Weihnachtliche Musik & Gesang

Weihnachtliche Musik & Gesang

Es weihnachtet sehr. Weihnachtliche Musik & Gesang gehören einfach dazu! Auch in diesem Jahr habe ich wieder ein festliches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien aus Barock, Klassik und Romantik zusammengestellt. Anfragen nehme ich gern über das Kontaktformular entgegen.

Es weihnachtet sehr

Festlich erstrahlt die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten. Alle Straßen und Geschäfte sind hell erleuchtet und weihnachtlich dekoriert. Auf den Weihnachtsmärkten duftet es nach Punsch, Glühwein, Maronen, Mandeln, Nüssen und anderen kulinarischen Genüssen. Wir genießen die besinnliche Adventszeit mit schöner Musik und machen es uns bei einem Kaffee, einer Tasse Tee oder einem Punsch gemütlich. Bei mir ist die Advents- und Weihnachtszeit natürlich auch wieder gut ausgefüllt mit Proben und Konzertvorbereitungen. Denn erst wenn ich selbst musikalisch aktiv sein kann, kommt bei mir so richtig Weihnachtsstimmung auf.

Was wäre ein Weihnachtsfest ohne die passende festliche Musik? Daher habe ich mein klassisches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien wieder hervorgeholt und noch um ein paar schöne Stücke ergänzt.

Wenn Sie für einen Adventsgottesdienst, eine Messe oder eine Weihnachtsfeier noch kurzfristig ein festliches Programm zusammenstellen möchten und eine musikalische Umrahmung suchen, biete ich Ihnen gern meine Dienste als Sängerin an. Es bereitet mir immer Freude, mit meinem Gesang Ihre Veranstaltung musikalisch zu umrahmen und zu verschönern.

Mein festliches Repertoire mit Weihnachtsliedern und geistlichen Arien aus Barock, Klassik und Romantik können Sie hier nachlesen:

Folder Advent & Weihnachten

Bei Interesse bitte ich Sie um eine Nachricht über das Kontaktformular. Ich freue mich auf Ihre Anfrage.

Neues Repertoire

In den letzten Wochen war ich wieder fleißig. Neben dem Weihnachtsprogramm wurde intensiv an meinem neuen Crossover-Programm gearbeitet. Zu diesem Zweck habe ich zusammen mit meinem Pianisten Edmund Hauswirth das Duo Sogno d’Or gegründet. Nur so viel sei schon einmal verraten: Es wird ein internationales Programm mit Liedern in fünf Sprachen – eine bunte Mischung aus Operette & Musical, deutschsprachigen Liedern & französischen Chansons, italienischen & spanischen Kanzonen, Evergreens & Schlagern. Zwei Konzerttermine für April 2019 stehen schon fest! Nähere Informationen hierzu sowie aktuelle Fotos folgen in Kürze.

Heintje und Ich – Weihnachten | Erfreuliche Neuigkeiten von Hein Simons

Heintje und Ich – Weihnachten

Erfreuliche Neuigkeiten von Hein Simons

Weihnachts-CD und Weihnachts-Tournee: Nach seinem großartigen Comeback mit dem Album Heintje und Ich (2017) ist Hein Simons alias „Heintje“ weiterhin auf Erfolgskurs. Unter dem Titel Heintje und Ich – Weihnachten ist bei TELAMO soeben eine Neuauflage des Bestseller-Albums erschienen und eroberte prompt Platz 1 der Schlageralbum-Charts. Produziert wurde das Album von dem erfolgreichen Produzenten Christian Geller. Die exklusive 2CD-Weihnachts-Edition beinhaltet zusätzlich eine Duett-Neuaufnahme des Erfolgsalbums Weihnachten mit Heintje, das beinahe schon ein Klassiker ist. Auf seinem neuen Weihnachtsalbum singt Hein Simons abermals im Duett mit seinem jüngeren Ich. – Doch damit nicht genug: Im Dezember geht der Sänger erneut auf Weihnachtstournee.

Über das 50-jährige Bühnenjubiläum des niederländischen Sängers wurde an dieser Stelle im Dezember vergangenen Jahres ausführlich berichtet. Die erfreulichen Neuigkeiten von Hein Simons bieten heuer genug Anlass zu einem ergänzenden Beitrag.

Heintje und Ich – Weihnachten – die Neuauflage des Erfolgsalbums als exklusive 2CD-Weihnachts-Edition

1968: Weihnachten mit Heintje

Vor 50 Jahren, am 1. November 1968, erschien bei ARIOLA das Weihnachtsalbum Weihnachten mit Heintje, das für den damals 13-jährigen Kinderstar und sein Team ein gigantischer Erfolg wurde. Mit sage und schreibe 1,7 Millionen verkauften Exemplaren gilt diese Langspielplatte als eines der meistverkauften deutschsprachigen Weihnachtsalben überhaupt. Über viele Jahrzehnte hindurch hat die LP Weihnachten mit Heintje das Weihnachtsfest in vielen Familien verschönert. Dass das Traditionsalbum bis heute eine besondere Faszination ausübt, ist natürlich vor allem der glockenhellen Stimme von Heintje zu verdanken. Die auf Vinyl verewigten Weihnachtslieder bestechen aber auch durch die schönen, beinahe klassischen Arrangements von Wolf Hausmann, Albert Schwarzmann und Johannes Jorge sowie den strahlenden Orchesterklang (Orchester Franz Frankenberg, mit Kirchenglocken, Chören, Streichern und Bläsern). Der festliche Höreindruck des Nostalgie-Albums lässt sofort Weihnachtsstimmung aufkommen. Hein Simons selbst hat in diversen Interviews bestätigt, dass die LP Weihnachten mit Heintje zu seinen Lieblingsalben gehört, weil die Arrangements mit Streichern und Bläsern so schön gemacht sind.

2018: Heintje und Ich – Weihnachten

50 Jahre später, am 2. November 2018, hat die Firma TELAMO unter dem Titel Heintje und Ich – Weihnachten eine exklusive 2CD-Weihnachts-Edition auf den Markt gebracht. Die soeben erschienene Neuauflage des Erfolgsalbums Heintje und Ich wurde in der 2CD-Weihnachts-Edition noch um einen Bonustitel („Schneeglöckchen im Februar“) ergänzt. Doch das Schönste daran ist: Die Doppel-CD beinhaltet als Bonus-Album auch eine komplette Neuaufnahme des Weihnachts-Klassikeralbums Weihnachten mit Heintje (von 1968), abermals in der Duett-Version mit Heintje und dem erwachsenen Hein Simons.

Auf CD 1 sind die Titel des Bestselleralbums Heintje und Ich (erschienen im Dezember 2017) zu hören. Dieses Album eroberte auf Anhieb die Top Charts und ist dort schon sage und schreibe seit 25 Wochen erfolgreich vertreten (Stand: 5. November 2018). Bereits innerhalb einer Woche nach Veröffentlichung der weihnachtlichen Neuauflage landete das Album Heintje und Ich prompt auf Platz 1 der Schlageralbum-Charts.

Auf CD 2 der Doppel-Edition Heintje und Ich – Weihnachten ist die komplette Duett-Neuaufnahme des Nostalgie-Albums Weihnachten mit Heintje festgehalten. Produziert wurde das Album erneut von Christian Geller. Bereits in den vergangenen Jahren hat der erfolgreiche Produzent bewiesen, dass er einen untrüglichen Instinkt für hitverdächtige Produktionen und ein geschicktes Händchen für deren technische Umsetzung hat.

Auf der neuen Weihnachts-CD singt Hein Simons noch einmal im Duett mit seinem jüngeren Ich. Das Resultat ist erstaunlich und zugleich erfreulich! Die Baritonstimme des erwachsenen Hein Simons harmoniert prima mit der Kinderstimme des kleinen Heintje. Der mittlerweile 63-jährige Sänger hat nach wie vor ein sehr schönes, samtiges Timbre, das gerade in den besinnlichen Liedern hervorragend zur Geltung kommt und auch in der etwas höheren Baritonlage eine sehr schöne Ausstrahlung hat. Besonders reizvoll ist es, wenn der gereifte Hein Simons die zweite Stimme zu seinem jüngeren Ich singt oder den Gesangspart des jungen Heintje in der Baritonlage kanonartig imitiert – wie in „Leise rieselt der Schnee“ oder „Stille Nacht“. Hier zeigt sich einmal mehr die Musikalität des Sängers, dessen Stimme auf diesem Album beinahe schon klassisch anmutet.

Inhalt der Weihnachtsedition Heintje und Ich

CD 1

  • Mama
  • Kleine Kinder, kleine Sorgen
  • Oma so lieb
  • Aba Heidschi Bumbeidschi
  • Mamatschi
  • Sei doch bitte wieder gut
  • Du sollst nicht weinen
  • Deine Liebe, deine Treue
  • Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen
  • Ich bau dir ein Schloss
  • Scheiden tut so weh
  • Wenn wir alle Sonntagskinder wär’n
  • Mein schönstes Lied
  • Ich sing ein Lied für dich
  • Klein sein, das ist schön
  • Schneeglöckchen im Februar
CD 2

  • Stille Nacht, Heilige Nacht
  • Süßer die Glocken nie klingen
  • Es ist ein Ros´ entsprungen
  • Leise rieselt der Schnee
  • Morgen kommt der Weihnachtsmann
  • Kommet ihr Hirten
  • O Tannenbaum
  • O du fröhliche
  • Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen
  • Kling, Glöckchen, Klingelingeling
  • Alle Jahre wieder
  • Morgen, Kinder, wird´s was geben
  • Vom Himmel hoch, da komm ich her

Die Technik macht’s möglich

Die Duett-CD Heintje und Ich wurde durch ein aufwändiges technisches Verfahren möglich, wie Produzent Christian Geller in einem Interview verriet: Da die vierspurigen Tonbänder mit den alten Aufnahmen im Laufe der Zeit verkleben, mussten sie zunächst in einem speziellen Backofen aufbereitet werden. Danach konnten die Bänder nur ein einziges Mal abgespielt werden. Dieses aufwändige Verfahren birgt natürlich auch das Risiko einer Zerstörung der alten Tonbänder. Um für die Nachwelt erhalten zu bleiben, mussten die Aufnahmen gleich während des ersten Abspielens digitalisiert werden. Die Spuren mit dem ursprünglichen Orchester und Chor wurden im Zuge der Neueinspielung durch einen neuen Orchestersound ersetzt. Dazu wurde die Stimme des erwachsenen Hein Simons im Studio neu eingespielt. Die Texte der ersten Duett-CD Heintje und Ich wurden von Textdichter Tobias Reitz neu bearbeitet und so adaptiert, dass sie den Inhalt aus der Sicht des erwachsenen Sängers wiedergeben.

Eine gelungene Produktion

Das Album Heintje und Ich – Weihnachten zeigt einmal mehr, dass Hein Simons mit seinen mehr als 50 Jahren Bühnenpraxis in der U-Musik nach wie vor zu den ganz Großen gehört. Sein wohlklingender, gut geführter Bariton ist einzigartig in der Schlager-Branche. Und seine Baritonstimme braucht sich auch nicht hinter seiner Kinderstimme zu verstecken.

Die schönen, melodischen Arrangements von Wolf Hausmann, Albert Schwarzmann, Johannes Jorge und Franz Frankenberg wurden in der Neueinspielung weitgehend übernommen, jedoch wurden die Chöre und das Orchester neu eingespielt. Ein kleiner Wermutstropfen: Im Vergleich zum Nostalgie-Album Weihnachten mit Heintje vermisst man bei der Neueinspielung den originalen, strahlenden Orchesterklang der Streicher und Bläser (Posaunenchor). Die ursprüngliche Orchesterbesetzung der Langspielplatte von 1968 (Orchester Franz Frankenberg) weicht in der Neuaufnahme einem synthetisch produzierten Sound – ein Vorgehen, das bei heutigen Studioaufnahmen gängige Praxis ist.

Dennoch stellt sich die Frage, ob es für einige der langsamen und getragenen Weihnachtslieder nicht schöner gewesen wäre, die originale Orchesterbesetzung aus dem alten 4-Spur-Tonband zu übernehmen. Aber das ist die Meinung der Autorin und für die Fans sicher eher von geringer Bedeutung. In jedem Falle überzeugt das neue Weihnachtsalbum durch die gelungenen Interpretationen von Hein Simons und seinem jüngeren Ich sowie die technisch anspruchsvolle Realisierung durch Christian Geller.

Die 2CD-Edition Heintje und Ich – Weihnachten ist ein wunderschönes, stimmungsvolles Weihnachtsgeschenk, das nicht nur die Herzen der Heintje- und Hein Simons-Fans erfreuen wird. Das neue Album von Hein Simons sorgt abermals für Gänsehaut-Momente und klingt verdächtig nach Gold!

Die neue exklusive 2CD-Weihnachts-Edition Heintje und Ich – Weihnachten kann bei Shop24Direct bestellt werden. Sie ist als CD und auch als Fanbox erhältlich:

CD: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsWeihnachten
Fanbox: www.shop24direct.de/HeintjeHeinSimonsWeihnachtenBox

Laut Informationen der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) hat das Album „Heintje und Ich“ inzwischen Gold-Status erreicht. Nähere Details unter:

http://schlagerprofis.de/hein-simons-erste-goldene-schallplatte-in-deutschland/

Am 7. Dezember ist auch die DVD „Heintje und Ich – Weihnachten“ erschienen. Sie beinhaltet neben den Titeln der CD auch das TV-Spezial „Hein Simons – persönlich“. Auf der DVD spricht Moderator Michael Niekammer mit Hein Simons über sein Leben, seine Karriere als Kinderstar und natürlich auch über sein großartiges Comeback mit „Heintje und Ich“. Die DVD ist bei Shop24Direct unter dem folgenden Link erhältlich:

https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-ich-weihnachten-440160

Als kleinen Vorgeschmack auf die CD-Edition Heintje und Ich – Weihnachten gibt es auf YouTube ein schönes Video des Weihnachtsliedes „Leise rieselt der Schnee“. Ich danke der Firma TELAMO GmbH für die freundliche Genehmigung zum Einbetten des Videos in meinen Artikel.

 

Hein Simons, Pressefoto
Hein Simons. Mit freundlicher Genehmigung der TELAMO GmbH, München. (c) – German Popp

Weihnachten mit unseren Stars – die Neuauflage der Weihnachtstournee mit Hein Simons

Nach seiner erfolgreichen Weihnachtstournee im Dezember 2017 wird Hein Simons auch in diesem Jahr wieder auf Weihnachtstournee gehen. Vom 30. November bis zum 30. Dezember ist der Sänger vorwiegend in den neuen Bundesländern unterwegs, wo er 23 Konzerte geben wird. Dabei wird Hein Simons – abermals im Duett mit seinem jüngeren Ich – nicht nur seine größten Erfolge, sondern auch seine Weihnachtslieder aus der neuen Duett-CD präsentieren und für Gänsehaut-Momente sorgen.

Veranstaltet von THOMANN Künstler Management, in Kooperation mit dem Deutschen Musik Fernsehen und moderiert von Maximilian Arland, hat „Weihnachten mit unseren Stars“ im vergangenen Jahr das Publikum begeistert und wird in diesem Jahr fortgesetzt.

Mit dabei sind diesmal auch Captain Cook und seine singenden Saxophone. Die erfolgreiche Instrumental-Formation ist ein Garant für gute Unterhaltung und einfühlsame Melodien. Die mit Saxophon-Klängen veredelten Evergreens laden zum Träumen und Mitsummen ein.

Wie schon im letzten Jahr, wird auch diesmal wieder Maximilian Arland mit viel Charme, Gefühl und Witz durch das Programm führen. Dabei wird das Allround-Talent sowohl Weihnachtslieder als auch Hits aus seinem eigenen Repertoire präsentieren.

Karten für die Tournee Weihnachten mit unseren Stars können unter dem folgenden Link bestellt werden:

https://www.thomann-music.de/alle-konzerte/weihnachten-mit-unseren-stars-2018

Wenn ein Sänger aus der Schlagerbranche sich einen Preis für das Comeback des Jahres verdient hat, dann ist es gewiss Hein Simons! Hier zeigt sich einmal mehr, dass sich Geduld und Beharrlichkeit auf Dauer doch auszahlen! Wir freuen uns mit Hein Simons über seinen großartigen Erfolg. Für sein neues Weihnachtsalbum und die bevorstehende Weihnachtstournee wünschen wir ihm ebenfalls alles Gute!

 

Sylvia Kreye, Wien

 

Diese CD-Rezension ist ebenfalls erschienen auf SCHLAGERPROFIS.DE: http://schlagerprofis.de/heintje-und-ich-cd-rezension-von-sylvia-kreye/

Quellen

Buchtipp

  • Jan Adriaan Zwarteveen: Ich war Heintje – Sein Leben als Kinderstar mit der unvergesslichsten Stimme der Welt (aus dem Niederländischen übersetzt von Willy und Silvia Bremer), Giger Verlag GmbH, CH-8852 Altendorf, erhältlich bei Shop24Direct:  https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Weitere Artikel zu Hein Simons finden Sie auf den folgenden Unterseiten:

Signierstunde mit Hein Simons

21. Dezember 2017: Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 2: Vom Kinderstar zum Bariton

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum | Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar

23. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

23. Dezember

O du fröhliche & O sanctissima

Im musikalischen Adventskalender geht es heute um das Weihnachtslied O du fröhliche und die lateinische Originalversion O sanctissima. 

