Lingua & Musica wünscht EIN FROHES NEUES JAHR

Neujahrsgruß von Lingua & Musica

                       Lingua & Musica wünscht EIN FROHES NEUES JAHR!                         Sylvia Kreye, 01.01.2017, OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Lingua & Musica wünscht

EIN FROHES NEUES JAHR!

Neujahrsgruß von Lingua & Musica – P1010003

Hoffentlich hatten Sie ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und sind gut ins neue Jahr gerutscht!  

Lingua & Musica wünscht allen Kunden & Kundinnen, allen Besucher/innen dieser Website, allen Musik- und Opernfreunden, allen Kultur- und Sprachbegeisterten sowie allen Schüler/innen und Student/innen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr und alles Gute für 2017! 

Mögen alle Ihre Wünsche und guten Vorsätze in Erfüllung gehen! Möge uns das neue Jahr Gesundheit, Erfolg und vor allem Frieden bescheren!

Selbstverständlich steht Ihnen Lingua & Musica auch im neuen Jahr mit sprachlichen und musikalischen Dienstleistungen zur Verfügung und würde sich freuen, Sie weiterhin als Kund/innen begrüßen zu dürfen.

Ob Sie nun Musikunterricht oder einen Sprachkurs buchen möchten, ob Sie gerade eine Übersetzung, einen Text oder einen Fachartikel benötigen, Lingua & Musica freut sich auf Ihre Anfrage und berät Sie gern in sprachlichen und musikalischen Fragen.

Weitere Informationen finden Sie unter den entsprechenden Links dieser Website: 

Musikunterricht – Musikalische Erwachsenenbildung

Sprachtraining – Sprachliche Erwachsenenbildung 

Sprachliche Dienstleistungen 

Übersetzungen 

Deutsche und fremdsprachliche Korrespondenz

Textredaktion und Lektorat

Kulturberichterstattung, Fachartikel 

Nochmals alles Gute für 2017 und PROSIT NEUJAHR wünscht

Sylvia Kreye von Lingua & Musica

Lingua & Musica wünscht FROHE WEIHNACHTEN

Lingua & Musica wünscht allen Besuchern dieser Website, allen Kundinnen & Kunden, allen Musik- und Opernfreunden sowie Sprachbegeisterten

FROHE WEIHNACHTEN! 

Ich hoffe, dass Ihnen der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica gefallen und vielleicht auch ein wenig zum Singen und Musizieren angeregt hat. 

Nachdem im musikalischen Adventskalender vom 23. und 24. Dezember die beiden bekannten Weihnachtslieder O du fröhliche und Stille Nacht präsentiert wurden, kommt hier noch ein spezieller Weihnachtsgruß vom Wiener Stephansplatz. 

Am 23. Dezember zwischen 17 und 18 Uhr konnte man dort den weihnachtlichen Klängen eines Bläserensembles lauschen. Das Ensemble musizierte bei winterlichen Temperaturen am Dach des Wiener Stephansdoms und sorgte in der Hektik des letzten Werktages vor dem Fest für weihnachtliche Stimmung!  

Dabei entstand der folgende Videoclip:

Stille Nacht

Viel Freude beim Anhören der weihnachtlichen Bläserklänge!

Lingua & Musica wünscht Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage sowie ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2017! 

Lingua & Musica freut sich, Sie auch im neuen Jahr als Kund/innen begrüßen zu dürfen. Ob Sie nun Musikunterricht oder einen Sprachkurs buchen möchten oder ob Sie gerade eine Übersetzung, einen Text oder einen Fachartikel benötigen, Lingua & Musica freut sich auf Ihre Anfrage und berät Sie gern in musikalischen und sprachlichen Fragen.

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24. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

24. Dezember

Stille Nacht, heilige Nacht

Zum krönenden Abschluss präsentiert der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica das berühmte Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht. Die Entstehungsgeschichte des Liedes ist interessant und spannend. 

Anmerkung der Redaktion – Nachtrag zum Beitrag vom 24.12.2016

Dezember 2018: Wieder steht das Weihnachtsfest vor der Tür. Seit der Veröffentlichung dieses Beitrages sind inzwischen zwei Jahre vergangen. In diesem Jahr, im Dezember 2018, wird das Lied Stille Nacht genau 200 Jahre alt! Das 200-jährige Jubiläum des Weihnachtsklassikers ist ein Grund mehr, sich näher mit der Geschichte des Liedes zu befassen.

Das Lied Stille Nacht wurde zu Heiligabend 1818 in der ehemaligen Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg erstmals aufgeführt. Ausführende waren damals der Komponist Franz Xaver Gruber (1787 – 1863) und der Textdichter Joseph Mohr (1792 – 1848). 

Legenden und Quellenlage 

Stille Nacht, heilige Nacht ist wohl das bekannteste und beliebteste Weihnachtslied im deutschsprachigen Raum überhaupt. Um die Uraufführung des Liedes ranken sich viele Legenden und auch Anekdoten. Es gibt jedoch zwei zuverlässige historische Quellen, welche die Entstehungsgeschichte und die Uraufführung des Liedes belegen: 

  • Die authentische Veranlassung, die vom Komponisten Franz Xaver Gruber im Jahre 1854 in Hallein niedergeschrieben wurde.
  • Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, das erst im Jahre 1995 in Salzburg aufgefunden wurde. 

Diese beiden Quellen ergänzen und bestätigen sich gegenseitig in Bezug auf die Entstehung des Liedes. 

Entstehung 

Im Jahre 1816 verfasste Joseph Mohr, seinerzeit Hilfspfarrer in Mariapfarr im Lungau, den Text zu Stille Nacht in Form eines Gedichts. Auf diesen Umstand weist der Vermerk mpria = manu propria (links unten im Autograph) hin. 

Im Jahre 1818 bat Joseph Mohr Franz Xaver Gruber um die Vertonung seines Gedichts. Dieser Umstand wird belegt durch die Authentische Veranlassung, welche der Komponist Franz Xaver Gruber selbst im Jahre 1854 niederschrieb: 

„Es war am 24. Dezember des Jahres 1818, als der damalige Hilfspriester Herr Joseph Mohr bei der neu errichteten Pfarre St. Nicola in Oberndorf dem Organistendienst vertretenden Franz Gruber (damals zugleich auch Schullehrer in Arnsdorf) ein Gedicht überreichte, mit dem Ansuchen eine hierauf passende Melodie für 2 Solostimmen sammt Chor und für eine Guitarre-Begleitung schreiben zu wollen.“  

Joseph Mohr war also nicht nur der Dichter, sondern auch der Initiator des Liedes. 

Die Autorschaft Franz Xaver Grubers ist außerdem durch einen Hinweis im Autograph bestätigt: Melodie von Franz Xaver Gruber.

Das Weihnachtslied wurde an Heiligabend des Jahres 1818 in der Schifferkirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg erstmals aufgeführt. Bei der Erstaufführung wirkte neben Franz Xaver Gruber auch der Dichter Joseph Mohr als Sänger und Gitarrist mit. 

Zu jener Zeit herrschte infolge der Napoleonischen Kriege große Armut und Hunger in der Bevölkerung. Der Legende nach war die Orgel in der Kirche St. Nikola wegen ihres schlechten Zustandes nicht mehr bespielbar. Für die notwendigen Reparaturen war jedoch kein Geld vorhanden. Es wird vermutet, dass dieser Umstand der Hauptgrund dafür gewesen war, warum das Lied Stille Nacht, heilige Nacht in der Fassung für zwei Solostimmen, Chor und Gitarrenbegleitung uraufgeführt wurde. 

Verbreitung 

Bei den Besuchern der Messe in der Kirche St. Nikola in Oberndorf fand das Lied auf Anhieb sehr viel Anklang. Bereits ein Jahr später, an Heiligabend des Jahres 1819, wurde das Lied in Fügen gesungen. Dieser Umstand ist vermutlich dem Orgelbaumeister Karl Mauracher (1789 – 1844) zu verdanken: Als Karl Mauracher die desolate Orgel der Kirche St. Nikola reparierte, hörte er auch das Lied Stille Nacht und brachte es nach Fügen. Dort übernahmen es die Geschwister Rainer, die in Fügen im Kirchenchor sangen. 1822 trugen die Geschwister Rainer das Lied auf Schloss Fügen dem Habsburger Kaiser Franz I. von Österreich und dem Zaren Alexander I. von Russland vor. Die Rainer-Geschwister gaben das Lied schließlich weiter an die Geschwister Strasser, eine Gesangsfamilie aus dem Tiroler Zillertal, die es im Jahre 1832 in Leipzig vortrug und es weiter verbreitete.

Der Erstdruck erschien 1833 in Dresden, zusammen mit drei anderen Liedern, unter dem Titel Vier ächte Tirolerlieder. 1840 wurde es in einer Liedersammlung mit dem Titel Vier ächte Tiroler Lieder veröffentlicht. Infolge der Verbreitung von Stille Nacht als Tiroler Volksweise gerieten die wahren Urheber zunächst in Vergessenheit. Das Lied Stille Nacht wurde sogar fälschlicherweise für ein Werk Michael Haydns (1737 – 1806) gehalten. 

Dass der Komponist Franz Xaver Gruber doch noch zu Ehren kam, ist dem König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen (1795 – 1861) zu verdanken, der das Lied besonders gern hörte: Die Hofkapelle des preußischen Königs wandte sich 1854 an das Stift Sankt Peter in Salzburg mit der Bitte um eine Abschrift des Liedes. Dabei stieß man mehr oder weniger zufällig auf den Komponisten Franz Xaver Gruber, der daraufhin seine Authentische Veranlassung zur Composition des Weihnachtsliedes ‚Stille Nacht, Heilige Nacht’  verfasste.

Um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) wurde das Lied durch katholische und protestantische Missionare auf allen Kontinenten verbreitet. Inzwischen wurde Stille Nacht in mehr als 300 Sprachen übersetzt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche St. Nikola in Oberndorf bei Salzburg durch Überflutung so stark beschädigt, dass sie zwischen 1906 und 1913 abgerissen werden musste. An ihrer Stelle steht heute die Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf, die zu einer Touristenattraktion geworden ist. 

Die Dorfschule in Arnsdorf, in der Franz Xaver Gruber einst als Lehrer tätig war, beherbergt heute das Stille-Nacht-Museum. In Hochburg-Ach, dem Geburtsort Franz Xaver Grubers, befindet sich das Gruberhäusl, in dem noch alte Haushaltsgegenstände der Familie Gruber zu sehen sind. Auch im Wallfahrtsort Mariapfarr gibt es ein Wallfahrts- und Stille-Nacht-Museum mit Dokumenten zum Leben von Joseph Mohr. 

Im März 2011 wurde das Lied unter dem Titel Stille Nacht – das Lied zur Weihnacht in die Liste des Immateriellen Kulturerbes Österreichs aufgenommen und auch für die Gesamtliste des Internationalen UNESCO-Kulturerbes vorgeschlagen. 

Text und Musik   

Das Weihnachtslied Stille Nacht, heilige Nacht besteht aus 6 Strophen, von denen jedoch meist nur die 1., 2. und 6. Strophe gesungen werden: 

Originaltext Gebräuchliche Fassung
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!
Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
Nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
Schlaf in himmlischer Ruh,
Schlaf in himmlischer Ruh.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt!
Jesus! in deiner Geburt!
Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschengestalt!
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß!
Aller Welt Schonung verhieß!
 
Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“
„Jesus der Retter ist da!“
Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
Durch der Engel Halleluja.
Tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter ist da,
Christ, der Retter ist da!
Stille Nacht in der Originalfassung mit 6 Strophen und in der heute gebräuchlichen Fassung mit 3 Strophen.

Inzwischen ist das Lied in über 300 Sprachen übersetzt worden, von denen hier aus Platzgründen nur die englische, französische, italienische und spanische Version wiedergegeben wird: 

Englisch: Silent night, holy night

Silent night, holy night,
All is calm, all is bright
Round yon virgin mother and child.
Holy infant, so tender and mild,
Sleep in heavenly peace,
Sleep in heavenly peace.

Silent night, holy night,
Shepherds quake at the sight;
Glories stream from heaven afar,
Heavenly hosts sing Alleluia!
Christ the Savior is born,
Christ the Savior is born!

Silent night, holy night,
Son of God, love’s pure light;
Radiant beams from thy holy face
With the dawn of redeeming grace,
Jesus, Lord, at thy birth,
Jesus, Lord, at thy birth.

Französisch: Douce nuit, sainte nuit

Tranquille nuit, sainte nuit,
Profond sommeil, il est Minuit
Le saint couple, seul, est en éveil
Doux bambin aux beaux cheveux vermeils
Dans le silence du ciel, dore,
dans le silence, dors.

Tranquille nuit, sainte nuit
Tous les pasteurs sont avertis
Par les anges qui chantent leurs chœurs
Et partout monte un chant de bonheur :
Jésus Christ le Sauveur est là
Christ le Sauveur est là

Tranquille nuit, sainte nuit
Enfant de Dieu, l’amour sourit
Sur la bouche aux contours harmonieux
Alors sonne ce jour merveilleux,
Jésus par son avènement !
Par son avènement

Italienisch: Astro del ciel 

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu che I Vati da lungi sognar,
Tu che angeliche voci nunziar,
Luce dona alle genti
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu di stirpe regale decor,
Tu virgineo, mistico fior,
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Astro del ciel, Pargol divin,
Mite Agnello Redentor!
Tu disceso a scontare l’error,
Tu sol nato a parlare d’amor,
Luce dona alle menti,
Pace infondi nei cuor!
Luce dona alle genti,
Pace infondi nei cuor!

Spanisch: Noche de paz, noche de amor

Noche de paz, noche de amor,
Todo duerme alrededor
entre los astros que esparcen su luz
viene anunciando al niño Jesús
Brilla la estrella de paz
Brilla la estrella de paz.

Noche de paz, noche de amor,
Todo duerme alrededor,
Sólo velan en la oscuridad
Los pastores que en el campo están;
Y la estrella de Belén
Y la estrella de Belén.

Noche de paz, noche de amor;
Todo duerme alrededor;
sobre el Santo Niñito Jesús
Una estrella esparce su luz,
Brilla sobre el Rey,
Brilla sobre el Rey.

Stille Nacht, Autograph
Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, aufgefunden in Salzburg 1995
Stille Nacht, Autograph
Autograph VII in der Handschrift Franz Xaver Grubers (ca. 1860), von de:Benutzer:Mezzofortist., gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

Die Melodie von Stille Nacht steht im sogenannten Siziliano-Rhythmus, also im Sechs-Achtel-Takt mit punktierten Achtel- und Sechzehntel-Noten bzw. Viertel- und Achtelnoten im Wechsel. Somit steht das Lied in der Tradition einer Hirtenmusik (Pastorale). 

