del Liceo in Barcelona. Der damalige Direktor Juan Antonio Pamias war von seinem Vortrag so angetan, dass er ihm gleich die Rolle des Flavio in Bellinis Norma anbot. Die Premiere im Januar 1970 – an der Seite der großen Sopranistin Montserrat Caballé – wurde nicht nur für die Stars der Aufführung, sondern auch für José Carreras zu einem großen Erfolg. Montserrat Caballé war von der Stimme des jungen Tenors so begeistert, dass sie ihn fortan förderte. So sang José Carreras noch im selben Jahr seine erste Hauptrolle im Teatro del Liceo: den Gennaro in Donizettis Lucrezia Borgia. Die Premiere von Lucrezia Borgia im Dezember 1970 betrachtet Carreras als sein eigentliches Debüt.

Carlos Caballé, der Bruder und Manager von Montserrat Caballé, dem José Carreras bereits während seines Studiums begegnet war, wurde schließlich auch Carreras’ Manager und Impresario.

Wenig später erhielt José Carreras auch die Tenorrolle in Verdis Nabucco. Regisseur de Giuseppe Tomasi war es auch, der den jungen Tenor animierte, am Verdi-Gesangswettbewerb in Parma teilzunehmen, den Carreras im Oktober 1971 gewann. Anlässlich des Wettbewerbs in Parma traf José Carreras zum ersten Mal mit seinem großen Vorbild Guiseppe di Stefano – genannt Pippo – zusammen. „Wie alle anderen, war auch ich sehr aufgeregt und zitterte wie ein Pudding, als der große Pippo vor mir stand“, erinnert sich Carreras an diese Begegnung.

Auf den Opernbühnen der Welt

Von da an war die steile Karriere des jungen Carreras nicht mehr aufzuhalten. Engagements an allen großen Opernhäusern folgten: Von der New York City Opera in New York ging es im Januar 1974 nach Wien, wo ihm während seines Debuts in Verdis Rigoletto ein Malheur passierte: Ausgerechnet am Ende der berühmten Arie La donna è mobile – jener Glanznummer, die er zuvor tausendmal gesungen hatte – blieb ihm die Stimme weg. Obwohl Carreras wegen dieses Missgeschicks für mehrere Jahre einen großen Bogen um Wien machte, hatte ihn das Wiener Publikum bereits ins Herz geschlossen.

Von Wien aus führte der Weg des jungen Sängers über London, Wien, München und New York nach Mailand – dem „Mekka“ für Opernsänger. In Mailand traf Carreras erneut mit seinem Vorbild Giuseppe di Stefano zusammen. Während der Proben zur Premiere der Verdi-Oper Un ballo in maschera kam es damals zu einer lustigen Begebenheit: Weil das Kostüm für den schlanken José Carreras zu groß war, verehrte ihm der große „Pippo“ sein Ballo-Kostüm – eine Anekdote, die sich in Mailand schnell herumsprach.

Das Scala-Debüt im Februar 1975 wurde für Carreras zu einem triumphalen Erfolg. Kurz darauf wurde auch der große Herbert von Karajan auf den jungen Sänger aufmerksam, der ihn im April 1976 für Verdis Messa da Requiem im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele engagierte. Noch im selben Jahr vertraute ihm Herbert von Karajan für die Salzburger Festspiele die Titelpartie in Verdis Don Carlos an. Die Zusammenarbeit mit Herbert von Karajan und die Salzburger Festspiele waren für José Carreras, wie er selbst einmal in einem Interview sagte, der absolute Höhepunkt seiner Karriere. Weitere große Projekte mit Herbert von Karajan folgten: La Bohème an der Wiener Staatsoper (1977), Aida (Salzburger Festspiele 1979 und 1980), Don Carlos (Salzburger Festspiele 1977 und 1978, Wiener Staatsoper 1979 und 1980, Osterfestspiele 1986). Ein weiterer Höhepunkt in der Zusammenarbeit mit Karajan war die Carmen (Salzburger Festspiele 1985) – mit jenem legendären hohen b im pianissimo am Ende der Blumen-Arie, das bei mir während einer Fernsehsendung im Sommer 1985 eine Gänsehaut erzeugt hatte! Es ist diese unvergleichliche Piano-Kultur, mit der José Carreras Maßstäbe gesetzt hat und seine Fans auf der ganzen Welt immer wieder begeistert.

Im Laufe seiner Karriere hat José Carreras mit allen namhaften Dirigenten zusammengearbeitet, darunter Carlo Maria Giulini, Claudio Abbado, Riccardo Muti (um nur einige zu nennen) – und natürlich Herbert von Karajan. Unter der Leitung von Leonard Bernstein persönlich entstand auch die berühmte Einspielung des Musicals Westside Story.

Die Leukämie-Erkrankung

Das Jahr 1987 sollte für José Carreras zu einem schweren Schicksalsjahr werden. Noch im Frühjahr 1987 war der Tenor an der Mailänder Scala als Canio in der Oper I Pagliacci erfolgreich aufgetreten – ohne zu wissen, dass dies vorläufig sein letzter Opernauftritt sein sollte. Anfang Juli hatte Carreras seine Schallplattenaufnahme der Misa criolla unter der Leitung des Komponisten Ariel Ramirez eingespielt. Am 5. Juli fand – ohne dass er es ahnen konnte – sein vorläufig letztes Konzert in Oviedo statt. Bereits am nächsten Morgen begannen in Paris die Dreharbeiten zu einem Bohème-Film mit dem italienischen Regisseur Luigi Comencini, mit Carreras als Rudolfo. Während der Dreharbeiten machte José Carreras eine Zahnentzündung zu schaffen. Trotz der Antibiotika, die er dagegen einnahm, fühlte er sich von Tag zu Tag schlechter. Nach einem Check-up im Amerikanischen Hospital von Paris erhielt er schließlich die niederschmetternde Diagnose: Leukämie. Es folgte eine monatelange Behandlung mit Chemotherapie, Strahlenbehandlung und allen erdenklichen Nebenwirkungen.

Um nahe bei der Familie zu sein, unterzog sich Carreras der Behandlung zunächst in Barcelona. Im Herbst 1987 begab er sich zur weiteren Behandlung nach Seattle ins Fred Hutchinson Cancer Research Center. Da kein geeigneter Knochenmarkspender gefunden wurde, konnte nur eine autologe Knochenmarktransplantation (vom eigenen Knochenmark) das Leben des Sängers retten. Diese wurde – nach einer erneuten quälenden Phase mit Knochenmarkentnahme, Chemotherapie und Bestrahlung – im November 1987 vorgenommen. Bei aller Tragik gibt es auch eine kuriose Anekdote aus der Zeit in Seattle, die immer wieder gern erzählt wird: Da es im Bestrahlungsraum keine Uhr gab, auf der er die dahinkriechenden Minuten hätte verfolgen können, repetierte Carreras gedanklich Opernarien. So wusste er immer, wann etwa die Bestrahlungszeit vorüber sein musste!

Die Nachricht von Carreras’ Leukämie-Erkrankung löste bei Fans in aller Welt eine Schockstarre aus. Überwältigend war die Anteilnahme, die dem Sänger entgegengebracht wurde. Aus allen Teilen der Welt erhielt er Genesungswünsche. Schon während dieser Zeit in Seattle reifte in ihm der Plan, eine Stiftung für Leukämiekranke zu gründen. Und eines wusste er ganz sicher: Er wollte nicht nur wieder gesund werden, sondern auch wieder singen! Im Februar 1988 wurde Carreras aus dem Krankenhaus in Seattle entlassen und durfte endlich in seine Heimatstadt Barcelona zurückkehren.

Das große Comeback

Das Jahr 1988 war für José Carreras in jeder Hinsicht ein bedeutendes Jahr. Im Sommer standen gleich zwei große Ereignisse an: das große Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in Barcelona und die Gründung der Fundación Internacional para la lucha contra la Leucemia, der Internationalen José Carreras Leukämie Stifung.

Schon Anfang März 1988, nur wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Seattle, begann er heimlich, Stimmübungen zu machen – sehr zum Leidwesen seines damaligen Arztes in Barcelona, der ihn eindringlich ermahnte, das Singen vorläufig noch zu unterlassen und geduldiger zu sein. Doch Carreras’ Zustand besserte sich von Tag zu Tag, und allmählich konnte er auch mit der Vorbereitung zu seinem Comeback beginnen.

Am 21. Juli 1988 war es endlich soweit: Zum ersten Mal nach seiner schweren Erkrankung konnte José Carreras wieder auftreten. Sein legendäres Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in seiner Heimatstadt Barcelona ist wohl schon in die Geschichte eingegangen.

Am 8. August 1988 präsentierte José Carreras in der Arena di Verona die Grande notte di Verona, wo er neben vielen Sängerkollegen auftrat und sich mit dem berühmten Granada beim italienischen Publikum zurückmeldete.

Die Erlöse aus den Konzerten in Barcelona und Verona kamen sogleich der neu gegründeten José Carreras Leukämie-Stiftung zugute.

75. Geburtstag José Carreras - Salzburg, 30.08.2012
José Carreras und Pianist Lorenzo Bavaj bei einem Liederabend in Salzburg, 30.08.2012 – Foto: Sylvia Kreye

Die zweite Karriere des Tenors

Neben seinem unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen Leukämie ist das Singen natürlich nach wie vor der Lebensinhalt von José Carreras.

Nachdem seine Stimme im Laufe der Jahre dunkler und schwerer geworden ist (was übrigens bei Opernsängern eine ganz normale Entwicklung ist), wechselte Carreras bereits in den 80er Jahren ins sogenannte „Spinto“-Fach („spinto“ kommt vom italienischen Wort „spingere“ – stoßen und bezeichnet das lyrisch-dramatische Zwischenfach mit seinen dramatischen Akzenten).

Bereits in den 80er und 90er Jahren übernahm Carreras anspruchsvolle Spinto-Partien von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Jules Massenet, Georges Bizet und diversen Komponisten des italienischen Verismo. Der Don José in Bizets Oper Carmen war eine seiner besten Rollen. In den 90er Jahren feierte José Carreras unter anderem in den Verdi-Opern Stiffelio und Jérusalem, als Loris Ipanoff in Fedora von Umberto Giordano, als Jean in Hérodiade von Jules Massenet und als Samson in der Oper Samson e Dalila von Saint-Saëns (unter anderem in Wien, London und Barcelona) große Erfolge.

75. Geburtstag José Carreras - Wiener Staatsoper, 15.09.2013
José Carreras und Operndirektor Dominique Meyer bei der Matinee in der Wiener Staatsoper, 15.09.2013 – Foto: Sylvia Kreye

Auch auf dem Gebiet der zeitgenössischen Oper leistete Carreras einen wichtigen Beitrag für die Opernwelt: 1989 stand er in Barcelona (erstmals nach seiner Krankheit) in der Oper Cristobal Colón von Leonardo Balada auf der Bühne des Liceo. Im Jahre 1998 fanden die Aufführungen der Oper Sly von Ermanno Wolf-Ferrari in Zürich große Beachtung. Die Oper wurde im Jahre 2000 auch in Barcelona aufgeführt. Nach mehrjähriger Abstinenz von der Opernbühne folgte im Jahre 2014 die Uraufführung der Oper El Juez von Christian Kolonovits in Bilbao. Das Werk wurde inzwischen auch in St. Petersburg, im Rahmen der Tiroler Festspiele Erl (August 2014) sowie im Theater an der Wien (Juli 2016) erfolgreich aufgeführt.

José Carreras zum 75. Geburtstag
José Carreras und die Mitwirkenden der Aufführung der Oper EL JUEZ von Christian Kolonovits, Erl, 09.08.2014 – Foto: Sylvia Kreye

Ausgerechnet mit den dramatischeren Partien konnte José Carreras seine größten Erfolge feiern und strafte sämtliche Kritiker Lügen, die ihm bereits das Ende seiner Karriere vorausgesagt hatten!