Das Lied O du fröhliche gehört zweifelsohne zu den bekanntesten deutschsprachigen Weihnachtsliedern. An Heiligabend ist es fester Bestandteil der Christvesper in der evangelischen Kirche. Auch in der katholischen Kirche wird es gesungen.

Die Melodie geht auf ein traditionelles Marienlied zurück, das in der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache gesungen wurde. Nach der ältesten bekannten Ausgabe, die 1792 in London erschien, handelt es sich um ein traditionelles Lied aus Sizilien. Jedoch gibt es keine Originalquelle, welche die Herkunft der Melodie oder des Textes bestätigt. Das Lied wird oft Sicilian Mariners Hymn genannt, mit Bezug auf den Brauch, dass die Seeleute früher nachts die Mutter Maria als ihre Beschützerin angerufen haben.

O sanctissima (lateinisch)
O Sanctissima, traditional Latin hymn to the Virgin Mary, earliest known printing, European Magazine and London Review. 22 (5): 385–386, Public Domain, Wikimedia Commons

Nachdem das Lied 1792 anonym im European Magazine und dann 1794 in einem amerikanischen Magazin veröffentlicht worden war, verbreitete sich O sanctissima zu Beginn des 19. Jahrhunderts in vielen Sprachen. Johann Gottfried Herder (1744 – 1803) nahm es in seine Sammlung Stimmen der Völker in Liedern auf, die posthum im Jahre 1807 erschien. Sowohl Haydn als auch Beethoven haben Chorbearbeitungen des lateinischen Liedes geschrieben. 

Hier ist der lateinische Originaltext von O sanctissima mit englischer und deutscher Übersetzung.   

O sanctissima (lateinische Textfassung) 

O sanctissima, o piissima,
dulcis Virgo Maria!
Mater amata, intemerata,
ora, ora pro nobis.

Tu solatium et refugium,
Virgo Mater Maria.
Quidquid optamus, per te speramus;
ora, ora pro nobis.

Ecce debiles, perquam flebiles;
salva nos, o Maria!
Tolle languores, sana dolores;
ora, ora pro nobis.

Virgo, respice, Mater, aspice;
audi nos, o Maria!
Tu medicinam portas divinam;
ora, ora pro nobis.

Englische Übersetzung (Wikipedia, O Sanctissima)

O most holy, o most loving,
sweet Virgin Mary!
Beloved Mother, undefiled,
pray, pray for us.

You are solace and refuge,
Virgin, Mother Mary.
Whatever we wish, we hope it through you;
pray, pray for us.

Look, we are weak and deeply deplorable;
save us, o Mary!
Take away our lassitude, heal our pains;
pray, pray for us.

Virgin, look at us, Mother, care for us;
hear us, o Mary!
You bring divine medicine;
pray, pray for us. 

Deutsche Übersetzung (sinngemäß, von Sylvia Kreye)

O heiligste, o gnädigste,
süße Jungfrau Maria!
Geliebte, unbefleckte Mutter,
bitte, bitte für uns.

Du bist Trost und Zuflucht,
Jungfrau Mutter Maria.
Was wir wünschen, erhoffen wir durch dich;
bitte, bitte für uns.

Sieh, wir sind schwach, sehr beklagenswert;
rette uns, o Maria!
Nimm hinweg die Trägheit, heile die Schmerzen;
bitte, bitte für uns.

Jungfrau, sorge für uns, Mutter, schau auf uns;
erhöre uns, o Maria!
Du bringst göttliche Medizin;
bitte, bitte für uns. 

Soweit zur lateinischen Fassung. Die Melodie von O sanctissima wurde für das deutsche Weihnachtslied O du fröhliche und dessen englische Version O, how joyfully sowie für den englischen Schlussgesang Lord, Dismiss Us With Thy Blessing in der anglikanischen Kirche wiederverwendet. 

O du fröhliche (deutsche Textfassung)

O du fröhliche (deutsch)
O du fröhliche, Melodie und deutsche Textfassung, gemeinfreies Werk, Wikimedia Commons

Der deutsche Text nimmt nicht auf die Jungfrau Maria, sondern vielmehr auf Jesus selbst und seine Geburt Bezug.   

Die deutschsprachige Fassung O du fröhliche mit dem Originaltext von Johannes Daniel Falk entstand nach neuesten Forschungsergebnissen schon im Jahre 1815. 

Johannes Daniel Falk, der in Weimar ein Rettungshaus für verwahrloste Kinder gegründet hatte, schrieb den Text zum Lied O du fröhliche, um es zu Weihnachten mit den von ihm betreuten Kindern singen zu können. Die Melodie hatte er in Johann Gottfried Herders Sammlung Stimmen der Völker in Liedern gefunden.

In seiner Urfassung war das Lied zunächst ein „Allerdreifeiertagslied“, wie es Falk selbst nannte. Die ursprüngliche deutsche Version nimmt auf die drei christlichen Hauptfeste, Weihnachten, Ostern und Pfingsten (und somit auf die Dreifaltigkeit) Bezug:

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Osterzeit!
Welt liegt in Banden, Christ ist erstanden:
Freue, freue dich, Christenheit!

O du fröliche, o du selige,
gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister, heiligt die Geister:
Freue, freue dich, Christenheit!  

In dieser Fassung wurde das Lied 1816 veröffentlicht. Der Erstdruck befindet sich in dem am 30. Januar 1817 abgeschlossenen Zweiten Bericht von Falks sozialdiakonischem Förderverein Gesellschaft der Freunde in der Noth. Der Bericht enthält auch eine Liste von Liedern, „die jeder Zögling der Sonntagsschule auswendig wissen und singen muss.“ 

Seinen Siegeszug trat das Lied allerdings nicht als Allerdreifesttagslied,  sondern als Weihnachtslied an. Vom Weihnachtslied O du fröhliche stammt nur noch die erste Strophe von Falk. Die anderen Strophen wurden von Heinrich Holzschuher, einem Mitarbeiter Falks, im Jahre 1829 verfasst. In dieser Form ist das Lied bis heute erhalten geblieben: 

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit! 

Das von Falk und Holzschuher gedichtete Weihnachtslied wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die englische Fassung dürfte wohl am bekanntesten sein:

O how joyfully (englische Textfassung)

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
To a world so lost in sin,
Christ the Savior, enters in:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
Jesus, born in lowly stall,
With His grace redeems us all:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore!

O how joyfully,
O how blessedly,
Comes the glory of Christmastime!
Hosts of angels from on high,
Sing, rejoicing, in the sky:
Praise Him, Praise Him Christians, evermore! 

Das Weihnachtslied O du fröhliche wurde auch in das Evangelische Kirchengesangbuch (EG 44) und in viele Diözesanhänge des katholischen Gotteslobs aufgenommen. 

Aufnahmen 

Auf YouTube gibt es mehrere Aufnahmen, unter anderem einen Live-Mitschnitt mit den Regensburger Domspatzen und eine sehr feierliche Live-Aufnahme von einer Christmette 2012 mit Orgel und Gemeindegesang (bei der man sogar dem Organisten auf die Finger schauen kann):

Quellen

https://en.wikipedia.org/wiki/O_Sanctissima 

https://de.wikipedia.org/wiki/O_du_fröhliche

https://de.wikisource.org/wiki/O_du_fröliche

https://johannesfalkverein.jimdo.com/o-du-fröhliche/     

http://ingeb.org/Lieder/ODuFrohl.html 

http://www.evangelisch.de/inhalte/129491/17-12-2015/weihnachtslied-oh-du-froehliche-offenbar-aelter-als-bislang-vermutet    

Johannes Daniel Falk: Gesellschaft der Freunde in der Noth aufs Jahr 18[…]: Zweyter Bericht. 1816

Notenquellen

O Sanctissima, traditional Latin hymn to the Virgin Mary, earliest known printing, European Magazine and London Review. 22 (5): 385–386, Public Domain, Wikimedia Commons

https://en.wikipedia.org/wiki/O_Sanctissima#/media/File:OSanctissima1792.jpg     

O du fröhliche, Melodie und deutsche Textfassung:

https://de.wikipedia.org/wiki/O_du_fröhliche#cite_ref-3          

Bildquellen

Der Wiener Stephansdom zur Weihnachtszeit. – Foto: Sylvia Kreye, 23.12.2016 (OLYMPUS DIGITAL CAMERA)

https://www.youtube.com/watch?v=-nKjUEfDSXQ

https://www.youtube.com/watch?v=qsF0c9NT0yY        

21. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

21. Dezember

Weihnachtsbräuche in Osteuropa

Der musikalische Adventskalender ist heute zu Gast in Osteuropa. Wir bereisen Polen, Ungarn, Tschechien, die Slowakei und Slowenien. Nachdem am 20. Dezember die orthodoxen Weihnachtsbräuche thematisiert wurden, stehen heute die weihnachtlichen Traditionen der römisch-katholischen Länder Osteuropas im Mittelpunkt.

Polen 

Die Weihnachtszeit beginnt in Polen mit dem ersten Advent. Dies ist auch der Beginn der Fastenzeit, die erst am Heiligen Abend mit der Wigilia endet. Wigilia (von vigilare – wachen) wird in Polen das Weihnachtsessen genannt, das aus 12 Gerichten besteht. Es beginnt erst, wenn der erste Stern (Gwiazdka) am Himmel aufgetaucht ist. Dies ist gegen 17 Uhr der Fall. Gwiazdka heißt wörtlich der kleine Stern und bezieht sich auf den Stern von Bethlehem. Gwiazdka bringt in Polen auch die Geschenke. 

Beim Weihnachtsessen wird traditionell ein Gedeck mehr aufgelegt als benötigt. Mit diesem Brauch wird zum einen der Verstorbenen gedacht, zum anderen ist es auch ein Zeichen der Gastfreundschaft, für den Fall, dass unerwarteter Besuch kommt. Gleichzeitig wird dadurch an die Weihnachtsgeschichte und die Herbergssuche von Josef und Maria erinnert. Ein polnisches Sprichwort lautet: „Gość w domu, Bόg w domu“ („Ist ein Gast im Haus, so ist Gott im Haus“). 

Bei jedem Gedeck liegt eine Oblate (Oplatek), die meist mit einem Heiligenbild verziert ist. Vor Beginn des Weihnachtsessens geht jeder mit seiner Oblate herum und gibt den anderen jeweils ein Stück davon ab. Das Brechen der Weihnachtsoblate geht zurück auf die christliche Tradition des Brotbrechens. Dabei wünscht man sich gegenseitig viel Glück für das nächste Jahr. Auf dem Land bekommen auch die Nutztiere etwas von der Oblate, denn die Legende besagt, dass die Tiere in der Weihnachtsnacht mit menschlicher Stimme sprechen können, jedoch nur Menschen, die reinen Herzens sind, könnten diese auch hören. 

Das Weihnachtsessen besteht in Polen aus zwölf Gerichten – in Erinnerung an die zwölf Apostel. Am Heiligen Abend werden nur vegetarische Speisen und Fisch (Rollmops, Hering oder Karpfen) serviert. Außerdem gibt es Barszcz (Borschtsch, Rote-Bete-Suppe) mit Uszka (Ravioli), Pierogi (Teigtaschen) mit Sauerkraut und Pilzen, eine Weihnachtspastete und Chalka (Hefezopf) mit Kompott aus Trockenobst, gekochte Kartoffeln, Rotkohl mit Trockenobst, Sauerkraut mit getrockneten Pilzen und diverse Desserts. 

Nach dem Weihnachtsessen werden Weihnachtslieder (kolędy) gesungen und die Geschenke ausgepackt. Anschließend gehen die Familien zur Mitternachtsmesse (Pasterka). 

Der Weihnachtsbaum wurde in Polen im 19. Jahrhundert eingeführt. Manche Familien legen etwas Heu unter das Tischtuch oder in die vier Ecken des Zimmers, um an die Geburt Christi im Stall zu erinnern. Bisweilen werden auch Geldmünzen unter die Tischdecke oder unter die Teller gelegt, um die Familienmitglieder vor Armut zu schützen. Auch die Polen verstecken gern eine Nuss in einem Kuchen. Wer die Nuss in seinem Stück findet, wird ein gutes neues Jahr haben.   

Auf dem Land ziehen kostümierte Sternsinger von Haus zu Haus und stellen Bibelszenen dar. Dafür bekommen sie Süßigkeiten oder etwas Geld. Nach dem Volksglauben hat der Verlauf der Wigilia einen Einfluss auf das kommende Jahr. Daher bemühen sich die Polen, an diesem Fest Streit zu vermeiden und sich versöhnlich zu begegnen. 

21. Dezember - Gedeckter Tisch für traditionelle Wigilia in Polen
Wigilia potrawy in Polen – ein für eine traditionelle Wigilia gedeckter Tisch. – Attribution/Urheberschaft: Przykuta, 24.12.2006, Wikimedia Commons, license CC BY-SA 3.0

Ungarn  

In Ungarn wird am 13. Dezember der Luca-Tag (Luca napja) – ähnlich dem Lucia-Fest in Schweden – gefeiert. In ländlichen Regionen wurde früher an diesem Tag mit dem Bau eines Luca-Stuhles (Luca széke) begonnen, der dann genau zu Heiligabend fertig wurde. 

An Heiligabend (Szenteste) wird in Ungarn traditionell Fischsuppe aus Karpfen gegessen. Der zweite Gang besteht aus gebratenem Fisch. Zu Weihnachten (Karácsony), vor allem am ersten Weihnachtstag, wird traditionell gefülltes Kraut gegessen. Auch in Ungarn wird ein Christbaum aufgestellt. Eine ungarische Spezialität ist das sogenannte szaloncukor (Salonzuckerl), das als Baumbehang verwendet wird. Ursprünglich handelte es sich dabei um ein in Seide gewickeltes Zuckerstück, heute sind es mit Schokolade überzogene Weihnachtsbonbons. In Ungarn bringt das Christkind (Jézuska) die Geschenke. Zur Zeit des Kommunismus wurde versucht, Jézuska durch Télapó zu ersetzen, der am 6. Dezember auch an die Stelle des Nikolaus (Mikulás) trat.   

In der Weihnachtszeit gehen die Kinder zu Familien und führen ein Krippenspiel auf, das in Ungarn betlehemezés (Betlehemspiel) genannt wird. 

Tschechien 

Auch in Tschechien finden das Weihnachtsessen und die Bescherung am Heiligen Abend statt. Daher heißt Heiligabend auf Tschechisch auch Štědrý večer, bzw. dem Štědrý den (der Großzügige Abend, der Reichliche Tag). Das Christkind, Ježíšek, bringt die Geschenke. Vor dem Weihnachtsmahl wird in Tschechien gefastet. Es wird gesagt, dass man am Abend ein goldenes Schweinchen (ein traditionelles Glückssymbol), Zlaté prasátko, sehen kann, wenn man den ganzen Tag nichts gegessen hat. Zu den volkstümlichen Traditionen gehört auch das Bleigießen. Außerdem werfen die Mädchen ihre Schuhe über die Schultern; wenn die Schuhspitze zur Tür zeigt, steht eine Heirat bevor. 

Das traditionelle Festessen besteht in Tschechien aus Weihnachtskarpfen mit Kartoffelsalat.   

Slowakei 

Am 4. Dezember feiern die Slowaken den Barbaratag. An diesem Tag stellen die jungen Mädchen Kirschzweige ins Wasser. Blühen die Zweige an Heiligabend, verheißt das Liebesglück im kommenden Jahr. Am 12. Dezember gehen Frauen von Haus zu Haus und erschrecken Männer.

An Heiligabend bringt das Christkind, Ježiško, die Geschenke. Das Weihnachtsessen beginnt bei Einbruch der Dunkelheit. In der Regel wird Pilzsuppe, Fisch, Sauerkraut und Gebäck serviert. Anschließend besuchen die Familien die Mitternachtsmesse. Am 25. Dezember wird im Familienkreis, am 26. Dezember im Freundes- und Bekanntenkreis gefeiert. 

Slowenien 

In Slowenien ist die Weihnachtszeit besonders lang: Sie beginnt schon am 13. November mit einem Festessen, das die sechswöchige weihnachtliche Fastenzeit einläutet, und endet erst am 2. Februar. Die Weihnachtskrippe (Jaslice) bleibt die ganze Zeit über im Mittelpunkt der Wohnung stehen. In Slowenien steht am Heiligabend nur der Besuch der Mitternachtsmesse an. Das Weihnachtsessen und die Bescherung finden am 25. Dezember statt. Besuch ist an diesem Tag nicht angesagt, denn Gäste am ersten Weihnachtstag verheißen ein unglückliches neues Jahr. 

Zu einem typischen Festmahl gehört in Slowenien das Weihnachtsbrot, ein aus Roggen, Buchweizen und Weizen gebackenes Brot, dem magische Kräfte zugeschrieben werden. 

