Zum 70. Geburtstag von Josep Carreras

Zum 70. Geburtstag von Josep Carreras am 5. Dezember 2016

Auflösung der Quizfrage aus dem musikalischen Adventskalender vom 4. Dezember 2016:

Wie heißt der berühmte Tenor aus Katalonien, der am 5. Dezember 1946 in Barcelona geboren wurde und heute, am 5. Dezember 2016, 70 Jahre alt wird?

Der gesuchte berühmte Tenor aus Katalonien, der heute 70 Jahre alt wird, heißt Josep (José) Carreras!

Josep Carreras wird 70

Anlässlich des 70. Geburtstages von Josep Carreras – besser bekannt als José Carreras – gibt es heute einen Sonderbeitrag, der dem Tenor und seinem Lebenswerk gewidmet ist.

Bereits gestern ging es im musikalischen Adventskalender um Katalonien und einige kuriose Weihnachtsbräuche. Das folgende Weihnachtslied stammt ebenfalls aus Katalonien und wird von José Carreras häufig in seinen Weihnachtskonzerten vorgetragen. Auch der Cellist Pablo Casals spielte es immer wieder in seinen Konzerten. Daher steht es am Anfang dieses Beitrages.

El Cant dels Ocells (Gesang der Vögel)

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Aus Gründen des Copyrights wurden hier nur die ersten 28 Takte der Gesangsstimme wiedergegeben. Die vollständige Ausgabe des Liedes ist im Band „The José Carreras Collection“, (C) by Wise Publications, London 1994, enthalten. Der Band ist über Music Sales Ltd., 8/9 Fifth Street, London W1V 5TZ, England, erhältlich.  

Ein Audiomitschnitt des Liedes aus dem legendären Comeback-Konzert in Barcelona vom 21. Juli 1988 ist auf YouTube zu finden:

https://www.youtube.com/watch?v=d4DqRX1VXg4

Vom Konzert in Peralada am 13. August 1988 gibt es auf YouTube sogar ein schönes Video:  

https://www.youtube.com/watch?v=EbJphMBHIwA

Persönliche Begegnungen mit José Carreras

Gern teile ich an dieser Stelle meine persönlichen Erinnerungen an die vielen wunderbaren Abende, die ich selbst in all den Jahren mit José Carreras erleben durfte – und hoffentlich auch in Zukunft noch oft erleben werde.

Der Blitz hat eingeschlagen!

Es passierte etwa Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre, als ich anfing, mich für die Oper zu interessieren. An einem Sonntag sah ich im Fernsehen eine Übertragung der Oper La Bohème von Giacomo Puccini – mit Teresa Stratas als Mimí und José Carreras als Rudolfo. Zum ersten Mal hörte ich den Tenor José Carreras, den ich bis dahin noch gar nicht gekannt hatte. Auf Anhieb war ich von seiner Stimme und seiner Rollengestaltung begeistert. Einige Jahre später (ich glaube, es war im Sommer 1985) kam im Fernsehen eine Live-Sendung mit Hans Rosenthal. Soweit ich mich erinnere, war es eine Live-Übertragung von der Bundesgartenschau. Als Gast war José Carreras eingeladen (was ich vorher nicht einmal wusste). Ich befand mich damals gerade im zweiten Studienjahr meines Studiums am Wiesbadener Konservatorium und wohnte in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in Wiesbaden-Biebrich. Während ich gerade mit meiner Bügelwäsche beschäftigt war, lief in meinem Zimmer der kleine Fernseher. „Hänschen“ Rosenthal moderierte die Sendung wie immer in seiner sympathischen, humorvollen Art. Dann kam jener Moment, der von da an meinen musikalischen Werdegang entscheidend prägen sollte: Hans Rosenthal kündigte den Auftritt eines Tenors an, der bereits auf den großen Bühnen zu Hause sei und gerade bei den Salzburger Festspielen als Don José in der Oper Carmen Triumphe gefeiert habe. Es war José Carreras, er sang in dieser Sendung die berühmte „Blumen-Arie“ aus Carmen. Von Anfang an war ich berührt von dem schönen Klang, der musikalischen Phrasierung, seiner Piano- und Legato-Kultur und der wunderbaren Führung seiner Stimme. Als er dann auch noch am Schluss der Arie das hohe b in einem innigen Piano verklingen ließ, war das einer jener Momente, in denen man sprichwörtlich eine Gänsehaut bekommt!

Der Blitz hatte eingeschlagen! Von da an wurde José Carreras mein großes Idol. In den folgenden Jahren war ich jedoch mit meinem Cello-Studium so sehr eingespannt, dass ich leider nicht alle Auftritte meines Lieblingssängers im Fernsehen mitverfolgen konnte, zumal ich neben meinem Studium auch noch als freie Mitarbeiterin in einem Musikverlag tätig war. Teure Reisen zu Carreras-Auftritten waren damals finanziell ohnehin nicht möglich.