Im Laufe seiner langen Karriere hat José Carreras zahlreiche Opernpartien gesungen und unzählige Liederabende gegeben. Sein Repertoire umfasst inzwischen mehr als 60 Opernpartien und schätzungsweise mehrere Hundert Lieder. In all den Jahren seiner erfolgreichen Karriere wurden dem Tenor zahlreiche Auszeichnungen verliehen. All seine Erfolge und Auszeichnungen aufzuzählen, würde jedoch den Rahmen dieses Artikels sprengen.

75. Geburtstag José Carreras - PK Theater an der Wien, 22.09.2015
José Carreras und Komponist Christian Kolonovits bei einer Pressekonferenz zur Oper EL JUEZ, Theater an der Wien, 22.09.2015 – Foto: Sylvia Kreye

Die drei Tenöre

Eines sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden: die Konzerte der drei Tenöre. Zusammen mit seinen beiden Tenor-Kollegen Luciano Pavarotti und Placido Domingo konnte José Carreras in den 90er Jahren ganze Fußball-Stadien füllen. Das legendäre Konzert in den Caracalla-Thermen von Rom, das die drei Tenöre am 7. Juli 1990 im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft in Italien präsentierten, ist inzwischen in die Geschichte eingegangen und bildete den Auftakt einer ganzen Serie von Konzerten, welche die drei Tenöre um den gesamten Erdball führte. Im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaften waren die Konzerte der drei Tenöre und Fußballfans Carreras-Domingo-Pavarotti beinahe schon zu einer Tradition geworden. Besonders spektakulär waren – neben dem Rom-Konzert – auch die Konzerte in Los Angeles (1994) und Paris (1998). Mit dem Tod Pavarottis im Jahre 2007 waren leider auch die Konzerte der drei Tenöre beendet. Verständlicherweise wollten Carreras und Domingo dieses Projekt danach nicht mehr weiterführen, denn Luciano Pavarotti – so waren sich beide einig – ist nun einmal nicht zu ersetzen.

Die Internationale José Carreras Leukämie-Stiftung

Bereits kurz nach seiner Erkrankung gründete José Carreras in Barcelona die Internationale José Carreras Leukämie Stiftung. Schon im Sommer 1988 konnte der Sänger (aus dem Erlös der beiden Konzerte in Barcelona und Verona sowie weiterer Veranstaltungen) ansehnliche Spenden für seine neu gegründete Leukämie-Stiftung sammeln. Die Arbeit für die Leukämie-Stiftung ist für José Carreras – neben dem Singen – zu einem wichtigen Lebensinhalt geworden. Dank seines unermüdlichen Einsatzes und mit Hilfe der Spendengelder konnte José Carreras in all den Jahren seit der Gründung der Leukämie-Stiftung zahlreiche Forschungsprojekte realisieren, unter anderem die spanische Knochenspender-Datenbank REDMO (Registro de Donantes de Médula Ósea). Außerdem konnten viele Kliniken (darunter die Universitätskliniken in Barcelona, Leipzig, Berlin und München) mit Transplantationseinheiten ausgestattet werden.

Auch in den USA, in Deutschland und Japan gründete Carreras Stiftungen, die allesamt klar definiertes Ziel verfolgen:

„Leukämie muss heilbar werden – immer und bei jedem.“

Im deutschen Fernsehen gibt es alljährlich die große Carreras-Gala, bei der die Zuschauer anrufen und spenden können.

Die diesjährige Carreras-Gala findet am 16. Dezember 2021 statt und wird live im MDR aus Leipzig übertragen.

75. Geburtstag José Carreras - Konzerthaus Wien, 22.03.2017
José Carreras mit Valentina Nafornita & Lena Belkina, Wiener Konzerthaus, 22.03.2017 – Foto: Sylvia Kreye

75 Jahre José Carreras – a Live in Music

José Carreras hat sein Leben stets der Musik gewidmet. A Live in Music ist auch der sprichwörtliche Titel seiner sogenannten „Abschiedstournee“, die ihn noch einmal durch alle Städte führen soll, in denen er als Tenor große Erfolge feiern konnte. Von seinem Wiener Publikum hat José Carreras sich mit einem Gala-Abend an der Wiener Staatsoper am 14. September 2021 verabschiedet. In anderen Städten wird er aber noch auftreten, wenn auch nicht mehr auf der Opernbühne, dafür aber mit seinen erlesenen Liedprogrammen.

Wie er bereits verlauten ließ, gibt es für seinen endgültigen Abschied von der Bühne nach wie vor keine Deadline. Er kann’s einfach nicht lassen – und das ist gut so! (Ich erinnere mich noch, dass José Carreras kurz nach seinem Comeback einmal sagte, er glaube, dass mit 53 Jahren ein guter Zeitpunkt sei, sich von der Bühne zu verabschieden – und wie viele Jahre sind seitdem schon vergangen!)

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die lange und erfolgreiche Karriere des José Carreras, eines der größten Tenöre unserer Zeit, ist noch immer nicht zu Ende! Auch wenn viele von Ihnen, werte Kritiker, ihm schon vor vielen Jahren das Ende seiner Karriere prophezeit haben: Er ist immer noch da! Wie sich Menschen doch irren können! Es bleibt daher zu hoffen, dass wir ihn noch einige Male bei Liederabenden auf der Bühne erleben werden!

Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, meinem großen Vorbild José Carreras die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 75. Geburtstag zu übermitteln und ihm für die weitere Zukunft alles Gute und viel Gesundheit zu wünschen. Mit diesen Wünschen möchte ich diesen ausführlichen Artikel schließen.

75. Geburtstag José Carreras - Abschiedsgala, Wiener Staatsoper
José Carreras bei seiner Abschiedsgala in der Wiener Staatsoper, 14.09.2021 – Foto: Sylvia Kreye

Meine persönlichen Erinnerungen und Begegnungen mit KS José Carreras sind in einem separaten Artikel zum 70. Geburtstag des Tenors am 5. Dezember 2016 auf der Homepage von Lingua & Musica veröffentlicht:

http://linguamusica.eu/zum-70-geburtstag-von-josep-carreras/

Quellen zum Artikel

José Carreras, Singen mit der Seele, Kindler-Verlag, München 1989

José Carreras & Màrius Carol, Aus vollem Herzen, Aus dem Spanischen von Karl A. Klewer, Siedler-Verlag, München 2011

Artikel von Sylvia Kreye, erschienen am 5. Dezember 2016 auf meinbezirk.at:

https://www.meinbezirk.at/meidling/c-leute/ein-leben-fuer-die-musik_a1956839

Abschiedsgala JOSÉ CARRERAS in der Wiener Staatsoper

Abschiedsgala JOSÉ CARRERAS

Wiener Staatsoper, 14. September 2021

KS José Carreras verabschiedet sich vom Wiener Publikum

Mit einer Abschiedsgala, einem feinen Liederabend in der Wiener Staatsoper, verabschiedete sich KS José Carreras von seinem Wiener Publikum. Seine Gage spendete der Tenor CAPE 10, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in Wien. Mit von der Partie waren die bekannte lettische Mezzosopranistin Elīna Garanča sowie zwei junge Mitglieder des Opernstudios der Wiener Staatsoper: die Sopranistin Johanna Wallroth und der Bariton Michael Arivony. Begleitet wurden die Sänger von Lorenzo Bavaj am Flügel sowie vom Kallisto-Quartett. Einer der ganz Großen der Oper sagte „Danke und Adieu“. Es war ein bewegender, emotionaler Abend.

José Carreras & die Wiener Staatsoper – eine besondere Beziehung

An der Wiener Staatsoper ist José Carreras mehr als 140 Male in den bedeutendsten Opernpartien der Musikgeschichte aufgetreten. Mehr als 20 Jahre lang hat er das „Haus am Ring“, wie die Wiener Staatsoper auch genannt wird, geprägt. Mit seinen Interpretationen des lyrisch-dramatischen Fachs hat der ausdrucksstarke Tenor Maßstäbe gesetzt. José Carreras war und ist ein tenore lirico-spinto, wie dieses Stimmfach auf Italienisch genannt wird. Es ist die korrekte Bezeichnung für das lyrisch-dramatische Zwischenfach, für jenen Stimmtypus, der auf Deutsch (nicht ganz passend) als jugendlicher Heldentenor bezeichnet wird. Dementsprechend (und ebenso unpassend) spricht man im Sopranfach vom jugendlich-dramatischen Sopran.

Man bedenke: Jene Sänger*innen, welche das lyrisch-dramatische Zwischenfach überzeugend gestalten können, sind im Allgemeinen nicht mehr „jugendlich“, sondern haben in der Regel bereits ein Alter erreicht, in dem die Stimme die nötige Reife und auch jenes dunklere Timbre aufweist, welches für die lyrisch-dramatischen Rollen charakteristisch und auch erforderlich ist, um diese schwereren Partien stimmlich überhaupt durchhalten zu können. Eine wirklich „jugendliche“ Stimme dürfte da wohl sehr schnell an Grenzen stoßen. Dies nur zur Erläuterung, warum ich die Begriffe jugendlicher Heldentenor oder jugendlich-dramatischer Sopran generell unpassend finde und die Bezeichnung lyrisch-dramatisch als Übersetzung des italienischen Begriffs lirico-spinto bevorzuge. Soweit zum Thema Stimmfach.

José Carreras hat in seiner langen Karriere alle bedeutenden Opernpartien des italienischen und französischen lyrisch-dramatischen Fachs gesungen. Alle davon aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Doch jene Partien, mit denen Carreras an der Wiener Staatsoper brillierte, sollen an dieser Stelle genannt werden.

Rollendebüts an der Wiener Staatsoper (chronologisch):

Komponist  Oper  Rolle  Debüt
Giuseppe Verdi Rigoletto Herzog von Mantua 1974
Giacomo Puccini Tosca Cavaradossi 1977
Giacomo Puccini La Bohème Rodolfo 1977
Gaetano Donizetti Lucia di Lammermoor Edgardo 1978
Giuseppe Verdi Don Carlo Don Carlo 1979
Giuseppe Verdi Un ballo in maschera Gustav III. 1980
Giuseppe Verdi La forza del destino Alvaro 1980
Giuseppe Verdi La Traviata Alfredo Germont 1980
Jacques Fr. Halévy La Juive Éléazar 1981
Gaetano Donizetti L’elisir d’amore Nemorino 1982
Umberto Giordano Andrea Chénier Andrea Chénier 1982
Giuseppe Verdi Luisa Miller Rodolfo 1983
Giacomo Puccini Turandot Kalaf 1983
Giuseppe Verdi Simone Boccanegra Gabriele Adorno 1984
Georges Bizet Carmen Don José 1984
Jules Massenet Werther Werther 1986
Ruggero Leoncavallo Pagliacci Canio 1991
Camille Saint-Saëns Samson et Dalila Samson 1994
Umberto Giordano Fedora Loris Ipanov 1994
Jules Massenet Hérodiade Jean 1995
Giuseppe Verdi Jérusalem Gaston 1995
Giuseppe Verdi Stiffelio Stiffelio 1996
Ermanno Wolf-Ferrari Sly (nur 3. Akt) Sly 2004

Sein Operndebüt an der Wiener Staatsoper gab José Carreras am 28. Januar 1974 als Herzog von Mantua in der Oper „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. Aufgrund einer Indisposition verlief dieses Wiener Debüt für den jungen Tenor leider nicht zu seiner Zufriedenheit. Doch dafür hatte das fachkundige, musikbegeisterte Wiener Opernpublikum Verständnis. Dank seiner ausdrucksvollen, mit viel Leidenschaft und Seele geführten Stimme eroberte sich Carreras auf Anhieb die Herzen der Wiener Opernfans. Es entwickelte sich eine einzigartige Beziehung zwischen Künstler und Publikum, welche bis heute ungebrochen ist und ihresgleichen sucht.