In religiösen Familien ist es üblich, das Haus dreimal zu segnen: an Heiligabend, an Silvester und am Dreikönigstag. Die Weihnachtszeit endet in Slowenien erst mit dem Fest der Darstellung des Herrn am 2. Februar. 

Weihnachtslieder aus Osteuropa 

Bóg się rodzi (Polnische Weihnachtshymne) 

In Polen werden in der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend viele Weihnachtslieder, darunter die polnische Weihnachtshymne Bóg się rodzi (Christus ist geboren), gesungen. Der Liedtext wurde 1792 von Franciszek Karpiński  verfasst. Der Komponist ist unbekannt. Auf YouTube findet man mehrere Versionen der feierlichen Weihnachtshymne:   

https://www.youtube.com/watch?v=vA7WGw5SSfM

https://www.youtube.com/watch?v=ke2Kz8pvdaI          

Lulei ze jezuniu 

Lulajże, Jezuniu ist ein polnisches Weihnachtslied aus dem 17. Jahrhundert. Die älteste erhaltene polnische Version befindet sich im Erzbischöflichen Archiv in Posen. Von dem Lied gibt es verschiedene deutsche Übersetzungen.

Lulajże, Jezuniu, Noten
Lulajże, Jezuniu: Liederprojekt, Benefizprojekt für das Singen mit Kindern (kostenlos), CARUS Verlag

Das Liederprojekt des CARUS-Verlages ist ein kostenloses Benefizprojekt, um das Singen mit Kindern zu fördern. Auf der Website des CARUS-Verlages findet sich zum Liederprojekt folgener Text:

„Auf www.liederprojekt.org bietet das LIEDERPROJEKT ein umfangreiches, kostenloses Liedarchiv an. Nahezu alle Lieder des Projekts mit Noten und Strophen, Instrumentalfassungen und gesungenen Fassungen sowie über 170 Podcasts mit ausführlichen Hintergrundinformationen, sind hier kostenlos verfügbar. Lassen Sie sich inspirieren und singen Sie mit!“

Von dem Lied Lulei ze jezuniu gibt es ein paar gute Aufnahmen auf YouTube, einmal in einer Interpretation mit dem Warschauer Philharmonischen Chor und Orchester, dann in einer Chorfassung mit polnischen und englischen Untertiteln, und schließlich in einer Version mit den drei Tenören:     

https://www.youtube.com/watch?v=tPc20BS3hC8        

https://www.youtube.com/watch?v=y6umHA47qs4         

Ungarn: Mennyböl az Angyar 

Traditionelle ungarische Weihnachtslieder sind Kis karácsony, nagy karácsony (Kleine Weihnachten und große Weihnachten) und Mennyből az angyal (Engel aus dem Himmel). Letzteres wollen wir im heutigen Adventskalender vorstellen. Aus verlagsrechtlichen Gründen wollen wir uns hier auf die Gesangsstimme beschränken. 

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)

Engel aus dem Himmel (ungarisch)
Mennyből az angyal – Engel aus dem Himmel, Gesangsstimme (Ausschnitt) 

Eine vollständige Bearbeitung des Liedes, mit Klavierbegleitung und Akkordbezifferungen, ist im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582, enthalten.

Von dem Lied Mennyböl az Angyar gibt es auf YouTube zwei gute Aufnahmen, einmal mit einem ungarischen Kinderchor und eine Version mit der ungarischen Opernsängerin Erika Miklósa:

https://www.youtube.com/watch?v=RhMHXOgVLmQ

https://www.youtube.com/watch?v=SG-QAXGFa_Y      

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

https://de.wikipedia.org/wiki/Wigilia      

http://www.urlaub-ungarn.at/kultur/weihnachten-in-ungarn.html      

http://www.tschechien-online.org/basisinfo/weihnachten-tschechien      

http://www.myczechrepublic.com/de/tschechische-kultur/feiertage-traditionen/weihnachten-tschechien.html

http://slovakia.travel/de/weihnachten-24-26-dezember          

http://www.bookanddrink.com/weihnachten/weltweit/slowakei.htm 

http://www.ich-will-weihnachten.de/weihnachten-weltweit/weihnachten-in-slowenien/

http://www.bookanddrink.com/weihnachten/weltweit/slowenien.htm                        

Eine Auswahl an fremdspachigen Weihnachtsliedern ist auf der folgenden Website zu finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder#Russisch     

Weitere Weihnachtslieder aus Osteuropa sind im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus aller Welt von Kurt Pahlen, Hug & Co. Zürich, Edition Hug 11582, enthalten. 

Notenquellen

Lulajże, Jezuniu: Liederprojekt, Benefizprojekt für das Singen mit Kindern, CARUS Verlag

http://liederprojekt.org/lied39164.html 

Mennyből az angyal: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co. Zürich, Edition Hug 11582, Seite 134-135.  

Bildquellen

Beitragsbild: Prague Christmas Market – Weihnachtsmarkt in Prag

Christmas market on Old Town Square, Prague 2006

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Prague_christmas_market_9949a.jpg   

Attribution/Urheberschaft:

Hynek Moravec [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], from Wikimedia Commons

Wigilia potrawy – Ein Tisch, der für eine traditionelle Wigilia gedeckt wurde, von Przykuta, 24.12.2006, Wikimedia Commons, license CC BY-SA 3.0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AWigilia_potrawy_554.jpg

By Przykuta (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5-2.0-1.0)], via Wikimedia Commons

19. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

19. Dezember

Weihnachtsbräuche aus Lateinamerika

Der musikalische Adventskalender stellt heute Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder (Villancicos) aus Lateinamerika vor. Dazu bereisen wir Mexiko, El Salvador, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Chile und nochmals Argentinien.

Nachem wir uns am 17. Dezember mit afroamerikansichen und angloamerikanischen Spirituals befasst haben, geht es heute um lateinamerikanische Weihnachtsbräuche. Da der musikalische Adventskalender am 7. Dezember bereits in Argentinien zu Gast war, steht heute vor allem Mittelamerika im Fokus.

In Lateinamerika findet das Weihnachtsfest in der Regel bei sommerlichen Temperaturen statt. Die Weihnachtsbräuche sind weniger besinnlich als in Europa, sondern eher ausgelassen und fröhlich. 

Die Weihnachtskrippe (el nacimiento, el belén oder el pesebre) spielt in den Ländern Mittel- und Südamerikas eine bedeutende Rolle. In manchen Städten gibt es sogar Krippenwettbewerbe.

Mexiko: Posadas

In Mexiko, Lateinamerika und im Südwesten der USA werden an insgesamt neun Tagen vor Weihnachten die sogenannten Posadas (vom spanischen Wort posada, das Gasthaus, die Herberge) gefeiert. Jeder dieser neun Tage bedeutet einen Monat der Schwangerschaft Marias. Die Posadas symbolisieren die Suche Marias und Josephs nach einer Herberge auf ihrem Weg von Nazareth nach Bethlehem. Die letzte Posada findet am Heiligabend, dem Tag der Geburt Jesu Christi, statt.

Die Posadas sind ein alter Brauch, welcher von den Augustiner-Mönchen in Südamerika eingeführt wurde, um die Atzteken zum Christentum zu bekehren. Zu diesem Zwecke wurden die Sitten der Atzteken übernommen und an das Christentum angepasst. Die erste Posada fand im Kloster von Alcolman statt. (Das Kloster liegt im Nordosten von Mexico-Stadt.) Die Posadas werden nicht nur von römisch-katholischen, sondern auch von evangelisch-lutherischen Christen gefeiert. Auch in Guatemala, Kolumbien und El Savador sind sie Tradition.

Piñata & Ponche

Piñatas sind in Mexiko der Inbegriff einer Fiesta. Piñatas sind bunt gestaltete Figuren (meist aus Pappmaché), die mit Süßigkeiten und Früchten gefüllt werden. Sie sind in Lateinamerika, vor allem in Mexiko, zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Eine Piñata ist ein lustiges Spiel: Ähnlich wie beim „Topfschlagen“, so schlagen auch hier die Kinder mit einem Stock und verbundenen Augen auf die von der Decke herabhängende Piñata ein. Wird diese getroffen und zerbricht, regnet es Überraschungen. Um das Spiel noch lustiger und spannender zu machen, wird das Seil mit der Piñata manchmal auch hoch und runter gezogen. Um dem Kind zu helfen, die Piñata zu finden und zu treffen, wird ein Lied gesungen:

Spanischer Text

Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino
Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Mide la distancia
Que hay en el camino
Dale, dale, dale
No pierdas el tino
Porque si lo pierdes
Pierdes el camino
Dale, dale, dale
Dale y no le dio
Quítenle el palo
Porque sigo yo

Sinngemäße Übersetzung

Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel (wörtl. Treffsicherheit)
Denn verlierst du es
Kommst du vom Weg ab
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel
Miss die Entfernung
Die noch vor dir liegt
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Verlier nicht dein Ziel
Denn verlierst du es
Kommst du vom Weg ab
Schlag sie, schlag sie, schlag sie
Er/sie schlägt und hat nicht getroffen
Nimm ihm/ihr den Stock weg
Denn jetzt bin ich dran

Die traditionelle Piñata ist eine Figur mit sieben kegelförmigen Spitzen, welche die sieben Todsünden symbolisieren. Der Stock, auch Piñatabuster genannt, steht symbolisch für die von Gott gegebene Kraft, das Böse zu bekämpfen, die verbundenen Augen für den Glauben. Die nach dem Zerschlagen herabfallenden Früchte und Süßigkeiten symbolisieren den Segen für die Teilnehmer des Spiels. Neben der religiösen Symbolik dienen die Piñatas aber vor allem dem Spaß. Auch die Formen der Piñatas haben sich inzwischen verändert: Manche Piñatas werden sogar als Politiker dargestellt; auf diese wird dann besonders gern draufgehauen!

19. Dezember - Piñata in Mexiko
Piñata, Wikimedia Commons, Public Domain, von Jediknight 1970, 18.12.2006

Während der Posadas werden Buñuelos (süße Krapfen) gegessen. Dazu wird Ponche, eine Art Punsch mit typisch mexikanischen Früchten, getrunken. Am Heiligen Abend werden zum Abendessen Truthahn, Kabeljau und andere Spezialitäten serviert. Um Mitternacht wird das Jesuskind symbolisch in die Krippe gelegt. Erst dann werden die Geschenke geöffnet.

In Mexiko werden die Geschenke erst am 6. Januar gebracht. Die Kinder stellen am Vorabend ihre Schuhe ans Fenster, damit diese mit Geschenken gefüllt werden.

In El Salvador wird auf den Straßen ein Feuerwerk veranstaltet. In Guatemala setzen die Menschen eine Purtina, einen ausgefallenen Hut, auf und tanzen dann gemeinsam einen Reigen.

In Venezuela ziehen zu Weihnachten Musikgruppen, die Alguinaldos, von Haus zu Haus und musizieren für die Bewohner. Am 24. Dezember wird Weihnachten gefeiert und Hallaca (mit Fleisch gefüllte Teigtaschen aus Maismehl und Hühnerbrühe) gegessen. Nach dem Abendessen packen die Kinder ihre Geschenke aus. Nach der Mitternachtsmesse wird oft noch bis zum frühen Morgen gefeiert.

In Kolumbien werden die Weihnachtsgeschenke von El Niño Jesus oder El Niño Dios (Jesuskind) gebracht.

In Ecuador beginnen die vorweihnachtlichen Feste bereits am 6. Dezember. Ähnlich den Posadas in Mexiko, so wird auch in Ecuador vom 15. – 24. Dezember die Weihnachts-Novene gefeiert. In den Kirchen werden dem Jesuskind zu Ehren Gedichte und Lieder vorgetragen. Auch Weihnachtskrippen spielen eine wichtige Rolle. In Quito gibt es sogar einen Krippenwettbewerb. Am 24. Dezember treffen sich die Familien zum Festmahl.

In Peru heißt das Weihnachtsfest Pascuas. Nur der 25. Dezember ist ein Feiertag. In der Nacht zum 25. Dezember kommt das Christkind und bringt den Kindern die Geschenke ans Bett. Weihnachtskrippen nehmen in Peru eine besonders wichtige Stellung ein. Nach einer Jahrhunderte alten Tradition werden die Krippenfiguren in Peru noch in Handarbeit geschnitzt. Wie in Mexiko, so finden auch in Peru Prozessionen statt, bei denen die biblischen Figuren mitgetragen werden.

In Bolivien wird am 24. Dezember Weihnachten gefeiert. Vor dem Besuch der Mitternachtsmesse stellen die Kinder ihre Schuhe bereit, in die sie ihre Wunschzettel hineinlegen. Das Weihnachtsessen steht erst spät in der Nacht auf dem Programm. Am Morgen des 25. Dezember findet die Bescherung statt.

In Brasilien sind die weihnachtlichen Traditionen ähnlich wie in Europa und Nordamerika. Auch der Weihnachtsbaum und das Verschicken von Weihnachtskarten sind in Brasilien üblich. Weihnachtsbeleuchtung und Krippen spielen ebenfalls eine Rolle. Trotz des warmen Winters wird winterlich dekoriert. Der Weihnachtsmann wird auf Portugiesisch Papai Noel genannt. Der Heilige Abend ist in Brasilien der wichtigste Tag. Um Mitternacht wird in den Kirchen die Missa do Galo (Messe des Hahnes) gefeiert.

In Paraguay bringen die Heiligen drei Könige den Kindern die Geschenke am 6. Januar.

In Chile ist der Überbringer der Geschenke ein Viejo Pasquero (ein alter Hirte).

In Argentinien werden die Geschenke erst am 6. Januar gebracht. Die Kinder am Vorabend ihre Schuhe unter das Bett, damit diese von den drei Weisen mit Süßigkeiten gefüllt werden.

Villancicos aus Lateinamerika 

In der Weihnachtszeit werden in Lateinamerika die sogenannten Villancicos gesungen. Der Begriff Villancico wird im allgemeinen Sprachgebrauch für ein Weihnachtslied in spanischer Sprache gebraucht. Villancicos waren ursprünglich mittelalterliche weltliche Tanzlieder, die vom einfachen Volk (den villanos) gesungen wurden. Im 13. Jahrhundert wurden sie zu bestimmten Festen gesungen. Durch den Einfluss der Kirche entstanden später auch geistliche Villancicos. Eine bedeutende Sammlung von Villancicos erschien 1582 in lateinischer Sprache unter dem Titel piae cantiones. Die weihnachtlichen Villancicos thematisieren die Herbergssuche, die Krippe und den Aufruf an die Hirten, zur Krippe zu kommen.

Die hier vorgestellten Villancicos stammen aus Mexiko, Venezuela, Kolumbien bzw. Mittelamerika und Argentinien. Von dem Lied Venid pastorcillos gibt es verschiedene Fassungen, von denen eine aus Kolumbien stammt. Bei der unten angegebenen Version ist allerdings nur Mittelamerika angegeben.

Auch wenn es sich in der Regel um gemeinfreie Werke handelt, wird hier aus verlagsrechtlichen Gründen nur ein Ausschnitt der Gesangsstimme wiedergegeben. Die vollständigen Liedbearbeitungen mit Klavierbegleitung und Akkordbezifferung sind im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582 enthalten.

Canción para Pedir Posada (aus Mexiko)

Während der Posadas machen die Kinder in Mexiko Paraden durch ihre Städte. Die Erwachsenen tragen Kerzen und gehen hinter den Kindern her. Die Parade wird von einem Kind angeführt, das als Engel verkleidet ist. Ein kleines Mädchen stellt die Maria dar, ein kleiner Junge den Joseph, und drei weitere spielen die drei Weisen aus dem Morgenland. Sie folgen dem Engel. Die anderen Kinder folgen, verkleidet als Hirten. Die Prozession geht von „Gaststätte“ zu „Gaststätte“ und bittet um eine Herberge. Sie gehen wirklich von Haus zu Haus und singen dabei ein Lied, das Villancico para pedir posada genannt wird. Die Leute in dem Haus singen zurück, dass in ihrem Gasthaus kein Platz sei. Endlich sagt ihnen ein Gast, dass sie im Stall bleiben können. In diesem letzten Haus sind die Türen für alle offen, und eine große Party beginnt! Jeder betet, isst, trinkt und ist glücklich! Eine sternförmige Piñata, die den Stern von Bethlehem darstellt, ist ein wichtiger Teil der Party.

En el nombre del cielo (aus Mexiko) 

Spanischer Text Sinngemäße Übersetzung
Villancico para pedir posada

Los Peregrinos…
En el nombre del cielo,
yo os pido posada,
pues no puede andar,
mi esposa amada.

Los Hosteleros… 
Aquí no es mesón,
sigan adelante,
no les puedo abrir,
no vaya a ser un tunante.

Los Peregrinos…
No sean inhumanos
Dennos caridad
Que el dios de los cielos
Se lo premiará.

Los Hosteleros… 
Ya se pueden ir,
y no molestar
Porque si me enfado
Los voy a apalear.

Los Peregrinos…
Venimos rendidos
Desde Nazaret
Yo soy carpintero
De nombre José.

Los Hosteleros… 
No me importa el nombre
Déjenme dormir
Pues que yo les digo
Que no hemos de abrir.

Los Peregrinos…
Posada te pide,
amado casero,
por sólo una noche,
la Reina del Cielo.