Krankheit und Genesung

Eines Tages – es muss im Spätsommer 1987 gewesen sein – erfuhr ich, dass der berühmte Tenor José Carreras an Leukämie erkrankt war. Die Nachricht über die schwere Erkrankung meines Lieblingssängers schockierte mich und erfüllte mich mit großer Sorge. Jedoch drangen die Informationen über seinen Zustand nur sehr spärlich bis zu mir durch, zumal ich seinerzeit gerade mit meinen Examensvorbereitungen mehr als ausgelastet war. Im Frühjahr 1988, als ich gerade mein Studium beendet hatte, kam endlich die erlösende Nachricht, dass José Carreras es wohl geschafft habe, dass es ihm endlich besser gehe und er von seiner Behandlung in Amerika nach Barcelona zurückgekehrt sei. Sämtliche Medien berichteten damals über die wunderbare Genesung des Sängers und sein großartiges Comeback in Barcelona im Juli 1988. Noch im selben Jahr gründete José Carreras seine Leukämie-Stiftung in Barcelona, die Fundación Internacional José Carreras para la lucha contra la Leucemia.

José Carreras’ Gesang, seine ganze Geschichte und sein unermüdlicher Einsatz für die Leukämie-Kranken haben mich so sehr berührt, dass ich ständig daran denken musste und fast nur noch davon sprach. Schon damals hat die Begegnung mit Josés Stimme und seiner Persönlichkeit entscheidend zu meinem Entschluss beigetragen, noch Gesang zu studieren, denn spätestens jetzt wurde mir klar, dass der klassische Gesang und die Oper eigentlich schon immer meine große Leidenschaft und Berufung gewesen waren. Durch die Lektüre der Autobiographie von José Carreras wurde diese Leidenschaft noch verstärkt: 1989 schenkte mir mein damaliger Partner (als Dank für meine Hilfe bei seiner Examensarbeit) das Buch „José Carreras – Singen mit der Seele“. Dieses Buch hat mich emotional so sehr berührt und gefesselt, dass ich es in einem Zuge durchlas; ich erinnere mich sogar, dass ich während der Lektüre einige Male erst um vier oder fünf Uhr morgens ins Bett gekommen bin!

Konzerterlebnisse

Von nun an ließ ich keine Gelegenheit aus, Josés Stimme zu hören, und besorgte mir alle wichtigen Aufnahmen, die es damals auf dem Markt gab (zunächst noch als Schallplatte, später auch auf CD). Ganz besonders berührte mich seine Interpretation der Misa criolla und Navidad nuestra von Ariel Ramirez – eine Aufnahme, die im Sommer 1987, unmittelbar vor seiner Krankheit, entstanden war.

Im Herbst 1989 erfuhr ich, dass eine Tournee mit José Carreras geplant sei, die ihn im Dezember 1989 auch nach Frankfurt führen würde. Auf dem Programm standen unter anderem die Misa criolla sowie einige Weihnachtslieder. Sofort rief ich bei der Alten Oper Frankfurt an und besorgte zwei Karten für mich und meinen damaligen Partner. Das Konzert in der Alten Oper Frankfurt wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Carreras’ ausdrucksvolle Interpretation der Misa criolla hat mich berührt und fasziniert. Am Bühneneingang hatte ich damals sogar Gelegenheit, kurz mit ihm zu sprechen und ihm alles Gute zu wünschen.

Im November 1990 kam José Carreras abermals nach Frankfurt. Auf dem Programm standen diesmal Arien und Lieder mit Orchester. Da das erste Konzert im Nu ausverkauft war, wurden sogar zwei Konzerte angesetzt. Diesmal kam es sogar zu einem persönlichen Gespräch mit José Carreras hinter den Kulissen: Dank einer Geigerin des Orchesters gelang es mir, durch den Bühneneingang der Alten Oper in das Gebäude zu kommen. Ich nutzte die Gelegenheit, um mit José Carreras persönlich zu sprechen und ihm einen Scheck für seine Leukämie-Stiftung zu übergeben. Außerdem überreichte ich ihm ein selbst gebasteltes Geschenk (eine Flasche Wein, als Don José verkleidet). Über meine Spende und mein humorvolles Präsent zeigte er sich sichtlich erfreut. Durch diese kurze Begegnung muss er sich mein Gesicht wohl irgendwie eingeprägt haben, denn seitdem erkennt er mich immer und begrüßt mich sogar jedes Mal. Er scheint überhaupt ein erstaunliches Personengedächtnis zu haben.  

In den darauffolgenden Jahren fuhr ich, sooft es ging und es meine knappen Finanzen erlaubten, zu Auftritten meines Lieblingssängers. Auf den Reisen zu den Konzerten (damals noch von Wiesbaden, später von Kelsterbach bei Frankfurt aus) lernte ich auch interessante Städte kennen, in die ich sonst wohl nie gekommen wäre. Und ich lernte Italienisch und Spanisch!

Sternstunden in der Oper

Erst in den 1990er Jahren ergab es sich, dass ich José Carreras endlich auch in einigen seiner Opernrollen erleben konnte. Die Reisen nach Wien und die Vorstellungen in der Wiener Staatsoper waren jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis. So hatte ich das Glück, José Carreras noch einmal als Rudolfo in La Bohème zu erleben, bevor er diese Rolle endgültig ablegte. Bei dieser Gelegenheit, im Juni 1993, lernte ich auch das bei Wiener Opernfreunden übliche Stehplatz-Abenteuer kennen: Ausgestattet mit einem Schlafsack, einem Picknick-Sackerl und einer Flasche Rotwein, verbrachte ich sogar eine Nacht unter den Arkaden der Wiener Staatsoper, um mich für einen der begehrten Stehplätze anzustellen – oder besser gesagt: anzulegen! Auch dieses kuriose Abenteuer gehört zu den lustigen Ereignissen, an die ich mich immer gern erinnern werde. Es folgten dann noch weitere Reisen nach Wien mit interessanten Opernvorstellungen: Fedora (1994), Hérodiade (1995), Jérusalem und Stiffelio (1996). Neben den Opernvorstellungen waren auch die Clubtreffen des Carreras Clubs Wien – mit José Carreras als Ehrengast – jedes Mal ein Erlebnis.

