Eine musikalische Reise durch Europa mit dem Duo Sogno d’Or

Eine musikalische Reise durch Europa mit dem Duo Sogno d’Or

Das Duo Sogno d’Or tritt am 20. November 2019 erneut im Wiener Theaterkeller auf. Die Ausführenden sind: Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier). Wie schon im April, so steht das Programm auch diesmal wieder unter dem Motto: Eine musikalische Reise durch Europa.

Veranstaltungsdetails

Bald geht es wieder los: Aufgrund der positiven Rückmeldungen auf die beiden Konzerte im April nimmt das Duo Sogno d’Or seine Zuhörer/innen noch einmal mit auf Eine musikalische Reise durch Europa.

Die Ausführenden sind: Sylvia Kreye, Gesang, und Edmund Hauswirth, Klavier.

„Tatort“ und Start der musikalischen Reise: WIENER THEATERKELLER, Hegergasse 9, 1030 Wien, 20. November 2019, 19.30 Uhr.

Eine musikalische Reise durch Europa

Unser buntes Crossover-Programm steht auch diesmal wieder unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa. Dabei wollen wir sieben Länder Europas bereisen.

„Come un sogno d’or“ (Wie ein Traum aus Gold) Diese Liedzeile aus der Toselli-Serenade hat uns zur Namensgebung unseres Ensembles inspiriert. Wie ein Traum aus Gold soll auch unsere musikalische Reise durch Europa anmuten und Erinnerungen an goldene Zeiten wecken.  Für unser Programm haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen, Evergreens & Schlager ausgewählt.

Die kulturelle Vielfalt Europas äußert sich vor allem in den verschiedenen Musikstilen und Sprachen. Damit die Zuhörer einen lebendigen Eindruck von der klanglichen und sprachlichen Diversität der verschiedenen Länder Europas bekommen, werden wir die Lieder in der jeweiligen Originalsprache vortragen. Auch deshalb, weil die Originalsprache in der Regel schöner klingt als die deutschen Übersetzungen, die sich inhaltlich meist sehr weit vom Originaltext entfernen. Die Lieder, Chansons und Kanzonen werden in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch) vorgetragen.

Zum besseren Verständnis der Liedtexte werden wir unsere Zuhörer/innen durch das Programm führen.

Kommen Sie mit auf unsere musikalische Reise durch Europa. Es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Karten

Wiener Theaterkeller
Tel.: 0043 664 38 12 074
E-Mail: levar@villapannonica.at
Vorverkauf: € 15,– / Abendkassa: € 17,–
Wir freuen uns auf unseren Auftritt und Ihr Kommen!

Weitere Informationen

CIARIVARI – Verein zur Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft
Programm Wiener Theaterkeller

https://www.ciarivari.at/

Seit Ende August 2018 trifft sich das Duo Sogno d’Or regelmäßig zu intensiven Proben und freut sich auf weitere musikalische Engagements. Auch für 2020 sind bereits Auftritte in Planung.

Wenn Sie das Duo Sogno d’Or buchen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage:

http://linguamusica.eu/kontakt/

www.event-piano.com

HEIN SIMONS – LEBENSLIEDER – CD-Rezension

HEIN SIMONS – LEBENSLIEDER

CD-Rezension von Sylvia Kreye

Heute, am 6. September, erscheint bei TELAMO das neue Album LEBENSLIEDER von Hein Simons. Es ist das persönlichste Album des Sängers – eine musikalische Zeitreise mit deutschsprachigen Coverversionen unvergessener Hits. Nach seinem erfolgreichen Jubiläumsalbum HEINTJE UND ICH, auf dem der Sänger im Duett mit seinem jüngeren Ich singt, widmet sich Hein Simons nun jenen zeitlosen Klassikern, die kombiniert den Soundtrack seines Lebens ergeben, weil sie ihn über Jahrzehnte hinweg begleitet, bewegt, getröstet und inspiriert haben. Es sind Klassiker von Vorbildern und Kollegen aus aller Welt, von Peter Alexander bis Udo Jürgens, von Caterina Valente bis Freddy Quinn, von Frank Sinatra über Elvis Presley bis hin zu Joe Cocker.  

Hein Simons, LEBENSLIEDER – Neues Album erscheint bei TELAMO

Anknüpfend an den Sensationserfolg seines Top-10-Albums HEINTJE UND ICH, widmet sich Hein Simons nun jenen zeitlosen Klassikern, die kombiniert den Soundtrack seines Lebens ergeben – weil sie ihn über Jahrzehnte hinweg begleitet, bewegt, getröstet und inspiriert haben.

Das brandneue Album LEBENSLIEDER vereint 15 sehr persönliche, vom angestammten Erfolgsproduzenten Christian Geller extrem facettenreich arrangierte Coversongs.

Der mittlerweile 64-jährige Hein Simons bezeichnet den Longplayer treffend als „eine Zeitreise“, als „eine Reise entlang jener Lieder, die in meinem Leben einfach eine wahnsinnig große Rolle gespielt haben“.

Man hört sofort, dass zwischen Hein Simons und diesen Songs eine innige und intensive Beziehung besteht, denn schließlich sind es ausnahmslos Klassiker von Vorbildern und Kollegen aus aller Welt – Melodien, die ihn über die Jahre hinweg begleitet haben. Sie ergeben zusammen den Soundtrack zu seinem Leben – seine „Lebenslieder“.

„Auch Dinge, die man vielleicht nicht unbedingt von mir erwarten würde“, seien dabei, erklärt der Niederländer Hein Simons, der alle Titel auf Deutsch eingesungen hat. „Auch kann ich endlich mal zeigen, was ich mit meiner heutigen Stimme alles machen kann“, fügt der in Belgien lebende Sänger hinzu.

„Mir war wichtig, dass diese Songs eben auch nach mir klingen, also nicht bloß 1:1 nachgesungen“, sagt Hein Simons abschließend über sein neues Album „Lebenslieder“. Das Ergebnis ist ein wunderschönes Coveralbum, mit dem er sich vor seinen persönlichen Helden verneigt – und dabei selbst ganz neue musikalische Facetten präsentiert.

Sein persönlichstes Album

Die persönlichen Erinnerungen, die Hein Simons mit den Liedern und Künstlern verbindet, sind so interessant und spannend, dass es sich lohnt, sie hier ungekürzt wiederzugeben:

 1: „California Blue“

„‘California Blue’, Roy Orbison, ganz toller, großer Künstler, den ich wirklich sehr verehre. Gerade dieser Song zählt zu meinen absoluten Favoriten, weshalb ich schon länger den Wunsch hatte, selbst eine Version davon einzusingen. Für diesen Titel, aber auch ganz allgemein für dieses ganze Album gilt: Ich finde es toll, auch Dinge zu präsentieren, die wohl die meisten Leute in dieser Form nicht unbedingt von mir erwartet hätten. So kann ich zum Beispiel endlich auch mal zeigen, was ich mit meiner Stimme, meiner heutigen Stimme alles machen kann. In diesem Fall ist es der Übergang von Normalstimme zur Kopfstimme, was die Sache schon deutlich interessanter macht…“

2: „Bist du einsam heut Nacht“ (Are you lonesome tonight)

„Ich war damals gerade in Amerika zu Gast und bin dort in vielen großen TV-Sendungen aufgetreten; unter anderem durfte ich mit Leuten wie Gene Kelly, Lee Marvin und den Osmond Brothers auftreten. Die Osmonds spielten damals im Vorprogramm von Elvis, der in Vegas seine eigene Show hatte. Und obwohl ich immer gerne aufgetreten bin, war ich damals eher so drauf, dass ich nach getaner Arbeit am liebsten schnell wieder nach Hause wollte. Die Osmonds jedoch, die zwischen den vielen Las-Vegas-Shows nach L.A. gekommen waren, richteten mir aus, dass Elvis mich gerne einladen, mich treffen wollte – und das ist natürlich eine Geschichte, bei der es mir heute noch leidtut, dass ich es nicht gemacht habe. Mir war das damals auch nicht bewusst, wie groß das war. Tja, heute würde ich natürlich gerne etwas länger in den Staaten bleiben, um Elvis kennenzulernen – aber hinterher ist man ja immer schlauer.“

3: „Wunderbar ist die Welt“ (What a wonderful world)

„Dieser Song von Louis Armstrong ist das absolute Lieblingsstück meines Vaters. Für ihn war dieser Song einfach der allergrößte – und ich fand ihn auch schon immer wahnsinnig schön. Ich hörte ihn auch deshalb so oft, weil mein Vater diese Melodie sehr häufig sang oder pfiff. Eine kleine Erinnerung an meinen Vater, für den ich diese deutsche Coverversion letztlich auch aufgenommen habe.“

4: „Griechischer Wein“

„‘Griechischer Wein’, und Udo – natürlich – ein Mann, den ich sehr oft getroffen habe, zum Beispiel bei Fernsehsendungen. Udo Jürgens war einer der ersten großen Künstler, die ich überhaupt getroffen habe. Damals gab es in Holland noch einen großen Preis, die Grand Gala du Disque, und man bekam dort den Edison verliehen. Meine damalige Plattenfirma hatte mich nach Amsterdam zur Gala eingeladen, obwohl meine erste Schallplatte noch gar nicht erschienen war – „Mama“ auf Holländisch. Sie wollten, dass ich schon mal die anderen Künstler kennenlerne. Unter anderem lernte ich so also Udo kennen, und das Schöne ist, dass ich ein, zwei Jahre später dann selber diesen Preis entgegennehmen durfte. Danach haben sich meine und Udos Wege noch sehr, sehr häufig gekreuzt.“

5: „Fremde in der Nacht“ (Strangers in the night)

„Das ist so ein Song, der mich wirklich schon immer begleitet – seit es ihn gibt. Ein Deutscher hat ihn geschrieben, Bert Kaempfert. Wie das ganze Album, ist das so ein Titel, der einen wirklich mitnimmt auf eine Zeitreise, eine Reise entlang jener Lieder, die in meinem Leben einfach eine sehr große Rolle gespielt haben. Und da darf Frank Sinatra nicht fehlen.“

6: „Buona Notte Bambino“

„Ja, das ist eines der schönsten Lieder, das ich kenne. Ist von einem Italiener geschrieben, Rocco Granata, der wie ich in Belgien lebt. Wir haben überhaupt viel gemeinsam: Seine Eltern waren Gastarbeiter, die unter Tage gearbeitet haben, und Rocco hat zunächst eher bloß nebenher Musik gemacht – wobei unter anderem dieser Hit entstanden ist. Ein weiterer toller Song aus dieser Zeit, der auch aus seiner Feder stammt, ist „Marina“ – „Marina, Marina, Marina“. Wie man sieht, war’s gar nicht so leicht, sich auf die endgültigen Titel für dieses Album festzulegen – es gibt einfach zu viele schöne Lieder –, aber dieser hier musste dabei sein.“

7: „Und manchmal weinst du sicher ein paar Tränen“

„Zu ihm brauche ich wohl nicht viel zu sagen, denn mit Peter verbindet mich natürlich sehr viel. Ein Mann, den ich bewundere, die Art und Weise, wie er gearbeitet hat, wie er vorbereitet war…

Schließlich habe ich während der Dreharbeiten von Filmen zum Teil mehrere Monate mit ihm verbracht. Ja, es war schon ein sehr persönliches Verhältnis. Ich war mit ihm angeln – genauer: fliegenfischen, was auch nicht jeder von sich behaupten kann. Wie ein echter Profi hat er das beherrscht; das war so beeindruckend, dass ich eigentlich mehr zugeschaut habe. Wir waren von Kopf bis Fuß in Ölzeug gekleidet, mit so ganz langen Stiefeln und Hosen…

Gerade der Text dieses Stücks fasziniert mich: Es ist eine so wahre Geschichte, und ich meine, das ist ein Titel, den hat er vor 40 Jahren gesungen, glaube ich, und das ist auch heute noch so, dass sich die Leute zu wenig Zeit füreinander nehmen. Vor allen Dingen Mann und Frau.“

8: „Wo meine Sonne scheint“ (Island in the sun)

„Caterina Valente war die allererste Künstlerin, die ich im Fernsehen kennengelernt habe. Das war bei einer großen Show in Belgien. Ich durfte ja am Anfang in Holland gar nicht auftreten, also lief das dann über Belgien. Und da habe ich dann ganz früh die Valente getroffen – wie so oft in den Jahren danach. Sie ist ja eigentlich ein Zirkuskind, und das hat sie mir auch häufiger gezeigt: Sie zeigte mir dann etwa, was man mit sechs oder acht Bällen machen kann. Sie konnte allerhand Tricks, und das war immer sehr unterhaltsam.“

9: „Die Gitarre und das Meer“

„Freddy Quinn ist ein ähnlicher Fall wie die Valente: Er hat auch im Zirkus gearbeitet, Seemann war er noch dazu; der hat alles Mögliche gemacht, war ein total Verrückter. Wie fit und wie zäh der war, rein körperlich! Ich war mit ihm mal oben im Bayerischen Hof, da gibt’s dieses Schwimmbad und diese Balustrade, und er hat doch tatsächlich einen Handstand auf der Balustrade gemacht! Großer Künstler!“

10: „Kalkutta liegt am Ganges“

Das war meine allererste Fernsehsendung in Deutschland. Damals mit ‘Mama’ noch, und Vico Torriani hatte kurz zuvor die Show ‘Der Goldene Schuss’ übernommen. Ich hatte dann meine Premiere in seiner Show, und danach traf ich ihn nicht nur in seiner Sendung wieder, denn wir haben auch mal fürs ZDF so einen Film gedreht, der hieß ‘Vico, Heintje und ein Elefant’. Das Lied selbst ist ein echter Zungenbrecher, muss man dazu wissen, also da braucht man wirklich wahnsinnig viel Luft, um das zu schaffen – aber das Ergebnis ist witzig geworden.“

11: „Komm in meine Welt“ (Welcome to my world)

„Es gibt ja etliche Versionen von diesem Lied, aber Jim Reeves hatte damit einen großen Hit. Ein ganz, ganz altes Lied, ein wunderschönes Lied ist das. „Welcome to My World“ hieß das Original, und besonders mit meinem damaligen Produzenten haben wir diesen Song rauf und runter gehört. Absoluter Wunschtitel also, den ich wie alle Songs auf Deutsch machen wollte, weil in der Originalsprache kann man ja gleich das Original hören: Besser kann man’s bei derartigen Titeln so oder so nicht machen. Mir war wichtig, dass die Songs eben auch ein wenig nach mir klingen, nach Hein Simons, also nicht bloß 1:1 nachgesungen.“

12: „Wenn du in meinen Träumen“ (Somewhere over the rainbow)

„Also die Version von Judy Garland habe ich damals im Fernsehen gesehen, und die fand ich sofort ganz toll. Der Song selbst ist ja vor gar nicht so langer Zeit auch noch einmal von diesem Hawaiianer – Israel Kamakawiwo’ole – aufgenommen worden. Ein echter Klassiker, der auch auf Deutsch hervorragend funktioniert.“

13: „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“

„Auch so ein Klassiker, den schon viele Kollegen eingesungen haben in den letzten vier, fünf Jahrzehnten – weil er einfach nie alt wird! Was mich angeht, habe ich den Song zuletzt schon immer in meiner Live-Show präsentiert, als Teil von einem Medley; insofern war die Wahl also gewissermaßen schon gefallen, als die Idee für dieses Album noch nicht mal im Raum stand.“

14: „Ein Lied für die Kinder“ (Song for the children)

„Oscar Harris ist ein guter Freund von mir, der diesen Titel einst in Holland gesungen hat. Bei uns war das damals ein großer Hit, der mir auch sofort sehr gut gefallen hat. Auch den Songschreiber, Dries Holten, kenne ich persönlich sehr gut; aus seiner Feder stammt zum Beispiel auch die „Immer wieder sonntags“-Melodie. Ich rief ihn also an und fragte, ob ich eine Aufnahme von diesem Lied machen könnte, und er sagte nur: ‘Da wäre ich echt sehr, sehr stolz, wenn du das aufnimmst.’“

15: „Du bist so wundervoll“ (You are so beautiful)

„Ich muss gestehen, dass ich bei diesem Song durchaus an mich gedacht habe: Mit so einem Titel nämlich wollte ich einfach zeigen, was ich mit meiner Stimme machen kann. Es ist schon ein sehr anspruchsvoller Song. Über Joe Cocker brauchen wir nicht zu reden: Eine Legende, und ich fand’s besonders toll, dass er so eine Ballade gemacht hat. Ich hab’s nun auf meine Art gemacht, mit meiner Stimme, meiner Herangehensweise, und ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Auch auf die Gefahr hin, dass der eine oder andere Fan von ganz früher sich vielleicht wundern wird über die Titelwahl, war mir gerade dieses Stück für die neue CD sehr, sehr wichtig.“

(Textquelle: TELAMO, Track by Track zu Hein Simons, Lebenslieder)

Klangvoller Bariton

Dass Hein Simons zu diesen unvergessenen Melodien eine große Affinität hat, spürt man deutlich an seinem Gesang. Es ist beeindruckend, was der Sänger musikalisch und stimmlich aus diesen Evergreens herausholt, wie er es schafft, den von ihm bewunderten Künstlern ein musikalisches Denkmal zu setzen.

Mit seinen 64 Lenzen ist Hein Simons das Alter stimmlich nicht anzumerken. Wenn auch seine Stimme in den letzten Jahren nachgedunkelt ist, verfügt er nach wie vor über einen großen Stimmumfang, eine schöne, ausladende Mittellage und eine Strahlkraft (gerade auch in der höheren Baritonlage), wie sie bei Sängern in der Schlagerbranche nur noch selten anzutreffen ist.

Gerade auch in diesen „Lebensliedern“ überzeugt Hein Simons durch seinen klangvollen, tragfähigen Bariton und seine Ausdrucksstärke. Mit seinen gefühlvollen Interpretationen und seinem samtigen Timbre gelingt es ihm, seine Zuhörer zu berühren. Warm und ausdrucksvoll klingt seine Stimme in Welthits wie „Wunderbar ist die Welt“ (What a wonderful world), „Fremde in der Nacht“ (Strangers in the night), „Wenn du in meinen Träumen“ (Somewhere over the rainbow), „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ und „Wo meine Sonne scheint“ – um nur einige zu nennen.

Hein Simons versteht es, seine Kopfstimme geschickt einzusetzen. Dies zeigt sich besonders in Liedern wie „California Blue“ oder „Die Gitarre und das Meer“. Am Schluss der Ballade „Du bist so wundervoll“ (die deutsche Version des Joe-Cocker-Songs „You are so beautiful“) sorgt er für eine interessante vokale Überraschung: Durch ein ausdrucksvolles Kopfstimmen-Piano auf dem hohen Ton verleiht er seinem Gesang eine besonders weiche, zarte Klangfarbe, wodurch die Ballade einen romantisch verinnerlichten Charakter bekommt. Das geht wirklich zu Herzen. Dank seiner warmen Stimme und seiner persönlichen Interpretation kommen viele dieser unvergesslichen Melodien (gerade auch die Joe-Cocker-Ballade) sogar noch besser zum Ausdruck als die jeweiligen Originalfassungen.