Aufnahmen 

Auf der Website SalzburgerLand Tourismus gibt es interessante Informationen und auch Aufnahmen des traditionellen Weihnachtsliedes Stille Nacht in der originalen Fassung:

http://magazin.salzburgerland.com/das-geheimnis-um-die-stille-nacht/  

Die sechsstrophige Originalversion mit der Liedertafel Oberndorf und Gitarrenbegleitung ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/noten.asp?dat=index&id=220&title=Stille+Nacht+Noten        

In diesem Zusammenhang darf natürlich die Stille-Nacht-Feier nicht vergessen werden, die alljährlich am 24. Dezember um 17 Uhr per Webcam ins Internet übertragen wird und am heimischen Computer live verfolgt werden kann:

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/feier.asp 

In dem folgenden Video auf YouTube gewinnt man einen Eindruck davon, wie das Lied „Stille Nacht“ in verschiedenen Sprachen klingt. Beim Konzert „Christmas in Vienna“ 1999 sangen die drei Tenöre das Lied in vier Sprachen, zunächst in Deutsch (Carreras), dann in Spanisch (Domingo), in Italienisch (Pavarotti) und schließlich in Englisch (alle drei gemeinsam):

https://www.youtube.com/watch?v=XJ3kyGQKoq8

Seltener hört man die niederländische Version. Auf YouTube gibt es eine Aufnahme in Niederländisch mit Heintje. Sie wurde hochgeladen auf der Seite: Een retrospectief van musicus Addy Kleijngeld (Wim Rozema, für Henny de Leeuwe-Kleijngeld). Gerade bei diesem Lied klingt die Stimme des Kinderstars in seiner Muttersprache noch viel schöner als in Deutsch:

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Nacht,_heilige_Nacht        

http://magazin.salzburgerland.com/das-geheimnis-um-die-stille-nacht/

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/entstehung.asp?dat=index&id=215&title=Stille+Nacht+Entstehung+und+Verbreitung  

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/oberndorf-salzburg.asp?dat=index&id=218&title=Oberndorf+bei+Salzburg+-+Uraufführung+Stille+Nacht       

http://magazin.salzburgerland.com/weltberuehmt-die-stille-nacht-kapelle-oberndorf/

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/text.asp?dat=index&id=217&title=Stille+Nacht+Text    

https://en.wikipedia.org/wiki/Silent_Night#/media/File:Chapel2.jpg 

Notenquellen

Originalquelle: Das älteste erhaltene Autograph des Texters Joseph Mohr, datiert auf die Zeit um 1823, aufgefunden in Salzburg 1995.        

Autograph VII in der Handschrift Franz Xaver Grubers (ca. 1860), von de:Benutzer:Mezzofortist., gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons 

Singen im Advent, Noten von über 50 Weihnachtsliedern

http://www.stillenacht.info/de/stille-nacht/noten.asp?dat=index&id=220&title=Stille+Nacht+Noten                 

Bildquelle

Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg, Foto von Gakuro, 03.12.2005, Wikimedia Commons, license

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AChapel2.jpg      

By No machine-readable author provided. Gakuro assumed (based on copyright claims). [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

23. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

23. Dezember

O du fröhliche & O sanctissima

Im musikalischen Adventskalender geht es heute um das Weihnachtslied O du fröhliche und die lateinische Originalversion O sanctissima. 

Das Lied O du fröhliche gehört zweifelsohne zu den bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtsliedern. An Heiligabend ist es fester Bestandteil der Christvesper in der evangelischen Kirche. Aber auch in der katholischen Kirche wird es gern gesungen.

Die Melodie geht auf ein traditionelles Marienlied zurück, das in der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache gesungen wurde. Nach der ältesten bekannten Ausgabe, die 1792 in London erschien, handelt es sich um ein traditionelles Lied aus Sizilien. Jedoch gibt es keine Originalquelle, welche die Herkunft der Melodie oder des Textes bestätigt. Das Lied wird oft Sicilian Mariners Hymn genannt, mit Bezug auf den Brauch, dass die Seeleute früher nachts die Mutter Maria als ihre Beschützerin angerufen haben.

O sanctissima (lateinisch)
O Sanctissima, traditional Latin hymn to the Virgin Mary, earliest known printing, European Magazine and London Review. 22 (5): 385–386, Public Domain, Wikimedia Commons

Nachdem das Lied 1792 anonym im European Magazine und dann 1794 in einem amerikanischen Magazin veröffentlicht worden war, verbreitete sich O sanctissima zu Beginn des 19. Jahrhunderts in vielen Sprachen. Johann Gottfried Herder (1744 – 1803) nahm es in seine Sammlung Stimmen der Völker in Liedern auf, die posthum im Jahre 1807 erschien. Sowohl Haydn als auch Beethoven haben Chorbearbeitungen des lateinischen Liedes geschrieben. 

Hier ist der lateinische Originaltext von O sanctissima mit englischer und deutscher Übersetzung.   

O sanctissima (lateinische Textfassung) 

O sanctissima, o piissima,
dulcis Virgo Maria!
Mater amata, intemerata,
ora, ora pro nobis.

Tu solatium et refugium,
Virgo Mater Maria.
Quidquid optamus, per te speramus;
ora, ora pro nobis.

Ecce debiles, perquam flebiles;
salva nos, o Maria!
Tolle languores, sana dolores;
ora, ora pro nobis.

Virgo, respice, Mater, aspice;
audi nos, o Maria!
Tu medicinam portas divinam;
ora, ora pro nobis.

Englische Übersetzung (Wikipedia, O Sanctissima)

O most holy, o most loving,
sweet Virgin Mary!
Beloved Mother, undefiled,
pray, pray for us.

You are solace and refuge,
Virgin, Mother Mary.
Whatever we wish, we hope it through you;
pray, pray for us.

Look, we are weak and deeply deplorable;
save us, o Mary!
Take away our lassitude, heal our pains;
pray, pray for us.

Virgin, look at us, Mother, care for us;
hear us, o Mary!
You bring divine medicine;
pray, pray for us. 

Deutsche Übersetzung (sinngemäß, von Sylvia Kreye)

O heiligste, o gnädigste,
süße Jungfrau Maria!
Geliebte, unbefleckte Mutter,
bitte, bitte für uns.

Du bist Trost und Zuflucht,
Jungfrau Mutter Maria.
Was wir wünschen, erhoffen wir durch dich;
bitte, bitte für uns.

Sieh, wir sind schwach, sehr beklagenswert;
rette uns, o Maria!
Nimm hinweg die Trägheit, heile die Schmerzen;
bitte, bitte für uns.

Jungfrau, sorge für uns, Mutter, schau auf uns;
erhöre uns, o Maria!
Du bringst göttliche Medizin;
bitte, bitte für uns. 

Soweit zur lateinischen Fassung. Die Melodie von O sanctissima wurde für das deutsche Weihnachtslied O du fröhliche und dessen englische Version O, how joyfully sowie für den englischen Schlussgesang Lord, Dismiss Us With Thy Blessing in der anglikanischen Kirche wiederverwendet. 

O du fröhliche (deutsche Textfassung)

O du fröhliche (deutsch)
O du fröhliche, Melodie und deutsche Textfassung, gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

Der deutsche Text nimmt nicht auf die Jungfrau Maria, sondern vielmehr auf Jesus selbst und seine Geburt Bezug.   

Die deutschsprachige Fassung O du fröhliche mit dem Originaltext von Johannes Daniel Falk entstand nach neuesten Forschungsergebnissen schon im Jahre 1815. 

Johannes Daniel Falk, der in Weimar ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder gegründet hatte, schrieb den Text zum Lied O du fröhliche, um es zu Weihnachten mit den von ihm betreuten Kindern singen zu können. Die Melodie hatte er in Johann Gottfried Herders Sammlung Stimmen der Völker in Liedern gefunden.

In seiner Urfassung war das Lied zunächst ein „Allerdreifeiertagslied“, wie es Falk selbst nannte. Die ursprüngliche deutsche Version nimmt auf die drei christlichen Hauptfeste, Weihnachten, Ostern und Pfingsten (und somit auf die Dreifaltigkeit) Bezug:

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Osterzeit!
Welt liegt in Banden, Christ ist erstanden:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister, heiligt die Geister:
Freue, freue dich, Christenheit!  

In dieser Fassung wurde das Lied 1816 veröffentlicht. Der Erstdruck befindet sich in dem am 30. Januar 1817 abgeschlossenen Zweiten Bericht von Falks sozialdiakonischem Förderverein Gesellschaft der Freunde in der Noth. Der Bericht enthält auch eine Liste von Liedern, „die jeder Zögling der Sonntagsschule auswendig wissen und singen muss.“ 

Seinen Siegeszug trat das Lied allerdings nicht als Allerdreifesttagslied,  sondern als Weihnachtslied an. Vom Weihnachtslied O du fröhliche stammt nur noch die erste Strophe von Falk. Die anderen Strophen wurden von Heinrich Holzschuher, einem Mitarbeiter Falks, im Jahre 1829 verfasst. In dieser Form ist das Lied bis heute erhalten geblieben: 

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit! 

Das von Falk und Holzschuher gedichtete Weihnachtslied wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die englische Fassung dürfte wohl am bekanntesten sein:

O how joyfully (englische Textfassung)

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
To a world so lost in sin,
Christ the Savior, enters in:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
Jesus, born in lowly stall,
With His grace redeems us all:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
Hosts of angels from on high,
Sing, rejoicing, in the sky:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore! 

Das Weihnachtslied O du fröhliche wurde auch in das Evangelische Kirchengesangbuch (EG 44) und in viele Diözesanhänge des katholischen Gotteslobs aufgenommen. 

Aufnahmen 

Auf YouTube gibt es mehrere Aufnahmen, unter anderem einen Live-Mitschnitt mit den Regensburger Domspatzen und eine Live-Aufnahme von einer Christmette 2012 mit Orgel und Gemeindegesang (bei der man sogar dem Organisten auf die Finger schauen kann):

Quellen

https://en.wikipedia.org/wiki/O_Sanctissima 

https://de.wikipedia.org/wiki/O_du_fröhliche

https://de.wikisource.org/wiki/O_du_fröliche

https://johannesfalkverein.jimdo.com/o-du-fröhliche/     

http://ingeb.org/Lieder/ODuFrohl.html 

http://www.evangelisch.de/inhalte/129491/17-12-2015/weihnachtslied-oh-du-froehliche-offenbar-aelter-als-bislang-vermutet    

Johannes Daniel Falk: Gesellschaft der Freunde in der Noth aufs Jahr 18[…]: Zweyter Bericht. 1816

Notenquellen

O Sanctissima, traditional Latin hymn to the Virgin Mary, earliest known printing, European Magazine and London Review. 22 (5): 385–386, Public Domain, Wikimedia Commons

https://en.wikipedia.org/wiki/O_Sanctissima#/media/File:OSanctissima1792.jpg     

O du fröhliche, Melodie und deutsche Textfassung:

https://de.wikipedia.org/wiki/O_du_fröhliche#cite_ref-3          

Bildquellen

Der Wiener Stephansdom zur Weihnachtszeit. – Foto: Sylvia Kreye, 23.12.2016 (OLYMPUS DIGITAL CAMERA)

https://www.youtube.com/watch?v=-nKjUEfDSXQ

https://www.youtube.com/watch?v=qsF0c9NT0yY        

22. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

22. Dezember

Vom Himmel hoch

Im musikalischen Adventskalender geht es heute um das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm’ ich her“ von Martin Luther. Dieses Weihnachtslied ist vor allem auch im Hinblick auf das Luther-Jahr 2017 interessant. Der Reformator Martin Luther schuf nicht nur die Verse, auch die Choralmelodie zu diesem Weihnachtslied wird ihm zugeschrieben.

Martin Luther schuf zu allen christlichen Festen Lieder; insgesamt waren es über dreißig. Eines seiner Weihnachtslieder ist besonders berühmt geworden: Vom Himmel hoch, da komm’ ich her. Der Text des Liedes, den Luther im Jahre 1535 (angeblich zur Weihnachtsbescherung seiner eigenen Kinder), gedichtet hat, basiert auf dem Lukas-Evangelium (Lukas 2, 8-18). Es ist quasi die Weihnachtsgeschichte in Form eines Krippenspiels.

Zunächst unterlegte Martin Luther seinen aus 15 Strophen gedichteten Text einer weltlichen Melodie, dem Spielmannslied Ich kumm auß frembden landen her und bring euch vil der newen mär. (Es handelte sich dabei also um eine Kontrafaktur, ein Verfahren, bei dem ein bereits bestehendes Werk mit einem neuen Gesangstext unterlegt wird.)

Im Jahre 1539 komponierte er selbst eine Choralmelodie zu dem Text. Die von Luther selbst geschriebene und 1539 veröffentlichte Melodie beginnt ursprünglich mit einem Achtelauftakt, der jedoch in der Barockzeit zu einem Viertelauftakt ausgeglichen wurde. Im Evangelischen Kirchengesangbuch von 1950 wurde jedoch wieder die ursprüngliche Fassung von 1539 verwendet (EKG, Nr. 16), ebenso im Gotteslob von 1975 (Nr. 138). 

Vom Himmel hoch (von Martin Luther)

Vom Himmel hoch da komm' ich her, Melodie
Melody of Christmas hymn Vom Himmel hoch, da komm ich her in modern notation, gemeinfreies Werk 
  1. Vom Himmel hoch, da komm‘ ich her,
    ich bring‘ euch gute neue Mär,
    der guten Mär bring‘ ich so viel,
    davon ich sing’n und sagen will.
  1. Euch ist ein Kindlein heut’ geborn
    Von einer Jungfrau auserkorn,
    Ein Kindelein, so zart und fein,
    Das soll eu’r Freud und Wonne sein.
  1. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
    Der will euch führn aus aller Not,
    Er will eu’r Heiland selber sein,
    Von allen Sünden machen rein.
  1. Er bringt euch alle Seligkeit,
    Die Gott der Vater hat bereit,
    Daß ihr mit uns im Himmelreich
    Sollt leben nun und ewiglich.
  1. So merket nun das Zeichen recht:
    Die Krippe, Windelein so schlecht,
    Da findet ihr das Kind gelegt,
    Das alle Welt erhält und trägt.
  1. Des laßt uns alle frölich sein
    Und mit den Hirten gehn hinein,
    Zu sehn, was Gott uns hat beschert,
    Mit seinem lieben Sohn verehrt.
  1. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin!
    Was liegt dort in dem Krippelein?
    Wes ist das schöne Kindelein?
    Es ist das liebe Jesulein.
  1. Sei mir willkommen, edler Gast!
    Den Sünder nicht verschmähet hast
    Und kommst ins Elend her zu mir,
    Wie soll ich immer danken dir?
  1. Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding,
    Wie bist du worden so gering,
    Daß du da liegst auf dürrem Gras,
    Davon ein Rind und Esel aß!
  1. Und wär’ die Welt vielmal so weit,
    Von Edelstein und Gold bereit’,
    So wär sie doch dir viel zu klein,
    Zu sein ein enges Wiegelein.
  1. Der Sammet und die Seide dein,
    Das ist grob Heu und Windelein,
    Darauf du König groß und reich
    Herprangst, als wär’s dein Himmelreich.
  1. Das hat also gefallen dir,
    Die Wahrheit anzuzeigen mir:
    Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut
    Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut.
  1. Ach, mein herzliebes Jesulein,
    Mach dir ein rein, sanft Bettelein,
    Zu ruhen in meins Herzens Schrein,
    Das ich nimmer vergesse dein.
  1. Davon ich allzeit fröhlich sei,
    Zu springen, singen immer frei
    Das rechte Susaninne schon,
    Mit Herzenslust den süßen Ton.
  1. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
    Der uns schenkt seinen ein’gen Sohn.
    Des freuen sich der Engel Schar
    Und singen uns solch neues Jahr. 

1541 erschien das Lied im Straßburger Gesangbuch unter dem Titel: „Kinderliede auff die Weihenachten“.

Straßburger Gesangbuch, 1541
Straßburger Gesangbuch von 1541: Vom Himmel hoch (Prädikantenbibliothek Isny, Theol. 255), gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons. – Anonym – Helmut Schmid: „ain liebrey zu den büchern“. Die mittelalterliche Predigerbücherei der Nikolaikirche zu Isny (Kkleinode; Bd. 7). Ravensburg 2000 (DNB) 

1555 wurde der Text noch um eine weitere, vorangestellte Strophe von Valentin Triller, ergänzt: 

Es kam ein Engel hell und klar
von Gott aufs Feld zur Hirtenschar;
der war gar sehr von Herzen froh
und sprach zu ihnen fröhlich so:
Valentin Triller (1555)

Bearbeitungen

Das Lied Vom Himmel hoch wurde von zahlreichen Komponisten bearbeitet.

Christian Fürchtegott Gellert dichtete auf die Melodie im Jahre 1755 das Kirchenlied Dies ist der Tag, den Gott gemacht.

Johann Sebastian Bach verwendete das Thema für drei Choräle seines Weihnachtsoratoriums:

  • Ach, mein herzliebes Jesulein
  • Schaut hin, dort liegt im finstern Stall und
  • Wir singen dir in deinem Heer. 

Hier sind die ersten Takte des Chorals Ach, mein herzliebes Jesulein aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach:

Bach: Ach mein herzliebes Jesulein
Johann Sebastian Bach: Ach, mein herzliebes Jesulein, aus dem Weihnachtsoratorium (Anfangstakte) 

 

Später war das Lied Vorlage für Bachs Orgelwerk Canonische Variationen über Vom Himmel hoch, das im Jahre 1748 im Druck erschien. 

Auch Felix Mendelssohn Bartholdy verwendete das Thema für seine Choralkantate Vom Himmel hoch (MWV A 10) für fünfstimmigen Chor und großes Orchester. Bekanntlich wurde Mendelssohn sehr stark von den Werken Johann Sebastian Bachs inspiriert. Die Art und Weise, wie Mendelssohn das Thema des Chorals mit den kompositorischen Stilmitteln der Hochromantik bearbeitet und veredelt hat, ist beeindruckend.

Aufnahmen

Auf YouTube gibt es eine schöne Aufnahme der Choralkantate Vom Himmel hoch von Felix Mendelssohn Bartholdy. Es handelt sich um einen Konzertmitschnitt des WDR mit dem Kölner Domchor und der Nordwestdeutschen Philharmonie Herford unter der Leitung von Johannes Klumpp.

Hier ist noch einmal der Link zum eingebetteten Video:

https://www.youtube.com/watch?v=ZXDFwdSIPu8

In einer weiteren Aufnahme werden zwei verschiedene Bearbeitungen, von Johann Sebastian Bach und Sebastian Sager, gegenübergestellt:

https://www.youtube.com/watch?v=SqMRqf8gD9U

Ein Satz von Michael Prätorius ist ebenfalls auf YouTube zu hören:

https://www.youtube.com/watch?v=i6zI9scL_vQ 

Weiters gibt es eine Aufnahme in einer moderneren Bearbeitung mit den Wiener Sängerknaben:

https://www.youtube.com/watch?v=MFrKmyzajak

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Himmel_hoch,_da_komm_ich_her  

Weihnachts-Album für die deutsche Familie – 30 der beliebtesten Weihnachts-, Sylvester- und Neujahrslieder, herausgegeben von F. H. SCHNEIDER, für Gesang und Klavier oder Klavier allein – BREITKOPF & HÄRTEL Leipzig – Wiesbaden, E.B. 4440, Seite 4.

Musik im Leben, Schulwerk für die Musikerziehung, Band I, 27. Auflage, © 1975 Verlag Moritz Diesterweg Frankfurt am Main – Berlin – München, Seite 220 und 251.

Notenquellen

Melody of Christmas hymn Vom Himmel hoch, da komm ich her in modern notation, gemeinfreies Werk:

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Vom_Himmel_hoch,_da_komm_ich_her?uselang=de#/media/File:Vonhimmelhoch.jpg                

Aus dem Straßburger Gesangbuch 1541: „Kinderliede auff die Weihenachten“ (Vom Himmel hoch) (Prädikantenbibliothek Isny, Theol. 255), gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

Anonym – Helmut Schmid: „ain liebrey zu den büchern“. Die mittelalterliche Predigerbücherei der Nikolaikirche zu Isny (Kleinode; Bd. 7). Ravensburg 2000 (DNB)

https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Himmel_hoch,_da_komm_ich_her#/media/File:Stra%C3%9Fburger_Gesangbuch_1541_Vom_Himmel_hoch_(Isny).jpg        

Druck von 1567: Luther’s Christmas hymn Vom Himmel hoch in a print from 1567, Digital Image Archive, Pitts Theology Library, Candler School of Theology, Emory University, gemeinfreies Werk

Theology Library, Candler School of Theology, Emory University

https://de.wikipedia.org/wiki/Vom_Himmel_hoch,_da_komm_ich_her#/media/File:VomHimmel00007012.jpg

Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium, Ach mein herzliebes Jesulein (Ausschnitt):

Every Note Sheet Music Download

https://everynote.com/choral.show/109810.note  

Die vollständige Ausgabe kann auf der Seite von Every Note gegen Entgelt heruntergeladen werden. 

Bildquellen

Govert Flinck – Angels Announcing the Birth of Christ to the Shepherds – Engel verkünden den Hirten die Geburt Christi.

Attribution/Urheberschaft: Govaert Flinck [Public domain], gemeinfreies Werk.

 

21. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

21. Dezember

Weihnachtsbräuche in Osteuropa

Der musikalische Adventskalender ist heute nochmals zu Gast in Osteuropa. Wir bereisen Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Slowenien. Nachdem am 20. Dezember die orthodoxen Weihnachtsbräuche thematisiert wurden, stehen heute die weihnachtlichen Traditionen der vorwiegend römisch-katholischen Länder Osteuropas im Mittelpunkt.

Polen 

Die Weihnachtszeit beginnt in Polen mit dem ersten Advent. Dies ist auch der Beginn der Fastenzeit, die erst am Heiligen Abend mit der Wigilia endet. Wigilia (von vigilare – wachen) wird in Polen das Weihnachtsessen genannt, das aus 12 Gerichten besteht. Es beginnt erst, wenn der erste Stern (Gwiazdka) am Himmel aufgetaucht ist. Dies ist gegen 17 Uhr der Fall. Gwiazdka heißt wörtlich der kleine Stern und bezieht sich auf den Stern von Bethlehem. Gwiazdka bringt in Polen auch die Geschenke. 

Beim Weihnachtsessen wird traditionell ein Gedeck mehr aufgelegt als benötigt. Mit diesem Brauch wird zum einen der Verstorbenen gedacht, zum anderen ist es auch ein Zeichen der Gastfreundschaft, für den Fall, dass unerwarteter Besuch kommt. Gleichzeitig wird dadurch an die Weihnachtsgeschichte und die Herbergssuche von Josef und Maria erinnert. Ein polnisches Sprichwort lautet: „Gość w domu, Bόg w domu“ („Ist ein Gast im Haus, so ist Gott im Haus“). 

Bei jedem Gedeck liegt eine Oblate (Oplatek), die meist mit einem Heiligenbild verziert ist. Vor Beginn des Weihnachtsessens geht jeder mit seiner Oblate herum und gibt den anderen jeweils ein Stück davon ab. Das Brechen der Weihnachtsoblate geht zurück auf die christliche Tradition des Brotbrechens. Dabei wünscht man sich gegenseitig viel Glück für das nächste Jahr. Auf dem Land bekommen auch die Nutztiere etwas von der Oblate, denn die Legende besagt, dass die Tiere in der Weihnachtsnacht mit menschlicher Stimme sprechen können, jedoch nur Menschen, die reinen Herzens sind, könnten diese auch hören. 

Das Weihnachtsessen besteht in Polen aus zwölf Gerichten – in Erinnerung an die zwölf Apostel. Am Heiligen Abend werden nur vegetarische Speisen und Fisch (Rollmops, Hering oder Karpfen) serviert. Außerdem gibt es Barszcz (Borschtsch, Rote-Bete-Suppe) mit Uszka (Ravioli), Pierogi (Teigtaschen) mit Sauerkraut und Pilzen, eine Weihnachtspastete und Chalka (Hefezopf) mit Kompott aus Trockenobst, gekochte Kartoffeln, Rotkohl mit Trockenobst, Sauerkraut mit getrockneten Pilzen und diverse Desserts. 

Nach dem Weihnachtsessen werden Weihnachtslieder (kolędy) gesungen und die Geschenke ausgepackt. Anschließend gehen die Familien zur Mitternachtsmesse (Pasterka). 

Der Weihnachtsbaum wurde in Polen im 19. Jahrhundert eingeführt. Manche Familien legen etwas Heu unter das Tischtuch oder in die vier Ecken des Zimmers, um an die Geburt Christi im Stall zu erinnern. Bisweilen werden auch Geldmünzen unter die Tischdecke oder unter die Teller gelegt, um die Familienmitglieder vor Armut zu schützen. Auch die Polen verstecken gern eine Nuss in einem Kuchen. Wer die Nuss in seinem Stück findet, wird ein gutes neues Jahr haben.   

Auf dem Land ziehen kostümierte Sternsinger von Haus zu Haus und stellen Bibelszenen dar. Dafür bekommen sie Süßigkeiten oder etwas Geld. Nach dem Volksglauben hat der Verlauf der Wigilia einen Einfluss auf das kommende Jahr. Daher bemühen sich die Polen, an diesem Fest Streit zu vermeiden und sich versöhnlich zu begegnen. 

21. Dezember - Gedeckter Tisch für traditionelle Wigilia in Polen
Wigilia potrawy in Polen – ein für eine traditionelle Wigilia gedeckter Tisch. – Attribution/Urheberschaft: Przykuta, 24.12.2006, Wikimedia Commons, license CC BY-SA 3.0

Ungarn  

In Ungarn wird am 13. Dezember der Luca-Tag (Luca napja) – ähnlich dem Lucia-Fest in Schweden – gefeiert. In ländlichen Regionen wurde früher an diesem Tag mit dem Bau eines Luca-Stuhles (Luca széke) begonnen, der dann genau zu Heiligabend fertig wurde. 

An Heiligabend (Szenteste) wird in Ungarn traditionell Fischsuppe aus Karpfen gegessen. Der zweite Gang besteht aus gebratenem Fisch. Zu Weihnachten (Karácsony), vor allem am ersten Weihnachtstag, wird traditionell gefülltes Kraut gegessen. Auch in Ungarn wird ein Christbaum aufgestellt. Eine ungarische Spezialität ist das sogenannte szaloncukor (Salonzuckerl), das als Baumbehang verwendet wird. Ursprünglich handelte es sich dabei um ein in Seide gewickeltes Zuckerstück, heute sind es mit Schokolade überzogene Weihnachtsbonbons. In Ungarn bringt das Christkind (Jézuska) die Geschenke. Zur Zeit des Kommunismus wurde versucht, Jézuska durch Télapó zu ersetzen, der am 6. Dezember auch an die Stelle des Nikolaus (Mikulás) trat.   

In der Weihnachtszeit gehen die Kinder zu Familien und führen ein Krippenspiel auf, das in Ungarn betlehemezés (Betlehemspiel) genannt wird. 

Tschechien 

Auch in Tschechien finden das Weihnachtsessen und die Bescherung am Heiligen Abend statt. Daher heißt Heiligabend auf Tschechisch auch Štědrý večer, bzw. dem Štědrý den (der Großzügige Abend, der Reichliche Tag). Das Christkind, Ježíšek, bringt die Geschenke. Vor dem Weihnachtsmahl wird in Tschechien gefastet. Es wird gesagt, dass man am Abend ein goldenes Schweinchen (ein traditionelles Glückssymbol), Zlaté prasátko, sehen kann, wenn man den ganzen Tag nichts gegessen hat. Zu den volkstümlichen Traditionen gehört auch das Bleigießen. Außerdem werfen die Mädchen ihre Schuhe über die Schultern; wenn die Schuhspitze zur Tür zeigt, steht eine Heirat bevor. 

Das traditionelle Festessen besteht in Tschechien aus Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat.   

Slowakei 

Am 4. Dezember feiern die Slowaken den Barbaratag. An diesem Tag stellen die jungen Mädchen Kirschzweige ins Wasser. Blühen die Zweige an Heiligabend, verheißt das Liebesglück im kommenden Jahr. Am 12. Dezember gehen Frauen von Haus zu Haus und erschrecken Männer.

An Heiligabend bringt das Christkind, Ježiško, die Geschenke. Das Weihnachtsessen beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. In der Regel wird Pilzsuppe, Fisch, Sauerkraut und Gebäck serviert. Anschließend besuchen die Familien die Mitternachtsmesse. Am 25. Dezember wird im Familienkreis, am 26. Dezember im Freundes- und Bekanntenkreis gefeiert. 

Slowenien 

In Slowenien ist die Weihnachtszeit besonders lang: Sie beginnt schon am 13. November mit einem Festessen, das die sechswöchige weihnachtliche Fastenzeit einläutet, und endet erst am 2. Februar. Die Weihnachtskrippe (Jaslice) bleibt die ganze Zeit über im Mittelpunkt der Wohnung stehen. In Slowenien steht am Heiligabend nur der Besuch der Mitternachtsmesse an. Das Weihnachtsessen und die Bescherung finden am 25. Dezember statt. Besuch ist an diesem Tag nicht angesagt, denn Gäste am ersten Weihnachtstag verheißen ein unglückliches neues Jahr. 

Zu einem typischen Festmahl gehört in Slowenien das Weihnachtsbrot, ein aus Roggen, Buchweizen und Weizen gebackenes Brot, dem magische Kräfte zugeschrieben werden. 

In religiösen Familien ist es üblich, das Haus dreimal zu segnen: an Heiligabend, an Silvester und am Dreikönigstag. Die Weihnachtszeit endet in Slowenien erst mit dem Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar. 

Weihnachtslieder aus Osteuropa 

Bóg się rodzi (Polnische Weihnachtshymne) 

In Polen werden in der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend viele Weihnachtslieder, darunter die polnische Weihnachtshymne Bóg się rodzi (Christus ist geboren), gesungen. Der Liedtext wurde 1792 von Franciszek Karpiński  verfasst. Der Komponist ist unbekannt. Auf YouTube findet man mehrere Versionen der feierlichen Weihnachtshymne:   

https://www.youtube.com/watch?v=vA7WGw5SSfM

https://www.youtube.com/watch?v=ke2Kz8pvdaI          

Lulei ze jezuniu 

Lulajże, Jezuniu ist ein polnisches Weihnachtslied aus dem 17. Jahrhundert. Die älteste erhaltene polnische Version befindet sich im Erzbischöflichen Archiv in Posen. Von dem Lied gibt es verschiedene deutsche Übersetzungen.

Lulajże, Jezuniu, Noten
Lulajże, Jezuniu: Liederprojekt, Benefizprojekt für das Singen mit Kindern (kostenlos), CARUS Verlag

Das Liederprojekt des CARUS-Verlages ist ein kostenloses Benefizprojekt, um das Singen mit Kindern zu fördern. Auf der Website des CARUS-Verlages findet sich zum Liederprojekt folgener Text:

„Auf www.liederprojekt.org bietet das LIEDERPROJEKT ein umfangreiches, kostenloses Liedarchiv an. Nahezu alle Lieder des Projekts mit Noten und Strophen, Instrumentalfassungen und gesungenen Fassungen sowie über 170 Podcasts mit ausführlichen Hintergrundinformationen, sind hier kostenlos verfügbar. Lassen Sie sich inspirieren und singen Sie mit!“

Von dem Lied Lulei ze jezuniu gibt es ein paar gute Aufnahmen auf YouTube, einmal in einer Interpretation mit dem Warschauer Philharmonischen Chor und Orchester, dann in einer Chorfassung mit polnischen und englischen Untertiteln, und schließlich in einer Version mit den drei Tenören:     

https://www.youtube.com/watch?v=tPc20BS3hC8        

https://www.youtube.com/watch?v=y6umHA47qs4         

Ungarn: Mennyböl az Angyar 

Traditionelle ungarische Weihnachtslieder sind Kis karácsony, nagy karácsony (Kleine Weihnachten und große Weihnachten) und Mennyből az angyal (Engel aus dem Himmel). Letzteres wollen wir im heutigen Adventskalender vorstellen. Aus verlagsrechtlichen Gründen wollen wir uns hier auf die Gesangsstimme beschränken. 

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)
Mennyből az angyal – Engel aus dem Himmel, Gesangsstimme (Ausschnitt) 

Eine vollständige Bearbeitung des Liedes, mit Klavierbegleitung und Akkordbezifferungen, ist im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582, enthalten.

Von dem Lied Mennyböl az Angyar gibt es auf YouTube zwei gute Aufnahmen, einmal mit einem ungarischen Kinderchor und eine Version mit der ungarischen Opernsängerin Erika Miklósa:

https://www.youtube.com/watch?v=RhMHXOgVLmQ

https://www.youtube.com/watch?v=SG-QAXGFa_Y      

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

https://de.wikipedia.org/wiki/Wigilia      

http://www.urlaub-ungarn.at/kultur/weihnachten-in-ungarn.html      

http://www.tschechien-online.org/basisinfo/weihnachten-tschechien      

http://www.myczechrepublic.com/de/tschechische-kultur/feiertage-traditionen/weihnachten-tschechien.html

http://slovakia.travel/de/weihnachten-24-26-dezember          

http://www.bookanddrink.com/weihnachten/weltweit/slowakei.htm 

http://www.ich-will-weihnachten.de/weihnachten-weltweit/weihnachten-in-slowenien/

http://www.bookanddrink.com/weihnachten/weltweit/slowenien.htm                        

Eine Auswahl an fremdspachigen Weihnachtsliedern ist auf der folgenden Website zu finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder#Russisch     

Weitere Weihnachtslieder aus Osteuropa sind im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus aller Welt von Kurt Pahlen, Hug & Co. Zürich, Edition Hug 11582, enthalten. 

Notenquellen

Lulajże, Jezuniu: Liederprojekt, Benefizprojekt für das Singen mit Kindern, CARUS Verlag

http://liederprojekt.org/lied39164.html 

Mennyből az angyal: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co. Zürich, Edition Hug 11582, Seite 134-135.  

Bildquellen

Beitragsbild:

Prague Christmas Market – Weihnachtsmarkt in Prag

Christmas market on Old Town Square, Prague 2006

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Prague_christmas_market_9949a.jpg   

Attribution/Urheberschaft:

Hynek Moravec [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], from Wikimedia Commons

Bild im Text:

Wigilia potrawy – Ein Tisch, der für eine traditionelle Wigilia gedeckt wurde, von Przykuta, 24.12.2006, Wikimedia Commons, license CC BY-SA 3.0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWigilia_potrawy_554.jpg

By Przykuta (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

20. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

20. Dezember

Orthodoxe Weihnachtsbräuche

Heute ist der musikalische Adventskalender zu Gast in Osteuropa und stellt orthodoxe Weihnachtsbräuche vor. Wir bereisen Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Mazedonien und Griechenland. Bei dieser Gelegenheit werfen wir auch einen Blick in die orthodoxen Kirchen und lernen den Stil der schönen orthodoxen Gesänge kennen.

Russland

Der Heiligabend am 6. Januar heißt auf Russisch сочельник [satschélnik]. Da in der russisch-orthodoxen Kirche nach wie vor der julianische Kalender maßgeblich ist, wird das eigentliche Weihnachtsfest erst am 7. Januar gefeiert. Der im Jahre 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführte gregorianische Kalender wurde von der orthodoxen Kirche nicht übernommen. Der 7. Januar entspricht nach dem julianischen Kalender dem 25. Dezember des gregorianischen Kalenders. Somit findet das orthodoxe Weihnachtsfest 13 Tage später statt als in der römisch-katholischen und evangelischen Kirche. In der Nacht auf den 7. Januar wird in den russisch-orthodoxen Kirchen die festliche Weihnachtsmesse gefeiert.

In Russland gibt es auch die Tradition des Ded Moros (Дед Мороз – Väterchen Frost), der von seiner Enkelin Snegurotschka (Schneemädchen, Schneeflöckchen) begleitet wird. Nach einer Legende fährt er in einer Troika (einem Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird) und bringt den Kindern Geschenke.

Viele russische Weihnachtsbräuche gehen auf die Reisen Peters des Großen im späten 17. Jahrhundert zurück. So wurde auch der Weihnachtsbaum (ёлка – „jolka“) in Russland eingeführt.

Nach der Oktoberrevolution von 1917 wurden die Weihnachtsbräuche – wie alle religiösen Traditionen – von den Bolschewisten verboten, und die russisch-orthodoxen Christen konnten ihr Weihnachtsfest viele Jahrzehnte lang nicht feiern. Indem die kommunistische Regierung viele Weihnachtstraditionen auf Silvester und Neujahr verlegte, konnten diese alten Weihnachtsbräuche jedoch erhalten bleiben. Aus dem Weihnachtsbaum wurde eine Art Silvesterbaum. Auch die Geschenke wurden zum Jahreswechsel ausgetauscht. Väterchen Frost übernahm stellvertretend für den Weihnachtsmann diese Aufgabe.

Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion werden die alten russisch-orthodoxen Weihnachtsbräuche wieder neu belebt und gefeiert, und die Russen dürfen ihr Weihnachtsfest wieder offiziell am 7. Januar feiern. Der Heilige Abend ist in Russland am 6. Januar. Seit 1991 ist Weihnachten in Russland wieder ein offizieller Feiertag.

40 Tage vor dem russisch-orthodoxen Weihnachtsfest, also vom 28. November bis 6. Januar, ist für alle russisch-orthodoxen Christen die Fastenzeit. Dieses Fasten dient der Reinigung des Körpers, um die Geburt Jesu Christ angemessen feiern zu können. Während dieser 40 Tage ist der Verzehr von tierischen Produkten untersagt. Weder Fleisch und Wurst, noch Eier und Milchprodukte dürfen in dieser Zeit verzehrt werden. Montags, mittwochs und freitags darf erst nach der Abendmesse gegessen werden. Dabei sollen Fisch, Öl und Wein gemieden werden. An Samstagen und Sonntagen ist der Verzehr von Fisch sowie der Konsum von Wein und anderen alkoholischen Getränken erlaubt. Vom 2. bis 6. Januar soll auch der Fisch weggelassen werden. Um Null Uhr am 7. Januar endet für die russisch-orthodoxen Christen die 40tägige Fastenzeit.

Während des Weihnachtsfastens werden in Russland vor allem warme Suppen, Gemüse und Brei mit Pilzen oder Trockenfrüchten gegessen. Die Suppen werden während der Fastenzeit mit Gemüsebrühe zubereitet.

Der wahre Sinn des Fastens ist die Enthaltsamkeit in allen Lebensbereichen. Während des Fastens sollte nicht sündigen und bereit sein, anderen Menschen zu verzeihen.

Am 6. Januar, dem Heiligen Abend, auf Russisch сочельник [satschélnik], wird gar nichts gegessen, bis der erste Stern am Himmel erstrahlt. Dann stellen die orthodoxen Christen eine Kerze ans Fenster und bereiten sich mit Liedern und Gebeten auf den abendlichen Weihnachtsgottesdienst vor. Zur Stärkung gibt es Kutja, einen süßen Brei aus Rosinen, Mohn, Honig, Zucker und Nüssen. Das traditionelle Weihnachtsessen findet erst nach dem abendlichen Gottesdienst statt. Der Weihnachtsgottesdienst kann durchaus mehrere Stunden dauern und wird dann noch mit einer Lichterprozession beendet. Zum traditionellen Weihnachtsmenü gibt es meist fleischlose Speisen, häufig Fisch. Die Bescherung findet traditionell am 6. Januar statt. Am 7. Januar besuchen die Russen den morgendlichen Gottesdienst. Anschließend feiern sie mit ihren Familien und Freunden bei einem ausgedehnten Festmahl Weihnachten.

Nicht für alle orthodoxen Christen ist der julianische Kalender maßgebend. Viele orthodoxe Kirchen haben den neujulianischen Kalender übernommen, der bis zum Jahr 2800 dem gregorianischen Kalender entspricht.

20. Dezember - Weihnachten in Moskau
“Celebrating Christmas in Moscow”. A festive celebration of Christmas nearby the Cathedral of Christ the Savior in Moscow. – Attribution/Urheberschaft:
RIA Novosti archive, image #143897 / Dmitry Korobeinikov / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Serbien

In Serbien wird das Weihnachtsfest ebenfalls nach dem julianischen Kalender, also am 7. Januar, gefeiert. Am 6. Dezember wird Heiligabend (Badnji dan) gefeiert. Traditionell geht man an diesem Tag am frühen Morgen in den Wald, um einen Eichenbaum (Badnjak) zu fällen. Der Badnjak ersetzt den hierzulande bekannten Christbaum, wird jedoch bei den Serben symbolisch mit Silvester verbunden. Am Abend wird der Eichenast im Garten aufs Feuer gelegt, als Symbol für Licht und Wärme. Ein kleiner Zweig davon wird als Glücksbringer über den Hauseingang gehängt.

Auch dem serbisch-orthodoxen Weihnachtsfest geht eine 40tägige Fastenzeit voraus. In dieser Zeit ist der Verzehr von tierischen Produkten verboten. Erst ab dem 7. Jänner darf wieder geschlemmt werden. Das Weihnachtsfrühstück beginnt nach der Morgenmesse. Zum serbischen Weihnachtsessen wird Česnica verteilt, ein rundes Brot, in dem eine kleine Münze versteckt ist. Der Finder der Münze darf im kommenden Jahr mit einem Geldsegen rechnen. Außerdem kommt pečenica auf den Tisch. Pečenica ist eigentlich ein Spanferkel, es kann aber auch ein Schaf oder auch ein Hendl sein, das am 6. Januar vorbereitet wird. 

Rumänien

Heiligabend (Ajunul Crăciunului) wird in Rumänien am 24. Dezember, Weihnachten (Crăciunul) am 25. und 26. Dezember gefeiert.

Auch in Rumänien fielen viele traditionelle Weihnachtsbräuche dem Kommunismus zum Opfer. Als 1947 Rumänien der UdSSR übergeben und eine kommunistische Republik wurde, mussten die orthodoxen Rumänen ihre Weihnachtsbräuche aufgeben. Seit dem Fall des Ceaușescu-Regimes im Jahre 1989 werden die alten Weihnachtsbräuche wieder neu belebt.

Das Singen von Weihnachtsliedern (Colinde) ist ein wichtiger Bestandteil der rumänischen Weihnachtsfeierlichkeiten. Am ersten Weihnachtstag ziehen singende Kinder (Colindători) von Haus zu Haus, tragen Gedichte und Weihnachtslieder vor. Dabei tragen sie einen Stern aus Karton, auf dem Szenen aus der Bibel abgebildet sind. Der Anführer der Gruppe trägt einen Holzstern (Steaua), der mit Glocken und farbigen Bändern verziert ist. In der Mitte des Sterns, der an einem langen Stil befestigt ist, befindet sich ein Bild von der Geburt Christi. Beliebte rumänische Weihnachtslieder sind: Steaua, Trei Pastori und Moș Crăciun. Zur Belohnung erhalten die Kinder Brezeln, Obst oder Pfefferkuchen.

Auch in Rumänien wird vor Weihnachten 6 Wochen gefastet. Erst ab dem 25. Dezember dürfen die rumänisch-orthodoxen Christen wieder Fleisch essen. Am Weihnachtsabend gehen die rumänischen Christen in die Kirche. Zu Weihnachten wird der Weihnachtsbaum festlich geschmückt. Der Weihnachtsmann, der den Kindern die Geschenke bringt, heißt auf Rumänisch Moș Crăciun.

Das Weihnachtsessen (Crăciun) in Rumänien ist ein Festmahl mit vielen Gängen. Unter anderem werden Würstchen, Gurken und Sarmale (Sauerkrautblätter, gefüllt mit Rind- oder Schweinefleisch, Reis, Thymian und Gewürzen) serviert. Dazu wird Rotwein und Pflaumenwein getrunken. Als Dessert gibt es Cozonac, ein traditioneller Kuchen mit Rosinen und Nüssen (oft auch mit Schokolade, Rosinen und Gelee).

Bulgarien

Das bulgarische Weihnachtsfest, auf Bulgarisch Koleda oder Roschdestwo Christowo genannt, findet am 25. Dezember statt.