Los Hosteleros… 
Pues si es una reina,
quien lo solicita,
¿cómo es que de noche
anda tan solita?

Los Peregrinos…
Mi esposa es María
es Reina del Cielo
Y madre va a ser
Del divino verbo

Los Hosteleros… 
¿Eres tú José?
¿Tu esposa es María?
Entren peregrinos
No los conocía.

Los Peregrinos…
Dios pague señores
Vuestra caridad
Y os colme el cielo
De felicidad.

TODOS…
Dichosa la casa
Que abriga este día
A la virgen pura
La hermosa María.
Entren Santos Peregrinos,
Reciban este rincón,
que aunque es pobre la morada,
os la doy de corazón.

Lied zur Herbergssuche

Die Pilger…
Im Namen des Himmels
bitte ich euch um Unterkunft
weil meine geliebte Frau
nicht weiter laufen kann.

Die Gastwirte…
Dies ist keine Pension
geht weiter
ich kann nicht öffnen,
du könntest ein Gauner sein.

Die Pilger…
Seid nicht unmenschlich,
gebt uns Nächstenliebe,
der Gott im Himmel
wird dich belohnen.

Die Gastwirte…
Ihr könnt jetzt gehen
und uns nicht belästigen,
denn wenn ich böse werde
werde ich euch schlagen.

Die Pilger…
Wir kommen erschöpft
aus Nazareth,
ich bin ein Zimmermann
und heiße Josef.

Die Gastwirte…
Dein Name ist mir egal,
lasst mich schlafen,
ich sage es euch doch,
dass wir nicht öffnen müssen.

Die Pilger…
Ich bitte dich um Unterkunft,
teurer Hausbesitzer,
nur für eine Nacht,
die Königin des Himmels.

Die Gastwirte…
Nun, wenn sie eine Königin ist
wer verlangt das,
wie kann es sein, dass sie
in der Nacht so einsam reist?

Die Pilger…
Meine Ehefrau ist Maria
die Königin des Himmels
und sie wird Mutter sein
von Gottes Wort.

Die Gastwirte…
Bist du Josef?
Deine Frau ist Maria?
Kommt herein, Pilgernde,
ich habe euch nicht erkannt.

Die Pilger…
Gott belohne euch, ihr Herren,
für eure Wohltätigkeit
und der Himmel erfülle euch
mit Glückseligkeit.

ALLE…
Selig sei das Heim
das diesen Tag schützt,
die reine Jungfrau,
die schöne Maria.
Tretet ein, heilige Pilger,
empfanget diese Ecke,
auch wenn die Wohnung klein ist,
gebe ich sie euch von Herzen.

Quelle: Wikipedia (Posadas) und Mamma Lisa’s World (Posadas).
Deutsche Übersetzung: Wikipedia, überarbeitet von Sylvia Kreye.

Auf YouTube gibt es ein paar gute Aufnahmen dieses mexikanischen Posada-Brauchs:

https://www.youtube.com/watch?v=EoycrXKpnr0

https://www.youtube.com/watch?v=1I0EQYcCU0o

Adorar al niño (aus Venezuela)        

Adorar al nino, Noten (1)

Adorar al nino, Noten (2)

Adorar al nino, Noten (3)
Adorar al nino, Villancico aus Venezuela, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Venid pastorcillos (aus Mittelamerika – Kolumbien?)

Venid pastorcillos (1)

Venid pastorcillos (2)
Venid pastorcillos, Villancico aus Mittelamerika, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Vamos pastorcillos (aus Argentinien)

Vamos pastorcillos (1)

Vamos pastorcillos (2)
Vamos pastorcillos, Villancico aus Argentinien, Gesangsstimme (Ausschnitt), gemeinfreies Werk

Aus Gründen des Coprights ist hier jeweils nur die Gesangsstimme angegeben. Die drei Lieder aus Lateinamerika sind im Band von Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Edition Hug 11582, auf den Seiten 57, 63 und 64 erschienen. Diesen Liedband, der eine reiche Auswahl an internationalen Weihnachtsliedern enthält, möchte ich allen interessierten Lesern ans Herz legen. 

Feliz Navidad (José Feliciano)

Natürlich gibt es auch moderne Weihnachtslieder aus Lateinamerika, wie etwa der im Latino-Rhythmus komponierte Song Feliz Navidad. Das Lied wurde 1970 von dem puertoricanischen Sänger und Gitarristen José Feliciano geschrieben. Die Musik ist eingängig, der Text – eine Mischung aus Spanisch und Englisch – ist einfach:

Feliz Navidad, próspero año y felicidad.
I wanna wish you a Merry Christmas, from the bottom of my heart. 

Frohe Weihnachten, ein erfolgreiches Jahr und Glück.
Ich wünsche dir/euch eine frohe Weihnacht, von ganzem Herzen.

Nach Angaben der ASCAP (American Societey of Composers, Authors and Publishers) belegt Feliz Navidad Platz 15 auf der Liste der 25 beliebtesten Weihnachtslieder der USA.

Aus urheberrechtlichen Gründen kann die Melodie hier leider nicht abgedruckt werden. Aber sie dürfte wohl allgemein bekannt sein.

Den Text zu Feliz Navidad findet man auf YouTube unter:

https://www.youtube.com/watch?v=rOPZoX6ZSnE

Vom Weihnachtslied Feliz Navidad gibt es auch eine Aufnahme mit den drei Tenören Placido Domingo, José Carreras und Luciano Pavarotti:

https://www.youtube.com/watch?v=-mGuEkN62M0

Weihnachtslieder in spanischer Sprache 

Eine reiche Auswahl an Texten zu spanischen und lateinamerikanischen Weihnachtsliedern ist auf den folgenden Websites zu finden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_fremdsprachiger_Weihnachtslieder

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

https://de.wikipedia.org/wiki/Las_posadas

http://www.mamalisa.com/?t=es&p=2111&c=50

http://www.lehrerweb.at/materials/gs/su/gemeinschaft/print/weihnachten/weihnacht_in_and_laendern.pdf

http://news4kids.at/spezial-38/spezial/article/weihnachten-in-sudamerika

http://latina-press.com/news/138337-ecuador-weihnachten-und-sylvester-in-quito/ 

http://meine-lateinamerika-reisen.com/weihnachten-in-mexiko/

https://de.wikipedia.org/wiki/Feliz_Navidad

https://www.heilpaedagogik-info.de/weihnachtslieder/759-feliz-navidad-merry-christmas.html

Notenquellen

En el nombre del cielo: Mama Lisa’s World, http://www.mamalisa.com/?t=es&p=2111&c=50 

Adorar al niño: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 57.

Venid pastorcillos: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 63. 

Vamos pastorcillos: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 64. 

Feliz Navidad (Probepartitur, Ausschnitt):

http://www.arrangement-verlag.de/pdf/pg488.pdf 

Bildquellen

Beitragsbild: Feliz Navidad!

Christmas lights/ornaments in zocalo (town square). – Weihnachtsbeleuchtung und Weihnachtsdekoration am Marktplatz.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Feliz_Navidad_(4257545848).jpg

Attribution/Urheberschaft:

Šarūnas Burdulis from USA [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Piñata, Wikimedia Commons, Public Domain, von Jediknight 1970,  18.12.2006

https://de.wikipedia.org/wiki/Piñata#/media/File:PI%C3%91ATA.jpg

Attribution/Urheberschaft:

No machine-readable author provided. JEDIKNIGHT1970 assumed (based on copyright claims).

18. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

18. Dezember

Weihnachtliche Ohrwürmer aus Amerika

Heute begeben wir uns noch einmal über den großen Teich – in die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir sehen Häuser und Gärten, die in funkelnde Weihnachtslandschaften verwandelt werden. Außerdem gibt es ein Wiederhören mit zwei weihnachtlichen Ohrwürmern aus der Neuen Welt: Jingle Bells und White Christmas. Diese beiden Songs, die vom nordamerikanischen Kontinent zu uns herüberschwappten und sich auf der ganzen Welt verbreiteten, kennen wir wohl alle!

Spiritual & Secular Song

Das Thema des musikalischen Adventskalenders vom 17. Dezember war das sogenannte ‚Negro Spiritual‘ bzw. das afroamerikanische Spiritual – im Unterschied zum Spiritual Song, dem angloamerikanischen Spiritual  der weißen Bevölkerung.

Im musikalischen Adventskalender von heute geht es etwas säkularer und kommerzieller zu. Wie bereits im Beitrag vom 17. Dezember erwähnt, wurden die christlichen Weihnachtsbräuche in den Vereinigten Staaten auch mitgeprägt durch alte Bräuche aus vorchristlicher Zeit. Dies hat auch einen Einfluss auf den Kommerz und das Kaufverhalten der US-Bürger. Das Weihnachtsfest wurde im Laufe der Jahre immer mehr säkularisiert und kommerzialisiert. 

Besonders in den USA schmücken die Menschen ihre Häuser und Gärten sehr aufwändig mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. An manchen Orten ist das aufwändige und üppige Dekorieren der Häuser und Gärten direkt zu einem ehrgeizigen Wettbewerb ausgeartet. 

Santa Claus, der Überbringer der Geschenke, ist in den USA überall gegenwärtig. Aber auch das Jesuskind, die drei Heiligen Könige und andere Objekte wie das Rentier, Elfen, Tannenbäume, Stechpalme, Lichterketten und Christbaumschmuck in allen möglichen Farben und Formen finden sich in den Auslagen der Kaufhäuser. 

In dieses Ambiente eines säkularisierten und kommerzialisierten Weihnachtsfestes passen zwei Ohrwürmer, die aufgrund ihrer Einprägsamkeit und Popularität jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zu Kassenschlagern avancieren.  

Jingle Bells 

Jingle Bells (etwa: Klimpert, ihr Schellen, in Anspielung auf die Schellen am Pferdegeschirr) ist – im Gegensatz zum oben erwähnten Spiritual – eigentlich kein Weihnachtslied, da es säkularen Inhalts ist und der Text überhaupt keinen Bezug zum Weihnachtsfest hat. Jingle Bells ist vielmehr ein Winterlied, das von einem Pferdeschlittenrennen handelt. Das Lied wurde zwischen 1850 und 1857 vom amerikanischen Komponisten James Lord Pierpont (1822 – 1893) unter dem Titel The One Horse Open Sleigh (Der offene einspännige Pferdeschlitten) komponiert. Es wurde 1857 bei Oliver Ditson & Co. (Boston) erstmals veröffentlicht. 1859 wurde das Lied erneut veröffentlicht, diesmal unter dem Titel Jingle Bells, or The One Horse Open Sleigh.  

Es ist nicht ganz geklärt, wo genau das Lied komponiert wurde. Als Orte kommen Medford (Massachusetts) und Savannah (Georgia) in Frage. Beide Orte beanspruchen für sich, der Ort der Entstehung zu sein, und in beiden Orten befindet sich jeweils eine Gedenktafel mit dem Hinweis auf die Entstehung der Komposition. 

Nach Angaben der Medford Historical Society war das Lied inspiriert worden durch die Schlittenrennen, welche im 19. Jahrhundert auf der Salem Street zwischen Medford und dem Malden Square stattfanden. 

Im Jahre 1851 besuchte James Pierpont Mrs. Otis Watermann in Medford. Otis Watermann war die Besitzerin der Pension Seccomb Boardinghouse, der späteren Simpson-Taverne. Als Pierpont ihr das Lied auf dem Klavier vorspielte, bezeichnete Otis Watermann das Lied als „very merry little jingle“, was den Komponisten zu dem späteren Titel angeregt haben soll. 

Da das Urheberrecht auf Jingle Bells im Jahre 1857 vergeben wurde, bestehen hinsichtlich der Entstehung in Medford Zweifel, denn zu jenem Zeitpunkt wirkte James Pierpont bereits als Organist und Chorleiter an der unitarischen Kirche in Savannah, an der sein älterer Bruder John Pierpont als Pastor tätig war. Kurz vor der Vergabe des Urheberrechts hatte James Pierpont die Tochter des Bürgermeisters von Savannah, Eliza Jane Purse, geheiratet.  

1985 erklärte John Rousakis, der Bürgermeister der Stadt Savannah, das Lied zu einem „Savannah Song“ und errichtete eine Gedenktafel gegenüber der Kirche. Daraufhin entspann sich zwischen Rousakis und Michael McGlynn, dem Bürgermeister von Medford, ein unerfreulicher Briefwechsel. Beide Orte haben nun eine Gedenktafel, die sie als Entstehungsort ausweist.

Jingle Bells
J. L. Pierpont, Jingle Bells, Refrain, Public Domain, Cantorion. Original publication: published in Medford, Massachusetts, as „One horse open sleigh“

Englischer Originaltext 

Dashing through the snow in a one-horse open sleigh,
O’er the fields [hills] we go, laughing all the way.
Bells on bobtail ring, making spirits bright,
What fun it is [Oh what sport] to ride and sing a sleighing song tonight.
|:Jingle bells, jingle bells, jingle all the way.
O, what fun [joy] it is to ride in a one-horse open sleigh.:|
A day or two ago I thought I’d take a ride,
And soon Miss Fannie Bright was seated by my side.
The horse was lean and lank, misfortune seemed his lot,
He got into a drifted bank and we [we, we] got upsot.
|:Refrain:|
A day or two ago, The story I must tell
I went out on the snow, And on my back I fell;
A gent was riding by In a one-horse open sleigh,
He laughed as there I sprawling lay, But quickly drove away.
|:Refrain:|
Now the ground is white, go it while you’re young,
Take the girls tonight and sing this sleighing song.
Just get a bobtailed bay, two-forty for his speed,
Then hitch him to an open sleigh, and crack! You’ll take the lead.
|:Refrain:|

Wörtliche Übersetzung

Wir rasen durch den Schnee, in einem einspännigen offenen Pferdeschlitten,
über die Felder [Hügel] hinweg, lachen den ganzen Weg.
Glöckchen klingen am kupierten Pferdeschweif, schaffen eine fröhliche Stimmung
Was für eine Freude ist es, zu fahren und zu singen ein Schlittenfahrlied heut’ Abend.
|:Klimpert, Schellen, klimpert Schellen, klimpert den ganzen Weg.
Oh welch Freude ist es, in einem einspännigen offenen Pferdeschlitten zu fahren.:|
Vor ein, zwei Tagen beschloss ich, eine Ausfahrt zu machen,
Und schon bald saß Miss Fannie Bright neben mir.
Das Pferd war mager und dünn, Unglück schien sein Los,
Es geriet in eine Schneeverwehung, und wir, wir stürzten.
|:Refrain:|
Vor ein zwei Tagen, die Geschichte muss ich erzählen
Bin ich wieder in den Schnee gegangen, und fiel auf meinen Hosenboden;
Ein Herr fuhr vorbei, in einem einspännigen offenen Pferdeschlitten,
Er lachte, als ich der Länge nach da lag, und fuhr schnell weiter.
|:Refrain:|
Jetzt ist die Erde weiß, nutze es, solange du jung bist,
Nimm die Mädchen heute abend und sing dies Schlittenfahrlied.
Hol dir einen kupierten Braunen, der eine Meile in 2 Minuten 40 schafft,
spann ihn in einen offenen Pferdeschlitten, und lass es knallen! Du wirst in Führung gehen.
|:Refrain:| 

Die Melodie und der Text des Originals unterscheiden sich leicht von den heute gängigen Fassungen. 

Eine andere deutsche Textfassung stammt von Johannes Jorge und Wolf Hausmann: 

Wenn die Winterwinde weh’n, wenn die Tage schnell vergeh’n,
wenn im Schranke, ganz geheimnisvoll, die bunten Päckchen steh’n,
dann beginnt die schöne Zeit, auf die jeder sich schon freut.
Und die Menschen seh’n so freundlich aus und singen weit und breit.

Jingle bells, Jingle bells, klingt’s durch Eis und Schnee.
Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt dort von der Höh‘.
Jingle bells, Jingle bells, es ist wie ein Traum.
Bald schon brennt das Lichtlein hell bei uns am Weihnachtsbaum.

Alles sieht so festlich aus überall in jedem Haus
und es duftet fein nach Pfefferkuchen und dem Weihnachtsschmaus.
Wenn das Glöcklein dann erklingt, sollt ihr seh’n, wie jeder springt,
um zu schau’n, was ihm der Weihnachtsmann für schöne Sachen bringt.

Jingle bells, Jingle bells, klingt’s durch Eis und Schnee.
Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt dort von der Höh‘.
Jingle bells, Jingle bells, es ist wie ein Traum.
Bald schon brennt das Lichtlein hell bei uns am Weihnachtsbaum.

Jingle Bells, Schild in Savannah
Schild in Savannah zur Entstehung des Liedes Jingle Bells, von Deirdre, 28.02.2007, Wikimedia Commons, Public Domain, license CC BY-SA 3.0

White Christmas 

Man kann wohl nicht über amerikanische Weihnachtslieder sprechen, ohne auf das Lied White Christmas einzugehen. Im Zuge der Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes sind die beiden Lieder Jingle Bells und White Christmas zu wahren Kassenschlagern geworden.