In Zürich durfte ich die Fedora (1994, seinerzeit sogar mit Mirella Freni als Josés Partnerin) und die Uraufführung der Oper Sly (1998) erleben. Im Sommer 1999 hatte ich bei den Opernfestspielen in Verona endlich das Glück, José Carreras in einer seiner Paraderollen zu erleben: als Don José in Carmen! Wie lange hatte ich doch auf diese einmalige Gelegenheit warten müssen! (Denn die für 1997 angesetzten Carmen-Vorstellungen in Verona hatte José Carreras leider wegen einer Grippe absagen müssen.)

Festivals & Premieren

Zu einem besonderen Höhepunkt wurde die Reise nach Barcelona im Juli 1998 zu einem Open-Air-Konzert, das anlässlich des 10jährigen Bestehens der spanischen José Carreras Leukämie-Stiftung organisiert wurde. Die einzigartige Stimmung dieser Sommernacht in der katalanischen Hauptstadt werde ich nie vergessen! Das Wetter war traumhaft, die Katalanen und die angereisten Carreras-Fans waren in Volksfeststimmung! Unvergesslich war auch Josés Aufführung der Misa criolla im Rahmen des „festival del mil.leni“ im Palau de la música catalana, im Januar 2000.

Im Februar 2004 führten mich meine Reisen abermals nach Wien, wo es ein besonderes Ereignis zu feiern gab: das 30jährige Bühnenjubiläum von José Carreras an der Wiener Staatsoper. Die Gala-Vorstellung mit Liedern von Tosti, Leoncavallo und Puccini, dem 3. Akt aus der Oper Sly von Ermanno Wolf-Ferrari und dem 4. Akt aus Bizets Carmen wurde zu einem großen Erfolg für den in Wien so beliebten Tenor, der auch an diesem Abend wieder mit standing ovations gefeiert wurde.

Ein weiterer Höhepunkt war die Matinee am 15. September 2013 in der Wiener Staatsoper, welche im Vorfeld seines 40jährigen Bühnenjubiläums an der Staatsoper veranstaltet wurde. Der Erlös der Matinee, in der neben José Carreras auch einige Sänger und Sängerinnen des Solistenensembles der Wiener Staatsoper auftraten, ging auch diesmal wieder an die Carreras Leukämie Stiftung.   

Allen Unkenrufen zum Trotz durften wir José Carreras kürzlich sogar noch einmal auf der Opernbühne erleben: In der Oper El Juez (Der Richter) von Christian Kolonovits sang er die Titelpartie des Richters. Nach der erfolgreichen Uraufführung in Bilbao und weiteren Aufführungen in St. Petersburg und Erl (Tirol) kam das Werk im Juli 2016 auch im Theater an der Wien auf die Bühne und wurde für alle Mitwirkenden zu einem großen Erfolg.

Ein besonderes Erlebnis

Eine der aufregendsten Begegnungen mit José Carreras hatte ich jedoch im Mai 2005: Der Carreras Club Wien veranstaltete anlässlich seines 20-jährigen Bestehens ein großes Clubtreffen mit José Carreras als Gast. Zusammen mit dem Salonmusikensemble Wiener Capriolen, in welchem ich damals als Sängerin und Cellistin mitwirkte, war ich eingeladen, diese Veranstaltung musikalisch zu umrahmen. Wir spielten typische Wiener Musik der Strauss-Dynastie, neben anderen Komponisten vor allem Werke von Josef und Johann Strauss. Und am Schluss unserer Darbietung durfte ich meinem Idol und Vorbild Josep Carreras sogar noch ein Ständchen singen: Ich gab das Lied Wien, du Stadt meiner Träume (Wien, Wien, nur du allein) zum Besten, jedoch nicht mit dem Originaltext, sondern mit einem von mir selbst gedichteten Text, welcher ganz auf José Carreras abgestimmt war. Noch heute wundere ich mich über mich selbst, dass ich mir das damals überhaupt getraut habe! Es war wohl das aufregendste Erlebnis, das ich je mit José Carreras hatte.

Ich könnte an dieser Stelle noch weitere Erlebnisse aufzählen, doch das würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Die Begegnungen mit José Carreras und seiner wunderbaren Stimme haben wesentlich zu meinem Entschluss beigetragen, nach dem Cello-Studium noch eine Gesangsausbildung zu beginnen und einige Jahre später sogar noch ein Gesangsstudium der Fachrichtung Opernrepertoire in Wien zu absolvieren. Am Ende meines Studiums konnte ich – nach vielen Entbehrungen, Höhen und Tiefen – sogar noch ein staatlich anerkanntes Diplom im Fach Opernrepertoire erwerben! Wie heißt es doch so schön: Besser spät als nie!