1984 wurde José Carreras der Titel „Kammersänger“ verliehen. 1988 wurde der Tenor zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt.

Comeback an der Wiener Staatsoper

Sein Comeback-Konzert in der Wiener Staatsoper am 16. September 1988 ist längst in die Geschichte eingegangen. Unvergessen bleibt der anspruchsvolle Liederabend, mit dem sich José Carreras nach seiner schweren überwundenen Leukämie-Erkrankung an der Wiener Staatsoper zurückmeldete. Der Applaus des Wiener Publikums wollte damals nicht enden. Für alle, die diesem legendären Comeback-Konzert nicht beiwohnen konnten (einschließlich meiner Person) gibt es zum Trost ein eindrucksvolles Video auf YouTube:

Bei seinem Opern-Comeback als Don José in Bizets Oper Carmen im Januar 1990 sollte diese Begeisterung noch übertroffen werden. Künstler und Publikum waren damals gleichermaßen berührt von der Rückkehr des Tenors auf die Opernbühne, welche nach allem, was er hinter sich hatte, an ein Wunder grenzte. Der frenetische Applaus des Publikums war überwältigend. Als unvergessliche Sternstunde ging dieses Ereignis in die Geschichte der Wiener Staatsoper ein.

Im Januar 1990 wurde José Carreras das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien verliehen. 1999 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. 2013 folgte dann noch der Ehrenring der Wiener Staatsoper.

Auch nach überstandener Krankheit erfreute Carreras das Wiener Opernpublikum mit neuen Rollendebüts und überzeugte in den großen Partien des Spinto-Fachs: Samson et Dalila (Samson), Fedora (Loris Ipanov), Hérodiade (Jean), Jérusalem (Gaston) und Stiffelio.

Auch das 30-jährige Jubiläum von José Carreras an der Wiener Staatsoper im Februar 2004 wurde ein voller Erfolg. Nach einem Liedprogramm im ersten Teil zog der Tenor noch einmal alle Register seines musikdramatischen Schaffens: Mit dem Finale aus der Oper Sly von Ermanno Wolf-Ferrari – einer Partie, mit der er bereits 1998 in Zürich debütiert hatte, sowie dem 4. Akt aus der Oper Carmen von Georges Bizet riss er das Wiener Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Am 15. September 2013 kehrte José Carreras im Rahmen einer Konzertmatinee abermals an die Wiener Staatsoper zurück. Anlass war sowohl das 25-jährige Jubiläum seines Comeback-Konzerts an der Wiener Staatsoper (16. September 1988) als auch das 25-jährige Bestehen der von ihm gegründeten Leukämie-Stiftung (Juli 1988). Mit diesem Auftritt wurde gewissermaßen auch das 40-jährige Jubiläum an der Wiener Staatsoper vorweggenommen, das der Tenor im Januar 2014 feiern konnte.

José Carreras - Wiener Staatsoper 2013
José Carreras & Dominique Meyer, Konzertmatinee in der Wiener Staatsoper, 15. September 2013 –  © Sylvia Kreye

 

Abschiedsgala in der Wiener Staatsoper

Die Interpreten

  • José Carreras Tenor
  • Elīna Garanča Mezzosopran
  • Johanna Wallroth Sopran
  • Michael Arivony Bariton
  • Lorenzo Bavaj Klavier

Das Kallisto-Quartett:

  • Albena Danailova Violine
  • Andreas Großbauer Violine
  • Robert Bauerstatter Viola
  • Tamás Varga Violoncello

Das Programm

Francesco Paolo Tosti L’ultima canzone José Carreras
Francesco Paolo Tosti Sogno José Carreras
Giacomo Puccini O mio babbino caro Johanna Wallroth
Giacomo Puccini Crisantemi Kallisto-Quartett
Furio Rendine Vurria José Carreras
Edvard Grieg T’estimo José Carreras
Franz Schubert Ständchen Michael Arivony
Joaquín Rodrigo En Aranjuez, con tu amor José Carreras
Josef Lanner Die Mozartisten Kallisto-Quartett
W. A. Mozart Bei Männern, welche Liebe fühlen (Zauberflöte) Johanna Wallroth & Michael Arivony
Alexandre Derevitsky Serenata sincera José Carreras
Rodolfo Falvo Dicitencello vuie José Carreras
Stanislao Gastaldon Música proibita Elīna Garanča
Erik Satie Je te veux José Carreras & Elīna Garanča
Nicola Valente Passione José Carreras
Ernesto de Curtis Non ti scordar di me José Carreras & Elīna Garanča
Salvatore Cardillo Core n’ingrato José Carreras

Auf das offizielle Programm folgten noch fünf Zugaben.

Mit einem Liederabend in der Staatsoper verabschiedete sich KS José Carreras vom Wiener Publikum. – © fotografiefetz. Mit freundlicher Genehmigung von CAPE 10.

Con anima e passione – Mit Seele und Leidenschaft

Zur Einführung der Abschiedsgala hielt Operndirektor Bogdan Roščić eine Laudatio über das Wirken von José Carreras an der Wiener Staatsoper. Dazu wurden einige der intensivsten Opernauftritte des Tenors an der Wiener Staatsoper eingespielt: Carmen (1990, Dirigent: Claudio Abbado), La Bohème (1977, Dirigent: Herbert von Karajan), das Comeback an der Wiener Staatsoper nach überstandener Leukämie-Erkrankung (1988) und Turandot (1983, Dirigent: Lorin Maazel).

Bei seiner Abschiedsgala in der Wiener Staatsoper zog José Carreras noch einmal alle Register seines sängerischen Könnens. Und dies tat er wie immer con anima e passione: Mit viel Leidenschaft und aus tiefster Seele brachte er italienische und neapolitanische Kanzonen von Francesco Paolo Tosti, Furio Rendine, Rodolfo Falvo und Nicola Valente zu Gehör. Wie schon bei seinem Comeback-Konzert im September 1988, durfte „T’estimo“, die katalanische Version des Liedes „Ich liebe dich“ von Edvard Grieg, auch an diesem Abend nicht fehlen. Dieses Lied liegt ihm ganz besonders am Herzen, was an seinem ausdrucksvollen Gesang deutlich zu spüren ist. Es ist eine musikalische Liebeserklärung an sein Wiener Publikum.

Berührend auch die Duette, die der Tenor gemeinsam mit Elīna Garanča vortrug: „Je te veux“ von Eric Satie und „Non ti scordar di me“ von Ernesto de Curtis.

Abschiedsgala José Carreras
Elīna Garanča und José Carreras, am Flügel (links): Lorenzo Bavaj. – © fotografiefetz. Mit freundlicher Genehmigung von CAPE 10.

Die Kanzone „Música proibita“ von Stanislao Gastaldon wurde diesmal nicht von José Carreras, sondern von Elīna Garanča vorgetragen. Die aus Lettland stammende Mezzosopranistin, elegant gekleidet in einer roten Robe im Carmen-Stil, ließ ihr schönes Timbre üppig verströmen. Im Mezzo-Fach gehört sie derzeit zu den führenden Interpretinnen. Ihre Registerwechsel sind geschmeidig und ausgeglichen, was auf eine gute Gesangstechnik hinweist. Registerbrüche, wie man sie gelegentlich bei anderen Mezzosopranen hört, scheinen für sie kein Thema zu sein.

Zwei Mitglieder des Opernstudios der Wiener Staatsoper, Johanna Wallroth (Sopran) und Michael Arivony (Bariton), nutzten die Gunst der Stunde und ergänzten das Programm mit ihren stimmlichen Darbietungen. Johanna Wallroth überzeugte mit der Arie „O mio babbino caro“ aus der Oper Gianni Schicchi von Giacomo Puccini, ebenso Michael Arivony mit dem Ständchen von Franz Schubert. Zusammen erfreuten die beiden Interpreten das Publikum mit dem Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Unterstützt wurden die Sänger von Lorenzo Bavaj am Flügel, der sich bereits in zahlreichen Konzerten über Jahrzehnte hinweg als musikalisch einfühlsamer, stets zuverlässiger Begleiter von José Carreras bewährt hat. Der Tenor und der Pianist sind ein perfekt eingespieltes, unzertrennliches Team.

Die Musiker des Kallisto-Quartetts, allesamt Mitglieder des Wiener Staatsopernorchesters bzw. der Wiener Philharmoniker, sorgten nicht nur für die musikalische Begleitung einiger Gesangsnummern, sondern brillierten auch in den Instrumentalwerken. In „Crisantemi“ von Puccini sowie „Die Mozartisten“ von Josef Lanner überzeugten sie durch Präzision und Virtuosität.

Emotionaler Abschied

Bei der Abschiedsgala von José Carreras zeigte sich einmal mehr, dass gutes Singen keine Frage des Alters, sondern das Ergebnis solider Belcanto-Technik und langjähriger Erfahrung ist. Auch mit seinen beinahe 75 Lenzen konnte sich José Carreras die Schönheit und Brillanz seiner Stimme bewahren, wenngleich diese naturgemäß auch dunkler und schwerer geworden ist.

Ich denke immer noch gern an den emotionalen Abschied von KS José Carreras in der Wiener Staatsoper zurück, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass der Tenor an diesem Abend (im Vergleich zu den letzten Auftritten) nicht ganz in Bestform war. Dass die Intonation stellenweise eine kleine Nuance zu tief war, blieb dem geschulten Ohr wohl nicht verborgen, jedoch war dies vermutlich auf eine leichte Indisposition zurückzuführen. Bekanntlich ist die Tagesform selbst bei ausgezeichneten (auch jüngeren!) Sängern keineswegs immer gleich. Dies erscheint jedoch irrelevant im Lichte der künstlerischen Ausdrucksstärke und menschlichen Ausstrahlung dieses Ausnahmekünstlers. Schließlich ging es an diesem Abend nicht um bloße musikalische Perfektion, sondern um Emotionen, Zuneigung und Ehrerbietung gegenüber einem hochverdienten Sänger, der die Wiener Staatsoper über mehrere Jahrzehnte geprägt hat.

So folgten auf das offizielle Programm noch fünf Zugaben, in deren Verlauf Carreras immer mehr auftaute. Nun erstrahlte sein Spinto-Tenor kraftvoll und leidenschaftlich wie immer. Das war der José Carreras, wie wir ihn alle kennen! Spätestens beim berühmten „Granada“ von Augustín Lara gab es kein Halten mehr! Das Wiener Publikum bedankte sich bei Carreras und allen Mitwirkenden mit standing ovations und langanhaltendem Applaus.

José Carreras - Abschiedsgala
Viel Applaus gab’s für die Mitwirkenden der Abschiedsgala von José Carreras an der Wiener Staatsoper – © Sylvia Kreye

Es war ein berührender Abschied, der auch mich als Carreras-Fan und Opernfreundin ein wenig melancholisch stimmt. Mit Wehmut und Dankbarkeit denke ich an die wunderbaren Abende voller Intensität zurück, die ich mit José Carreras in der Wiener Staatsoper erleben durfte. Als Opernbesucherin werde ich diese schöne, einmalige Tenorstimme sehr vermissen. Aber als Sängerin werde ich ihn wohl noch mehr vermissen, denn José Carreras war es auch, der einst meine Begeisterung für die Oper geweckt und mich musikalisch immer wieder neu inspiriert hat.

Aber der Abschied von der Wiener Staatsoper bedeutet ja noch nicht den endgültigen Abschied von der Bühne. An anderen Orten wird José Carreras ja auch in Zukunft noch auftreten. Darüber hinaus präsentiert er alljährlich im Dezember die große JOSÉ CARRERAS GALA zur Unterstützung seiner Leukämie-Stiftung, die live aus Leipzig im deutschen Fernsehen übertragen wird. – Und zum Glück sind da ja auch noch die zahlreichen Tonaufnahmen, die man sich immer wieder anhören kann.