Stimmige Spezialarrangements

Wie schon beim Jubiläumsalbum HEINTJE UND ICH, erweist sich Christian Geller auch im Falle der LEBENSLIEDER als einfallsreicher und einfühlsamer Produzent. Er hat geradezu ein untrügliches Gespür für ansprechende Spezialarrangements, die für Hein Simons und seine Stimme maßgeschneidert sind. Wie schon bei dem Album HEINTJE UND ICH, so bestechen auch die Arrangements der LEBENSLIEDER durch den üppigen Klang der Gitarren und den Einsatz von Chor und Streichinstrumenten. Es ist bemerkenswert, wie es dem Produzenten gelingt, diesen Klassikern durch seine facettenreichen Arrangements neues Leben einzuhauchen.

Es ist ein angenehmer Gegensatz zu dem heutzutage in der Schlagerszene weit verbreiteten Disco-Sound, bei dem die Gesangsstimme häufig von den Begleitinstrumenten zugedeckt wird. Erneut ist es Christian Geller gelungen, mit seinen einfallsreichen Arrangements einen ganz speziellen, charakteristischen Sound zu kreieren und somit einen hohen Wiedererkennungswert zu schaffen.

Aber ein kleiner Wermutstropfen bleibt dennoch: Auch bei diesem Album wurde der „Sound“ am Computer gemischt – ein Verfahren, das sich bei heutigen Studioproduktionen in der U-Musik durchgesetzt hat und allgegenwärtig ist. Jeder Musiker hört sofort, dass es sich hier um einen synthetischen Sound handelt und keine „richtigen“ Gitarren bzw. Streichinstrumente zum Einsatz kommen. Ich persönlich würde mir auch für den deutschen Schlager eine „Renaissance“ der natürlichen Musikinstrumente sehr wünschen. Dann würden auch wieder mehr Musiker/-innen Arbeit bekommen. Aber das bleibt wohl in der heutigen Schlagerszene ein Wunschtraum!

Single als Vorgeschmack auf das neue Album

Als kleiner Vorgeschmack auf das neue Album erschien bereits am 21. Juni 2019 die Single „Wo meine Sonne scheint“, ein Klassiker, der durch Harry Belafonte (englische Originalversion: Island in the sun) und Caterina Valente (deutschsprachige Version) berühmt geworden ist. Mit seinem neuen Titel „Wo meine Sonne scheint“ ist Hein Simons bereits seit Wochen in diversen Hitparaden erfolgreich vertreten.

Außerdem ist als Auskopplung zum Album soeben noch die Single „California Blue“ erschienen.

Rechtzeitig zum Erscheinungsdatum des Albums LEBENSLIEDER wurde auf YouTube auch das offizielle Video zu „California Blue“ veröffentlicht:

Heute, am 6. September, erscheint nun das neue Album LEBENSLIEDER. Passend zur CD wird es auch diesmal wieder eine DVD mit Musikvideos geben. Das Album wurde auch bereits im Deutschen Musikfernsehen (in der Sendung „Hein Simons auf den Spuren von Heintje“) mehrmals vorgestellt. Und das kann man schon versprechen: Es wird ein sehr schönes, stimmungsvolles Album.

Das Album ist ab sofort online und im Handel erhältlich. Die CD, die DVD und die Fanbox können bei Shop24Direct bereits vorbestellt werden. Hier geht’s zur Bestellung:

CD:                 https://www.shop24direct.at/produkt/lebenslieder-431320-431320

DVD:             https://www.shop24direct.at/produkt/lebenslieder-dvd-440164

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CD+DVD-Paket + Gratis Kalender 2020: https://www.shop24direct.at/produkt/lebenslieder-cd-dvd-paket-gratis-kalender-2020-2028756

Ein halbes Jahrhundert voll Gesang und Musik

Auf ein halbes Jahrhundert voll Gesang und Musik kann Hein Simons nun schon zurückblicken. Für seine Musikalität, sein Naturtalent und seinen gesunden Instinkt für das Singen habe ich diesen Sänger schon immer sehr bewundert. Er ist und bleibt mein Favorit und Vorbild im Bereich der Unterhaltungsmusik.

Mit seinem umfangreichen Repertoire und seiner schönen, modulationsfähigen Stimme gelingt es Hein Simons immer wieder, seine Zuhörer (nicht nur seine eingefleischten Fans) zu begeistern – und das nun schon seit mehr als fünf Jahrzehnten. Er versteht es einfach, auf der Bühne zu kommunizieren und das Publikum in seinen Bann zu ziehen.

Als Kinderstar rührte er unter dem Namen „Heintje“ seine Fans (vor allem die Mütter) zu Tränen. Auch wenn es für ihn als Erwachsenen naturgemäß schwieriger wurde, an seine früheren Erfolge anzuknüpfen, ist Hein Simons stets der Musik und auch sich selbst treu geblieben. Er hat sich nie verbiegen lassen – und das ist auch gut so! Dank seiner stimmlichen Möglichkeiten sorgte er immer wieder für freudige Überraschungen: So konnte er mit gelungenen Parodien (in den späten 70er Jahren) ebenso überzeugen wie mit Schlagern, Volksmusik und Welthits. Auch in den neuen Bundesländern konnte er nach dem Fall des Eisernen Vorhangs viele Erfolge feiern. Seit Mitte der 90er Jahre hat er sogar eigene Songs komponiert und selbst produziert.

Im Jahr 2017 konnte er mit seinem Duett-Album HEINTJE UND ICH ein erfolgreiches Comeback feiern. Und nun folgen seine LEBENSLIEDER – ein Album, das ebenfalls großen Erfolg verspricht.

Zur Komplettierung seines umfangreichen Schaffens fehlt jetzt eigentlich nur noch ein kleiner „Ausflug“ ins klassisch-romantische Repertoire. Warum er sich – trotz seines stimmlichen Potenzials – an dieses Abenteuer bisher noch nicht so recht herangewagt hat, bleibt eine offene Frage. Aber was nicht ist, kann ja noch werden… Es würde sich sicher lohnen (und sei es zunächst nur in Form eines Bonus-Tracks). Bei seinen vielen Fans würde das sicherlich wieder für Gänsehaut-Momente sorgen.

Doch nun freuen wir uns erst einmal auf das neue Album LEBENSLIEDER. Am besten gleich bestellen – es lohnt sich!

Quellen

TELAMO, Albumfact zu Hein Simons, Lebenslieder
TELAMO, Track by Track zu Hein Simons, Lebenslieder

Bildquellen und Videos

TELAMO, CD-Cover zu Hein Simons, Lebenslieder

TELAMO, YouTube-Kanal „Schlager für alle“ – mit freundlicher Genehmigung der TELAMO GmbH

 

Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Das Duo Sogno d’Or, mit Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier), tritt am 3. und 24. April 2019 im Wiener Theaterkeller auf. Das Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa.

Was?

Konzert: Eine musikalische Reise durch Europa

Wer?

Duo Sogno d’Or – Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier)

Wann?

3. und 24. April, jeweils um 19.30 Uhr

Wo?

Wiener Theaterkeller, Hegergasse 9, 1030 Wien

Eine musikalische Reise durch Europa

Unser buntes Crossover-Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa. Für unsere beiden Konzerte am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen sowie Evergreens & Schlager ausgewählt.

Die kulturelle Vielfalt Europas äußert sich vor allem in den verschiedenen Musikstilen und Sprachen der einzelnen Länder. Damit die Zuhörer einen lebendigen Eindruck von der klanglichen und sprachlichen Diversität der verschiedenen Länder Europas bekommen, werden wir die Lieder in der jeweiligen Originalsprache vortragen. Auch deshalb, weil die Originalsprache in der Regel schöner klingt als die deutschen Übersetzungen, die sich inhaltlich meist sehr weit vom fremdsprachlichen Originaltext entfernen. Die Lieder, Chansons und Kanzonen werden in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch) vorgetragen.

Kommen Sie mit auf unsere musikalische Reise durch Europa. Es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Karten

Vorverkauf: € 15,–
Abendkassa: € 17,–
Kartenbestellungen unter Tel.: 0043 664 38 12 074
oder per E-Mail an: levar@villapannonica.at

Weitere Informationen

CIARIVARI – Verein zur Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft
Programm Wiener Theaterkeller

https://www.ciarivari.at/

Seit Ende August 2018 trifft sich das Duo Sogno d’Or regelmäßig zu intensiven Proben und freut sich auf weitere musikalische Engagements. Weitere Auftritte sind bereits in Planung.

Wenn Sie das Duo Sogno d’Or buchen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage:

http://linguamusica.eu/kontakt/

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Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

In nur wenigen Stunden geht das Jahr 2018 zu Ende. Heute möchte ich noch einmal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken. In Teil 1 meiner Story berichtete ich, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Heute geht es weiter mit Teil 2. Auch in diesem Teil spielen Hein Simons, Josep Carreras und die 8er Jahre eine wichtige Rolle.

Dezember 1988 – vor 30 Jahren: Klassische Musik & Oper – mit José Carreras

Im Frühjahr 1988 hatte ich mein Violoncello-Studium am Wiesbadener Konservatorium abgeschlossen und meine Staatliche Prüfung für Musiklehrer erfolgreich abgelegt. Nun war ich freiberuflich als Musiklehrerin an diversen Musikschulen tätig. Daneben spielte ich im Wiesbadener Orchesterverein und wirkte als Sopran im Konzertchor Darmstadt mit.

Durch die Medien hatte ich erfahren, dass der katalanische Tenor Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – soeben von seiner schweren Leukämie-Erkrankung genesen und nach erfolgreicher Behandlung in Seattle (USA) wieder in seine Heimatstadt Barcelona zurückgekehrt sei. Die Nachricht von seiner schweren Erkrankung hatte mich tief betroffen gemacht. Ich fühlte eine große Empathie mit dem Tenor und freute mich sehr über seine Genesung. Schon einige Jahre zuvor hatte ich seine schöne Stimme kennen und lieben gelernt.

Sein legendäres Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in Barcelona am 21. Juli 1988 erregte damals großes Aufsehen – ebenso wie die von ihm präsentierte „Grande notte a Verona“ am 8. August 1988. Wenn ich auch leider bei diesen Ereignissen nicht live dabei sein konnte, so verfolgte ich doch mit großem Interesse alle Berichte zu Carreras’ großartigem Comeback in den Medien. Auch an seinem umjubelten Comeback-Konzert in der Wiener Staatsoper am 16. September 1988 nahm ich großen Anteil – wenn auch zunächst nur über die Medien.

2018 - Die 8er Jahre - 1988 - José Carreras
José Carreras: Cover der LP „José Carreras live“ aus der Wiener Staatsoper (links) und Cover der LP „Misa criolla“ (rechts). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Dezember 1988 hörte ich zum ersten Mal die Aufnahme der „Misa criolla“ von Ariel Ramirez, welche José Carreras noch im Sommer 1987, kurz vor Ausbruch seiner Leukämie-Erkrankung, aufgenommen hatte. Ich war begeistert von Carreras’ Ausdrucksstärke, seiner Piano- und Legatokultur. Der Blitz hatte eingeschlagen! Spätestens jetzt wurde aus mir ein echter Carreras-Fan!

In den 90er Jahren fuhr ich, wann auch immer meine Finanzen es erlaubten, nach Wien, um Opernvorstellungen in der Wiener Staatsoper zu besuchen – vor allem natürlich, wenn José Carreras in einer Vorstellung sang. Dabei stellte ich mich mit besonderer Vorliebe für einen Stehplatz an. Das Anstellen für einen Stehplatz – bisweilen sogar das nächtliche „Anliegen“ unter den Arkaden der Wiener Staatsoper – „bewaffnet“ mit Stockerl (Hocker), Iso-Matte, einem Imbiss und einer Flasche Wein im Gepäck, das war immer ein lustiges, kurzweiliges Abenteuer! Vom Stehplatz aus erlebte ich auch die beiden anderen der drei Tenöre: Plácido Domingo (in „Walküre“, „Simone Boccanegra“) und Luciano Pavarotti (in „Andrea Chénier“). Für sagenhafte 20 Schilling (später 3 Euro) konnte man damals einen Stehplatz erwerben und die größten Opernstimmen des 20. Jahrhunderts in der Wiener Staatsoper live erleben!

Vor einigen Jahren wurde auch noch die sommerliche Veranstaltung „Oper live am Platz“ eingeführt. Dort kann man die Opernabende sogar gratis unter freiem Himmel genießen. Man kann kommen und gehen, wann man will, Picknick machen und sogar einen Hund mitbringen! Bis heute zelebriere ich das Opern-Picknick bei der Wiener Staatsoper, wenn es wieder Sommer wird und „Oper live am Platz“ auf dem Programm steht.

Dezember 1998 – vor 20 Jahren: Musikschuldozentin & private Gesangsausbildung

Seit Anfang der 90er Jahre arbeitete ich als Musikschuldozentin an der Musikschule Kelsterbach und am Gutenberg-Gymnasium in Wiesbaden. Viele Jahre lang schlug ich mich als Musikpädagogin mit einer halben Stelle in Kelsterbach und ein paar Privatschülern in Wiesbaden durch. Erst jetzt, im Erwachsenenalter, konnte ich mir Gesangsstunden leisten, jedoch musste ich mir auch diese noch vom Munde absparen.

Bereits um diese Zeit hegte ich immer wieder diesen einen Traum: Ich wollte nach Italien oder nach Wien gehen, um noch ein professionelles Gesangsstudium zu absolvieren. Infolge der prekären Jobsituation und entbehrungsreicher Jahre hatte ich die Altersgrenze für ein Studium an einer deutschen Musikhochschule inzwischen überschritten. Jedoch hatte ich herausgefunden, dass es in Wien einige private Konservatorien gibt, die auch bereit waren, ältere Student/innen aufzunehmen. Die Institute hatten sogar Öffentlichkeitsrecht, das heißt ihre Abschlussdiplome waren staatlich anerkannt.

Bis ich mir endlich diesen lang ersehnten Traum erfüllen konnte, vergingen jedoch noch einige Jahre. Es war eine Zeit der Unsicherheit und Unzufriedenheit, die von fehlenden beruflichen Perspektiven und Zukunftsängsten geprägt war und mir zunehmend aufs Gemüt schlug. Viele Tage und Nächte vergingen, bis ich endlich – nach langem Hin und Her – den Sprung ins kalte Wasser wagte, um mir den lang ersehnten Traum zu erfüllen. Im Jahre 2004 musste ich mich entscheiden: Entweder in Kelsterbach bleiben und den Job als Musikschuldozentin behalten – mit nur einer halben Stelle und ohne berufliche Perspektiven – oder den Sprung ins kalte Wasser wagen und meinen Traum leben! Im Oktober 2004 war es endlich soweit: Ich hatte mich für Wien entschieden und wagte den Schritt in eine unsichere, aber nicht perspektivlose Zukunft!

Dezember 2008 – vor 10 Jahren: Die Opernklasse am Vienna Konservatorium

Seit Oktober 2004 lebte ich nun schon in Wien. Jedoch ging es zunächst nur schleppend voran. In der Musikstadt musste ich mich immer wieder mit schlecht bezahlten Sprachkursen und prekären Arbeitsverhältnissen über Wasser halten, was mein angestrebtes Studium immer weiter hinauszögerte.

Trotz allem war ich aber auch musikalisch aktiv: Zusammen mit einigen Kollegen gründete ich das Salonmusikorchester „Wiener Capriolen“, in dem ich als Cellistin und Sängerin tätig war. Im Mai 2005 hatte ich einen ganz tollen Auftritt: Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Carreras Clubs Wien spielte unser Ensemble zunächst Werke der Strauss-Dynastie (mit mir am Cello). Zum Schluss gab es noch eine „sorpresa“ – eine Überraschung: Ich sang ein Ständchen für den von mir sehr geschätzten José Carreras. Dazu verwendete ich die Melodie des Liedes „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczyński und unterlegte sie mit einem selbst gedichteten, auf José Carreras abgestimmten Text. Dies war bisher der absolute Höhepunkt meiner musikalischen Aktivitäten in Wien.

Das Jahr 2018 - Sylvia Kreye und José Carreras, 2005
Mit KS José Carreras nach dem Auftritt der „Wiener Capriolen“, 29.05.2005. – Foto: Andreas Haunold (Scan aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye).

Doch nach wie vor hatte ich den Wunsch, an einem öffentlich-rechtlichen Konservatorium mein Gesangsstudium abzuschließen und ein staatlich anerkanntes Gesangsdiplom zu erwerben. Im Frühjahr 2006 meldete ich mich endlich zum Studium im Fach Sologesang am Vienna Konservatorium an, welches ich jedoch aus finanziellen Gründen vorübergehend unterbrechen musste. Wieder einmal befand ich mich in einer prekären Lage, die mein Studium ernsthaft gefährdete. – Bis ein Bildungskredit im Jahre 2008 mir endlich die Fortsetzung meines Gesangsstudiums ermöglichte.

Obwohl es mir am Konservatorium (wegen meines schon etwas fortgeschrittenen Alters) nicht gerade leicht gemacht wurde, genoss ich meine Studienzeit in der Opernklasse. Wir waren eine lustige, internationale Truppe. Meine Mitstudenten kamen aus aller Herren Länder und waren ebenso begeistert für das Genre Oper wie ich. Mein damaliger Gesangsprofessor Agim Hushi stammt aus Albanien und ist mit einer sehr schönen Tenorstimme ausgestattet. Er hat sogar einige Zeit in der Meisterklasse bei Franco Corelli studiert und sich auf die italienische Belcanto-Technik spezialisiert. In diesem Umfeld machte mir das Singen wieder richtig Spaß. Mein Enthusiasmus und meine Energie kehrten zurück.

Ein langer Weg mit vielen Entbehrungen und großen persönlichen Opfern lag hinter mir. Im Dezember 2010 konnte ich endlich mein Diplom im Fach Sologesang (Fachrichtung Opernrepertoire) in Händen halten. Doch wie heißt es so schön: Besser spät als nie!

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade wieder dieser schöne Witz ein! Fragt ein Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der andere: „Üben, üben, üben!“ – Das lässt sich auch im Italienischen auf den Gesang übertragen: „Come si arriva alla Scala di Milano?“ (Wie kommt man zur Mailänder Scala?) – „Voce, voce, voce!“ (Stimme, Stimme, Stimme!)

Noch heute denke ich gern an meine Studienzeit am Vienna Konservatorium zurück – an die intensiven Proben und die schönen Konzerte, aber auch an die lustigen Partys, die wir mit unserer Opernklasse feierten. Da wurde gegessen und genossen, getrunken und getanzt, gesungen und oft noch zur Geisterstunde das hohe C geschmettert! Wir waren wohl die verrückteste Klasse am ganzen Institut!

Endlich durfte ich auch die Früchte meines Studiums ernten und kann mittlerweile auf einige schöne Gesangsauftritte zurückblicken. Unvergesslich sind zum Beispiel die Konzerte im Rheingau und in Thüringen mit dem Kammerorchester „Varpelis“ aus Kaunas, Litauen, sowie meine Gastauftritte in der Opernklasse meines ehemaligen Gesangsprofessors im Jahre 2015 – mit Opernarien von Verdi und Wagner.