Vom 15. November bis zum 24. Dezember dauert für die bulgarisch-orthodoxen Christen die weihnachtliche Fastenzeit.

Am Heiligen Abend wird eine ungerade Zahl an Gerichten vorbereitet, in der Regel 7, 9 oder 13 Speisen. Da der 24. Dezember der letzte Tag der Fastenzeit ist, enthalten die Gerichte keine tierischen Produkte, weder Fleisch noch Eier oder Milchprodukte. Typische Gerichte sind mit Bohnen gefüllte Paprika, mit Reis gefüllte Weinblätter, Bohnensuppe und mit Kürbis gefüllte Teigblätter (Tikvenik). Zu Beginn des Festmahles wird ein rundes Brot, in dem eine Münze versteckt ist, an die Familienmitglieder verteilt. Wer die Münze bekommt, den erwartet ein gesundes und glückliches Jahr. Das älteste Familienmitglied geht mit Weihrauch durch alle Zimmer, um das Böse vom Haus fernzuhalten.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bringt der Weihnachtsmann Geschenke (Djado Koleda) für alle, die brav waren.

Ab Mitternacht bis zum Sonnenaufgang des ersten Weihnachtstages ziehen junge Männer, die sogenannten Koledari, singend von Haus zu Haus. Mit ihren Liedern sollen sie die bösen Geister verjagen. Mit dekorierten Stöcken aus Kornelkirschen tätscheln sie den Bewohnern der Häuser den Rücken und übermitteln ihre Glückwünsche. Dafür werden sie von den Leuten mit Brezeln, Wein oder Geld beschenkt.

Am 25. Dezember wird in den bulgarischen Familien üppig gegessen. Der 25. und 26. Dezember sind in Bulgarien nationale Feiertage.

Mazedonien

Die orthodoxe Kirche in Mazedonien begeht das Weihnachtsfest am 7. Januar. Auch in Mazedonien gibt es den Brauch, einen Brotlaib mit einer Münze aufzuteilen. Dem Finder der Münze soll ein glückliches Jahr bevorstehen. Das Weihnachtsessen besteht aus Fisch, gebackenen Bohnen und Sauerkraut, Walnüssen und Rotwein. Auch in Mazedonien darf während der Fastenzeit kein Fleisch gegessen werden.

Griechenland

Einige orthodoxe Gemeinden, wie die griechisch-orthodoxe Kirche, übernahmen den im Jahre 1582 eingeführten gregorianischen Kalender und feiern das Weihnachtsfest zeitgleich mit den römisch-katholischen und evangelischen Christen.

Zu Weihnachten ziehen die Kinder von Haus zu Haus und singen die sogenannte Kalanda. Dafür werden sie mit Rosinen, Feigen und Gebäck belohnt.

In Griechenland findet die Bescherung jedoch nicht am Heiligen Abend, sondern erst am 31. Dezember, zum Fest des Heiligen Vassilius, statt.

Das traditionelle Weihnachtsgebäck heißt in Griechenland Kourambiedes (Butterplätzchen mit Mandeln und Puderzucker) und Melomakarona (ein Gebäck mit Honig).

Orthodoxe Weihnachtsgesänge

Die orthodoxen Gottesdienste verlaufen nach anderen Riten als in der römisch-katholischen oder evangelischen Kirche. Die oftmals mehrstündigen orthodoxen Gottesdienste werden sogar im Stehen abgehalten! Außerdem gibt es in den orthodoxen Kirchen keine Orgel. Nach der orthodoxen Tradition soll der Mensch Gott mit seinem natürlichen, von Gott gegebenen Instrument, der menschlichen Stimme, loben. Daher werden die orthodoxen Gesänge nicht von einer Orgel begleitet, sondern grundsätzlich a cappella gesungen. Da verwundert es nicht, dass gerade die russischen Chöre ein so hohes musikalisches Niveau haben.

Эта ночь святая – Diese Heilige Nacht

Russischer Text

Эта ночь святая, эта ночь спасенья
Возвестила вему миру
Тайну Боговоплощенья.

В эту ночь у стада пастухи не спали.
Светлый ангел прилетел к ним
Из небесной светлой дали.

Страх объял великий тех детей пустыни,
Но сказал он: о, не бойтесь, —
Всему миру радость ныне.

Ныне Бог родился людям на спасенье,
Вы пойдите, посмотрите
На великое смиренье.

И с высот небесных раздалось вдруг пенье:
Слава, слава в вышних Богу,
На земли благоволенье.

Sinngemäße deutsche Übersetzung: Diese Heilige Nacht

Diese heilige Nacht, in dieser Nacht des Heils
ward der Welt zuteil
Das Geheimnis der Menschwerdung.

In dieser Nacht schliefen die Hirten nicht bei der Herde.
Ein heller Engel kam zu ihnen
Von dem himmlisches Licht gegeben wurde.

Angst ergriff die großen Kinder der Wüste,
Aber er sagte: Fürchtet euch nicht –
Ich verkündige euch große Freude.

Euch ist heute der Heiland geboren,
Und sie gingen und sahen,
In großer Demut.

Und von den Höhen des Himmels klang plötzlich der Gesang:
Ruhm, Ehre sei Gott in der Höhe,
und den Menschen ein Wohlgefallen.

Deutsche Übersetzung: Google, nach dem Lukas-Evangelium sinngemäß angepasst von Sylvia Kreye (ohne Gewähr).

Das bekannteste russische Weihnachtslied ist В лесу родилась ёлочка (Im Walde steht ein Tannenbaum), das 1903 entstanden ist:

В лесу родилась ёлочка

Im Walde wuchs ein Tannenbaum, Noten
лесу родилась ёлочка, Im Walde wuchs ein Tannenbaum, 1903, Russisch online lernen und üben

Im Walde wuchs ein Tannenbaum

В лесу родилась ёлочка,
В лесу она росла ,
Зимой и летом стройная ,
Зелёная была. 
Im Walde steht ein Tannenbaum
im immergrünen Kleid,
ist schlank und lieblich anzuschaun
zu jeder Jahreszeit.
Метель ей пела песенку:
„Спи, ёлочка, бай-бай !“
Мороз снежком укутывал:
„Смотри, не замерзай !“ 
Der Sturm singt Dir ein Wiegenlied,
„..Schlaf, Jolotschka, Ei Ei….“
und deckt mit Schnee und Eis dich zu
dass es schön warm Dir sei…
Трусишка зайка серенький
Под ёлочкой скакал .
Порою волк , сердитый волк,
Рысцою пробегал.
Ein kleines Häschen hat vor Angst
sich unter Dir versteckt,
der böse Wolf der lief vorbei
und hat es nicht entdeckt..
Чу! Снег по лесу частому
Под полозом скрипит .
Лошадка мохноногая
Торопится , бежит.
Horch, unter Kufen knirscht der Schnee,
er glitzert wieß und kalt,
ein zottelbeinig Pferdchen zieht
den Schlitten durch den Wald.
Везёт лошадка дровеньки
А в дровнях старичок .
Срубил он нашу ёлочку
Под самый корешок .
Der Schlitten fährt, man hört es kaum,
drauf sitzt ein alter Mann,
er hat den kleinen Tannenbaum
gefällt im dichten Tann.
Теперь она, нарядная ,
На праздник к нам пришла.
И много-много радости
Детишкам принесла.
Nun steht das Tannenbaümchen hier,
gar festlich schön geschmückt,
hat alle Kinder hoch erfreut
und jedes Herz beglückt.

Quelle: Russisch online lernen und üben
http://www.russian-online.net/de_start/leseecke/ng.php

Auf der Seite Russisch online lernen und üben findet man auch ein nettes Video von einem Zeichentrickfilm mit dem Lied Im Walde wuchs ein Tannenbaum!

Aufnahmen

Auf YouTube findet man ein paar schöne Aufnahmen traditioneller russischer Gesänge. Hier ist eine Aufnahme des oben zitierten Liedes Эта ночь святая – Diese Heilige Nacht:

В лесу родилась ёлочка – Im Walde wuchs ein Tannenbaum:

Russisch online lernen und üben

http://www.russian-online.net/de_start/leseecke/ng.php

Einer guten Freundin und Kollegin aus Rumänien verdanke ich den Hinweis auf dieses Video mit wunderschönen rumänischen Weihnachtsliedern:

COLINDE ROMANESTI MIT DEM CHOR MADRIGAL           

https://www.youtube.com/watch?v=xerEH8UAJvU

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

http://www.lehrerweb.at/materials/gs/su/gemeinschaft/print/weihnachten/weihnacht_in_and_laendern.pdf      

http://religion.orf.at/stories/2623784/   

http://www.br.de/interkulturell/interkultureller-kalender-russisch-orthodoxes-weihnachten100.html         

http://www.russlandjournal.de/russland/feiertage/weihnachten/     

https://de.sputniknews.com/zeitungen/20121226265226619/        

http://weihnachten.kiovok.com/weihnachten-in-rumanien.html       

http://weihnachten.lecovok.com/christmas-in-rumanien.html 

https://www.study-in.de/blog/general/ein-fest-und-zwei-wege-es-zu-feiern-weihnachten-in-rumanien-und-deutschland/    

http://www.dasbiber.at/content/warum-wir-2-mal-weihnachten-feiern      

http://www.russian-online.net/de_start/links/showtipps.php?auswahl=anfaenger_tipp 

Eine Auswahl an fremdspachigen Weihnachtsliedern ist auf der folgenden Website zu finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder#Russisch     

Zwei russische Weihnachtslieder sind auch im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus aller Welt von Kurt Pahlen enthalten: Ruhm und Ehre (Seite 130-131) und Das Lied vom Feuerspan (Seite 132).

Notenquellen

Эта ночь святая – Diese Heilige Nacht:

Canticum novum    

http://canticumnovum.ru/index.php/noty/rozhdestvo/file/157-ehta-noch-svyataya?tmpl=component&start=40   

В лесу родилась ёлочка – Im Walde wuchs ein Tannenbaum: 

Russisch online lernen und üben

http://www.russian-online.net/de_start/leseecke/ng.php          

Bildquellen

Beitragsbild:

“Christmas service at the Cathedral of Christ the Saviour”. Parishioners and priests at vespers in honor of the Nativity in the Cathedral of Christ the Saviour.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIAN_archive_1011996_Christmas_service_at_the_Cathedral_of_Christ_the_Saviour.jpg    

Attribution/Urheberschaft:

RIA Novosti archive, image #1011996 / Алексей Филиппов / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Bild im Text:

“Celebrating Christmas in Moscow”. A festive celebration of Christmas nearby the Cathedral of Christ the Savior in Moscow.    

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:RIAN_archive_143897_Celebrating_Christmas_in_Moscow.jpg            

Attribution/Urheberschaft:

RIA Novosti archive, image #143897 / Dmitry Korobeinikov / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

19. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

19. Dezember

Weihnachtsbräuche aus Lateinamerika

Der musikalische Adventskalender stellt heute Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder (Villancicos) aus Lateinamerika vor. Dazu bereisen wir Mexiko, El Salvador, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Chile und nochmals Argentinien.

Nachem wir uns am 17. Dezember mit afroamerikansichen und angloamerikanischen Spirituals befasst haben, geht es heute um lateinamerikanische Weihnachtsbräuche. Da der musikalische Adventskalender am 7. Dezember bereits in Argentinien zu Gast war, steht heute vor allem Mittelamerika im Fokus.

In Lateinamerika findet das Weihnachtsfest in der Regel bei sommerlichen Temperaturen statt. Die Weihnachtsbräuche sind weniger besinnlich als in Europa, sondern eher ausgelassen und fröhlich. 

Die Weihnachtskrippe (el nacimiento, el belén oder el pesebre) spielt in den Ländern Mittel- und Südamerikas eine bedeutende Rolle. In manchen Städten gibt es sogar Krippenwettbewerbe.

Mexiko: Posadas

In Mexiko, Lateinamerika und im Südwesten der USA werden an insgesamt neun Tagen vor Weihnachten die sogenannten Posadas (vom spanischen Wort posada, das Gasthaus, die Herberge) gefeiert. Jeder dieser neun Tage bedeutet einen Monat der Schwangerschaft Marias. Die Posadas symbolisieren die Suche Marias und Josephs nach einer Herberge auf ihrem Weg von Nazareth nach Bethlehem. Die letzte Posada findet am Heiligabend, dem Tag der Geburt Jesu Christi, statt.

Die Posadas sind ein alter Brauch, welcher von den Augustiner-Mönchen in Südamerika eingeführt wurde, um die Atzteken zum Christentum zu bekehren. Zu diesem Zwecke wurden die Sitten der Atzteken übernommen und an das Christentum angepasst. Die erste Posada fand im Kloster von Alcolman statt. (Das Kloster liegt im Nordosten von Mexico-Stadt.) Die Posadas werden nicht nur von römisch-katholischen, sondern auch von evangelisch-lutherischen Christen gefeiert. Auch in Guatemala, Kolumbien und El Savador sind sie Tradition.

Piñata & Ponche

Piñatas sind in Mexiko der Inbegriff einer Fiesta. Piñatas sind bunt gestaltete Figuren (meist aus Pappmaché), die mit Süßigkeiten und Früchten gefüllt werden. Sie sind in Lateinamerika, vor allem in Mexiko, zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Eine Piñata ist ein lustiges Spiel: Ähnlich wie beim „Topfschlagen“, so schlagen auch hier die Kinder mit einem Stock und verbundenen Augen auf die von der Decke herabhängende Piñata ein. Wird diese getroffen und zerbricht, regnet es Überraschungen. Um das Spiel noch lustiger und spannender zu machen, wird das Seil mit der Piñata manchmal auch hoch und runter gezogen. Um dem Kind zu helfen, die Piñata zu finden und zu treffen, wird ein Lied gesungen:

Spanischer Text

Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino
Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Mide la distancia
Que hay en el camino
Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino
Dale, dale, dale
Dale y no le dio
Quítenle el palo
Porque sigo yo

Sinngemäße Übersetzung

Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel (wörtl. Treffsicherheit)
Denn verlierst du es
Kommst du vom Weg ab
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel
Miss die Entfernung
Die noch vor dir liegt
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel
Denn verlierst du es
Kommst du vom Weg ab
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Er/sie schlägt und hat nicht getroffen
Nimm ihm/ihr den Stock weg
Denn jetzt bin ich dran

Die traditionelle Piñata ist eine Figur mit sieben kegelförmigen Spitzen, welche die sieben Todsünden symbolisieren. Der Stock, auch Piñatabuster genannt, steht symbolisch für die von Gott gegebene Kraft, das Böse zu bekämpfen, die verbundenen Augen für den Glauben. Die nach dem Zerschlagen herabfallenden Früchte und Süßigkeiten symbolisieren den Segen für die Teilnehmer des Spiels. Neben der religiösen Symbolik dienen die Piñatas aber vor allem dem Spaß. Auch die Formen der Piñatas haben sich inzwischen verändert: Manche Piñatas werden sogar als Politiker dargestellt; auf diese wird dann besonders gern draufgehauen!

19. Dezember - Piñata in Mexiko
Piñata, Wikimedia Commons, Public Domain, von Jediknight 1970, 18.12.2006

Während der Posadas werden Buñuelos (süße Krapfen) gegessen. Dazu wird Ponche, eine Art Punsch mit typisch mexikanischen Früchten, getrunken. Am Heiligen Abend werden zum Abendessen Truthahn, Kabeljau und andere Spezialitäten serviert. Um Mitternacht wird das Jesuskind symbolisch in die Krippe gelegt. Erst dann werden die Geschenke geöffnet.

In Mexiko werden die Geschenke erst am 6. Januar gebracht. Die Kinder stellen am Vorabend ihre Schuhe ans Fenster, damit diese mit Geschenken gefüllt werden.

In El Salvador wird auf den Straßen ein Feuerwerk veranstaltet. In Guatemala setzen die Menschen eine Purtina, einen ausgefallenen Hut, auf und tanzen dann gemeinsam einen Reigen.

In Venezuela ziehen zu Weihnachten Musikgruppen, die Alguinaldos, von Haus zu Haus und musizieren für die Bewohner. Am 24. Dezember wird Weihnachten gefeiert und Hallaca (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen aus Maismehl und Hühnerbrühe) gegessen. Nach dem Abendessen packen die Kinder ihre Geschenke aus. Nach der Mitternachtsmesse wird oft noch bis zum frühen Morgen gefeiert.

In Kolumbien werden die Weihnachtsgeschenke von El Niño Jesus oder El Niño Dios (Jesuskind) gebracht.

In Ecuador beginnen die vorweihnachtlichen Feste bereits am 6. Dezember. Ähnlich den Posadas in Mexiko, so wird auch in Ecuador vom 15. – 24. Dezember die Weihnachts-Novene gefeiert. In den Kirchen werden dem Jesuskind zu Ehren Gedichte und Lieder vorgetragen. Auch Weihnachtskrippen spielen eine wichtige Rolle. In Quito gibt es sogar einen Krippenwettbewerb. Am 24. Dezember treffen sich die Familien zum Festmahl.

In Peru heißt das Weihnachtsfest Pascuas. Nur der 25. Dezember ist ein Feiertag. In der Nacht zum 25. Dezember kommt das Christkind und bringt den Kindern die Geschenke ans Bett. Weihnachtskrippen nehmen in Peru eine besonders wichtige Stellung ein. Nach einer Jahrhunderte alten Tradition werden die Krippenfiguren in Peru noch in Handarbeit geschnitzt. Wie in Mexiko, so finden auch in Peru Prozessionen statt, bei denen die biblischen Figuren mitgetragen werden.

In Bolivien wird am 24. Dezember Weihnachten gefeiert. Vor dem Besuch der Mitternachtsmesse stellen die Kinder ihre Schuhe bereit, in die sie ihre Wunschzettel hineinlegen. Das Weihnachtsessen steht erst spät in der Nacht auf dem Programm. Am Morgen des 25. Dezember findet die Bescherung statt.

In Brasilien sind die weihnachtlichen Traditionen ähnlich wie in Europa und Nordamerika. Auch der Weihnachtsbaum und das Verschicken von Weihnachtskarten sind in Brasilien üblich. Weihnachtsbeleuchtung und Krippen spielen ebenfalls eine Rolle. Trotz des warmen Winters wird winterlich dekoriert. Der Weihnachtsmann wird auf Portugiesisch Papai Noel genannt. Der Heilige Abend ist in Brasilien der wichtigste Tag. Um Mitternacht wird in den Kirchen die Missa do Galo (Messe des Hahnes) gefeiert.

In Paraguay bringen die Heiligen drei Könige den Kindern die Geschenke am 6. Januar.

In Chile ist der Überbringer der Geschenke ein Viejo Pasquero (ein alter Hirte).

In Argentinien werden die Geschenke erst am 6. Januar gebracht. Die Kinder am Vorabend ihre Schuhe unter das Bett, damit diese von den drei Weisen mit Süßigkeiten gefüllt werden.

Villancicos aus Lateinamerika 

In der Weihnachtszeit werden in Lateinamerika die sogenannten Villancicos gesungen. Der Begriff Villancico wird im allgemeinen Sprachgebrauch für ein Weihnachtslied in spanischer Sprache gebraucht. Villancicos waren ursprünglich mittelalterliche weltliche Tanzlieder, die vom einfachen Volk (den villanos) gesungen wurden. Im 13. Jahrhundert wurden sie zu bestimmten Festen gesungen. Durch den Einfluss der Kirche entstanden später auch geistliche Villancicos. Eine bedeutende Sammlung von Villancicos erschien 1582 in lateinischer Sprache unter dem Titel piae cantiones. Die weihnachtlichen Villancicos thematisieren die Herbergssuche, die Krippe und den Aufruf an die Hirten, zur Krippe zu kommen.

Die hier vorgestellten Villancicos stammen aus Mexiko, Venezuela, Kolumbien bzw. Mittelamerika und Argentinien. Von dem Lied Venid pastorcillos gibt es verschiedene Fassungen, von denen eine aus Kolumbien stammt. Bei der unten angegebenen Version ist allerdings nur Mittelamerika angegeben.

Auch wenn es sich in der Regel um gemeinfreie Werke handelt, wird hier aus verlagsrechtlichen Gründen nur ein Ausschnitt der Gesangsstimme wiedergegeben. Die vollständigen Liedbearbeitungen mit Klavierbegleitung und Akkordbezifferung sind im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582 enthalten.

Canción para Pedir Posada (aus Mexiko)

Während der Posadas machen die Kinder in Mexiko Paraden durch ihre Städte. Die Erwachsenen tragen Kerzen und gehen hinter den Kindern her. Die Parade wird von einem Kind angeführt, das als Engel verkleidet ist. Ein kleines Mädchen stellt die Maria dar, ein kleiner Junge den Joseph, und drei weitere spielen die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie folgen dem Engel. Die anderen Kinder folgen, verkleidet als Hirten. Die Prozession geht von „Gaststätte“ zu „Gaststätte“ und bittet um eine Herberge. Sie gehen wirklich von Haus zu Haus und singen dabei ein Lied, das Villancico para pedir posada genannt wird. Die Leute in dem Haus singen zurück, dass in ihrem Gasthaus kein Platz sei. Endlich sagt ihnen ein Gast, dass sie im Stall bleiben können. In diesem letzten Haus sind die Türen für alle offen, und eine große Party beginnt! Jeder betet, isst, trinkt und ist glücklich! Eine sternförmige Piñata, die den Stern von Bethlehem darstellt, ist ein wichtiger Teil der Party.

En el nombre del cielo (aus Mexiko) 

Spanischer Text Sinngemäße Übersetzung
Villancico para pedir posada

Los Peregrinos…
En el nombre del cielo,
yo os pido posada,
pues no puede andar,
mi esposa amada.

Los Hosteleros… 
Aquí no es mesón,
sigan adelante,
no les puedo abrir,
no vaya a ser un tunante.

Los Peregrinos…
No sean inhumanos
Dennos caridad
Que el dios de los cielos
Se lo premiará.

Los Hosteleros… 
Ya se pueden ir,
y no molestar
Porque si me enfado
Los voy a apalear.

Los Peregrinos…
Venimos rendidos
Desde Nazaret
Yo soy carpintero
De nombre José.

Los Hosteleros… 
No me importa el nombre
Déjenme dormir
Pues que yo les digo
Que no hemos de abrir.

Los Peregrinos…
Posada te pide,
amado casero,
por sólo una noche,
la Reina del Cielo.

Los Hosteleros… 
Pues si es una reina,
quien lo solicita,
¿cómo es que de noche
anda tan solita?

Los Peregrinos…
Mi esposa es María
es Reina del Cielo
Y madre va a ser
Del divino verbo

Los Hosteleros… 
¿Eres tú José?
¿Tu esposa es María?
Entren peregrinos
No los conocía.

Los Peregrinos…
Dios pague señores
Vuestra caridad
Y os colme el cielo
De felicidad.

TODOS…
Dichosa la casa
Que abriga este día
A la virgen pura
La hermosa María.
Entren Santos Peregrinos,
Reciban este rincón,
que aunque es pobre la morada,
os la doy de corazón.

Lied zur Herbergssuche

Die Pilger…
Im Namen des Himmels
bitte ich euch um Unterkunft
weil meine geliebte Frau
nicht weiter laufen kann.

Die Gastwirte…
Dies ist keine Pension
geht weiter
ich kann nicht öffnen,
du könntest ein Gauner sein.

Die Pilger…
Seid nicht unmenschlich,
gebt uns Nächstenliebe,
der Gott im Himmel
wird dich belohnen.

Die Gastwirte…
Ihr könnt jetzt gehen
und uns nicht belästigen,
denn wenn ich böse werde
werde ich euch schlagen.

Die Pilger…
Wir kommen erschöpft
aus Nazareth,
ich bin ein Zimmermann
und heiße Josef.

Die Gastwirte…
Dein Name ist mir egal,
lasst mich schlafen,
ich sage es euch doch,
dass wir nicht öffnen müssen.

Die Pilger…
Ich bitte dich um Unterkunft,
teurer Hausbesitzer,
nur für eine Nacht,
die Königin des Himmels.

Die Gastwirte…
Nun, wenn sie eine Königin ist
wer verlangt das,
wie kann es sein, dass sie
in der Nacht so einsam reist?

Die Pilger…
Meine Ehefrau ist Maria
die Königin des Himmels
und sie wird Mutter sein
von Gottes Wort.

Die Gastwirte…
Bist du Josef?
Deine Frau ist Maria?
Kommt herein, Pilgernde,
ich habe euch nicht erkannt.

Die Pilger…
Gott belohne euch, ihr Herren,
für eure Wohltätigkeit
und der Himmel erfülle euch
mit Glückseligkeit.

ALLE…
Selig sei das Heim
das diesen Tag schützt,
die reine Jungfrau,
die schöne Maria.
Tretet ein, heilige Pilger,
empfanget diese Ecke,
auch wenn die Wohnung klein ist,
gebe ich sie euch von Herzen.

Quelle: Wikipedia (Posadas) und Mamma Lisa’s World (Posadas).
Deutsche Übersetzung: Wikipedia, überarbeitet von Sylvia Kreye.

Auf YouTube gibt es ein paar gute Aufnahmen dieses mexikanischen Posada-Brauchs:

https://www.youtube.com/watch?v=EoycrXKpnr0

https://www.youtube.com/watch?v=1I0EQYcCU0o

Adorar al niño (aus Venezuela)        

Adorar al nino, Noten (1)

Adorar al nino, Noten (2)

Adorar al nino, Noten (3)
Adorar al nino, Villancico aus Venezuela, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Venid pastorcillos (aus Mittelamerika – Kolumbien?)

Venid pastorcillos (1)

Venid pastorcillos (2)
Venid pastorcillos, Villancico aus Mittelamerika, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Vamos pastorcillos (aus Argentinien)

Vamos pastorcillos (1)

Vamos pastorcillos (2)
Vamos pastorcillos, Villancico aus Argentinien, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Aus Gründen des Coprights ist hier jeweils nur die Gesangsstimme angegeben. Die drei Lieder aus Lateinamerika sind im Band von Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Edition Hug 11582, auf den Seiten 57, 63 und 64 erschienen. Diesen Liedband, der eine reiche Auswahl an internationalen Weihnachtsliedern enthält, möchte ich allen interessierten Lesern ans Herz legen. 

Feliz Navidad (José Feliciano)

Natürlich gibt es auch moderne Weihnachtslieder aus Lateinamerika, wie etwa der im Latino-Rhythmus komponierte Song Feliz Navidad. Das Lied wurde 1970 von dem puertoricanischen Sänger und Gitarristen José Feliciano geschrieben. Die Musik ist eingängig, der Text – eine Mischung aus Spanisch und Englisch – ist einfach:

Feliz Navidad, próspero año y felicidad.
I wanna wish you a Merry Christmas, from the bottom of my heart. 

Frohe Weihnachten, ein erfolgreiches Jahr und Glück.
Ich wünsche dir/euch eine frohe Weihnacht, von ganzem Herzen.

Nach Angaben der ASCAP (American Societey of Composers, Authors and Publishers) belegt Feliz Navidad Platz 15 auf der Liste der 25 beliebtesten Weihnachtslieder der USA.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann die Melodie hier leider nicht abgedruckt werden. Aber sie dürfte wohl allgemein bekannt sein.

Den Text zu Feliz Navidad findet man auf YouTube unter:

https://www.youtube.com/watch?v=rOPZoX6ZSnE

Vom Weihnachtslied Feliz Navidad gibt es auch eine Aufnahme mit den drei Tenören Placido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti:

https://www.youtube.com/watch?v=-mGuEkN62M0

Weihnachtslieder in spanischer Sprache 

Eine reiche Auswahl an Texten zu spanischen und lateinamerikanischen Weihnachtsliedern ist auf den folgenden Websites zu finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

https://de.wikipedia.org/wiki/Las_posadas

http://www.mamalisa.com/?t=es&p=2111&c=50

http://www.lehrerweb.at/materials/gs/su/gemeinschaft/print/weihnachten/weihnacht_in_and_laendern.pdf

http://news4kids.at/spezial-38/spezial/article/weihnachten-in-sudamerika

http://latina-press.com/news/138337-ecuador-weihnachten-und-sylvester-in-quito/ 

http://meine-lateinamerika-reisen.com/weihnachten-in-mexiko/

https://de.wikipedia.org/wiki/Feliz_Navidad

https://www.heilpaedagogik-info.de/weihnachtslieder/759-feliz-navidad-merry-christmas.html

Notenquellen

En el nombre del cielo: Mama Lisa’s World, http://www.mamalisa.com/?t=es&p=2111&c=50 

Adorar al niño: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 57.

Venid pastorcillos: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 63. 

Vamos pastorcillos: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 64. 

Feliz Navidad (Probepartitur, Ausschnitt):

http://www.arrangement-verlag.de/pdf/pg488.pdf 

Bildquellen

Beitragsbild: Feliz Navidad!

Christmas lights/ornaments in zocalo (town square). – Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsdekoration am Marktplatz.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Feliz_Navidad_(4257545848).jpg

Attribution/Urheberschaft:

Šarūnas Burdulis from USA [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Piñata, Wikimedia Commons, Public Domain, von Jediknight 1970,  18.12.2006

https://de.wikipedia.org/wiki/Piñata#/media/File:PI%C3%91ATA.jpg

Attribution/Urheberschaft:

No machine-readable author provided. JEDIKNIGHT1970 assumed (based on copyright claims).

17. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

17. Dezember

Weihnachten in Nordamerika

Der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica führt uns heute über den großen Teich – in die Vereinigten Staaten von Amerika. An vielen Orten der USA werden mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand ganze Häuser und Gärten in funkelnde Weihnachtslandschaften verwandelt. Außerdem finden wir noch zwei bekannte Spirituals.

Von Großbritannien nach Nordamerika

Wie bereits im musikalischen Adventskalender vom 15. Dezember erwähnt, wurden die Weihnachtsbräuche von den britischen Siedlern nach Nordamerika mitgebracht und auch von den ehemaligen britischen Kolonien übernommen. Außerdem verschmolzen die christlichen Weihnachtsbräuche mit alten Bräuchen der Winterfeste aus vorchristlicher Zeit. 

Christmas Eve & Christmas Day, Santa Claus & Turkey

Weihnachten wird in den Vereinigten Staaten in der Regel am 25. Dezember, dem Christmas Day, gefeiert. Der Überbringer der Geschenke heißt in den USA Santa Claus. Die Kinder bekommen viele Geschenke von ihren Eltern und Verwandten. Dies hat dazu geführt, dass der Christmas Day immer mehr kommerzialisiert wurde und die Familien einen großen Teil ihres Einkommens für Geschenke und Nahrung ausgeben. 

Viele Sonntagsschulen, Kirchen und Vereine organisieren spezielle Charity-Events und andere Veranstaltungen wie Krippenspiele, Konzerte oder Theateraufführungen, die häufig ein weihnachtliches Thema behandeln.

Der Besuch eines Gottesdienstes am Sonntag vor Weihnachten und der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend, dem Christmas Eve, gehören ebenso zu den Traditionen. 

Auch in den Vereinigten Staaten hängen die Kinder am Abend des 24. Dezember ihre Socken am Kamin auf, damit Santa Claus diese mit Geschenken befüllen kann. Die Sitte, in der Nähe ein Glas Milch und einen Teller mit Weihnachtsgebäck für Santa Claus abzustellen, ist in den USA ebenfalls verbreitet.

Der gefüllte Truthahn (turkey with stuffing) ist auch in den USA das traditionelle Weihnachtsessen. Dazu werden Kartoffeln, geröstete Gemüse und Cranberry-Sauce serviert. Außerdem gibt es Schinken (ham), Roastbeef und Yorkshire pudding. 

Im Jahre 1870 wurde der 25. Dezember in den Vereinigten Staaten offiziell zum Feiertag erklärt. Am Christmas Day kommt das öffentliche Leben zum Stillstand. Behörden, Betriebe und Schulen sind geschlossen. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nicht nach dem regulären Fahrplan. Da viele Leute Verwandte und Freunde besuchen, kann es auf den Highways und an den Flughäfen zu Staus kommen. 

Weihnachten wird in den USA durch eine große Auswahl an Figuren und Objekten dargestellt: Das Jesuskind, die Geburt Jesu, die drei Heiligen Könige, aber auch Santa Claus, das Rentier und Elfen, Tannenbäume, Stechpalme, Christbaumschmuck, Lichterketten, Kerzen und Geschenke sind überall gegenwärtig. 

Ethnische Musikstile 

Analog zu den Bevölkerungsgruppen, die nach Amerika eingewandert sind, bildeten sich in der Neuen Welt auch verschiedene ethnische Musikstile heraus, welche (je nach Herkunft) angloamerikanische, afroamerikanische oder auch lateinamerikanische bzw. hispanoamerikanische Merkmale aufweisen. 

Christmas Carols 

Die Christmas carols, die traditionellen Weihnachtslieder, die in den Gottesdiensten der anglikanischen Kirche gesungen werden, wurden durch die weißen Siedler auch in Nordamerika eingeführt.

Wie bereits im Beitrag vom 15. Dezember erwähnt, haben die Christmas carols ihre Wurzeln im England des Mittelalters, als die Minnesänger noch singend von Schloss zu Schloss gezogen sind. In früheren Zeiten gingen auch die Kinder aus ärmeren Familien zu den Häusern der Reichen, um milde Gaben zu erbitten. Christmas Carols sind ein wichtiger Bestandteil der angloamerikanischen Gottesdienste. 

Spiritual Song 

Das Spiritual, auch Spiritual Song genannt (nicht zu verwechseln mit dem sogenannten ’Negro Spiritual’), ist ein geistliches Volkslied der weißen Bevölkerung Amerikas und stammt aus der Zeit der Erweckungsbewegung. Der Begriff hat seinen Ursprung in einer Sammlung protestantischer Gesänge mit dem Titel The whole book of psalmes. With the hymnes evangelicall and songs spirituall von Thomas Ravenscroft (1621). Oft wird das Wort Spiritual Song fälschlicherweise als Synonym für Negro Spiritual gebraucht. 

Negro Spiritual 

Das sogenannte Negro Spiritual ist eine Musikgattung religiöser, jedoch nicht liturgischer Gesänge der Afroamerikaner. Das Negro Spiritual hat seinen Ursprung in den Südstaaten der USA. 

Die Bezeichnung Negro Spiritual – das soll an dieser Stelle ausdrücklich betont werden – wird hier keineswegs abfällig oder diskriminierend verwendet, sondern bezeichnet lediglich den in der Musikgeschichte gebräuchlichen Terminus für einen Musikstil, der ganz charakteristische ethnische – eben afroamerikanische – Merkmale aufweist. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse, welche diese Bevölkerungsgruppe im Laufe der Geschichte erleiden musste (Verschleppung und Sklaverei, Ausbeutung und Entrechtung, Rassentrennung und Diskriminierung) wäre es wohl besser, in diesem Zusammenhang von einem Afro-American Spiritual (im Unterschied zum Anglo-American Spiritual) zu sprechen. Jedoch hat sich der Begriff Negro Spiritual in der Musikgeschichte für diese Gattung etabliert und wird nach wie vor in der Fachliteratur gebraucht. 

Das Negro Spiritual hat seinen Ursprung bereits im 17. Jahrhundert, als im Zuge mehrerer Deportationswellen Millionen von Schwarzen aus Afrika nach Amerika verschleppt und versklavt wurden. Sie mussten auf den Baumwoll-Plantagen der weißen Herren harte Arbeit leisten. Jedes Aufbegehren wurde mit Peitschenhieben hart bestraft. 

Durch die Teilnahme an den sonntäglichen Gottesdiensten ihrer weißen Herren lernten die Afroamerikaner bereits ab dem 17. Jahrhundert die protestantischen Spritual Songs kennen und vermischten diese mit ihren afroamerikanischen Stilelementen.

Um ihr schweres Schicksal besser ertragen zu können, sangen die afroamerikanischen Sklaven ihre Gesänge nicht nur im Gottesdienst, sondern auch auf den Plantagen. Während sie ihre Arbeit auf den Plantagen verrichteten, bewegten sie sich im Rhythmus der Gesänge. Die Texte der Negro Spirituals weisen zahlreiche Metaphern und eine Doppeldeutigkeit auf. Weil sich die Sklaven mit Moses und dem geknechteten Volk Israels in Ägypten identifizierten, wurden in ihre Spirituals häufig Themen aus dem Alten Testament aufgenommen. Der Jordan zum Beispiel wurde zum Symbol für den Ohio-Fluss und die Sehnsucht nach dem Jenseits des Flusses, dem Norden.   

Die typische Form des Negro Spirituals ist einstimmig und beruht auf dem Call-Response-Prinzip (Ruf-Antwort-Prinzip): Der erste Teil wird von einem Vorsänger vorgetragen und der Refrain vom Chor gesungen. Der Vortrag wird auch von Zwischenrufen, Fußstampfen und Händeklatschen begleitet. Die Liedform wurde vom Abendland übernommen, jedoch wurde das Thema vielfältig variiert und verziert. Die Rhythmik des Negro Spirituals ist geprägt durch den aus der afrikanischen Musizierpraxis stammenden Offbeat („weg vom Schlag“, also gegen den Schlag). Für die Harmonik sind sogenannte Blue Notes ein charakteristisches Merkmal. Blue Notes (wörtlich: blaue Noten) sind einzelne Töne, die aus der normalen Tonskala herausfallen und vor allem auf der dritten, siebten und fünften Tonstufe vorkommen, wobei die Intonation sich vom westlichen Tonsystem wesentlich dadurch unterscheidet, dass der Ton jeweils zwischen der kleinen und großen Terz, zwischen der kleinen und großen Septime bzw. zwischen der verminderten und reinen Quinte liegt.

Gospel  

Das Gospel, auch Gospel Song genannt (von englisch good spell, ‚Evangelium‘, ‚Gute Nachricht‘, hergeleitet vom Altenglischen gōdspel, gōd ‚gut‘ und spel ‚Erzählung‘, ‚Nachricht), hat sich seit den 1920er Jahren aus dem früheren Negro Spiritual und unter dem Einfluss des Jazz entwickelt. Seinen Ursprung hat das Gospel in den spontanen Zurufen der Gemeindemitglieder während der Auslegung des Evangeliums durch den Prediger. Der Gospelsong wird solistisch und chorisch ausgeführt. Auch hier findet sich das für die afroamerikanische Volksmusik und den Jazz charakteristische Call-Response-Prinzip, das Ruf-Antwort-Muster. 

Go Tell It On The Mountain 

Zu den afroamerikanischen Spirituals gehört auch das Lied Go Tell It On The Mountain, das von der Geburt Jesu Christi handelt und daher auch als Weihnachtslied anzusehen ist. Es entstand gegen Ende der Sezessionskriege und wird auf das Jahr 1865 datiert. 

Da die Gesänge der Schwarzen mündlich überliefert wurden, sind Komponist und Texter unbekannt. John Wesley Work, ein afroamerikanischer Liedersammler und Chordirigent, hat es erstmals schriftlich erfasst und in seiner Sammlung American Negro Songs veröffentlicht. Da die Strophen des mündlich überlieferten Textes stark variierten, fügte Work der Melodie zwei Strophen hinzu. Die von ihm niedergeschriebene Version wurde bereits in den 1880er Jahren von seinem Chor, den Fisk Jubilee Singers, aufgeführt. Die Fassung von John Wesley Work Sr. wurde 1909 in der von Thomas P. Fenner zusammengestellten Liedersammlung Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations veröffentlicht. Die heute bekannte Fassung des Liedes wurde von Works Sohn, John Work III., arrangiert und 1940 in der Ausgabe American Negro Songs And Spirituals veröffentlicht. Unter dem Titel Komm, sag es allen weiter wurde das Lied ins Evangelische Gesangbuch, unter EG 225, aufgenommen.

Go Tell It On The Mountain, Noten
Go Tell It On The Mountain, Thomas P. Fenner, Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations (1909), archive.org, Public Domain

Englischsprachige Originalfassung 

Go, tell it on the mountain,
Over the hills and everywhere.
Go, tell it on the mountain,
That Jesus Christ is born.
 

Sinngemäße deutsche Übersetzung 

Geh, ruf es vom Berg,
Über die Hügel und weit hinaus.
Geh, ruf es vom Berg,
Dass Jesus Christus geboren ist. 

Amazing Grace

Ein bekanntes englischsprachiges geistliches Lied ist Amazing Grace (Erstaunliche Gnade). Es zählt zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt. 1972 kam es in einer Version der Royal Scots Dragoon Guards an die Spitze der britischen Charts. 

Die Entstehung des Liedes Amazing Grace ist auf ein Schlüsselerlebnis des Autors John Newton zurückzuführen. John Newton war Kapitän eines Sklavenschiffs. Am 10. Mai 1748 geriet er in Seenot, wurde jedoch gerettet, nachdem er Gott um Erbarmen angerufen hatte. Dieses Erlebnis sollte seinen weiteren Lebensweg prägen. Er blieb zwar noch einige Jahre Kapitän, behandelte jedoch die Sklaven von nun an menschlicher. Einige Jahre später gab er seinen Beruf ganz auf, wurde Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für die Bekämpfung der Sklaverei ein.

Amazing Grace ist also kein afroamerikanisches Spiritual, sondern fällt in die Kategorie der angloamerikanischen Spirituals.

Die bekannte Melodie, auch als New Britain bezeichnet, tauchte erstmals in einem Gesangbuch von 1831, dem Virginia Harmony, auf. Die Melodie ist pentatonisch. Ursprünglich soll sie auf amerikanische oder englische Wurzeln zurückgehen. Jedoch wird sie auch James P. Carrell und David S. Clayton zugeschrieben. Der ursprünglich zur Melodie gesungene Originaltext ist verloren gegangen. Der heute üblicherweise gesungene Text stammt von John Newton. Interessant ist die Harmonisierung, wie sie im Gesangbuch Southern Harmony von 1835 geboten wird. Charakteristisch ist für dieses Hymnenbuch, dass die Hauptmelodie in der Mittelstimme liegt und von jeweils einer darüber bzw. darunter liegenden Stimme leise begleitet wird.  

Amazing Grace, Noten
Amazing Grace, nach Southern Harmony, 1835, Public Domain, Wikimedia Commons
Englischer Originaltext Deutsche Übersetzung
Amazing grace, how sweet  the sound,

That saved a wretch like me!

I once was lost, but now I am found,

Was blind, but now I see.

Erstaunliche Gnade, wie süß der Klang,

Die einen armen Sünder wie mich errettete!

Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden,

War blind, aber nun sehe ich.

‚Twas grace that taught my heart to fear,

And grace my fears relieved;

How precious did that grace appear,

The hour I first believed!

Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte,

Und Gnade löste meine Ängste;

Wie kostbar erschien diese Gnade

In der Stunde, als ich erstmals glaubte!

Through many dangers, toils and snares,

I have already come;

‚Twas grace that brought me safe thus far,

And grace will lead me home.

Durch viele Gefahren, Mühen und Fallen

Bin ich bereits gekommen;

Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte,

Und Gnade wird mich heim geleiten.

The Lord has promised good to me,

His word my hope secures;

He will my shield and portion be,

As long as life endures.

Der Herr hat mir Gutes versprochen,

Sein Wort macht meine Hoffnung sicher;

Er wird mein Schild und Teil sein,

So lange das Leben währt.

Yes, when this flesh and heart shall fail,

And mortal life shall cease;

I shall possess, within the veil,

A life of joy and peace.

Ja, wenn dieses Fleisch und Herz versagen,

Und das sterbliche Leben vergeht,

Werd‘ ich hinter dem Schleier führen,

Ein Leben voll Freude und Frieden.

The earth shall soon dissolve like snow,

The sun forbear to shine;

But God, who call’d me here below,

Will be forever mine.

Die Erde wird sich bald auflösen wie Schnee,

Die Sonne aufhören zu scheinen;

Doch Gott, der mich nach hier unten rief,

Wird ewig mein sein.

Weitere Weihnachtslieder in englischer Sprache

Eine reiche Auswahl an Texten zu englischen und amerikanischen Weihnachtsliedern ist auf den folgenden Websites zu finden:

http://www.santas.net/songs.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs      

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Christmas_carols

Quellen in deutscher Sprache

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit       

https://de.wikipedia.org/wiki/Negro_Spiritual

https://de.wikipedia.org/wiki/Go_Tell_It_on_the_Mountain

https://de.wikipedia.org/wiki/Amazing_Grace                           

Quellen in englischer Sprache

https://www.timeanddate.com/holidays/us/christmas-day      

https://en.wikipedia.org/wiki/Christmas_traditions 

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs         

Notenquellen

Go Tell It On The Mountain: Thomas P. Fenner, Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations (1909), Seite 174, Public Domain, archive.org:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive        

http://www.archive.org/stream/religiousfolkson00fenn#page/173/mode/1up   

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 104-105.

Amazing Grace: nach Southern Harmony, 1835 (dreistimmiger Satz mit Hauptmelodie in der Mittelstimme), von Brian Ammon, 04.09.2012, Public Domain, license CC0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAmazingGrace.svg    

By Brian Ammon (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons 

Bildquelle

Rockefeller Center Christmas Tree 2016

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rockefeller_Center_Christmas_Tree_2016_(31016740890).jpg

Attribution/Urheberschaft:

Michael Vadon [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

 

16. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

16. Dezember

English Christmas Carols

Im musikalischen Adventskalender geht es heute um traditionelle English Christmas carols, die ihren Ursprung im Vereinten Königreich haben. Bevor wir einen „Sprung“ über den großen Teich nach Nordamerika machen, wollen wir uns noch einmal mit den Christmas carols befassen, die in der anglikanischen Kirche traditionell zu Weihnachten gesungen werden und vom Vereinten Königreich dann auch in die Vereinigten Staaten exportiert wurden. 

Christmas Carols aus dem Vereinten Königreich 

Christmas carols, festliche Weihnachtslieder, werden traditionell in den  britischen Weihnachtsgottesdiensten gesungen. Auch das Weihnachtssingen der Kinder ist in England weit verbreitet. Dabei gehen die Kinder singend von Haus zu Haus. 

Wie bereits im musikalischen Adventskalender vom 15. Dezember erwähnt, haben die Christmas carols ihre Wurzeln im England des Mittelalters, als die Minnesänger noch singend von Schloss zu Schloss gezogen sind. In früheren Zeiten gingen auch die Kinder aus ärmeren Familien zu den Häusern der Reichen, um milde Gaben zu erbitten. Dieser alte Brauch ist in der Tradition der Sternsinger, die Geld für wohltätige Zwecke sammeln, erhalten geblieben. 

Hark The Herald Angels Sing 

Eines der bekanntesten Christmas carols ist das Lied Hark the Harald Angels Sing (Horch, der Engelsboten Sang), das im Adventskalender vom 15. Dezember bereits vorgestellt wurde.   

The First Nowell

The First Nowell (auch: The First Noel, abgeleitet vom französischen Wort noël für Weihnachten) ist ein traditionelles englisches Weihnachtslied. The First Nowell bedeutet: Das erste Weihnachtsfest. Das Lied handelt von der Geburt Jesu Christi und die Anbetung des Jesuskindes durch die drei Weisen aus dem Morgenland. Das aus Cornwall stammende Lied wurde erstmals in der Sammlung Carols Ancient and Modern von 1823 veröffentlicht. Im Laufe der Jahre haben sich zahlreiche Bearbeitungen und Textfassungen herausgebildet. 

Der englische Komponist Ralph Vaughan Williams (1872 – 1958) schrieb 1958 den Vokalsatz The First Nowell für Solisten, Chor und kleines Orchester.

The First Nowell
The First Nowell, in Carols New And Old, 1879, public domain
Englischer Originaltext
Deutsche Übersetzung
The first Nowell the angel did say
was to certain poor shepherds in fields as they lay;
in fields as they lay, keeping their sheep,
on a cold winter’s night that was so deep.Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
Born is the King of Israel.They looked up and saw a star
shining in the east, beyond them far,
and to the earth it gave great light,
and so it continued both day and night.

Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
born is the King of Israel.

And by the light of that same star
three wise men came from country far;
to seek for a King was their intent,
and to follow the star whersoever it went.

Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
born is the King of Israel.

This star drew nigh to the northwest,
o’er Bethlehem it took its rest,
and there it did both stop and stay
right over the place where Jesus lay.

Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
born is the King of Israel.

Then entered in those wise men three
full reverently upon their knee
and offered there in his presence
their gold, and myrrh, and frankincense.

Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
born is the King of Israel.

Then let us all with one accord
sing praises to our heavenly Lord;
that hath made heaven and earth of nought,
and with his blood mankind hath bought.

Nowell, Nowell, Nowell, Nowell,
born is the King of Israel.

Das erste Weihnachtsfest, so sagte der Engel,
war für einige arme Schafhirten, die in den Feldern lagen,
in den Feldern lagen sie und hüteten und ihre Schafe,
in einer kalten Winternacht, die so dunkel war.Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.Sie schauten auf und sahen einen Stern
weit über ihnen im Osten leuchten.
Und die Erde erleuchtete er hell
und so ging es weiter, bei Tag und Nacht.

Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.        

Und durch das Licht desselben Sterns kamen drei Weise aus fernen Landen,
Um nach einem König zu suchen, war ihre Absicht, und um dem Stern zu folgen, wohin auch immer er ging.

Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.

Dieser Stern zog im Nordwesten herauf,
über Bethlehem hielt er schließlich an.
Und dort hielt er an und blieb stehen,
genau über der Stelle, wo Jesus lag.                                             

Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.

Dann gingen die Drei Weisen hinein,
fielen ehrfürchtig auf ihre Knie
Und opferten in seiner Gegenwart
Gold, Myrrhe und Weihrauch.

Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.        

Lasset uns alle einmütig preisen,
unserem himmlischen Herrn lobsingen,
der Himmel und Erde aus dem Nichts erschaffen hat
und mit seinem Blut die Menschheit erlöst hat.

Noël, Noël, Noël, Noël,
geboren ist der König von Israel.

Auf YouTube gibt es eine gute Aufnahme mit dem King’s College Cambridge in einer Bearbeitung von David Willcocks:

https://www.youtube.com/watch?v=QbbagyVukSE

Joy To The World 

Joy To The World (Freue dich, Welt) ist eines der beliebtesten Weihnachtslieder aus dem angelsächsischen Sprachraum. Der Text wurde von Isaac Watts (1674 – 1748) im Jahre 1719 nach dem zweiten Teil des Psalms 98 verfasst (Die Psalmen Davids in der Sprache des Neuen Testaments für den christlichen Stand und Gottesdienst).   

Die Musik wurde von Lowell Mason im Jahre 1836 nach einer älteren Melodie adaptiert und für vierstimmigen Chor arrangiert. 

Aufgrund der Ähnlichkeit der ersten vier Noten mit dem Chor Lift Up Your Heads (Hoch tut euch auf) aus dem Oratorium Messiah (Der Messias) sowie dem Chor Glory To God (Ehre sei Gott) von Händel, wurde das Werk zunächst Georg Friedrich Händel zugeschrieben. Nach neuesten Erkenntnissen jedoch ist Händel nicht der einzige Verfasser.

Joy To The World
Joy To The World: Traditional, Isaac Watts & Lowell Mason – Public Domain, Choral Public Domain License
Englisch Deutsche Übersetzung
Joy to the world, the Lord is come!
Let earth receive her King;
Let every heart prepare Him room,
And heaven and nature sing,
And heaven and nature sing,
And heaven, and heaven, and nature sing.Joy to the earth, the Savior reigns!
Let men their songs employ;
While fields and floods, rocks, hills and plains
Repeat the sounding joy,
Repeat the sounding joy,
Repeat, repeat, the sounding joy.

No more let sins and sorrows grow,
Nor thorns infest the ground;
He comes to make His blessings flow
Far as the curse is found,
Far as the curse is found,
Far as, far as, the curse is found.

Freue dich, Welt, dein König naht.
Mach deine Tore weit.
Er kommt nach seines Vaters Rat,
der Herr der Herrlichkeit,
der Herr der Herrlichkeit,
der Herr, der Herr, der Herrlichkeit.Jesus kommt bald, mach dich bereit.
Er hilft aus Sündennacht.
Sein Zepter heißt Barmherzigkeit
und Lieb ist seine Macht,
und Lieb ist seine Macht,
und Lieb und Lieb ist seine Macht.

Freuet euch doch, weil Jesus siegt,
sein wird die ganze Welt.
Des Satans Reich darnieder liegt,
weil Christ ihn hat gefällt,
weil Christ ihn hat gefällt,
weil Christ, weil Christ ihn hat gefällt.

Von Joy To The World gibt es auf YouTube einige gute Aufnahmen. Interessant sind zum Beispiel die Aufnahmen mit dem Libera Choir in Ireland, mit dem George Fox University Choir oder dem Mormon Tabernacle Choir (in verschiedenen Bearbeitungen):

https://www.youtube.com/watch?v=6oOwa0CWVVQ   

https://www.youtube.com/watch?v=DLT9dSt8cwg        

The Holly And The Ivy

The Holly And The Ivy (Die Stechpalme und der Efeu) ist ein beliebtes traditionelles englisches Weihnachtslied. Die Stechpalme ist mit ihren dunkelgrünen stacheligen Blättern ein christliches Symbol für die Dornenkrone Jesu, die roten Beeren symbolisieren seine Blutstropfen. 

Von dem Lied gibt es verschiedene Fassungen. Die bekannteste Fassung stammt von Cecil Sharp. Eine weitere bekannte Fassung ist in Christmas Carols New And Old von Henry Ramsden Bramley und John Stainer enthalten. Weitere Bearbeitungen des Liedes stammen von Walford Davies, Reginald Jacques, Matthew Owens und John Rutter. 

Es ist außerdem in vielen Carol-Sammlungen enthalten, zum Beispiel im Oxford Book of Carols (in einer Fassung von Martin Shaw) oder in 100 Carols for Choirs (in einer Fassung von Walford Davies).

The Holly And The Ivy
The Holly And The Ivy, Traditional, Nine Lessons and Carols, Public Domain
Englisch Deutsche Übersetzung von Johannes Haas (1962)
The holly and the ivy,
now are both well grown,
Of all the trees that are in the wood,
the holly bears the crown.

Refrain
Oh, the rising of the sun
and the running of the deer,
The playing of the merry organ,
sweet singing in the choir.The holly bears a blossom
as white as lily flower,
And Mary bore sweet Jesus Christ
to be our sweet saviour

Refrain

The holly bears a berry
as red as any blood,
And Mary bore sweet Jesus Christ
to do poor sinners good.

Refrain

The holly bears a prickle
as sharp as any thorn,
And Mary bore sweet Jesus Christ
on Christmas Day in the morn.

Refrain

The holly bears a bark
as bitter as any gall,
And Mary bore sweet Jesus Christ
for to redeem us all.

Refrain

Die Stechpalme und der Efeu,
Sind nun beide ganz ausgewachsen;
Von allen Bäumen im Wald
Trägt die Stechpalme allein die Krone.

Refrain
O, der Aufgang der Sonne
und das Springen der Hirsche,
Das fröhliche Spiel der Orgel,
der süsse Gesang des Chores.Die Stechpalme trägt eine Blüte
So weiß wie die einer Lilie
Und Maria gebar den süßen Jesus Christ
Damit er unser süßer Heiland sei.

Refrain

Die Stechpalme trägt eine Beere
So rot wie alles Blut
Und Maria gebar den süßen Jesus Christ
Damit er den armen Sündern Gutes tun kann.

Refrain

Die Stechpalme trägt einen Stachel
So spitz wie ein jeder Dorn;
Und Maria gebar den süßen Jesus Christ
Am Morgen des Weihnachtstages.

Refrain

Die Stechpalme trägt eine Rinde
So bitter wie jede Galle;
Und Maria gebar den süßen Jesus Christ
Um uns alle zu erlösen.

Refrain

Von The Holly And The Ivy gibt es auf YouTube einige Aufnahmen, zum Beispiel mit dem St. Paul’s Cathedral Choir bzw. dem Westminster Abbey Choir:

https://www.youtube.com/watch?v=pI7NY7IFTt4 

https://www.youtube.com/watch?v=lmXf4chXbV0         

Eine Rarität ist sicher auch die Aufnahme mit Natalie Cole und José Carreras, welche während Konzerts A Celebration Of Christmas in Wien im Jahre 1995 entstanden ist:

https://www.youtube.com/watch?v=FxH60hIb9TM        

Weitere Christmas carols

Auch die englische Fassung des Weihnachtsliedes Adeste fideles (O Come All Ye Faithful, englische Übersetzung von Frederick Oakeley) wird in den englischen Gottesdiensten immer wieder gern gesungen. (Auf das Lied Adeste fideles wurde ja bereits im Beitrag vom 11. Dezember ausführlich eingegangen.)

Eine reiche Auswahl an Liedtexten (lyrics) zu englischen Christmas carols ist auf der Website Santa’s Net zu finden:

http://www.santas.net/songs.htm 

Gute Aufnahmen der englischen Christmas carols von bekannten Chören – wie etwa dem King’s College Choir   – sind auf YouTube zu finden. Hier ein paar Links:

https://www.youtube.com/watch?v=7HItFqKBAQE&t=28s    

https://www.youtube.com/watch?v=SQbalpebT9Y 

Quellen in deutscher Sprache

https://de.wikipedia.org/wiki/The_First_Nowell      

https://de.wikipedia.org/wiki/Joy_to_the_World     

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Holly_and_the_Ivy

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder        

Quellen in englischer Sprache

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Christmas_carols  

https://en.wikipedia.org/wiki/Carol_(music)   

http://www.santas.net/songs.htm

http://www.santas.net/britishchristmas.htm  

http://www.learnenglish.de/culture/christmas.html          

Notenquellen

The First Nowell, in Carols New And Old, 1879, gemeinfreies Werk

hymnsandcarolsofchristmas.com, The First Nowell from an 1879 book by Henry Ramsden Bramley

https://de.wikipedia.org/wiki/The_First_Nowell#/media/File:First_Nowell_stainer.jpg        

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 84. 

Joy To The World: Traditional, Text von Isaac Watts, Bearbeitung von Lowell Mason, Cantorion, Choral Public Domain License

http://cantorionnoten.de/music/55/The-First-Noel-Voice          

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 85. 

The Holly And The Ivy: Traditional, Nine Lessons and Carols, Cantorion, Choral Public Domain License

http://cantorionnoten.de/music/4140/The-Holly-and-the-Ivy-SATB-Gesang    

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 100. 

Bildquelle

Holly on an old book of Christmas carols, by RosieLea, Public Domain, CC0, pixabay.com

Stechpalmzweig auf einem alten Buch mit Christmas carols, von RosieLea, gemeinfrei, CC0, pixabay.com

https://pixabay.com/de/buch-alte-weihnachten-carol-1076196/