Ich möchte diese Gelegenheit benutzen, meinem großen Vorbild José Carreras die herzlichsten Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag zu übermitteln und ihm für die weitere Zukunft alles Gute zu wünschen. Und mit diesen Wünschen möchte ich diesen ellenlangen Artikel nun endlich schließen!

Weitere Literatur

  • José Carreras: Singen mit der Seele, Kindler Verlag GmbH, München 1989
  • José Carreras mit Márius Carol: Aus vollem Herzen – Über das Geschenk des Lebens und die Kraft der Musik – Aus dem Spanischen von Karl A. Klewer, Siedler Verlag, München 2011
  • Josep Carreras – Ein Leben für die Musik: Ein Beitrag von Sylvia Kreye zum 70. Geburtstag von José Carreras, meinbezirk.at: http://www.meinbezirk.at/meidling/leute/ein-leben-fuer-die-musik-d1956839.html

4. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

4. Dezember

Weihnachten in Katalonien

Unsere musikalische Reise führt uns heute in den romanischen Sprachraum, genauer gesagt: nach Katalonien, eine Provinz im Nordosten Spaniens. Dabei stellen wir auch zwei katalanische Weihnachtslieder und einige kuriose Weihnachtsbräuche vor. Im Mittelpunkt steht eine skurrile Krippenfigur, die es in sich hat!

Hauptstadt und kulturelles Zentrum Kataloniens ist Barcelona mit seiner großartigen Kultur und einzigartigen Architektur, welche unter dem Namen „modernismo“ bekannt ist und Jahr für Jahr zahlreiche Touristen in die katalanische Hauptstadt lockt.

Die katalanische Sprache

Zur Zeit der Militärdiktatur unter General Franco war die katalanische Sprache verboten. Offiziell durfte damals nur Kastilisch (also Spanisch) gesprochen werden. Seit dem Ende des Franco-Regimes und die Rückführung Spaniens in eine (konstitutionelle) Monarchie im Jahre 1976 ist die katalanische Sprache wieder als offizielle Staatssprache anerkannt.

Zwei schöne Weihnachtslieder aus Katalonien möchte ich in diesem Beitrag hervorheben. Das Weihnachtslied „Nit de vetlla“ (Nacht der Wache) entdeckte ich in meinem Notenarchiv.

Nit de vetlla (Nacht der Wache)

Nit de vetlla, Notentext, handschriftlich notiert von Sylvia Kreye
Nit de vetlla, Notentext, handschriftlich notiert von Sylvia Kreye. Quelle: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Edition Hug 11582, Hug & Co., Zürich, Seite 49.

Katalanisch

Esta nit és nit de vetlla, esta nit és nit de vetlla,
ha nascut d’una donzella, la miran e fa sol.
Ha nascut d’una donzella, la Kirieleyson, la Kirieleyson!

Deutsch

Heute Nacht ist Nacht der Wache, heute Nacht ist Nacht der Wache,
denn aus einer Jungfrau Schoß, seht, sie strahlen wie das Licht!
Denn aus einer Jungfrau Schoß ward geboren unser Herr, ja Kyrieleison.

Das katalanische Weihnachtslied „Nit de vetlla“ weist mit seinem melodischen Duktus und seiner Tonart (e-moll) eine gewisse melancholische Grundstimmung auf. Das scheint ein Merkmal vieler katalanischer Lieder zu sein. Auf YouTube gibt es eine schöne Aufnahme des Liedes mit dem Chor der Escolania de Montserrat:

Sehr bekannt ist auch das katalanische Weihnachtslied „El Cant Dels Ocells“ (Gesang der Vögel), von dem es mehrere schöne Aufnahmen gibt. Der katalanische Tenor Josep Carreras singt es häufig in seinen Konzerten. Auch der Cellist Pablo Casals hat es immer wieder in seinen Solokonzerten gespielt. Hier ist eine Aufnahme mit Josep Carreras (ein Ausschnitt aus seinem Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in Barcelona vom 21. Juli 1988):

Das Lied „El Cant Dels Ocells“ besteht aus vielen Strophen, welche jeweils die einzelnen Vogelarten zum Thema haben. Hier ist der Text der beiden ersten Strophen mit deutscher Übersetzung:

Katalanisch

Al veure despuntar
el major lluminar,
en la nit més ditxosa,
els aucellets cantant
a festejar-lo van
amb sa veu melindrosa.

I l’àguila imperial,
se’n vola cel endalt
cantant amb melodia
dient: – Jesús és nat
per treure’ns de pecat
i dar-nos alegria.

Deutsche Übersetzung

Während sie aufgehen sehen
das kräftigste Licht
in der glückseligsten Nacht
beginnen die Vöglein singend
zu feiern
mit ihren zierlichen Stimmen.

Und der Kaiseradler
fliegt in den Himmel hinauf
singt eine Melodie
und spricht: – Jesus ist geboren,
um von uns die Sünde wegzunehmen
und uns große Freude zu geben.

Kuriose Weihnachtsbräuche

Der Caga Tió

"caga tió" (Holzklotz), katalanischer Weihnachtsbrauch
Der „caga tió“ (Holzklotz), ein katalanischer Weihnachtsbrauch

 

Weniger melancholisch, sondern recht kurios, teils sogar etwas derb, geht es bei den Weihnachtsbräuchen in Katalonien zu.