Abschiedsgala José Carreras
Adéu i gràcies, Josep! (katalanisch für „Adieu und Danke, Josef!“) – © Sylvia Kreye

Der hohe Stellenwert, den die Wiener Staatsoper in der Öffentlichkeit und im Alltag der Wiener einnimmt, manifestiert sich auch an den Lichtinstallationen, die bei wichtigen Anlässen an der Frontseite des Hauses am Ring zu sehen sind. So wurde auch KS José Carreras mit einer originellen, wechselnden Lichtinstallation geehrt: ADIÓS JOSÉ!

Abschiedsgala José Carreras

José Carreras - Abschiedsgala
ADIÓS JOSÉ – Wiener Staatsoper, Frontansicht mit Lichtinstallation zum Abschied von José Carreras – © Sylvia Kreye

José Carreras Leukämie-Stiftung & CAPE 10

Man kann nicht von José Carreras sprechen oder schreiben, ohne den karitativen Aspekt hervorzuheben. Mit unermüdlichem Engagement widmet sich der Sänger seit mehr als drei Jahrzehnten der Arbeit für seine Leukämie-Stiftung. Aus Dankbarkeit für seine Heilung gründete José Carreras im Juli 1988 in Barcelona die José Carreras International Leukaemia Foundation (Fundación internacional Josep Carreras para la lucha contra la leucemia).

Wenige Jahre später wurden auch Stiftungen mit demselben Ziel in den USA und der Schweiz gegründet. 1995 gründete José Carreras die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung mit Sitz in München. Dabei spielten die Großzügigkeit und das persönliche Engagement des Unternehmens Chopard und der Familie Scheufele eine große Rolle.

Bis heute hat die José Carreras Leukaemia Foundation rund 300 Millionen Euro an Spenden gesammelt. Mit Hilfe der Carreras Leukämie-Stiftungen konnten insgesamt über 1.500 Forschungsprojekte gefördert werden. Dazu gehören sowohl der Bau und die medizinische Ausrüstung von Knochenmarktransplantationseinheiten und Forschungseinrichtungen als auch diverse soziale Angebote für einkommensschwache Patienten und ihre Familien.

José Carreras hat sich Zeit seines Lebens für karitative Zwecke eingesetzt. Seine Gage für die Abschiedsgala in der Wiener Staatsoper spendete er CAPE 10, einer gemeinnützigen Stiftung mit dem Ziel, unverschuldet in Not geratene und hilfsbedürftige Menschen zu unterstützen und zu fördern.

Die Stiftung CAPE 10 betreibt zurzeit drei Projekte:

  • MAX & LARA, ein Projekt zur Förderung der sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen armutsbetroffener Familien
  • NEIN ZU KRANK UND ARM, ein Soforthilfeprojekt für kranke und arme Menschen zur Unterstützung und Finanzierung notwendiger Therapien
  • CAPE 10 – HAUS DER ZUKUNFT UND SOZIALEN INNOVATION, jener Ort, der alle Stiftungsprojekte unter einem Dach vereint. Es ist ein Zentrum für sozial und gesundheitlich benachteiligte Personen mit Sitz im 10. Wiener Gemeindebezirk, im neuen Sonnwendviertel am Wiener Hauptbahnhof.

Quellen

  • Programmheft: Abschiedsgala José Carreras, Wiener Staatsoper, 14. September 2021
  • Programmheft: Konzertmatinee José Carreras, Wiener Staatsoper, 15. September 2013
  • Programmheft: José Carreras, 30 Jahre Wiener Staatsoper, 27. Februar 2004
  • José Carreras: Singen mit der Seele, Kindler-Verlag GmbH, München 1989

Web-Links

  • Erlebnis BÜHNE, ORF III – Hommage an José Carreras, Ein Weltstar nimmt Abschied von Wien. Operndirektor Bogdan Roščić über das Wirken von José Carreras an der Wiener Staatsoper:

https://www.youtube.com/watch?v=nBSHlC7Jb68

  • Erlebnis BÜHNE, ORF III – Abschiedsgala José Carreras aus der Wiener Staatsoper, 14. September 2021:

https://www.youtube.com/watch?v=LaBAZ5YE8I8

  • Sylvia Kreye: José Carreras, 60-jähriges Bühnenjubiläum, Teil 1 & 2, Lingua & Musica, 30. & 31. Januar 2018

http://linguamusica.eu/jose-carreras-60-jaehriges-buehnenjubilaeum-teil-1-1958-1987/

http://linguamusica.eu/jose-carreras-60-jaehriges-buehnenjubilaeum-teil-2-1988-2017/

  • Sylvia Kreye: Umjubelte Konzert-Matinee mit José Carreras an der Wiener Staatsoper, meinbezirk.at, 19. September 2013

https://www.meinbezirk.at/meidling/c-lokales/umjubelte-konzertmatinee-mit-jos-carreras-in-der-wiener-staatsoper_a697065

  • José Carreras. Vienna State Opera 1988. Recital

https://www.youtube.com/watch?v=cyaFRSxLKiI

  • DIE JOSÉ CARRERAS GALA 2021, JOSÉ CARRERAS LEUKÄMIE-STIFTUNG

https://www.carreras-stiftung.de/jose-carreras-gala/

  • Wikipedia: Stimmfach

https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmfach

Folge der Herde – Fest der Lipizzaner in Piber

Folge der Herde

Fest der Lipizzaner zum 100-jährigen Bestehen des Lipizzanergestüts Piber

Die Spanische Hofreitschule und das Lipizzanergestüt Piber laden am 11. September zum Fest der Lipizzaner ein. Nach der Corona-bedingten Pause können – mit einem Jahr Verspätung – endlich die Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Lipizzanergestüts Piber nachgeholt werden. Die Programmpunkte im Bundesgestüt Piber sind sehr verlockend: Neben der neuen Ausstellung „Folge der Herde“ im historischen Schüttkasten findet am Nachmittag in der Arena des Gestüts eine Gala-Vorführung mit den ausgebildeten Stuten des Lipizzanergestüts Piber und den berühmten Hengsten der Spanischen Hofreitschule statt.  

In ihrer aktuellen Presseinformation informiert die Spanische Hofreitschule über den Ablauf des Programms in Piber.

Ausstellung „Folge der Herde“

Die Spanische Hofreitschule-Lipizzanergestüt Piber lädt am Samstag, dem 11. September und Sonntag, dem 12. September 2021 zum Fest der Lipizzaner. Nach zwei Jahren Pause können endlich wieder Vorführungen der Lipizzaner in der großen Arena im Gestüt Piber gezeigt werden. Die letzten Monate wurden genutzt, um gemeinsam mit der Wissenschaft das kulturelle Erbe rund um die Zucht der Lipizzaner digital zu dokumentieren und ein neues Führungs- und Ausstellungskonzept zu entwickeln. Das neugestaltete Museum im historischen Schüttkasten wird als Auftakt zum Fest am Samstag eröffnet.

Die neue Ausstellung mit dem Titel “Folge der Herde” im historischen Schüttkasten wird zum zentralen Ausgangspunkt für den Besuch des Lipizzanergestüts in Piber und stellt mit Multimediainstallationen eine direkte Verbindung zur Hofreitschule in Wien her.

Moderne und attraktive Präsentationen in modernster Technik führen unterhaltsam durch ausgewählte Inhalte im Museum. Multimediale und interaktive Stationen, 3D-Modelle der umfassend digitalisierten Landschaft und der historischen Baulichkeiten laden zum spielerischen Erkunden ein. Sie begleiten die Besucherin und den Besucher auf ihrem Gang durch die über 455- jährige Geschichte der Lipizzaner, des Gestüts in Piber und der Hofreitschule in Wien. Eine eigens entwickelte App erweitert die Ausstellung auf das gesamte Gestüt und bietet neue Einblicke in die Stallungen, die Reithalle, die Wagenremise und die historischen Gebäude.

Stuten in Piber - Fest der Lipizzaner
Stuten in Piber – (c) Boiselle

100 Jahre Lipizzanergestüt Piber – Gala-Vorstellung

Anlässlich der Eröffnung kann endlich auch das 100-jährige Bestehen des Lipizzanergestüts Piber ein knappes Jahr später mit einem großen Fest gefeiert werden. Ab 11:00 Uhr ist am Samstag die große Arena für die Gäste geöffnet. Ein Kulinarik-Dorf umrahmt die Präsentation der Highlights der Reitkunst. Ab 14:00 Uhr wird in der Arena eine Gala-Vorstellung mit den ausgebildeten Reitstuten, den eigentlichen Heldinnen des Gestüts, und den berühmten Schulhengsten der Wiener Hofreitschule, die mit ihren Bereitern drei Programmpunkte aus dem „Ballett der Weißen Hengste“ zeigen, stattfinden. Erstmals in der Geschichte wird ein Pas des Deux nur von Damen geritten.

„Endlich können nach der langen Pause wieder Vorführungen der Lipizzaner in Piber stattfinden und ich freue mich sehr, dass dieser Wunsch tatsächlich in Erfüllung geht. Ich bin glücklich, dass wir das 100-jährige Jubiläum – zwar ein Jahr später als vorgesehen – aber dafür mit großartigen Highlights der Reitkunst und die Neueröffnung des Museums als sichtbares Ergebnis der Forschungsinitiative zur Digitalisierung mit dem Fest der Lipizzaner feiern.“, so Sonja Klima, die Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule.

Vorführungen der Fahrkunst mit rasanten Kutschenfahrten bereiten den Höhepunkt, die Präsentation der jungen Fohlen mit ihren Müttern, vor. Am Sonntag erwartet die Gäste im Kulinarik-Dorf ab 10:00 Uhr ein Frühschoppen mit regionalen Köstlichkeiten, begleitet von einem speziellen Kinderprogramm und weiteren Vorführungen in der großen Arena.

„Mit dem neuen Museum beleben wir das touristische Angebot in der Weststeiermark. Es macht den Besuch in Piber neben dem Pferdeerlebnis auch punkto multimedialem Erlebnis unvergesslich.“, so Erwin Klissenbauer, Geschäftsführer der Spanischen Hofreitschule abschließend.

Lipizzanerhengst - Fest der Lipizzaner
Lipizzaner (c) SRS_ RenevanBakel_ (002)

Das Programm

Samstag, 11.September

11:00 Uhr: Feierliche Eröffnung der Ausstellung „Folge der Herde“ im Schüttkasten Piber

Von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr: Fest der Lipizzaner – Vorführung der Schulhengste und Bereiterinnen und Bereiter der Hofreitschule Wien sowie des Lipizzanergestüts Piber

Ab 16:30 Uhr: Musikalischer Ausklang mit Beat Club Graz

Karten online: shop.piber.com

Einlass für alle Besucher in der Arena ab 11:00 Uhr.

Für die Verköstigung wird es ein spezielles Kulinarik-Dorf der renommierten Grossauer-Gruppe geben, in dem keine Wünsche offenbleiben.

Sonntag, 12. September:

Ab 10:00 Uhr: Frühschoppen in der Arena mit Kutschenfahrten, Fohlen und Stuten und dem Showprogramm Mounted Games, bei dem junge Reiterinnen und Reiter auf ihren Ponys ihre Geschicklichkeit, Mut und Schnelligkeit zu Pferde zeigen.

