150 Jahre Wiener Staatsoper – Jubiläumskonzert vor der Oper

150 Jahre Wiener Staatsoper

Jubiläumskonzert vor der Oper

150 Jahre Wiener Staatsoper – das wäre eigentlich ein würdiger Anlass, der Wiener Staatsoper zu ihrem Jubiläum eine ausführliche Berichterstattung zu widmen. Gern hätte ich zu den wichtigsten Festvorstellungen Rezensionen verfasst und an dieser Stelle veröffentlicht. Aber leider sollte es anders kommen…

150 Jahre Wiener Staatsoper – die Festvorstellungen zum Jubiläum

Der Besuch einiger Festvorstellungen zum 150-jährigen Jubiläum der Wiener Staatsoper (zwecks ausführlicher Berichterstattung auf Lingua & Musica) war bereits eingeplant. Zur Auswahl standen zunächst folgende Vorstellungen:

  • Andrea Chénier von Umberto Giordano (20., 24. oder 28. Mai)
  • Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (25. oder 30. Mai)
  • Jubiläumskonzert vor der Oper (26. Mai)
  • Geburtstagsmatinee (25. Mai)

Leider jedoch wurde meine Anfrage nach Pressekarten negativ beantwortet. Am 13. Mai erhielt ich von der Presseabteilung der Wiener Staatsoper eine enttäuschende Rückmeldung:

Sehr geehrte Frau Kreye,

vielen Dank für Ihre Nachricht – bitte entschuldigen Sie die sehr späte Antwort!

Wir bitten um Verständnis, dass wir Ihnen leider keine Pressekarten zur Verfügung stellen können. Unsere Kapazitäten für Pressekarten sind sehr eingeschränkt und die Anfragen überschreiten diese bei Weitem, weshalb wir gezwungen sind, aus dieser Vielzahl an Anfragen eine Auswahl zu treffen.

Von meinem ursprünglichen Vorhaben einer ausführlichen Berichterstattung musste ich also bedauerlicherweise Abstand nehmen, denn ohne Pressekarten ist nun einmal keine fachlich fundierte Berichterstattung möglich! Aus besagtem Grund muss ich mich also auf ein paar Impressionen vom Jubiläumskonzert vor der Wiener Staatsoper beschränken.

Das Jubiläumskonzert vor der Oper

Zum 150jährigen Geburtstag hatte die Wiener Staatsoper Opernfreund/innen, Wiener Bürger/innen und Wien-Besucher/innen bei freiem Eintritt zum Konzert auf den Platz vor der Oper eingeladen. Auf dem Platz war eine große Freilicht-Bühne installiert worden, auf der Orchester und Chor der Wiener Staatsoper und natürlich die Solisten Platz hatten.

Die Überraschung: Einige Solisten sangen aus luftiger Höhe – direkt von der Empore am Dach der Wiener Staatsoper beziehungsweise von den Balkonen des gegenüberliegenden Hotels Bristol.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Von der Empore am Dach der Wiener Staatsoper sang der koreanische Bassist Jongmin Park die Arie „Come dal ciel precipita“ (Wie vom Himmel stürzt herab…) aus der Oper „Macbeth“ von Giuseppe Verdi. – Foto: Sylvia Kreye

Die Mitwirkenden

Die Liste der Gesangssolist/innen konnte sich sehen und hören lassen: Nina Stemme, Thomas Konieczny, Jongmin Park, Olga Bezsmertna, Erwin Schrott, Valentina Naforniţă, Benjamin Bernheim, Camilla Nylund, Ferruccio Furlanetto, Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak, Stephanie Houtzeel, Chen Reiss, Sonya Yoncheva und Günther Groissböck. Am Dirigentenpult stand Marco Armiliato.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Aus luftiger Höhe sang die Sopranistin Valentina Naforniţă das „Lied an den Mond“ aus der Oper „Rusalka“ von Antonín Dvořák . – Foto: Sylvia Kreye

Das Programm

Auf dem Programm standen berühmte Opernarien, Duette und Ensembles aus dem umfangreichen Repertoire der Wiener Staatsoper:

Richard Wagner | „Dich teure Halle …“ aus Tannhäuser
(Nina Stemme)

Ludwig van Beethoven | „Ha, welch ein Augenblick“ aus Fidelio
(Tomasz Konieczny)

Giuseppe Verdi | „Come dal ciel precipita“ aus Macbeth
(Jongmin Park)

Giuseppe Verdi | „Va, pensiero“ aus Nabucco
(Chor der Wiener Staatsoper)

Wolfgang A. Mozart | „Dove sono“ aus Le nozze di Figaro
(Olga Bezsmertna)

Wolfgang A. Mozart | „Fin ch’an dal vino“ aus Don Giovanni
(Erwin Schrott)

Wolfgang A. Mozart | „Là ci darem la mano“ aus Don Giovanni
(Valentina Naforniţă, Erwin Schrott)

Jules Massenet | „Pourquoi me réveiller“ aus Werther
(Benjamin Bernheim)

Erich W. Korngold | „Glück, das mir verblieb“ aus Die tote Stadt
(Camilla Nylund)

Giuseppe Verdi | „O tu Palermo“ aus I vespri siciliani
(Ferruccio Furlanetto)

Giuseppe Verdi | Duett „Già nella notte densa“ aus Otello 
(Roberto Alagna, Aleksandra Kurzak)

Antonín Dvořák | „Lied an den Mond“ aus Rusalka
(Valentina Naforniţă)

Richard Strauss | Schlussterzett aus Der Rosenkavalier
(Nina Stemme, Stephanie Houtzeel, Chen Reiss)

Piotr I. Tschaikowsky | Arie des Gremin aus Eugen Onegin
(Günther Groissböck)

Charles Gounod | „Je veux vivre“ aus Roméo et Juliette
(Aleksandra Kurzak)

Jacques F. Halévy | „Rachel, quand au Seigneur“ aus La Juive
(Roberto Alagna)

Giacomo Puccini | „Un bel dì“ aus Madama Butterfly
(Sonya Yoncheva)

Mit dem berühmten „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ als Zugabe verabschiedeten sich die Mitwirkenden vom Publikum.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Viel Applaus gab es für die Mitwirkenden des Jubiläumskonzerts. Als Zugabe durfte das berühmte „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ natürlich nicht fehlen! – Foto: Sylvia Kreye

Ein unvergesslicher Abend

Es war ein unvergesslicher Abend mit einer einzigartigen Stimmung. Die Gesangssolist/innen boten allesamt eindrucksvolle Leistungen. Chor und Orchester der Wiener Staatsoper musizierten auf hohem Niveau. Marco Armiliato erwies sich als erfahrener und souveräner Dirigent. Das Wiener Publikum reagierte begeistert auf die musikalischen Darbietungen „ihres“ Opernhauses. Nach jeder Arie gab es viel Applaus und Bravo-Rufe. Man kann geradezu süchtig werden nach dieser wunderbaren Musik! Auch Petrus hatte ein Einsehen: Bis auf ein paar Regentropfen blieb das Wetter stabil.

150 Jahre Wiener Staatsoper
Viel Applaus für die Mitwirkenden des Jubiläumskonzerts. Als Zugabe durfte das berühmte „Brindisi“ aus Verdis „La Traviata“ natürlich nicht fehlen! – Foto: Sylvia Kreye

Geschichte der Wiener Staatsoper

Das „Haus am Ring“, wie die Wiener Staatsoper auch genannt wird, hat im Laufe seiner 150-jährigen Geschichte viele Sternstunden der Oper, aber auch dunkle Kapitel erlebt. Es lohnt sich daher, an dieser Stelle mal einen Rückblick auf die Geschichte der Wiener Staatsoper zu werfen.

Geplant wurde das Opernhaus von den Wiener Architekten August Sicard von Sicardsburg (1813-1868) und Eduard van der Nüll (1812-1868). August Sicard von Sicardsburg entwarf den Grundplan, Eduard van der Nüll gestaltete die Innendekoration. Aber auch andere bedeutende Künstler wirkten mit. Moritz von Schwind malte die Fresken im Foyer und den berühmten „Zauberflöten“-Freskenzyklus in der Loggia. Tragischerweise durften die beiden Architekten die Eröffnung „ihres“ Opernhauses nicht mehr erleben. Der sensible van der Nüll beging Selbstmord, sein Freund Sicardsburg erlag nur zwei Monate später einem Schlaganfall. (Anmerkung: Als Todesursache wird in vielen Quellen aber auch Herzversagen bzw. Tuberkulose angegeben.)