Das Lied White Christmas soll schon wegen seiner Popularität an dieser Stelle erwähnt werden. Der Song wurde von Irving Berlin (1888-1989) komponiert. Die 1947 veröffentlichte und von Bing Crosby gesungene Version gilt mit 50 Millionen verkauften Platten als die meistverkaufte Single aller Zeiten. Der erfolgreiche Komponist Irving Berlin konnte nicht einmal Noten lesen! Die Niederschrift seiner Werke überließ er seinem Sekretär Helmy Kresa. Diesem präsentierte Irving Berlin am 8. Januar 1940 seine neue Komposition White Christmas mit insgesamt 48 Takten. Er war damals schon der Auffassung, es handele sich bei diesem Titel „nicht nur um den besten Song, den ich jemals geschrieben habe, sondern es ist der beste Song, den jemals jemand geschrieben hat“. Auch Bing Crosby war sofort von dem neuen Song überzeugt: „Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“

Bing Crosby stellte den Song am 25. Dezember 1941 in seiner NBC-Radioshow erstmals der Öffentlichkeit vor. Am 29. Mai 1942 wurde White Christmas – neben fünf weiteren Songs – für den geplanten Film Holiday Inn (deutscher Titel: Musik, Musik) in New York City aufgenommen. In dem Film wirkte neben Bing Crosby auch noch Fred Astaire mit.

Die Single White Christmas / Let’s Start The New Year wurde im August 1942 unter dem Schallplatten-Label Decca veröffentlicht, der Film Holiday Inn kam in den Vereinigten Staaten am 4. August 1942 in die Kinos. Bereits Ende Oktober 1942 erreichte der Song die Spitze der Pop-Hitparade und hielt diese Spitzenposition 11 Wochen lang. In den folgenden Jahren kam der Titel noch 16 Mal in die Top 30. 1945 und 1947 erreichte er noch zweimal die Spitze der Charts.  

Da das Masterband aus dem Jahre 1942 durch die häufige Benutzung beschädigt worden war, musste Bing Crosby den Song am 19. März 1947 nochmals aufnehmen. Diese Version, bei welcher der Violinpart verstärkt wurde, ist die Originalaufnahme, die bis heute – besonders vor Weihnachten – ein Kassenschlager geblieben ist. Der Film Holiday Inn erheilt 1943 den Oscar für den besten Filmsong. Nicht zuletzt aufgrund der alljährlich vor Weihnachten wiederkehrenden Plattenumsätze liegt auf White Christmas weltweit das wertvollste Song-Urheberrecht.

Aufgrund seiner großen Popularität wurde der Song White Christmas noch ein zweites Mal Grundlage für einen Film, diesmal unter dem gleichnamigen Filmtitel. Der Film White Christmas (Weiße Weihnachten) kam im Herbst 1954 in die Kinos und wurde auf Anhieb zum Kassenschlager. Wieder war Bing Crosby in der Hauptrolle, ihm zur Seite stand jedoch diesmal nicht Fred Astaire, sondern Danny Kaye. Noch im selben Jahr brachte auch Frank Sinatra eine weitere Single-Version von White Christmas heraus. Im Jahre 1957 sangen beide Künstler den Titel im Duett in Sinatras Fernsehshow auf ABC-TV. 

Nach einer Mitteilung der ASCAP (American Society of Composers, Authors and Publishers) aus dem Jahre 1998 ist White Christmas mit seinen weltweit 500 Versionen und weltweit 100 Millionen verkauften Singles das erfolgreichste Weihnachtslied aller Zeiten! Von dem Song wurden weltweit 125 Millionen Tonträger in allen Sprachen umgesetzt. Von der RIAA (Recording Industry Association of America) wurde es 2001 auf Platz 2 in die Liste der Songs of the Century aufgenommen. (Auf Platz 1, vor White Christmas, liegt der Song Over The Rainbow mit Judy Garland.)

Da die Melodie von White Christmas wohl allseits bekannt sein dürfte und der Notentext auch noch urheberrechtlich geschützt ist, wird hier nur der Text wiedergegeben:

Englischer Originaltext

The sun is shining, the grass is green,
The orange and palm trees sway.
There’s never been such a day
in Beverly Hills, L.A.
But it’s December the twenty-fourth,—
And I am longing to be up North—
 

I’m dreaming of a White Christmas
Just like the ones I used to know
Where the treetops glisten
and children listen
To hear sleigh bells in the snow.

I’m dreaming of a white Christmas
With every Christmas card I write
May your days be merry and bright
And may all your Christmases be white.

Deutsche Übersetzung (sinngemäß) von Sylvia Kreye

Die Sonne scheint, das Gras ist grün,
die Orangenbäume und Palmen wiegen sich.
Es war noch nie so ein Tag
in Beverly Hills, L.A. (Los Angeles).
Aber es ist der 24. Dezember,
und ich sehne mich danach, oben im Norden zu sein.

Ich träume von einer weißen Weihnacht,
ein Weihnachten, wie ich es früher kannte,
wo die Baumspitzen glänzen
und die Kinder lauschen
den Schlittenglocken im Schnee.

Ich träume von einer weißen Weihnacht,
bei jeder Weihnachtskarte, die ich schreibe,
mögen eure Tage schön und heiter sein
und mögen all eure Weihnachten weiß sein.

Natürlich gibt es auch singbare deutsche Versionen, die jedoch nicht genau dem englischen Originaltext entsprechen. Hier ist die deutsche Textfassung von Bruno Balz, die häufig (beispielsweise von Heintje und Roger Whittaker) gesungen wird:

Süß, singt der Engelchor, Weihnacht
und draußen fällt ganz leis der Schnee.
Festlich strahlen Kerzen, in allen Herzen
vergeh’n Kummer heut und Weh.

Süß, klingt der Glockenton, Weihnacht.
Das Fest der Liebe ist nun da.
Und ein einz’ger Wunsch stellt sich ein,
möcht‘ auf Erden Frieden immer sein. 

Aufnahmen

Auf YouTube findet man sogar die Originalfassung von White Christmas (als Audio-Aufnahme) mit Bing Crosby aus dem Jahr 1942. Es handelt sich um ein historisches Tondokument, das (nach den Angaben auf YouTube) ganz legal durch die Rechteinhaber hochgeladen wurde. Nach aktueller Rechtsprechung des EuGH* spricht also nichts dagegen, es an dieser Stelle einzubetten:

Hier ist noch einmal der Link zur Aufnahme auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=w9QLn7gM-hY

Eine Rarität ist auch der Ausschnitt aus dem Film White Christmas mit Bing Crosby in der Hauptrolle, der ebenfalls auf YouTube zu finden ist:

https://www.youtube.com/watch?v=7S-IidmcSN8

Die deutsche Textfassung von White Christmas stammt von Bruno Balz. Von der deutschen Version Weiße Weihnacht gibt es auf YouTube ebenfalls einige Aufnahmen. Zu erwähnen sei hier eine Audio-Aufnahme mit Heintje, die sich nicht nur durch die schöne Stimme des jugendlichen Sängers, sondern auch durch ein schönes, stimmiges Orchesterarrangement auszeichnet. Sie stammt von der LP „Heintje – Fröhliche Weihnacht überall“ aus dem Jahr 1971.

Dankenswerterweise wurde die Aufnahme ganz legal hochgeladen von den Betreibern der Seite „Een retrospectief van musicus Addy Kleijngeld“ (Wim Rozema). Verantwortlich für die Inhalte ist keine Geringere als Henny de Leeuwe-Kleijngeld, die Tochter von Addy Kleijngeld. Addy Kleijngeld war nicht nur der Entdecker und Manager von Heintje, sondern auch ein ausgezeichneter Musiker, Orchesterleiter und Arrangeur. Ein Grund mehr, um auf diese deutschsprachige Aufnahme hinzuweisen:

Hier ist noch einmal der Link zur Aufnahme auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=OfrpwBveDUM

Auf derselben LP aus dem Jahre 1971 ist auch das Lied „Jingle Bells“ – ebenfalls gesungen von Heintje und arrangiert von Addy Kleijngeld – zu finden:

Weihnachtslieder in englischer Sprache 

Eine reiche Auswahl an Texten zu englischen und amerikanischen Weihnachtsliedern ist auf den folgenden Websites zu finden:

http://www.santas.net/songs.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs  

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Christmas_carols  

Quellen in deutscher Sprache

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit                

https://de.wikipedia.org/wiki/Jingle_Bells      

https://de.wikipedia.org/wiki/White_Christmas       

https://de.wikipedia.org/wiki/Songs_of_the_Century  

*Mehr zum aktuellen EuGH-Urteil zum Einbetten von Videos:

https://diepresse.com/home/politik/eu/4584667/EuGH_Einbetten-fremder-YouTubeVideos-legal

Quellen in englischer Sprache

https://en.wikipedia.org/wiki/Jingle_Bells      

http://www.41051.com/xmaslyrics/whitexmas.html        

https://en.wikipedia.org/wiki/White_Christmas_(song)   

https://www.timeanddate.com/holidays/us/christmas-day      

http://www.hymnsandcarolsofchristmas.com/Hymns_and_Carols/white_christmas.htm        

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs

Notenquellen

Jingle Bells: J. L. Pierpont, Cantorion, Public Domain (gemeinfreies Werk), Cantorion – freie Noten, Notenblätter und Konzertangebote

http://cantorionnoten.de/music/49/Jingle-Bells-Vocal-line      

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 88-90.

White Christmas: (C) 1940 & 1942 Irving Berlin Music Corp., USA. Copyright renewed Warner/Chappell Music Ltd., London W6 8BS

Bildquellen

„Dyker Lights“ — the Dyker Heights neighborhood of Brooklyn is known for elaborate Christmas/holiday decorations.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dyker_Lights_(62281).jpg

Attribution/Urheberschaft:

Rhododendrites [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], von Wikimedia Commons

Schild in Savannah zur Entstehung des Liedes Jingle Bells, von Deirdre, 28.02.2007, Wikimedia Commons, Public Domain, License CC BY-SA 3.0

17. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

17. Dezember

Weihnachten in Nordamerika

Der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica führt uns heute über den großen Teich – in die Vereinigten Staaten von Amerika. An vielen Orten der USA werden mit viel Liebe zum Detail und großem Aufwand ganze Häuser und Gärten in funkelnde Weihnachtslandschaften verwandelt. Außerdem finden wir noch zwei bekannte Spirituals.

Von Großbritannien nach Nordamerika

Wie bereits im musikalischen Adventskalender vom 15. Dezember erwähnt, wurden die Weihnachtsbräuche von den britischen Siedlern nach Nordamerika mitgebracht und auch von den ehemaligen britischen Kolonien übernommen. Außerdem verschmolzen die christlichen Weihnachtsbräuche mit alten Bräuchen der Winterfeste aus vorchristlicher Zeit. 

Auch in den Vereinigten Staaten schmücken die Menschen ihre Häuser und Gärten mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen. Mit viel Liebe zum Detail werden an vielen Orten ganze Häuser und Gärten in funkelnde Weihnachtslandschaften verwandelt.  

Christmas Eve & Christmas Day, Santa Claus & Turkey

Weihnachten wird in den Vereinigten Staaten in der Regel am 25. Dezember, dem Christmas Day, gefeiert. Der Überbringer der Geschenke heißt in den USA Santa Claus. Die Kinder bekommen viele Geschenke von ihren Eltern und Verwandten. Dies hat dazu geführt, dass der Christmas Day immer mehr kommerzialisiert wurde und die Familien einen großen Teil ihres Einkommens für Geschenke und Nahrung ausgeben. 

Viele Sonntagsschulen, Kirchen und Vereine organisieren spezielle Charity-Events und andere Veranstaltungen wie Krippenspiele, Konzerte oder Theateraufführungen, die häufig ein weihnachtliches Thema behandeln.

Der Besuch eines Gottesdienstes am Sonntag vor Weihnachten und der Mitternachtsmesse am Heiligen Abend, dem Christmas Eve, gehören ebenso zu den Traditionen. 

Auch in den Vereinigten Staaten hängen die Kinder am Abend des 24. Dezember ihre Socken am Kamin auf, damit Santa Claus diese mit Geschenken befüllen kann. Die Sitte, in der Nähe ein Glas Milch und einen Teller mit Weihnachtsgebäck für Santa Claus abzustellen, ist in den USA ebenfalls verbreitet.

Der gefüllte Truthahn (turkey with stuffing) ist auch in den USA das traditionelle Weihnachtsessen. Dazu werden Kartoffeln, geröstete Gemüse und Cranberry-Sauce serviert. Außerdem gibt es Schinken (ham), Roastbeef und Yorkshire pudding. 

Im Jahre 1870 wurde der 25. Dezember in den Vereinigten Staaten offiziell zum Feiertag erklärt. Am Christmas Day kommt das öffentliche Leben zum Stillstand. Behörden, Betriebe und Schulen sind geschlossen. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nicht nach dem regulären Fahrplan. Da viele Leute Verwandte und Freunde besuchen, kann es auf den Highways und an den Flughäfen zu Staus kommen. 

Weihnachten wird in den USA durch eine große Auswahl an Figuren und Objekten dargestellt: Das Jesuskind, die Geburt Jesu, die drei Heiligen Könige, aber auch Santa Claus, das Rentier und Elfen, Tannenbäume, Stechpalme, Christbaumschmuck, Lichterketten, Kerzen und Geschenke sind überall gegenwärtig. 

Ethnische Musikstile 

Analog zu den Bevölkerungsgruppen, die nach Amerika eingewandert sind, bildeten sich in der Neuen Welt auch verschiedene ethnische Musikstile heraus, welche (je nach Herkunft) angloamerikanische, afroamerikanische oder auch lateinamerikanische bzw. hispanoamerikanische Merkmale aufweisen. 

Christmas Carols 

Die Christmas carols, die traditionellen Weihnachtslieder, die in den Gottesdiensten der anglikanischen Kirche gesungen werden, wurden durch die weißen Siedler auch in Nordamerika eingeführt.

Wie bereits im Beitrag vom 15. Dezember erwähnt, haben die Christmas carols ihre Wurzeln im England des Mittelalters, als die Minnesänger noch singend von Schloss zu Schloss gezogen sind. In früheren Zeiten gingen auch die Kinder aus ärmeren Familien zu den Häusern der Reichen, um milde Gaben zu erbitten. Christmas Carols sind ein wichtiger Bestandteil der angloamerikanischen Gottesdienste. 

Spiritual Song 

Das Spiritual, auch Spiritual Song genannt (nicht zu verwechseln mit dem sogenannten ’Negro Spiritual’), ist ein geistliches Volkslied der weißen Bevölkerung Amerikas und stammt aus der Zeit der Erweckungsbewegung. Der Begriff hat seinen Ursprung in einer Sammlung protestantischer Gesänge mit dem Titel The whole book of psalmes. With the hymnes evangelicall and songs spirituall von Thomas Ravenscroft (1621). Oft wird das Wort Spiritual Song fälschlicherweise als Synonym für Negro Spiritual gebraucht. 

Negro Spiritual 

Das sogenannte Negro Spiritual ist eine Musikgattung religiöser, jedoch nicht liturgischer Gesänge der Afroamerikaner. Das Negro Spiritual hat seinen Ursprung in den Südstaaten der USA. 

Die Bezeichnung Negro Spiritual – das soll an dieser Stelle ausdrücklich betont werden – wird hier keineswegs abfällig oder diskriminierend verwendet, sondern bezeichnet lediglich den in der Musikgeschichte gebräuchlichen Terminus für einen Musikstil, der ganz charakteristische ethnische – eben afroamerikanische – Merkmale aufweist. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse, welche diese Bevölkerungsgruppe im Laufe der Geschichte erleiden musste (Verschleppung und Sklaverei, Ausbeutung und Entrechtung, Rassentrennung und Diskriminierung) wäre es wohl besser, in diesem Zusammenhang von einem Afro-American Spiritual (im Unterschied zum Anglo-American Spiritual) zu sprechen. Jedoch hat sich der Begriff Negro Spiritual in der Musikgeschichte für diese Gattung etabliert und wird nach wie vor in der Fachliteratur gebraucht. 

Das Negro Spiritual hat seinen Ursprung bereits im 17. Jahrhundert, als im Zuge mehrerer Deportationswellen Millionen von Schwarzen aus Afrika nach Amerika verschleppt und versklavt wurden. Sie mussten auf den Baumwoll-Plantagen der weißen Herren harte Arbeit leisten. Jedes Aufbegehren wurde mit Peitschenhieben hart bestraft. 

Durch die Teilnahme an den sonntäglichen Gottesdiensten ihrer weißen Herren lernten die Afroamerikaner bereits ab dem 17. Jahrhundert die protestantischen Spritual Songs kennen und vermischten diese mit ihren afroamerikanischen Stilelementen.

Um ihr schweres Schicksal besser ertragen zu können, sangen die afroamerikanischen Sklaven ihre Gesänge nicht nur im Gottesdienst, sondern auch auf den Plantagen. Während sie ihre Arbeit auf den Plantagen verrichteten, bewegten sie sich im Rhythmus der Gesänge. Die Texte der Negro Spirituals weisen zahlreiche Metaphern und eine Doppeldeutigkeit auf. Weil sich die Sklaven mit Moses und dem geknechteten Volk Israels in Ägypten identifizierten, wurden in die Negro Spirituals häufig Themen aus dem Alten Testament aufgenommen. Der Jordan zum Beispiel wurde zum Symbol für den Ohio-Fluss und die Sehnsucht nach dem Jenseits des Flusses, dem Norden.   

