Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Duo Sogno d’Or – Eine musikalische Reise durch Europa

Das Duo Sogno d’Or, mit Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier), tritt am 3. und 24. April 2019 im Wiener Theaterkeller auf. Das Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa.

Was?

Konzert: Eine musikalische Reise durch Europa

Wer?

Duo Sogno d’Or – Sylvia Kreye (Gesang) und Edmund Hauswirth (Klavier)

Wann?

3. und 24. April, jeweils um 19.30 Uhr

Wo?

Wiener Theaterkeller, Hegergasse 9, 1030 Wien

Eine musikalische Reise durch Europa

Unser buntes Crossover-Programm steht unter dem Motto Eine musikalische Reise durch Europa. Für unsere beiden Konzerte am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller haben wir bekannte und beliebte Melodien aus Operette & Musical, Wiener Lieder & französische Chansons, italienische & spanische Kanzonen sowie Evergreens & Schlager ausgewählt.

Die kulturelle Vielfalt Europas äußert sich vor allem in den verschiedenen Musikstilen und Sprachen der einzelnen Länder. Damit die Zuhörer einen lebendigen Eindruck von der klanglichen und sprachlichen Diversität der verschiedenen Länder Europas bekommen, werden wir die Lieder in der jeweiligen Originalsprache vortragen. Auch deshalb, weil die Originalsprache in der Regel schöner klingt als die deutschen Übersetzungen, die sich inhaltlich meist sehr weit vom fremdsprachlichen Originaltext entfernen. Die Lieder, Chansons und Kanzonen werden in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch) vorgetragen.

Kommen Sie mit auf unsere musikalische Reise durch Europa. Es ist sicher für jeden Geschmack etwas dabei.

Karten

Vorverkauf: € 15,–
Abendkassa: € 17,–
Kartenbestellungen unter Tel.: 0043 664 38 12 074
oder per E-Mail an: levar@villapannonica.at

Weitere Informationen

CIARIVARI – Verein zur Pflege von Kunst, Kultur und Wissenschaft
Programm Wiener Theaterkeller

https://www.ciarivari.at/

Seit Ende August 2018 trifft sich das Duo Sogno d’Or regelmäßig zu intensiven Proben und freut sich auf weitere musikalische Engagements. Weitere Auftritte sind bereits in Planung.

Wenn Sie das Duo Sogno d’Or buchen möchten, freuen wir uns auf Ihre Anfrage:

http://linguamusica.eu/kontakt/

www.event-piano.com

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 2

In nur wenigen Stunden geht das Jahr 2018 zu Ende. Heute möchte ich noch einmal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken. In Teil 1 meiner Story berichtete ich, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Heute geht es weiter mit Teil 2. Auch in diesem Teil spielen Hein Simons, Josep Carreras und die 8er Jahre eine wichtige Rolle.

Dezember 1988 – vor 30 Jahren: Klassische Musik & Oper – mit José Carreras

Im Frühjahr 1988 hatte ich mein Violoncello-Studium am Wiesbadener Konservatorium abgeschlossen und meine Staatliche Prüfung für Musiklehrer erfolgreich abgelegt. Nun war ich freiberuflich als Musiklehrerin an diversen Musikschulen tätig. Daneben spielte ich im Wiesbadener Orchesterverein und wirkte als Sopran im Konzertchor Darmstadt mit.

Durch die Medien hatte ich erfahren, dass der katalanische Tenor Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – soeben von seiner schweren Leukämie-Erkrankung genesen und nach erfolgreicher Behandlung in Seattle (USA) wieder in seine Heimatstadt Barcelona zurückgekehrt sei. Die Nachricht von seiner schweren Erkrankung hatte mich tief betroffen gemacht. Ich fühlte eine große Empathie mit dem Tenor und freute mich sehr über seine Genesung. Schon einige Jahre zuvor hatte ich seine schöne Stimme kennen und lieben gelernt.

Sein legendäres Comeback-Konzert unter dem Arc de Triomf in Barcelona am 21. Juli 1988 erregte damals großes Aufsehen – ebenso wie die von ihm präsentierte „Grande notte a Verona“ am 8. August 1988. Wenn ich auch leider bei diesen Ereignissen nicht live dabei sein konnte, so verfolgte ich doch mit großem Interesse alle Berichte zu Carreras’ großartigem Comeback in den Medien. Auch an seinem umjubelten Comeback-Konzert in der Wiener Staatsoper am 16. September 1988 nahm ich großen Anteil – wenn auch zunächst nur über die Medien.

2018 - Die 8er Jahre - 1988 - José Carreras
José Carreras: Cover der LP „José Carreras live“ aus der Wiener Staatsoper (links) und Cover der LP „Misa criolla“ (rechts). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Dezember 1988 hörte ich zum ersten Mal die Aufnahme der „Misa criolla“ von Ariel Ramirez, welche José Carreras noch im Sommer 1987, kurz vor Ausbruch seiner Leukämie-Erkrankung, aufgenommen hatte. Ich war begeistert von Carreras’ Ausdrucksstärke, seiner Piano- und Legatokultur. Der Blitz hatte eingeschlagen! Spätestens jetzt wurde aus mir ein echter Carreras-Fan!

In den 90er Jahren fuhr ich, wann auch immer meine Finanzen es erlaubten, nach Wien, um Opernvorstellungen in der Wiener Staatsoper zu besuchen – vor allem natürlich, wenn José Carreras in einer Vorstellung sang. Dabei stellte ich mich mit besonderer Vorliebe für einen Stehplatz an. Das Anstellen für einen Stehplatz – bisweilen sogar das nächtliche „Anliegen“ unter den Arkaden der Wiener Staatsoper – „bewaffnet“ mit Stockerl (Hocker), Iso-Matte, einem Imbiss und einer Flasche Wein im Gepäck, das war immer ein lustiges, kurzweiliges Abenteuer! Vom Stehplatz aus erlebte ich auch die beiden anderen der drei Tenöre: Plácido Domingo (in „Walküre“, „Simone Boccanegra“) und Luciano Pavarotti (in „Andrea Chénier“). Für sagenhafte 20 Schilling (später 3 Euro) konnte man damals einen Stehplatz erwerben und die größten Opernstimmen des 20. Jahrhunderts in der Wiener Staatsoper live erleben!

Vor einigen Jahren wurde auch noch die sommerliche Veranstaltung „Oper live am Platz“ eingeführt. Dort kann man die Opernabende sogar gratis unter freiem Himmel genießen. Man kann kommen und gehen, wann man will, Picknick machen und sogar einen Hund mitbringen! Bis heute zelebriere ich das Opern-Picknick bei der Wiener Staatsoper, wenn es wieder Sommer wird und „Oper live am Platz“ auf dem Programm steht.

Dezember 1998 – vor 20 Jahren: Musikschuldozentin & private Gesangsausbildung

Seit Anfang der 90er Jahre arbeitete ich als Musikschuldozentin an der Musikschule Kelsterbach und am Gutenberg-Gymnasium in Wiesbaden. Viele Jahre lang schlug ich mich als Musikpädagogin mit einer halben Stelle in Kelsterbach und ein paar Privatschülern in Wiesbaden durch. Erst jetzt, im Erwachsenenalter, konnte ich mir Gesangsstunden leisten, jedoch musste ich mir auch diese noch vom Munde absparen.

Bereits um diese Zeit hegte ich immer wieder diesen einen Traum: Ich wollte nach Italien oder nach Wien gehen, um noch ein professionelles Gesangsstudium zu absolvieren. Infolge der prekären Jobsituation und entbehrungsreicher Jahre hatte ich die Altersgrenze für ein Studium an einer deutschen Musikhochschule inzwischen überschritten. Jedoch hatte ich herausgefunden, dass es in Wien einige private Konservatorien gibt, die auch bereit waren, ältere Student/innen aufzunehmen. Die Institute hatten sogar Öffentlichkeitsrecht, das heißt ihre Abschlussdiplome waren staatlich anerkannt.

Bis ich mir endlich diesen lang ersehnten Traum erfüllen konnte, vergingen jedoch noch einige Jahre. Es war eine Zeit der Unsicherheit und Unzufriedenheit, die von fehlenden beruflichen Perspektiven und Zukunftsängsten geprägt war und mir zunehmend aufs Gemüt schlug. Viele Tage und Nächte vergingen, bis ich endlich – nach langem Hin und Her – den Sprung ins kalte Wasser wagte, um mir den lang ersehnten Traum zu erfüllen. Im Jahre 2004 musste ich mich entscheiden: Entweder in Kelsterbach bleiben und den Job als Musikschuldozentin behalten – mit nur einer halben Stelle und ohne berufliche Perspektiven – oder den Sprung ins kalte Wasser wagen und meinen Traum leben! Im Oktober 2004 war es endlich soweit: Ich hatte mich für Wien entschieden und wagte den Schritt in eine unsichere, aber nicht perspektivlose Zukunft!

Dezember 2008 – vor 10 Jahren: Die Opernklasse am Vienna Konservatorium

Seit Oktober 2004 lebte ich nun schon in Wien. Jedoch ging es zunächst nur schleppend voran. In der Musikstadt musste ich mich immer wieder mit schlecht bezahlten Sprachkursen und prekären Arbeitsverhältnissen über Wasser halten, was mein angestrebtes Studium immer weiter hinauszögerte.

Trotz allem war ich aber auch musikalisch aktiv: Zusammen mit einigen Kollegen gründete ich das Salonmusikorchester „Wiener Capriolen“, in dem ich als Cellistin und Sängerin tätig war. Im Mai 2005 hatte ich einen ganz tollen Auftritt: Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Carreras Clubs Wien spielte unser Ensemble zunächst Werke der Strauss-Dynastie (mit mir am Cello). Zum Schluss gab es noch eine „sorpresa“ – eine Überraschung: Ich sang ein Ständchen für den von mir sehr geschätzten José Carreras. Dazu verwendete ich die Melodie des Liedes „Wien, du Stadt meiner Träume“ von Rudolf Sieczyński und unterlegte sie mit einem selbst gedichteten, auf José Carreras abgestimmten Text. Dies war bisher der absolute Höhepunkt meiner musikalischen Aktivitäten in Wien.

Das Jahr 2018 - Sylvia Kreye und José Carreras, 2005
Mit KS José Carreras nach dem Auftritt der „Wiener Capriolen“, 29.05.2005. – Foto: Andreas Haunold (Scan aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye).

Doch nach wie vor hatte ich den Wunsch, an einem öffentlich-rechtlichen Konservatorium mein Gesangsstudium abzuschließen und ein staatlich anerkanntes Gesangsdiplom zu erwerben. Im Frühjahr 2006 meldete ich mich endlich zum Studium im Fach Sologesang am Vienna Konservatorium an, welches ich jedoch aus finanziellen Gründen vorübergehend unterbrechen musste. Wieder einmal befand ich mich in einer prekären Lage, die mein Studium ernsthaft gefährdete. – Bis ein Bildungskredit im Jahre 2008 mir endlich die Fortsetzung meines Gesangsstudiums ermöglichte.

Obwohl es mir am Konservatorium (wegen meines schon etwas fortgeschrittenen Alters) nicht gerade leicht gemacht wurde, genoss ich meine Studienzeit in der Opernklasse. Wir waren eine lustige, internationale Truppe. Meine Mitstudenten kamen aus aller Herren Länder und waren ebenso begeistert für das Genre Oper wie ich. Mein damaliger Gesangsprofessor Agim Hushi stammt aus Albanien und ist mit einer sehr schönen Tenorstimme ausgestattet. Er hat sogar einige Zeit in der Meisterklasse bei Franco Corelli studiert und sich auf die italienische Belcanto-Technik spezialisiert. In diesem Umfeld machte mir das Singen wieder richtig Spaß. Mein Enthusiasmus und meine Energie kehrten zurück.

Ein langer Weg mit vielen Entbehrungen und großen persönlichen Opfern lag hinter mir. Im Dezember 2010 konnte ich endlich mein Diplom im Fach Sologesang (Fachrichtung Opernrepertoire) in Händen halten. Doch wie heißt es so schön: Besser spät als nie!

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade wieder dieser schöne Witz ein! Fragt ein Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der andere: „Üben, üben, üben!“ – Das lässt sich auch im Italienischen auf den Gesang übertragen: „Come si arriva alla Scala di Milano?“ (Wie kommt man zur Mailänder Scala?) – „Voce, voce, voce!“ (Stimme, Stimme, Stimme!)

Noch heute denke ich gern an meine Studienzeit am Vienna Konservatorium zurück – an die intensiven Proben und die schönen Konzerte, aber auch an die lustigen Partys, die wir mit unserer Opernklasse feierten. Da wurde gegessen und genossen, getrunken und getanzt, gesungen und oft noch zur Geisterstunde das hohe C geschmettert! Wir waren wohl die verrückteste Klasse am ganzen Institut!

Endlich durfte ich auch die Früchte meines Studiums ernten und kann mittlerweile auf einige schöne Gesangsauftritte zurückblicken. Unvergesslich sind zum Beispiel die Konzerte im Rheingau und in Thüringen mit dem Kammerorchester „Varpelis“ aus Kaunas, Litauen, sowie meine Gastauftritte in der Opernklasse meines ehemaligen Gesangsprofessors im Jahre 2015 – mit Opernarien von Verdi und Wagner.

Gesangsauftritte - 2015 - Das Jahr 2018
Gesangsauftritt in Wien, 17.04.2015. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Dezember 2017 – vor einem Jahr: Ein Wiederhören mit Heintje & Hein Simons – und eine verrückte Idee

Viele Jahre waren vergangen, nachdem ich Hein Simons (besser bekannt als „Heintje“) das letzte Mal gehört hatte. Mehr als 30 Jahre war ich nur noch „klassisch“ unterwegs gewesen und hatte mein früheres Idol Hein Simons irgendwie aus den Augen verloren.

Vor einem Jahr, im Dezember 2017, feierte Hein Simons sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Dies nahm ich zum Anlass, dem Sänger in meinem Online-Magazin Lingua & Musica einen ausführlichen Artikel zu widmen. Mitte Dezember 2017: Ich schaute gerade die 23. Carreras Gala zugunsten der José Carreras Leukämie-Stiftung, als mir eine verrückte Idee, die ich schon länger mit mir herumgetragen hatte, erneut durch den Kopf schoss! José Carreras und Hein(tje) Simons haben doch einiges gemeinsam: Sie sind beide durch den Film „Der große Caruso“ inspiriert worden, Sänger zu werden! Bei beiden hat gerade dieser Film mit Mario Lanza in der Hauptrolle eingeschlagen wie der Blitz! Beide haben schon als Kinder mit 11 Jahren auf der Bühne gestanden! Beide haben schon als Knaben mit einer Brillianz und einem Strahl gesungen wie die großen Tenöre! Auch wenn sie sich später ganz unterschiedlich entwickelt haben (der eine ist Opernsänger geworden, der andere ist der Schlagerbranche treu geblieben), lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los: Wäre es nicht spannend, beide Sänger mal in einer Fernsehshow (vielleicht sogar in der Carreras-Gala) zu erleben? Wäre das nicht mal eine tolle, wenn auch etwas verrückte Idee?

Das war 2018: Eine interessante Wiederbegegnung

Nun ist schon wieder ein Jahr vorüber. Und ich denke immer noch über diese verrückte Idee nach: Wie spannend wäre es, wenn sich José Carreras und Hein Simons mal musikalisch begegnen und gemeinsam in einer Fernsehshow auftreten würden. Sie hätten sich sicher auch einiges zu erzählen! Zudem sind beide Fußball-Fans! Caruso, Gesang und Fußball – ist es wohl ein Zufall, dass meine beiden Lieblingssänger so vieles gemeinsam haben? Leider ließ sich die Idee eines gemeinsamen Auftritts beider Sänger bisher nicht realisieren. Verstehe ich zwar nicht, denn bekanntlich treten ja in der Carreras-Gala auch viele Popsänger auf, die einem Sänger wie Hein Simons nicht das Wasser reichen können – und schon gar nicht einem Tenor wie José Carreras! Inzwischen habe ich diesbezüglich schon einige Adressen angeschrieben, aber leider kam von den TV-Redaktionen bisher keine Antwort! Doch wer weiß: Vielleicht kommt da ja doch noch etwas… Warten wir’s ab!

Signierstunde mit Hein Simons - 2018
Signierstunde mit Hein Simons: Auch für Autorin Sylvia gab es eine persönliche Widmung! – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Das Jahr 2018 brachte auch eine erfreuliche Wiederbegegnung: Anlässlich einer Signierstunde mit Hein Simons hier in Wien ergab sich sogar die Gelegenheit zu einem Interview mit dem Sänger, über das ich mich sehr gefreut habe. Der Bericht mit dem Interview wurde auf Lingua & Musica veröffentlicht. – Und im November kam auch noch die Weihnachts-CD „Heintje und Ich – Weihnachten“ heraus, die sehr erfolgreich ist. Meine CD-Rezension ist ebenfalls auf Lingua & Musica erschienen:

Heintje und Ich – Weihnachten | Erfreuliche Neuigkeiten von Hein Simons

Meine CD-Rezension ist auch auf Schlagerprofis.de erschienen. Ich freue mich, dass mein Kollege Stephan Imming meinen Beitrag für sein Online-Magazin übernommen hat:

„Heintje und ich“: CD-Rezension von Sylvia Kreye

Auch in gesanglicher Hinsicht brachte das Jahr 2018 neue Perspektiven: Als Sängerin kann ich auf eine intensive Probenphase zurückblicken. Ein neues Konzertprojekt ist zurzeit in Vorbereitung, und ich freue mich schon sehr darauf.

Das verspricht 2019: Crossover – ein neues Gesangsprogramm

Die Wiederbegegnung mit Hein Simons führte auch gesanglich zu einer neuen Inspiration in Richtung Unterhaltungsmusik, auch Evergreens und Schlager. Zusammen mit meinem Pianisten erarbeite ich zurzeit ein neues Repertoire. Es handelt sich um ein Crossover-Programm, eine bunte Mischung aus Operette & Musical, italienischen & spanischen Kanzonen, französischen Chansons & Wiener Liedern, Evergreens & Schlagern. Bereits im Sommer wurde im Notenarchiv herumgewühlt und geeignete Nummern herausgesucht. Inzwischen steht das Programm so gut wie fest. Immerhin stehen für 2019 schon zwei Konzerttermine fest: am 3. und 24. April im Wiener Theaterkeller, im 3. Wiener Bezirk.

Das Jahr 2018 - Noten für 2019
Notenauswahl für das neue Crossover-Programm. – Foto: Sylvia Kreye (Olympus Diginal Camera).

Selbstverständlich wird auch das klassisch-romantische Repertoire mit Opernarien und geistlichen Werken weiterhin gepflegt.

Eine intensive Konzerttätigkeit mit weiteren professionellen Gesangsauftritten wird zurzeit angestrebt. Harren wir also der Dinge, die da noch kommen werden! Entsprechende Anfragen werden gern über das Kontaktformular entgegengenommen.

Soweit meine Story, wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein Simons und Josep Carreras damit zu tun haben.

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er Jahre, Teil 1

Meine Story – Das Jahr 2018 und die 8er-Jahre, Teil 1: 1968 und 1978

 

Das Jahr 2018 geht langsam zu Ende. Oft werde ich nach meiner Story, nach meinem Werdegang gefragt, wie ich eigentlich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. So möchte ich heute mal ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern und zurückblicken, wie alles begann. Wie ich meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte – und was ein Malwettbewerb im Jahre 1968, Hein(tje) Simons und Josep (José) Carreras damit zu tun haben. Gerade die 8er Jahre spielen dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Dezember 1968 – vor 50 Jahren: Wie alles begann… – mit einem Malwettbewerb und Heintje

Wir schreiben heuer das Jahr 2018, und wenn ich 50 Jahre zurückblicke, werden Erinnerungen an das das Jahr 1968 wach. Es war die Zeit der Studentenunruhen, der Beatles und der Rolling Stones. Aber schon damals tickte ich irgendwie anders als die meisten meiner Altersgenossen. Mit dieser Beat- und Rockmusik konnte ich mich einfach nicht so recht anfreunden – wenngleich ich einige Titel der Beatles, wie zum Beispiel „Yesterday“, heute durchaus gern höre.

Dass ich damals meine Liebe zur Musik und zum Gesang entdeckte, das hat tatsächlich auch mit Heintje zu tun! Schon damals mit meinen 8 Lenzen mochte ich Gesang und schöne Stimmen! So ist es kein Wunder, dass ich vor 50 Jahren (es muss im Frühjahr 1968 gewesen sein) erstmals auf die schöne Stimme eines holländischen Jungen namens Heintje aufmerksam wurde. Das verdankte ich zunächst meiner größeren Schwester Gabriele. Sie hatte mich mit ihrer Bewunderung für Heintje sofort angesteckt! (Aber ich bin dabei geblieben, während meine Schwester sich später abgewandt hat.) Im Frühjahr 1968 wurden gleich zwei Singles von Heintje angeschafft: Mama / Zwei kleine Sterne und Du sollst nicht weinen / Ich bau dir ein Schloss. Es dauerte nicht lange, und ich wurde zu einem enthusiastischen Heintje-Fan. Ihn bewunderte ich, für ihn schwärmte ich. Nie zuvor hatte mich eine Stimme so sehr berührt.

Noch im selben Jahr – es war im Dezember 1968 – wurde an den Grundschulen meiner Heimatstadt Bad Oeynhausen und des Kreises Minden ein Malwettbewerb zum Thema Verkehrssicherheit ausgeschrieben, an dem auch ich teilnahm. Kurz vor Weihnachten fragte mich meine Lehrerin, was ich mir denn zu Weihnachten wünsche. Da musste ich nicht lange überlegen und antwortete ganz spontan: „Zu Weihnachten wünsche ich mir eine Platte von Heintje.“ Eines Tages kam der Direktor unserer Schule in unsere Klasse und fragte meine Lehrerin, ob es in dieser Klasse ein Mädchen namens Sylvia ‚Krege’ gäbe. (Das y in meinem Nachnamen hatte offensichtlich jemand falsch geschrieben, oder es war schlecht lesbar.) Meine Lehrerin deutete auf mich und stellte mich dem Schulleiter vor. Zu meiner großen Überraschung verkündete unser Direktor, dass ich den 1. Preis im Malwettbewerb des Kreises Minden zum Thema Verkehrssicherheit gewonnen hatte. Die Preisverleihung sollte wenige Tage später in der Tonhalle Minden stattfinden. Das war im Dezember 1968 (wenn ich mich recht erinnere, an einem Nachmittag zwischen dem 3. und 4. Advent). Unsere ganze Klasse fuhr damals mit dem Bus von Bad Oeynhausen nach Minden, wo wir alle zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren. Dann kam der große Moment der Preisverleihung. Und das Schönste daran war: Als 1. Preis für meine Leistung im Malwettbewerb wurde mir eine Platte von Heintje überreicht! Es war seine erste Langspielplatte in deutscher Sprache, die damals zu einem Verkaufsrenner wurde. (Jetzt wurde mir auch klar, warum mich meine Lehrerin gefragt hatte, was ich mir zu Weihnachten wünschte.)

Das Jahr 2018 & 1968 (vor 50 Jahren)
Als 1. Preis im Malwettbewerb gab’s eine Heintje-Platte: Es war sein erstes deutschsprachiges Album (links im Bild). – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Neben Heintjes „Weltmeistertitel“, der deutschen Version des italienischen Liedes „Mamma“, waren auf der LP noch elf weitere schöne Titel zu hören, unter anderem auch das Lied „Mamatschi, schenk mir ein Pferdchen“, das zu einem meiner Favoriten wurde. Es handelte sich dabei um jene LP, für die Heintje damals sein erstes Pony geschenkt bekam. Er nannte das Pony „Addy“ (nach seinem damaligen Manager Addy Kleijngeld). Mit meinen 8 Lenzen war ich fasziniert von Heintje, seiner tollen Stimme und seiner Persönlichkeit – zumal ich wie er schon immer eine große Pferdefreundin war. So hat das deutsche Debüt-Album des Kinderstars nicht nur Heintje, sondern auch mir Glück gebracht: ihm sein erstes Pony – und mir seine erste LP als 1. Preis im Malwettbewerb!