Die Wiener Staatsoper wurde in den ersten Jahren nach ihrem Bau in der Öffentlichkeit heftig kritisiert. Kaiser Franz Joseph nannte die damalige Hofoper verächtlich „die versunkene Kiste“. Diesen Spitznamen erhielt das Bauwerk durch den Umstand, dass das Niveau der Wiener Ringstraße nach Baubeginn des Opernhauses um einige Meter angehoben wurde, wodurch das Opernhaus „versunken“ zu sein schien. In Zeitungsberichten wurde die Oper auch als „Königgrätz der Baukunst“ bezeichnet – in Anspielung an die Schlacht von Königgrätz von 1866, welche für die damalige Monarchie eine folgenschwere militärische Niederlage und tiefe Demütigung war. Die harte Kritik an seinem Bauwerk hatte vermutlich auch zum Freitod van der Nülls beigetragen.

Am 25. Mai 1869 wurde das Haus mit Mozarts Oper Don Juan (Don Giovanni) in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth feierlich eröffnet. Den künstlerischen Leistungen der ersten Direktoren Franz von Dingelstedt, Johann Herbeck, Franz Jauner und Wilhelm Jahn ist es zu verdanken, dass auch die Popularität des Bauwerks in der Bevölkerung allmählich zunahm. Unter dem Direktor und Komponisten Gustav Mahler erlebte die Wiener Oper einen ersten Höhepunkt. Mahler erneuerte das veraltete Aufführungssystem, stärkte Präzision und Ensemblegeist und reformierte die Bühnenästhetik.

Das wohl dunkelste Kapitel in der bisherigen Geschichte des Hauses am Ring waren die Jahre von 1938 bis 1945, als während des Nationalsozialismus viele Mitglieder des Hauses verfolgt, vertrieben und ermordet wurden und zahlreiche Werke nicht mehr gespielt werden durften. Am 12. März 1945 wurde das Haus am Ring durch einen Bombenangriff der Amerikaner weitgehend zerstört. Lediglich die Eingangshalle, die Feststiege, das Vestibül mit dem Schwind-Foyer und dem Teesalon blieben beinahe unversehrt. Bereits am 1. Mai 1945 wurde der Betrieb der Wiener Staatsoper unter dem Namen „Staatsoper in der Volksoper“ mit einer Aufführung von Mozarts Die Hochzeit des Figaro wieder aufgenommen. Am 6. Oktober 1945 folgte die Wiedereröffnung des in aller Eile restaurierten Theaters an der Wien mit Beethovens Fidelio. Mit der Volksoper und dem Theater an der Wien standen für die folgenden zehn Jahre zwei Spielstätten zur Verfügung, in denen die Aufführungen der Wiener Staatsoper stattfanden. Während dieser Zeit wurde das eigentliche Stammhaus mit großem Aufwand wiedererrichtet.  Bereits am 24. Mai 1945 hatte der Staatssekretär für öffentliche Bauten, Ing. Julius Raab, den Wiederaufbau der Wiener Staatsoper verkündet. Nur die Hauptfassade, die Feststiege und das Schwind-Foyer waren von den Bomben verschont geblieben.  Am 5. November 1955 fand mit Beethovens Fidelio unter der musikalischen Leitung von Karl Böhm die glanzvolle Wiedereröffnung der Wiener Staatsoper statt. Im Zuge des Wiederaufbaus waren auch der Zuschauerraum erneuert und die Technik modernisiert worden. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden vom Österreichischen Fernsehen übertragen und in der ganzen Welt zugleich als Lebenszeichen der neu erstandenen Zweiten Republik verstanden.