Die typische Form des Negro Spirituals ist einstimmig und beruht auf dem Call-Response-Prinzip (Ruf-Antwort-Prinzip): Der erste Teil wird von einem Vorsänger vorgetragen und der Refrain vom Chor gesungen. Der Vortrag wird auch von Zwischenrufen, Fußstampfen und Händeklatschen begleitet. Die Liedform wurde vom Abendland übernommen, jedoch wurde das Thema vielfältig variiert und verziert. Die Rhythmik des Negro Spirituals ist geprägt durch den aus der afrikanischen Musizierpraxis stammenden Offbeat („weg vom Schlag“, also gegen den Schlag). Für die Harmonik sind sogenannte Blue Notes ein charakteristisches Merkmal. Blue Notes (wörtlich: blaue Noten) sind einzelne Töne, die aus der normalen Tonskala herausfallen und vor allem auf der dritten, siebten und fünften Tonstufe vorkommen, wobei die Intonation sich vom westlichen Tonsystem wesentlich dadurch unterscheidet, dass der Ton jeweils zwischen der kleinen und großen Terz, zwischen der kleinen und großen Septime bzw. zwischen der verminderten und reinen Quinte liegt.

Gospel  

Das Gospel, auch Gospel Song genannt (von englisch good spell, ‚Evangelium‘, ‚Gute Nachricht‘, hergeleitet vom Altenglischen gōdspel, gōd ‚gut‘ und spel ‚Erzählung‘, ‚Nachricht), hat sich seit den 1920er Jahren aus dem früheren Negro Spiritual und unter dem Einfluss des Jazz entwickelt. Seinen Ursprung hat das Gospel in den spontanen Zurufen der Gemeindemitglieder während der Auslegung des Evangeliums durch den Prediger. Der Gospelsong wird solistisch und chorisch ausgeführt. Auch hier findet sich das für die afroamerikanische Volksmusik und den Jazz charakteristische Call-Response-Prinzip, das Ruf-Antwort-Muster. 

Go Tell It On The Mountain 

Zu den afroamerikanischen Spirituals gehört auch das Lied Go Tell It On The Mountain, das von der Geburt Jesu Christi handelt und daher auch als Weihnachtslied anzusehen ist. Es entstand gegen Ende der Sezessionskriege und wird auf das Jahr 1865 datiert. 

Da die Gesänge der Schwarzen mündlich überliefert wurden, sind Komponist und Texter unbekannt. John Wesley Work, ein afroamerikanischer Liedersammler und Chordirigent, hat es erstmals schriftlich erfasst und in seiner Sammlung American Negro Songs veröffentlicht. Da die Strophen des mündlich überlieferten Textes stark variierten, fügte Work der Melodie zwei Strophen hinzu. Die von ihm niedergeschriebene Version wurde bereits in den 1880er Jahren von seinem Chor, den Fisk Jubilee Singers, aufgeführt. Die Fassung von John Wesley Work Sr. wurde 1909 in der von Thomas P. Fenner zusammengestellten Liedersammlung Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations veröffentlicht. Die heute bekannte Fassung des Liedes wurde von Works Sohn, John Work III., arrangiert und 1940 in der Ausgabe American Negro Songs And Spirituals veröffentlicht. Unter dem Titel Komm, sag es allen weiter wurde das Lied ins Evangelische Gesangbuch, unter EG 225, aufgenommen.

Go Tell It On The Mountain, Noten
Go Tell It On The Mountain, Thomas P. Fenner, Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations (1909), archive.org, Public Domain

Englischsprachige Originalfassung 

Go, tell it on the mountain,
Over the hills and everywhere.
Go, tell it on the mountain,
That Jesus Christ is born.
 

Sinngemäße deutsche Übersetzung 

Geh, ruf es vom Berg,
Über die Hügel und weit hinaus.
Geh, ruf es vom Berg,
Dass Jesus Christus geboren ist. 

Amazing Grace

Ein bekanntes englischsprachiges geistliches Lied mit Bezug zum Thema ist Amazing Grace (Erstaunliche Gnade). Es zählt zu den beliebtesten Kirchenliedern der Welt. 1972 kam es in einer Version der Royal Scots Dragoon Guards an die Spitze der britischen Charts. 

Die Entstehung des Liedes Amazing Grace ist auf ein Schlüsselerlebnis des Autors John Newton zurückzuführen. John Newton war Kapitän eines Sklavenschiffs. Am 10. Mai 1748 geriet er in Seenot, wurde jedoch gerettet, nachdem er Gott um Erbarmen angerufen hatte. Dieses Erlebnis sollte seinen weiteren Lebensweg prägen. Er blieb zwar noch einige Jahre Kapitän, behandelte jedoch die Sklaven von nun an menschlicher. Einige Jahre später gab er seinen Beruf ganz auf, wurde Geistlicher und trat gemeinsam mit William Wilberforce für die Bekämpfung der Sklaverei ein.

Amazing Grace ist also kein afroamerikanisches Spiritual, sondern fällt in die Kategorie der angloamerikanischen Spirituals.

Die bekannte Melodie, auch als New Britain bezeichnet, tauchte erstmals in einem Gesangbuch von 1831, dem Virginia Harmony, auf. Die Melodie ist pentatonisch. Ursprünglich soll sie auf amerikanische oder englische Wurzeln zurückgehen. Jedoch wird sie auch James P. Carrell und David S. Clayton zugeschrieben. Der ursprünglich zur Melodie gesungene Originaltext ist verloren gegangen. Der heute üblicherweise gesungene Text stammt von John Newton. Interessant ist die Harmonisierung, wie sie im Gesangbuch Southern Harmony von 1835 geboten wird. Charakteristisch ist für dieses Hymnenbuch, dass die Hauptmelodie in der Mittelstimme liegt und von jeweils einer darüber bzw. darunter liegenden Stimme leise begleitet wird.  

Amazing Grace, Noten
Amazing Grace, nach Southern Harmony, 1835, Public Domain, Wikimedia Commons
Englischer Originaltext Deutsche Übersetzung
Amazing grace, how sweet  the sound,

That saved a wretch like me!

I once was lost, but now I am found,

Was blind, but now I see.

Erstaunliche Gnade, wie süß der Klang,

Die einen armen Sünder wie mich errettete!

Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden,

War blind, aber nun sehe ich.

‚Twas grace that taught my heart to fear,

And grace my fears relieved;

How precious did that grace appear,

The hour I first believed!

Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte,

Und Gnade löste meine Ängste;

Wie kostbar erschien diese Gnade

In der Stunde, als ich erstmals glaubte!

Through many dangers, toils and snares,

I have already come;

‚Twas grace that brought me safe thus far,

And grace will lead me home.

Durch viele Gefahren, Mühen und Fallen

Bin ich bereits gekommen;

Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte,

Und Gnade wird mich heim geleiten.

The Lord has promised good to me,

His word my hope secures;

He will my shield and portion be,

As long as life endures.

Der Herr hat mir Gutes versprochen,

Sein Wort macht meine Hoffnung sicher;

Er wird mein Schild und Teil sein,

So lange das Leben währt.

Yes, when this flesh and heart shall fail,

And mortal life shall cease;

I shall possess, within the veil,

A life of joy and peace.

Ja, wenn dieses Fleisch und Herz versagen,

Und das sterbliche Leben vergeht,

Werd‘ ich hinter dem Schleier führen,

Ein Leben voll Freude und Frieden.

The earth shall soon dissolve like snow,

The sun forbear to shine;

But God, who call’d me here below,

Will be forever mine.

Die Erde wird sich bald auflösen wie Schnee,

Die Sonne aufhören zu scheinen;

Doch Gott, der mich nach hier unten rief,

Wird ewig mein sein.

Weitere Weihnachtslieder in englischer Sprache

Eine reiche Auswahl an Texten zu englischen und amerikanischen Weihnachtsliedern ist auf den folgenden Websites zu finden:

http://www.santas.net/songs.htm

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs      

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Christmas_carols

Quellen in deutscher Sprache

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit       

https://de.wikipedia.org/wiki/Negro_Spiritual

https://de.wikipedia.org/wiki/Go_Tell_It_on_the_Mountain

https://de.wikipedia.org/wiki/Amazing_Grace                           

Quellen in englischer Sprache

https://www.timeanddate.com/holidays/us/christmas-day      

https://en.wikipedia.org/wiki/Christmas_traditions 

https://en.wikipedia.org/wiki/Category:American_Christmas_songs         

Notenquellen

Go Tell It On The Mountain: Thomas P. Fenner, Religious Folk Songs of the Negro as Sung on the Plantations (1909), Seite 174, Public Domain, archive.org:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Archive        

http://www.archive.org/stream/religiousfolkson00fenn#page/173/mode/1up   

Vgl. auch: Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 104-105.

Amazing Grace: nach Southern Harmony, 1835 (dreistimmiger Satz mit Hauptmelodie in der Mittelstimme), von Brian Ammon, 04.09.2012, Public Domain, license CC0

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAmazingGrace.svg    

By Brian Ammon (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons 

Bildquelle

Rockefeller Center Christmas Tree 2016

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rockefeller_Center_Christmas_Tree_2016_(31016740890).jpg

Attribution/Urheberschaft:

Michael Vadon [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

 

15. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

15. Dezember

Weihnachten in Großbritannien

Weihnachten in Großbritannien – Christmas in Great Britain – ist das heutige Thema in unserem musikalischen Adventskalender. Im Mittelpunkt stehen britische Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder. Die Ursprünge des traditionellen Weihnachtsfestes gehen auf das 6. Jahrhundert zurück. Bräuche aus vorchristlicher Zeit wurden in die Weihnachtstraditionen einbezogen. Viele davon sind erhalten geblieben. Die Weihnachtsbräuche der britischen Inseln wurden auch von den ehemaligen britischen Kolonien in Nordamerika, Australien und Neuseeland übernommen. 

Christmas Cards  

Das Versenden von Weihnachtskarten hat in Großbritannien große Bedeutung. Bereits Anfang oder Mitte Dezember werden die aufwändig gestalteten Weihnachtskarten verschickt. Die erhaltenen Karten werden auf dem Kaminsims aufgestellt oder an einer Schnur über dem Türrahmen aufgehängt. 

Christmas Fairs & Christmas Lights

In der Vorweihnachtszeit finden in vielen britischen Städten Weihnachtsmärkte (Christmas fairs) statt, wo auch deutsche oder österreichische Spezialitäten angeboten werden. Besonders romantisch sind die traditionell gestalteten viktorianischen Weihnachtsmärkte, die vor allem in kleinen Städten vor historischen Kulissen stattfinden. 

Das Einschalten der Weihnachtsbeleuchtung (Christmas lights switch on) wird in vielen Städten gefeiert. Besonders berühmt ist die Weihnachtsbeleuchtung in der Oxford Street in London, die von Jahr zu Jahr größer und aufwändiger wird. Das große ’switch on’ zu Anfang November ist hier immer ein besonderes Spektakel. 

Christmas Tree, Mistle, Holly & Ivy  

Bereits am 1. Dezember werden in Großbritannien die Wohnungen festlich geschmückt. Im Wohnzimmer wird ein Weihnachtsbaum (Christmas tree) aufgestellt, der mit Lichterketten (fairy lights), Lametta (tinsel) und Weihnachtskugeln (baubles) bunt geschmückt wird. Der Weihnachtsbaum gelangte erst im 19. Jahrhundert nach Großbritannien; Prinz Albert, der Ehemann von Queen Victoria, brachte diesen Brauch aus Deutschland mit. 

An den Türrahmen werden Mistelzweige (mistle toes) aufgehängt. Der Mistel wurden von jeher magische Kräfte nachgesagt. Wer sich unter einem mit Mistelzweigen dekorierten Türrahmen trifft, darf sich küssen. Der Kamin, das Treppengeländer und die Haustür werden mit frischen Kränzen (wreaths) und Weihnachtsgirlanden (garlands) aus Tannengrün und Efeu (ivy) verziert.

Auch Stechpalmzweige (hollies) kommen beim Schmücken der Wohnungen zum Einsatz. Der Stechpalme (holly) mit ihren roten Beeren und dunkelgrünen stacheligen Blättern wurden früher magische Kräfte nachgesagt; ihr wurde die Fähigkeit zugeschrieben, böse Geister und Dämonen zu vertreiben. Besonders in Nordeuropa, wo man in den Winterstürmen der langen und kalten Winternächte die Stimmen der Geister, Dämonen, Hexen und Werwölfe zu hören glaubte, wurden die magischen Kräfte der Mistel und der Stechpalme sehr ernst genommen.

Der Efeu (ivy) war zu römischen Zeiten das Symbol des Weingottes Bacchus. Da man ihn mit heidnischen Festen assoziierte, war der Efeu in christlichen Häusern lange Zeit verboten. Heute gehört er wieder zum traditionellen Weihnachtsfest.  

Advent Calendar & Advent Wreath

Der Adventskalender (advent calendar) ist auch in Großbritannien verbreitet. Der Adventskalender hat seinen Ursprung im protestantischen Deutschland des 19. Jahrhunderts und wurde später auch in Großbritannien eingeführt. Der erste bekannte Adventskalender kam zum Advent des Jahres 1851 heraus. Da Weihnachten in Großbritannien erst am 25. Dezember gefeiert wird, hat der britische Adventskalender meist 25 Türchen. 

Die Adventskerze (advent candle) ist in Großbritannien ebenfalls üblich. Sie hat 25 Markierungen. Jeden Tag wird von der Kerze ein kleines Stück bis zur nächsten Markierung heruntergebrannt. Der Adventskranz (advent wreath) mit vier Kerzen für jede Adventswoche wurde ebenfalls aus dem deutschen Sprachraum nach Großbritannien importiert. Er ist jedoch nicht ganz so gebräuchlich wie im deutschsprachigen Raum. 

Mince Pies & Mulled Wine 

In der Weihnachtszeit finden in Großbritannien überall Advent- und Weihnachtsmärkte statt. Auch Charity-Aktionen und Weihnachtspartys haben Hochsaison. Bei diesen Veranstaltungen gibt es Mince Pies, das traditionelle britische Weihnachtsgebäck, und Mulled Wine (Glühwein). Mince Pies sind kleine Früchtekuchen, gefüllt mit einer Mischung aus Trockenfrüchten wie Rosinen, Sultaninen, Orangen- und Zitronenschale, Äpfeln und Gewürzen, die oft noch mit Brandy, Whisky oder Sherry verfeinert werden. 

Christmas Eve 

Heiligabend (Christmas Eve) hat in Großbritannien nicht so eine starke Bedeutung wie in anderen Ländern. Wichtiger ist der erste Weihnachtstag (Christmas Day) und der zweite Weihnachtstag (Boxing Day). Der Besuch einer Messe mit Weihnachtsliedern (Christmas carols) und einem Krippenspiel (nativity play) oder der Christmette um Mitternacht (midnight church services) ist ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsabends. 

Nativity Scene & Nativity Play

Weihnachtskrippen (nativity scenes, auch: Christmas crèches) sind auch in Großbritannien beliebt. Zu Weihnachten werden oft Krippenspiele (nativity plays) aufgeführt, vor allem von Grund- und Sonntagsschulen. Dabei schlüpfen die Kinder in die Kostüme der biblischen Gestalten. 

Christmas Stockings & Father Christmas 

Am Heiligen Abend (Christmas Eve) werden in Großbritannien Strümpfe (stockings) am Kamin aufgehängt, denn in der Nacht zum 25. Dezember kommt der Weihnachtsmann (Father Christmas) durch den Kamin und füllt die Strümpfe der Kinder mit Geschenken. Für den Weihnachtsmann werden kleine Früchtekuchen (mince pies) und Sherry, für sein Rentier Karotten abgelegt. Dieser alte Weihnachtsbrauch geht auf die Legende von Saint Nicholas zurück, der die Mitgift für die drei Töchter eines verarmten Mannes durch den Schornstein in die am Kamin aufgehängten Strümpfe geworfen haben soll.   

Christmas Day  

Das eigentliche Weihnachtsfest wird in Großbritannien am Christmas Day, dem 25. Dezember, gefeiert. Gleich nach dem Aufstehen findet die Bescherung statt. Wenn die Kinder am Morgen aufwachen, öffnen sie die aufgehängten Strümpfe und packen die Geschenke aus. Dann frühstücken die Familien gemeinsam. 

Christmas Dinner – das Weihnachtsmahl 

Am späten Mittag bzw. am Nachmittag findet das Christmas Dinner, das traditionelle Weihnachtsmahl statt. Zur Dekoration liegen auf jedem Platz die sogenannten Christmas crackers (bunte Knallbonbons), die mit Papierhüten und kleinen Geschenken gefüllt sind. Oft befindet sich in einem Cracker auch ein Zettel mit einer Scherzfrage. Durch Ziehen an den Enden werden die Cracker noch vor dem Essen geöffnet, was ein leichtes explosionsartiges Plop-Geräusch erzeugt. Dann entnehmen die Familienmitglieder den Crackern die Papierhüte und Geschenke. Die lustigen bunten Hüte setzen sie zum Weihnachtsmahl auf. 