Quelle

Spanische Hofreitschule, Presseinformation August 2021

Rückfragenachweis:

Anna Georgiades

Pressesprecherin

Spanische Hofreitschule Wien

Anna.georgiades@srs.at, Tel: +43 664 8224835

www.srs.at #spanishridingschool

Saisonstart im Lipizzanergestüt Piber

Saisonstart im Lipizzanergestüt Piber

Die Stalltüren des Lipizzanergestüts Piber öffnen sich wieder

Auch in Piber, Steiermark, steht der Saisonstart unmittelbar bevor. Nach der corona-bedingten Pause öffnen sich im Lipizzanergestüt Piber mit 21. Mai 2021 wieder die Stalltüren. Neben Gestütsführungen werden auch Almführungen und Picknicks am Gestütsareal angeboten. Außerdem lädt das Café Restaurant Piber zu einem Besuch ein. Neu ist ein Online-Shop für Tickets. Bei diesem Angebot kommen sowohl Pferdefans als auch Naturfreunde auf ihre Kosten. – Wie heißt es doch so schön: „Piber ist ein Königreich – und ringsherum ist Österreich!“

In ihrer jüngsten Pressemitteilung teilt die Spanische Hofreitschule interessante Details zum Saisonstart in Piber mit: 

Mit dem Pfingstwochenende startet das Lipizzanergestüt Piber in die Sommersaison!

Bei Gestütsbesichtigungen kommt man den weißen Stars wieder ganz nah und erfährt viel Interessantes über die Pferde. Neu ab dieser Saison: Tickets können jetzt ganz bequem online gekauft werden.

Viel Wissenswertes zur Geschichte des Gestüts, Zucht, Aufzucht und Versorgung der weißen Pferde erfahren Besucher im Rahmen einer geführten Gestütsbesichtigung, wobei auch ein Blick in die Stallungen geworfen werden kann. Im Mittelpunkt stehen natürlich die Mutterstuten mit ihren Fohlen. Wenn sich der quirlige Nachwuchs auf den Weiden des Gestüts austobt, ist das ein besonderer Anziehungspunkt für Familien. Der Kindererlebnisweg rund um das Gestüt und der große Spielplatz runden den Ausflug für die ganze Familie ab.

Lipizzanergestüt Piber - Sabrina Mallick
Lipizzanergestüt Piber_2019 (c) SRS_Sabrina Mallick (12) – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Gestütsführungen

Das Gestüt ist ab 21. Mai täglich geöffnet. Bis 30. Juni finden geführte Gestütsbesichtigungen mit einer Dauer von 50 Minuten von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen statt.

Von 1. Juli bis 12. September werden Führungen täglich angeboten. Außerhalb der Führungszeiten kann das Gestüt mit Audioguides besucht werden.

Saisonstart in PIber - Junghengste
Junghengste auf der Stubalm – (c) SRS_Boiselle – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Almführungen & Picknicks

Ein besonderes Highlight sind die Almführungen, bei denen rund 50 ein-bis drei-jährige Hengste, die zukünftigen Stars der Spanischen Hofreitschule in Wien, während ihres Sommeraufenthaltes auf der Alm besucht werden. Wenn die Herde abends zurück in den Stall kommt, ist das im wahrsten Sinne ein erhebendes Gefühl. Almführungen finden von Anfang Juni bis September jeweils Mittwoch bis Samstag um 17 Uhr statt. Für alle Führungen und eigenständige Gestütsbesichtigungen ist eine Reservierung unbedingt erforderlich.

„Mit unseren Picknicks am Gestütsareal und unseren spektakulären Almführungen bieten wir wunderbare Gelegenheiten für Jung und Alt, die Natur mit unseren Lipizzanern genießen zu können. Wir freuen uns sehr, wenn wir wieder Besucher bei uns willkommen heißen können und unseren gesunden und hervorragenden Fohlennachwuchs präsentieren dürfen“, so Gestütsleiter Erwin Movia.

Saisonstart in Piber - Erwin Movia
Gestütsleiter Erwin Movia (c) SRS_Rene van Bakel (3) – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Neu: Online-Shop für Tickets

Ab 14. Mai können nun auch Tickets für den Gestütsbesuch ganz bequem zu Hause auf http://shop.piber.com gekauft werden. Somit ist ein Anstellen im Ticketshop nicht mehr notwendig und das gewünschte Zeitfenster für den Besuch kann sofort reserviert werden.

Gestärkt in den Gestütsbesuch

Auch das Café Restaurant Piber begrüßt die Besucher mit Neuerungen. So kann man den Tag im Gestüt an den Wochenenden und Feiertagen ab sofort mit einem Frühstück beginnen. Nach einem „Hufschmied“ oder „Pas de Deux“ geht es gestärkt in die Gestütsbesichtigung. Wer im Café frühstückt, erhält 20% Ermäßigung auf die Führung um 10 Uhr. Ebenfalls neu und ein richtiger Hingucker ist der neue Eisstand des Cafés in Kutschenoptik.

Wer die wunderbare Natur rund um das Gestüt noch mehr genießen will, kann das am besten mit einem Picknick. Der Picknickkorb, gefüllt mit regionalen Köstlichkeiten, samt Picknickdecke und Karte mit den besten Picknickplätzen im Gestüt ist im Café auf Vorbestellung erhältlich.

Alle Informationen zu Führungszeiten, Eintrittspreisen, Online-Tickets sowie den aktuell gültigen Richtlinien für den Besuch hinsichtlich Eindämmung von Covid-19 sind auf www.piber.com jederzeit abrufbar.

Information Lipizzanergestüt Piber

Martina Hofmeijer

Leitung Marketing & Tourismus

Piber 1, 8580 Köflach

Tel.: +43(0)3144/3323-100

Mail: martina.hofmeijer@piber.com

www.piber.com

Online Ticketkauf: shop.piber.com

Presserückfragen

Anna Georgiades

Leitung Presse Spanische Hofreitschule

Mail: anna.georgiades@srs.at

Mobil: +43(0)664 822 48 35

Quelle

Spanische Hofreitschule, Pressemitteilung vom 12.05.2021

 

 

 

Das Comeback der Lipizzaner

Das Comeback der Lipizzaner

Die SPANISCHE HOFREITSCHULE hat wieder geöffnet!

Die aktuelle Meldung der Spanischen Hofreitschule lässt das Herz eines jeden Pferdefreundes gleich höher schlagen: Nach der corona-bedingten Zäsur gibt es endlich das langersehnte Comeback der Lipizzaner. Ab heute, Mittwoch, 19. Mai 2021, ist die Spanische Hofreitschule wieder geöffnet. Neben den regulären Veranstaltungen „Geführte Rundgänge“ und „Morgentraining mit Musik“ bietet die Spanische Hofreitschule mit „Lipizzaner Special“ jetzt auch eine spezielle Veranstaltung für das heimische Publikum an. Schön, dass es nach dem langen Lockdown auch in der „Spanischen“ wieder weitergeht! Die aktuellen Pressemitteilungen der Spanischen Hofreitschule klingen sehr vielversprechend: 

Heute, am Mittwoch den, 19. Mai hat die Hofreitschule mit den Führungen „Geführte Rundgänge“ die lang erwartete Sommersaison gestartet!

Am Freitag, den 21. Mai wird das beliebte „Morgentraining mit Musik“ nach langer Pause wieder aufgenommen.

Als absolute Neuheit findet eine auf das heimische Publikum zugeschnittene Vorführung, das „Lipizzaner Special“, am Samstag, dem 22. Mai, um 11:00 Uhr in der prächtigen Barockhalle der Spanischen Hofreitschule statt.

„Nicht nur unsere Tore und Stalltüren, sondern auch mein Herz geht vor Freude auf“, so Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule. „Unsere Lipizzaner und das gesamte Team haben auf diesen Moment gewartet. Während der langen Pause hat das Team täglich weiter trainiert und ein wunderschönes, kurzweiliges neues Programm, das „Lipizzaner Special“, für heimische Besucher zusammengestellt. Mir persönlich war es wichtig, auch attraktive Ticketpreise anbieten zu können, damit auch Familien und alle ÖsterreicherInnen, die noch nicht da waren, Lust und einen Anreiz haben, uns zu besuchen!“, so Sonja Klima weiter.

Comeback der Lipizzaner - Lipizzaner Special
Lipizzaner Special: Einritt & Gruß – (c) Rene van Bakel_2400x1600 – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Lipizzaner Special

Bereits in ihrer Pressemitteilung vom 14. Mai verkündete die Spanische Hofreitschule optimistisch:

Das Ballett der weißen Pferde und das Team der Spanischen Hofreitschule Wien sind zurückgekommen, um zu bleiben.

Mit einer neuen, auf das heimische Publikum zugeschnittenen Vorführung, dem „Lipizzaner Special“, wird am Samstag, dem 22. Mai, um 11:00 Uhr das Programm der Hofreitschule in der prächtigen Barockhalle wieder aufgenommen.

Aus der Vielzahl von Lektionen der Hohen Schule der Klassischen Reitkunst, weltweit bekannt als „das weiße Ballett der Lipizzaner“, werden im neuen Programmformat jeweils drei der faszinierendsten Übungen der Reitkunst präsentiert.

Aus der Ferne wirkt die klassische Reitkunst für viele moderne Menschen traditionell und fast imperial, ja beinahe aus der Zeit gefallen. Um mit dem neuen Programmformat „Lipizzaner Special“ ein neues Publikum, insbesondere Familien und Österreicher*innen, auf die klassische Reitkunst neugierig zu machen, wird ein Programm mit drei Lektionen zusammengestellt.

Neben den „Schulen auf und über der Erde“, zu denen die berühmte „Levade“ oder die spektakuläre „Kapriole“ gehören, werden alternierend die „Arbeit an der Hand“, „Am Langen Zügel“, das Lipizzaner-Solo, „Alle Gänge und Touren der Hohen Schule“ oder die bekannte „Schulquadrille“ vorgeführt.

Mit den kurzweiligen Erläuterungen zwischen den Lektionen dauert das neue Programm nicht mehr als 45 Minuten, was sich auch im günstigen Ticketpreis deutlich niederschlägt.

Die nächsten Lipizzaner Specials finden am Sonntag, 23. Mai und Montag, 24. Mai 2021 um 11.00 Uhr statt.

Dauer: ca. 45 Minuten.

Weitere Termine, Zeiten und Preise sowie die Online-Ticketbestellung finden Sie auf www.srs.at/tickets-veranstaltungen

Der Ticketverkauf beginnt am Dienstag, dem 18. Mai 2021.

Comeback der Lipizzaner - Levade
Levade_OB Seiberl (c) Rene van Bakel_edit – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

 

Ab Mittwoch, dem 19. Mai 2021, starten noch weitere attraktive Programme:

  • Die geführten Rundgänge
  • Das Morgentraining mit Musik
  • und der Klassiker: „Das Ballett der weißen Pferde“

Erlebnisreiche Rundgänge hinter den Kulissen der Spanischen Hofreitschule Wien

Für alle, die einen Blick hinter die Kulissen der Spanischen Hofreitschule werfen möchten, findet ab Mittwoch, den 19.Mai 2021, ein weitgefächertes Programm an speziellen Führungen für Jung und Alt statt.

Das bereits pferdebegeisterten Menschen bekannte Mekka der Reitkunst bietet spezielle Kinder- und Familienführungen mit abwechslungsreichen Geschichten über Kaiser & Krone und zeigt, wie aufregend und zeitgemäß die jahrhundertealte Reitkunst der weltberühmten Lipizzaner und ihrer Bereiter*innen bis zum heutigen Tag geblieben ist.

Im Klassiker unter den Führungen, „die geführten Rundgänge“, erhalten wissbegierige Besucher in knapp einer Stunde Einblick in 455 Jahre gelebte Weltgeschichte.

Zu einem der spektakulärsten Rundgänge zählt die Besichtigung der zweigeschossigen, barocken Dachkonstruktion, die unmittelbar an das Michaelertor anschließt und im Rahmen einer Architekturführung zu besichtigen ist.

Der Aufstieg über 170 Stufen lohnt sich!

Höhepunkt jeder Führung ist der Besuch der Stallburg, den Stallungen der Lipizzaner, die zum Greifen nah erlebt werden können. 

Beginn der Führungen am Mittwoch, dem 19. Mai 2021

Alle Führungen

Die Geführten Rundgänge:

Täglich außer Montag ab 13:00 Uhr 

Die Kinderführungen und Architekturführung:

Freitag, Samstag und Sonntag 

Weitere Termine, Zeiten und Preise sowie die Online-Ticketbestellung finden Sie auf www.srs.at/tickets-veranstaltungen 

Comeback der Lipizzaner - Passage
Passage _ (c) Rene van Bakel_edit – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Das Morgentraining mit Musik

So bekannt der Name der weißen Pferde und ihr Auftritt in der „schönsten Reithalle der Welt“ ist, so wenig weiß man, welche Vorarbeit hinter jeder der Lektionen, die präsentiert werden, für Pferd und Reiter steckt.

Im Rahmen dieses seit Jahrzehnten praktizierten Trainings üben die Bereiter*innen und ihre Hengste Lektionen wie Piaffe, Passage, Kapriole und Courbette. „Von der Koppel bis zur Kapriole“ – vom Junghengst bis zum ausgebildeten Schulpferd – erleben sie die einzelnen Ausbildungsstufen hautnah.

Das erste Morgentraining mit Musik findet am Freitag, dem 21. Mai 2021, um 10 Uhr statt.

Dauer des Trainings ist eine Stunde. Das Morgentraining mit Musik findet jeweils am Dienstag und Freitag statt. 

Weitere Termine, Zeiten und Preise sowie die Online-Ticketbestellung finden Sie auf www.srs.at/tickets-veranstaltungen 

Comeback der Lipizzaner - Morgentraining
Vorführung in der Spanischen Hofreitschule: Einritt & Gruß hell – (c) Rene van Bakel_edit – mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule

Die Vorführung „Das Ballett der weißen Pferde“ in der prächtigen Barockhalle 

Im Rahmen der berühmten Vorführung erleben Sie die einzigartige Perfektion der sieben beeindruckendsten Lektionen der „Hohen Schule der Klassischen Reitkunst“. Die Spanische Hofreitschule in Wien ist die einzige Reitinstitution, an der diese Form der Reitkunst bis heute unverändert bewahrt und ausgeführt wird.

Allen voran mit der Lektion „Die Schule über der Erde“, präsentiert von der ältesten Kulturpferderasse der Welt – den Lipizzanern – und ihren Bereitern, hat die Spanische Hofreitschule Wien eine weltweite Alleinstellung erreicht. Interessante Erläuterungen begleiten das Programm, und ausgewählte klassische Musik untermalt die Eleganz der Präsentation.

Das erste Vorführung „Das Ballett der weißen Pferde“ findet am Samstag, dem 12. Juni 2021, um 11 Uhr statt.

Dauer der Vorführung ist ca.70 Minuten.

Weitere Termine, Zeiten und Preise sowie die Online-Ticketbestellung finden Sie auf www.srs.at/tickets-veranstaltungen

Alle Termine, Zeiten und Preise

Das gesamte Programm, die genauen Termine, Zeiten und Preise sowie die Online-Ticketbestellung finden Sie auf www.srs.at/tickets-veranstaltungen

Telefonische Auskünfte gibt es unter: +43–1–533 90 31–0 

Da sich situationsbedingt kurzfristig etwas ändern kann, wird das Programm täglich aktualisiert. 

Covid-19 Präventionsmaßnahmen

Die Spanische Hofreitschule sorgt mit einem erstklassigen Präventionskonzept für die Gesundheit und Sicherheit der Besucher*innen.

Die Covid-19 Präventionsmaßnahmen in der Spanischen Hofreitschule entsprechen den aktuellen Verordnungen der österreichischen Bundesregierung für Kulturinstitutionen. Für den Besuch aller Veranstaltungen (Morgentraining, Lipizzaner Special, alle Führungen, Vorführung) ist am Eingang ein Nachweis: Getestet-Genesen-Geimpft vorzuweisen.

Im gesamten Gebäudekomplex der Spanischen Hofreitschule Wien und in der Stallburg besteht die Pflicht zum Tragen einer FFP2 Maske. Das gilt auch beim Sitzen während der Veranstaltungen.

Die Informationen im Detail werden auf www.srs.at zu entnehmen sein. 

Presse Rückfragenachweis:

Anna Georgiades

Leitung Presse Spanische Hofreitschule

Mail: anna.georgiades@srs.at

Mob: + 43 664 8224835

Quelle

Spanische Hofreitschule, Pressemitteilungen vom 14. und 19. Mai 2021

 

 

 

Piber Digital – Digitalisierung des kulturellen Erbes im Lipizzanergestüt Piber

Piber Digital

Digitalisierung des immateriellen und materiellen kulturellen Erbes um die Zucht der Lipizzaner

Mit Piber Digital startet die Spanische Hofreitschule in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) im Lipizzanergestüt Piber ein interessantes und ambitioniertes Forschungsprojekt. Das Besondere daran: High-Tech trifft auf Tradition und Kultur. Mit Hilfe modernster Technologie wird das immaterielle und materielle Kulturerbe der Menschheit digitalisiert. Dabei kommen eine High-Tech Drohne und Laserscanner zum Einsatz. Zweck des Projekts ist die Neugestaltung des Museums und der Ausstellungsräume im Schloss Piber. In ihrer aktuellen Presseinformation erläutert die Spanische Hofreitschule detailliert das Konzept, welches den Zugang zum kulturellen Erbe bewahren und auch für zukünftige Generationen sichern soll. 

Piber Digital - Land Steiermark
Von links nach rechts: Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann der Steiermark / Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule / Prof. Dr. Wolfgang Neubauer, Direktor LBI ArchPro. – (c)_Land_Steiermark_Streibl

Presseinformation, Februar 2021

Die Spanische Hofreitschule (https://srs.at) startet gemeinsam mit dem international renommierten Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (https://archpro.lbg.ac.at) im Lipizzanergestüt Piber ein ambitioniertes Forschungsprojekt.

Die Zusammenarbeit der Spanischen Hofreitschule mit dem LBI ArchPro hat mit einer umfassenden Digitalisierung der historischen Gebäude und der Landschaft des Lipizzanergestüts Piber begonnen. In enger Zusammenarbeit mit der Hofreitschule und der Gestütsleitung entsteht ein Konzept für die Neugestaltung des bestehenden Museums und der Ausstellungsräumlichkeiten im Schloss Piber. Auf Basis einer wissenschaftlichen Evaluierung werden neue Führungs- und Ausstellungskonzepte von dem bekannten Forschungsteam ausgearbeitet, das über die Grenzen hinaus für die öffentlichkeitswirksame Vermittlung von aktuellen und teilweise herausfordernden Forschungsergebnissen bekannt ist.

Die bisherigen Mythen rund um die Lipizzaner sollen der Geschichte angehören und der wissenschaftlichen authentischen Darstellung der klassischen Reitkunst und ihrer militärischen Hintergründe weichen. Wir planen für die nächsten fünf Jahre, gemeinsam mit der Wissenschaft, jährlich eine große Sonderausstellung zu den historischen Reitervölkern. Mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung und Präsentation machen wir die Geschichte und den Einfluss der Reitervölker wie der Skythen, Hunnen, Awaren, Magyaren und Mongolen spannend erlebbar. Mit modernen Methoden und Techniken bewahren und sichern wir den Zugang zu diesem außergewöhnlichen Kulturerbe auch für die zukünftigen Generationen“, führt Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule, aus. „Die Eröffnung des neuen Museums ist in kleinerem Rahmen zu Saisonbeginn in Piber geplant“, so Klima weiter. „Im Herbst wollen wir das 100-jährige Jubiläum ein Jahr später als vorgesehen mit weiteren großartigen Aktivitäten rund um die Forschungsinitiative und die Neueröffnung des Museums feiern.“

Die Forschungsinitiative der Spanischen Hofreitschule hat das Ziel, das immaterielle Kulturerbe der Menschheit in eine lebendige Ressource für die Gestaltung unserer Zukunft, der regionalen Wirtschaftsentwicklung und des Kulturtourismus zu verwandeln.

„Dieser neue Zugang gibt dem Lipizzanergestüt Piber, aber auch der gesamten Region weitreichende neue Impulse. Das kulturelle Erbe der Lipizzanerzucht, die Förderung von Wissenschaft und Forschung, dient auch dem Kulturtourismus und stärkt die Region in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.  Mehr noch als historische Bauwerke oder Landschaften sind oft diese mündlich tradierten Traditionen und lokales Wissen identitätsstiftend für Gemeinschaften.“ Elisabeth Köstinger, Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.

Gemeinsam mit dem nicht nur in Fachkreisen namhaften Archäologen und Wissenschaftler des Jahres 2015 Prof. Dr. Wolfgang Neubauer, Direktor des LBI ArchPro, soll mit modernster Technologie das kulturelle Erbe in Piber digitalisiert werden, um es zu bewahren, allen zugänglich zu machen und zur Förderung der regionalen, nationalen und europäischen Identität zu nutzen und so nachhaltig für die folgenden Generationen zu sichern.

„Dieses einzigartige Projekt wird es ermöglichen, das kulturelle Erbe um die Lipizzanerzucht gemeinsam mit wissenschaftlicher Begleitung in eine neue Dimension zu heben. Die Forscher des LBI ArchPro verbinden das immaterielle Kulturerbe der Menschheit mit dem bis heute in seiner ursprünglichsten Form erhaltenen materiellen Erbe in Piber. Bedeutende Gegenstände der vergangenen Jahrhunderte, vom Schloss Piber über die historische Reithalle bis hin zu den Laufställen für die Stuten und ihre Fohlen, werden den Besucherinnen und Besuchern auf digitale Weise nähergebracht und bleiben so für die Nachwelt erhalten. Mein besonderer Dank gilt der Geschäftsführung unter Sonja Klima und Erwin Klissenbauer für diese großartige Initiative für das Bundesgestüt Piber und die gesamte Region!“ Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann der Steiermark.

Das LBI ArchPro, mit seiner international einzigartigen Erfahrung und der Expertise zur Bewahrung und Attraktivierung von Kulturerbe, wird mit seinen neuen virtuellen Ansätzen die Forschungsergebnisse gleichermaßen für Wissenschaft, Wirtschaftsentwicklung und Kulturtourismus nachhaltig zugänglich und nutzbar machen. Die Arbeiten sollen bis April 2021 abgeschlossen sein.

Piber Digital - Sonja Klima & Lipizzaner
Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule, mit Lipizzaner. –
(c) LBI ArchPro

Über die Reitkunst

Seit fast einem halben Jahrtausend wird an der Spanischen Hofreitschule mit eigens dafür gezüchteten Pferden – den Lipizzanern – kontinuierlich eine militärisch begründete Reitkunst gepflegt. Bereits Jahrtausende davor hat die Reitkunst zahlreichen Reitervölkern aus den weiten Steppen Eurasiens immer wieder zu Siegen verholfen und in der Folge zu wesentlichen politischen und sozialen Umwälzungen in Europa geführt. Die Skythen, die Hunnen, die Awaren, die Magyaren und kurz vor dem Beginn der Tradition in Österreich auch noch die Mongolen haben vorgelebt, wie die profunde Ausbildung von Pferden und der enge Zusammenhalt zwischen Tier und Reiter eine wesentliche Komponente für die erfolgreiche Kriegsführung darstellen.