Für mich als damals sehr schüchternes Mädchen war diese Preisverleihung in der Mindener Tonhalle ein ganz großer Moment, den ich nie vergessen werde! Voller Stolz und mit glänzenden Augen zeigte ich meinen Eltern die Heintje-Platte, die ich soeben gewonnen hatte! Das war etwas ganz Besonderes für mich! Ich sehe das alles noch vor mir, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

Seit dieser Zeit bin ich ein Fan von Heintje & Hein Simons – und das ist bis heute geblieben. Auch wenn ich mittlerweile als Sängerin vorwiegend im klassisch-romantischen Bereich unterwegs bin, mag ich den schönen, weich timbrierten Bariton von Hein Simons ebenso wie die einst glockenhelle Stimme des jungen Heintje. (Wenn ich es auch manchmal bedauere, dass Hein Simons sich bisher an das klassisch-romantische Repertoire noch nicht so recht herangewagt hat. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen… Wer weiß?)

Musikalisch bin ich anfangs durch Heintje, später durch José Carreras, sehr stark inspiriert worden. Mit seinen damals 11 Lenzen hat Heintje auch nicht so gesungen wie normalerweise ein Kind singt. Vielmehr hat er schon als Knabe die großen Tenöre imitiert. – So hat es übrigens auch José Carreras gemacht, als er mit 11 Jahren auf der Bühne des Teatre del Liceu stand. Carreras’ Kinderstimme klang damals sogar ganz ähnlich wie Heintjes „Knabentenor“. Beide haben schon als Kinder mit einer Brillanz und einem Strahl gesungen, wie es sonst nur die großen Tenöre tun, von der Tonlage her jedoch waren beide eher Knabenalt.

Interessant ist auch die Tatsache, dass beide schon im Knabenalter durch den Film „Der große Caruso“ (mit Mario Lanza in der Hauptrolle) inspiriert wurden, Sänger zu werden!

Heintje hat damals auch keine Kinderlieder im eigentlichen Sinne gesungen. Es waren eher Volkslieder oder volkstümliche Lieder; viele von ihnen würde ich nicht einmal dem Genre „Schlager“ zuordnen. Wie wir bereits wissen, ist „Mama“ ein uraltes italienisches Lied (komponiert 1938), das erst später zum Schlager wurde. „Heidschi bumbeidschi“ ist ein Wiegenlied in bayerisch-österreichischer Mundart, das seit Beginn des 19. Jahrhunderts überliefert ist. „Letzte Rose“ ist ein irisches Volkslied, das Friedrich von Flotow im 19. Jahrhundert für seine Oper „Martha“ bearbeitet hat. – Auch nach den vielen Jahren, die ich mich nun schon mit klassischer Musik befasse, muss ich feststellen, dass alle diese Lieder für ein 11-jähriges Kind schon recht anspruchsvoll sind! Und Heintje, der kleine Bub aus Holland, sang das alles damals schon mit einem Strahl in der Stimme, wie ihn sonst nur italienische Tenöre haben!

Es war auch die Zeit der großen Fernsehshows, die damals noch ein ganz anderes Format hatten als heute. Neben Schlagern und Evergreens wurden auch Operettenmelodien und Opernarien vorgetragen. Es gab Tanzeinlagen des Fernsehballetts, und die großen Unterhaltungsorchester spielten damals noch live! In den großen Shows mit Peter Alexander, Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Frankenfeld, Vico Torriani, Rudi Carrell (und wie sie alle hießen) traten auch häufig Opern- und Operettensänger auf. Oftmals waren sie gerade auf dem Weg zu irgendwelchen Opernhäusern oder Festspielen, um so ganz „nebenbei“ noch ihre Arien in einer Fernsehshow einem größeren Publikum vorzustellen. Großartige Sänger/innen wie Anneliese Rothenberger, Anna Moffo, Rudolf Schock, Hermann Prey, Peter Minich (um nur einige zu nennen) und einige Jahre später auch José Carreras habe ich durch diese Fernsehshows kennengelernt. Auch das hat mich schon damals geprägt.

Wenige Jahre später entdeckte ich auch meine Liebe zur klassischen Musik und zur Oper. Und daran ist unter anderem Enrico Caruso, aber vor allem auch Josep Carreras – besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras – schuld!

Dezember 1978 – vor 40 Jahren: E-Musik & U-Musik – mit Wagner, Caruso und Hein Simons

Im Jahre 1978 war ich bereits „klassisch“ unterwegs und befasste mich intensiv mit der sogenannten „ernsten“ Musik, auch E-Musik genannt. Ich lernte Cello und bereitete mich langsam auf mein späteres Musikstudium vor. Um diese Zeit besuchte ich auch häufig klassische Konzerte und Opernvorstellungen. Da ich ziemlich spät mit dem Cellospielen begonnen hatte, musste ich auf meinem Instrument viele Stunden täglich üben.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade ein schöner Witz ein! Ein Tourist fragt einen Musiker auf der Straße in Berlin: „Wie komme ich zur Philharmonie?“ – Sagt der Musiker: „Üben, üben, üben!“

Während meiner gesamten Schulzeit im Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen – und auch später, während meines Cello-Studiums am Wiesbadener Konservatorium – sang ich mit Begeisterung im Chor und spielte in verschiedenen Orchestern und Kammermusikensembles. Doch als Gesangssolistin aufzutreten, das traute ich mir damals noch nicht zu – auch deshalb, weil ich einfach zu schüchtern war. Ich traute mich auch nicht, zu einem Vorsingen zu gehen. Heute frage ich mich oft, warum ich den mutigen Schritt damals nicht gewagt und mich nicht gleich für den Gesang entschieden habe. Denn eigentlich habe ich schon immer innerlich gespürt, dass der Gesang mein eigentliches Hauptfach ist.

Dass ich gegen Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper entdeckte, das verdanke ich unter anderem Enrico Caruso, vor allem aber Josep Carreras – seinerzeit besser bekannt unter dem kastilischen Namen José Carreras!

Meine Story - Das Jahr 2018 - 1978 (vor 40 Jahren)
Durch Caruso & Carreras entdeckte ich meine Liebe zum klassischen Gesang und zur Oper. – Foto: aus dem Privatarchiv von Sylvia Kreye.

Im Jahre 1978 kaufte ich mir eine Vinyl-Schallplatte mit dem legendären Caruso. Seine Interpretation der großen italienischen Opernarien machte bereits damals einen großen Eindruck auf mich. Er hatte dieses gewisse Etwas, diese „Träne des Gesangs“, die mich faszinierte. Von den großen Sopranstimmen gefiel mir am besten Mirella Freni. Ihr schöner lyrischer Sopran, ihre Technik des italienischen Belcanto und ihr rundes, niemals unruhiges Vibrato haben mich schon damals stark beeindruckt. Ihre Interpretation der berühmten Arie „Mi chiamano Mimì“ aus der Oper „La Bohème“ von Puccini berührte mich ganz besonders. Auch Montserrat Caballé habe ich immer bewundert. Sie verfügte über eine wunderschöne Sopranstimme und eine unvergleichliche Atemkontrolle, die es ihr ermöglichte, ellenlange Phrasen auf einem Atem zu singen.

Ein weiteres prägendes Erlebnis war im Sommer 1978 eine Fernsehübertragung der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner aus der Bayerischen Staatsoper München (damals noch mit Peter Hofmann als Lohengrin). Der romantische Stoff dieser Oper und die herrliche Musik Richard Wagners – ganz besonders das Vorspiel, Elsas Traum und die Gralserzählung – hatten es mir sofort angetan und mich tief berührt. Langsam entwickelte ich mich zu einer echten „Wagnerianerin“! Elsas Traum, die Arie „Einsam in trüben Tagen“, ist inzwischen auch Teil meines Repertoires.

Trotzdem war ich immer noch ein Fan von Heintje, der sich jetzt Hein Simons nannte. Neben der klassischen Musik hörte ich ab und zu auch ganz gern Unterhaltungsmusik, auch wenn mir der Schlager allmählich zu technisch wurde.

Nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin trat ich im Oktober 1981 meine erste Stelle an: bei Breitkopf & Härtel – dem ältesten Musikverlag der Welt! Dafür stand erst einmal ein Umzug nach Wiesbaden an. Nun war für mich die Zeit gekommen, mein Elternhaus zu verlassen. Der Wechsel vom kleinen westfälischen Kurort Bad Oeynhausen in die hessische Landeshauptstadt – weit weg von zu Hause – das war anfangs natürlich eine riesige Umstellung. Aber schon bald wurde ich für diesen Schritt belohnt: Denn in Wiesbaden gab es ein Staatstheater, ein Opernhaus – und das sollte für mich in den folgenden Jahren von großer Bedeutung werden! In meiner Freizeit spielte ich Cello im Wiesbadener Orchesterverein und sang im Kirchenchor.

In den 80er Jahren besuchte ich häufig Opernvorstellungen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Zu den herausragenden Erlebnissen gehörten eine Vorstellung von Wagners „Tannhäuser“ (1982) und ein Abonnement von Wagners „Ring der Nibelungen“ (1983). So durfte ich kurz hintereinander alle vier Opern von Wagners „Ring“ hintereinander erleben: Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung. Auch eine Vorstellung von Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ hat mich damals sehr beeindruckt.

Am Karfreitag des Jahres 1982 sah ich im Fernsehen eine Bayreuther Aufführung des Bühnenweihfestspiels „Parsifal“ von Richard Wagner. Sofort war ich ergriffen von der wunderbaren Musik Richard Wagners sowie von dem Stoff dieser Oper, der auf Wolfram von Eschenbachs mittelalterliche Dichtung „Parzival“ und die Philosophie Arthur Schopenhauers zurückgeht.

Als ich dann eines Tages (es muss so Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er Jahre gewesen sein) den Tenor Josep Carreras hörte, da war es endgültig um mich geschehen! Von nun an wurde ich zu einem enthusiastischen Carreras-Fan und echten Opern-Freak! Zu meinen Lieblingskomponisten gehörten – neben Richard Wagner – nun auch Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini sowie die französischen Opernkomponisten Charles Gounod und Jules Massenet. Die Oper und die klassische Musik – oder besser gesagt: das klassisch-romantische Repertoire – berührten mich einfach tiefer als die sogenannte U-Musik.

Im Herbst 1983 nahm ich ein musikpädagogisches Studium am Wiesbadener Konservatorium auf. Es war das erste Mal, das ich eine sichere Stelle aufgab, um mir einen lang gehegten Traum zu erfüllen: nämlich Musik zu studieren. Jedoch wählte ich zunächst Violoncello als Hauptfach, da ich in diesem Fach ja schon einige Jahre Unterricht und auch Orchestererfahrung hatte. Während der gesamten Studienzeit spielte ich in diversen Orchestern und sang im Chor des Wiesbadener Konservatoriums. Bis zum Frühjahr 1988 hieß es nun: Ran an die Buletten, üben und lernen! Schließlich musste ich mich intensiv auf mein Abschluss-Examen am Wiesbadener Konservatorium vorbereiten. Und so ganz „nebenbei“ galt es auch noch, eine Examensarbeit zu schreiben! Als Thema wählte ich – wie könnte es anders sein: „Die Idee des Gesamtkunstwerks am Beispiel von Richard Wagners ‚Parsifal’“. Das sollte sich später als die richtige Entscheidung herausstellen: Meine Examensarbeit im Fach Musikgeschichte wurde ein voller Erfolg, und ich erhielt sogar die Note 1+! Es war, wie mir mein Musikgeschichtsprofessor später mitteilte, die beste Arbeit des Jahrgangs.

Vom Heintje-Fan zum Opern-Freak, vom „Wagnerianer“ zum „Verdianer“ und „Carrerasianer“ – das mag wohl für Außenstehende ein wenig kurios klingen. Puristen mögen meinen Musikgeschmack womöglich als ein wenig „schrullig“, wenn nicht gar als dekadent empfinden! Aber dazu stehe ich bis heute. Das war (und ist) nun einmal meine Geschichte, wie ich zur Musik und zum Gesang gekommen bin. Und das war (ist) auch die Musik, mit der ich groß geworden bin und die mich immer berührt hat.

Man könnte meine Story mit einem kurzen Vers auf den Punkt bringen:

Durch Heintje wurde mein Interesse an Musik und Gesang geweckt –
durch Caruso und Carreras hab’ ich meine Liebe zur Oper entdeckt!
Aber es muss ja auch nicht immer nur E-Musik sein –
ein „Ausflug“ in die U-Musik ist auch mal ganz fein!

(c) Sylvia Kreye

Und morgen geht’s weiter mit dem zweiten Teil meiner Story.

In memoriam Montserrat Caballé

In memoriam Montserrat Caballé

Nachruf auf die Primadonna des Belcanto

Die spanische Sopranistin Montserrat Caballé hat die Bühne der Welt für immer verlassen. Die Sängerin verstarb am 6. Oktober in Barcelona, im Alter von 85 Jahren. Die plötzliche Nachricht von ihrem Tod ging durch alle Medien und hat auch viele Menschen berührt, die der klassischen Musik und der Opernwelt weniger nahestehen.

Montserrat Caballé, „La Primadonna assoluta“ des Belcanto

María de Montserrat Bibiana Concepción Caballé i Folch alias Montserrat Caballé war nicht nur eine großartige Opernsängern, sondern auch ein sehr warmherziger und humorvoller Mensch. Wie seinerzeit Maria Callas, so wird auch Montserrat Caballé in Italien „Primadonna assoluta“ genannt – ein Ausdruck der Verehrung, welche im Mutterland des Belcanto nur ganz wenigen Sängerinnen zuteil wird. In den Medien wird sie auch gern als „Königin der leisen Töne“ bezeichnet.

Wenn man von Belcanto spricht, meint man im engeren musikwissenschaftlichen Sinne das Dreigestirn Gioacchino Rossini (1792-1868), Gaetano Donizetti (1797-1848) und Vincenzo Bellini (1801-1835). Auch die frühen Werke Verdis gehören noch der Belcanto-Epoche an. Der Begriff Belcanto wird in weiterem Sinne aber auch für die italienische Gesangstechnik verwendet, welche gleichermaßen für spätere Opernwerke, etwa von Giuseppe Verdi (1813-1901) und Giacomo Puccini (1858-1924) zur Anwendung kommt – eine Technik, die sich vor allem durch optimale Atemkontrolle, Piano- und Legatokultur auszeichnet.

Für den Belcanto brachte Montserrat Caballé die besten Voraussetzungen mit: Ihre in allen Lagen ebenmäßig geführte Stimme war von unbeschreiblicher Schönheit, lyrischer Ausdrucksstärke und dramatischer Intensität. Sie verfügte über eine unvergleichliche Atemkontrolle, die es ihr ermöglichte, ellenlange Passagen auf einem Atem zu singen. Vor allem aber war sie eine Meisterin der leisen Töne und berühmt für ihr nuancenreiches Pianissimo.

Die italienische Sopranistin Maria Caniglia (1905 – 1979) lobte Montserrat Caballés Kunst des Piano-Singens mit den Worten: „Man kennt heute, mit Ausnahme von Montserrat Caballé, das Piano-Singen nicht mehr. Sie ist die letzte Meisterin dieser verlorenen Kunst.“

Keine Geringere als Maria Callas, mit der Montserrat Caballé befreundet war, beschrieb sie als „sanfte Brise auf der Haut“.

José Carreras erinnert sich an eine Aufführung von Francesco Cileas Adriana Lecouvreur im September 1976 in Tokio: „Ich glaube, nie hat ein Sopran neben mir herrlicher gesungen als damals Montserrat.“ (José Carreras: Singen mit der Seele, Kindler Verlag, München 1989, Seite 100.) 

Kindheit und Jugend

Montserrat Caballé kam unter dem bürgerlichen Namen María de Montserrat Bibiana Concepción Caballé i Folch am 12. April 1933 in Barcelona zur Welt. Ihr Name „Montserrat“ leitet sich von dem Umstand ab, dass sie in der Nähe des Gebirgszuges Montserrat geboren wurde.

Die Eltern, die während des spanischen Bürgerkriegs ihr Hab und Gut verloren hatten, waren arm. Um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen, musste Montserrat Caballé nach der Schule zunächst als Näherin arbeiten. Bald jedoch erhielt sie Unterstützung durch eine wohlhabende Familie in Barcelona, die es ihr ermöglichte, das Konservatorium zu besuchen.

Ausbildung

Montserrat Caballé studierte Gesang in Barcelona bei Eugenia Kemmeny und Napoleone Annovazzi. Ihr Gesangsstudium am Konservatorium von Barcelona schloss sie 1954 ab und wurde mit der Goldmedaille des Liceu ausgezeichnet. Später perfektionierte sie ihre Technik in Mailand. Der Schlüssel, warum sie für ihre gute Atemkontrolle berühmt war und so unglaublich lange Phrasen singen konnte, liegt schon in der Methode ihrer ersten Gesangslehrerin.

Die junge Montserrat war gerade einmal dreizehn Jahre alt, als sie am Konservatorium ihrer Heimatstadt Barcelona mit dem Gesangsstudium begann. Normalerweise wurden Gesangsstudenten erst im Alter von 17 Jahren am Konservatorium zugelassen. Jedoch schummelte ihre Mutter bei der Angabe des Alters ihrer Tochter und gab vor, sie sei bereits fünfzehn. Nur aus diesem Grunde wurde Montserrat schon in so jungen Jahren aufgenommen. Eugenia Kemmeny, eine ehemalige Meisterläuferin aus Ungarn, wurde ihre erste Gesangslehrerin.

Eugenia Kemmeny hatte eine besondere Lehrmethode entwickelt, bei der ihre Schüler während ihres ersten Studienjahres ohnehin noch nicht sangen. Vielmehr verbrachten ihre Gesangsschüler das erste Studienjahr ausschließlich mit „Atemgymnastik“, wie Eugenia Kemmeny ihre Atemübungen nannte.

Ihre Technik basiert auf der Theorie, dass Sänger die nötige Stütze bilden müssen, um den Luftstrom durch den Körper bis zur Kehle zu führen und zu kontrollieren. Ihre Atemübungen hatten das Ziel, durch den Gebrauch und die Kontrolle all jener Muskeln unter und hinter dem Bauch, die das Zwerchfell und den Rücken stützen, einen mächtigen, soliden Wall um das Zwerchfell zu bilden. Das Zwerchfell sollte nicht mehr arbeiten, sondern den Atem nur noch stützen müssen. Die eigentliche Atemführung wird von den Unterleibsmuskeln geleistet. […] Die Kemmeny sprach nie über Stimmsitz, denn sie glaubte, der Ton werde automatisch richtig plaziert, wenn die Kehle locker und entspannt bleibe. (Helena Matheopoulos, Diva, Seite 62/63)

Erste Engagements 

Montserrat Caballé startete ihre Karriere an kleinen Opernhäusern im deutschsprachigen Raum. 1956 ging sie nach Basel, ihr erstes Engagement war am Stadttheater Basel. Ihre erste Rolle war die Erste Dame in Mozarts Zauberflöte. Ihre erste größere Partie am Theater Basel war die Mimi in Puccinis La Bohème. Später sang sie dort auch die Salome.

In den Jahren 1959 – 1962 war Montserrat Caballé am Theater in Bremen und in Saarbrücken engagiert. In den ersten Jahren ihrer Karriere sang sie vorwiegend deutsche Opernpartien, von Mozart bis hin zu Richard Strauss und Richard Wagner.

Am 7. Januar 1962 gab sie ihr Debüt am Teatro del Liceu in ihrer Heimatstadt Barcelona, mit der Arabella von Richard Strauss.

Internationaler Durchbruch

Der internationale Durchbruch gelang Montserrat Caballé, als sie bei einem Gala-Abend der American Opera Society in der Carnegie Hall für Marilyn Horne in Donizettis Oper Lucrezia Borgia einsprang. (Marilyn Horne hatte damals abgesagt, da sie ein Baby erwartete.) Noch im selben Jahr debütierte sie an der Metropolitan Opera New York als Margarethe in Gounods Faust. Ihre Leistungen trugen ihr in New York den Titel „La Superba“ ein.

Schon bald darauf trat die Caballé an allen berühmten Opernhäusern der Welt auf: Mailänder Scala, Wiener Staatsoper, Royal Opera House Coventgarden London, Opéra de Paris, Gran Teatro del Liceu Barcelona, Teatro Real Madrid, Bayerische Staatsoper München – um nur einige zu nennen. Auch bei den internationalen Festspielen von Salzburg, Aix-en-Provence und Glyndebourne war sie ein gern gesehener Gast.

Die Wiener Staatsoper

An der Wiener Staatsoper debütierte Montserrat Caballé am 28. Februar 1959 als Donna Elvira in Mozarts „Don Giovanni“. Im Mai desselben Jahres sang sie im Haus am Ring die „Salome“ von Richard Strauss. Später sang sie an der Wiener Staatsoper die großen Opernpartien und brillierte als Elisabeth (Don Carlo), Leonora (Il trovatore), Tosca (Tosca), Amelia (Un ballo in maschera), Norma (Neuproduktion), Leonora (La forza del destino), Maddalena (Andrea Chénier). 1988 sang Montserrat Caballé an der Wiener Staatsoper die Madame Cortese in Rossinis Oper Viaggio a Reims. Im Jahre 2007 kehrte sie nochmals an die Wiener Staatsoper zurück – diesmal in der komischen Rolle der Duchesse de Crakentorp in Donizettis La fille du régiment (Die Regimentstochter). Während der Regimentstochter-Serie wurde sie auch zur Kammersängerin ernannt.

Das Repertoire: Klassik & Crossover

Das breite Repertoire von Montserrat Caballé umfasst rund 90 Opernrollen. Zwar war sie in erster Linie auf italienische Belcanto-Partien spezialisiert, jedoch umfasste ihr Repertoire auch Mozart-Opern und dramatische Partien von Verdi, Puccini, Mascagni, Gounod, Massenet, Wagner und Strauss – bis hin zu Salome, Sieglinde und Isolde.

Neben ihrem umfangreichen Opernrepertoire sang sie auch gern Zarzuelas (eine spanische Form der Operette).

Auch mit der Popmusik-Szene hatte die große Opernsängerin keine Berührungsängste und unternahm wiederholt „Ausflüge“ in die sogenannte U-Musik. Der Song „Barcelona“ mit Montserrat Caballé an der Seite von Queen-Sänger Freddie Mercury wurde zur Hymne der Olympischen Spiele 1992 in Barcelona und ist längst in die Geschichte eingegangen. Das gleichnamige Album war bereits 1987 aufgenommen worden und diente als Image-Kampagne für die Olympischen Spiele in Barcelona. Mit dem Song „Barcelona“ traten Caballé und Mercury im Mai 1987 in Ibiza erstmals auf. Zu einem gemeinsamen Auftritt bei den Olympischen Spielen kam es jedoch nicht mehr, da Freddie Mercury kurz vorher an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung gestorben war.

Auch mit der Popband „Die Prinzen“ nahm Montserrat Caballé im Studio ein Album auf. Nach der Aufnahme soll sie in ihrer humorvollen Art gesagt haben: „Und vergesst nicht, ihr habt mit Mama gesungen!“

Montserrat Caballé setzte sich immer wieder auch für den Opernnachwuchs ein. Sie war es auch, die den jungen Tenor José Carreras in den 70er Jahren tatkräftig förderte. An ihrer Seite debütierte der junge José Carreras im Jahre 1970 als Flavio in Bellinis Norma. Noch im selben Jahr  wurde er ihr Gesangspartner in Donizettis Lucrezia Borgia.

Seit den 90er Jahren trat Montserrat Caballé vermehrt zusammen mit ihrer Tochter, der Sopranistin Montserrat Martí, auf.

„Montse“ und ihr Familienleben 

„La Montse“, wie Montserrat Caballé von Freunden und Fans oft liebevoll genannt wird, war immer ein Familienmensch. 1964 heiratete die Sängerin den Tenor Bernabé Martí. Sie hatte ihn kennengelernt, als sie gemeinsam in Puccinis Madame Butterfly am Teatro del Liceu in Barcelona auf der Bühne gestanden hatten. Bis zu ihrem Tod blieb Montserrat mit ihrem Ehepartner Bernabé Martí zusammen – eine Beständigkeit, die bei Prominenten recht selten anzutreffen ist. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen: eine Tochter und ein Sohn. Tochter Montserrat, genannt „Montsita“, ist ebenfalls Sopranistin und durch ihre gemeinsamen Auftritte mit ihrer Mutter bekannt geworden. Der Familie hat Montserrat Caballé immer den Vorzug vor ihrer Karriere gegeben.

So lehnte sie 1971 das Angebot eines Zehnjahresvertrages an der New Yorker Met ab, weil das die Trennung von ihrer Familie bedeutet hätte. Ihr Bruder Carlos Caballé, der von Anfang an ihr Manager war, musste sicherstellen, dass sie zwischen ihren internationalen Engagements in regelmäßigen Abständen nach Hause kommen konnte. Denn die Sängerin wollte so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern zu verbringen. Über ihre Familie hatte „Montse“ einmal geäußert: „Ich habe in meiner Familie eine Unterstützung gefunden, die vielen Sängerinnen fehlt – darum fehlt ihnen die Zuversicht, und die hat nichts zu tun mit Prestige, Geld, Erfolg oder Ruhm, aber alles mit menschlichen Beziehungen.“ (Helena Matheopoulos: DIVA – Leben und Rollen großer Opernsängerinnen, M&T Verlag Zürich/St. Gallen 1995, Seite 66.) 

Die Caballé und ihr Humor 

Die „Primadonna assoluta“ Montserrat Caballé war nicht nur für ihre gesanglichen Leistungen, sondern auch für ihren Humor berühmt. Ihr ansteckendes, herzhaftes Lachen ist ebenso in die Geschichte eingegangen wie ihre legendären Opernauftritte an den größten Opernhäusern der Welt. Immer wieder wird berichtet, dass sie zu jeder Zeit Witze auf Lager hatte. Ihre Kollegen und Kolleginnen erzählen immer wieder gern, dass sie mit ihr zusammen schallend lachen konnten. Dabei sprühte sie auch vor Selbstironie und konnte herzhaft über sich selbst lachen.

Unvergesslich bleibt eine Aufführung an der Wiener Staatsoper am 12. April 2007 (an ihrem 74. Geburtstag!), in der ich sie als Duchesse de Crakentorp in Donizettis Oper „La fille du régiment“ (Die Regimentstochter) erleben durfte. Die Caballé sang an der Seite von Natalie Dessay, Juan Diego Flórez, Juliette Mars, Carlos Álvarez und Clemens Unterreiner. Ihre äußerst witzige Interpretation dieser ohnehin schon komischen Rolle, in der sie auch noch ein Schweizer Volkslied anstimmte, sorgte damals für Lachsalven und Zwerchfellmassage beim Wiener Opernpublikum!

Nicht weniger humorvoll erlebte ich sie bei ihren sommerlichen Open Air Konzerten vor dem Kurhaus Wiesbaden (Juni 1995 und Juli 1999). Bei dem Konzert in Wiesbaden trat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Montserrat Martí auf. Wenn die beiden zusammen in Konzerten auftraten und als Zugabe das berühmte Katzen-Duett von Rossini anstimmten, blieb kein Auge trocken. Auch bei ihren Liederabenden in der Alten Oper Frankfurt (April 2001 und November 2002) steckte sie das Publikum zwischen den einzelnen Liedern und Arien immer wieder mit ihrem herzhaften Lachen an.

Abschied von der Primadonna 

Während der letzten Jahre ihres Lebens wurde Montserrat Caballé immer wieder von gesundheitlichen Problemen geplagt. Nach einem Sturz im Jahre 2012 (vermutlich die Folge eines Schlaganfalls, den sie während einer Konzertreise in Russland erlitten hatte) war die Sängerin weitgehend auf einen Rollstuhl angewiesen und trat zum Schluss nur noch im Sitzen auf.

Medienberichten zufolge musste sie sich im September wegen eines Gallenblasenleidens ins Krankenhaus begeben. Bei einer Operation sei es dann zu Komplikationen gekommen.

Am 6. Oktober verstarb die spanische Sopranistin im Hospital de la Santa Creu i Sant Pau in Barcelona. Die eigentliche Todesursache wurde offiziell nicht bekannt gegeben.

Reaktionen aus Opernwelt und Politik

Der spanische Startenor Josep (José) Carreras, der sich über den Tod von Montserrat Caballé tief betroffen zeigte, erinnert sich: Von allen Sopranistinnen, die ich live auf der Bühne erlebt habe, habe ich noch nie jemanden so singen hören wie Caballé.“

Plácido Domingo soll auf Twitter Fotos von gemeinsamen Auftritten gepostet und die Sängerin mit den Worten gewürdigt haben: Es war ein Privileg, die Bühne mit Dir zu teilen. Gott hat einen weiteren Engel zu sich gerufen. Für immer… Plácido.“

Das spanische Königshaus nannte die Caballé eine „Legende“, und die spanische Zeitung „La Vanguardia“ bezeichnete sie als letzte Primadonna der Oper“.

Auf der Website der Wiener Staatsoper würdigt Staatsoperndirektor Dominique Meyer das Lebenswerk der spanischen Sopranistin: „Mit Montserrat Caballé ist eine der beeindruckendsten Sängerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts von uns gegangen. Ihre schöne Stimme, ihre perfekte Technik und ihr einnehmendes Charisma haben Generationen von Opernliebhabern berührt und begeistert. Darüber hinaus hat sie durch ihre Genre übergreifenden Aktivitäten Millionen von Menschen auf der ganzen Welt erreicht und ihnen den Zugang zur klassischen Musik erleichtert.“

Mit Montserrat Caballé verlieren wir Die Letzte der Allergrößten“, wie es Ioan Holender (Direktor der Wiener Staatsoper von 1991 – 2010) so treffend formuliert hat. Möge ihre Seele in Frieden ruhen! Mein Mitgefühl gilt ganz besonders der Familie, den Angehörigen und Freunden der Sängerin.

Sylvia Kreye, Wien

Quellen 

  • Programmheft zum Open Air Konzert vor dem Kurhaus Wiesbaden, 20.06.1995
  • Programmheft zum Open Air Konzert vor dem Kurhaus Wiesbaden, 09.07.1999
  • Programmheft zum Liederabend in der Alten Oper Frankfurt, 04.11.2002
  • Helena Matheopoulos: DIVA – Leben und Rollen großer Opernsängerinnen, M&T Verlag Zürich/St. Gallen 1995, S. 59-71.
  • Jürgen Kesting: Die großen Sänger des 20. Jahrhunderts, Sonderausgabe für CORMORAN Verlag, München. © 1993 by ECON Verlag GmbH, Düsseldorf, Wien, New York und Moskau, S. 868-874.
  • José Carreras: Singen mit der Seele, Kindler Verlag, München 1989

Internet-Links

Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Rauschende Ballnacht & Wiener Musik

Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Rauschende Ballnacht & Wiener Musik

Der alljährlich im Wiener Musikverein stattfindende Ball der Wiener Philharmoniker gehört gewiss zu den edlen Höhepunkten der Wiener Ball-Saison. Beim Ball der Wiener Philharmoniker am 18. Jänner 2018 gab es auch diesmal wieder Musik vom Feinsten.  

Ein glanzvoller Ball in historischem Ambiente

Am 18. Jänner 2018 verwandelte sich der Goldene Saal des Wiener Musikvereins wieder in einen der schönsten Ballsäle der Welt. Bereits zum 77. Mal luden die Wiener Philharmoniker zu ihrem Ball – den edelsten Ball der Wiener Saison – ein, der diesmal unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen stand.

„Der glanzvolle und elegante Saal, der zahlreiche Erinnerungen an große Momente der Musikgeschichte weckt, verleiht diesem Ereignis seine unvergleichliche Note und lässt es zu einem außergewöhnlichen Fest werden – ein Fest der Musik, des Tanzes und der Konversation, auf dem sich jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie Ballgäste, die mit unserem Orchester eng verbunden sind, in ungezwungener Atmosphäre begegnen.“ Mit diesen Worten im Vorwort zum Ballprogramm wenden sich Prof. Daniel Froschauer (1. Violine / Vorstand der Wiener Philharmoniker) und Prof. Mag. Paul Halwax (Solotuba / Ballorganisation) an die Ballgäste und Freunde der Wiener Philharmoniker.

Wer könnte dieser vielversprechenden Einladung wohl widerstehen? Als Autorin war es auch für mich eine große Ehre, bei diesem Ereignis einmal live dabei sein zu können. Der Goldene Saal des Wiener Musikvereins hat in der Tat ein einzigartiges, glanzvolles Ambiente. In diesem historischen, eleganten Rahmen fühlt man sich als Gast beinahe in die Zeit der k.u.k. Monarchie zurückversetzt.

Das Ballkomitee bestand auch diesmal wieder aus namhaften Personen aus Kultur, Politik und Wirtschaft: Rotraud Konrad (schon seit vielen Jahren Mitglied des Ballkomitees und Ehefrau des ehemaligen Raiffeisen-Generalanwalts Christian Konrad), Madeleine Rohla-Strauss (Urenkelin des Komponisten Richard Strauss), Rudolf Hundstorfer (ehemaliger Sozialminister) und Dominique Meyer (Direktor der Wiener Staatsoper).

Mit der Ballorganisation wurden Prof. Mag. Paul Halwax (Solotubist der Wiener Philharmoniker), Mag. Michaela Brenneis (MAS), Mag. Dr. Silvia Kargl, MMag. Georgina Schenner sowie Elke Manner-Prochart betraut.

Die Wiener Philharmoniker und Plácido Domingo
Wiener Klang beim Ball der Wiener Philharmoniker 2018 – mit Plácido Domingo als Dirigent. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Musik vom Feinsten: Wiener Klang mit den Philharmonikern und Plácido Domingo als Dirigent

Schon im Rahmenprogramm des Balls konnten sich die musikalischen Leistungen der verschiedenen Kammermusik- und Salon-Ensembles hören lassen. Zur Begrüßung musizierten ab 21 Uhr im Foyer des Wiener Musikvereins die jungen Musiker/innen des IOIA (Internationales Orchesterinstitut Attergau). Die jungen Musiker und Musikerinnen spielten Werke für Streichorchester aus dem klassischen und romantischen Repertoire – und das schon jetzt auf sehr hohem Niveau!

Das IOIA, ein Projekt der Wiener Philharmoniker, das von Rainer Honeck und Johannes Wildner geleitet wird, widmet sich – in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wiener Klangstil der Universität für Musik Wien – der Förderung des Orchesternachwuchses. In diesem Projekt vermitteln die Mitglieder des Orchesters als Dozenten den Studenten ein Gefühl für die besonderen Merkmale jener einzigartigen Klangvorstellung, welche unter dem Namen ,,Wiener Klang“ weltberühmt geworden ist.

Zur Balleröffnung im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins konnten die Wiener Philharmoniker in diesem Jahr einen besonderen Gast begrüßen: Kein Geringerer als Plácido Domingo wirkte bei der Eröffnung des Balls mit – diesmal jedoch nicht als Sänger, sondern (wie schon beim Philharmoniker-Ball 1984) als Dirigent.

Zum feierlichen Einzug der Gäste erklangen zunächst die Ausseer Fanfare von Gottfried Ritter von Freiberg und die Wiener Philharmoniker-Fanfare von Richard Strauss. Es spielten Mitglieder der Wiener Philharmoniker, zunächst unter der Leitung von Anton Mittermayr. Anschließend dirigierte Plácido Domingo die Walzerfolge „Ballsirenen“ aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Léhar sowie den Walzer aus „Divertimento“ von Leonard Bernstein.

Ausstellung Leonard Bernstein
Ball der Wiener Philharmoniker 2018: Bernstein-Austellung. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Eine Ausstellung zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein

Im Zusammenhang mit Leonard Bernstein, dem anlässlich seines 100. Geburtstages im PORR-Spiegelsaal des Musikvereins eine Ausstellung gewidmet war, sei an dieser Stelle an einen historischen Moment in der Musikgeschichte Wiens erinnert: In einer Aufführung der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven unter Bernsteins Leitung feierte KS Plácido Domingo im Jahre 1970 als Sänger sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Im Jahre 1984 hatte Plácido Domingo schon einmal zur Eröffnung des Philharmoniker-Balls den Taktstock geschwungen.

Doch nun zurück zum Jahr 2018 und dem Ball der Wiener Philharmoniker. Mit ihrem unvergleichlich sanglichen, typischen Wiener Klang, der für dieses Orchester so charakteristisch und auf der Welt einzigartig ist, ließen die Ensemblemitglieder der Wiener Philharmoniker den Einzug der Gäste zu einem besonderen Erlebnis werden.

Plácido Domingo & die Wiener Philharmoniker
Eröffnung des Philharmoniker-Balls durch das Jungdamen- und Jungherren-Komitee. (c) Richard Schuster. – Mit freundlicher Genehmigung der Wiener Philharmoniker.

Alles Walzer: Tanzeröffnung mit dem Großen Ballorchester und dem Jungdamen- und Jungherren-Komitee

Anschließend eröffnete das Jungdamen- und Jungherren-Komitee den Ball. Für die Einstudierung der Tänze zeichnete – nach bewährter Tradition – auch diesmal wieder Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer von der Tanzschule Willy Elmayer-Vestenbrugg verantwortlich. Zur Tanzeröffnung erklangen der Walzer „Weana Madln“ op. 388 von Carl Michael Ziehrer und der Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel. Von nun an übernahm das Große Ballorchester unter der Leitung von Prof. Helmut Steubl die musikalische Gestaltung des Abends. Alternierend spielte Tom Henkes Danceband.

Um 22.40 hieß es endlich: ‚Alles Walzer’! Dies ist auf jedem Wiener Ball der Aufruf an die Ballgäste, das Parkett zu erobern und das Tanzbein zu schwingen. Und so wurde noch bis in die frühen Morgenstunden hinein getanzt. Die Publikums-Quadrillen um Mitternacht und um 2.00 Uhr früh – ebenfalls unter der Leitung von Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer – gehören in Wien stets zu den Höhepunkten einer rauschenden Ballnacht.

Eine Hommage an Wien mit philharmonischen Ensembles

Auch die anderen Säle des Wiener Musikvereins waren erfüllt mit Musik. Das diesjährige Musikprogramm wartete mit zahlreichen abwechslungsreichen Darbietungen ausgewählter philharmonischer Ensembles und besonderer Gäste auf. Unter dem Motto „Eine Hommage an Wien“, das sich wie ein Leitthema durch den Abend zog, würdigten die Wiener Philharmoniker ihre Stadt als Musikmetropole der Welt.

Im Makart-Atelier (im Gläsernen Saal), im Brahms-Saal sowie im Metallenen Saal des Musikvereins präsentierten sich ab 22.30 zahlreiche Ensembles in verschiedenen Besetzungen und Stilrichtungen, von Salonmusik über Wiener Schrammeln bis hin zu diversen Jazzformationen.

Im Brahmssaal spielte ab 23 Uhr das Orchester Divertimento Viennese unter der Leitung von Vinzenz Praxmarer Tanzmusik der 1920er und 30er Jahre. Auch beim Heurigen in der Orchestergarderobe ging es echt wienerisch zu – mit Stephan Ander (Zither), den Tanzgeigern, den 16er Buam, Hans Hindler und seinen fidelen Oberkrainern sowie den Philharmonia Schrammeln.

Im Makart-Atelier, wo der Abend von Barbara Rett und Andreas Láng moderiert wurde, gab es am Ballabend zahlreiche Beiträge diverser Ensembles. Es spielten unter anderem das Salonorchester des Musikgymnasiums Wien, das Wiener Grabenensemble, die Philharmonic Five, die Philharmonia Schrammeln, Nikola Djoric (Akkordeon), das Ensemble 1 + 3, das Duo Bartholomey-Bittmann, die Vienna Clarinet Connection, die Eddie Luis Jazzbanditen sowie Wilfer & Wilfer Consort.

Einer der vielen musikalischen Höhepunkte des Abends war der Auftritt der Camerata Wien 1900 mit ihrem Programm „Wien bleibt Wien – Mayseder bleibt Mayseder“. Es spielten Thomas Christian (1. Violine), Raimund Lissy (2. Violine), Robert Bauerstatter (Viola), Bernhard Naoki Hedenborg (Violoncello) und Christoph Wimmer (Kontrabass). Zusammen mit der Camerata Wien sang der Bariton Clemens Unterreiner (Mitglied im Solistenensemble der Wiener Staatsoper) als Gast Wiener Lieder. Mit seinen gelungenen Interpretationen versprühte Clemens Unterreiner echtes Wiener Flair und animierte die Gäste zum Mitsingen.

Die rauschende Ballnacht endete offiziell gegen 5 Uhr in der Früh. Der Ball der Wiener Philharmoniker, der wohl zu Recht als „edelster“ Ball im Wiener Ballkalender bezeichnet wird, war auch in diesem Jahr wieder ein besonderes „Fest der Musik, des Tanzes und der Konversation“ – sowohl für die Musikerinnen und Musiker als auch für die Ballgäste – einschließlich der Autorin dieses Beitrages.

Ein eindrucksvolles Video von der Eröffnung des Philharmoniker-Balls gibt es auf der Website der Wiener Philharmoniker:

https://www.wienerphilharmoniker.at/ball/philharmonikerball-main