Gesangsauftritte - 2015 - Das Jahr 2018
Gesangsauftritt in Wien, 17.04.2015. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Dezember 2017 – vor einem Jahr: Ein Wiederhören mit Heintje & Hein Simons – und eine verrückte Idee

Viele Jahre waren vergangen, nachdem ich Hein Simons (besser bekannt als „Heintje“) das letzte Mal gehört hatte. Mehr als 30 Jahre war ich nur noch „klassisch“ unterwegs gewesen und hatte mein früheres Idol Hein Simons irgendwie aus den Augen verloren.

Vor einem Jahr, im Dezember 2017, feierte Hein Simons sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Dies nahm ich zum Anlass, dem Sänger in meinem Online-Magazin Lingua & Musica einen ausführlichen Artikel zu widmen. Mitte Dezember 2017: Ich schaute gerade die 23. Carreras Gala zugunsten der José Carreras Leukämie-Stiftung, als mir eine verrückte Idee, die ich schon länger mit mir herumgetragen hatte, erneut durch den Kopf schoss! José Carreras und Hein(tje) Simons haben doch einiges gemeinsam: Sie sind beide durch den Film „Der große Caruso“ inspiriert worden, Sänger zu werden! Bei beiden hat gerade dieser Film mit Mario Lanza in der Hauptrolle eingeschlagen wie der Blitz! Beide haben schon als Kinder mit 11 Jahren auf der Bühne gestanden! Beide haben schon als Knaben mit einer Brillianz und einem Strahl gesungen wie die großen Tenöre! Auch wenn sie sich später ganz unterschiedlich entwickelt haben (der eine ist Opernsänger geworden, der andere ist der Schlagerbranche treu geblieben), lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los: Wäre es nicht spannend, beide Sänger mal in einer Fernsehshow (vielleicht sogar in der Carreras-Gala) zu erleben? Wäre das nicht mal eine tolle, wenn auch etwas verrückte Idee?

Das war 2018: Eine interessante Wiederbegegnung

Nun ist schon wieder ein Jahr vorüber. Und ich denke immer noch über diese verrückte Idee nach: Wie spannend wäre es, wenn sich José Carreras und Hein Simons mal musikalisch begegnen und gemeinsam in einer Fernsehshow auftreten würden. Sie hätten sich sicher auch einiges zu erzählen! Zudem sind beide Fußball-Fans! Caruso, Gesang und Fußball – ist es wohl ein Zufall, dass meine beiden Lieblingssänger so vieles gemeinsam haben? Leider ließ sich die Idee eines gemeinsamen Auftritts beider Sänger bisher nicht realisieren. Verstehe ich zwar nicht, denn bekanntlich treten ja in der Carreras-Gala auch viele Popsänger auf, die einem Sänger wie Hein Simons nicht das Wasser reichen können – und schon gar nicht einem Tenor wie José Carreras! Inzwischen habe ich diesbezüglich schon einige Adressen angeschrieben, aber leider kam von den TV-Redaktionen bisher keine Antwort! Doch wer weiß: Vielleicht kommt da ja doch noch etwas… Warten wir’s ab!

Signierstunde mit Hein Simons - 2018
Signierstunde mit Hein Simons: Auch für Autorin Sylvia gab es eine persönliche Widmung! – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Das Jahr 2018 brachte auch eine erfreuliche Wiederbegegnung: Anlässlich einer Signierstunde mit Hein Simons hier in Wien ergab sich sogar die Gelegenheit zu einem Interview mit dem Sänger, über das ich mich sehr gefreut habe. Der Bericht mit dem Interview wurde auf Lingua & Musica veröffentlicht. – Und im November kam auch noch die Weihnachts-CD „Heintje und Ich – Weihnachten“ heraus, die sehr erfolgreich ist. Meine CD-Rezension ist ebenfalls auf Lingua & Musica erschienen:

Heintje und Ich – Weihnachten | Erfreuliche Neuigkeiten von Hein Simons

Meine CD-Rezension ist auch auf Schlagerprofis.de erschienen. Ich freue mich, dass mein Kollege Stephan Imming meinen Beitrag für sein Online-Magazin übernommen hat:

„Heintje und ich“: CD-Rezension von Sylvia Kreye

Auch in gesanglicher Hinsicht brachte das Jahr 2018 neue Perspektiven: Als Sängerin kann ich auf eine intensive Probenphase zurückblicken. Ein neues Konzertprojekt ist zurzeit in Vorbereitung, und ich freue mich schon sehr darauf.

Das verspricht 2019: Crossover – ein neues Gesangsprogramm

Die Wiederbegegnung mit Hein Simons führte auch gesanglich zu einer neuen Inspiration in Richtung Unterhaltungsmusik, auch Evergreens und Schlager. Zusammen mit meinem Pianisten erarbeite ich zurzeit ein neues Repertoire. Es handelt sich um ein Crossover-Programm, eine bunte Mischung aus Operette & Musical, italienischen & spanischen Kanzonen, französischen Chansons & Wiener Liedern, Evergreens & Schlagern. Bereits im Sommer wurde im Notenarchiv herumgewühlt und geeignete Nummern herausgesucht. Inzwischen steht das Programm so gut wie fest. Immerhin stehen für 2019 schon zwei Konzerttermine fest: am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller, im 3. Wiener Bezirk.

Das Jahr 2018 - Noten für 2019
Notenauswahl für das neue Crossover-Programm. – Foto: Sylvia Kreye (Olympus Diginal Camera).

Selbstverständlich wird auch das klassisch-romantische Repertoire mit Opernarien und geistlichen Werken weiterhin gepflegt.

Eine intensive Konzerttätigkeit mit weiteren professionellen Gesangsauftritten wird zurzeit angestrebt. Harren wir also der Dinge, die da noch kommen werden! Entsprechende Anfragen werden gern über das Kontaktformular entgegengenommen.

Soweit meine Story, wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein Simons und Josep Carreras damit zu tun haben.

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 1

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er-Jahre, Teil 1: 1968 und 1978

 

Das Jahr 2018 geht langsam zu Ende. Oft werde ich nach meiner Story, nach meinem Werdegang gefragt, wie ich eigentlich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. So möchte ich heute mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Gerade die 8er Jahre spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Dezember 1968 – vor 50 Jahren: Wie alles begann… – mit einem Malwettbewerb und Heintje

Wir schreiben heuer das Jahr 2018, und wenn ich 50 Jahre zurückblicke, werden Erinnerungen an das das Jahr 1968 wach. Es war die Zeit der Studentenunruhen, der Beatles und der Rolling Stones. Aber schon damals tickte ich irgendwie anders als die meisten meiner Altersgenossen. Mit dieser Beat- und Rockmusik konnte ich mich einfach nicht so recht anfreunden – wenngleich ich einige Titel der Beatles, wie zum Beispiel „Yesterday“, heute durchaus gern höre.

Dass ich damals meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte, das hat tatsächlich auch mit Heintje zu tun! Schon damals mit meinen 8 Lenzen mochte ich Gesang und schöne Stimmen! So ist es kein Wunder, dass ich vor 50 Jahren (es muss im Frühjahr 1968 gewesen sein) erstmals auf die schöne Stimme eines holländischen Jungen namens Heintje aufmerksam wurde. Das verdankte ich zunächst meiner größeren Schwester Gabriele. Sie hatte mich mit ihrer Bewunderung für Heintje sofort angesteckt! (Aber ich bin dabei geblieben, während meine Schwester sich später abgewandt hat.) Im Frühjahr 1968 wurden gleich zwei Singles von Heintje angeschafft: Mama / Zwei kleine Sterne und Du sollst nicht weinen / Ich bau dir ein Schloss. Es dauerte nicht lange, und ich wurde zu einem enthusiastischen Heintje-Fan. Ihn bewunderte ich, für ihn schwärmte ich. Nie zuvor hatte mich eine Stimme so sehr berührt.

Noch im selben Jahr – es war im Dezember 1968 – wurde an den Grundschulen meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen und des Kreises Minden ein Malwettbewerb zum Thema Verkehrssicherheit ausgeschrieben, an dem auch ich teilnahm. Kurz vor Weihnachten fragte mich meine Lehrerin, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche. Da musste ich nicht lange überlegen und antwortete ganz spontan: „Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Platte von Heintje.“ Eines Tages kam der Direktor unserer Schule in unsere Klasse und fragte meine Lehrerin, ob es in dieser Klasse ein Mädchen namens Sylvia ‚Krege’ gäbe. (Das y in meinem Nachnamen hatte offensichtlich jemand falsch geschrieben, oder es war schlecht lesbar.) Meine Lehrerin deutete auf mich und stellte mich dem Schulleiter vor. Zu meiner großen Überraschung verkündete unser Direktor, dass ich den 1. Preis im Malwettbewerb des Kreises Minden zum Thema Verkehrssicherheit gewonnen hatte. Die Preisverleihung sollte wenige Tage später in der Tonhalle Minden stattfinden. Das war im Dezember 1968 (wenn ich mich recht erinnere, an einem Nachmittag zwischen dem 3. und 4. Advent). Unsere ganze Klasse fuhr damals mit dem Bus von Bad Oeynhausen nach Minden, wo wir alle zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren. Dann kam der große Moment der Preisverleihung. Und das Schönste daran war: Als 1. Preis für meine Leistung im Malwettbewerb wurde mir eine Platte von Heintje überreicht! Es war seine erste Langspielplatte in deutscher Sprache, die damals zu einem Verkaufsrenner wurde. (Jetzt wurde mir auch klar, warum mich meine Lehrerin gefragt hatte, was ich mir zu Weihnachten wünschte.)

Das Jahr 2018 & 1968 (vor 50 Jahren)
Als 1. Preis im Malwettbewerb gab’s eine Heintje-Platte: Es war sein erstes deutschsprachiges Album (links im Bild). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Neben Heintjes „Weltmeistertitel“, der deutschen Version des italienischen Liedes „Mamma“, waren auf der LP noch elf weitere schöne Titel zu hören, unter anderem auch das Lied „Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen“, das zu einem meiner Favoriten wurde. Es handelte sich dabei um jene LP, für die Heintje damals sein erstes Pony geschenkt bekam. Er nannte das Pony „Addy“ (nach seinem damaligen Manager Addy Kleijngeld). Mit meinen 8 Lenzen war ich fasziniert von Heintje, seiner tollen Stimme und seiner Persönlichkeit – zumal ich wie er schon immer eine große Pferdefreundin war. So hat das deutsche Debüt-Album des Kinderstars nicht nur Heintje, sondern auch mir Glück gebracht: ihm sein erstes Pony – und mir seine erste LP als 1. Preis im Malwettbewerb!

Für mich als damals sehr schüchternes Mädchen war diese Preisverleihung in der Mindener Tonhalle ein ganz großer Moment, den ich nie vergessen werde! Voller Stolz und mit glänzenden Augen zeigte ich meinen Eltern die Heintje-Platte, die ich soeben gewonnen hatte! Das war etwas ganz Besonderes für mich! Ich sehe das alles noch vor mir, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

Seit dieser Zeit bin ich ein Fan von Heintje & Hein Simons – und das ist bis heute geblieben. Auch wenn ich mittlerweile als Sängerin vorwiegend im klassisch-romantischen Bereich unterwegs bin, mag ich den schönen, weich timbrierten Bariton von Hein Simons ebenso wie die einst glockenhelle Stimme des jungen Heintje. (Wenn ich es auch manchmal bedauere, dass Hein Simons sich bisher an das klassisch-romantische Repertoire noch nicht so recht herangewagt hat. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen… Wer weiß?)

Musikalisch bin ich anfangs durch Heintje, später durch José Carreras, sehr stark inspiriert worden. Mit seinen damals 11 Lenzen hat Heintje auch nicht so gesungen wie normalerweise ein Kind singt. Vielmehr hat er schon als Knabe die großen Tenöre imitiert. – So hat es übrigens auch José Carreras gemacht, als er mit 11 Jahren auf der Bühne des Teatre del Liceu stand. Carreras’ Kinderstimme klang damals sogar ganz ähnlich wie Heintjes „Knabentenor“. Beide haben schon als Kinder mit einer Brillanz und einem Strahl gesungen, wie es sonst nur die großen Tenöre tun, von der Tonlage her jedoch waren beide eher Knabenalt.

Interessant ist auch die Tatsache, dass beide schon im Knabenalter durch den Film „Der große Caruso“ (mit Mario Lanza in der Hauptrolle) inspiriert wurden, Sänger zu werden!

Heintje hat damals auch keine Kinderlieder im eigentlichen Sinne gesungen. Es waren eher Volkslieder oder volkstümliche Lieder; viele von ihnen würde ich nicht einmal dem Genre „Schlager“ zuordnen. Wie wir bereits wissen, ist „Mama“ ein uraltes italienisches Lied (komponiert 1938), das erst später zum Schlager wurde. „Heidschi bumbeidschi“ ist ein Wiegenlied in bayerisch-österreichischer Mundart, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts überliefert ist. „Letzte Rose“ ist ein irisches Volkslied, das Friedrich von Flotow im 19. Jahrhundert für seine Oper „Martha“ bearbeitet hat. – Auch nach den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit klassischer Musik befasse, muss ich feststellen, dass alle diese Lieder für ein 11-jähriges Kind schon recht anspruchsvoll sind! Und Heintje, der kleine Bub aus Holland, sang das alles damals schon mit einem Strahl in der Stimme, wie ihn sonst nur italienische Tenöre haben!

Es war auch die Zeit der großen Fernsehshows, die damals noch ein ganz anderes Format hatten als heute. Neben Schlagern und Evergreens wurden auch Operettenmelodien und Opernarien vorgetragen. Es gab Tanzeinlagen des Fernsehballetts, und die großen Unterhaltungsorchester spielten damals noch live! In den großen Shows mit Peter Alexander, Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Frankenfeld, Vico Torriani, Rudi Carrell (und wie sie alle hießen) traten auch häufig Opern- und Operettensänger auf. Oftmals waren sie gerade auf dem Weg zu irgendwelchen Opernhäusern oder Festspielen, um so ganz „nebenbei“ noch ihre Arien in einer Fernsehshow einem größeren Publikum vorzustellen. Großartige Sänger/innen wie Anneliese Rothenberger, Anna Moffo, Rudolf Schock, Hermann Prey, Peter Minich (um nur einige zu nennen) und einige Jahre später auch José Carreras habe ich durch diese Fernsehshows kennengelernt. Auch das hat mich schon damals geprägt.

Wenige Jahre später entdeckte ich auch meine Liebe zur klassischen Musik und zur Oper. Und daran ist unter anderem Enrico Caruso, aber vor allem auch Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – schuld!

Dezember 1978 – vor 40 Jahren: E-Musik & U-Musik – mit Wagner, Caruso und Hein Simons

Im Jahre 1978 war ich bereits „klassisch“ unterwegs und befasste mich intensiv mit der sogenannten „ernsten“ Musik, auch E-Musik genannt. Ich lernte Cello und bereitete mich langsam auf mein späteres Musikstudium vor. Um diese Zeit besuchte ich auch häufig klassische Konzerte und Opernvorstellungen. Da ich ziemlich spät mit dem Cellospielen begonnen hatte, musste ich auf meinem Instrument viele Stunden täglich üben.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein schöner Witz ein! Ein Tourist fragt einen Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der Musiker: „Üben, üben, üben!“

Während meiner gesamten Schulzeit im Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen – und auch später, während meines Cello-Studiums am Wiesbadener Konservatorium – sang ich mit Begeisterung im Chor und spielte in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles. Doch als Gesangssolistin aufzutreten, das traute ich mir damals noch nicht zu – auch deshalb, weil ich einfach zu schüchtern war. Ich traute mich auch nicht, zu einem Vorsingen zu gehen. Heute frage ich mich oft, warum ich den mutigen Schritt damals nicht gewagt und mich nicht gleich für den Gesang entschieden habe. Denn eigentlich habe ich schon immer innerlich gespürt, dass der Gesang mein eigentliches Hauptfach ist.

Dass ich gegen Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper entdeckte, das verdanke ich unter anderem Enrico Caruso, vor allem aber Josep Carreras – seinerzeit besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras!

Meine Story - Das Jahr 2018 - 1978 (vor 40 Jahren)
Durch Caruso & Carreras entdeckte ich meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Jahre 1978 kaufte ich mir eine Vinyl-Schallplatte mit dem legendären Caruso. Seine Interpretation der großen italienischen Opernarien machte bereits damals einen großen Eindruck auf mich. Er hatte dieses gewisse Etwas, diese „Träne des Gesangs“, die mich faszinierte. Von den großen Sopranstimmen gefiel mir am besten Mirella Freni. Ihr schöner lyrischer Sopran, ihre Technik des italienischen Belcanto und ihr rundes, niemals unruhiges Vibrato haben mich schon damals stark beeindruckt. Ihre Interpretation der berühmten Arie „Mi chiamano Mimì“ aus der Oper „La Bohème“ von Puccini berührte mich ganz besonders. Auch Montserrat Caballé habe ich immer bewundert. Sie verfügte über eine wunderschöne Sopranstimme und eine unvergleichliche Atemkontrolle, die es ihr ermöglichte, ellenlange Phrasen auf einem Atem zu singen.

Ein weiteres prägendes Erlebnis war im Sommer 1978 eine Fernsehübertragung der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner aus der Bayerischen Staatsoper München (damals noch mit Peter Hofmann als Lohengrin). Der romantische Stoff dieser Oper und die herrliche Musik Richard Wagners – ganz besonders das Vorspiel, Elsas Traum und die Gralserzählung – hatten es mir sofort angetan und mich tief berührt. Langsam entwickelte ich mich zu einer echten „Wagnerianerin“! Elsas Traum, die Arie „Einsam in trüben Tagen“, ist inzwischen auch Teil meines Repertoires.

Trotzdem war ich immer noch ein Fan von Heintje, der sich jetzt Hein Simons nannte. Neben der klassischen Musik hörte ich ab und zu auch ganz gern Unterhaltungsmusik, auch wenn mir der Schlager allmählich zu technisch wurde.

Nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin trat ich im Oktober 1981 meine erste Stelle an: bei Breitkopf & Härtel – dem ältesten Musikverlag der Welt! Dafür stand erst einmal ein Umzug nach Wiesbaden an. Nun war für mich die Zeit gekommen, mein Elternhaus zu verlassen. Der Wechsel vom kleinen westfälischen Kurort Bad Oeynhausen in die hessische Landeshauptstadt – weit weg von zu Hause – das war anfangs natürlich eine riesige Umstellung. Aber schon bald wurde ich für diesen Schritt belohnt: Denn in Wiesbaden gab es ein Staatstheater, ein Opernhaus – und das sollte für mich in den folgenden Jahren von großer Bedeutung werden! In meiner Freizeit spielte ich Cello im Wiesbadener Orchesterverein und sang im Kirchenchor.

In den 80er Jahren besuchte ich häufig Opernvorstellungen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Zu den herausragenden Erlebnissen gehörten eine Vorstellung von Wagners „Tannhäuser“ (1982) und ein Abonnement von Wagners „Ring der Nibelungen“ (1983). So durfte ich kurz hintereinander alle vier Opern von Wagners „Ring“ hintereinander erleben: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung. Auch eine Vorstellung von Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ hat mich damals sehr beeindruckt.

Am Karfreitag des Jahres 1982 sah ich im Fernsehen eine Bayreuther Aufführung des Bühnenweihfestspiels „Parsifal“ von Richard Wagner. Sofort war ich ergriffen von der wunderbaren Musik Richard Wagners sowie von dem Stoff dieser Oper, der auf Wolfram von Eschenbachs mittelalterliche Dichtung „Parzival“ und die Philosophie Arthur Schopenhauers zurückgeht.

Als ich dann eines Tages (es muss so Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er Jahre gewesen sein) den Tenor Josep Carreras hörte, da war es endgültig um mich geschehen! Von nun an wurde ich zu einem enthusiastischen Carreras-Fan und echten Opern-Freak! Zu meinen Lieblingskomponisten gehörten – neben Richard Wagner – nun auch Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini sowie die französischen Opernkomponisten Charles Gounod und Jules Massenet. Die Oper und die klassische Musik – oder besser gesagt: das klassisch-romantische Repertoire – berührten mich einfach tiefer als die sogenannte U-Musik.

Im Herbst 1983 nahm ich ein musikpädagogisches Studium am Wiesbadener Konservatorium auf. Es war das erste Mal, das ich eine sichere Stelle aufgab, um mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen: nämlich Musik zu studieren. Jedoch wählte ich zunächst Violoncello als Hauptfach, da ich in diesem Fach ja schon einige Jahre Unterricht und auch Orchestererfahrung hatte. Während der gesamten Studienzeit spielte ich in diversen Orchestern und sang im Chor des Wiesbadener Konservatoriums. Bis zum Frühjahr 1988 hieß es nun: Ran an die Buletten, üben und lernen! Schließlich musste ich mich intensiv auf mein Abschluss-Examen am Wiesbadener Konservatorium vorbereiten. Und so ganz „nebenbei“ galt es auch noch, eine Examensarbeit zu schreiben! Als Thema wählte ich – wie könnte es anders sein: „Die Idee des Gesamtkunstwerks am Beispiel von Richard Wagners ‚Parsifal’“. Das sollte sich später als die richtige Entscheidung herausstellen: Meine Examensarbeit im Fach Musikgeschichte wurde ein voller Erfolg, und ich erhielt sogar die Note 1+! Es war, wie mir mein Musikgeschichtsprofessor später mitteilte, die beste Arbeit des Jahrgangs.

Vom Heintje-Fan zum Opern-Freak, vom „Wagnerianer“ zum „Verdianer“ und „Carrerasianer“ – das mag wohl für Außenstehende ein wenig kurios klingen. Puristen mögen meinen Musikgeschmack womöglich als ein wenig „schrullig“, wenn nicht gar als dekadent empfinden! Aber dazu stehe ich bis heute. Das war (und ist) nun einmal meine Geschichte, wie ich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. Und das war (ist) auch die Musik, mit der ich groß geworden bin und die mich immer berührt hat.

Man könnte meine Story mit einem kurzen Vers auf den Punkt bringen:

Durch Heintje wurde mein Interesse an Musik und Gesang geweckt –
durch Caruso und Carreras hab’ ich meine Liebe zur Oper entdeckt!
Aber es muss ja auch nicht immer nur E-Musik sein –
ein „Ausflug“ in die U-Musik ist auch mal ganz fein!

(c) Sylvia Kreye

Und morgen geht’s weiter mit dem zweiten Teil meiner Story.

Weihnachtliche Musik & Gesang

Weihnachtliche Musik & Gesang

Es weihnachtet sehr. Weihnachtliche Musik & Gesang gehören einfach dazu! Auch in diesem Jahr habe ich wieder ein festliches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien aus Barock, Klassik und Romantik zusammengestellt. Anfragen nehme ich gern über das Kontaktformular entgegen.

Es weihnachtet sehr

Festlich erstrahlt die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten. Alle Straßen und Geschäfte sind hell erleuchtet und weihnachtlich dekoriert. Auf den Weihnachtsmärkten duftet es nach Punsch, Glühwein, Maronen, Mandeln, Nüssen und anderen kulinarischen Genüssen. Wir genießen die besinnliche Adventszeit mit schöner Musik und machen es uns bei einem Kaffee, einer Tasse Tee oder einem Punsch gemütlich. Bei mir ist die Advents- und Weihnachtszeit natürlich auch wieder gut ausgefüllt mit Proben und Konzertvorbereitungen. Denn erst wenn ich selbst musikalisch aktiv sein kann, kommt bei mir so richtig Weihnachtsstimmung auf.

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne die passende festliche Musik? Daher habe ich mein klassisches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien wieder hervorgeholt und noch um ein paar schöne Stücke ergänzt.

Wenn Sie für einen Adventsgottesdienst, eine Messe oder eine Weihnachtsfeier noch kurzfristig ein festliches Programm zusammenstellen möchten und eine musikalische Umrahmung suchen, biete ich Ihnen gern meine Dienste als Sängerin an. Es bereitet mir immer Freude, mit meinem Gesang Ihre Veranstaltung musikalisch zu umrahmen und zu verschönern.

Mein festliches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien aus Barock, Klassik und Romantik können Sie hier nachlesen:

Folder Advent & Weihnachten

Bei Interesse bitte ich Sie um eine Nachricht über das Kontaktformular. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

Neues Repertoire

In den letzten Wochen war ich wieder fleißig. Neben dem Weihnachtsprogramm wurde intensiv an meinem neuen Crossover-Programm gearbeitet. Zu diesem Zweck habe ich zusammen mit meinem Pianisten Edmund Hauswirth das Duo Sogno d’Or gegründet. Nur so viel sei schon einmal verraten: Es wird ein internationales Programm mit Liedern in fünf Sprachen – eine bunte Mischung aus Operette & Musical, deutschsprachigen Liedern & französischen Chansons, italienischen & spanischen Kanzonen, Evergreens & Schlagern. Zwei Konzerttermine für April 2019 stehen schon fest! Nähere Informationen hierzu sowie aktuelle Fotos folgen in Kürze.

Signierstunde mit Hein Simons

Signierstunde mit Hein Simons 

Eine Signierstunde mit Hein Simons alias „Heintje“ fand am 4. April in der Buchhandlung Thalia im 6. Wiener Bezirk statt. Anlass war die Vorstellung des Buches „Ich war Heintje“ des niederländischen Autors Jan Adriaan Zwarteveen (deutsche Übersetzung von Willy und Silvia Bemer), erschienen im Giger Verlag.

Bereits gegen 15 Uhr standen einige Menschen Schlange vor der Buchhandlung Thalia. Für 17 Uhr war eine Signierstunde mit Hein Simons – besser bekannt als „Heintje“ angesetzt – und das ließen sich die zahlreich erschienenen Fans natürlich nicht nehmen! Anlass war die Vorstellung der kürzlich erschienenen Buchpublikation „Ich war Heintje“ von Jan Adriaan Zwarteveen in Österreich. Geduldig schrieb der Sänger Autogramme, nahm sich Zeit für seine Fans und stellte sich den Fragen der Journalisten.

50 Jahre ist es nun her, dass Heintje, der kleine Bub aus Holland, mit seiner glockenhellen Stimme und seinem Lied „Mama“ die Herzen der Mütter und Großmütter eroberte! Das Buch über den Werdegang des ehemaligen Kinderstars Heintje, das im November 2017 im Giger Verlag (Schweiz) erschienen und in Deutschland bereits auf dem Markt ist, wurde nun auch in Österreich vorgestellt.

Der Buchtitel „Ich war Heintje“ mag wohl manchen Leser auf den ersten Blick irritieren, jedoch wurde er ganz bewusst gewählt. Denn wie Hein Simons (mittlerweile 62) immer wieder betont, steht er nach wie vor zu seiner Vergangenheit als Kinderstar und bereut es auch nicht, bereits als Kind eine so immens erfolgreiche Karriere gehabt zu haben. Nach eigener Aussage wurde er zu nichts gezwungen und hat auch nie das Gefühl gehabt, durch seinen frühen Erfolg seine Kindheit versäumt zu haben. Nachdem er den Film „Der große Caruso“ mit Mario Lanza (von 1951) gesehen hatte, wusste er schon als Kind, dass er Sänger werden wollte! Seine Ära als Kinderstar betrachtet er jedoch – in Abgrenzung zu seiner heutigen Karriere als erwachsener Sänger – als eine abgeschlossene Zeit.

Die glockenhelle Stimme des Kinderstars Heintje umfasste einst drei Oktaven. Heute singt Hein Simons in der Baritonlage und hat immer noch eine sehr schöne Stimme. Mit seinem dunklen, samtigen Timbre würde man ihn (im klassischen Sinne) wohl am ehesten als „lyrischen Bariton“ bezeichnen. Mit seiner sonoren, tragfähigen Baritonstimme wäre er vermutlich auch ohne Mikrophon imstande, einen größeren Raum auszufüllen, selbst wenn die gesamte Technik ausfallen würde – und das, obwohl er nie ein klassisches Gesangsstudium absolviert hat!

Erst mit sechzehneinhalb Jahren kam Heintje in den Stimmwechsel, über den damals so viel spekuliert wurde und der sich – allen Unkenrufen zum Trotz – zunächst nicht einstellen wollte! Einen ‚Stimmbruch’ im herkömmlichen Sinne hat der Sänger nie gehabt. Vielmehr veränderte sich seine Stimme ganz allmählich. Obwohl seine Stimme nach seinem Comeback im Jahre 1973 noch nachgedunkelt ist, lässt sein weicher Bariton in der höheren Lage bisweilen immer noch eine gewisse tenorale Farbe erkennen. Die Stimme des erwachsenen Hein Simons umfasst (nach den Höreindrücken der letzten Jahre) schätzungsweise zweieinhalb Oktaven, und sein schöner Bariton braucht sich auch nicht hinter der Stimme des ehemaligen Kinderstars zu verstecken!

Das Duett-Album „Heintje und Ich“, das anlässlich seines 50-jährigen Jubiläums im Dezember 2017 bei Telamo erschienen ist, steht bereits kurz vor Gold! Die Edition Gold des Jubiläumsalbums (als Kombi-Paket mit CD und DVD) erscheint am 27. April und kann bereits jetzt vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-gold-edition-431190

Das Buch „Ich war Heintje“, erschienen im Giger Verlag (Schweiz), ist interessant und lesenswert. Der Leser erfährt darin auch viele Geschichten, die sich hinter den Kulissen damals abgespielt haben. Das Buch ist im Handel sowie unter folgendem Link zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Interview mit Hein Simons

Vor Beginn der Veranstaltung ergab sich sogar noch die Gelegenheit, ein Interview mit dem Sänger zu führen. Lingua & Musica (L & M) sprach mit Hein Simons über seinen Wien-Besuch, sein neues Buch, sein Jubiläumsalbum sowie über seine Familie und seinen Pferdehof in Belgien.

L & M: Guten Tag, Hein Simons! Ich freue mich, dass Sie nach Wien gekommen sind. Ich bin vom Online-Magazin Lingua & Musica. Vielleicht haben Sie das schon gesehen.

Hein Simons: Ja, das kenne ich.

L & M: Ich freue mich, dass Sie hier in Wien sind, und möchte gern wissen, ob wir auch bald mal die Gelegenheit haben werden, Sie in Deutschland oder Österreich live zu hören.

Hein Simons: In Deutschland bin ich ja öfter unterwegs, in Österreich liegt noch nichts vor. In Deutschland habe ich jetzt Ende Dezember wieder diese Tournee. Aber die geht hauptsächlich durch Ostdeutschland. Nur zwei oder drei (west)deutsche Städte sind dabei.

L & M: Sehr schön! Aber nicht in Bayern oder Österreich – oder in Westfalen?

Hein Simons: Nein, leider nicht.

L & M: Schade! – Gibt es denn schon irgendwelche Pläne für eine neue CD? Ihre aktuelle CD, das Duett-Album „Heintje und Ich“, ist ja wirklich super! Ist eventuell schon etwas Neues geplant, vielleicht eine Weihnachts-CD oder so etwas? Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass Sie so begeistert sind von Ihrer ersten Weihnachts-LP, weil das Arrangement mit den Streichern so schön gemacht ist. Eine neue Weihnachts-CD, in klassischer Orchesterbesetzung mit Streichern und Bläsern, wäre doch auch mal wieder sehr schön!

Hein Simons: Ja, es wäre schön. Es könnte sein, dass man da etwas macht. Aber ich kann noch nichts dazu sagen – es ist alles noch sehr vage.

L & M: Ihre neue CD „Heintje und Ich“ steht ja jetzt bereits kurz vor Gold.

Hein Simons: Ja.

L & M: Das freut mich sehr. Ich nehme an, dass Sie dann auch eine Goldene Schallplatte bekommen werden.

Hein Simons: Hoffen wir doch! Also wenn sie definitiv gold ist, dann werde ich wohl eine Goldene bekommen.

L & M: Ja, das denke ich auch! Das ist doch sicher ein tolles Gefühl, nach so vielen Jahren.

Hein Simons: Ja, schön! Nicht schlecht! So kommt noch eine dazu. (Lacht.)

L & M: In dem Buch „Ich war Heintje“ habe ich etwas Interessantes gesehen. Damals haben ja viele Ihr Comeback negativ geredet. Aber dieser Meinung kann ich mich gar nicht anschließen. Ich fand das Comeback damals wirklich gelungen! Und die LP „Ich denk an dich“ ist doch immerhin mit 280.000 Exemplaren gut verkauft worden.

Hein Simons: Ja.

L & M: Da hätten Sie doch eigentlich auch für „Ich denk an dich“ eine Goldene Schallplatte bekommen müssen!

Hein Simons: Nein, da habe ich nicht Gold bekommen. Damals war noch eine Million für eine Single erforderlich.

L & M: Ja, aber das war doch eine LP, das war ein Album!

Hein Simons: Ja, die spätere, die „Ich denk an dich“ – ja, genau, das war eine LP!

L & M: Und dafür ist nicht Gold gekommen. Das hätte aber eigentlich kommen müssen, denn im Buch habe ich gesehen, dass es damals für 250.000 verkaufte LPs Gold gab.

Hein Simons: Ja, 250.000. Eine Million für Singles und 250.000 für LPs.

L & M: Und bei „Ich denk an dich“ waren es sogar 280.000! Da sind Sie aber eigentlich um eine Goldene betrogen worden! – Aber jetzt ist es erst mal erfreulich, dass sich der wohlverdiente Erfolg endlich eingestellt hat! Wie ist das für Sie? Das ist doch sicher ein tolles Gefühl, nicht wahr?

Hein Simons: Ja, das ist schön! Ich meine, das hoffst du ja immer, wenn du etwas machst, dass es erfolgreich ist. Und bei uns ist der Erfolg, dass die Schallplatten gut gekauft werden – oder verkauft werden. Und, man muss sagen, was das Schöne daran ist: Auch ohne große Unterhaltungssendungen – was eigentlich schade ist, aber gut, damit muss man leben – haben wir so viel verkauft!

L & M: Stimmt, da ist ja an Unterhaltungssendungen bisher noch nicht viel gekommen.

Hein Simons: Nein, da ist nicht viel gekommen. Da kann man nur die Fans loben und sagen: Das ist toll!

L & M: Ja, das ist super! Ich sehe an Ihrem Beispiel: Beharrlichkeit und Geduld zahlen sich doch aus!

Hein Simons: Genau!

L & M: Ich freue mich auch, dass es Ihnen jetzt wieder richtig gut geht. Sie hatten ja in der Vergangenheit auch gesundheitliche und private Probleme.

Hein Simons: Ja, aber das ist vorbei!

L & M: Gott sei dank, ja! – Sie sind kürzlich zum dritten Mal Großvater geworden. Herzlichen Glückwunsch nachträglich! Ist da eventuell noch weiterer Nachwuchs in Sicht?

Hein Simons: Ich weiß es nicht, also da müssen Sie meine Kinder fragen! Da habe ich keine Ahnung, das ist deren Aufgabe. Vielleicht, es könnte sein, dass mein Sohn irgendwann noch einmal Nachwuchs bekommt.

L & M: Sind Ihre Kinder auch jetzt mit nach Wien gekommen?

Hein Simons: Nein, um Gottes Willen! Die haben ihre Berufe und sie müssen was tun.

L & M: Ja, natürlich. – Und Ihre Enkelkinder sind ja jetzt auch schon drei und zwei Jahre alt, nicht wahr?

Hein Simons: Ja, die Größere ist drei, der Kleine ist zwei.

L & M: Und dann ist da ja noch der Neugeborene.

Hein Simons: Und der Neugeborene, ja.

L & M: Sind Ihre Enkelkinder auch schon mit dem „Sänger- oder Pferdevirus“ angesteckt worden?

Hein Simons: Ja, Pferde haben sie beide gerne. Die kommen ja immer, ich sehe sie jeden zweiten, dritten Tag. Den anderen seh’ ich jeden Tag, der wohnt ja mit mir auf dem Hof. Also, die werden quasi damit groß.

L & M: Das ist schön!

Hein Simons: Ob sie nachher richtig Spaß daran haben, das sieht man dann später. – Aber wie gesagt: Meine Kinder und auch meine Enkelkinder müssen gar nichts! Wenn sie Spaß daran haben, ist es okay – und wenn nicht, ja, dann ist es schade, aber es ist so.

L & M: Aber das ist ja auch ein „Virus“, der irgendwie ansteckend ist!

Hein Simons: Ich denke auch.

L & M: Ich selbst bin seit dem letzten Sommer auch wieder mit dem „Pferdevirus“ angesteckt worden. Ich habe viele Jahre pausiert und jetzt wieder mit dem Reiten angefangen. – Kann man bei Ihnen auf dem Hof eigentlich auch Reiterferien machen?

Hein Simons: Wir haben früher so etwas für Kinder gemacht, aber nicht für Erwachsene. Ich denke, dass wir dieses Jahr mal ein Wochenende machen – für die Kinder vor allen Dingen, die bei uns auf dem Hof selber reiten.

L & M: Aber als Erwachsener kann man dort nicht Reitstunden nehmen, oder?

Hein Simons: Nein. Das Problem ist, denke ich mal: Das ist ja ganz nett, wenn man das mal macht, aber wenn man das so ein bisschen besser machen oder lernen will, muss man das schon intensiv machen, wenigstens ein- bis zweimal wöchentlich.

L & M: Geben Sie nicht auch Reitunterricht? Ich habe mal im Fernsehen gesehen, wie Sie dem Florian Silbereisen eine Reitstunde gegeben haben!

Hein Simons: Früher habe ich das mal gemacht.

L & M: Und heute machen Sie es nicht mehr?

Hein Simons: Nein. Das machen die Mädels, die machen das lieber!

L & M: Ihre Schwiegertochter gibt ja auch Reitunterricht, wie ich auf Facebook gesehen habe.

Hein Simons: Ja.

L & M: Fahren Sie morgen wieder heim, oder haben Sie noch Termine?

Hein Simons: Nein, ich fahre morgen wieder heim.

L & M: Dann haben Sie hier in Wien an diesen zwei Tagen also nichts mehr vor?