„Die goldenen Pferdedarstellungen der prähistorischen Skythen, das mit Almandinen verzierte goldene Zaumzeug der Hunnen, die silbertauschierten Riementeiler und Gürtelgarnituren der Awaren und Magyaren und die Prunksättel und Brandeisen der Mongolen werden in Piber den historischen Exponaten in der geplanten Dauerausstellung im Museum, der Geschirrkammer im Schloss und in der Alten Schmiede gegenübergestellt.“ Prof. Dr. Wolfgang Neubauer, Direktor LBI ArchPro.

Seit 2001 ist die klassische Reitkunst ausdrücklich als eine im öffentlichen Interesse gelegene Aufgabe der Spanischen Hofreitschule festgeschrieben und seit 2015 immaterielles UNESCO Kulturerbe der Menschheit. Die Bereiter der Spanischen Hofreitschule, die Ausbilder und Träger des Wissens über die Hohe Schule der klassischen Reitkunst, geben ihr Wissen, das sie sich von ihren eigenen Lehrern und durch ihre Erfahrung im Umgang mit den Hengsten im Laufe ihres Lebens angeeignet haben, bis heute nur mündlich an die Elevinnen und Eleven weiter. Das bedeutet, dass sie die jungen Reiter in der Tradition der Hohen Schule der Klassischen Reitkunst ausbilden. Im Gegensatz zu vielen anderen in der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufscheinenden mündlichen Traditionen ist das Weltkulturerbe rund um die weltberühmten Lipizzanerhengste bereits über Jahrhunderte mit eigens dafür errichteten Bauwerken und allen voran der prächtigen barocken Winterreitschule in der Hofburg und den dazugehörigen Werkstätten, Stallungen, Infrastruktureinrichtungen und Verwaltungsräumen verbunden. Wie rasch ein kleines Schadfeuer unwiederbringlich jahrhundertealte Bauwerke zerstören kann, hat sich beim Brand oberhalb der Redoutensäle in der Hofburg gezeigt. Der einzigartige Dachstuhl der Winterreitschule in der Hofburg hat nur knapp dieses dramatische Feuer überstanden. Er soll nun mit den modernsten in Österreich hergestellten Laserscannern vollständig digitalisiert werden, um dieses einzigartige Bauwerk für die Nachwelt zu sichern.

Piber - Lipizzanerherde
Lipizzanerherde im winterlichen Piber, Steiermark. – (c)_SRS-Rene_van_Bakel

Die Lipizzanerzucht

Die Vorführungen der Hohen Schule der Klassischen Reitkunst in der Hofreitschule in Wien wären jedoch in dieser Form unmöglich, gäbe es nicht auch die Gestüte, in denen seit Jahrhunderten auf Selektion, Tradition und Zuchtkultur großen Wert gelegt wird. Die über Jahrhunderte wissenschaftlich dokumentierte Zucht der Lipizzaner liegt seit 100 Jahren in der Verantwortung des Gestüts Piber in der Steiermark.

Das Ursprungsgestüt in Lipica im slowenischen Karstgebirge wurde von Karl II. von Innerösterreich im Jahre 1580 gegründet. Die Karster, wie die Pferde hießen, die ursprünglich von Spanien nach Lipica gebracht wurden, haben von diesem Gestüt ihre heutige Bezeichnung übernommen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges mussten die Lipizzaner evakuiert werden und kamen über Umwege in das Gestüt nach Piber in die Steiermark. Das Gestüt mit seinen fast dreihundert Pferden rund um die romanische Kirche (AD 1066) und das Schloss Piber mit seinen Stallungen, der Reithalle und seinen Außenhöfen und Sommeralmen ist mit einer Gesamtfläche von über 500 ha nicht nur eine bedeutende historische Landschaft, sondern auch ein über Jahrhunderte ungestörtes archäologisches Fundgebiet.

„Zusammen mit den Forschern werden wir das Museum eng mit der Zucht und der Abstammung, also der Entstehung der wunderbaren Pferderasse im Gestüt Piber verbinden. Wir wollen den Besuchern in Zukunft einen Einblick geben in unser Alltagsleben hier in Piber. Man wird in Zukunft das Leben der Pferde verfolgen können von der Geburt über die Grundausbildung im Kindergarten in Piber bis zur Hohen Schule im Gymnasium an der Hofreitschule in Wien.“, so Erwin Movia, Gestütsleiter Lipizzanergestüt Piber.

Piber Digital - Drohne
Bei der Digitalisierung kommt die High-Tech Drohne RiCOPTER zum Einsatz. –
(c) LBI Archpro_Gerhard Süttler

Seit Anfang 2021 werden diese Landschaft und die historischen Bauwerke von den Experten und Technikern des LBI ArchPro mit einer neuen High-Tech Drohne, dem RiCOPTER (www.ricopter.com), digitalisiert. Sowohl mit hochauflösenden Laserscans, Fotografien und Filmen aus der Luft wie auch am Boden wird Piber in den virtuellen Raum transformiert. Das LBI ArchPro, unter der Leitung von Dr. Wolfgang Neubauer, Professor an der Universität Wien, ist gemeinsam mit seinen über vierzig internationalen und nationalen Partnern führend bei der digitalen Dokumentation ganzer archäologischer Fundstellen bis hin zu gesamten Weltkulturerbe-Landschaften wie Stonehenge (GB), den Pyramiden von Gizeh oder der Wikingerstadt Birka (Schweden).

Bild und Filmmaterial   

https://archpro.lbg.ac.at

Projekthomepage: https://piber.srs.at

Quelle

Presseinformation der Spanischen Hofreitschule, Februar 2021

Anna Georgiades
Pressesprecherin
Spanische Hofreitschule Wien
anna.georgiades@srs.at
Tel.: +43 6648224835

Das erste Fohlen 2021 im Lipizzanergestüt Piber

Das erste Fohlen 2021 im Lipizzanergestüt Piber

Tag 21 des Jahres 21 des 21. Jahrhunderts, kurz nach 21 Uhr. Das war ein ganz besonderer Moment im Lipizzanergestüt Piber, denn genau um diese Zeit hat das erste Fohlen 2021 das Licht der Welt erblickt. 

Historisches Geburtsdatum: Tag 21 im Jahr 21 des 21. Jahrhunderts

Das Lipizzanergestüt Piber freut sich über einen strammen kleinen Hengst, der als erstes Fohlen das Licht der Welt erblickt hat.

Am 21. Jänner wurde um 21:15 Uhr das erste Fohlen des Jahrganges 2021 geboren. Hengstfohlen Neapolitano Presciana und Mutter Presciana sind wohlauf.

„Die Geburt war problemlos und Neapolitano Presciana zeigt sich bei den ersten Schnappschüssen im Stall und im Freien recht aufgeweckt und munter“, so Gestütsleiter Erwin Movia. Das entzückende, kerngesunde Fohlen zeigt bereits bei seinen ersten Schritten, dass es die besten Voraussetzungen für eine Karriere in der Spanischen Hofreitschule in die Wiege gelegt bekam.

Gestütsleiter Erwin Movia freut sich sehr, dass die Geburt gut und reibungslos verlaufen ist. „Ich bin sehr glücklich und stolz, dass ich das erste Fohlen im heurigen Jahr gemeinsam mit meinen Mitarbeitern gesund auf die Welt gebracht habe. Besonders freut es mich, dass es sich beim erstgeborenen Fohlen 2021 um ein ausgesprochen rassebetontes Hengstfohlen handelt“, so Movia.

Das erste Fohlen 2021
Neapolitano Presciana (c) SRS_ Lipizzanergestüt Piber

Abstammung & Hengstlinie

Vater des kleinen Rabauken ist der Schulhengst Neapolitano Sessana, der von Oberbereiter Andreas Hausberger ausgebildet wurde und im Programmpunkt „Alle Gänge und Touren“ sein Können präsentierte.

Lipizzaner werden so wie das Hengstfohlen meist schwarz, aber auch braun oder mausgrau geboren und bekommen ihre typische Schimmelfarbe erst mit etwa vier bis zehn Jahren. Die ersten sechs Monate verbringen die Fohlen an der Seite ihrer Mütter, in der „Kinderstube“ im Lipizzanergestüt Piber.

Das Team des Lipizzanergestüts hofft, dass Besucher den quirligen Neapolitano Presciana und die weiteren Fohlen des Jahrganges 2021 bald wieder aus der Nähe erleben und beobachten können.

Öffnungszeiten des Gestüts für Besuche und Termine für Veranstaltungen werden sobald als möglich in Abstimmung mit den behördlichen Vorgaben hinsichtlich der COVID-19-Bestimmungen auf der Homepage www.srs.at/piber  und #spanischehofreitschule @spanischehofreitschule veröffentlicht.

Patenschaften der Fohlen

Eine Fohlenpatenschaft ist eine besonders sympathische und beliebte Möglichkeit, eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs zu unterstützen und gleichzeitig mehr über das Pferdekind und seine Familie zu erfahren. Privatpersonen wie auch Unternehmen können eine Patenschaft oder Patronanz von einem unserer Schützlinge übernehmen. Paten erhalten regelmäßige Informationen über das Patenfohlen sowie weitere attraktive Möglichkeiten, um eine sehr persönliche und liebevolle Beziehung zu einem Lipizzaner aufzubauen.

Mehr Informationen:
www.srs.at/paten-partner, +43-3144 33 23 oder office@piber.com

Fotos

© SRS– Lipizzanergestüt Piber
Die Fotos sind honorarfrei im Zusammenhang mit dieser Meldung.

Informationen und Reservierungen

Tel: +43-3144 33 23 oder office@piber.com
Sascha Kosznedar (Marketing Lipizzanergestüt Piber)

Tel: +43-3144 3323-100 oder 0664 822 4841

www.piber.com

Quelle

Anna Georgiades

Pressesprecherin Spanische Hofreitschule

Lipizzaner-Vorführung im ORF 2 am 1.1.2021

Lipizzaner-Vorführung im ORF 2 am 1.1.2021

Erste TV-Übertragung der berühmten Lipizzaner-Gala seit fast 50 Jahren – „Das Ballett der Weißen Hengste“ am 1. Jänner 2021 um 13.50 Uhr auf ORF2

Am 1. Jänner um 13.50 Uhr wird gleich nach dem Neujahrskonzert auf ORF 2 – erstmals seit 50 Jahren – eine vollständige Lipizzaner-Vorführung im Fernsehen ausgestrahlt. Jahrhunderte-alte Tradition wird mit modernster Bildtechnik erlebbar gemacht. Das ist ein historisches Ereignis, auf das sich alle Zuseher freuen können.

„Unser Ziel ist es, die Spanische Hofreitschule und das Lipizzangestüt Piber in den kommenden Jahren verstärkt in die Welt hinaus zu tragen und mit großen Schritten in einer zeitgemäßen Umsetzung einem großen Publikum zuganglich zu machen“, so Sonja Klima, Geschäftsführerin der Spanischen Hofreitschule. „Wir sind diesem Ziel mit dieser ORF Übertragung schon sehr nahgekommen und es ist ein großartiger Startschuss ins Neue Jahr für die Festivitäten des 100-jahrigen-Jubiläums unseres Lipizzanergetsüts in Piber, die wir 2021 mit weiteren Meilensteinen feiern werden“, so Sonja Klima weiter.

Kaum eine andere Kultureinrichtung der Welt verbindet so viel gelebte Tradition und Perfektion. Die Spanische Hofreitschule in Wien blickt auf eine 455 Jahre währende Geschichte der Hohen Schule der Reitkunst zurück und ist heute genau so faszinierend wie noch zu Kaisers Zeiten. Mit den berühmten Lektionen, allen voran „Der Schule über der Erde“ mit der einzigartigen Kulturpferderasse – den Lipizzanern – und ihren Bereitern, hat die Spanische Hofreitschule Wien eine weltweite Alleinstellung erreicht.

Lipizzaner-Vorführung - Schulquadrille
Das Finale der Schulquadrille – (c) SRS_Rene van Bakel. Mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

„Was gibt es Besseres, als mit unserem weltberühmten ‚Ballett der weißen Hengste‘ ins neue Jahr zu starten!“, betont die für die Hofreitschule zuständige Bundesministerin Elisabeth Köstinger im Rahmen der Dreharbeiten. „Viele Österreicherinnen und Österreicher hatten noch nie die Gelegenheit, unsere Lipizzaner in Aktion zu sehen. Das wollen wir mit dieser ORF-Produktion ermöglichen“, so Köstinger. Außerdem erwartet die Zuseher ein Blick hinter die Kulissen der Stallburg – von der Sattelkammer bis zu den Pferdeboxen. „Lipizzaner und Bereiter sind natürlich die Stars, die im Vordergrund stehen. Genauso wichtig ist das Team im Hintergrund. Danke an alle Bereiterinnen und Bereiter, Pfleger, Eleven und zahlreiche weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jede Lipizzaner-Vorstellung unter Leitung von Sonja Klima zu einem besonderen Erlebnis machen“, dankt die Bundesministerin dem gesamten Stab der Spanischen Hofreitschule.

Die Vorführungen sind das Ergebnis langjähriger Ausbildung und intensiver Arbeit der Bereiter und ihrer Lipizzaner. Keine andere Pferderasse eignet sich besser für die Hohe Schule der Klassischen Reitkunst als sie. Die einzigartigen Schulhengste überzeugen durch ihre Intelligenz und Lebhaftigkeit, ihren Körperbau und Grazie. Wer sie erlebt, weiß, warum das „Ballett der Weißen Hengste“ heute zum Immateriellen UNESCO-Kulturerbe der Menschheit zählt.

Lipizzaner-Vorführung - Levade
Levade – (c) SRS_Rene van Bakel. Mit freundlicher Genehmigung der Spanischen Hofreitschule.

Neben den „Schulen auf und über der Erde“, zu denen die „Levade“ oder die spektakuläre „Kapriole“ gehören, werden die „Arbeit an der Hand“ und „Am Langen Zügel“, ein großartiges Lipizzaner-Solo sowie „Alle Gänge und Touren der Hohen Schule“ und das „Pas de Deux“ präsentiert.  Als krönender und fulminanter Abschluss wird die einzigartige „Schulquadrille“, bestehend aus acht Reitern, gezeigt.

Zuletzt zeigte der ORF im Jahr 1972 noch in schwarz/weiß Teile des Programms der Spanischen Hofreitschule vor dem Schloss Schönbrunn und aus der Winterreithalle in der Hofburg einem breiten Publikum. Nach fast 50 Jahren wird die gesamte Vorführung der Lipizzaner aus der 1729 bis 1735 unter Karl VI. erbauten, prächtig geschmückten barocken Winterreithalle in der Wiener Hofburg gezeigt.

Für eine spektakuläre Aufzeichnung sorgt ein Team des ORF, das mit acht Kameras und einer Krankamera – in der obersten Galerie der Barockhalle direkt neben den großen Kristallluster montiert – spektakuläre Bilder der weltbekannten Vorführung der weißen Schulhengste liefert. Die Moderatorin Nina Kraft wird durch das Programm führen und Peter Nidetzky, der schon 1972 das Programm begleitete, wird die berühmten Lektion erläutern.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „Die Spanische Hofreitschule gehört zurecht zum immateriellen Weltkulturerbe und zu den weltweit bekanntesten österreichischen Kulturgütern und Tourismusattraktionen. Deshalb freut es mich besonders, dass wir den Neujahrstag nicht nur dank des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker mit der wichtigsten musikalischen Visitenkarte Österreichs begrüßen können, sondern auch mit der ORF-TV-Premiere einer Galavorführung der ‚Hohen Schule der klassischen Reitkunst‘ aus der prachtvollen barocken Winterreitschule in der Hofburg. Als größte Plattform heimischen Kulturschaffens ermöglichen wir mit diesen beiden Kulturleistungen von Weltrang einen TV-Genuss aus dem Herzen Wiens, um den uns Millionen Menschen weltweit beneiden.“

Quelle

Anna Georgiades
Spanische Hofreitschule Wien
Presse

https://www.srs.at/

Neu in der Spanischen Hofreitschule: Öffentliches ABENDTRAINING

Öffentliches ABENDTRAINING zum ersten Mal in der Spanischen Hofreitschule!

Zu Beginn der neuen Saison bietet die Spanische Hofreitschule eine absolute Neuheit an: Am Mittwoch, dem 9. September, findet in der Spanischen Hofreitschule um 19:00 Uhr zum ersten Mal ein ABENDTRAINING mit Musik für Besucher statt.

Die Herbstsaison in der Spanischen Hofreitschule startet mit einem kleinen Paukenschlag.

Das bekannte, tägliche Programm „Morgentraining mit Musik“ und die Vorführungen der „Hohen Schule der klassischen Reitkunst“ erhalten ein zusätzliches Highlight:

DAS ABENDTRAINING MIT MUSIK

„Wir wollen mit dem neuen Programm am Abend vor allem die Österreicherinnen und Österreicher ansprechen, die tagsüber keine Zeit haben und jetzt die Gelegenheit erhalten, einen kurzweiligen, genussvollen Ausklang des Tages in der wunderbaren Kulisse der schönsten Reithalle der Welt zu verbringen“, so Geschäftsführerin Sonja Klima.

Im Rahmen dieser seit Jahrzehnten als „Training“ bezeichneten und meistbesuchten Veranstaltung üben die Bereiter*innen und ihre Hengste Lektionen der Hohen Schule wie Piaffe, Passage, Capriole und Courbette.

„Von der Koppel bis zur Capriole“ – vom Junghengst bis zum ausgebildeten Schulpferd – erleben die Besucher die einzelnen Ausbildungsstufen hautnah.

Courbette - Spanische Hofreitschule - ABENDTRAINING
Courbette an der Hand – (c) SRS – Petra Kerschbaum

Das öffentliche ABENDTRAINING wird jeden Mittwoch um 19:00 Uhr in der prächtigen Reithalle der Spanischen Hofreitschule stattfinden und dauert eine Stunde.

„Wir sind erleichtert und voller Freude, dass wir nach mehr als fünf Monaten Pause, unter Einhaltung der aktuellen Sicherheitsmaßnahmen, das tägliche Programm der Spanischen Hofreitschule wieder aufnehmen können“, so Sonja Klima abschließend.

Das gesamte Programm sowie Online-Ticketbestellung sind auf https://www.srs.at/tickets-veranstaltungen/ zu finden.

Da sich situationsbedingt kurzfristig etwas ändern kann, wird das Programm täglich aktualisiert.

Alle weitere Information auf www.srs.at und #spanishridingschool

Wir sorgen für Ihre Gesundheit und Sicherheit.

Aus diesem Grund besteht Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen, in der Stallburg und im Shop.

In der barocken Reithalle, in der alle Veranstaltungen stattfinden, gilt die Maskenpflicht solange, bis die Besucher den Sitzplatz eingenommen haben. 

Quelle

Anna Georgiades

Leitung Presse Spanische Hofreitschule

Mail: anna.georgiades@srs.at

Mob: + 43 664 8224835

Weitere Artikel zum Thema Spanische Hofreitschule

http://linguamusica.eu/wiedereroeffnung-spanische-hofreitschule/

Lipizzanergestüt Piber startet in die Sommersaison

Lipizzanergestüt Piber startet in die Sommersaison

Picknick-Idyll und Kaffee-Genuss

Das Lipizzanergestüt Piber startet am 29. Mai in die Sommersaison

Zeitgleich mit der Spanischen Hofreitschule (Lingua & Musica berichtete) öffnet nun auch das Lipizzanergestüt Piber wieder seine Pforten. Mit den beliebten Führungen durch das Gestüt startet das Lipizzanergestüt am Freitag in die Sommersaison. Das Café Restaurant Piber lädt zu einem Besuch ein. Bei einem ‚Lipizzaner-Picknick‘ kommen ganz besonders die Pferdefreunde auf ihre Kosten.

Lipizzanergestüt Piber - Kutsche vor dem Schloss Piber
Lipizzanergestüt Piber: Kutsche mit Blick auf Schloss Piber – (C) Lipizzanergestüt Piber (003)

Lipizzaner-Fans dürfen sich freuen, denn am Freitag, den 29. Mai startet das Lipizzanergestüt Piber mit der Eröffnung des Gestüts offiziell in die Sommersaison. Das Lipizzanergestüt ist mit seinem Schloss und den Stallungen inmitten von idyllischer Landschaft ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Sportler und Pferdeliebhaber – insbesondere an den Wochenenden. Dementsprechend wird das Gestüt von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10:45 bis 16 Uhr wieder geöffnet sein.

Die Eröffnung des Lipizzanergestüts bedeutet den lang erwarteten Start in die Sommersaison: „Wir freuen uns sehr, den Betrieb ab 29. Mai für unsere Besucher wieder aufnehmen zu können. Die bei Groß und Klein beliebten Führungen durch das Gestüt werden wieder möglich sein“, so Gestütsleiter Erwin Movia. Die Gäste des Gestüts können die Lipizzaner-Fohlen mit ihren Mutterstuten sowohl in den Stallungen ganz nahekommen und sie auch von der Picknick-Wiese aus auf den Koppeln des Gestüts betrachten.

Eine Kutschenfahrt mit den einzigartigen Lipizzanern durch die idyllische Region der Lipizzanerheimat oder der Besuch der Jungpferde auf der Stubalm und Prentlalm ab Mitte Juni runden einen perfekten Ausflugstag im Lipizzanergestüt Piber ab.

Junghengste auf der Stubalm
Junghengste auf der Stubalm – (C) Spanische Hofreitschule – Lipizzanergestüt Piber GöR (003)

Ausflug mit „Lipizzaner-Picknick“

Auch das Café Restaurant Piber freut sich auf Ihren Besuch und hat ein paar köstliche Besonderheiten vorbereitet. Von der kleinen süßen Jause mit „Lipizzanerwürfel“ und Kaffee bis hin zum pikanten Snack ist für jeden Jausen-Gusto etwas dabei. Ein besonderes Highlight bietet das Team rund um Restaurantleiter René Decelak jenen Ausflüglern, die ihre Jause inmitten der Natur auf den weitläufigen Grünflächen des Gestüts genießen wollen: „Das ‚Lipizzaner-Picknick’ bietet unseren Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, das Gestüt zu erkunden und im Grünen mit Blick auf unsere Fohlen und Mutterstuten zu entspannen. Der Picknick-Korb enthält ausgewählte regionale Schmankerln und natürlich darf beim perfekten Picknick auch eine kuschelige Decke nicht fehlen“, so Restaurantleiter René Decelak.

Lipizzanergestüt Piber
Vorläufige Öffnungszeiten ab 29. Mai 2020:
Freitag bis Sonntag und Feiertage von 10.45 bis 16 00 Uhr
Geführte Gestütsbesichtigungen um 11, 13 und 14 Uhr (Anmeldung erforderlich)

Informationen und Reservierungen Lipizzanergestüt Piber:

Tel: +43-3144 33 23 oder office@piber.com
www.piber.com

Manuela Weissenberger, Marketing Lipizzanergestüt Piber
Mail: manuela.weissenberger@piber.com

Mail: manuela.weissenberger@piber.com

Tel: +43 3144 3323-106

Presse Rückfragenachweis:

Anna Georgiades
PR-Leitung Spanische Hofreitschule
Mail: anna.georgiades@srs.at
Tel: + 43 1 533 90 31 – 67
Mob: + 43 664 8224835
www.piber.com

Quelle

Spanische Hofreitschule, Presseinformation vom 28. Mai 2020

Lesen Sie dazu auch: Wiedereröffnung Spanische Hofreitschule

Wiedereröffnung Spanische Hofreitschule