Heute gilt die Wiener Staatsoper als eines der wichtigsten Opernhäuser der Welt. Vor allem hat sich die Wiener Staatsoper als das Haus mit dem größten Repertoire einen Namen gemacht. Hier werden allabendlich Opern auf höchstem Niveau aufgeführt. Direktor ist seit 1. September 2010 Dominique Meyer, Ballettdirektor Manuel Legris.

Die Wiener Staatsoper ist heute eines der Wahrzeichen und wichtigstes Symbol der Musikmetropole Wien.

Quellen

Programm des Jubiläumskonzerts:

Programmheft 150 Jahre Wiener Staatsoper

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/150-jahre/

Geschichte der Wiener Staatsoper:

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/das-haus/geschichte/

https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Staatsoper

https://kurier.at/chronik/wien/das-drama-um-die-wiener-oper/753.200

https://derstandard.at/2231980/Die-Geschichte-einer-versunkenen-Kiste

https://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4682089/Vor-70-Jahren_Die-Zerstoerung-der-Wiener-Staatsoper

https://www.habsburger.net/de/kapitel/die-versunkene-kiste-der-bau-der-wiener-hofoper-am-ring

https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_S/Sicard-Sicardsburg_August_1813_1868.xml

 

Neujahr 2018: Wiener Klang & Wiener Schmäh

Neujahr 2018: Wiener Klang & Wiener Schmäh 

Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bildete den Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“. Am Abend gab es in der Wiener Staatsoper noch eine Vorstellung der „Fledermaus“ von Johann Strauss, die auch auf den Herbert-von-Karajan-Platz übertragen wurde. 

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker

Das neue Jahr hat in Wien gut angefangen – mit viel Kultur und Musik. Zunächst fand im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins das traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker statt – diesmal unter der Leitung des italienischen Dirigenten Riccardo Muti, den eine langjährige Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern verbindet.

Das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker bildete heuer den Auftakt zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Republik Österreich“ und stand ganz im Zeichen des 650-Jahr-Jubiläums der Österreichischen Nationalbibliothek sowie der Wiener Moderne.

Das Programm des Neujahrskonzerts war auch diesmal wieder vom Feinsten und enthielt zahlreiche „Schmankerln“ der Wiener Musik. Die beiden Konzertwalzer „Geschichten aus dem Wienerwald“ (mit dem schönen Zither-Solo) und „Rosen aus dem Süden“ gehörten zu den Höhepunkten des diesjährigen Programms.

Neben den Werken der Strauss-Dynastie gab es auch in diesem Jahr wieder einige Titel, die zuvor noch nie im Neujahrskonzert gespielt worden waren: von Josef Strauß der Walzer »Wiener Fresken«, von Johann Strauß (Sohn) die Polka »Brautschau« sowie der Walzer »Myrthenblüten« und von Johann Strauß (Vater) der »Marienwalzer« sowie der »Wilhelm-Tell-Galopp«. Die Ouvertüre zu Franz von Suppés Operette »Boccaccio, oder Der Prinz von Palermo« und die »Stephanie-Gavotte« des österreichisch-ungarischen Militärkapellmeisters und Komponisten Alfons Czibulka gehören ebenfalls zu den Neuheiten.

Den krönenden Abschluss bildeten wie immer der Walzer „An der schönen blauen Donau“ und der Radetzky-Marsch.

Eine Aufnahme des Neujahrskonzerts ist auf 2 CDs erschienen und im Handel sowie über Shop24Direct erhältlich:

https://www.shop24direct.at/produkt/neujahrskonzert-2018-2020692

Die DVD des Neujahrskonzerts erscheint am 26. Jänner 2018 und kann bereits jetzt über Shop24Direct vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/neujahrskonzert-2018-2021105 

Die Fledermaus in der Wiener Staatsoper

 Nach bewährter Tradition wird an der Wiener Staatsoper am Silvesterabend und auch am Neujahrstag die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauß aufgeführt. Schon seit ein paar Jahren wird die Vorstellung auch live auf den Herbert-von-Karajan-Platz übertragen, wo die Zuschauer auf einer Großleinwand die Operette anschauen können.

Die Live-Übertragungen aus der Wiener Staatsoper haben sich bereits seit vielen Jahren als Highlight im sommerlichen Wiener Kulturkalender etabliert. Die Veranstaltungsreihe, die alljährlich in den Monaten April – Juni und im September unter dem Titel „Oper live am Platz“ stattfindet, ist in Wien bereits seit vielen Jahren eine bewährte und beliebte Tradition.

Bei sommerlichen Temperaturen ist so ein Opernabend, ausgestattet mit einem Picknick und einer Flasche Wein – womöglich noch mit einem Klavierauszug im Gepäck und in Begleitung eines Hundes – eine äußerst nette und kurzweilige Angelegenheit! Als Autorin dieses Artikels besuche ich schon seit vielen Jahren die Veranstaltung „Oper live am Platz“ und zelebriere dabei genüsslich mein Opernpicknick!

Bei winterlichen Temperaturen – so wie jetzt am 1. Jänner – ist eine solche Open-Air-Veranstaltung allerdings doch ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man nicht gerade eine warme Decke dabei hat, in die man sich einhüllen kann. Doch es gibt ja noch eine Option, wo man sich zwischendurch aufwärmen und stärken kann: nämlich im Café Oper (direkt in der Staatsoper) – zum Beispiel bei einem Würstelteller mit der kuriosen Bezeichnung „Drei Tenöre“ oder bei einem g’schmackigen Salat mit so klangvollen Namen wie „Rossini“, „Puccini“, „Walküre“, „Don Carlo“, „Rigoletto“, „Othello“ oder „Romeo und Julia“.

Von dieser kulinarischen Möglichkeit machten meine Freundin und ich am Neujahrstag Gebrauch, als es uns dann doch irgendwann zu kalt wurde. Das Schönste an einem solchen Kaffeehausbesuch direkt in der Oper ist aber, dass man sogar drinnen im Café die Opernvorstellung auf einem Monitor verfolgen kann – ohne frieren zu müssen! Diese Gelegenheit nutzten wir auch am Neujahrstag bei der „Fledermaus“.

Die dreiaktige Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss, deren Textbuch von Carl Haffner und Richard Genée stammt, ist kompositorisch ein Meisterwerk und mit ihrer etwas turbulenten Handlung etwas Ur-Wienerisches! Mit seiner aus drei Teilen bestehenden Handlung spiegelt das Werk die Gesellschaft und das Charakterbild der Menschen des zu Ende gehenden Kaiserreiches wider: Vorbereitung auf das Fest (1. Akt) – rauschende Ballnacht (2. Akt) – Katzenjammer am nächsten Morgen (3. Akt).

Die äußerst gelungene und witzige Wiener Inszenierung der Operette „Die Fledermaus“ geht auf Otto Schenk zurück. Das Bühnenbild stammt von Günther Schneider-Siemssen, die Kostüme von Milena Canonero. Die Aufführung am Neujahrstag stand unter der Leitung des Dirigenten Cornelius Meister. Die Chorleitung hatte an diesem Abend Martin Schebesta. Mit der Choreographie wurde Gerlinde Dill betraut.

Die Ausführenden der Vorstellung am 1. Jänner 2018 waren: Herbert Lippert (Gabriel von Eisenstein), Laura Aikin (Rosalinde), Hans Peter Kammerer (Gefängnisdirektor Frank), Zoryana Kushpler (Prinz Orlofsky), Benjamin Bruns (Alfred), Rafael Fingerlos (Dr. Falke), Peter Jelosits (Dr. Blind), Maria Nazarova (Adele), Lydia Rathkolb (Ida), Jaroslav Pehal (Iwan) und last but not least: Peter Simonischek (eine bewährte Besetzung als Frosch). Im 2. Akt tanzte das Corps de ballet zu den Klängen der Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“. – Das Wiener Staatsopernorchester (die Wiener Philharmoniker) präsentierte sich auch an diesem Abend wieder in künstlerischer Hochform.

Das Jahr 2018 begann in Wien also wie immer mit viel Kultur, einer Operette voll Wiener Schmäh und einem „Strauss“ voll Wiener Musik!

Von der „Fledermaus“ gibt es einige Video-Aufnahmen, die auch über Shop24Direct bezogen werden können. Die schöne Wiener Inszenierung von Otto Schenk ist zwar auf Shop24Direct zurzeit nicht verfügbar, kann jedoch über den folgenden Link vorbestellt werden:

https://www.shop24direct.at/produkt/sku/21361

Es gibt auch eine DVD mit Joan Sutherland und Luciano Pavarotti:

https://www.shop24direct.at/produkt/johann-strauss-die-fledermaus-40410

Doch noch viel schöner ist ein Besuch in der Wiener Staatsoper! Es lohnt sich! Tickets können auch online bestellt werden unter:

https://www.wiener-staatsoper.at/ihr-besuch/karten-abos-zyklen/informationen-zum-kartenkauf/

https://www.wiener-staatsoper.at/spielplan-tickets/kalender/

Quellen & Literatur:

Website der Wiener Philharmoniker – Neujahrskonzert:

https://www.wienerphilharmoniker.at/neujahrskonzert/das-neujahrskonzert

Website der Wiener Staatsoper – Archiv – Die Fledermaus:

https://archiv.wiener-staatsoper.at/performances/45091       

Dieter Zöchling, Die Oper – Westermanns farbiger Führer durch Oper, Operette, Musical (mit einem Vorwort von Plácido Domingo), Westermann, Braunschweig 1981, Seite 504-507: Johann Strauss, Die Fledermaus.

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Rückblick 2017: zwei Jubilare und ein halbes Jahrhundert voll Musik

Das Jahr 2017 stand musikalisch im Zeichen zweier Jubilare aus Klassik bzw. Unterhaltung, die bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne stehen.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Placido Domingo an der Wiener Staatsoper

Im Mai 2017 feierte KS Placido Domingo sein 50-jähriges Bühnenjubiläum an der Wiener Staatsoper. Der am 21. Januar 1941 in Madrid geborene Opernsänger begann seine Karriere zunächst als Bariton in spanischen Zarzuelas und wechselte später ins Tenorfach. Am 19. Mai 1967 absolvierte er als Don Carlo in Verdis gleichnamiger Oper seinen ersten Auftritt an der Wiener Staatsoper.

Am 19. Mai 2017 – genau 50 Jahre nach seinem Debut an der Wiener Staatsoper – gab der spanische Tenor und Kammersänger zunächst ein umjubeltes Galakonzert im „Haus am Ring“ (wie die Staatsoper bei den Wienern gern genannt wird). In einer konzertanten Aufführung mit Ausschnitten aus Nabucco, La traviata, Un ballo in maschera und Simon Boccanegra präsentierte Domingo sich diesmal in den großen Baritonrollen als Germont, Boccanegra und Ankarström.

Im Juni stand Domingo erneut auf der Bühne der Wiener Staatsoper, und zwar in Verdis Oper „Don Carlo“ – diesmal aber nicht in der Titelpartie, sondern abermals in einer Baritonrolle: als Rodrigo, Marquis von Posa.

Sowohl die Galavorstellung als auch die Don Carlo-Serie an der Wiener Staatsoper waren ein großer Erfolg für den Jubilar Placido Domingo – jenes „Urgestein“ der Opernwelt.

Bekanntlich war Domingo – zusammen mit Luciano Pavarotti und José Carreras – auch Teil der berühmten 3 Tenöre (Carreras – Domingo – Pavarotti). Eine Auswahl an CDs und DVDs mit Placido Domingo bzw. mit den 3 Tenören ist bei Shop24Direct erhältlich:

https://www.shop24direct.at/catalogsearch/result/?q=Placido+Domingo&filter=

https://www.shop24direct.at/catalogsearch/result/?q=die+drei+ten%C3%B6re&filter=

Eine Aufnahme des legendären Konzerts der drei Tenöre in Los Angeles (anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 1994 in den USA) ist ebenfalls bei Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/3-tenors-with-mehta-in-concert-1994-40196 

 

Hein Simons: 50-jähriges Jubiläum, CD-Cover Heintje und Ich
50-jähriges Bühnenjubiläum: Cover des Duett-Albums „Heintje und Ich“. – Foto: ©Norbert Unfried / German Popp. Mit freundlicher Genehmigung der Telamo GmbH, München.

Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons  

Im Dezember 2017 konnte noch ein anderer bekannter Sänger sein 50-jähriges Bühnenjubiläum feiern – wenn auch nicht im Bereich der Oper. Auch er steht bereits seit einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Eigentlich wollte er (nach eigener Aussage) immer singen wie Caruso. Trotz seiner auch nach dem Stimmwechsel immer noch sehr schönen Stimme hat er sich dann aber doch auf Schlager und Unterhaltung spezialisiert: Hein Simons – besser bekannt als Heintje.

Der am 12. August 1955 in Holland geborene ehemalige Kinderstar hatte seinen ersten Fernsehauftritt in der ZDF-Fernsehshow „Der Goldene Schuss“ am 21. Dezember 1967. Sein Auftritt mit der deutschen Version von „Mama“ dauerte nur 55 Sekunden! Das reichte aus, um ihn über Nacht berühmt zu machen. (Lingua & Musica berichtete.)

Aus Anlass seines Jubiläums erschien am 1. Dezember bei TELAMO eine musikalische Rarität: Unter dem Titel „Heintje und Ich“ brachten Hein Simons und sein Produzent Christian Geller ein neues, äußerst professionell gelungenes Album heraus, auf dem Hein Simons im Duett mit dem kleinen Heintje – seinem jüngeren Ich – singt.

Rechtzeitig zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons ist im Giger Verlag auch ein sehr lesenswertes, interessantes Buch unter dem Titel „Ich war Heintje“ erschienen.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Als Fan-Box:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-fanbox-420469

Das Buch „Ich war Heintje“ ist ebenfalls im Handel oder über Shop24Direct zu beziehen:

https://www.shop24direct.at/produkt/ich-war-heintje-2020380

Bereits im Dezember hatte Lingua & Musica dem Sänger und seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum einige Artikel gewidmet. Wer die Beiträge im Dezember verpasst hat, kann sie hier noch einmal nachlesen:

Teil 1: Vom Lausbub zum Kinderstar
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

Teil 2: Vom Kinderstar zum „Urgestein“
http://linguamusica.eu/hein-simons-50-jaehriges-jubilaeum-…/

21. Dezember: Das 50-jährige Bühnenjubiläum von Hein(tje) Simons
http://linguamusica.eu/21-dezember-2017-das-50-jaehrige-buehnenjubilaeum-von-heintje-simons/

Als kleinen Vorgeschmack auf das neue Album „Heintje und Ich“, das sowohl als CD wie auch DVD erhältlich ist, möchte ich den Leser/innen dieses Artikels das folgende Video (ein Medley aus der aktuellen DVD) ans Herz legen, das ich soeben auf YouTube entdeckt habe und hiermit gern teile:


Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Hein Simons: Auszug aus dem neuen Duett-Album „Heintje und Ich“, erschienen am 01.12.2017 bei Telamo.

Das Album „Heintje und ich“ ist zum 1. Dezember bei TELAMO erschienen. Es ist im Handel erhältlich und kann als CD, DVD oder sogar als Fan-Box bei Shop24Direct bezogen werden:

Als CD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-431055

Als DVD:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-440121

Als Fan-Box:
https://www.shop24direct.at/produkt/heintje-und-ich-fanbox-420469

Ausblick 2018: 100 Jahre Republik Österreich

Nach einem halben Jahrhundert Musik mit großartigen Künstlern wie Placido Domingo und Hein(tje) Simons – jeder auf seine Weise, so unterschiedlich ihre Musikrichtungen und die Geschmäcker der Hörer auch sein mögen – dürfen wir gespannt sein, was das neue Jahr an musikalischen Überraschungen und Jubiläen für uns bereit hält.

Das Jahr 2018 wird abermals ein bedeutendes Jubiläumsjahr – wenn auch in ganz anderer Hinsicht: das 100-jährige Bestehen der Republik Österreich! Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie wurde am 12. November 1918 durch Staatskanzler Karl Renner die erste Republik Österreich ausgerufen. Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Lingua & Musica wird weiter berichten.