Hein Simons: Nein – ach, da bleibt zu wenig Zeit. Heute bleibt zu wenig Zeit, und morgen fliege ich auch wieder mittags um ein, zwei Uhr weg. Ich habe noch ein kleines Interview im Hotel, und das war’s. Aber das ist sehr oft so, dass man drei, vier Tage – und das ist schon lang – in der Stadt ist, und dann hat man zu wenig Zeit, um etwas zu sehen.

L & M: Das ist schade.

Hein Simons: Meistens, wenn du Fototermine hast, dann fragen sie: Hör mal, können wir mal beim Schloss oder da oder dort etwas machen, aber ansonsten siehst du wenig. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen: Wenn du so den ganzen Tag unterwegs bist, hast du abends auch nicht mehr viel Lust, dann noch irgendetwas Großes zu unternehmen. Denn am nächsten Tag geht’s dann wieder weiter, oder es gibt ein neues Interview.

L & M: Haben Sie heute noch mehr Interviewtermine?

Hein Simons: Nein, heute haben wir, glaube ich, nichts mehr – hoffe ich! Die „Seitenblicke“ kommen heute noch, aber da fahr ich nirgendwo mehr mit hin.

L & M: Aber bei Barbara Stöckl war doch ursprünglich etwas geplant.

Hein Simons: Das haben wir schon aufgezeichnet.

L & M: Und wann kommt die Sendung? Für die morgige Sendung sind Sie noch nicht eingeplant.

Hein Simons: Keine Ahnung.

Anmerkung der Redaktion: Mittlerweile steht der Sendetermin fest. Die Sendung „Stöckl“ – Barbara Stöckl im Gespräch, unter anderem mit Hein Simons, wird am 12.04. um 23:05 Uhr im ORF2 ausgestrahlt. Wiederholung: 13.04.2018, 03.00 Uhr.

L & M: Wäre ein Besuch der spanischen Hofreitschule nicht auch interessant für Sie?

Hein Simons: Das kenn’ ich, das habe ich alles schon gesehen. Ich habe sogar ein Porzellanpferd von dem Oberst Sowieso geschenkt bekommen.

L & M: Von dem Oberst Sowieso…  – Welcher Oberbereiter war das noch?

Hein Simons: Ich weiß nicht, lang ist’s her. Es ist ein Pferd aus weißem Porzellan.

L & M: Wie viele Pferde haben Sie zu Hause?

Hein Simons: Ich habe zu Hause nicht nur meine Pferde stehen, sondern auch Fremdpferde. Wir haben über 60 Pferde bei uns zu Hause.

L & M: Dann kann man bei Ihnen also auch Pferde unterstellen?

Hein Simons: Ja.

L & M: Schön. Das ist also ein Einstellbetrieb. Hatten Sie in Belgien auch diese Probleme mit der Umsatzsteuer? Seit dem 01.01.2014 verlangen die Steuerbehörden 20% Umsatzsteuer für das Einstellen von Pferden. Vor einigen Jahren haben wir mal eine Petition gegen diese Umsatzsteuer für Einstellbetriebe unterschrieben, weil das für Pferdefreunde, die ihre Pferde unterstellen wollen, einfach zu teuer wird.

Hein Simons: Also, ich denke, dass das in jedem Land verschieden ist. Belgien hat andere Steuergesetze als Österreich oder Deutschland. – Aber alles wird leider teurer, der Euro hat es auch nicht billiger gemacht!

L & M: Stimmt!

Hein Simons: Das ist ein Problem. – Wollen wir? (Hein Simons macht sich auf zur Signierstunde.)

L & M: Ja, ich denke, das wäre erst einmal das Wichtigste. Vielen Dank für das Gespräch!

Hein Simons: Gerne!

L & M: Vielen Dank und alles Gute für Sie!

Hein Simons: Danke!

Das Gespräch mit Hein Simons führte Sylvia Kreye am 4. April 2018, vor der Signierstunde in der Buchhandlung Thalia im 6. Wiener Bezirk.

Signierstunde mit Hein Simons: persönliche Widmung
Signierstunde mit Hein Simons: Auch für Autorin Sylvia gab es eine persönliche Widmung!

Die neuesten Publikationen von Hein Simons

Das Buch „Ich war Heintje“ ist im Handel sowie unter folgendem Link zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Die Edition Gold des Jubiläumsalbums „Heintje und Ich“ ist am 27. April 2018 erschienen und kann unter dem folgenden Link vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-gold-edition-431190

Über das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons wurde auf Lingua & Musica bereits im Dezember 2017 ausführlich berichtet. Hier geht es zu den Beiträgen:

http://linguamusica.eu/21-dezember-2017-das-50-jaehrige-buehnenjubilaeum-von-heintje-simons/

http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-teil-1/

http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-teil-2/

Nachtrag zu den Publikationen

Am 17. August 2018 ist bei Shop24Direct auch eine Sammlung von 3 DVDs – ebenfalls unter dem Titel „Heintje und Ich“ – erschienen. Die erste DVD ist identisch mit der bereits im Dezember 2017 erschienenen DVD: Sie zeigt nochmals das Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer sowie die Musikvideos zu den beliebtesten Hits, gesungen von Heintje & Hein Simons. Auf der zweiten DVD gibt’s ein Wiedersehen mit den Liedern und Szenen aus den alten, beliebten Filmen mit Heintje – und als Bonus-Track ein Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer, das im April 2018 live auf Facebook veröffentlicht wurde. Das große Wunschkonzert mit Heintje / Hein Simons ist auf der dritten DVD erschienen. Hier ist der Link zur DVD-Sammlung:

https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-ich-440150

Sylvia Kreye, Wien

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Das Jahr 2017 stand musikalisch im Zeichen zweier Jubilare aus Klassik bzw. Unterhaltung, die bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne stehen.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Placido Domingo an der Wiener Staatsoper

Im Mai 2017 feierte KS Placido Domingo sein 50-jähriges Bühnenjubiläum an der Wiener Staatsoper. Der am 21. Januar 1941 in Madrid geborene Opernsänger begann seine Karriere zunächst als Bariton in spanischen Zarzuelas und wechselte später ins Tenorfach. Am 19. Mai 1967 absolvierte er als Don Carlo in Verdis gleichnamiger Oper seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper.

Am 19. Mai 2017 – genau 50 Jahre nach seinem Debut an der Wiener Staatsoper – gab der spanische Tenor und Kammersänger zunächst ein umjubeltes Galakonzert im „Haus am Ring“ (wie die Staatsoper bei den Wienern gern genannt wird). In einer konzertanten Aufführung mit Ausschnitten aus Nabucco, La traviata, Un ballo in maschera und Simon Boccanegra präsentierte Domingo sich diesmal in den großen Baritonrollen als Germont, Boccanegra und Ankarström.

Im Juni stand Domingo erneut auf der Bühne der Wiener Staatsoper, und zwar in Verdis Oper „Don Carlo“ – diesmal aber nicht in der Titelpartie, sondern abermals in einer Baritonrolle: als Rodrigo, Marquis von Posa.

Sowohl die Galavorstellung als auch die Don Carlo-Serie an der Wiener Staatsoper waren ein großer Erfolg für den Jubilar Placido Domingo – jenes „Urgestein“ der Opernwelt.

Bekanntlich war Domingo – zusammen mit Luciano Pavarotti und José Carreras – auch Teil der berühmten 3 Tenöre (Carreras – Domingo – Pavarotti). Eine Auswahl an CDs und DVDs mit Placido Domingo bzw. mit den 3 Tenören ist bei Shop24Direct erhältlich:

https://www.shop24direct.at/catalogsearch/result/?q=Placido+Domingo&filter=

https://www.shop24direct.at/catalogsearch/result/?q=die+drei+ten%C3%B6re&filter=

Eine Aufnahme des legendären Konzerts der drei Tenöre in Los Angeles (anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 1994 in den USA) ist ebenfalls bei Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/3-tenors-with-mehta-in-concert-1994-40196 

 

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum, CD-Cover Heintje und Ich
50-jähriges Bühnenjubiläum: Cover des Duett-Albums „Heintje und Ich“. – Foto: ©Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons  

Im Dezember 2017 konnte noch ein anderer bekannter Sänger sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern – wenn auch nicht im Bereich der Oper. Auch er steht bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Eigentlich wollte er (nach eigener Aussage) immer singen wie Caruso. Trotz seiner auch nach dem Stimmwechsel immer noch sehr schönen Stimme hat er sich dann aber doch auf Schlager und Unterhaltung spezialisiert: Hein Simons – besser bekannt als Heintje.

Der am 12. August 1955 in Holland geborene ehemalige Kinderstar hatte seinen ersten Fernsehauftritt in der ZDF-Fernsehshow „Der Goldene Schuss“ am 21. Dezember 1967. Sein Auftritt mit der deutschen Version von „Mama“ dauerte nur 55 Sekunden! Das reichte aus, um ihn über Nacht berühmt zu machen. (Lingua & Musica berichtete.)

Aus Anlass seines Jubiläums erschien am 1. Dezember bei TELAMO eine musikalische Rarität: Unter dem Titel „Heintje und Ich“ brachten Hein Simons und sein Produzent Christian Geller ein neues, äußerst professionell gelungenes Album heraus, auf dem Hein Simons im Duett mit dem kleinen Heintje – seinem jüngeren Ich – singt.

Rechtzeitig zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons ist im Giger Verlag auch ein sehr lesenswertes, interessantes Buch unter dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Als Fan-Box:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-fanbox-420469

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Bereits im Dezember hatte Lingua & Musica dem Sänger und seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum einige Artikel gewidmet. Wer die Beiträge im Dezember verpasst hat, kann sie hier noch einmal nachlesen:

Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

21. Dezember: Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons
http://linguamusica.eu/21-dezember-2017-das-50-jaehrige-buehnenjubilaeum-von-heintje-simons/

Als kleinen Vorgeschmack auf das neue Album „Heintje und Ich“, das sowohl als CD wie auch DVD erhältlich ist, möchte ich den Leser/innen dieses Artikels das folgende Video (ein Medley aus der aktuellen DVD) ans Herz legen, das ich soeben auf YouTube entdeckt habe und hiermit gern teile:


Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein Simons: Auszug aus dem neuen Duett-Album „Heintje und Ich“, erschienen am 01.12.2017 bei Telamo.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Als Fan-Box:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-fanbox-420469

Ausblick 2018: 100 Jahre Republik Österreich

Nach einem halben Jahrhundert Musik mit großartigen Künstlern wie Placido Domingo und Hein(tje) Simons – jeder auf seine Weise, so unterschiedlich ihre Musikrichtungen und die Geschmäcker der Hörer auch sein mögen – dürfen wir gespannt sein, was das neue Jahr an musikalischen Überraschungen und Jubiläen für uns bereit hält.

Das Jahr 2018 wird abermals ein bedeutendes Jubiläumsjahr – wenn auch in ganz anderer Hinsicht: das 100-jährige Bestehen der Republik Österreich! Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie wurde am 12. November 1918 durch Staatskanzler Karl Renner die erste Republik Österreich ausgerufen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Lingua & Musica wird weiter berichten.

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 2: Vom Kinderstar zum Bariton

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum

Teil 2: Vom Kinderstar zum Bariton

Hein Simons alias „Heintje“ feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Auf seiner neuen CD „Heintje und Ich“ singt er erstmals im Duett mit seinem jüngeren Ich – eine Weltsensation. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum ist soeben auch ein Buch mit dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen. Mit einer Weihnachtstournee meldet sich der sympathische, mittlerweile 62-jährige Holländer bei seinen Fans zurück.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Das Buch „Ich war Heintje“ ist im Giger Verlag erschienen und ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Stimmwechsel und Entwicklungspause

Erst mit etwa 16 Jahren kam Heintje in den Stimmwechsel, der allerdings bei ihm nie eine Mutation im üblichen Sinne war. Vielmehr veränderte sich seine Stimme ganz allmählich. Hein Simons erinnert sich: „Einen Stimmbruch im üblichen Sinne – also mit Kieksern und Überschlag – habe ich niemals gehabt. Ich habe aufgehört, weil ich schließlich als 16jähriger nicht mehr ‚Mama’ singen konnte. Weil sich die Themen der Lieder mit zunehmendem Alter zwangsläufig ändern müssen. Und weil ich auch selbst in so eine Art Entwicklungskrise geriet.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 6. Folge, 17.05.1979)

Dass seine Stimme langsam dunkler wurde, ist auf den letzten Aufnahmen des Kinderstars aus den Jahren 1971-1972 (besonders auf der Langspielplatte „Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n“ und der Weihnachtsplatte „Fröhliche Weihnacht überall“) deutlich zu hören. Es wurden also damals keine Aufnahmen als sog. „Konserven“ auf Eis gelegt, auch wenn seinerzeit solche Gerüchte im Umlauf waren.

1972 entschlossen sich Heintje und seine Manager zu einer sogenannten Entwicklungspause, damit der Kinderstar sich ganz in Ruhe, abgeschirmt von der Öffentlichkeit, zu einem erwachsenen Sänger entwickeln und auch in körperlicher wie psychischer Hinsicht zu einem Mann heranreifen konnte.

Bereits während der Zeit seiner Entwicklungspause reifte in ihm der Plan, im belgischen Moresnet einen Reiterhof zu kaufen und sich mit dem Reitsport und der Pferdezucht ein zweites Standbein zu schaffen. Bereits einige Jahre zuvor war der gebürtige Holländer mit seinen Eltern ins belgische Neu-Moresnet gezogen. Dort hatte die Familie Simons die Villa „O sole mio“ erbauen lassen, wo Heins betagte Mutter Johanna Simons bis heute wohnt. Vater Hendrik Simons starb im Oktober 1988 (im Alter von nur 66 Jahren) an Lungenkrebs – als Folge einer Staublunge, die er sich durch seine langjährige und schwere Arbeit als Bergmann unter Tage zugezogen hatte.

Mitte der Siebziger Jahre konnte Hein Simons seinen Plan in die Tat umsetzen und kaufte im ostbelgischen Ort Moresnet, einer Teilgemeinde von Kelmis, das Gut Schimper, das er bis heute bewohnt und wo er einen Reitstall und Einstellbetrieb unterhält. Gut Schimper, dessen Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, ist auch Sitz des dortigen Reitvereins und bietet zahlreiche Einstellplätze mit Weidegang, nicht nur für Hein Simons’ eigene Pferde, sondern auch für rund 60 weitere Pferde anderer Besitzer.

Das Comeback  

Während seiner Entwicklungspause widmete sich Hein(tje) vorwiegend seinen Pferden und dem Reitsport. Im Sommer 1973 nahm er sogar einige Trainingsstunden bei dem bekannten deutschen Springreiter Alwin Schockemöhle.

Daneben „bastelte“ er zusammen mit seinem Manager Addy Kleijngeld und seinem Produzenten Wolfgang Roloff an seiner zweiten Karriere als Sänger.

Im Frühjahr 1973 begab er sich auf eine Tournee nach Indonesien, die für den nun fast erwachsenen Sänger zu einem umjubelten Erfolg wurde. Die Konzertreise diente quasi als Test, wie seine nun gereifte Stimme von den Fans wohl angenommen würde. Die Tournee durch Indonesien wurde ein triumphaler Erfolg für den nun fast erwachsenen Sänger. Allein zum Konzert im Fußballstadion von Djakarta kamen 20.000 Menschen! Schon bei seiner Ankunft am Flughafen wurde er von einer begeisterten Menge empfangen: „Ich war fast 18, noch kein Mann und auch kein Kind mehr. Um zu testen, welche Chancen ich als halb Erwachsener beim Publikum habe, machten wir eine Tournee durch Indonesien. Zwar wusste ich, dass ich dort nicht ganz unbekannt war. Aber mit einem solchen Empfang hatte ich niemals gerechnet. Auf dem Flughafen von Djakarta waren schon Tausende von Menschen versammelt. Im offenen Wagen wurde ich durch die Stadt gefahren, überall waren Transparente gespannt, überall jubelten die Menschen. Ich schaute mich immer um, ob nicht doch irgendein ‚hohes Tier’ gemeint wäre. Aber nein, der ganze Trubel galt mir allein. Es wurde sogar ein ganzes Hotel für uns angemietet, das aber Tag und Nacht von Fans umlagert war. Ich musste über den Balkon klettern, wenn ich zum Auftritt wollte.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Der Erfolg seiner Auftritte im fernen Osten bestärkte den jungen Sänger, im Herbst des Jahres 1973 unter dem Namen Heintje Simons ein Comeback zu wagen.

Und wieder war es Peter Alexander, der dem erwachsenen Sänger im Dezember 1973 in seinem vorweihnachtlichen Wunschkonzert den Weg für sein Comeback ebnete. Das Lied, mit dem sich Heintje Simons damals in der Peter-Alexander-Show präsentierte, hieß „Ich denk an dich“. Es handelte sich dabei um die deutsche Version des altirischen Volksliedes „Londonderry Air“, auch bekannt als „Danny Boy“. „Ich denk an dich“ war auch der Titel seiner ersten Langspielplatte als erwachsener Sänger. Bereits ein Jahr darauf erschien seine LP „Junger Mann mit 19“. Beide Alben waren sehr ansprechend gelungen; die Texte waren dem Alter entsprechend, und die eher volkstümlich angelegten Melodien passten durchweg sehr gut zu der schönen, jetzt baritonal gefärbten  Stimme des jungen Sängers, die eine gewisse Tendenz zum Tenor erkennen ließ.

Die zweite Karriere des Hein(tje) Simons

Trotz seiner immer noch sehr schönen Stimme wurde es in den folgenden Jahren für Hein Simons immer schwieriger, an seine früheren Erfolge anzuknüpfen. Von der LP „Ich denk an dich“ wurden rund 280.000 Exemplare verkauft – was ja im Grunde schon eine ganz beachtliche Zahl ist. Doch leider wurde dieses Ergebnis immer wieder an Heintjes früheren Erfolgen und den 60 Millionen verkauften Tonträgern seiner Zeit als Kinderstar gemessen und nur noch als mäßiger Erfolg gewertet – eine Erwartungshaltung, die dem gerade erwachsenen Sänger gegenüber nicht gerade fair war. Vermutlich war das nachlassende Interesse aber auch eine Folge der zunehmenden anglo-amerikanischen Einflüsse auf dem deutschen Schlagermarkt.

Hein Simons selbst sagte dazu einmal in seiner bodenständigen Art: „Vielleicht haben wir damals den Fehler gemacht, nur einen halben Schritt zu machen und nicht einen ganzen. Vielleicht hatte ich zu spät aufgehört und zu früh wieder angefangen. Vielleicht waren die Lieder falsch ausgewählt. Vielleicht und noch mal vielleicht. Erfolg lässt sich nicht programmieren und auch nicht manipulieren. Was wohl auch ganz gut ist. Die Krise jedenfalls, von der ich geglaubt hatte, sie überwunden zu haben, begann jetzt erst. Im Fernsehen bekam ich nicht einen einzigen Auftritt mehr. Von meiner Plattenfirma kam auch keine Unterstützung. Dabei hatte ich gerade von denen noch Sätze im Ohr wie: ‚Wir sind doch alle eine große Familie.’ Nur, als ich sie brauchte, war keiner da. Auch keiner von den sogenannten Freunden, die zu meiner erfolgreichen Zeit immer so zahlreich zur Stelle waren.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Für mich war es nie ganz nachvollziehbar, warum Hein Simons als erwachsener Sänger lange Zeit nicht so richtig wahrgenommen wurde und es im Showgeschäft so schwer hatte. Denn schließlich hatte er nicht nur eine tolle Stimme, sondern sah auch noch attraktiv aus! Da hatte man bisweilen den Eindruck, dass die Leute nicht nur auf ihren Ohren, sondern auch auf ihren Augen sitzen!

Höhen und Tiefen

Im März 1974 musste der junge Sänger einen schweren Rückschlag verkraften: Auf Einladung von Radio Luxemburg sollte er in der Dortmunder Westfalenhalle auftreten. Doch dann bekam er eine starke Erkältung, und schnell wurde klar, dass er in diesem Zustand an diesem Abend nicht singen konnte. Moderator Frank Elstner erklärte dies auch dem Publikum und wollte den damals 18-jährigen Heintje wenigstens kurz vorstellen. Der wohlwollende, spontane Applaus des Publikums überwältigte den sensiblen Künstler derart, dass er seine Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. Hein Simons äußerte sich einmal selbst zu diesem Erlebnis, das damals leider auch negative Schlagzeilen auslöste: „Ich erinnere mich noch gut an eine Löwen-Verleihung. Radio Luxemburg hatte mich eingeladen, im Rahmenprogramm in der Dortmunder Westfalenhalle aufzutreten. Ausgerechnet da bekam ich eine schwere Erkältung. Ich konnte nur krächzen, so heiser war ich. Dass damit der Auftritt ins Wasser fiel, war klar. Frank Elstner holte mich trotzdem auf die Bühne, um mich wenigstens dem Publikum vorzustellen. Zehntausend Menschen klatschten und trampelten mit den Füßen. Aber ich konnte nicht für sie singen. Ich konnte mich auch nicht beherrschen und habe geweint. Doch man darf seine Gefühle wohl nicht zeigen. Angeblich hatte jeder Verständnis, aber am nächsten Tag lauteten die Schlagzeilen: „Heintje versagte die Stimme – Das Goldkehlchen ist verstummt.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 7. Folge, 24.05.1979)

Dies ist leider ein trauriges, aber auch typisches Beispiel dafür, wie in der Presse Tatsachen verdreht werden und Gerüchte entstehen! Die Bretter, die die Welt bedeuten, haben eben auch ihre Schattenseiten, wie wohl jeder Sänger schon erfahren hat.

Damals, als die Schlagerbranche Hein Simons allmählich fallen ließ, machte der junge Sänger aus der Not eine Tugend und trat vermehrt in Volksmusiksendungen auf. Im Herbst 1974 ging er zusammen mit den „Lustigen Musikanten“ (benannt nach der gleichnamigen Radiosendung im Deutschlandfunk) auf Tournee. Diese Konzertreise verlief für den jungen Sänger – allen Unkenrufen zum Trotz – recht erfolgreich und führte ihn auch in den ostwestfälischen Ort Kaunitz, wo die Autorin dieses Artikels erstmals das Glück hatte, ihn live auf der Bühne zu erleben.

Im Frühjahr 1975 folgte eine Tournee durch Südafrika. Auf dieser Konzertreise trug Hein Simons Lieder in mehreren Sprachen vor (Englisch, Deutsch, Holländisch und Afrikaans). Aus diesem Anlass erschienen im selben Jahr auch zwei Alben in Afrikaans.

Auf einer Deutschland-Tournee mit Fredy Brock im Jahre 1976 zeigte Hein Simons noch eine weitere Seite seines künstlerischen Talents: Mit gelungenen Parodien bekannter Sänger-Kollegen wie Peter Alexander, Udo Jürgens, Karel Gott, Roy Black und Rudi Carrell konnte er nicht nur als Sänger, sondern auch als Entertainer überzeugen.

Dann musste der junge Sänger erneut einen schweren Schlag verkraften: Heintjes Manager Addy Kleijngeld starb im Dezember 1977 mit nur 54 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts. Sein viel zu früher Tod traf Hein Simons in einer wichtigen Phase seiner Karriere als erwachsener Sänger. Nun war er quasi auf sich allein gestellt und musste sich neu orientieren.

In den späten 70er Jahren trat Hein Simons vermehrt auf Kaffeefahrten auf. Diese Auftritte fanden vorwiegend auf seinem Reiterhof, aber auch im norddeutschen Raum statt, wo ich selbst ihn 1977 zweimal erleben konnte (in Schneverdingen und Fallingbostel).

1978 war Hein Simons zu Gast in der Fernsehshow „Glück und Glas“. Hans Hubberten hatte ihn eingeladen, in der von ihm produzierten Show seine Parodien zum Besten zu geben. Im selben Jahr gelangte Hein Simons mit seinem Titel „Und das alles nur, weil wir uns lieben“ sogar in die Hitparade von Dieter Thomas Heck. Im Juni 1979 hatte Hein Simons erneut zwei größere Fernsehauftritte: in der Galasendung der Fernsehlotterie und in Gisela Schlüters „Zwischenmahlzeit“, wo er zusammen mit Andrea Jürgens im Duett sang.

In den Jahren 1979 – 1980 war Hein Simons auch als Rundfunk-Moderator tätig: Beim holländischen Sender Hilversum 3 präsentierte er regelmäßig montags seine Sendung „Showparade“. Dazu lud er auch Studiogäste ein und machte Interviews mit anderen Künstlern. Hein Simons über sein Interview mit Udo Jürgens: „Mein erster Partner war Udo Jürgens. Wir trafen uns in Wien bei einer Gala. Ausgerüstet mit meinem Tonband ging ich auf ihn zu und bat ihn um ein Interview. Erst dachte Udo, ich wollte ihn auf den Arm nehmen. Schließlich ist es ja sehr ungewöhnlich, wenn ein Sänger den anderen interviewt. Doch dann haben wir ein hervorragendes Gespräch über Musik im Besonderen und im Allgemeinen geführt.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 8. Folge, 31.05.1979)

Auf seiner LP „Ich habe Freunde“ aus dem Jahre 1979 erschienen erstmals auch zwei von ihm selbst komponierte Titel: „So schön könnt’s immer sein“ und „Mädchen“. Auch in den folgenden Jahren brachte der erwachsene Hein Simons unermüdlich neue Schallplatten-Produktionen heraus, komponierte sogar selbst Songs und tingelte durch größere und kleinere Städte. – 1980 begab er sich noch einmal über den großen Teich: Bei seinen Konzerten in Kanada und Amerika wurde er vom Publikum begeistert aufgenommen.

Umbrüche in der Schlagerbranche

Später (etwa Mitte der 80er Jahre) hatte ich den Sänger Hein Simons ein bisschen aus den Augen verloren. Dies lag zum einen daran, dass ich selbst als Musikerin und Sängerin vorwiegend „klassisch“ unterwegs war. Zum anderen war es aber auch eine Reaktion auf die allgemeine Entwicklung in der Schlagerbranche, die leider auch an einem Sänger wie Hein Simons nicht ganz spurlos vorbeiging: Etwa seit dem Ende der 70er bzw. Anfang der 80er Jahre wurde der deutsche Schlager allmählich immer mehr „technisch“ – eine Entwicklung, die wohl zum großen Teil angloamerikanischen Einflüssen geschuldet war und letztlich auch zur Folge hatte, dass viele Musiker arbeitslos wurden. Es schien fast so, als hätte der Begriff „Schlager“ durch die technischen Entwicklungen eine ganz neue Bedeutung erhalten: Statt des angenehmen Klangs der einst so erfolgreichen Unterhaltungsorchester wurde man von nun an durch einen synthetischen, ziemlich gleichförmigen Sound beinahe „erschlagen“! Die früheren Orchesterinstrumente wurden ersetzt durch einen technischen, weitgehend undifferenzierten „Sound“, welcher die Gesangsstimme immer mehr zudeckte.

Man gewinnt fast den Eindruck, als hätten diese technischen Entwicklungen auch zu einem Niedergang der Gesangskultur in der U-Musik beigetragen. Es scheint beinahe so, als ob in einem solchen Umfeld auf gutes Singen überhaupt kein Wert mehr gelegt wird. Schöne, lyrische Stimmen (wie auch jene von Hein Simons) können durch diese Entwicklung leicht ins Hintertreffen geraten. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum der erwachsene Sänger im Showbusiness längere Zeit nicht gebührend wahrgenommen wurde.

Für mich als klassische Sängerin, Musikerin und Freundin gepflegter Unterhaltungsmusik bekam die Bezeichnung „Schlager“ durch den neuen Trend in Richtung einer künstlichen „Plastik-Musik“ immer mehr einen faden Beigeschmack. Dies war auch der Grund, warum ich in den 80er Jahren allmählich das Interesse an dieser Musikgattung verlor – was leider auch zur Folge hatte, dass mir in den folgenden Jahren einige gute Auftritte von Hein Simons entgangen sind!

Neue Erfolge nach der Wende

Die volkstümliche Musik gehört zu jenen Nischen, die dem erfahrenen Sänger mit der lyrischen, gut geführten Naturstimme sehr entgegenkommen. In den 1990er Jahren trat Hein Simons wieder häufig in Volksmusiksendungen auf und erreichte so abermals eine große Fan-Gemeinde. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eröffneten sich dem längst erwachsenen Sänger und dreifachen Familienvater ungeahnt neue Perspektiven: In der ehemaligen DDR wurden seine Schallplatten ein Renner. Nun konnte er auch in den neuen Bundesländern an seine großen Erfolge anknüpfen.

Seit Mitte der 90er Jahre komponiert und produziert Hein Simons seine Titel vorwiegend selbst. Viele der Liedtexte stammen von Ingrid Reith, die auch einige Jahre lang seine Managerin war. Immer wieder zieht es ihn auf die Bühne – jene Bretter, die die Welt bedeuten. Bei seinen Live-Auftritten versteht es der Sänger immer wieder, sein Publikum zu begeistern und mitzureißen – mittlerweile sogar generationenübergreifend.

Zu den herausragenden Auftritten von Hein Simons gehörte beispielsweise sein Vortrag des Liedes „Hast du dort oben“ in der Fernsehsendung „Showpalast“ mit Dieter Thomas Heck am 5. November 2000. In diesem Titel (der ein wenig an das Wolgalied aus dem „Zarewitsch“ erinnert) kommt sein schönes Timbre meines Erachtens besonders gut zum Ausdruck – vor allem in der etwas höheren Baritonlage.

Ohnehin war ich schon immer der Meinung, dass eine schöne Stimme wie die von Hein Simons zu schade ist, um sich einzig und allein auf das Genre Schlager zu beschränken – auch wenn der deutsche Schlager zurzeit wieder Hochkonjunktur hat! Obwohl Hein Simons keine klassische Gesangsausbildung absolviert hat, wäre ein gelegentlicher „Ausflug“ ins klassisch-romantische Fach sicher ein interessantes und lohnendes Abenteuer – nicht nur für den Sänger, sondern auch für seine zahlreichen Fans! Den besten Beweis für diese These lieferte Hein Simons selbst schon vor einigen Jahren, als er mit seiner Interpretation des Wiegenliedes von Johannes Brahms („Guten Abend, gut‘ Nacht“) bei seinen Zuhörern für Gänsehaut-Momente sorgte! Auch ein Weihnachtskonzert in klassischer Orchesterbesetzung mit Streichern und Bläsern würde sicherlich beiden Seiten – sowohl ihm selbst als auch seinem Publikum – viel Freude bereiten und wäre mal eine schöne Abwechslung im Schlager-Alltag.

Jedes Jahr im August veranstaltet der Sänger auf seinem Reiterhof das sogenannte „Gut Schimper Fest“ – eine Art Hoffest, einen Tag der offenen Tür unter dem Motto „Show trifft Reitsport“. Das lassen sich Pferdefreunde und vor allem seine zahlreichen Fans natürlich nicht nehmen: Aus allen Teilen Deutschlands und der Niederlande reisen sie an, um ihren Lieblingssänger hautnah zu erleben. Auch die Mitglieder des Internationalen Hein Simons Fanclubs folgen immer wieder gern der Einladung und nutzen die Gelegenheit, ihren Hein(tje) persönlich zu treffen.

Hein Simons, der Familienmensch

Trotz seiner Erfolge ist Hein Simons stets bescheiden und bodenständig geblieben. Nach eigener Aussage ist er ein richtiger Familienmensch.

Am 11. Dezember 1981 heiratete Hein Simons die Kosmetikerin Doris Uhl aus Aachen. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor: Pascal Hendrik Georg (*1982), Gina Silvana (*1989) und Hendrik (*1992). Der Familienvater hat stets Wert darauf gelegt, dass seine Kinder ganz normal aufwachsen konnten.

Was das Singen angeht, sind seine Kinder nicht in die Fußstapfen ihres berühmten Vaters getreten – bis auf eine Ausnahme im April 1998: In der Show „Das Frühlingsfest der Volksmusik“ sang Hein Simons erstmals mit seiner Tochter Gina im Duett („Ein bisschen Sonnenschein“).

Hein Simons’ Kinder sind ebenfalls begeisterte Reiter, der jüngste Sohn Hendrik arbeitet sogar als Hufschmied. Der älteste Sohn Pascal ist Bauschlosser und Kfz-Mechaniker, Tochter Gina ist gelernte Bankkauffrau.

Leider ist die Ehe des Familienmenschen Hein Simons doch nicht so glücklich verlaufen, wie er sich das erhofft hatte: Im Jahre 2014 – nach 33 Ehejahren! – trennte sich Ehefrau Doris von Hein Simons (angeblich wegen eines anderen Mannes). Auf die Frage, was denn wohl seine größte Niederlage gewesen sei, antwortete der inzwischen 62-Jährige kürzlich in einem Interview mit dem Radiosender B2: „Vielleicht das Scheitern meiner Ehe.“ Bis zu seiner Scheidung 2014 wohnte Hein Simons gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf Gut Schimper. Nach wie vor wohnen der Sänger und seine beiden Söhne nebst Anhang auf dem Gut, Tochter Gina wohnt mit ihrer Familie im Nachbarort.

Im Sommer 2015 – pünktlich zu seinem 60. Geburtstag – ist Hein Simons Opa geworden und wird schon sehr bald dreifacher Großvater sein: Zu seinen beiden Enkelkindern Romy (von Tochter Gina) und Collin (von Sohn Hendrik) wird sich bald ein drittes gesellen, denn voraussichtlich im Februar 2018 wird seine Tochter Gina ihr zweites Kind zur Welt bringen.

Zwangspause durch gesundheitliche Probleme

In den vergangenen Jahrzehnten meinte es das Schicksal offenbar nicht immer so gut mit Hein Simons. Zunächst musste der einst begeisterte Fußballer wegen eines Kreuzbandrisses das Fußballspielen (sein zweites großes Hobby neben dem Reiten) aufgeben. Vor einigen Jahren erkrankte Hein Simons an einer Lungenembolie, die sein Leben ernsthaft gefährdete, von der er sich aber Gott sei dank inzwischen gut erholt hat.

Vor einiger Zeit zwangen ihn gesundheitliche Probleme erneut zu einer längeren Bühnenabstinenz: Infolge einer chronischen Herzschwäche und schwerer Herzrhythmusstörungen musste sich Hein Simons einer Herzoperation unterziehen; dabei wurde ihm ein Defibrillator eingesetzt. Gott sei dank ist der Eingriff gut verlaufen, und der Sänger hat sich inzwischen soweit erholt, dass er wieder Auftritte absolvieren und sogar auf Tournee gehen kann. Er kann das Singen einfach nicht lassen – und das ist auch gut so!

Die runden Geburtstage 2005 und 2015

Anlässlich des 50. Geburtstages von Hein Simons am 12. August 2005 entstand das Album „Ich sag’ Danke“, das bei den Fans viel Beachtung fand. Eine besondere Rarität ist die im Jahre 2006 gemeinsam mit dem damals 102-jährigen Johannes Heesters aufgenommene CD mit den beiden Nummern „Plaisir d’amour“ und „Bunte Tulpen“. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war Hein Simons 51 Jahre und damit gerade einmal halb so alt wie sein holländischer Landsmann. (Die beiden Titel sind auch auf der CD „Männer sind einfach zu gut“ erschienen.)

Im Jahre 2014 veröffentlichte Hein Simons unter dem Titel „Thuis“ (Zu Haus) nach vielen Jahren wieder ein Album in holländischer Sprache, das von seinen Landsleuten begeistert aufgenommen wurde. So wurden auch seine beiden Konzerte im ausverkauften Antwerpener Sportpalast zu einem triumphalen Erfolg für den Sänger. Anlässlich seines 60. Geburtstages erschien im September 2015 seine CD „Vertrau auf dein Herz“.

Das Jubiläumsjahr 2017

Zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum haben Hein und seine Produzenten sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Auf seiner neuen CD „Heintje und ich“ singt der erwachsene Hein Simons mit dem Kinderstar Heintje im Duett! – Eine Weltsensation, denn es ist das erste Mal, dass ein Sänger mit sich selbst – mit seinem jüngeren Ich – im Duett singt. Die moderne Technik macht dies möglich.

Produzent Christian Geller über das aufwändige Verfahren: Da die vierspurigen Tonbänder mit den alten Aufnahmen im Laufe der Zeit verkleben, mussten sie zunächst in einem speziellen Backofen aufbereitet werden. Danach konnten die Bänder nur ein einziges Mal abgespielt werden. Dieses aufwändige Verfahren birgt natürlich auch das Risiko einer Zerstörung der alten Tonbänder. Um für die Nachwelt erhalten zu bleiben, mussten die Aufnahmen gleich während des ersten Abspielens digitalisiert werden. Die Spuren mit dem ursprünglichen Orchester und Chor wurden im Zuge der Neueinspielung durch einen neuen Orchestersound ersetzt. Dazu wurde die Stimme des erwachsenen Hein Simons im Studio neu eingespielt. Die Texte wurden von Textdichter Tobias Reitz neu bearbeitet und so adaptiert, dass sie den Inhalt aus der Sicht des erwachsenen Sängers wiedergeben.

Die Arrangements sind sehr gut gelungen, und Hein Simons’ angenehmes Timbre kommt bei diesen „Oldies“ sehr gut zur Geltung. Es lohnt sich, beim Anhören dieser CD/DVD auch mal ganz bewusst auf die Stimme des erwachsenen Hein Simons zu hören – ganz besonders, wenn der musikalische Sänger mit seinem jetzt baritonalen Timbre die zweite Stimme zu dem jungen Heintje singt, zum Beispiel in „Ich sing ein Lied für dich“ oder im Bonus-Track „Mein schönstes Lied! Hier singt der erwachsene Hein Simons quasi die „Oberstimme“, jedoch nach unten oktaviert in der Baritonlage, also in der Untersext bzw. Unterterz zur Melodie! Es handelt sich also um eine Rarität, die im Schallplattenarchiv eines echten Heintje-Fans nicht fehlen sollte!

Rechtzeitig zum Jubiläum ist im Giger Verlag am 15. November auch das Buch „Ich war Heintje“ von Jan Adriaan Zwarteween erschienen. Man erfährt darin auch viele interessante Details, die sich damals hinter den Kulissen abgespielt haben. Das Buch ist daher ein Muss für jeden Heintje-/Hein Simons-Fan!

Vom 1. bis 30. Dezember 2017 geht Hein Simons zusammen mit Maximilian Arland und Fernando Express auf eine Weihnachtstournee, die ihn in verschiedene Städte der neuen Bundesländer führt.

Gute Wünsche zum 50-jährigen Jubiläum

Nach sage und schreibe 50 Jahren im Showgeschäft kann man Hein Simons mit Recht als „Urgestein“ der deutschen Unterhaltungsmusik bezeichnen. Nach all den großen Erfolgen, aber auch Rückschlägen, die Hein Simons in letzter Zeit durchlebt hat, bleibt mir als Autorin dieses Artikels nur noch, dem Sänger alles Gute zum 50-jährigen Jubiläum und viel Erfolg für die Weihnachtstournee zu wünschen.

Möge der sympathische Sänger, der trotz seiner Erfolge stets bodenständig und bescheiden geblieben ist, noch viele Jahre seine Fans mit seinen Liedern erfreuen! Und möge es nun zum Jubiläum auch gesundheitlich und privat wieder aufwärts gehen!

Sylvia Kreye, Wien

Hier geht’s zum Teil 1:

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

Neuerscheinungen zum 50-jährigen Jubiläum

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

http://telamo.click/Hein_Simons_Heintje_und_ichFA

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel, über Shop24Direct oder amazon zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

https://www.amazon.de/Ich-war-HEINTJE-Kinderstar-unvergesslichsten/dp/3906872416

Karten für die Weihnachtstournee sind bei Eventim erhältlich:

http://www.eventim.de/Tickets.html?affiliate=EVE&doc=artistPages%2Ftickets&fun=artist&action=tickets&erid=1932428&includeOnlybookable=true&xtmc=hein_simons&xtnp=1&xtcr=1

Diskographie

1967 Dit is Heintje
1968 Heintje
1969 Ich sing’ ein Lied für Dich
auch bekannt als: Liebe Sonne, lach doch wieder
1970 Dein schönster Tag
auch bekannt als: Ein Strauß voll bunter Blumen
Herzlichst Heintje
1971 Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n
1973 Ich denk’ an dich
auch bekannt als: Ik denk aan jou (Niederländische Version)
1974 Junger Mann mit 19
1975 Suid-Afrika, Jou Hart Is Weer Myne
Heintje sing van liefde en verlange
1978 Ich habe Freunde
1989 Herzensmelodie
1992 Ich hab’ so lange gesucht nach dir
1994 Die Heimat darfst du nie vergessen
1996 Mein zweites Leben
1998 Ich schenk’ dir meine Liebe
1999 Noch einmal mit Gefühl
2001 Heute und ein bisschen gestern
2002 Rück ein Stückchen näher
2003 Von Herz zu Herz
2004 Frauen sind was Wunderbares
2005 Ich sag’ Danke
2006 Männer sind einfach zu gut
2008 Träum’ mit mir
2009 Alles halb so schlimm
2011 Leb deinen Traum
2014 Thuis
2015 Vertrau auf dein Herz
2017 Heintje und Ich

Quellen

  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje – vom Lausbub zum Star. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1969, 54321 (Bestell-Nr. 6961), 1969.
  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje und sein großer Freund Peter Alexander. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1970, 54321 (Bestell-Nr. 8488).
  • Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje: Alle meine Tiere. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1971.
  • Hans-Joachim Eberwein: Heintje. Lizenzausgabe für die Neue Schweizer Bibliothek, Sonderdruck der BUNTEN ILLUSTRIERTEN, Hrsg. Dr. Franz Burda, Burda Druck und Verlag, Offenburg/Baden 1971.
  • „Heintje – Jetzt rede ich“, Serie in 8 Teilen, aufgezeichnet von Heidemarie Lammert, „Frau mit Herz“, 12.04.-31.05.1979
  • Wikipedia, Heintje: https://de.wikipedia.org/wiki/Heintje
  • Internationaler Hein Simons Fanclub, Biographie: http://www.heinsimons.com/html/biography.html
  • Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje – Zum 50-jährigen Jubiläum, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer, Giger Verlag, CH-Altendorf, 1. Auflage 2017
  • Heintje und Ich – das TV Spezial 2017, Deutsches Musikfernsehen, Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer, auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=S55A_twlfEA

Bildquellen

Teil 1: Coverfoto der CD „Heintje und Ich“ und des Buches „Ich war Heintje“. © Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Teil 2: Pressefoto Hein Simons (20170517 Telamo45653) Fotocredit: German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

 Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum


Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

Hein Simons alias „Heintje“ feiert sein 50-jähriges Jubiläum. Auf seiner neuen CD „Heintje und Ich“ singt er erstmals im Duett mit seinem jüngeren Ich – eine Weltsensation. Zu seinem 50-jährigen Jubiläum ist soeben auch ein Buch mit dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen. Mit einer Weihnachtstournee meldet sich der sympathische, mittlerweile 62-jährige Holländer bei seinen Fans zurück.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Das Buch „Ich war Heintje“ ist im Giger Verlag, Schweiz, erschienen und ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

50 Jahre Hein(tje) Simons

Wie schnell die Zeit vergeht! Am 12. August 2015 konnte Hein Simons alias „Heintje“, der vielen von uns noch als Kinderstar und kleiner Lausbub mit großer Stimme in Erinnerung ist, seinen 60. Geburtstag vollenden. Das ist nun schon wieder mehr als zwei Jahre her!

In diesem Jahr gibt es wieder einen Grund zum Feiern: das 50-jährige Jubiläum von Hein(tje) Simons! Bereits am 25. November vor 50 Jahren kam Heintjes erste Single „Mama“ heraus. Und am 21. Dezember, genau vor 50 Jahren, hatte der 12-jährige Heintje seinen ersten Fernsehauftritt in Vico Torrianis Show „Der Goldene Schuss“. Er sang „Mama“, sein Auftritt dauerte nur 55 Sekunden – 55 Sekunden, die alles entscheiden sollten und den Kinderstar über Nacht berühmt machten!

Obwohl sich Lingua & Musica in erster Linie mit klassischer Musik und Oper befasst, habe ich mich als Autorin entschlossen, das 50-jährige Jubiläum von Hein Simons zum Anlass zu nehmen und dem Sänger einen ausführlichen Artikel zu widmen – hat er doch meine Generation und die Popularmusik der 60er und 70er Jahre wesentlich mitbestimmt.

Ein 50-jähriges Jubiläum ist – gerade in unserer schnelllebigen Zeit – ein besonderes Ereignis, das nur wenigen Künstlern zuteil wird. Immerhin hat der einstige Kinderstar mit seiner Musik nicht nur meine Jugend entscheidend geprägt, sondern auch damals schon mein Interesse am Gesang geweckt. Lang, lang ist’s her! Damals – noch lange bevor ich meine Liebe zur Oper und zur klassischen Musik entdeckte – da hatte der kleine Junge mit der großen Stimme aus Holland auch mein Herz im Sturm erobert!

Wir erinnern uns…

Es war in den wilden 60ern und frühen 70ern: Ich war fast im Teenager-Alter, als die Studentenunruhen das bürgerliche Deutschland in Aufruhr versetzten, als die berüchtigte Baader-Meinhof-Bande (die spätere RAF) mit ihren Anschlägen Angst und Schrecken verbreitete.

Zu jener Zeit stürmten die Beatles gerade die Hitlisten und sorgten für Aufregung in den biederen deutschen Familien. Während die echten „68er“ auf die Beatles und die Rolling Stones geradezu „abfuhren“, wurde ich auf einen holländischen Jungen aufmerksam, der gerade einmal vier Jahre älter war als ich und mit glockenheller, klarer und kräftiger Stimme Lieder sang, die einfach zu Herzen gingen: „Mama“, „Zwei kleine Sterne“, „Du sollst nicht weinen“, „Ich bau dir ein Schloss“. Nicht zu vergessen das berühmte „Mamatschi, schenke mir ein Pferdchen“, das mich als Pferdefreundin schon damals sehr angerührt hat.

Der Kinderstar Heintje, der sich binnen kurzer Zeit in die Herzen von Millionen sang, verstand es nicht nur, die Mamas und Omas zu Tränen zu rühren, sondern auch einem kleinen Mädchen wie mir gehörig den Kopf zu verdrehen! Künstler wie Peter Alexander und Udo Jürgens bewunderte ich, aber Heintje verehrte ich, für ihn schwärmte ich – und das viele Jahre lang! Später (etwa Mitte der 80er Jahre) hatte ich diesen Künstler ein wenig aus den Augen verloren. Doch jetzt, zum 50-jährigen Bühnenjubiläum des Hein(tje) Simons, werden diese Ereignisse plötzlich wieder lebendig. Als ich im Zuge meiner Recherchen für diesen Artikel das beinahe schon vergessene Heintje-Archiv wieder hervorkramte, wurden die alten Erinnerungen wieder geweckt, als wenn das alles erst gestern gewesen wäre! Doch wenden wir uns zunächst seiner Biographie zu.

Caruso und Robertino als Vorbilder

Heintje wurde am 12. August 1955 unter dem bürgerlichen Namen Hendrik Nikolaas Theodoor Simons im holländischen Heerlen geboren. Sein Vater Heinrich war Bergmann und wurde wegen einer Staublunge schon sehr früh pensioniert. Damit die Familie einigermaßen über die Runden kam, eröffnete Heintjes Mutter Johanna eine kleine Gastwirtschaft in Bleijerheide bei Kerkrade: die „Hanny-Bar“. In dieser Bar gab es eine Jukebox, die neben den gängigen Schlagern auch Aufnahmen von den großen Tenören spielte. Besonders Caruso und der italienische Kinderstar Robertino Loreti haben es dem kleinen Heintje angetan. Er sang die Lieder von Robertino nach und konnte „Mamma“ (italienische Version) und „O sole mio“ innerhalb kurzer Zeit auswendig. Schon bald wurden die Gäste auf die Stimme des kleinen Holländers aufmerksam, und Heintje verdiente sich seine erste „Gage“ – in Form von Schokolade!

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Heintje damals – ebenso wie der spanische Tenor José Carreras – durch den Film „Der große Caruso“ dazu inspiriert wurde, Sänger zu werden. Der Film mit Mario Lanza in der Hauptrolle muss seinerzeit eingeschlagen haben wie eine Bombe und hatte offenbar gerade für junge Sänger eine unglaublich starke Wirkung. Heintje war von dem Film über das Leben Carusos tief beeindruckt: „Ich war elf Jahre alt, als ich zum ersten Mal einen Film über ihn sah. Als ich aus dem Kino herauskam, wusste ich: so wie Caruso, so wollte ich werden. So schön singen können, so großen Erfolg haben, überall so gefeiert werden. Nachts in meinen Träumen sah ich das ständig vor mir und durchlebte es regelrecht.“ (Zitat von Heintje aus der Serie: Jetzt rede ich! 3. Folge, Frau mit Herz, 26.04.1979)

Eine Stimme, die zu großen Hoffnungen berechtigt

Heintje sang damals nicht nur in der elterlichen Gaststätte, der Hanny-Bar, sondern ab und zu auch in der Nachbar-Gaststätte eines Bekannten namens Jo Austen: „Mit elf Jahren hab ich sogar schon getingelt. In die Nachbar-Gaststätte von Jo Austen. Jo war es auch, der zu mir sagte: ‚Heintje, du hast eine tolle Stimme. Geh doch mal zum Professor Kukelkorn.’ Das war der Chorleiter von den ‚Maastricher Stars’, einem ganz bekannten Kinderchor. Doch als meine Eltern mit mir hinfuhren, war der Professor gar nicht so begeistert. Er meinte, ich sollte erstmal Gesangsunterricht nehmen. Da war ich vielleicht unglücklich! Aber meine Mutter tröstete mich und meinte: ‚Dann gehst du eben mal zum Talentwettbewerb.’ Und schon strahlte ich wieder, denn ich habe wirklich gern gesungen.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 2. Folge, 19.04.1979)

Es ist nur allzu verständlich, dass die Reaktion des Chorleiters den jungen Sänger zunächst entmutigt hatte. Als ausgebildete Sängerin bringt es mich auf die Palme, wenn ich lese, wie engstirnig und ablehnend einige Gesangsprofessoren doch sein können und welche Konsequenzen es für einen jungen Sänger haben kann, wenn durch den „Tunnelblick“ gewisser Lehrer (meist ohnehin keine richtigen Sänger) ein solches Talent nicht erkannt wird! Nun ja, Heintje hat trotzdem seine Karriere gemacht! Aber wie viele andere werden durch die Inkompetenz und das mangelnde Einfühlungsvermögen gewisser selbst ernannter „Experten“ kaputt gemacht?

Diese Geschichte mag auch erklären, warum der erwachsene Sänger Hein Simons nach seinem Stimmbruch von einer klassischen Gesangsausbildung Abstand nahm und es letztlich doch vorzog, der Schlagerbranche treu zu bleiben – was eigentlich sehr schade ist, wenn man bedenkt, dass selbst avancierte Opernsänger/innen ihm damals eine große Karriere voraussagten. Viele meinten sogar, er könne ein „zweiter Caruso“ werden. In den großen Fernsehshows der 70er Jahre sah man den Kinderstar immer wieder auch an der Seite von großen Opernsängern und Opernsängerinnen.

Wenn ich mich recht erinnere, war es die Sopranistin Erna Berger, die über den Kinderstar einmal sagte: „Heintje hat eine Stimme, die auch nach der Mutation noch zu großen Hoffnungen berechtigt“. Und keine Geringere als Anneliese Rothenberger war damals des Lobes voll: „Du bist also der kleine Junge, der so eine große Stimme hat!“ (Serie: Jetzt rede ich! 3. Folge, Frau mit Herz, 26.04.1979) 

Operettenkönig Robert Stolz sah bereits 1970 bei dem Kinderstar Heintje eine „Revolution ohne Stimmbruch“ voraus. Schon damals war Professor Robert Stolz der Meinung, Heintje habe seinen Stimmbruch bereits „übersungen“, und hörte ihn als zukünftigen Bariton. Anlässlich der Gala zu seinem 90. Geburtstag komponierte Robert Stolz sogar zwei Lieder für Heintje: „Mondlicht geht durch alle Bäume“ und „Bei uns zu Haus ist es schön.“

Im Juni 1971 war Heintje an der Seite des Tenors Rudolf Schock in der Fernsehshow „Wünsch dir was“ mit Vivi Bach und Dietmar Schönherr zu sehen. Ich erinnere mich noch gut an jenes Interview, das Heintje damals in dieser Fernsehshow gab: Als er nach seinen Zukunftsplänen gefragt wurde, antwortete der damals 15-Jährige, er könne es sich gut vorstellen, so wie Rudolf Schock nach dem Stimmbruch eine Laufbahn als klassischer Sänger einzuschlagen. Diese Aussage hatte mich schon damals als Kind sehr beeindruckt. Er schien genau zu wissen, was er wollte. Das passte ja auch zu dem Umfeld, das den holländischen Kinderstar geprägt hatte, als er in der Gaststätte seiner Eltern die Lieder der großen italienischen Tenöre wie Benjamino Gigli und Enrico Caruso schmetterte.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was wäre wohl aus dem ehemaligen Kinderstar Heintje geworden, wenn er damals nach dem Stimmwechsel einen wohlwollenden Mentor gefunden hätte, der es verstanden hätte, seine schöne, nach der Mutation baritonal gefärbte Stimme im Belcanto auszubilden?

Vermutlich wäre er ein lyrischer Bariton (mit einer erkennbaren Tendenz zum Tenor) geworden und hätte – wie seine großen Vorbilder – als Opern- oder Operettensänger Karriere machen können. Vielleicht wäre seine zweite Karriere mit einer klassisch ausgebildeten Stimme sogar noch erfolgreicher verlaufen als die erste. Wahrscheinlich hätten sich ihm dadurch ganz andere Möglichkeiten eröffnet. Jedenfalls war ich immer schon der Meinung, dass Hein Simons‘ warm timbrierte Baritonstimme eigentlich viel zu schön ist, um sich einzig und allein auf Schlager zu beschränken.

Natürlich ist es verständlich, dass Hein Simons sich nach dem Stimmwechsel wieder in der Branche etablieren wollte, die er ja schon in- und auswendig kannte. Dennoch ist es ein wenig schade, dass er die Option einer klassischen Gesangsausbildung (und somit die Chance, so etwas wie ein „zweiter Caruso“ – oder ein „zweiter Cappuccilli“ – zu werden) offensichtlich gar nicht mehr in Betracht gezogen hat.

Andererseits: Wer weiß schon, wie sich das alles entwickelt hätte. Leider gibt es ja auch viele schlechte Gesangslehrer. Und wie wohl jeder Sänger weiß, muss zwischen Sänger und Gesangslehrer immer auch die „Chemie“ stimmen. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, ist es oft besser, sich als Sänger auf seine Naturstimme und die eigene sängerische Intuition zu verlassen.

Große Schallplattenerfolge

Doch zurück zur Biographie: Wie bereits erwähnt, war es vor allem seine Mutter, die Heintje dazu ermutigt hatte, im Jahre 1966 an einem Talentwettbewerb im holländischen Schaesberg teilzunehmen. Dort sang er das Lied „Mamma“ (sogar auf Italienisch!) und gewann prompt den ersten Preis.

Daraufhin wurde Addy Kleijngeld, ein niederländischer Musiker und Produzent, auf ihn aufmerksam. Addy Kleijngeld wurde Heintjes Manager und komponierte auch die meisten Titel für ihn. Addy Kleijngeld, der unter dem Künstlernamen „Ronny“ bekannte Sänger und Produzent Wolfgang Roloff und der Textdichter Hans Hee bildeten damals jenes einzigartige Team, das Heintje während seiner gesamten Karriere beratend zur Seite stand. Nach eigenen Aussagen von Hein Simons ging es damals stets sehr familiär zu, und er wurde zu nichts gezwungen. Mit Addy Kleijngeld hatte er nicht einmal einen offiziellen Vertrag. Addy Kleijngeld sorgte jedoch seinerseits dafür, dass seinem Schützling stets faire Verträge angeboten wurden.

Am 14. August 1967 nahm Heintje seine erste Schallplatte auf Niederländisch auf: „Mama“ und „Ik vergeet je niet“ („Ich vergess dich nicht“, die holländische Version der neapolitanischen Kanzone „Non ti scordar di me“ von Ernesto de Curtis). An seine erste Plattenaufnahme im Bavohuis in der Sumatrastraat in Amsterdam kann sich Hein Simons noch gut erinnern: „Da sah ich zum ersten Mal in meinem Leben ein großes Orchester, eine Harfe, die Streicher, die Cellos, die Bläser und das Schlagzeug. Ich war ein bisschen verwirrt durch diesen Anblick. Hinter dem Technikpult saß Luc Ludolph, ein Ass in Sachen Ton. Er hatte seine eigene Apparatur im Bavohuis aufgestellt, weil er hier für verschiedene Plattenfirmen, so auch für CNR, Aufnahmen machte. Vor dem Orchester stand Addy Kleijngeld, dirigierte und gab Anweisungen. Ich fühlte mich wie eine kleine Maus in einem Käseladen und eigentlich auch etwas verloren.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer,  1. Auflage 2017, © Giger Verlag, CH-8852 Altendorf, S. 57-58)

1967 erschien die deutsche Version des Liedes „Mama“, zunächst als Single in Kombination mit „Zwei kleine Sterne“. Der Titel „Mama“ hielt sich fast ein ganzes Jahr lang in den Charts und war 1968 die meistverkaufte Single in Deutschland. Schon wenig später kam eine weitere Single heraus: „Du sollst nicht weinen“ (eine Neuinterpretation des mexikanischen Titels La Golondrina) und „Ich bau dir ein Schloss“.

In der steilen Karriere des Kinderstars Heintje folgte in den darauffolgenden Jahren ein Hit nach dem anderen: „Oma so lieb“, „Ich sing ein Lied für dich“, „Liebe Sonne, lach doch wieder“, „Eine kleine Abschiedsträne“, „Kleine Kinder, kleine Sorgen“, „Scheiden tut so weh“, „Der schönste Tag in deinem Leben“, „Geh deinen Weg“, „Schneeglöckchen im Februar“ und viele andere mehr. Auch die beiden Weihnachtsalben „Weihnachten mit Heintje“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ waren ein großer Erfolg. Viele seiner Titel, ganz besonders sein berühmtes „Mama“, wurden zu Ohrwürmern, welche – ungeachtet der historischen und gesellschaftlichen Ereignisse – inzwischen ein halbes Jahrhundert überdauert haben!

Selbst die im Deutschland der Nachkriegszeit von vielen verschmähten und beinahe schon vergessenen deutschen Volkslieder wurden durch Heintje wieder populär: „Mamatschi“, „Heidschi Bumbeidschi“, „Guter Mond du gehst so stille“, „Die Blümelein, sie schlafen“, „Der Mond ist aufgegangen“, „Sah ein Knab ein Röslein steh’n“, „Letzte Rose in unserm Garten“ (eine Bearbeitung der gleichnamigen Arie aus der Oper „Martha“ von Friedrich von Flotow). Besonders in den besinnlichen Volksliedern beeindrucken seine klare Stimme, seine reine Intonation und schlichte Interpretation bis heute. Es ist daher mehr als verwunderlich, warum seine Einspielungen dieser schönen alten Volkslieder damals so lange in der Schublade liegen blieben und zunächst nur teilweise auf Schallplatten veröffentlicht wurden.

Erst im Jahre 2013 erschien im Rahmen der Sammlung „Heintje – Das Beste – 80 unvergessliche Erfolge“ eine zusätzliche CD mit 16 bis dahin unveröffentlichten Aufnahmen seiner schönsten Volkslieder, was selbst für mich als „alten“ Heintje-Fan eine wahre Überraschung war!

Neben den zahlreichen Schallplatteneinspielungen in deutscher Sprache gab es auch drei Alben in englischer Sprache, darunter „I’m Your Little Boy“ und „You Are The Best Of All“, zwei LPs in Afrikaans sowie einige Veröffentlichungen in holländischer Sprache. Für die englischen Produktionen erhielt Heintje ebenfalls goldene Schallplatten. Anlässlich seiner Fernsehauftritte in China hat der erwachsene Sänger Hein Simons sogar eines seiner alten Lieder („Kleine Kinder, kleine Sorgen“) in chinesischer Sprache (Mandarin) aufgenommen! In China wurde Heintje zunächst durch seine Filme bekannt. Erst daraufhin wurde das chinesische Publikum auch auf seine Lieder aufmerksam.

Die Kinofilme

Schon bald wurde auch das schauspielerische Talent des Kinderstars Heintje entdeckt. In den späten 60er und frühen 70er Jahren wirkte Heintje in sechs Kinofilmen mit:

1968: Zum Teufel mit der Penne (Die Lümmel von der ersten Bank 2. Teil)
1969: Heintje – Ein Herz geht auf Reisen
1969: Hurra, die Schule brennt (Die Lümmel von der ersten Bank 4. Teil)
1970: Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen
1970: Heintje – Mein bester Freund
1971: Morgen fällt die Schule aus (Die Lümmel von der ersten Bank 6. Teil)

Da waren zunächst die drei „Lümmel-Filme“ (Die Lümmel von der ersten Bank) mit Hansi Kraus als Partner:
Zum Teufel mit der Penne (Die Lümmel von der ersten Bank 2. Teil)
Hurra, die Schule brennt (Die Lümmel von der ersten Bank 4. Teil)
Morgen fällt die Schule aus (Die Lümmel von der ersten Bank 6. Teil)

Doch vor allem die etwas ernsteren Spielfilme mit Heintje in der Hauptrolle gingen so richtig zu Herzen:
Heintje – Ein Herz geht auf Reisen (mit Heinz Reincke und Gerlinde Locker)
Heintje – Einmal wird die Sonne wieder scheinen (unter anderem mit Heinz Reincke, Gerlinde Locker, Paul Dahlke, Agnes Windeck, Martin Jente und Ralf Wolter)
Heintje – Mein bester Freund (unter anderem mit Heinz Reincke, Gudrun Thielemann, Ralf Wolter, Shmuel Rodensky und dem Don-Kosaken-Chor unter Serge Jaroff)

Auszeichnungen

In den wenigen Jahren seiner großen Karriere als Kinderstar wurde Heintje mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: So erhielt er zweimal (1968 und 1969) den Goldenen Löwen von Radio Luxemburg, die Goldene Europa (1969), den Bambi und den Edison Award (1970) sowie für seine Kinofilme die Goldene Leinwand (1970). Es folgten weitere Auszeichnungen.

Für seine zahlreichen verkauften Schallplatten erhielt Heintje 40 Goldene Schallplatten und eine Platin-Schallplatte. Stolz bewahrte er diese Trophäen all die Jahre in seinem Elternhaus in Neu-Moresnet (Belgien) auf.

Stammgast in den großen Fernsehshows

Wie bereits erwähnt, dauerte Heintjes erster Auftritt im deutschen Fernsehen nur 55 Sekunden: In der Vico-Torriani-Show „Der Goldene Schuss“ am 21.12.1967 sang er sein „Mama“-Lied. Sein Auftritt schlug ein wie eine Bombe und bescherte ihm über Nacht den Durchbruch zu einer einzigartigen internationalen Karriere, wie sie bis dato von keinem anderen Kinderstar mehr erreicht werden konnte. Spätestens von diesem Datum an war sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten. Ein Jahr später, zu Weihnachten 1968, war er erneut zu Gast in Vico Torrianis Show, diesmal zusammen mit Udo Jürgens und Caterina Valente.

In der Peter-Alexander-Show war Heintje immer wieder ein gern gesehener Gast. Mit „Peter dem Großen“ verband ihn sogar eine jahrelange Freundschaft. Peter Alexander wurde für Heintje (neben Caruso und Robertino) zum großen Idol und Vorbild.

Auch in den anderen großen Shows von ZDF und ARD war Heintje häufig zu Gast, so unter anderem in der Rudi-Carrell-Show, in „Vergissmeinnicht“ mit Peter Frankenfeld und „Einer wird gewinnen“ mit Hans-Joachim Kulenkampff (1969).

Im September 1970 trat Heintje – neben anderen Stars aus Klassik und Unterhaltung – in der großen Gala zum 90. Geburtstag von Robert Stolz auf.

Im März 1971 war Heintje in der Show „Drei mal neun“ mit Wim Thoelke zu Gast, und im Juni desselben Jahres in der bereits erwähnten Show „Wünsch dir was“ mit Dietmar Schönherr. Dies sind jedoch nur wenige Beispiele. Die Liste seiner Fernsehauftritte ist lang und kann hier nur ansatzweise wiedergegeben werden.

Ein Ruf aus Amerika 

1970 erhielt Heintje ein verlockendes Angebot aus Amerika: Nachdem der Kinderstar in den USA mit „Mama“ und „A Mother’s Tears“ große Erfolge feiern konnte und in mehreren Fernsehshows aufgetreten war, wurde ihm vom Plattenlabel MGM ein Vertrag angeboten. Dieser Vertrag hätte ihn jedoch verpflichtet, sich sieben Jahre an die Plattenfirma zu binden. Dies bedeutete auch, monatelang von zu Hause weg zu sein, was Heintje damals ablehnte. Hein Simons erinnert sich: „Ich weiß noch, wie ich Addy Kleijngeld angefleht habe, das trotz der Aussicht auf weitere Erfolge nicht zu unterzeichnen. Mein Vater hat sich dann durchgesetzt: ‚Wir haben immer zum Wohle des Jungen entschieden.’ Damit war klar, dass wir dieses lukrative Angebot ausschlagen würden. Außerdem hatte ich Heimweh nach meinem Zuhause und meinen Pferden und auch mit der ungeliebten fremden Sprache konnte ich mich nicht anfreunden. Als die Tournee endete, sagten wir MGM, dass wir den Vertrag nicht unterschreiben würden. Das war eine der wenigen Entscheidungen, die ich später bereut habe. Wer weiß, was daraus noch hätte werden können.“ Aber Heintjes Heimweh war einfach stärker: „Ich dachte nur noch an meine Ponys Addy und Bubi, die zu Hause auf mich warteten. Keiner hätte mich damals daran hindern können, so bald als möglich nach Hause zu fliegen.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer,  1. Auflage 2017, © Giger Verlag, CH-8852 Altendorf, S. 120-121.) – Diese Episode zeugt einmal mehr von der Bodenständigkeit des Künstlers. Trotz seines Ruhmes ist er stets ein netter und bescheidener Junge geblieben, der auch gelegentlich zu Streichen aufgelegt war!

Lausbubenstreiche

Hein Simons wird in Interviews nicht müde, sein positives Image als Kinderstar und Mustersöhnchen in Frage zu stellen: „Aber ein idealer Sohn bin ich nie gewesen, ich war ein Durchschnittskind mit allen guten und schlechten Eigenschaften.“ (Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje, Giger Verlag, S. 103)

Bekanntlich war er auch derben Späßen und Lausbubenstreichen nicht abgeneigt – besonders während der Dreharbeiten zu den „Lümmel-Filmen“, wenn er mit Hansi Kraus zusammen war. Bereits als Erwachsener mit 23 Jahren erzählte er gern Anekdoten aus dieser Zeit: „Im piekfeinen Frühstücksraum vom Nobelhotel Vier Jahreszeiten in Hamburg hab ich mal Knallfrösche losgelassen. Dem Ober ist das Tablett runtergefallen, eine Dame goss sich den Kaffee übers Kleid. Ein voller Erfolg, nur Papa fand das nicht lustig. Aber alles, was Krach machte, fand ich riesig. Knallkorken zum Beispiel ließen sich hervorragend zwischen Fahrstuhltüren klemmen. Ging die Tür dann zu, fielen die Leute in den Hotelhallen von den Stühlen. Auch Niespulver hat eine hübsche Wirkung, wenn man es zwischen die Anmeldezettel im Hotel streut oder über die Blumenvasen auf den Tischen. In den Fernsehstudios war ich als ‚Horror-Heintje’ berühmt. Was blieb mir auch anderes übrig, als Fußball zwischen den Kulissen zu spielen oder auf Entdeckungsreisen zu gehen. […] Als wir unseren nächsten Film ‚Hurra, die Schule brennt’ drehten, ließ ich im Hotel mal wieder meine Glanznummer los: die Knallfrösche im Frühstücksraum. Ich sehe Theo Lingen noch vor mir. Er zog die linke Augenbraue hoch und sagte trocken: ‚Wir sollten vielleicht den Filmtitel ändern – in Hurra, das Hotel brennt!“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 5. Folge, 10.05.1979)

In einem Interview mit Dieter Thomas Heck (November 2000) erzählte Hein Simons eine Anekdote, die im Studio während der Aufzeichnung zur Verleihung der Goldenen Europa passiert ist: Weil er gerade nichts zu tun hatte, vertrieb Heintje seine Langeweile mit Fußballspielen. Dabei schoss er gleich 6 Gläser vom Tisch herunter!

Fest im Sattel – auch als Reiter, Pferdenarr und Tierfreund

Schon seit seiner frühesten Kindheit war Heintje ein begeisterter Reiter, Pferdenarr und Tierfreund. Um den kleinen Jungen mit dem großen Herz für Tiere ranken sich lustige Anekdoten. Hein Simons selbst berichtete einmal: „Die ersten Kindheitserinnerungen sind nur mit Tieren verbunden. Jedes Mal, wenn ich vom Spielen wieder in die Wohnung kam, fragte meine Mutter schon voller Vorahnungen: ‚Heintje, was hast du wieder in der Tasche?’ Ich hatte ihr nämlich schon ein paar Mal Kröten und Mäuse angeschleppt. Das hatte sie nicht so gerne. Vor allem nicht, seit die letzte Maus zwei Wochen zu Gast war.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 2. Folge, 19.04.1979)

Schon als kleiner Knirps wünschte sich Heintje nichts sehnlicher als ein Pony. Für seine erste LP hatte ihm Addy Kleijngeld ein Pony versprochen: „Pass auf, wir nehmen jetzt eine Langspielplatte auf. Dafür musst du zwölf Lieder lernen. Wenn du das geschafft hast, schenk ich dir ein Pony!“ So erklärt es sich auch, warum Heintje sein erstes Album damals in Rekordzeit eingesungen hat. Hein Simons erinnert sich: „Ich glaube, so schnell ist auf der ganzen Welt noch keine Langspielplatte aufgenommen worden. Bevor wir ins Studio mussten, fuhr Addy mit mir nach Asten zu einer Ponyfarm. Doch der große Augenblick war noch nicht gekommen, Addy sagte nur: ‚Schau mal, das ist der Vater von deinem Pony.’ Ich stand neben ihm, so ein bisschen auf Abstand, denn Respekt hatte ich schon vor diesem ‚Riesentier’. Auf einmal wieherte es – und ich rannte um mein Leben! Addy lachte: ‚Du möchtest wohl doch lieber eine Katze?’ Nein, ich wollte mein Pony. Nun erst recht. Innerhalb von zwei Tagen war die gesamte Langspielplatte dann fertig. Nach jedem Lied sagte dann Addy: ‚So jetzt hast du ein Ohr.’ Dann: ‚Nun ein Bein.’ ‚Noch ein Bein, jetzt den Rumpf.’ Beim Gongschlag 16 Uhr war das Pony komplett. Zwei Tage später stand ich ihm dann leibhaftig gegenüber. Da war es nun, mein Pony, mein Wirklichkeit gewordener Traum. Diesmal rannte ich nicht weg. Nur geheult hab ich vor lauter Freude. Ich habe es ‚Addy’ genannt und noch heute steht es auf meinem Reiterhof, munter und kerngesund.“ (Serie: „Jetzt rede ich“, Frau mit Herz, 4. Folge, 03.05.1979) – Inzwischen ist das Pony „Addy“ leider längst im Pferdehimmel!

Schon bald gesellten sich noch weitere vierbeinige Freunde hinzu: Neben „Bubi“, einem weiteren Pony, bewohnten noch Spitzhündin „Sonja“, Schäferhündin „Cira“ und eine Katze sein Anwesen im belgischen Neu-Moresnet. Später kamen noch „Elegant“, „Exquisit“ und weitere Reitpferde hinzu. In jungen Jahren war Hein(tje) Simons ein begeisterter Springreiter und nahm auch aktiv an Turnieren teil. Außerdem spielte er leidenschaftlich gern Fußball.

Während der Kinderstar ganz allmählich zum erwachsenen Sänger heranreifte, wurde in den Medien immer häufiger über seinen Stimmbruch spekuliert. Doch dieser ließ zunächst noch auf sich warten!

Sylvia Kreye, Wien

Morgen geht’s weiter mit Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“

Hier geht’s zum Teil 2:

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 2: Vom Kinderstar zum Bariton

Neuerscheinungen zum 50-jährigen Jubiläum

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel, über Shop24Direct oder amazon zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

https://www.amazon.de/Ich-war-HEINTJE-Kinderstar-unvergesslichsten/dp/3906872416

Karten für die Weihnachtstournee sind bei Eventim erhältlich:

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Diskographie

1967 Dit is Heintje
1968 Heintje
1969 Ich sing’ ein Lied für Dich
auch bekannt als: Liebe Sonne, lach doch wieder
1970 Dein schönster Tag
auch bekannt als: Ein Strauß voll bunter Blumen
Herzlichst Heintje
1971 Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n
1973 Ich denk’ an dich
auch bekannt als: Ik denk aan jou (Niederländische Version)
1974 Junger Mann mit 19
1975 Suid-Afrika, Jou Hart Is Weer Myne
Heintje sing van liefde en verlange
1978 Ich habe Freunde
1989 Herzensmelodie
1992 Ich hab’ so lange gesucht nach dir
1994 Die Heimat darfst du nie vergessen
1996 Mein zweites Leben
1998 Ich schenk’ dir meine Liebe
1999 Noch einmal mit Gefühl
2001 Heute und ein bisschen gestern
2002 Rück ein Stückchen näher
2003 Von Herz zu Herz
2004 Frauen sind was Wunderbares
2005 Ich sag’ Danke
2006 Männer sind einfach zu gut
2008 Träum’ mit mir
2009 Alles halb so schlimm
2011 Leb deinen Traum
2014 Thuis
2015 Vertrau auf dein Herz
2017 Heintje und Ich

Quellen

• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje – vom Lausbub zum Star. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1969, 54321 (Bestell-Nr. 6961), 1969.
• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje und sein großer Freund Peter Alexander. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1970, 54321 (Bestell-Nr. 8488).
• Norbert Unfried, Brigitte Weckelmann, Claus Weckelmann: Heintje: Alle meine Tiere. Bertelsmann Sachbuchverlag Reinhard Mohn, Gütersloh 1971.
• Hans-Joachim Eberwein: Heintje. Lizenzausgabe für die Neue Schweizer Bibliothek, Sonderdruck der BUNTEN ILLUSTRIERTEN, Hrsg. Dr. Franz Burda, Burda Druck und Verlag, Offenburg/Baden 1971.
• „Heintje – Jetzt rede ich“, Serie in 8 Teilen, aufgezeichnet von Heidemarie Lammert, „Frau mit Herz“, 12.04.-31.05.1979
• Wikipedia, Heintje: https://de.wikipedia.org/wiki/Heintje
• Internationaler Hein Simons Fanclub, Biographie: http://www.heinsimons.com/html/biography.html
• Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje – Zum 50-jährigen Jubiläum, aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bemer, Giger Verlag, CH-Altendorf, 1. Auflage 2017
• Heintje und Ich – das TV Spezial 2017, Deutsches Musikfernsehen, Interview mit Hein Simons und Michael Niekammer, auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=S55A_twlfEA

Bildquellen

Teil 1: Coverfoto der CD „Heintje und Ich“ und des Buches „Ich war Heintje“. © Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Teil 2: Pressefoto Hein Simons (20170517 Telamo45653) Fotocredit: German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.