Turkey & Plumpudding 

Das Christmas Dinner am Nachmittag des ersten Weihnachtstages ist in Großbritannien stets der Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten. Als Vorspeise gibt es häufig Garnelen oder Räucherlachs. Als Hauptgericht wird in den meisten britischen Familien Truthahn (turkey) serviert, der entweder mit Backpflaumen und Äpfeln oder mit Hackmasse und Brot gefüllt ist. In manchen Familien kommt auch eine Gans auf den Tisch. Dazu werden Röstkartoffeln, Rosenkohl (brussel sprouts) und andere Gemüsesorten serviert. 

Zum Dessert gibt es den Christmas pudding, auch plum pudding genannt. Der plum pudding ist ein dunkler, reichhaltiger Früchtepudding. Er besteht aus getrockneten Früchten, Nüssen, Gewürzen, schwarzer Melasse und einer ganzen Menge Sherry oder Brandy. Der plum pudding wird schon einige Tage vor Weihnachten hergestellt, da es einige Zeit braucht, bis der Alkohol in die Früchte eingezogen ist. Plum pudding wird mit Brandy-Sauce oder Brandy-Butter serviert.

The Queen’s Speech     

Um 15 Uhr – in der Regel noch während des Weihnachtsmahls – wird im Fernsehen die Weihnachtsansprache der Queen (Queen’s speech) übertragen. Der größte Teil der Briten sitzt dann vor dem Fernseher. Daher ist der erste Weihnachtstag für die britischen Fernseh- und Radiosender auch immer der Tag mit den höchsten Einschaltquoten. 

Boxing Day 

Der 26. Dezember, der zweite Weihnachtstag oder Stefanitag, ist in Großbritannien der Boxing Day, ein Geschenktag, an dem die Briten Verwandte und Freunde besuchen. Vor allem aber werden an diesem Tag jene Menschen beschenkt, die im Alltag für einen reibungslosen Ablauf sorgen. So erhalten am Boxing Day auch Hausangestellte, Briefträger, Busfahrer und das Personal von der Müllabfuhr Geschenke. Auch Arme und Bedürftige werden am Boxing Day bedacht. 

Christmas Carols 

Christmas carols, alte Weihnachtslieder, werden traditionell in den Weihnachtsgottesdiensten gesungen. Aber auch das Weihnachtssingen der Kinder ist in England weit verbreitet. Dabei gehen die Kinder von Haus zu Haus und singen die bekannten Christmas carols. 

Die Christmas carols haben ihre Wurzeln im England des Mittelalters, als die Minnesänger noch singend von Schloss zu Schloss gezogen sind. In früheren Zeiten gingen auch die Kinder aus ärmeren Familien zu den Häusern der Reichen, um milde Gaben zu erbitten. Dieser alte Brauch hat sich mit den Sternsingern fortgesetzt, die Geld für wohltätige Zwecke sammeln. 

Das Weihnachtslied Hark the Harald Angels Sing (Horch, der Engelsboten Sang) wird in der anglikanischen Kirche zu Weihnachten immer wieder gern gesungen. Der Text stammt von Charles Wesley und wurde 1739 in dessen Sammlung Hymns and Sacred Poems veröffentlicht. Zunächst wurde der Text auf die Melodie von Amazing Grace gesungen. Die heutige Melodie geht auf Felix Mendelssohn Bartholdy zurück und war ein Teil des Festgesangs zum Gutenbergfest, den Mendelssohn 1840 zur „vierten Säcularfeier der Erfindung der Buchdruckerkunst“ in Leipzig komponiert hatte. 

Hark The Herald Angels Sing

Hark! The herald angels sing
Hark! The herald angels sing, Gesangsstimme, gemeinfreies Werk

Englisch 

Hark the herald angels sing
„Glory to the newborn King!
Peace on earth and mercy mild
God and sinners reconciled“
Joyful, all ye nations rise
Join the triumph of the skies
With the angelic host proclaim:
„Christ is born in Bethlehem“
Hark! The herald angels sing
„Glory to the newborn King!“
Christ by highest heav’n adored
Christ the everlasting Lord!
Late in time behold Him come
Offspring of a Virgin’s womb
Veiled in flesh the Godhead see
Hail the incarnate Deity
Pleased as man with man to dwell
Jesus, our Emmanuel
Hark! The herald angels sing
„Glory to the newborn King!“
Hail the heav’n-born Prince of Peace!
Hail the Son of Righteousness!
Light and life to all He brings
Ris’n with healing in His wings
Mild He lays His glory by
Born that man no more may die
Born to raise the sons of earth
Born to give them second birth
Hark! The herald angels sing
„Glory to the newborn King!“

Eine gute deutsche Übersetzung des Liedes (Bearbeitung mit Klavierbegleitung und Akkordbezifferungen) ist im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582, Seite 92-93, erschienen.

Deutsche Übersetzung 

Horch, der Engel Sang von fern:
„Ruhm dem neugebornen Herrn!“
Fried’ auf Erden, Lieb’ und Gnad’,
Gott verzeiht die Sündentat!“
Freudig, lobet, Völker weit,
Himmels Sieg für alle Zeit!
Alles kündet uns seitdem
Christs Geburt in Bethlehem!“
Horch, der Engel Sang von fern:
„Ruhm dem neugebornen Herrn!“
Christus, unser Herr und Gott,
Christus, unser höchst’ Gebot!
Auserwählt für alle Zeit,
Retter für die Ewigkeit!
Gott, der Mensch ward auf der Welt,
Gott weit übers Sternenzelt,
der du auf der Erde gingst,
der du an dem Kreuze hingst!
Horch, der Engel Sang von fern:
„Ruhm dem neugebornen Herrn!“
Deine Würde legst du ab,
zu erlösen uns vom Grab.
Der den Tod nicht fürchten lehrt,
hat das Jenseits uns verklärt.
Aufersteh’n, ja aufersteh’n,
Seele, du wirst nie vergeh’n!
Heil und Segen ewig dir,
Friedensfürst, dir huld’gen wir!
Horch, der Engel Sang von fern:
„Ruhm dem neugebornen Herrn!“

Eine stimmungsvolle Aufnahme aus St. Paul’s Cathedral – mit einer eindrucksvollen Steigerung in der dritten Strophe (in der Bearbeitung von David Willcocks) – ist auf YouTube zu finden: 

https://www.youtube.com/watch?v=LDPwNPAV6tA      

Auch die englische Fassung des Weihnachtsliedes Adeste fideles (O Come All Ye Faithful, englische Übersetzung von Frederick Oakeley) wird in den englischen Gottesdiensten immer wieder gern gesungen. (Auf das Lied Adeste fideles wurde ja bereits im Beitrag vom 11. Dezember ausführlich eingegangen.) 

Weihnachtslieder in englischer Sprache

Eine reiche Auswahl an Texten zu englischen Weihnachtsliedern ist auf der Website Santa’s Net zu finden: 

http://www.santas.net/songs.htm

Lustiges Video – Very British!

Damit die Lachmuskeln im Training bleiben, wollen wir unseren heutigen musikalischen Adventskalender mit einem lustigen Video abschließen, in dem der schwarze britische Humor hervorragend zur Darstellung kommt: The Christmas Turkey – mit keinem Geringern als Rowan Atkinson alias Mr. Bean! Viel Spaß! 

https://www.youtube.com/watch?v=A0m_o2gxbsU      

Quellen in deutscher Sprache 

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit       

http://www.grossbritannien.org/grossbritannien-feiert-weihnachten-gebraeuche-und-sitten-zum-fest-der-liebe/    

http://www.weihnachtsmarkt.net/Weihnachtsbraeuche/Weihnachten-England.html

http://grossbritannien.alltag-in.de/england-weihnachten/       

http://www.studium-ratgeber.de/blog/weihnachten-in-england.html

http://www.englisch-hilfen.de/texte/weihnachten.htm     

Quellen in englischer Sprache 

http://www.learnenglish.de/culture/christmas.html

https://en.wikipedia.org/wiki/Christmas_traditions 

http://www.reindeerland.org/christmas-traditions/christmas-traditions-in-great-britain.htm        

https://www.timeanddate.com/holidays/uk/christmas-day      

http://www.santas.net/britishchristmas.htm  

http://www.whychristmas.com/cultures/uk.shtml   

Hier ist noch ein interessantes Video zum Thema Weihnachtsbräuche:

https://www.youtube.com/watch?v=YzSGEeaYvJc       

Quelle Noten

Felix Mendelssohn Bartholdy, Hark the Herald Angels Singing, komponiert 1840, Text von Charles Wesley, Weihnachtslied, Nine lessons and carols, Public Domain (gemeinfreies Werk) / Choral Public Domain License, Cantorion – freie Noten, Notenblätter und Konzertangebote 

http://cantorionnoten.de/music/3707/Hark!-The-Herald-Angels-Sing-Gesang-SATB        

Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 92.

https://de.wikipedia.org/wiki/Hark!_The_Herald_Angels_Sing          

Bildquelle

The small plaza outside the Royal Exchange in the City of London.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:London_MMB_%C2%BB2L7_Royal_Exchange.jpg 

Attribution/Urheberschaft:

mattbuck (category) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0), CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) oder CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], von Wikimedia Commons

14. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

14. Dezember

Weihnachtsbräuche in Skandinavien 

Im musikalischen Adventskalender begeben wir uns heute in den hohen Norden und lernen Weihnachtsbräuche aus Skandinavien kennen. Dazu bereisen wir Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. In den skandinavischen Ländern sind die Weihnachtsbräuche sehr ähnlich. Alte heidnische Volksbräuche haben sich mit christlichen Traditionen vermischt und sind teilweise (in veränderter Form) bis heute erhalten geblieben. 

Julafton, Julbock & Jultomte 

In den skandinavischen Ländern bringt nicht das Christkind, sondern der Weihnachtsmann die Geschenke. Das Weihnachtsfest wird in Skandinavien wie bei uns traditionell am Heiligen Abend (schwedisch: Julafton, dänisch: Juleaften, norwegisch: Julaften, finnisch: Jouluaatto) gefeiert. 

Der Weihnachtsbock (schwedisch: Julbock, auch: Julgumse, dänisch: Julebuk, norwegisch: Julebukk, finnisch: Joulupukki) konnte sich in den skandinavischen Ländern auch nach der Christianisierung über viele Jahrhunderte halten. Der Julbock hat seine Wurzeln in der germanischen Religion und war in vorchristlicher Zeit ein Symbol für die alljährlich wiederkehrende, von den Göttern gegebene Fruchtbarkeit der Erde (Getreidebock). Bis heute ist der Julbock in Skandinavien als Weihnachtsschmuck in Form einer Ziegenbockfigur aus Stroh erhalten geblieben. Nach skandinavischer Tradition brachte der Julbock früher die Geschenke, bevor er vom Weihnachtsmann (dänisch: Julemand, norwegisch: Julenisse, schwedisch: Jultomte) ersetzt wurde. 

Julbord & Glögg 

Das Julbord, in Schweden auch Smörgåsbord, in Dänemark Julefrokost genannt, ist ein reichhaltiges nordisches Buffet mit diversen kalten und warmen Speisen. Das Julbord besteht aus diversen Fischspezialitäten, Brot, Butter, Salaten, Räucherwaren und warmen Fleischgerichten. Das Julbord oder Julefrokost wird nicht nur am Heiligabend in den Familien veranstaltet, sondern auch von vielen Betrieben und Vereinen schon in der Vorweihnachtszeit angeboten.    

Ein traditionelles Getränk ist in Skandinavien der Glögg, ein Glühwein aus Rotwein, meist noch mit Korn oder Wodka und vielen Gewürzen. Dazu werden Rosinen und Mandeln serviert, die nach Belieben in den warmen Glögg hineingegeben werden.  

Das Lucia-Fest  

Am 13. Dezember wird vor allem in Schweden, aber auch in Dänemark, Norwegen und Finnland zum Gedenken an die Heilige Lucia das Lucia-Fest gefeiert. Vor Einführung des gregorianischen Kalenders in Schweden (1752) war dieser Gedenktag gut ein Jahrhundert lang der kürzeste Tag des Jahres. Das Lucia-Fest steht in der Tradition der Sonnenwendfeierlichkeiten, denn in den mehr als hundert Jahren vor 1752 fiel der 13. Dezember auf die Wintersonnenwende (deren Datum sich im Julianischen Kalender im Laufe der Jahrhunderte verschob). 

Typische Bräuche zum Lucia-Fest sind das Tragen von weißen Gewändern und Kerzen, der Verzehr von traditionellem Safrangebäck (lussekatter), das Singen von Lucia-Liedern und die Wahl einer Lucia aus dem jeweiligen Ort. 

Dänemark  

In Dänemark beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Adventssonntag. Adventskranz und Adventskalender sind auch in Dänemark verbreitet. Der Adventskranz wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Schleswig aus in Dänemark eingeführt. In der Adventszeit sieht man an vielen Fenstern in Dänemark eine Kalenderkerze (Kalenderlys), deren Tagesabschnitte jeden Tag bis zum 24. Dezember heruntergebrannt werden. Diese Kalenderkerze wurde 1942 von der Kopenhagener Kerzenfabrik Asp & Holmblad auf den Markt gebracht. 

Das Julefrokost (vom dänischen Jul: Weihnachten und frokost:  Mittagessen) ist in Dänemark ein fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit. Dabei werden unter anderem Æbleskiver (ein Siedegebäck der dänischen Küche) gegessen und Glögg (Glühwein) oder Julebryg (das dänische Weihnachtsbräu) getrunken.

Zu Juleaften, Heiligabend, wird das Wohnzimmer festlich geschmückt und ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Der Weihnachtsbaum wurde aus Deutschland nach Dänemark importiert und ist erstmals 1808 belegt. Er ist in Dänemark häufig mit geflochtenen Weihnachtsherzen (Julehjerter) oder kleinen Täschchen aus Papier (Kræmmerhuse) geschmückt.   

In den Nachmittagsstunden an Heiligabend schauen die Familien gemeinsam das Weihnachtsprogramm im Fernsehen. Dann folgt das Weihnachtsessen, zu dem Gans, Ente oder Schweinebraten mit Rotkohl und glasierten Kartoffeln serviert werden. Zum Dessert gibt es Mandelmilchreis mit einer untergerührten Mandel. Die Person, die die Mandel erwischt, bekommt ein kleines Geschenk (Mandelgave).

In Dänemark ist es ein besonderer Brauch, auf dem Dachboden oder vor der Tür eine Schüssel mit Grütze für den Nis Puk abzustellen. Der Nis Puk, auch Nes Pük genannt, ist (wie in Norwegen der Nisse) eine Sagengestalt aus dem Bereich der Volksmärchen. Er wohnt auf dem Dachboden oder in der Scheune und beschützt das Haus, den Hof und die Tiere. Nisser sind nordische Wichtel, die „dem Weihnachtsmann zuarbeiten“. Der Name Nis Puk verbindet die Bezeichnungen Nisse und Puk. Auch in Dänemark ist das Aufstellen des Julebuks weit verbreitet.

Nach dem Essen werden in Dänemark Weihnachtslieder gesungen, und man tanzt um den geschmückten Weihnachtsbaum. Dann werden die unter dem Baum liegenden Weihnachtsgeschenke ausgeteilt. Viele Familien besuchen an Heiligabend einen Weihnachtsgottesdienst. 

Schweden 

Auch in Schweden beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Adventssonntag. Lillejulafton ist der kleine Weihnachtsabend am 23. Dezember. Julafton, der Heiligabend, wird in Schweden mit einem stimmungsvollen God Jul eingeläutet. Am 24. Dezember feiern die Schweden das Julfest mit dem weihnachtlichen Julbord. Dabei darf der Julskinka, ein besonderer Weihnachtsschinken nicht fehlen. Auch diverse Süßigkeiten, Nüsse, Feigen und Datteln kommen auf den Tisch. 

Vor dem traditionellen Julbord beginnt der Heilige Abend in Schweden um 15 Uhr mit dem Schauen einer Donald-Duck-Sendung im Fernsehen. Nach dem Weihnachtsessen werden die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum ausgepackt. Am 25. Dezember gehen viele Schweden zur Frühmesse in die Kirche, die bereits um 6 oder 7 Uhr beginnt.  

Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein galt der Julbock in Schweden als Überbringer der Geschenke – bis er schließlich von Jultomte, dem Weihnachtsmann, abgelöst wurde. Die drei Kobolde Tomte, Tomtebisse und Nisse konnten sich in Schweden als Überbringer der Geschenke bis heute behaupten. Der Julbock ist als beliebter Weihnachtsschmuck erhalten geblieben. Auf dem Schlossplatz des Städtchens Gävle wird alljährlich nach alter Tradition ein 13 Meter hoher Julbock aufgestellt.

Julbock in Gävle
Der Julbock auf dem Schlossplatz von Gävle, von Christian Gidlöf, released into the public domain, Wikimedia Commons

Norwegen  

In der Adventszeit werden in Norwegen nach alter Tradition sieben verschiedene Sorten Weihnachtsplätzchen gebacken. Auch der Adventskalender ist in Norwegen verbreitet. Eine originelle Variante des Adventskalenders ist eine Orange, die mit 24 Nelken bestückt wird. An jedem Tag wird eine Nelke aus der Frucht herausgezogen.