Die eigentliche Weihnachtsbescherung findet in Katalonien (wie auch im übrigen Spanien) traditionell am 6. Januar, dem Dreikönigstag, statt.

Damit das Warten auf die Bescherung nicht allzu lang wird, gibt es für die Kinder statt eines Weihnachtsmannes den „Tió de nadal“, auch „caga tió“ genannt („tió“ wörtlich: Holzklotz, „cagar“ wörtlich: scheißen). Der Tió ist ein toter Baumstamm, der üblicherweise mit zwei Beinen, lächelndem Gesicht und einer roten Kappe (katalanisch: barretina) ausgeschmückt wird. Er wird zwischen dem 8. Dezember (Mariä Empfängnis) und Weihnachten mit Obst, Gemüse und Brot gefüllt und mit einem Tuch abgedeckt, damit er sich nicht erkältet. Am Heiligen Abend, zwischen dem Abendessen und der Christmette, singen die Kinder ein Lied und schlagen mit Stöcken auf den Baumstamm. Der Text dieses etwas derben Liedes soll den Lesern an dieser Stelle nicht vorenthalten werden.

La canción del Caga tió – das Lied vom Caga tió

Katalanisch

Caga tió,
d’avellanes i de pinyó
pixa vi blanc
de les festes de Nadal.
ara vénen festes,
festes glorioses
menjarem conill
i llebres si en tenim.
Caga tió, caga tió,
si no vols cagar,
et donaré un cop de bastó.

Deutsch

Scheiß, tió,
Haselnüsse und Pinienkerne
piss Weißwein
zum Weihnachtsfest.
Jetzt kommt das Fest,
das glorreiche Fest,
wir werden Kaninchen
und Hasen, wenn wir haben, essen.
Scheiß, tió, scheiß, tió,
wenn du nicht scheißen willst,
werde ich dich mit einem Stock schlagen.

Der Caganer

Caganer von vorn
Caganer von vorn, Wikipedia Creative Commons, Public Domain – CC0 (Mtiedemann)
Caganer von hinten
Caganer von hinten, Wikipedia Creative Commons, Public Domain – CC0 (Mtiedemann)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ebenso kurios, witzig und frivol ist eine kleine Krippenfigur mit dem Namen „caganer“ („kleiner Scheißer“). Der Caganer gehört zur katalanischen Krippe wie das Salz in die Suppe! Es handelt sich um eine kleine Figur mit heruntergelassener Hose, welche in den Krippen der Katalanen anzutreffen ist. Diese skurrile Figur steht in der Regel etwas abseits von den anderen Krippenfiguren. Trotz ihres frivolen Charakters wird sie interessanterweise sogar von den offiziellen Kirchen akzeptiert. Ursprünglich wurde die Figur mit der typischen Bekleidung der katalanischen Bauern, mit Schärpe und roter Mütze (barretina) ausgestattet. Jedoch findet man in den Geschäften auch bekannte Persönlichkeiten, die als Caganer dargestellt werden. Das folgende Foto zeigt eine kuriose Sammlung schillernder Caganerfiguren aus Prominenz und Politik.

4. Dezember, Caganer in Katalonien
Caganer figurines – Caganer-Figuren, Wikipedia Creative Commons, Public Domain – CC0 (Ratoncito Perez)

Der Caganer und seine Symbolik

Der „caganer“ („kleiner Scheißer“) ist auch ein Symbol für den Stolz der Katalanen, die sich nie fremder Herrschaft beugen! Und wenn sie sich doch einmal beugen müssen (wie so häufig in der katalanischen Geschichte), dann zeigen sie – auch mit Hilfe dieser witzigen Figur – sehr deutlich, was sie von den Gesetzen ihrer Herrscher halten! 

Als weitere Bedeutung wird vermutet, dass die Figur auch ein Sinnbild für das Düngen des Bodens, eine gute Ernte und den Kreislauf der Natur ist. Er steht aber auch symbolisch für einen ausgeglichenen und gesunden Körper. Vor einem guten Essen ist im vertrauten Umfeld der folgende Spruch durchaus üblich: „menja bé, caga fort i no tinguis por a la mort!“ (Iss gut, scheiße kräftig und fürchte dich nicht vor dem Tod!)

Für manch einen braven Mitteleuropäer mag der katalanische Humor wohl ein wenig gewöhnungsbedürftig sein; im Zuge meiner Recherchen für diesen Artikel habe ich mich jedenfalls köstlich amüsiert!

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

https://de.wikipedia.org/wiki/El_cant_dels_ocells

https://de.wikipedia.org/wiki/Tió_de_Nadal

 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2f/Caganer_al_pessebre.jpg

 

http://www.katalonien-netz.de/168/Feiertage-Katalonien/Weihnachten-in-Katalonien.html

 

http://www.mein-barcelona.com/cagatio.html

 

http://www.mein-barcelona.com/caganer.html

Bildquellen

Wikimedia Commons

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cagatio.jpg

https://es.wikipedia.org/wiki/Caganer#/media/File:Caganer_al_pessebre.jpg

Katalonien – das bringt mich doch gleich zum nächsten Punkt des musikalischen Adventskalenders – zu unserer Quizfrage:

Wie heißt der berühmte Tenor aus Katalonien, der am 5. Dezember 1946 in Barcelona geboren wurde?

Die Auflösung gibt’s im musikalischen Adventskalender vom 5. Dezember.

3. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

3. Dezember

Ein Räppchen zum Reiten

Gestern ging es in unserem musikalischen Adventskalender noch um ein Auto zum Fahren – nämlich um die BMW Isetta, jenes Rollermobil, das unter dem Spitznamen „Adventsauto“ in die Geschichte eingegangen ist.

In unserem heutigen Adventstürchen geht es um die kleinen und großen Wünsche zum Weihnachtsfest, jedoch nicht um einen vierrädrigen fahrbaren Untersatz, sondern um ein vierbeiniges Wesen – um ein Pferdchen, genauer gesagt: ein Räppchen zum Reiten!

Dieses alte, fröhliche Weihnachtslied fand ich in meinem Notenarchiv – in einem antiquarischen Album, das im Musikverlag BREITKOPF & HÄRTEL unter der Editionsnummer E.B. 4440 erschienen ist. Es ist zwar eigentlich ein Kinderlied, da es sich jedoch um eine Rarität handelt, wurde es in den musikalischen Adventskalender aufgenommen.

Der Komponist heißt Carl Reinecke, mit vollständigem Namen: Carl Heinrich Carsten Reinecke. Er hat von 1824 – 1910 gelebt und fällt stilistisch in die Epoche der deutschen Romantik. Carl Reinecke war Pianist, Komponist und Dirigent. Er leitete unter anderem das berühmte Gewandhausorchester in Leipzig.

Carl Reineckes Kompositionsstil ist eher konservativ und romantisch-klassizistisch. Seine Kompositionen sind stark an Mendelssohn und Schumann angelehnt. In seinen späteren Werken sind auch Einflüsse von Chopin und Brahms erkennbar. Doch auch die Wiener Klassiker, allen voran Mozart, blieben zeitlebens seine Vorbilder.

Das Weihnachtslied „Ein Räppchen zum Reiten“ von Carl Reinecke stammt noch aus der „guten alten Zeit“, aus einer „heilen“ Welt, wie wir sie heute nicht mehr kennen. Damals gab es noch keine Handys, Fernseher und Computerspiele. Die Kinder wünschten sich vom Christkind noch Pferdchen, Püppchen, Geigen, Flöten, Glöckchen und vieles andere mehr. Das waren noch Zeiten!

Ein Räppchen zum Reiten

Ein Räppchen zum Reiten, ein Püppchen zum Kleiden,
ein Kütschlein zum Fahren, ein Büchslein zum Sparen,
zum Kochen ein Küchlein, zum Lesen ein Büchlein,
viel Steine zum Bau’n, viel Äpfel zum Kau’n
und ein Geiglein zum Greifen, ein Flötlein zum Pfeifen
und Glöcklein zum Klingen wird’s Christkindlein bringen.

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Aus dem Notenarchiv von Sylvia Kreye (Ausschnitt)

Quelle: Weihnachts-Album für die deutsche Familie, 30 der beliebtesten Weihnachts-, Sylvester- und Neujahrslieder, hrsg. von F. H. Schneider, für Gesang und Klavier oder Klavier allein, BREITKOPF & HÄRTEL Leipzig-Wiesbaden, E.B. 4440.

Aus Gründen des Copyrights wurde hier lediglich ein kleiner Ausschnitt (nur die Gesangsstimme) wiedergegeben. – Die vollständige Version des Liedes „Ein Räppchen zum Reiten“ (Ausgabe für Gesang und Klavier) ist im neueren Band „Unser Kind will tanzen“ im Verlag BREITKOPF & HÄRTEL, unter der Editionsnummer EB 7324, erschienen.

Ein Pferd als Weihnachtswunsch im Lied

Als Pferdefreundin konnte ich mir diese musikalische Rarität aus dem 19. Jahrhundert nicht verkneifen! Auch manch ein/e Erwachsene/r würde sich wohl noch so ein Räppchen zum Reiten wünschen! Aber auch über einen Schimmel, einen Braunen, einen Fuchs oder Falben würde man sich freuen. A propos Schimmel: Wie wär’s denn zum Beispiel mit einem barocken Lipizzaner? Oder schlägt das Herz des Pferdfreundes / der Pferdefreundin wohl eher für einen gemütlichen Isländer oder Haflinger?

Allerdings dürfte im Lied von Carl Reinecke wohl eher ein schwarzes Schaukelpferdchen gemeint sein, wie man es von historischen Bildern aus dem 19. Jahrhundert kennt. – Wie auch immer: Im Herzen sind wir wohl alle noch ein wenig Kinder geblieben, besonders zu Weihnachten! 

Beim Thema Pferd und „Ein Räppchen zum Reiten“ denkt man unwillkürlich auch noch an ein anderes Lied, das häufig zu Weihnachten gesungen wird. Es wurde von vielen Sängern interpretiert und schließlich als Schlager – insbesondere in der Interpretation von Heintje – weltbekannt: Mamatschi, schenk‘ mir ein Pferdchen von Oskar Schima. Wegen des traurigen Textes könnte man es eigentlich eher als Lied im Volkston denn als Schlager bezeichnen. Hier ist nun der Text von „Mamatschi“:

Mamatschi, schenk‘ mir ein Pferdchen

Es war einmal ein kleines Bübchen,
das bettelte so wundersüß:
„Mamatschi, schenk emir ein Pferdchen ! –
Ein Pferdchen wär‘ mein Paradies.“
Darauf bekam der kleine Mann
ein Schimmel-Paar aus Marzipan.
Die sieht er an. Er weint und spricht:
„Solche Pferde wollt‘ ich nicht.“

„Mamatschi, schenk‘ mir ein Pferdchen !
Ein Pferdchen wär‘ mein Paradies.
Mamatschi, solche Pferde wollt‘ ich nicht.“

Die Zeit verging. Der Knabe wünschte
vom Weihnachtsmann nichts als ein Pferd.
Da kam das Christkindlein geflogen
und schenkte ihm was er begehrt.
Auf einem Tische stehen stolz
vier Pferde aus lackiertem Holz.
Die sieht er an. Er weint und spricht:
„Solche Pferde wollt‘ ich nicht.“

„Mamatschi, schenk‘ mir ein Pferdchen !
Ein Pferdchen wär‘ mein Paradies.
Mamatschi, solche Pferde wollt‘ ich nicht.“

Und es vergingen viele Jahre
und aus dem Knaben ward ein Mann.
Dann eines Tages vor dem Tore,
da hielt ein herrliches Gespann.
Vor einer Prunk-Kalesche standen
vier Pferde, reich geschmückt und schön.
Die holten ihm sein liebes Mütterlein.
Da fiel ihm seine Jugend ein.

„Mamatschi, schenk‘ mir ein Pferdchen !
Ein Pferdchen wär‘ mein Paradies.
Mamatschi, Trauerpferde wollt‘ ich nicht.“

Von diesem Lied gibt es ein schönes Video auf YouTube, das im Dezember 2017 zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein Simons (besser bekannt als „Heintje“) bei TELAMO erschienen ist. Das Besondere an dieser Aufnahme: Der erwachsene Hein Simons singt hier im Duett mit seinem jüngeren Ich.

Quelle: YouTube, Schlager für Alle/TELAMO GmbH, München 

2. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

2. Dezember

Heute geht es im musikalischen Adventskalender um das sogenannte Adventsauto und die Auflösung unserer Quizfrage von gestern. 

Auflösung der Quizfrage vom 1. Dezember: 

Welches Automobil ist als „Adventsauto“ in die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders eingegangen?  

Es war die BMW Isetta, ein Kleinauto des Herstellers BMW. Dass dieses Modell unter dem Spitznamen „Adventsauto“ in die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders eingegangen ist, hat einen besonderen Grund.

Die BMW Isetta war ein Rollermobil, das die Bayerischen Motorenwerke (BMW) von 1955 bis 1962 im Rahmen eines Lizenzvertrages mit dem italienischen Autohersteller ISO bauten. Das zwischen Motorrad und Auto einzuordnende Fahrzeug wurde auch als „Motocoupé“ bezeichnet. 

Die BMW Isetta wurde als geschlossener Zweisitzer mit Fronttür und (im Gegensatz zum dreirädrigen italienischen Original) mit vier Rädern hergestellt. Wie bei einem Kühlschrank wurde bei diesem Gefährt die Fronttür aufgeklappt. Das Lenkrad schwenkte mit der Fronttür seitlich nach vorn und ermöglichte so einen bequemen Einstieg in den Innenraum. Der italienische Originalhersteller stellte auch Kühlschränke her. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die Konstruktion der Isetta von einem Kühlschrank inspiriert wurde.

Bei diesem Modell gingen die Türen nach oben auf (siehe Bild). Also assoziierte man dieses Auto unwillkürlich mit der ersten Textzeile des Adventsliedes „Macht hoch die Tür“.

Neben der Bezeichnung „Adventsauto“ kursierten im Volksmund damals noch weitere Spitznamen dieses kuriosen Rollermobils: Halleluja-Auto, Knutschkugel, Asphaltblase und Nuckelpinne.  Wegen der hinten deutlich engeren Spurweite wurde die BMW Isetta bisweilen auch spöttisch Schlaglochsuchgerät genannt.

Quellen zum Adventsauto BMW Isetta

https://de.wikipedia.org/wiki/BMW_Isetta      

http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/124505/BMW_Isetta

Interessant ist auch der Artikel von Markus Bastel auf Google+:

https://plus.google.com/108230885074033367550/posts/7wsgu3iSJNe

Weiterführende Quellen & Literatur

Informationen zu BMW

Definition Großserie (Diagramm auf Seite 5)

Horst Seehofer in einer Rede vom 20. Mai 2010

Werner Oswald: Alle BMW Automobile seit 1928. Motor Buch Verlag, S.      112 und S. 144.

Andy Schwietzer und Manfred Seehusen: Isetta: Ein Auto bewegt die Welt.

Bildquelle Beitragsbild

Markus Bastel, veröffentlicht auf Google+, 10.03.2016

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Macht hoch die Tür

Nach diesem kleinen Ausflug in die Zeit der goldenen 50er Jahre und des deutschen Wirtschaftswunders wollen wir in die Welt der Musik zurückkehren. Hier kommt noch einmal die Melodie des Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ (mit dem Text der ersten Strophe):

Macht hoch die Tür, handschriftlich notiert von Sylvia Kreye

Bild: Noten und erste Strophe zum Adventslied „Macht hoch die Tür“ (handschriftlich notiert von Sylvia Kreye)

1. Dezember | Adventskalender

Musikalischer Adventskalender

1. Dezember

In unserem musikalischen Adventskalender vom 1. Dezember geht es um das Adventslied „Macht hoch die Tür“. Am Schluss gibt’s noch eine Quizfrage.

Macht hoch die Tür

1. ) Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.

2.) Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unser Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat.

(Aus dem Gesangbuch J. A. Freylinghausen, Halle 1704, Text von Georg Weißel)

Das Adventslied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, entstanden in Halle im Jahre 1704, gehört noch der Eposche des Barock an. Es wird sowohl in der evangelischen als auch in der römisch-katholischen Kirche gesungen und ist aus keinem Adventskonzert wegzudenken. Besonders stimmungsvoll und festlich wird es, wenn es in voller Besetzung mit Chor und Orchester erklingt.

Passend zum heutigen „Türchen“ (Adventslied und Adventsauto) möchte ich noch ein schönes Video teilen. Wir hören das Lied „Macht hoch die Tür“, gesungen vom Chor der Dresdner Frauenkirche:

So, liebe Musikfreunde, nun könnt ihr schon einmal den Text des Adventsliedes „Macht hoch die Tür“ auswendig lernen. Vielen Menschen ist dieses traditionelle deutsche Adventslied vielleicht gar nicht mehr so bekannt.

Wenn’s um musikalische Fragen sowie um die Gesangs- bzw. Spieltechnik geht, so könnt ihr euch gern an Lingua & Musica wenden. Wenn ihr singen oder ein Instrument erlernen wollt, könnt ihr euch zum Gesangs- oder Musikunterricht anmelden. Sylvia hilft euch gern beim Einstudieren! Bis Weihnachten haben wir ja noch 23 Tage Zeit!

Am Ende des heutigen musikalischen Adventskalenders gibt’s nun noch eine Quizfrage:

Welches Automobil ist als „Adventsauto“ in die Geschichte des deutschen Wirtschaftswunders eingegangen?  

Morgen gibt’s die Auflösung auf der Homepage von Lingua & Musica!

Es weihnachtet sehr bei LINGUA & MUSICA

Es weihnachtet sehr bei Lingua & Musica

Mit Weihnachtsliedern und festlichen Klängen durch die Adventszeit

es-weihnachtet-sehr-ein-gedicht-von-sylvia-kreye

Es weihnachtet sehr bei Lingua & Musica. Das Weihnachtsfest naht mit großen Schritten. Daher sollen uns in den nächsten Wochen Weihnachtslieder und festliche Klänge durch die Adventszeit begleiten. Auf diese Weise wollen wir uns das Warten auf das Weihnachtsfest verschönern. Und was wäre eine Adventszeit oder ein Weihnachtsfest ohne Musik?

Damit auch alle Weihnachtslieder bis zum Fest richtig sitzen, bin ich beim Einstudieren der Melodien und Texte gern behilflich. Dabei stütze ich mich auf mein Fachwissen und meine langjährige Berufspraxis als Sängerin, Musikerin und Musikpädagogin.

Damit es noch ein wenig spannender wird, gibt es auf Lingua & Musica in der Zeit vom 1. – 24. Dezember einen musikalischen Adventskalender mit interessanten Beiträgen zu Weihnachtsbräuchen und Weihnachtsliedern in verschiedenen Sprachen. Täglich wird in unserem musikalischen Adventskalender ein neues Türchen geöffnet. Es führt jeweils zu einem bestimmten Weihnachtslied oder zu einer betimmten Region mit ihren typischen, ureigenen Weihnachtsbräuchen.

Die Beiträge sind unter http://linguamusica.eu/der-musikalische-adventskalender und dem jeweiligen Datum nachzulesen, zum Beispiel:

http://linguamusica.eu/der-musikalische-adventskalender-1-dezember

Lingua & Musica wünscht allen Sänger/innen und Musiker/innen, allen Musik- und Opernfreund/innen sowie allen Besucher/innen dieser Website eine frohe Adventszeit.

Weihnachtsaktion bei Lingua & Musica: 

Musikunterricht zu ermäßigten Preisen (bis Ende Dezember)

Als diplomierte Sängerin und staatlich geprüfte Musiklehrerin biete ich qualifizierten Musikunterricht für Junge, Junggebliebene und Spätberufene in den folgenden Fächern an:

  • Gesang
  • Violoncello
  • Gitarre
  • Klavier

Melden Sie sich doch am besten gleich zum Musikunterricht an, damit Sie rechtzeitig zum Weihnachtsfest unter dem Weihnachtsbaum die schönsten Weihnachtslieder singen und im Familienkreis ein wenig Hausmusik machen können. Weitere Informationen finden Sie auf:

WICHTIG: Bis Ende Dezember profitieren Sie bei LINGUA & MUSICA noch von der Weihnachtsaktion und Musikstunden zu ermäßigten Preisen: 

  • € 26,– je Unterrichtseinheit zu 45 Minuten (statt € 33,–)
  • € 32,– je Unterrichtseinheit zu 60 Minuten (statt € 40,–)

Ich freue mich auf Ihre Anfrage und wünsche Ihnen noch eine frohe Adventszeit!

Hier geht’s zum Anmeldeformular:

Anmeldeformular_Musikunterricht_Lingua & Musica