In Norwegen ist der 24. Dezember bis 16 Uhr eigentlich noch ein Arbeitstag, jedoch schließen die meisten Geschäfte an diesem Tag frühzeitig. Der Julaften (Heiligabend) beginnt mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem Milchreis gegessen wird. Um 17 Uhr läuten im ganzen Land die Kirchenglocken den Weihnachtsabend ein. Viele Familien besuchen einen Weihnachtsgottesdienst. Nach dem Weihnachtsgottesdienst folgt das festliche Abendessen. Gerichte wie Lammrippen und Kabeljau sind in Norwegen weit verbreitet. Zum Essen gibt’s das traditionelle Weihnachtsbier und Aquavit. Zum Dessert wird ein Sahnemilchreis mit einer versteckten Mandel serviert. Wer die Mandel in seinem Nachtisch findet, bekommt ein kleines Geschenk. Der Julekake, eine Art Christstollen mit Rosinen, Nüssen und Kardamom, ist ein traditioneller Bestandteil des Weihnachtsmahles.  

Nach dem Weihnachtsessen kommt die Bescherung: Die Geschenke werden in Norwegen vom Julenisse gebracht. Der Julenisse ist eine Art Kobold, quasi eine Mischung aus dem Heiligen Nikolaus und einem norwegischen Troll. Der Name Nisse ist vom Namen Niels, der dänischen Form für Nikolaus, abgeleitet. Der Nisse, ein kleiner alter Mann mit einem weißen Bart und einer roten Mütze, lebt nach norwegischer Tradition in Häusern und Ställen. Er beschützt das Grundstück und die Haustiere. Auch an die Tiere wird zu Weihnachten gedacht; sie bekommen ebenfalls ein spezielles Futtergeschenk.   

Der 25. Dezember ist in Norwegen ein stiller Tag. Am 26. Dezember dagegen werden an vielen Orten Partys gefeiert. Die Kinder verkleiden sich als Julebukk und verlangen Bonbons (so wie in anderen Ländern zu Halloween). 

Finnland 

In Finnland werden in den Vereinen und Betrieben schon im November die ersten Weihnachtsfeiern mit der Bezeichnung Pikkujoulu, kleine Weihnacht, ausgerichtet. Am ersten Advent gibt es zahlreiche Adventskonzerte in allen Teilen des Landes. Der Nikolaustag am 6. Dezember ist in Finnland gleichzeitig der Unabhängigkeitstag und somit ein gesetzlicher Feiertag. 

Jouluaatto, der Heiligabend ist in Finnland der wichtigste Teil des Weihnachtsfestes. Nach alter Tradition wird in der ehemaligen finnischen Hauptstadt Turku um 12 Uhr der Weihnachtsfrieden ausgerufen. In Finnland ist es (wie an Allerheiligen) Tradition, am Weihnachtsabend Kerzen auf die Gräber zu stellen, um der Toten zu gedenken. Vor dem Weihnachtsessen steht in den meisten finnischen Familien ein Saunagang an. Anschließend erfolgt die Bescherung durch den Weihnachtsmann. 

Der Weihnachtsmann, der im finnischen Teil von Lappland beheimatet ist, heißt in Finnland Joulupukki – in Anlehnung an den Julbock, den skandinavischen Weihnachtsbock. Der Joulupukki hat seinen Wohnsitz auf dem Korvatunturi, einem Berg in Lappland, im finnisch-russischen Grenzgebiet. Er trägt einen roten Mantel und hat einen Gehstock. Der Joulupukki fährt auf einem Rentierschlitten zu den Häusern und klopft zu Weihnachten an die Haustür. Seine erste Frage lautet dabei stets: „Onkos täällä kilttejä lapsia?“ („Gibt es hier artige Kinder?“) Eines seiner Rentiere heißt Petteri Punakuono und wurde zum Vorbild für Rudolph the Red-Nosed Reindeer.  

Nach der Bescherung wird das traditionelle Festessen serviert. Zum Weihnachtsessen werden in Finnland Fischgerichte, der als Joulukinkku bezeichnete Weihnachtsschinken, Kartoffel- und Steckrübenauflauf sowie Rote-Bete-Salat serviert. Als Weihnachtsgebäck kommen Piparkakut (Pfefferkuchen) und Joulutortut (sternförmige, mit Pflaumenmus gefüllte Blätterteigtaschen) auf den Tisch. Als Getränk wird Glögi, ein Weihnachtspunsch, serviert. Auch der Haferbrei, in dem eine Mandel versteckt ist, hat in Finnland Tradition. Die Person, die die Mandel im Dessert findet, soll ein gutes Jahr vor sich haben. In Finnland ist es Tradition, dass zu Weihnachten auch an die Tiere gedacht wird: Jedes Haustier bekommt ein eigenes Geschenk. Für die Vögel in der freien Natur werden Sonnenblumenringe aufgehängt. 

Weihnachtslieder aus Skandinavien 

In Skandinavien gibt es einige schöne Weihnachtslieder, die hierzulande nur wenig bekannt sind. Das volkstümliche Weihnachtslied När juldagsmorgon glimmar kommt aus Schweden. Die Melodie ist jedoch fast Note für Note identisch mit dem deutschen Volkslied Ich hab mich ergeben. In Schweden wurde diese Melodie mit einem weihnachtlichen Text unterlegt und entwickelte sich zu einem populären Weihnachtslied.

När juldagsmorgon glimmar

När juldagsmorgon glimmar (1)

När juldagsmorgon glimmar (2)
När juldagsmorgon glimmar, Weihnachtslied aus Schweden, Gesangsstimme

Die vollständige Ausgabe des Weihnachtsliedes (Strophen 1 – 3 mit deutscher Übersetzung, Klavierbegleitung und Akkordbezifferungen) ist im Band Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt von Kurt Pahlen, Edition Hug 11582, Seite 112, erschienen.

Schwedisch

Nu Juldagsmorgon glimmar,
Jag will till stallet gå,
Der Gud i nattens timmar
Re’n hwilar uppå strå.

Hur god Du war som wille
Till jorden komma ner!
Nu ej i synd jag spille
Min barndomsdagar mer!

Dig, Jesu, wi behöfwa,
Du käre Barnawän!
Jag will ej mer bedröfwa
Med synder dig igen. 

Deutsche Übersetzung 

Es glüht der Weihnachtsmorgen,
zur Krippe lasst uns geh’n
und Gottes Sohn geborgen
dort liegen seh’n!
Wie groß ist deine Güte,
dass du zur Erde kamst,
auf unserem Gemüte
die Sünd’ für immer nahmst!
Herr Jesus, steig hernieder,
die Kinder rufen dich,
zur Erde kehre wieder,
erlös’ von Sünden mich!

Auf dem Skandinavien-Portal Elchburger.de findet man eine YouTube-Aufnahme dieses schwedischen Weihnachtsliedes:

http://www.elchburger.de/schweden/kultur/musik/das-schwedische-weihnachtslied-naer-juldagsmorgon-glimmar      

Eines der beliebtesten Weihnachtslieder aus Skandinavien ist das schwedische Lied Jul, Jul, strålande Jul. Es wurde 1921 von Gustaf Nordqvist komponiert. Der Text stammt von Edvard Evers. Es wird besonders gern von Chören und Vokalensembles gesungen. Das Lied beschreibt weiße Weihnachten mit viel Schnee und schließt mit dem Wunsch, dass das Weihnachtsfest Licht und Frieden bringen möge. (Leider ist keine deutsche Übersetzung vorhanden.)

Jul, Jul, strålande Jul

Jul, jul, strålande jul, glans över vita skogar,
himmelens kronor med gnistrande ljus,
glimmande bågar i alla Guds hus,
psalm som är sjungen från tid till tid,
eviga längtan till ljus och frid!
Jul, jul, strålande jul, glans över vita skogar!

Kom, kom, signade jul! Sänk dina vita vingar
över stridernas blod och larm,
över all suckan ur människobarm,
över de släkten som gå till ro,
över de ungas dagande bo!
Kom, kom, signade jul, sänk dina vita vingar!

Auf YouTube gibt es einige Video-Mitschnitte dieses Weihnachtsliedes. Hier zwei Aufnahmen, einmal mit Chor und einmal als Solo, gesungen von Carola Häggkvist:

https://www.youtube.com/watch?v=wIAx_VMy3P4                

https://www.youtube.com/watch?v=Zldxz85J7HQ         

Eine schwedische Version des bekannten Weihnachtsliedes Minuit, chrétiens (O holy night) von Adolphe Adam gibt es ebenfalls auf YouTube – noch dazu in einer Interpretation des legendären schwedischen Tenors Jussi Bjørling! Besonders die Opernfreunde sollten sich das nicht entgegen lassen! Hier ist der Link zum schwedischen Weihnachtslied O helga natt mit Jussi Bjørling:  

https://www.youtube.com/watch?v=kVYCudlVMSM      

Ein weiteres schönes Weihnachtslied aus Schweden, gesungen von Helen Sjöholm & Benny Andersson, kann man auf der Seite Skandinavien.eu anklicken:

http://skandinavien.eu/reportagen/schweden/weihnachten-in-schweden.html

Eine reiche Auswahl an skandinavischen Weihnachtsliedern – noch dazu mit stimmungsvollen Impressionen der skandinavischen Landschaften und Weihnachtsbräuche – findet man auf der Website Elchburger.de – das große Skandinavien-Portal:

http://www.elchburger.de/schweden/kultur/musik/schwedische-weihnachtslieder    

http://www.elchburger.de/norwegen/kultur/musik/norwegische-weihnachtslieder     

http://www.elchburger.de/finnland/kultur/musik/finnische-weihnachtslieder     

Zum Abschluss unserer musikalischen Reise nach Skandinavien kommt nun noch etwas Lustiges – ein Gruß aus Finnland von Rudolph the Red-Nosed Reindeer:

https://www.youtube.com/watch?v=eqOJRpzlh3w        

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit       

http://www.elchburger.de/schweden-weihnachten        

http://www.elchburger.de/norwegen-weihnachten

http://www.elchburger.de/finnland-weihnachten   

Quelle Noten und Text

När juldagsmorgon glimmar (aus Schweden):

Kurt Pahlen, Die schönsten Weihnachtslieder aus der ganzen Welt, Hug & Co., Zürich, Edition Hug 11582, Seite 112.

https://sv.wikisource.org/wiki/När_juldagsmorgon_glimmar     

Bildquellen

Beitragsbild: Carl Larsson (1904), Weihnachtsabend, public domain, Wikimedia Commons

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AJulaftonen_av_Carl_Larsson_1904.jpg        

Der Julbock auf dem Schlossplatz von Gävle, Foto von Christian Gidlöf, public domain, Wikimedia Commons

https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AGavle_christmas_billy_goat.jpg

By Christian Gidlöf (Photo taken by Christian Gidlöf) [Public domain, GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or CC BY 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.5)], via Wikimedia Commons

13. Dezember | Adventskalender

Der musikalische Adventskalender

13. Dezember

 

Der musikalische Adventskalender von Lingua & Musica führt uns heute ins Baltikum. Bei dieser Gelegenheit lernen wir interessante Weihnachtsbräuche und Weihnachtslieder aus Estland, Litauen und Lettland kennen.

Estland 

In der Vorweihnachtszeit stellen die Kinder Pantoffeln ans Fenster. Diese werden dann von „päkapikud“ (Weihnachtselfen) mit Süßigkeiten gefüllt. In Estland wird am 24. Dezember Weihnachten gefeiert. Der Heiligabend wird auch „jõululaupäev“ (Weihnachtssamstag) genannt. An Heiligabend beschenkt „jõuluvana“, ein alter Weihnachtsmann, die Kinder. Bevor die Kinder ihre Geschenke erhalten, müssen sie Lieder singen oder Gedichte vortragen. Zum Abendessen gibt es in der Regel Schweinefleisch mit Sauerkraut, gebackene Kartoffeln, Weißwurst und Blutwurst, Kartoffelsalat mit Roter Bete und Pastete. Dazu wird Bier und Glühwein getrunken. Zum Nachtisch gibt es Lebkuchen und Marzipan. Die Reste vom Weihnachtsessen werden über Nacht stehen gelassen. Dieser Brauch geht auf den Glauben zurück, dass die Geister der verstorbenen Verwandten, Bekannten und Freunde zu Besuch kommen und etwas essen möchten. Zu Weihnachten werden in Estland auch Friedhöfe besucht und Kerzen für die Verstorbenen angezündet. Der 25. Dezember wird „jõulupüha“ genannt. An diesem Tag ruhen sich die Esten aus oder besuchen Verwandte. 

Litauen 

In Litauen wird Weihnachten im Familienkreis gefeiert. Der Heiligabend ist der wichtigste Festtag, da man glaubt, dass das folgende Jahr so wird wie die Christnacht. An diesem Tag nehmen viele Litauer ein Bad oder gehen in die Sauna. Am Vormittag schmücken die Kinder den Christbaum mit Strohsternen, Basteleien, Äpfeln, Nüssen und Gebäck. Der Christbaum ist Anfang des 20. Jahrhunderts aus Deutschland nach Litauen importiert worden. Sobald am Abend der erste Stern am Himmel zu sehen ist, beginnt man mit dem Weihnachtsessen. Dieses ist in Litauen ein 12-Gänge-Menü – mit Bezug auf die 12 Monate des Jahres und die 12 Apostel. Vor dem Essen wird gebetet und ein „Gotteskuchen“ herumgereicht. Zum Abendessen gibt es meist Fisch, Mohnmilchsuppe, Gemüse, Salat, Obst, Getreidebrei, Kompott, Pilze, Brot und Gebäck. Dazu wird Wein getrunken. Fleisch und Milchprodukte gibt es an Heiligabend nicht. Nach dem Essen zieht man Strohhalme unter der Tischdecke hervor. Lange, dicke Halme verheißen ein gutes Jahr, dünne oder gebrochene Halme bringen Unglück. Auch in Litauen bleiben die Reste vom Weihnachtsessen stehen, damit die Seelen der verstorbenen Verwandten ebenfalls speisen können. Manchmal werden die Lebensmittel für die Verstorbenen auch auf dem Fensterbord abgestellt. Nach dem Weihnachtsmahl werden die Geschenke ausgepackt, die der Weihnachtsmann gebracht hat. Am 25. Dezember wird auch wieder Fleisch gegessen. Am 26. Dezember besuchen die Litauer oft Freunde.    

Lettland

In Lettland feiert man das Fest der Wintersonnenwende, bei dem sich christliche mit vorchristlichen Bräuchen vermischt haben. Ein beliebter Brauch ist das Ziehen eines Eichenbalkens von Haus zu Haus, der auf dem letzten Hof verbrannt wird. Das Verbrennen des Eichenbalkens soll das Übel vernichten und der Sonne neue Kraft geben. Viele Kinder verkleiden sich als Tier, Sonne oder Tod und ziehen von Haus zu Haus, um böse Geister zu verjagen. Der Christbaum wird gern mit Strohsternen und getrockneten Blumen geschmückt. Zum Weihnachtsessen gibt es meist Blutwurst, Sauerkraut, Erbsen, Bohnen, Graupen, „pírági“ (Speckkuchen), Schweinebraten oder Fisch. Wer neunmal davon isst, soll im nächsten Jahr reich und glücklich werden. Die russisch-orthodoxen Letten feiern erst am 6. Januar Weihnachten.

Weihnachtslieder aus dem Baltikum

Ein schönes Weihnachtslied aus Estland kann man auf YouTube hören. Das Lied heißt „Jõuluingel“ – Christmas Angel:

https://www.youtube.com/watch?v=KmS6UlZqh4A

https://www.youtube.com/watch?v=KmS6UlZqh4A&list=PLFaYa5LNCqOZqscwKL4kysZgsxiMfikO5

Aus Litauen stammt das Weihnachtslied „Kalėdinė vyrų daina“:

https://www.youtube.com/watch?v=HgQLKeVHl54

Ebenso das Weihnachtslied Naujųjų metų rytas – Kalėdinės dainos:

https://www.youtube.com/watch?v=66uFg5JI94w

Aus Lettland stammt die Weihnachtskomposition „On Christmas Eve“ (2006) von VILNIS SALAKS (1939- ):

https://www.youtube.com/watch?v=kzg1j0VCoJ4&list=PLBJ4oo3a998aWIovqqYF7SEUNiuoaipxD

Man kann nicht von Lettland sprechen, ohne auf eine große Stimme aus diesem baltischen Staat hinzuweisen. Hier ist ein großartiger Konzertmitschnitt geistlicher Lieder (Sacred Songs) mit der aus Riga stammenden Mezzosopranistin Elina Garanca:

https://www.youtube.com/watch?v=h_GYVKnt4mk

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten_weltweit

Bildquelle

An old trade boat (lodi), one big Christmas tree and some smaller ones on the Town Hall Square (Raekoja plats) in Tartu, Estonia.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:An_old_trade_boat_in_the_town_hall_square.jpg

Marit & Toomas Hinnosaar [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons